The Project Gutenberg EBook of Experimentelle Untersuchungen ber die
Frage Ist die Furcht vor Krankheitsbertragung durch das Telephon berechtigt?, by Carl Weiss

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Title: Experimentelle Untersuchungen ber die Frage Ist die Furcht vor Krankheitsbertragung durch das Telephon berechtigt?
       Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwrde in
       der Medizin, Chirurgie und Geburtshlfe der Hohen
       Medizinischen Fakultt der Kniglichen Universitt
       Greifswald

Author: Carl Weiss

Release Date: June 14, 2008 [EBook #25783]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

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        Experimentelle Untersuchungen ber die Frage
          Ist die Furcht vor Krankheitsbertragung
               durch das Telephon berechtigt?


                   Inaugural-Dissertation
                             zur
                  Erlangung der Doktorwrde

                           in der
             Medizin, Chirurgie und Geburtshlfe

                             der
                Hohen Medizinischen Fakultt
           der Kniglichen Universitt Greifswald

                          vorgelegt
                             von
                         Carl Weiss
                       aus Essen-Ruhr.


  Buchdruckerei Hans Adler, Inh. E.Panzig, Greifswald 1913




                Eingereicht im Oktober 1913.

      Gedruckt mit Genehmigung der Hohen Medizinischen
            Fakultt der Universitt Greifswald.

                  Dekan: Prof. Dr. Steyrer.

         Referent: Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Loeffler.




                    Meiner lieben Mutter.




Mit der fortschreitenden Vervollkommnung der bakteriologischen
Untersuchungsmethoden war bald der Nachweis erbracht, da manche
pathogene Mikroorganismen nahezu ubiquitr sind, da sie auch den
ungnstigsten Lebensbedingungen sich anzupassen vermgen und lange Zeit
an ihrer Virulenz nichts einzuben brauchen. Man konnte viele von ihnen
an allen mglichen Gebrauchsgegenstnden, auch an solchen, die mit
Kranken nicht in direkte Berhrung gekommen waren, nachweisen und mute
fr die Ansteckungsmglichkeit nicht nur den direkten Weg von Mensch zu
Mensch, sondern weit hufiger den der indirekten bertragung ber die
verschiedensten Gebrauchsgegenstnde des Kranken selbst oder seiner
nchsten Umgebung in Betracht ziehen. Diese Vorstellungen haben bald in
weiteren Bevlkerungsschichten Verbreitung gefunden und zu der fr
unsere Zeit so charakteristischen Erscheinung der Bazillenfurcht
gefhrt. Wenn Dinge, die von Hand zu Hand gehen oder von mehreren
Personen benutzt werden, wie z.B. Papiergeld, Bcher aus den
Bibliotheken, Utensilien der Barbierstuben, Trinkgefe,
Zahnstocherbehlter u.a. auf das Vorkommen pathogener Keime
mikroskopisch und bakteriologisch eingehend untersucht worden sind, so
geschah es doch wohl vornehmlich aus dem Grunde, weil man diesen Dingen
eine nicht zu unterschtzende Rolle als Krankheitsvermittler ansprechen
zu mssen glaubte.

Es ist nicht berraschend, da bald nach allgemeiner Einfhrung der
Telephone, die ja heute wie kein anderes Verstndigungsmittel ein
Allgemeingut der gesamten Bevlkerung geworden sind, sich auch gegen
diese der Verdacht regte, ihre weitgehende Inanspruchnahme disponiere
sie geradezu zu bertrgern ansteckender Krankheiten. Es mag zugegeben
werden, da vom rein theoretischen Standpunkte aus die Mglichkeit einer
Infektion durch Benutzung des Fernsprechers nicht abgeleugnet werden
kann. Man ist weiter gegangen und hat auf Grund dieser theoretischen
Erwgungen auf die tatschlich gegebenen Verhltnisse geschlossen und
von einer groen Gefahr der Ansteckungsmglichkeit gesprochen. Wenn
Laien diese Ansicht uern, so mag das ihren irrtmlichen Anschauungen
von dem Zustandekommen und dem Wesen einer Infektion zu Gute gerechnet
werden; wenn jedoch bakteriologisch geschulte Mnner dieser hufig zu
begegnenden Ansicht der Laien beipflichten, das Telephon stelle in
hygienischer Beziehung eine Gefahr dar, so ist es berechtigt, dieser
Frage nher zu treten, zumal in besonders interessierten Kreisen der
Verdacht gegen das Telephon durch Verffentlichungen in
Fachzeitschriften wachgehalten und bestrkt wird. So ist in der
Deutschen Postzeitung Nr.31 vom 4. 8. 1912 von einer hufig
unterschtzten, in Wahrheit aber sehr bedeutenden Gefahr der Ansteckung
am Fernsprecher die Rede, einer Gefahr, die durch systematische
Versuche bedeutender Bakteriologen in England und Deutschland in ein
helles Licht gerckt worden ist. Der englische Bakteriologe _FrancisJ.
Allan_, so heit es in der Notiz Wissenschaftliche Ergebnisse ber die
Ansteckungsgefahr am Telephon weiter, benutzte zu seinem Versuche ein
ffentliches Telephon in der Londoner Zentralbrse. Die Mundffnung des
Apparates wurde mit einem Tuch abgewischt, und der Inhalt des Tuches
wurde dann zu Versuchen an zwei Meerschweinchen benutzt. Das erste
Meerschweinchen starb 23 Tage spter, nachdem ihm von dem Inhalte des
Wischtuches etwas eingeimpft worden war, und die Sezierung lie die
ausgesprochenen Kennzeichen der Tuberkulose erkennen. Das zweite
Meerschweinchen starb 27 Tage nach der Infektion und zeigte hnliche
Zeichen der Ansteckung. Diese Experimente beweisen, da tdliche
Tuberkulosebazillen von ffentlichen Telephonapparaten auch auf den
Menschen leicht bertragen werden knnen.

Kritiklos, wie derartige tendenzis gehaltene Mitteilungen zumeist
hingenommen zu werden pflegen, wird diese Mitteilung das ihrige dazu
beigetragen haben, die Furcht vor der Ansteckungsgefahr am Telephon noch
zu erhhen.

Es ist lohnend, nher auf die Originalverffentlichung _Allan_s im
Lancet 1908 Nr.4426 einzugehen: Es sind im ganzen sechs Versuche
angestellt worden, von denen fnf negativ ausfielen. Bei dem 6. Versuch
gelang die Infizierung der oben erwhnten 2 Meerschweinchen mit
Tuberkelbazillen. Dieser sechste Versuch wird wie folgt nher
beschrieben:

Tel.Nr. -- P.O.Zentral. Dieser Wischer hatte eine Masse von
_weigrauer, klebriger Substanz_ an sich haften; im gefrbten Ausstrich
untersucht, zeigte sie eine Anzahl surefester Bazillen, die in Gestalt
und Form Tuberkelbazillen glichen.

Es ist offensichtlich, da diese weigraue, klebrige Substanz Sputum
gewesen ist und zwar in so groer Menge mit dem Wischer entnommen wurde,
da man Ausstrichprparate davon herstellen und mit dem Rest
Tierversuche anstellen konnte.

Dieser Fall, da Sputum in dem Sprechtrichter in so groen Massen
angetroffen wird, ist wohl praktisch so selten, da man fr die Frage
einer Ansteckungsgefahr am Fernsprecher unter gewhnlichen Verhltnissen
daraus Schlsse zu ziehen nicht berechtigt ist. Die Verffentlichungen
_Allan_'s im Lancet sind geeignet, ein gnzlich falsches Bild von der
Mglichkeit einer Ansteckung am Telephon zu entwerfen und knnen mithin
als ein Versuch, diese Frage wissenschaftlich zu klren, nicht
betrachtet werden.

Im Gegensatz zu den Ausfhrungen _Allan_'s mchte ich Ergebnisse einiger
anderer Bakteriologen anfhren. Die Versuche, die diesen Ergebnissen zu
Grunde liegen, sind m.E. weit umfassender und weit mehr den
tatschlichen Verhltnissen angepat als die _Allan_'s und verdienen
deshalb grere Beachtung.

Speziell bezglich der Ansteckungsmglichkeit mit Tuberkelbazillen hat
der Londoner Bakteriologe Dr. _Spitta_ eingehende Untersuchungen mit dem
Fernsprecher angestellt. Es wurden Fernsprechapparate in Krankenslen
angebracht, wo sie ausschlielich von Lungenkranken benutzt wurden.
Whrend der Dauer eines ganzen Jahres hat man die Apparate weder
gereinigt noch desinfiziert. Dann wurden die Mundstcke ausgewaschen und
die Flssigkeit Meerschweinchen injiziert. Der Versuch ergab selbst
unter diesen fr eine bertragung der Krankheitsstoffe uerst gnstigen
Bedingungen keine Ansteckung. Wenn man bedenkt, da etwa 8
Tuberkelbazillen gengen, um ein Meerschweinchen tdlich zu infizieren,
andrerseits in Betracht zieht, da die Sekrete aus den tieferen
Luftwegen Tuberkulser u.U. massenhaft Tuberkelbazillen enthalten und
falls sie in den Schallbecher gelangen sollten, ber eine lange Zeit
auch in eingetrocknetem Zustande lebensfhig bleiben, dann mu man nach
den Versuchen _Spitta_s zu der berzeugung kommen, da selbst unter so
gnstigen Verhltnissen fr das Zustandekommen einer tuberkulsen
Infektion von einer Gefahr nicht die Rede sein kann.

Die Mglichkeit einer bertragung von Infektionsstoffen ist abhngig zu
machen von einer Summe von Faktoren, die durchaus nicht immer
zusammentreffen werden. Diese Fragen behandelt _Tomarkin_ in einer recht
interessanten Arbeit in der Mnchener Medizinischen Wochenschrift. Wie
gelangen Infektionskeime berhaupt in den Schallbecher hinein?

Die Exspirationsluft gesunder und kranker Personen ist, wie festgestellt
worden ist, vollkommen keimfrei; whrend des Sprechaktes werden jedoch,
wie _Flgge_ bewiesen hat, feinste Trpfchen, die mit Bakterien beladen
sein knnen, in die Umgebung geschleudert. _Cornet_ hat bezglich der
Tuberkulose den Nachweis gefhrt, da diese verstubten Trpfchen, weil
sie lediglich aus Mundspeichel bestehen, nur uerst selten
Tuberkelbazillen enthalten, immerhin werden bei Hustensten und
namentlich in der Nhe einer sprechenden Person auch Sekrete der Tiefe
verschleudert, die wohl Tuberkelbazillen enthalten knnen.

Sind unter diesen Verhltnissen Keime in den Schalltrichter gelangt, so
ist fr eine nachtrglich das Telephon benutzende Person eine
Infektionsmglichkeit gegeben in zweierlei Weise:

Erstlich knnte die Person infiziert werden durch feinste infizierte
Teilchen, die von dem vorhergehenden Benutzer in den Schalltrichter und
dessen Umgebung hineinverstubt sich dort noch eine Zeit schwebend
erhalten haben, und zweitens durch infizierte trockene Teilchen, die
etwa in dem Trichter abgelagert durch die Exspirationsluft des
Sprechenden wieder aufgewirbelt wrden.

Von den Krankheitserregern, die beim Sprechakt in das Innere des
Schallbechers gelangen und dort in irgend einer Form deponiert werden
knnen, kommen nach _Tomarkin_ in Frage die Erreger der Tuberkulose, der
Diphtherie, des Scharlachs, der Masern, der Influenza, Pneumonie,
Meningitis cerebrospinalis, verschiedener Anginen, Katarrhe usw.

Der Hrer knnte als Vermittler der verschiedensten Hautaffektionen in
Betracht kommen, kommt er doch hufig genug in direkten Kontakt mit den
Produkten der ueren Haut kranker Personen, wodurch er grndlich und
dauernd verunreinigt werden kann.

Mit demselben Recht knnte man den Griff als Krankheitsvermittler
betrachten. Man braucht nur an die Bazillentrger zu denken. Ein
Diphtheriebazillentrger z.B., der eben noch in seine Hand
hineingehustet hat, kann Diphtheriebazillen auf den Griff bertragen,
diese knnten bergehen auf die Hand der nachtrglich den Fernsprecher
benutzenden Person und dieser gefhrlich werden. Der gleiche Fall lge
vor bei Typhusbazillentrgern, bei denen die Erreger durch
Unreinlichkeit bei der Defkation auf die Handflche gelangt sein
knnten. Indessen wre die daraus resultierende Gefahr _nicht spezifisch
fr das Telephon_, da ja bei vielen anderen Gegenstnden z.B.
Trklinken die gleichen Verhltnisse gegeben wren. Die Untersuchung des
Griffes ist mithin als ber den Rahmen der vorliegenden Arbeit
hinausgehend unterlassen worden.

Wenn wir nun von der Voraussetzung ausgehen, der Sprechtrichter sei
infiziert mit Erregern ansteckender Krankheiten, so ist weiterhin fr
die Frage einer Ansteckungsmglichkeit von Bedeutung, wie die in den
Trichter abgelagerten Keime in die Atmungswege der nachtrglich das
Telephon benutzenden Person gelangen.

_Tomarkin_ vertritt die Anschauung, da zur Fortbewegung der in den
Sprechtrichter abgelagerten infizierten Teilchen ganz geringe Luftstrme
wie z.B. die Exspirationsluft der am Telephon sprechenden Person
ausreichend seien. Dieser Meinung mchte ich mich nicht anschlieen auf
Grund von Untersuchungen, die _Mller_ in der Mnchener Medizinischen
Wochenschrift verffentlicht hat.

Eine Entscheidung darber, ob die Luftstrme, die durch Ruspern,
Niesen, Husten, Sprechen entstehen, ausreichen, um in den Sprechtrichter
gelangte Keime loszulsen, die in Trpfchen von Speichel oder Schleim
eingeschlossen auf demselben haften geblieben sind, gehrt meines
Erachtens zu dem springenden Punkte der Frage einer Ansteckungsmglichkeit.
Die nach dieser Richtung hin von Dr. _Mller_ im Hygienischen Institut
in Mnchen angestellten Versuche bieten fr die aufgeworfene Frage
groes Interesse. Es sei mir gestattet, sie wrtlich zu zitieren:

Es wurden nun, nachdem nachgewiesen war, da die Telephonmembranen sich
selbst berlassen, lange infiziert bleiben, mannigfaltig modifizierte
Versuche darber angestellt, ob sich die Keime bei der Benutzung des
Telephons von der Membran ablsen und in die Luft bergehen. Bei einem
Teile der Versuche wurden die Membranen fr sich allein in der
angegebenen Weise mehr oder weniger reichlich mit Prodigiosus infiziert;
bei anderen Versuchen wurden die Apparate fertig montiert und dann erst
dem Prodigiosusspray ausgesetzt, soda auch die Umrahmung infiziert war.
Die Montierung wurde so angebracht, da die Membran auch von rckwrts
besprochen werden konnte. Nun wurde die Membran samt Montierung in den
gerade ihrem Umfange entsprechenden Hals einer ca. 10 Liter haltenden
Flasche, deren Boden durch Abschleifen vllig entfernt war, eingefhrt
und abgedichtet. Darauf wurde  bis 4 Stunden gewartet, damit die
Membran lufttrocken gemacht werden konnte und etwa lediglich durch die
Erschtterung beim Einfhren in den Flaschenhals losgelste Keime Zeit
htten, sich zu Boden zu senken. Nach dieser Zeit wurden von der weiten
Bodenffnung her mit aller Vorsicht Gelatineplatten in Petrischalen,
gewhnlich vier hintereinander, in die Flasche hineingeschoben und die
ffnung mit einem Glasdeckel verschlossen. Bei einigen Versuchen lag die
Flasche nicht horizontal, sondern stand senkrecht und zwar war hohl auf
untergeschobenen Holzkltzchen. Die Platten wurden in diesem Falle in
der Bodenffnung, also senkrecht unter der Membran, aufgestellt. Es
wurde nun die Membran in Schwingungen versetzt, zunchst indem von
rckwrts gegen sie durch lngere Zeit laut gesprochen wurde; spter als
diese Versuche negativ ausgefallen waren, indem 1 bis 2 Minuten lang auf
einer Trompete gegen sie geblasen wurde. Nach der Erschtterung wurde
die ganze Vorrichtung durch 1 bis 24 Stunden sich selbst berlassen, um
den losgelsten und in die Luft bergegangenen Keimen Zeit zu gewhren,
sich auf die Kulturschichten abzusetzen. Die Platten wurden nach der
Herausnahme aus der Flasche in der feuchten Kammer gehalten und 8 Tage
lang beobachtet.

Von 10 derartigen Versuchen sind 9 vollkommen negativ ausgefallen,
negativ insbesondere auch die Trompetenversuche, bei denen das Telephon
so heftig in Schwingungen versetzt worden war, wie es bei gewhnlichem
Gebrauch garnicht vorkommt.

Nur bei einem einzigen derartigen Versuche wurden Prodigiosus Kolonieen
und zwar nicht mehr als 5 auf den Nhrplatten nachgewiesen. Auerdem
wurden auch noch bei einem Kontrollversuche, bei welchem sich der
infizierte Sprechtrichter 24 Stunden lang vertikal ber dem Nhrboden
befand, ohne da seine Membran in Schallschwingungen versetzt wurde, 3
Prodigiosuskolonieen aufgefunden.

Wenn man bedenkt, wie schwierig es ist, bei derartigen Versuchen
zufllige Infektionen des Nhrbodens mit einzelnen Keimen zu vermeiden,
wird man diesen beiden positiven Fllen kein groes Gewicht beilegen
drfen. Es ist fraglich, ob die 5 Prodigiosuskeime wirklich vom Telephon
herabgefallen sind. Schlimmstenfalls haben sich von den vielen
Millionen, die sich am Telephon befanden, nur einige vereinzelte Keime
losgelst. Das Ergebnis der Versuche besttigt somit nach unserem
Dafrhalten die schon vorher gefate Meinung, da die Infektionsgefahr
bei halbwegs vernnftigem Gebrauch des Telephons minimal sei. Das
Bedrfnis, es zu desinfizieren, scheint uns nicht vorzuliegen. --

_Mller_ geht bei seinen Untersuchungen, soweit sie fr die vorliegende
Arbeit Interesse bieten, von der Voraussetzung aus, da bereits eine
Infizierung des Sprechers mit krankheitserregenden Keimen stattgefunden
hat, und beschftigt sich dann mit den Faktoren, die gegeben sein
mssen, damit eine vom Telephon ausgehende Ansteckung erfolgen kann.
_Mller_ ist, ohne die Frage zu berhren, ob berhaupt infektionsauslsende
Keime am Fernsprecher nachweisbar sind, bereits zu dem Schlusse gekommen,
da die Infektionsgefahr minimal ist, und verwertet dieses Resultat
seiner Untersuchungen, um die ihnen zu Grunde liegende Frage nach dem
Bedrfnis einer Desinfektion der Telephone zu verneinen.

Ich mchte der Kette dieser experimentellen Untersuchungen, die die
Furcht vor der Ansteckungsmglichkeit durch das Telephon zu beheben
imstande sind, ein weiteres Glied einfgen und zu entscheiden versuchen,
ob unter den gewhnlichen alltglichen Verhltnissen pathogene Keime
sich nachweisen lassen. Ich gehe dabei von der Voraussetzung aus, da,
wenn man aus ihrem Vorkommen am Telephon fr den Benutzenden eine Gefahr
konstruieren will, sie in grerer Menge am Sprecher oder Hrer haften
mssen, auf jeden Fall sich mit den bakteriologischen Methoden
nachweisen lassen mssen. Die Versuche, die _Allan_ nach dieser Richtung
hin angestellt hat, sind mir nicht einwandfrei und erschpfend genug,
werden ja auch bezglich der Tuberkulose durch _Spitta_s Untersuchungen
hinlnglich widerlegt.

Um nun einen Einblick in die Bakterienflora am Telephon zu gewinnen,
habe ich vllig vorurteilslos eine Reihe von Untersuchungen vorgenommen
an 40 der am meisten in Anspruch genommenen Telephone der Stadt
Greifswald: ffentlichen Fernsprechstellen der Hauptpost, Bahnpost, des
Bahnhofs, der Polizeiwachen, zahlreicher Gasthfe, grerer Kaufhuser,
Privat- und Universittskliniken u.a.

Die Methode meiner Untersuchungen war folgende:

Ein Stckchen steriler Watte wurde in 5ccm steriler Bouillon gebracht.
Mit diesem mit Bouillon angefeuchteten Wattebuschchen wurden vermittels
steriler Pinzetten Schallbecher und Hrrohr grndlich abgerieben. Hatte
sich das Wattebuschchen reichlich mit Bouillon getrnkt, so kam es
zuweilen vor, da whrend des Abreibens Tropfen vom Schalltrichter
abfielen. Diese abfallenden Tropfen wurden in sterilem Reagenzglase mit
der sterilen Bouillon aufgefangen. Nach beendigter Abreibung wurde die
Watte in die Bouillon zurckgebracht, mit Hilfe steriler Glasstbe
zerzupft und grndlichst in derselben ausgewaschen.

Bei zehn Telephonen wurden anfnglich Hrer und Sprechtrichter gesondert
untersucht, da ja in erster Linie die Frage nach der Art der Keime
interessierte. Als sich herausstellte, da die Bakterienflora des Hrers
sich in keinem Punkte von der des Schallbechers unterschied, wurden bei
den nchsten 20 Telephonen Hrer und Sprechtrichter mit dem gleichen
Wattebuschchen abgerieben und dieses in dieselbe Bouillon gebracht,
deren Menge aber in diesen Fllen auf 10ccm bemessen wurde.

Als sich bei den ersten zehn Versuchen ein auffallender Unterschied in
der Zahl der Keime, je nachdem sie dem Hrer oder dem Schallbecher
entstammten, herausstellte, wurden nachtrglich weitere 10 Telephone
analog den ersten 10 untersucht.

Es ist kaum zu glauben, wieviel Schmutz den Telephonen im allgemeinen
anhaftet. Besonders trifft dies zu fr die in dunkelen, geschlossenen
Zellen untergebrachten Fernsprecher. Da vielfach nicht einmal fr
Beleuchtung in denselben gesorgt ist, so ist es begreiflich, da der
ungeheuere Schmutz von den Besitzern der Apparate garnicht gesehen und
demzufolge fr eine Entfernung garnicht Sorge getragen wird. So ist es
wohl denkbar, da in vielen derartigen Fllen der Schmutz sich ber
Jahre hin anhufen konnte.

Nach der Auswaschung nimmt die klare Bouillon eine schmutzig graue, oft
tief schwarze Verfrbung an und bleibt in den wenigsten Fllen
durchsichtig. Auch in den Fllen, wo eine tgliche Reinigung der
Telephone vorgenommen wird, wie an den Apparaten der Postanstalten und
vieler Kliniken, tritt, nachdem das Material in der Bouillon
ausgewaschen ist, stets eine, wenn auch geringe Trbung ein.

Zentrifugiert setzt sich ein mehr oder weniger reichlicher, grauer bis
schwarzer Bodensatz ab, dessen Formbestandteile nicht nher zu
differenzieren waren.

Bringt man einen Tropfen dieser Bouillon auf ein Deckglas und betrachtet
das ungefrbte, nicht lufttrocken gemachte Prparat unter dem Mikroskop
oder nimmt man die Untersuchung am hngenden Tropfen vor, so sieht man
eine unglaubliche Menge der verschiedensten Mikroorganismen, runde
Kokken, die vereinzelt oder zu langen Ketten aneinandergereiht liegen
und schon hier als Streptokokken zu diagnostizieren waren; kurze,
lngere, oft kolossal lange Stbchen mit und ohne lebhafte
Eigenbewegungen, mit und ohne stark glnzende Sporen. Die Bouillon
enthielt also eine Unzahl von Keimen. Fr die Aussaat auf Kulturplatten
entschied ich mich nach lngeren Probeversuchen fr die Menge von 2
Platinsen. Es wuchsen bei dieser Aussaatmenge im Mittel 27 Kolonieen auf
den Nhrbden, was einer Menge von 67500 in den 5ccm Waschflssigkeit
entsprechen wrde.

Mit dem gewonnenen Material wurden nun folgende Versuche angestellt:

Je zwei Platinsen wurden auf Agar-Agarplatten verimpft und von diesen
die eine bei Zimmertemperatur, die andere im Brutschrank bei 37
aufbewahrt und 14 Tage lang beobachtet.

2 Platinsen wurden in Gelatine verteilt und diese in Petrischalen
ausgegossen; mit dem Rest der Bouillon wurden Tierexperimente
angestellt. Zu den Versuchen wurden ausschlielich Meerschweinchen
verwandt. Diesen wurde der ganze Rest der bakterienhaltigen Bouillon
also ca. 5 oder 10ccm, subcutan oder intraperitoneal injiciert.

Von den auf den Platten gewachsenen Kolonieen wurden Reinkulturen
gewonnen und auch mit diesen Tierversuche angestellt: 2-4 Platinsen
dieser Reinkulturen wurden in 2ccm steriler Kochsalzlsung fein
verteilt und Meerschweinchen subcutan injiziert.

Wo ich a priori infektises Material erwarten konnte, wie bei den
Telephonen der Diphtherie- oder Typhusbaracke, wurden neben den
gewhnlichen Agarplatten auch andere Nhrbden zur Zchtung verwandt:
Material aus der Diphtheriebaracke wurde auf Hammelblutserumplatten
ausgest, und mit dem Material aus der Typhusbaracke das Verfahren der
Anreicherung in Ochsengalle angestellt. ber das Ergebnis wird weiter
unten berichtet werden.

Die Versuche ergaben folgendes Resultat:

Was zunchst die _Zahl_ der gewachsenen Kolonieen betrifft, so ist oben
bemerkt worden, da ein Unterschied zu konstatieren war, je nachdem die
Platten mit dem Material des Hrers oder des Sprechtrichters best
waren. Hrer und Schallbecher wurden getrennt untersucht bei 20
Telephonen. Der besseren bersicht diene folgende Zusammenstellung:
Siehe Tabelle S.18.

                  Tabelle von Seite 17.

  Anzahl der auf Agar-Agar Platten gewachsenen Kolonieen

    =========+=======================+===============
    Telephon |  Material des Hrers  |  Material des
      Nr.    |                       |  Schallbechers
    ---------+-----------------------+---------------
        1    |           30          |      16
        2    |           24          |      16
        3    |           20          |       5
        4    |            8          |       1
        5    |           39          |       7
        6    |            4          |       8!
        7    |           18          |       3
        8    |          245          |      18
        9    |           12          |      74!
       10    |            5          |       2
       31    |          348          |      18
       32    |           83          |       5
       33    |            7          |       7
       34    |            6          |      28!
       35    |           23          |      26!
       36    |          364          |      24
       37    |           70          |       8
       38    |           18          |       3
       39    |           63          |       5
       40    |           31          |      13
    ---------+-----------------------+---------------
       20              1418                287
    Telephone       Kolonieen           Kolonieen

Die Tabelle zeigt uns, da durchschnittlich die Kulturplatten, die mit
dem Material des Hrers best sind, rund 71 Kolonieen aufweisen, whrend
auf den Kulturplatten, die mit dem Material des Schallbechers best
sind, nur rund 14 Kolonieen gewachsen sind. Die Platten, die dem
Material des Hrers entstammen, enthielten demnach etwa 5mal so viel
Keime, als die des Schallbechers. Dieses Verhltnis 5:1 scheint mir
etwas zu hoch gegriffen und ist lediglich auf die auerordentlich
zahlreiche Bewachsung der Kulturplatten von den Telephonen Nr.8, 31, 36
zurckzufhren. Indessen ist als erwiesen anzusehen, da dem Hrer eine
weit grere Menge Mikroorganismen anhaften als dem Schallbecher. Den
Grund fr dieses zunchst nicht zu erwartende Resultat mchte ich
vornehmlich darin suchen, da durch den direkten Kontakt der ganz
ansehnlichen Flche, die der Hrer bildet, mit der Haut und besonders
auch den Haaren der das Telephon benutzenden Person das Haftenbleiben
von Keimen stark begnstigt wird. Ferner ist in Erwgung zu ziehen, da
der Hrer der Ansiedelung von Keimen, die mit dem Staube verschleppt
werden, eine grere Oberflche darbietet und auch weit mehr der
Staubablagerung exponiert ist als der trichterfrmig abgeschlossene
Schallbecher.

Abgesehen von der Zahl der Keime interessierte nun besonders lebhaft die
Frage nach der _Art_ derselben, unter besonderer Bercksichtigung des
Umstandes, ob unter den aufgefundenen Arten pathogene Keime vorhanden
seien.

Zur Identifizierung der einzelnen Arten verwandte ich Zchtung in
Bouillon, auf Agar-Agar-, Serum-, Gelatineplatten, ferner mikroskopische
Untersuchung aller gewachsenen Kolonieen sowohl im hngenden Tropfen wie
nach vorangegangener Frbung mit Methylenblau, Karbolfuchsin,
Malachitgrn, oder Gramfrbung und zur besseren Darstellung der Sporen
die Sporenfrbung nach _Mller_, bei Diphtherie hnlichen Keimen die von
_Loeffler_ modifizierte Neissersche Polkrnchenfrbung, an die sich
eventuell weiter notwendige Manahmen wie Verimpfung auf Trauben- und
Milchzuckerhaltige Nhrbden, spezifische Typhusnhrbden usw.
anschlossen. Zur Entscheidung ber die Pathogenitt diente in jedem
Falle der Tierversuch.

Hiernach kam ich zu folgendem Resultat:

Die Arten der durch die Plattenkulturen an den Fernsprechern
nachgewiesenen Mikroorganismen sind fast in jedem Falle die gleichen.
Die Bakterienflora des Hrers unterschied sich qualitativ in nichts von
der des Schallbechers, weshalb nach einer Reihe von Untersuchungen das
gesonderte Verfahren aufgegeben wurde.

Weitaus am hufigsten, auf jeder Platte mehrmals, anzutreffen sind
Kolonieen runder, Gram positiver Mikrokokken (Staphylokokken). Die
Kolonieen sind in den meisten Fllen schon makroskopisch als
Staphylokokkenkolonieen zu erkennen. Sie sind zumeist rund, glattrandig,
starkglnzend und bilden ziemlich dicke Auflagerungen. Hufig zu
beobachten ist nach lngerer Zeit die Bildung von concentrischen Ringen
und Dellen im Centrum der Kolonieen, soda die Randzone wallartig
aufgeworfen erscheint. In der Farbe geben sie alle Nancierungen wieder
von einem dunklen Orange zum hellen Citronengelb, von einem leuchtenden
Wei ber rosa Farbentne zum Rot. Auch Farbenwechsel nach lngerer Zeit
ist beobachtet: Kolonieen, die anfnglich als weie Auflagerungen
protokolliert sind, nehmen spter z.B. einen gelblichorangen Farbenton
an. Andrerseits findet sich bei ein und derselben Kolonie strker
ausgesprochene Frbung des Centrums oder entsprechend den concentrischen
Ringen, whrend hufig die Randzone blassere Farbentne aufweist. Nicht
immer ist der Grund darin zu suchen, da die Kolonie stumpf kegelfrmig
vom Rande her nach dem Centrum ansteigt, also an der Peripherie dnner
geschichtet ist.

Die Grenverhltnisse der Kolonieen sind auch bei gleichem Alter
verschieden: es finden sich Kolonieen im Durchmesser von 1-20mm.

Die Konsistenz der Kolonieen ist durchweg weich, das Material fr die
Untersuchungen ist mit der Platinse stets leicht zu entnehmen.

Die Form der Kokken ist in der Mehrzahl der Flle rund und im
allgemeinen treffen wir bei der gleichen Kolonie Kokken von gleicher
Gre. Sie liegen haufenweise zusammen, ausgesprochene Traubenform ist
nicht selten. Hufig liegen sie vereinzelt und imponieren dann oft als
Diplokokken. Was die Gre der einzelnen Kokkenarten anbelangt, so
finden wir alle bergnge von winzigen zu recht ansehnlichen Kokken.

Die Agarstrichkulturen zeigen die gleichen Eigenschaften bezglich der
Farbe und Beschaffenheit wie die Plattenkulturen. Sie bilden dicke,
saftig erscheinende Auflagerungen lngs des Striches, meist ber ihn
hinauswachsend. Das Kondenswasser ist diffus getrbt.

Die Gelatine wird von den einzelnen Arten verschieden spt verflssigt.
Einige Kokkenarten verflssigen rapide, bei anderen zeigt sich erst nach
Ablauf von einigen Tagen eine schwache Verflssigungszone um die
Kolonie, wieder andere verflssigen garnicht.

Nach ihren genannten Merkmalen trage ich keine Bedenken, die meisten der
gefundenen Arten je nach ihrer Farbstoffbildung als _Staphylococcus
albus_, _aureus_, _citreus_, _rosaceus etc._ zu identifizieren. Der
Staphylococcus albus, aureus, citreus wird ja vielfach als der
verbreiteteste Eitererreger angesehen, und es liegt der Gedanke nahe,
da wir es bei den aufgefundenen Arten mit Vertretern pathogener Keime
zu tun haben. Indessen kann man nicht lediglich aus der Form und der Art
des Wachstums der Mikroorganismen Rckschlsse auf deren Virulenz
machen. Ich habe daher in all diesen Fllen den Tierversuch entscheiden
lassen. Von Reinkulturen wurden 2 bis 4 Platinsen Meerschweinchen unter
die Haut appliziert: trotz der reichlichen Menge zeigten die Tiere
keinerlei Herd- oder Allgemeinerscheinungen, die auf krankhafte Prozesse
schlieen lieen.

Ziemlich selten wurden Gram negative Kokken gefunden.

Whrend von den Gram positiven Kokken jede einzelne Art hufiger
anzutreffen war, ist von den Gram negativen Kokkenkolonieen fast keine
der anderen gleich:

Sind sie auch uerlich nach Farbe und Beschaffenheit der Kolonieen
nicht zu unterscheiden so finden sich Abweichungen in der Gre der
einzelnen Kokken, der Fhigkeit, Gelatine zu verflssigen, oder der
Form, indem sie dann und wann als Diplokokken in Erscheinung treten.

Relativ oft sind es blagraue bis brunliche, stark saftig erscheinende
Kolonieen, deren mehr oder weniger breite Randzone einen gezackten Rand
aufweist und transparent ist. Ihre Oberflche ist glatt, oft mit
radirer Streifung versehen. Treten dazu concentrische Ringe, so
erhalten die Kolonieen, wie einige Mal beobachtet, ein kokardenhnliches
Aussehen.

Auch grnlichgelbe, citronen- bis schwefelgelbe Kolonieen kommen
hufiger vor; auch diese Kolonieen bilden nach einiger Zeit
concentrische Ringe, in noch lteren Stadien Schichtung im Centrum.
Diese gelben Kolonieen zeigen die Eigentmlichkeit, da die Gre der
Kokken aus der gleichen Kolonie ziemlich variiert.

Auch mit diesen Gram negativen Kokkenarten sind Tierexperimente
angestellt worden. Es zeigte sich, da auch sie nicht tierpathogen sind.

Sehr hufig sind Sarcine auf den Kulturplatten anzutreffen. Fast
ausschlielich sind es matt oder glnzend gelbe, glattrandige, die
Gelatine mehr oder weniger zeitig verflssigende Kolonieen. Auf
Gelatineplatten wachsen sie langsam, schneller auf Agarplatten, wo
Auflagerungen von 1cm Durchmesser beobachtet wurden. Mikroskopisch
finden wir neben ausgesprochener Warenballenform Anordnung der
Sarcinekokken in Tetraden.

Zweimal sind kleine, grauweie, runde, matte Sarcinekolonieen
angetroffen worden, die die Gelatine spt verflssigten. Mikroskopisch
erwiesen sie sich als kleine rundliche Kokken, die zu vieren
zusammenlagen.

Einige der oben angefhrten gelb wachsenden Arten halte ich fr
identisch mit der _Sarcina flava_ und _lutea_.

Auch mit den Sarcinearten sind Tierversuche angestellt worden.
Injektionen von Reinkulturen unter die Haut von Meerschweinchen riefen
keinerlei Vernderungen am Tierkrper hervor.

Zu den allergewhnlichsten Befunden auf den Kulturplatten gehren
Stbchen. Weitaus in der Mehrzahl sind es Vertreter aus der groen
Gruppe der Heubazillen. Ihre Kolonieen finden sich auf jeder Platte als
weilichgraue, glnzende, auf Agar-Agar hufiger matte, glattrandige
Auflagerungen. Ihre Oberflche ist oft radir oder concentrisch gefaltet
und einem Hutchen vergleichbar.

Mikroskopisch finden sich groe und mittelgroe, oft zu langen Fden
vereinigte sporentragende Stbchen, die sich nach Gram frben. Im
hngenden Tropfen zeigen die Bazillen lebhafte Eigenbewegung. Die
Gelatine wird schnell unter Bildung eines zarten Hutchens verflssigt.

Als sicher konnten diagnostiziert werden der _Bazillus subtilis_, der
_Bazillus mesentericus vulgatus_, charakterisiert durch das typische
Wachstum auf Kartoffeln, ferner der _Bazillus mycoides_, dessen
Kolonieen wie die Auslufer von Wurzeln sich verzweigen und schon
makroskopisch nicht zu verkennen sind. Alle diese Mikroorganismen sind
in Luft und Staub weit verbreitet und absolut unschdlich. Die
pathogenen Arten der sporenbildenden Stbchen, die Erreger des
Milzbrandes, Rauschbrandes, des malignen Oedems sind nicht gefunden
worden.

Nicht sporentragende Stbchen gehren ebenfalls zu den
allergewhnlichsten Befunden.

Kurze, plumpe Gram positive Stbchen sind von den verschiedensten
Kolonieen zu gewinnen. Beobachtet wurden auf Agarplatten orangegelbe
Kolonieen, die eine stark glnzende Oberflche haben und nach dem Rande
hin sich aufhellen. Die Kolonie ist stark prominent, ihr Rand glatt, bei
lteren Kolonieen treffen wir im Centrum dellenfrmige Einsenkungen an.

Ein andermal entstammen nach ihrer Form mikroskopisch von den eben
genannten nicht zu unterscheidende plumpe Kurzstbchen weilich runden,
weniger intensiv glnzenden, durch concentrische Ringe und gezackten
Rand sich auszeichnenden Auflagerungen.

Mit einiger Regelmigkeit treffen wir ferner plumpe Kurzstbchen an in
Kolonieen, die blagraugelblich glnzend, transparent sind und eine
unregelmige Form haben. Die Randzone ist strker prominent, wallartig
und intensiver gelblich gefrbt.

Weiterhin sind plumpe Gram positive Kurzstbchen nachzuweisen in groen,
gelblichgrauen, glnzenden, glattrandigen, runden Kolonieen mit
concentrischen Ringen. Die Stbchen aus diesen Kolonieen liegen meist
paarweise aneinander.

Auch auf blarosa, runden, im Centrum intensiver rosa gefrbten
Kolonieen wuchsen plumpe Gram positive Kurzstbchen.

Winzige, zarte, schlanke Gram positive Stbchen bildeten oft Kolonieen,
die eine saftig glnzende Oberflche aufweisen, gelb bis gelblichbraun
gefrbt sind und nach dem Rand hin durchsichtig werden. Die
Auflagerungen sind zart und erreichen selten eine auffallende Gre.

Lngere, zarte, sich nach Gram entfrbende Stbchen begegnen uns
hufiger aus blagrau glnzenden, wie ein zarter Schleier auf
Agarplatten wachsenden, durchsichtigen Kolonieen mit gezacktem Rand. In
lteren Kolonieen nimmt das Centrum weiliche Verfrbung an und ist oft
durch einen concentrischen transparenten Ring von der ebenfalls sich
weilich verfrbenden und dadurch undurchsichtig gewordenen Randzone
getrennt.

Auch zarte, kleine, Influenzabazillen hnliche Mikroorganismen sind
gefunden worden. Sie teilen mit dem Erreger der Influenza die Form und
die Eigenschaft, nach Gram sich zu entfrben. Ihre Kolonieen bilden
kleine, runde, saftig gelbe Auflagerungen bis zu einem Durchmesser von
1mm, deren Rand glatt und gezackt ist. Die Tatsache, da diese Bazillen
sich auf Agarnhrbden ohne Blutzusatz schon in erster Generation
gewinnen und ohne Schwierigkeit fortzchten lieen, spricht allein schon
gegen die Vermutung, da wir es mit Influenzabazillen zu tun haben
knnten. Influenzabazillen sind auch dem Eintrocknen gegenber wenig
resistent. Rasches Eintrocknen soll sie nach _Lehmann-Neumann_ schon
nach 2 Stunden zum Absterben bringen. Das Telephon wre also an sich
schon ein wenig geeigneter Fundort fr diese Bazillen. Wahrscheinlich
haben wir einen aus der Luft hufiger gewonnenen Bazillus vor uns,
hnlich dem _Bazillus aris minutissimus_.

Gram negative, bewegliche Bakterien, deren Kolonieen denen der
Kolibakterien glichen und auch im mikroskopischen Bilde von ihnen nicht
zu unterscheiden waren, konnten nicht als Kolibakterien angesprochen
werden, da in den _Loeffler_'schen Grnlsungen Milch- und Traubenzucker
von ihnen nicht vergrt wurden.

Die Untersuchung typhushnlicher Mikroorganismen auf spezifischen
Nhrbden blieb gleichfalls resultatlos.

Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Telephon der Typhusbaracke gewidmet.
Typhusbazillen sind im Staub und auf den Fubden von Wohnungen, in
denen Typhuskranke gelegen haben, oftmals gefunden worden und wie
_Rullmann_ nachgewiesen hat, bleiben diese Keime in sterilisierten
Fubden ber ein Jahr am Leben. Mit dem aus dem Telephon der
Typhusbaracke gewonnenen Material wurden abgesehen von den blichen
Verfahren Versuche angestellt, die besonders dem Nachweis von
Typhusbazillen dienen sollten. Es wurde Material in Rhrchen mit
Ochsengalle gebracht, um eine Anreicherung etwa vorhandener
Typhusbazillen zu erzielen, und nun weiter auf Lakmusnutroseagar und
Safranin-Reinblau-Malachitgrn-Nhrbden nach _Loeffler_ verimpft. Die
Versuche blieben negativ.

Ebenfalls genaueren Untersuchungen wurde das Telephon der
Diphtheriebaracke unterzogen. Nach den von _Weichardt_, _Kolle_,
_Tjaden_, _Park_, _Wright_, _Emerson_, _Jger_ und _Forbes_ angestellten
Untersuchungen sind Diphtheriebazillen an den verschiedensten
Gegenstnden aus der Umgebung des Kranken, an Betteppichen, Halstchern,
Mbeln, Trklinken, den Kleidern und Schuhen des Pflegepersonals und,
was fr die vorliegenden Untersuchungen von besonderer Wichtigkeit sein
drfte, an den Haaren der Wrterinnen nachgewiesen worden. Der Gedanke,
am Telephon der Diphtheriebaracke die _Loeffler_'schen Bazillen zu
finden, hat jedenfalls viel Wahrscheinlichkeit fr sich. Von vornherein
wurde also Material auf _Loeffler_'sches Hammelblutserum ausgest. Unter
den gewachsenen Kolonieen war keine typisch fr Diphtherie und auch
mikroskopisch sind auf den der Diphtheriebaracke entstammenden Kulturen
weder Diphtherie- noch Pseudodiphtheriebazillen aufgefunden worden.

Dagegen fanden sich ein einziges Mal -- dem Telephon einer Privatklinik
entstammend -- Bazillen, die Gram positiv waren und in ihrer Form und
Struktur, auch in der Art, wie die einzelnen Bazillen zu einander lagen,
echten Diphtheriebazillen glichen. Die Bazillen waren an den Enden
hantelfrmig verdickt. Auf den Originalagarplatten wuchsen sie in
kleinen runden grauen Kolonieen mit matter Oberflche. Die Fortzchtung
auf Agarschrgrhrchen gelang mhelos: es bildete sich ein grauer, matt
glnzender, wie granuliert erscheinender berzug.

Die _Neisser_'sche Polkrnchenfrbung nach dem von _Loeffler_
angegebenen Verfahren lie an der Vermutung, es knne sich um
Diphtheriebazillen handeln, groe Zweifel aufkommen. Die Frbung fiel
wenig charakteristisch aus. Um eine sichere Unterscheidung zwischen
diesen Bazillen und den echten Diphtheriebazillen durchzufhren, wurden
frische Reinkulturen auf Hammelblutserum angelegt -- sie wuchsen dort
wie Diphtheriekulturen --, und von diesen 24 Stunden alten Kolonieen
zwei Platinsen subkutan auf Meerschweinchen verimpft. Die Tiere blieben
am Leben, von einem Infiltrat an der Impfstelle war nichts zu sehen. Es
handelt sich also um irgend eine Art Pseudodiphtheriebazillen.

So zahlreich die gefundenen Arten sein mgen, und so schwer es ist, jede
von ihnen zu diagnostizieren, die Frage nach der Pathogenitt der
aufgefundenen Keime, worauf es bei den vorliegenden Untersuchungen in
erster Linie ankam, ist jedenfalls zu verneinen. Der Tierversuch ergab,
da kein Tier irgendwelche Krankheitserscheinungen aufwies, wobei zu
bedenken ist, da von allen genannten Keimen reichliches Material zur
Verimpfung in Anwendung kam.

Wiederholt sind derbe, graue bis weiliche, trockene gerunzelte
Kolonieen auf den Kulturplatten angetroffen worden, die einem
pergamentartigen berzug gleichen, auf dem Agarnhrboden fest haften und
nach lngerer Zeit wie mit einem weien Flaum besetzt sind. Die
Kulturplatten, auf denen sie zu finden sind, lassen beim ffnen einen
stark schimmelartigen Geruch entstrmen. Im mikroskopischen Bilde sind
dichotomisch verzweigte Fden zu sehen. Wir haben hier _Streptothrixarten_
vor uns, die hufig als Luftverunreinigungen angetroffen werden und als
Krankheitserreger nicht in Betracht kommen.

Auf einigen Platten treffen wir kleine, rosafarbene Kolonieen mit
granulierter Oberflche an, deren Randzone kugelige Gebilde aufweist.
Unter dem Mikroskop sehen wir groe, eifrmige Gebilde mit
ausgesprochener Sprossung. Zweifellos handelt es sich um die in der Luft
hufig nachzuweisende, _nicht pathogene rosa Hefe_.

Auf jeder Platte wachsen ferner im Durchschnitt 2 bis 3 Kolonieen von
Schimmelpilzen. Sie waren leicht mit schwacher Vergrerung an ihren
Hyphen als _Mukor, Aspergillus, Penizillium und Oidiumarten zu
differenzieren_.

_Das Ergebnis der Untersuchungen, die angestellt wurden mit den auf den
Kulturplatten aufgefundenen Mikroorganismen, ist also in dem Sinne zu
bewerten, da es nicht gelungen ist, krankheitserregende Keime unter
ihnen nachzuweisen._

Bei der geringen Menge des zur Aussaat auf Kulturplatten gelangten
Materials ist die Mglichkeit nicht von der Hand zu weisen, da Keime,
die am Telephon vorkommen, garnicht auf die Kulturplatten gelangt sind,
andrerseits Keime fr ihre Weiterentwickelung ungnstige Bedingungen
angetroffen haben knnten, wie dies z.B. fr ausschlielich anaerob
wachsende Arten und auch fr Tuberkelbazillen zutreffen wrde, die an
sich schon ein sehr langsames Wachstum selbst auf den ihnen zusagenden
Nhrbden haben und auf den zur Verwendung gelangten Nhrbden so gut
wie garnicht wachsen. Um deren Vorkommen festzustellen, dienten in
erster Linie die oben angefhrten Tierversuche, die darin bestanden, da
Meerschweinchen die ganze Bouillon, mit der die Telephone abgerieben
waren, subkutan respektive intraperitoneal injiziert wurde.

Diese Versuche reihen sich zwanglos an die oben erwhnten Untersuchungen
von Dr. _Spitta_-London bezglich des Vorkommens von Tuberkelbazillen an
den Fernsprechern an.

Wegen der ungeheueren Menge von Keimen, die diese Bouillon enthielt,
habe ich irgend eine strkere Reaktion des Tierkrpers erwartet. Es
berraschte mich also, da bei smtlichen Impfungen die Tiere am Leben
blieben und abgesehen von einem Falle, keinerlei Krankheitserscheinungen
zeigten. Die Injektionsflssigkeit wurde alsbald resorbiert, von irgend
welchen Symptomen einer Entzndung an der Injektionsstelle war nichts zu
konstatieren. Bei den meisten Tieren zeigte sich jedoch nach 5 bis 7
Tagen eine Schwellung der der Injektionsstelle entsprechenden Achsel-
und Leistendrsen. Zu einer ausgesprochenen Verhrtung der Drsen, die
den Verdacht auf tuberkulse Prozesse htte wachrufen knnen, kam es
jedoch nicht. Durchschnittlich nach weiteren 6 bis 8 Tagen ging die
Anschwellung zurck; 14 Tage nach der Injektion, bei einzelnen Tieren
erst nach 4 Wochen, war eine Vergrerung oder Schwellung der Drsen
nicht mehr wahrzunehmen. Smtliche Tiere wurden 8 Wochen lang
beobachtet, sie blieben vollkommen gesund. Diese vorbergehenden
Drsenanschwellungen sind m.E. aufzufassen als die Antwort auf den
durch die zugefhrten Bakterien, den Staub und Schmutz ausgelsten Reiz.

Nur bei einem Tiere kam es lokal zu einer Abscebildung. Nach 3 Tagen
bestand hochgradige Schwellung an der Injektionsstelle, das Tier machte
uerlich einen schwerkranken Eindruck. Am 5. Tage nach der Injektion
erfolgte spontan der Aufbruch des Abscesses. Nach 10 Tagen vollkommene
Ausheilung mit Hinterlassung einer 1cm langen Narbe. Als Ursache der
Abscebildung konstatierte ich unter dem Mikroskop runde Kokken.

Das Material entstammte einem Telephon, das in dunkler, nicht
ventilierbarer Zelle untergebracht war. Die Bouillon verfrbte sich nach
der Auswaschung des Wattebausches tiefschwarz.

Eine Bedeutung fr die Frage, ob das Telephon eine Gefahr in
gesundheitlicher Beziehung fr die es benutzenden Personen darstellt,
kommt indessen diesem Ausnahmefall nicht zu. Es ist doch ein gewaltiger
Unterschied, ob, wie in diesem Falle, Millionen von Mikroorganismen
einem Meerschweinchen unter die Haut geimpft werden oder zufllig Keime
in die Mundhhle und den Rachen eines Menschen gelangen. Sollte dieser
Fall wirklich einmal eintreten, so ist selbst dann noch nicht eine
Gefahr darin zu erblicken: einmal kann es sich nur um eine verschwindend
geringe Anzahl von Keimen handeln, die whrend der Benutzung des
Fernsprechers auf den Menschen bertragen werden knnen; dann sind die
am Hrer und Schalltrichter nachgewiesenen Mikroorganismen durch das
Ergebnis der Tierversuche als harmlose Saprophyten zu betrachten, denen
krankheitserregende Eigenschaften nicht anhaften. Speziell ist zusammen
mit den Untersuchungen von _Spitta_-London hinsichtlich der
Tuberkulosebertragung auf Grund der zahlreich unternommenen
Tierversuche ausdrcklich zu konstatieren, da Tuberkelbazillen nicht
nachgewiesen werden konnten. Endlich stehen fr den Fall, da
Mikroorganismen tatschlich in die Mund-, Nasen- und Rachenhhle
gelangen sollten, dem Organismus eine Reihe von Schutzmaregeln zur
Verfgung, die zum mindesten eine Abschwchung der ohnehin schon recht
minimalen Virulenz der Keime, wenn nicht gar deren vollstndige
Vernichtung bewirken. Die Sekrete der Schleim- und Speicheldrsen in der
Mundhhle, dem Nasen- und Rachenraum und der tieferen Luftwege haben
antibakterielle Eigenschaften und es ist somit in der normalen Schleim-
und Speichelproduktion ein natrlicher Schutz des Organismus gegen
schdliche Keime zu sehen. Weiterhin sucht sich der Krper rein
mechanisch durch die Flimmerbewegungen der Epithelien der in die
Luftrhre eingedrungenen Keime zu entledigen.

Die Ergebnisse der bevorstehenden Arbeit geben in vollkommen objektiver
Weise die Verhltnisse an zahlreichen im alltglichen Gebrauch
befindlichen Telephonen wieder. Pathogene Keime sind nicht gefunden
worden. Die Befrchtungen, die im Publikum wiederholt betreffs der
Tuberkulosebertragung durch das Telephon laut geworden sind, entbehren
jeder Begrndung. _Allan_s Publikationen sind lediglich als
Zufallsbeobachtungen zu bewerten. Die im Publikum weitverbreitete Angst
vor einer Ansteckungsmglichkeit durch die Benutzung des Fernsprechers
ist demnach als vollkommen unbegrndet zurckzuweisen. Die Frage nach
einem Bedrfnis, das Telephon zu desinfizieren, mchte ich mit Dr.
_Mller_-Mnchen verneinen. Den Geboten der Hygiene und der sthetik
folgend soll indessen ausdrcklich an einer weitgehenden Sauberhaltung
des Telephons festgehalten werden. In dem Bestreben, diesen hygienischen
und sthetischen Forderungen in weitgehendster Weise zu entsprechen,
ist von jeher nichts unversucht gelassen worden. Das beweist die Unmenge
von Apparaten, die mehr oder weniger kompliziert, alle das Ziel
verfolgen, der bertragung ansteckender Krankheiten durch den Gebrauch
des Fernsprechers vorzubeugen; das beweisen ferner die zahlreichen
Anpreisungen desinfizierender Stoffe, die eigens fr das Telephon
erdacht sind. Wo indessen Untersuchungen vorgenommen sind, um die
desinfizierende Wirkung dieser Stoffe zu erproben, da ist man bald von
der Wertlosigkeit dieser Mittel als Desinfizientien berzeugt worden.

Von der Unmenge der Apparate, die _Kausch_ in der zusammenfassenden
bersicht ber Verfahren und Apparate zur Desinfektion der Telephone
beschreibt, ist auch keiner zur allgemeinen oder doch nur weiteren
Verwendung gelangt, ein Umstand, der ihre praktische Unbrauchbarkeit zur
Genge beweist. Apparate, die selbstttig beim Abnehmen und Anhngen des
Fernhrers funktionieren, die in Verbindung mit dem Mechanismus des
Fernsprechers Ozon oder heie Luft erzeugen, sind in ihrer Konstruktion
zu kompliziert und infolgedessen auch zu kostspielig, um weitere
Verbreitung zu finden.

Es gengt wohl in jedem Falle die Sauberhaltung der Fernsprecher durch
einfaches tgliches Abreiben mit oder ohne desinfizierende Lsungen. Aus
rein sthetischen Grnden empfiehlt es sich, mit der Desinfektion eine
Desodorierung der Schallbecher zu erzielen -- soll es doch vorkommen,
da die Schallbecher nach Benutzung durch Personen, die mit blem
Mundgeruch behaftet sind, noch lange Zeit einen widerlichen Geruch
ausstrmen lassen.

Grbliche Unsauberkeiten, wie sie oft von mir beobachtet werden konnten,
lieen sich eher vermeiden, wenn man dem Schallbecher einen hellen
Anstrich gbe. Schmutzablagerungen wrden eher wahrgenommen, das
Publikum selbst wrde auf eine Reinhaltung der Fernsprecher dringen und
von der erfolgten Sauberhaltung sich leicht berzeugen knnen.

                   *       *       *       *       *

Zum Schlusse ist es mir eine angenehme Pflicht, Herrn Geheimen
Medizinalrat Professor Dr. _Loeffler_ fr die berweisung der Arbeit und
die vielen Anregungen whrend ihrer Ausfhrung meinen herzlichsten Dank
auszusprechen. Ebenfalls mchte ich nicht verfehlen, Herrn Dr. _Walter_
fr seine stets bereitwillige Hilfeleistung bei den bakteriologischen
Untersuchungen zu danken.




Literaturverzeichnis.


_Allan_: Krankheitsbertragung durch das Telephon. Lancet 1908, No.4426.

_Spitta_: Medizinische Klinik 1912, No.29, S.1220 (Kleine
Mitteilungen).

_Tomarkin_: ber die Gefahren der bertragung von Infektionsstoffen
durch das Telephon und ihre Verhtung. Mnchener Medizinische
Wochenschrift 1906, S.2435.

_Cornet_: Die Tuberkulose.

_Mller_: Der Percy-Simundt'sche Telephondesinfektor. Mnchener
Medizinische Wochenschrift 1905, No.51, S.2495.

_Rullmann_: Zentralblatt fr Bakteriologie Bd.30, S.321.

_Weichardt_: Inaug.-Dissertation Breslau 1900.

_Kolle_: Zeitschrift fr Hygiene 1895, Bd.19, S.147.

_Tjaden_: Archiv fr klinische Medizin 1907, Bd.89, S.309.

_Park_: Baumgartens Jahresbericht 1892, S.194.

_Wright_ und _Emerson_: Zentralblatt fr Bakteriologie, Bd.16, S.412.

_Jger_: Deutsche Medizinische Wochenschrift 1899, S.472.

_Forbes_: Wiener medizinische Presse 1895, S.192.

_Kausch_: Zentralblatt fr Bakteriologie, Bd.33, S.585.

Ebenda Bd.23, S.289.

Ebenda Bd.35, S.220.

Ebenda Bd.32, Verfahren und Apparate zur Desinfektion der Telephone.




Lebenslauf.


Ich, _Johannes Carl Hermann Wei_, bin geboren am 5. Januar 1887 zu
Alt-Anhalt im Kreise Ple, Ober-Schlesien als Sohn des evangelischen
Pastors _Carl Wei_ und seiner Frau _Elisabeth_, geb. _Natorp_. In
meinem 12. Lebensjahr, 1898 kam ich auf das Knigliche humanistische
Gymnasium in Marburg a.Lahn, 1899 auf das Knigliche Gymnasium in
Bunzlau in Schlesien, 1904 auf das Knigliche Gymnasium in Essen
a.d.Ruhr, wo ich Ostern 1907 das Reifezeugnis erhielt. Ich whlte das
Studium der Medizin und studierte abwechselnd auf den Universitten Jena
und Greifswald. Nach fnf Semestern bestand ich im Jahre 1909 die
rztliche Vorprfung in Jena, nach weiteren fnf Semestern im Juni 1912
das medizinische Staatsexamen vor der rztlichen Prfungskommission in
Greifswald. Das praktische Jahr absolvierte ich am Hygienischen Institut
in Greifswald, an der Provinzial-Hebammenlehranstalt in Paderborn, dem
Stdtischen Krankenhaus in Hamm i.Westf. und dem Friedrich Krupp'schen
Krankenhaus in Essen-Ruhr.

Meine Lehrer, denen ich an dieser Stelle meinen Dank ausspreche, waren

_in Jena_: Bennecke, Biedermann, Busse, Drck, v.Eggeling, Grtner,
    Haeckel, Henkel, Kionka, Knorr, Lubosch, Maurer, Riedel, Schultze,
    Stahl, Stintzing, Winkelmann;

_in Greifswald_: Beumer, Bleibtreu, Cohn, Grawitz, Gro, A.Hoffmann,
    E.Hoffmann, Kallius, Kochmann, Knig, Kroemer, Lange, Loeffler,
    Loehlein, Mangold, Peiper, Peter, Rmer, Schultze, Schulz, Steyrer,
    Vorkastner.

[ Im folgenden werden alle genderten Textzeilen angefhrt, wobei
jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die genderte Zeile
steht.

die ganze Vorrichtung durch 1 bis 24 Stunden sich selbst berlaen, um
die ganze Vorrichtung durch 1 bis 24 Stunden sich selbst berlassen, um

lngere, oft kollossal lange Stbchen mit und ohne lebhafte
lngere, oft kolossal lange Stbchen mit und ohne lebhafte

protokolliert sind, nehmen spter z.B. einen gelblichorange Farbenton
protokolliert sind, nehmen spter z.B. einen gelblichorangen Farbenton

Diphteriebaracke unterzogen. Nach den von _Weichardt_, _Kolle_,
Diphtheriebaracke unterzogen. Nach den von _Weichardt_, _Kolle_,

_Allan_: Krankheitsbertragung durch das Telephon Lancet 1908, No.4426.
_Allan_: Krankheitsbertragung durch das Telephon. Lancet 1908, No.4426.

_Wright_ und _Emerson_: Zentralblatt fr Bakteriologie, Bd.16 S.412.
_Wright_ und _Emerson_: Zentralblatt fr Bakteriologie, Bd.16, S.412.
]





End of the Project Gutenberg EBook of Experimentelle Untersuchungen ber die
Frage Ist die Furcht vor Krankheitsbertragung durch das Telephon berechtigt?, by Carl Weiss

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things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement.  See
paragraph 1.C below.  There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
works.  See paragraph 1.E below.

1.C.  The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
Gutenberg-tm electronic works.  Nearly all the individual works in the
collection are in the public domain in the United States.  If an
individual work is in the public domain in the United States and you are
located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
are removed.  Of course, we hope that you will support the Project
Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
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the work.  You can easily comply with the terms of this agreement by
keeping this work in the same format with its attached full Project
Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D.  The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work.  Copyright laws in most countries are in
a constant state of change.  If you are outside the United States, check
the laws of your country in addition to the terms of this agreement
before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
creating derivative works based on this work or any other Project
Gutenberg-tm work.  The Foundation makes no representations concerning
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States.

1.E.  Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1.  The following sentence, with active links to, or other immediate
access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
almost no restrictions whatsoever.  You may copy it, give it away or
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with this eBook or online at www.gutenberg.org

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from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
and distributed to anyone in the United States without paying any fees
or charges.  If you are redistributing or providing access to a work
with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
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with the permission of the copyright holder, your use and distribution
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License terms from this work, or any files containing a part of this
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1.E.7.  Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
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1.E.8.  You may charge a reasonable fee for copies of or providing
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that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
     the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
     you already use to calculate your applicable taxes.  The fee is
     owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
     has agreed to donate royalties under this paragraph to the
     Project Gutenberg Literary Archive Foundation.  Royalty payments
     must be paid within 60 days following each date on which you
     prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
     returns.  Royalty payments should be clearly marked as such and
     sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
     address specified in Section 4, "Information about donations to
     the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
     you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
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     License.  You must require such a user to return or
     destroy all copies of the works possessed in a physical medium
     and discontinue all use of and all access to other copies of
     Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
     money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
     electronic work is discovered and reported to you within 90 days
     of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free
     distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9.  If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
electronic work or group of works on different terms than are set
forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark.  Contact the
Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1.  Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
collection.  Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
works, and the medium on which they may be stored, may contain
"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
your equipment.

1.F.2.  LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees.  YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH F3.  YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3.  LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from.  If you
received the work on a physical medium, you must return the medium with
your written explanation.  The person or entity that provided you with
the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
refund.  If you received the work electronically, the person or entity
providing it to you may choose to give you a second opportunity to
receive the work electronically in lieu of a refund.  If the second copy
is also defective, you may demand a refund in writing without further
opportunities to fix the problem.

1.F.4.  Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5.  Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
the applicable state law.  The invalidity or unenforceability of any
provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6.  INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
with this agreement, and any volunteers associated with the production,
promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
that arise directly or indirectly from any of the following which you do
or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
https://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at
809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at https://pglaf.org

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit https://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including including checks, online payments and credit card
donations.  To donate, please visit: https://pglaf.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For thirty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.


Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.


Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     https://www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
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