Project Gutenberg's Was heit: sich im Denken orientieren?, by Immanuel Kant

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
almost no restrictions whatsoever.  You may copy it, give it away or
re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
with this eBook or online at www.gutenberg.org


Title: Was heit: sich im Denken orientieren?

Author: Immanuel Kant

Release Date: February 3, 2012 [EBook #38754]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK WAS HEIT: SICH IM DENKEN ***




Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger





  [ Anmerkungen zur Transkription:

    Der Text stammt aus: Immanuel Kants Werke. Band IV. Schriften von
    1783-1788. Herausgegeben von Dr. Artur Buchenau und Dr. Ernst Cassirer.
    Berlin: Bruno Cassirer 1913. S. 349-366 und 547-548 (Lesarten).

    Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden bernommen;
    lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste
    der vorgenommenen nderungen findet sich am Ende des Textes.

    Im Original gesperrt gedruckter Text wurde mit = markiert.
    Im Original kursiv gedruckter Text wurde mit _ markiert.
  ]




Was heit: sich im Denken orientieren?


Wir mgen unsere Begriffe noch so hoch anlegen und dabei noch so
sehr von der Sinnlichkeit abstrahieren, so hngen ihnen doch noch
immer =bildliche= Vorstellungen an, deren eigentliche Bestimmung es
ist, sie, die sonst nicht von der Erfahrung abgeleitet sind, zum
=Erfahrungsgebrauche= tauglich zu machen. Denn wie wollten wir auch
unseren Begriffen Sinn und Bedeutung verschaffen, wenn ihnen nicht
irgendeine Anschauung, (welche zuletzt immer ein Beispiel aus
irgendeiner mglichen Erfahrung sein mu), untergelegt wrde? Wenn wir
hernach von dieser konkreten Verstandeshandlung die Beimischung des
Bildes, zuerst der zuflligen Wahrnehmung durch Sinne, dann sogar die
reine sinnliche Anschauung berhaupt weglassen: so bleibt jener reine
Verstandesbegriff brig, dessen Umfang nun erweitert ist und eine Regel
des Denkens berhaupt enthlt. Auf solche Weise ist selbst die
allgemeine Logik zustande gekommen; und manche =heuristische= Methode zu
denken liegt in dem Erfahrungsgebrauche unseres Verstandes und der
Vernunft vielleicht noch verborgen, welche, wenn wir sie behutsam aus
jener Erfahrung herauszuziehen verstnden, die Philosophie wohl mit
mancher ntzlichen Maxime, selbst im abstrakten Denken, bereichern
knnte.

Von dieser Art ist der Grundsatz, zu dem der sel. MENDELSSOHN, soviel
ich wei, nur in seinen letzten Schriften (den _Morgenstunden_ S.165-66
und dem _Briefe an Lessings Freunde_ S.33 und 67) sich ausdrcklich
bekannte: nmlich die Maxime der Notwendigkeit, im spekulativen
Gebrauche der Vernunft, (welchem er sonst in Ansehung der Erkenntnis
bersinnlicher Gegenstnde sehr viel, sogar bis zur Evidenz der
Demonstration zutraute), durch ein gewisses Leitungsmittel, welches er
bald den =Gemeinsinn= (Morgenstunden), bald die =gesunde Vernunft=, bald
den =schlichten Menschenverstand= (an Lessings Freunde) nannte, sich zu
=orientieren=. Wer htte denken sollen, da dieses Gestndnis nicht
allein seiner vorteilhaften Meinung von der Macht des =spekulativen=
Vernunftgebrauchs in Sachen der Theologie so verderblich werden sollte,
(welches in der Tat unvermeidlich war); sondern da selbst die gemeine
gesunde Vernunft bei der Zweideutigkeit, worin er die Ausbung dieses
Vermgens im Gegensatze mit der Spekulation lie, in Gefahr geraten
wrde, zum Grundsatze der Schwrmerei und der gnzlichen Entthronung der
Vernunft zu dienen? Und doch geschah dieses in der =Mendelssohn=- und
=Jacobi=schen Streitigkeit, vornehmlich durch die nicht unbedeutenden
Schlsse des scharfsinnigen Verfassers der =Resultate=;(1) wiewohl ich
keinem von beiden die Absicht, eine so verderbliche Denkungsart in Gang
zu bringen, beilegen will, sondern des letzteren Unternehmung lieber als
_argumentum ad hominem_ ansehe, dessen man sich zur bloen Gegenwehr zu
bedienen wohl berechtigt ist, um die Ble, die der Gegner gibt, zu
dessen Nachteil zu benutzen. Andererseits werde ich zeigen, da es in
der Tat =blo= die Vernunft, nicht ein vorgeblicher geheimer
Wahrheitssinn, keine berschwengliche Anschauung unter dem Namen des
Glaubens, worauf Tradition oder Offenbarung ohne Einstimmung der
Vernunft gepfropft werden kann, sondern, wie MENDELSSOHN standhaft und
mit gerechtem Eifer behauptete, blo die eigentliche reine
Menschenvernunft sei, wodurch er es ntig fand und anpries, sich zu
orientieren; ob zwar freilich hiebei der hohe Anspruch des spekulativen
Vermgens derselben, vornehmlich ihr allein gebietendes Ansehen (durch
Demonstration) wegfallen und ihr, sofern sie spekulativ ist, nichts
weiter als das Geschft der Reinigung des gemeinen Vernunftbegriffs von
Widersprchen und die Verteidigung gegen =ihre eigenen= sophistischen
Angriffe auf die Maximen einer gesunden Vernunft brig gelassen werden
mu. -- Der erweiterte und genauer bestimmte Begriff des
=Sich-Orientierens= kann uns behlflich sein, die Maxime der gesunden
Vernunft in ihren Bearbeitungen zur Erkenntnis bersinnlicher
Gegenstnde deutlich darzustellen.

  (1) =Jacobi=, Briefe ber die Lehre des =Spinoza=. Breslau 1785. --
  =Jacobi=, Wider =Mendelssohns= Beschuldigung betreffend die Briefe
  ber die Lehre des =Spinoza=. Leipzig 1786. -- Die =Resultate= der
  Jacobischen und Mendelssohnschen Philosophie, kritisch untersucht von
  einem Freiwilligen. Ebendas.

Sich =orientieren= heit in der eigentlichen Bedeutung des Worts: aus
einer gegebenen Weltgegend, (in deren vier wir den Horizont einteilen),
die brigen, namentlich den =Aufgang= zu finden. Sehe ich nun die Sonne
am Himmel und wei, da es nun die Mittagszeit ist, so wei ich Sden,
Westen, Norden und Osten zu finden. Zu diesem Behuf bedarf ich aber
durchaus das Gefhl eines Unterschiedes an meinem eigenen =Subjekt=,
nmlich der rechten und linken Hand. Ich nenne es ein =Gefhl=, weil
diese zwei Seiten uerlich in der Anschauung keinen merklichen
Unterschied zeigen. Ohne dieses Vermgen, in der Beschreibung eines
Zirkels, ohne an ihm irgendeine Verschiedenheit der Gegenstnde zu
bedrfen, doch die Bewegung von der Linken zur Rechten von der in
entgegengesetzter Richtung zu unterscheiden und dadurch eine
Verschiedenheit in der Lage der Gegenstnde a priori zu bestimmen, wrde
ich nicht wissen, ob ich Westen dem Sdpunkte des Horizonts zur Rechten
oder zur Linken setzen und so den Kreis durch Norden und Osten bis
wieder zu Sden vollenden sollte. Also orientiere ich mich
=geographisch= bei allen objektiven Datis am Himmel doch nur durch einen
=subjektiven= Unterscheidungsgrund; und wenn in einem Tage durch ein
Wunder alle Sternbilder zwar brigens dieselbe Gestalt und ebendieselbe
Stellung gegeneinander behielten, nur da die Richtung derselben, die
sonst stlich war, jetzt westlich geworden wre, so wrde in der
nchsten sternhellen Nacht zwar kein menschliches Auge die geringste
Vernderung bemerken und selbst der Astronom, wenn er blo auf das, was
er sieht und nicht zugleich, was er fhlt, achtgbe, wrde sich
unvermeidlich =desorientieren=. So aber kmmt ihm ganz natrlich das
zwar durch die Natur angelegte, aber durch ftere Ausbung gewohnte
Unterscheidungsvermgen durchs Gefhl der rechten und linken Hand zu
Hlfe, und er wird, wenn er nur den Polarstern ins Auge nimmt, nicht
allein die vorgegangene Vernderung bemerken, sondern sich auch
ungeachtet derselben =orientieren= knnen.

Diesen geographischen Begriff des Verfahrens sich zu orientieren kann
ich nun erweitern und darunter verstehen: sich in einem gegebenen Raum
berhaupt, mithin blo =mathematisch= orientieren. Im Finstern
orientiere ich mich in einem mir bekannten Zimmer, wenn ich nur einen
einzigen Gegenstand, dessen Stelle ich im Gedchtnis habe, anfassen
kann. Aber hier hilft mir offenbar nichts als das Bestimmungsvermgen
der Lagen nach einem =subjektiven= Unterscheidungsgrunde; denn die
Objekte, deren Stelle ich finden soll, sehe ich gar nicht; und htte
jemand mir zum Spae alle Gegenstnde zwar in derselben Ordnung
untereinander, aber links gesetzt, was vorher rechts war, so wrde ich
mich in einem Zimmer, wo sonst alle Wnde ganz gleich wren, gar nicht
finden knnen. So aber orientiere ich mich bald durch das bloe Gefhl
eines Unterschiedes meiner zwei Seiten, der rechten und der linken. Eben
das geschieht, wenn ich zur Nachtzeit auf mir sonst bekannten Straen,
in denen ich jetzt kein Haus unterscheide, gehen und mich gehrig wenden
soll.

Endlich kann ich diesen Begriff noch mehr erweitern, da er denn in dem
Vermgen bestnde, sich nicht blo im Raume d.i. mathematisch, sondern
=berhaupt im Denken= d.i. =logisch= zu orientieren. Man kann nach der
Analogie leicht erraten, da dieses ein Geschft der reinen Vernunft
sein werde, ihren Gebrauch zu lenken, wenn sie von bekannten
Gegenstnden (der Erfahrung) ausgehend sich ber alle Grenzen der
Erfahrung erweitern will und ganz und gar kein Objekt der Anschauung,
sondern blo Raum fr dieselbe findet; da sie alsdann gar nicht mehr
imstande ist, nach objektiven Grnden der Erkenntnis, sondern lediglich
nach einem subjektiven Unterscheidungsgrunde, in der Bestimmung ihres
eigenen Urteilvermgens, ihre Urteile unter eine bestimmte Maxime zu
bringen.(2) Dies subjektive Mittel, das alsdann noch brig bleibt, ist
kein anderes als das Gefhl des der Vernunft eigenen =Bedrfnisses=. Man
kann vor allem Irrtum gesichert bleiben, wenn man sich da nicht
unterfngt zu urteilen, wo man nicht soviel wei, als zu einem
bestimmenden Urteile erforderlich ist. Also ist Unwissenheit an sich die
Ursache zwar der Schranken, aber nicht der Irrtmer in unserer
Erkenntnis. Aber wo es nicht so willkrlich ist, ob man ber etwas
bestimmt urteilen wolle oder nicht, wo ein wirkliches =Bedrfnis= und
wohl gar ein solches, welches der Vernunft an sich selbst anhngt, das
Urteilen notwendig macht und gleichwohl Mangel des Wissens in Ansehung
der zum Urteil erforderlichen Stcke uns einschrnkt, da ist eine Maxime
ntig, wornach wir unser Urteil fllen; denn die Vernunft will einmal
befriedigt sein. Wenn denn vorher schon ausgemacht ist, da es hier
keine Anschauung vom Objekte, nicht einmal etwas mit diesem
Gleichartiges geben knne, wodurch wir unseren erweiterten Begriffen den
ihnen angemessenen Gegenstand darstellen und diese also ihrer realen
Mglichkeit wegen sichern knnten, so wird fr uns nichts weiter zu tun
brig sein, als zuerst den Begriff, mit welchem wir uns ber alle
mgliche Erfahrung hinauswagen wollen, wohl zu prfen, ob er auch von
Widersprchen frei sei; und dann wenigstens das =Verhltnis= des
Gegenstandes zu den Gegenstnden der Erfahrung unter reine
Verstandesbegriffe zu bringen, wodurch wir ihn noch gar nicht
versinnlichen, aber doch etwas bersinnliches wenigstens tauglich zum
Erfahrungsgebrauche unserer Vernunft denken; denn ohne diese Vorsicht
wrden wir von einem solchen Begriffe gar keinen Gebrauch machen knnen,
sondern schwrmen anstatt zu denken.

  (2) Sich im Denken berhaupt =orientieren=, heit also: sich, bei der
  Unzulnglichkeit der objektiven Prinzipien der Vernunft, im
  Frwahrhalten nach einem subjektiven Prinzip derselben bestimmen.

Allein hiedurch, nmlich durch den bloen Begriff, ist doch noch nichts
in Ansehung der Existenz dieses Gegenstandes und der wirklichen
Verknpfung desselben mit der Welt (dem Inbegriffe aller Gegenstnde
mglicher Erfahrung) ausgerichtet. Nun aber tritt =das Recht des
Bedrfnisses= der Vernunft ein als eines subjektiven Grundes, etwas
vorauszusetzen und anzunehmen, was sie durch objektive Grnde zu wissen
sich nicht anmaen darf, und folglich sich im Denken, im unermelichen
und fr uns mit dicker Nacht erflleten Raume des bersinnlichen
lediglich durch ihr eigenes Bedrfnis zu =orientieren=.

Es lt sich manches bersinnliche denken; (denn Gegenstnde der Sinne
fllen doch nicht das ganze Feld aller Mglichkeit aus), wo die Vernunft
gleichwohl kein Bedrfnis fhlt, sich bis zu demselben zu erweitern,
viel weniger dessen Dasein anzunehmen. Die Vernunft findet an denen
Ursachen in der Welt, welche sich den Sinnen offenbaren (oder wenigstens
von derselben Art sind als die, so sich ihnen offenbaren), Beschftigung
genug, um noch den Einflu reiner geistiger Naturwesen zu deren Behuf
ntig zu haben; deren Annehmung vielmehr ihrem Gebrauche nachteilig sein
wrde. Denn da wir von den Gesetzen, nach welchen solche Wesen wrken
mgen, nichts, von jenen aber, nmlich den Gegenstnden der Sinne,
vieles wissen, wenigstens noch zu erfahren hoffen knnen; so wrde durch
solche Voraussetzung dem Gebrauche der Vernunft vielmehr Abbruch
geschehen. Es ist also gar kein Bedrfnis, es ist vielmehr bloer
Vorwitz, der auf nichts als Trumerei ausluft, darnach zu forschen oder
mit Hirngespinsten der Art zu spielen. Ganz anders ist es mit dem
Begriffe von einem ersten =Urwesen= als oberster Intelligenz und
zugleich als dem hchsten Gute, bewandt. Denn nicht allein, da unsere
Vernunft schon ein Bedrfnis fhlt, den =Begriff= des Uneingeschrnkten
dem Begriffe alles Eingeschrnkten, mithin aller anderen Dinge(3) zum
Grunde zu legen; so geht dieses Bedrfnis auch auf die Voraussetzung des
=Daseins= desselben, ohne welche sie sich von der Zuflligkeit der
Existenz der Dinge in der Welt, am wenigsten aber von der Zweckmigkeit
und Ordnung, die man in so bewunderungswrdigem Grade (im Kleinen, weil
es uns nahe ist, noch mehr wie im Groen) allenthalben antrifft, gar
keinen befriedigenden Grund angeben kann. Ohne einen verstndigen
Urheber anzunehmen, lt sich, ohne in lauter Ungereimtheiten zu
verfallen, wenigstens =kein verstndlicher= Grund davon angeben; und ob
wir gleich die Unmglichkeit einer solchen Zweckmigkeit ohne eine
erste =verstndige Ursache= nicht =beweisen= knnen; (denn alsdann
htten wir hinreichende objektive Grnde dieser Behauptung und bedrften
es nicht, uns auf den subjektiven zu berufen), so bleibt bei diesem
Mangel der Einsicht doch ein genugsamer subjektiver Grund der
=Annehmung= derselben darin, da die Vernunft es =bedarf=, etwas, was
ihr verstndlich ist, vorauszusetzen, um diese gegebene Erscheinung
daraus zu erklren, da alles, womit sie sonst nur einen Begriff
verbinden kann, diesem Bedrfnisse nicht abhilft.

  (3) Da die Vernunft zur Mglichkeit aller Dinge Realitt als gegeben
  vorauszusetzen bedarf und die Verschiedenheit der Dinge durch ihnen
  anhngende Negationen nur als Schranken betrachtet, so sieht sie sich
  gentigt, eine einzige Mglichkeit, nmlich die des uneingeschrnkten
  Wesens als ursprnglich zum Grunde zu legen, alle anderen aber als
  abgeleitet zu betrachten. Da auch die durchgngige Mglichkeit eines
  jeden Dinges durchaus im Ganzen aller Existenz angetroffen werden mu,
  wenigstens der Grundsatz der durchgngigen Bestimmung die
  Unterscheidung des Mglichen vom Wirklichen unserer Vernunft nur auf
  solche Art mglich macht, so finden wir einen subjektiven Grund der
  Notwendigkeit, d.i. ein Bedrfnis unserer Vernunft selbst, aller
  Mglichkeit das Dasein eines allerrealesten (hchsten) Wesens zum
  Grunde zu legen. So entspringt nun der =Cartesianische= Beweis vom
  Dasein Gottes: indem subjektive Grnde, etwas fr den Gebrauch der
  Vernunft, (der im Grunde immer nur ein Erfahrungsgebrauch bleibt),
  vorauszusetzen, fr objektiv -- mithin =Bedrfnis= fr =Einsicht= --
  gehalten werden. So ist es mit diesem, so ist es mit allen Beweisen
  des wrdigen =Mendelssohn= in seinen Morgenstunden bewandt. Sie
  leisten nichts zum Behuf einer Demonstration. Darum sind sie aber
  keinesweges unntz. Denn nicht zu erwhnen, welchen schnen Anla
  diese beraus scharfsinnigen Entwickelungen der subjektiven
  Bedingungen des Gebrauchs unserer Vernunft zu der vollstndigen
  Erkenntnis dieses unsers Vermgens geben, als zu welchem Behuf sie
  bleibende Beispiele sind; so ist das Frwahrhalten aus subjektiven
  Grnden des Gebrauchs der Vernunft, wenn uns objektive mangeln und wir
  dennoch zu urteilen gentigt sind, immer noch von groer Wichtigkeit;
  nur mssen wir das, was nur abgentigte =Voraussetzung= ist, nicht fr
  =freie Einsicht= ausgeben, um dem Gegner, mit dem wir uns aufs
  =Dogmatisieren= eingelassen haben, nicht ohne Not Schwchen
  darzubieten, deren er sich zu unserem Nachteil bedienen kann.
  =Mendelssohn= dachte wohl nicht daran, da das =Dogmatisieren= mit der
  reinen Vernunft im Felde des bersinnlichen der gerade Weg zur
  philosophischen Schwrmerei sei, und da nur Kritik ebendesselben
  Vernunftvermgens diesem bel grndlich abhelfen knne. Zwar kann die
  Disziplin der scholastischen Methode (der =Wolffi=schen z.B., die er
  darum auch anriet), da alle Begriffe durch Definitionen bestimmt und
  alle Schritte durch Grundstze gerechtfertigt werden mssen, diesen
  Unfug wirklich eine Zeitlang hemmen, aber keinesweges gnzlich
  abhalten. Denn mit welchem Rechte will man der Vernunft, der es einmal
  in jenem Felde, seinem eigenen Gestndnisse nach, so wohl gelungen
  ist, verwehren, in ebendemselben noch weiter zu gehen? und wo ist dann
  die Grenze, wo sie stehen bleiben mu?

Man kann aber das Bedrfnis der Vernunft als zwiefach ansehen:
=erstlich= in ihrem =theoretischen=, =zweitens= in ihrem =praktischen=
Gebrauch. Das erste Bedrfnis habe ich eben angefhrt; aber man sieht
wohl, da es nur bedingt sei, d.i. wir mssen die Existenz Gottes
annehmen, wenn wir ber die ersten Ursachen alles Zuflligen,
vornehmlich in der Ordnung der wirklich in der Welt gelegten Zwecke,
=urteilen wollen=. Weit wichtiger ist das Bedrfnis der Vernunft in
ihrem praktischen Gebrauche, weil es unbedingt ist und wir die Existenz
Gottes vorauszusetzen nicht blo alsdann gentigt werden, wenn wir
urteilen =wollen=, sondern weil wir =urteilen mssen=. Denn der reine
praktische Gebrauch der Vernunft besteht in der Vorschrift der
moralischen Gesetze. Sie fhren aber alle auf die Idee des =hchsten
Gutes=, was in der Welt mglich ist, sofern es allein durch =Freiheit=
mglich ist: die =Sittlichkeit=; von der anderen Seite auch auf das, was
nicht blo auf menschliche Freiheit, sondern auch auf die =Natur=
ankommt, nmlich auf die grte =Glckseligkeit=, sofern sie in
Proportion der ersten ausgeteilt ist. Nun =bedarf= die Vernunft ein
solches =abhngiges= hchste Gut und zum Behuf desselben eine oberste
Intelligenz als hchstes =unabhngiges= Gut anzunehmen; zwar nicht, um
davon das verbindende Ansehen der moralischen Gesetze oder die
Triebfeder zu ihrer Beobachtung abzuleiten; (denn sie wrden keinen
moralischen Wert haben, wenn ihr Bewegungsgrund von etwas anderem als
von dem Gesetz allein, das fr sich apodiktisch gewi ist, abgeleitet
wrde); sondern nur, um dem Begriffe vom hchsten Gut objektive Realitt
zu geben, d.i. zu verhindern, da es zusamt der ganzen Sittlichkeit
nicht blo fr ein bloes Ideal gehalten werde, wenn dasjenige nirgend
existierte, dessen Idee die Moralitt unzertrennlich begleitet.

Es ist also nicht =Erkenntnis=, sondern gefhltes(4) =Bedrfnis= der
Vernunft, wodurch sich MENDELSSOHN (ohne sein Wissen) im spekulativen
Denken orientierte. Und da dieses Leitungsmittel nicht ein objektives
Prinzip der Vernunft, ein Grundsatz der Einsichten, sondern ein blo
subjektives (d.i. eine Maxime) des ihr durch ihre Schranken allein
erlaubten Gebrauchs, ein Folgesatz des Bedrfnisses ist und =fr sich
allein= den ganzen Bestimmungsgrund unsers Urteils ber das Dasein des
hchsten Wesens ausmacht, von dem es nur ein zuflliger Gebrauch ist,
sich in den spekulativen Versuchen ber denselben Gegenstand zu
orientieren: so fehlte er hierin allerdings, da er dieser Spekulation
dennoch so viel Vermgen zutraute, fr sich allein auf dem Wege der
Demonstration alles auszurichten. Die Notwendigkeit des ersteren Mittels
konnte nur stattfinden, wenn die Unzulnglichkeit des letzteren vllig
zugestanden war: ein Gestndnis, zu welchem ihn seine Scharfsinnigkeit
doch zuletzt wrde gebracht haben, wenn mit einer lngeren Lebensdauer
ihm auch die den Jugendjahren mehr eigene Gewandtheit des Geistes, alte
gewohnte Denkungsart nach Vernderung des Zustandes der Wissenschaften
leicht umzundern, wre vergnnet gewesen. Indessen bleibt ihm doch das
Verdienst, da er darauf bestand, den letzten Probierstein der
Zulssigkeit eines Urteils hier wie allerwrts nirgend als =allein in
der Vernunft= zu suchen: sie mochte nun durch Einsicht oder bloes
Bedrfnis und die Maxime ihrer eigenen Zutrglichkeit in der Wahl ihrer
Stze geleitet werden. Er nannte die Vernunft in ihrem letzteren
Gebrauche die gemeine Menschenvernunft; denn dieser ist ihr eigenes
Interesse jederzeit zuerst vor Augen, indes man aus dem natrlichen
Geleise schon mu getreten sein, um jenes zu vergessen und mig unter
Begriffen in objektiver Rcksicht zu sphen, um blo sein Wissen, es mag
ntig sein oder nicht, zu erweitern.

  (4) Die Vernunft fhlt nicht; sie sieht ihren Mangel ein und wirkt
  durch den =Erkenntnistrieb= das Gefhl des Bedrfnisses. Es ist hiemit
  wie mit dem moralischen Gefhl bewandt, welches kein moralisches
  Gesetz verursacht; denn dieses entspringt gnzlich aus der Vernunft,
  sondern durch moralische Gesetze, mithin durch die Vernunft verursacht
  oder gewirkt wird, indem der rege und doch freie Wille bestimmter
  Grnde bedarf.

Da aber der Ausdruck: =Ausspruch der gesunden Vernunft=, in vorliegender
Frage immer noch zweideutig ist und entweder, wie ihn selbst MENDELSSOHN
miverstand, fr ein Urteil aus =Vernunfteinsicht= oder, wie ihn der
Verfasser der Resultate zu nehmen scheint, ein Urteil aus
=Vernunfteingebung= genommen werden kann, so wird ntig sein, dieser
Quelle der Beurteilung eine andere Benennung zu geben, und keine ist ihr
angemessener als die eines ==Vernunftglaubens==. Ein jeder Glaube,
selbst der historische, mu zwar =vernnftig= sein; (denn der letzte
Probierstein der Wahrheit ist immer die Vernunft), allein ein
Vernunftglaube ist der, welcher sich auf keine andere Data grndet als
die, so in der =reinen= Vernunft enthalten sind. Aller =Glaube= ist nun
ein subjektiv zureichendes, objektiv aber =mit Bewutsein=
unzureichendes Frwahrhalten; also wird er dem =Wissen= entgegengesetzt.
Andrerseits, wenn aus objektiven, obzwar mit Bewutsein unzureichenden
Grnden etwas fr wahr gehalten, mithin blo =gemeinet= wird, so kann
dieses =Meinen= doch durch allmhliche Ergnzung in derselben Art von
Grnden endlich ein =Wissen= werden. Dagegen, wenn die Grnde des
Frwahrhaltens ihrer Art nach gar nicht objektiv gltig sind, so kann
der Glaube durch keinen Gebrauch der Vernunft jemals ein Wissen werden.
Der historische Glaube z.B. von dem Tode eines groen Mannes, den
einige Briefe berichten, =kann ein Wissen werden=, wenn die Obrigkeit
des Orts denselben, sein Begrbnis, Testament usw. meldet. Da daher
etwas historisch blo auf Zeugnisse fr wahr gehalten, d.i. geglaubt
wird, z.B. da eine Stadt Rom in der Welt sei, und doch derjenige, der
niemals da gewesen, sagen kann: =Ich wei=, und nicht blo: =Ich
glaube=, es existiere ein Rom, das steht ganz wohl beisammen. Dagegen
kann der reine =Vernunftglaube= durch alle natrliche Data der Vernunft
und Erfahrung niemals in ein =Wissen= verwandelt werden, weil der Grund
des Frwahrhaltens hier blo subjektiv, nmlich ein notwendiges
Bedrfnis der Vernunft ist (und, solange wir Menschen sind, immer
bleiben wird), das Dasein eines hchsten Wesens nur =vorauszusetzen=,
nicht zu demonstrieren. Dieses Bedrfnis der Vernunft zu ihrem sie
befriedigenden =theoretischen= Gebrauche wrde nichts anders als reine
=Vernunfthypothese= sein, d.i. eine Meinung, die aus subjektiven
Grnden zum Frwahrhalten zureichend wre; darum, weil man, gegebene
=Wirkungen zu erklren=, niemals einen andern als diesen Grund erwarten
kann und die Vernunft doch einen Erklrungsgrund bedarf. Dagegen der
=Vernunftglaube=, der auf dem Bedrfnis ihres Gebrauchs in =praktischer=
Absicht beruht, ein =Postulat= der Vernunft heien knnte; nicht, als ob
es eine Einsicht wre, welche aller logischen Forderung zur Gewiheit
Genge tte, sondern weil dieses Frwahrhalten, (wenn in dem Menschen
alles nur moralisch gut bestellt ist), dem Grade nach keinem Wissen
nachsteht,(5) ob es gleich der Art nach davon vllig unterschieden ist.

  (5) Zur =Festigkeit= des Glaubens gehrt das Bewutsein seiner
  =Unvernderlichkeit=. Nun kann ich vllig gewi sein, da mir niemand
  den Satz: =Es ist ein Gott=, werde widerlegen knnen; denn wo will er
  diese Einsicht hernehmen? Also ist es mit dem Vernunftglauben nicht so
  wie mit dem historischen bewandt, bei dem es immer noch mglich ist,
  da Beweise zum Gegenteil aufgefunden wrden, und wo man sich immer
  noch vorbehalten mu, seine Meinung zu ndern, wenn sich unsere
  Kenntnis der Sachen erweitern sollte.

Ein reiner Vernunftglaube ist also der Wegweiser oder Kompa, wodurch
der spekulative Denker sich auf seinen Vernunftstreifereien im Felde
bersinnlicher Gegenstnde orientieren, der Mensch von gemeiner, doch
(moralisch) gesunder Vernunft aber seinen Weg, sowohl in theoretischer
als praktischer Absicht, dem ganzen Zwecke seiner Bestimmung vllig
angemessen vorzeichnen kann; und dieser Vernunftglaube ist es auch, der
jedem anderen Glauben, ja jeder Offenbarung zum Grunde gelegt werden
mu.

Der =Begriff= von Gott, und selbst die berzeugung von seinem =Dasein=,
kann nur allein in der Vernunft angetroffen werden, von ihr allein
ausgehen und weder durch Eingebung, noch durch eine erteilte Nachricht
von noch so groer Auctoritt zuerst in uns kommen. Widerfhrt mir eine
unmittelbare Anschauung von einer solchen Art, als sie mir die Natur,
soweit ich sie kenne, gar nicht liefern kann, so mu doch ein Begriff
von Gott zur Richtschnur dienen, ob diese Erscheinung auch mit allen dem
bereinstimme, was zu dem Charakteristischen einer Gottheit erforderlich
ist. Ob ich gleich nun gar nicht einsehe, wie es mglich sei, da
irgendeine Erscheinung dasjenige auch nur der Qualitt nach darstelle,
was sich immer nur denken, niemals aber anschauen lt, so ist doch
wenigstens soviel klar, da, um nur zu urteilen, ob das Gott sei, was
mir erscheint, was auf mein Gefhl innerlich oder uerlich wirkt, ich
ihn an meinen Vernunftbegriff von Gott halten und darnach prfen msse,
nicht ob er diesem adquat sei, sondern blo, ob er ihm nicht
widerspreche. Ebenso: wenn auch bei allem, wodurch er sich mir
unmittelbar entdeckte, nichts angetroffen wrde, was jenem Begriffe
widersprche, so wrde dennoch diese Erscheinung, Anschauung,
unmittelbare Offenbarung oder wie man sonst eine solche Darstellung
nennen will, das =Dasein= eines Wesens niemals beweisen, dessen Begriff,
(wenn er nicht unsicher bestimmt und daher der Beimischung alles
mglichen Wahnes unterworfen werden soll), =Unendlichkeit= der Gre
nach zur Unterscheidung von allem Geschpfe fodert, welchem Begriffe
aber gar keine Erfahrung oder Anschauung adquat sein, mithin auch
niemals das Dasein eines solchen Wesens unzweideutig beweisen kann. Vom
Dasein des hchsten Wesens kann also niemand durch irgendeine Anschauung
=zuerst= berzeugt werden; der Vernunftglaube mu vorhergehen, und
alsdann knnten allenfalls gewisse Erscheinungen oder Erffnungen Anla
zur Untersuchung geben, ob wir das, was zu uns spricht oder sich uns
darstellt, wohl befugt sind fr eine Gottheit zu halten und nach
Befinden jenen Glauben besttigen.

Wenn also der Vernunft in Sachen, welche bersinnliche Gegenstnde
betreffen, als das Dasein Gottes und die knftige Welt, das ihr
zustehende Recht, =zuerst= zu sprechen bestritten wird, so ist aller
Schwrmerei, Aberglauben, ja selbst der Atheisterei eine weite Pforte
geffnet. Und doch =scheint= in der =Jacobi=schen und =Mendelssohni=schen
Streitigkeit alles auf diesen Umsturz, ich wei nicht recht,
ob blo der =Vernunfteinsicht= und des Wissens (durch vermeinte
Strke in der Spekulation) oder auch sogar des =Vernunftglaubens=,
und dagegen auf die Errichtung eines andern Glaubens, den
sich ein jeder nach seinem Belieben machen kann, angelegt.
Man sollte beinahe auf das letztere schlieen, wenn man den
=Spinozistischen= Begriff von Gott als den einzigen mit allen
Grundstzen der Vernunft stimmigen(6) und dennoch verwerflichen Begriff
aufgestellt sieht. Denn, ob es sich gleich mit dem Vernunftglauben ganz
wohl vertrgt einzurumen, da spekulative Vernunft selbst nicht einmal
die =Mglichkeit= eines Wesens, wie wir uns Gott denken mssen,
einzusehen imstande sei: so kann es doch mit gar keinem Glauben und
berall mit keinem Frwahrhalten eines Daseins zusammenbestehen, da
Vernunft gar die =Unmglichkeit= eines Gegenstandes einsehen und dennoch
aus anderen Quellen die Wirklichkeit desselben erkennen knnte.

  (6) Es ist kaum zu begreifen, wie gedachte Gelehrte in der =Kritik der
  reinen Vernunft= Vorschub zum Spinozism finden konnten. Die Kritik
  beschneidet dem Dogmatism gnzlich die Flgel in Ansehung der
  Erkenntnis bersinnlicher Gegenstnde, und der Spinozism ist hierin so
  dogmatisch, da er sogar mit dem Mathematiker in Ansehung der Strenge
  des Beweises wetteifert. Die Kritik beweiset, da die Tafel der reinen
  Verstandesbegriffe alle Materialien des =reinen= Denkens enthalten
  msse; der Spinozism spricht von Gedanken, die doch selbst denken, und
  also von einem Accidens, das doch zugleich fr sich als Subjekt
  existiert: ein Begriff, der sich im menschlichen Verstande gar nicht
  findet und sich auch in ihn nicht bringen lt. Die Kritik zeigt: es
  reiche noch lange nicht zur Behauptung der Mglichkeit eines selbst
  gedachten Wesens zu, da in seinem Begriffe nichts Widersprechendes
  sei (wiewohl es alsdann ntigenfalls allerdings erlaubt bleibt, diese
  Mglichkeit anzunehmen); der Spinozism gibt aber vor, die
  Unmglichkeit eines Wesens einzusehen, dessen Idee aus lauter reinen
  Verstandesbegriffen besteht, wovon man nur alle Bedingungen der
  Sinnlichkeit abgesondert hat, worin also niemals ein Widerspruch
  angetroffen werden kann, und vermag doch diese ber alle Grenzen
  gehende Anmaung durch gar nichts zu untersttzen. Eben um dieser
  willen fhrt der Spinozism gerade zur Schwrmerei. Dagegen gibt es
  kein einziges sicheres Mittel, alle Schwrmerei mit der Wurzel
  auszurotten, als jene Grenzbestimmung des reinen Vernunftvermgens. --
  Ebenso findet ein anderer Gelehrter in der Kritik d. r. Vernunft eine
  =Skepsis=; obgleich die Kritik eben darauf hinausgeht, etwas Gewisses
  und Bestimmtes in Ansehung des Umfanges unserer Erkenntnis a priori
  festzusetzen. Imgleichen eine =Dialektik= in den kritischen
  Untersuchungen, welche doch darauf angelegt sind, die unvermeidliche
  =Dialektik=, womit die allerwrts dogmatisch gefhrte reine Vernunft
  sich selbst verfngt und verwickelt, aufzulsen und auf immer zu
  vertilgen. Die Neuplatoniker, die sich =Eklektiker= nannten, weil sie
  ihre eigenen Grillen allenthalben in lteren Autoren zu finden wuten,
  wenn sie solche vorher hineingetragen hatten, verfuhren gerade ebenso;
  es geschieht also insofern nichts Neues unter der Sonne.

Mnner von Geistesfhigkeiten und von erweiterten Gesinnungen! Ich
verehre Eure Talente und liebe Euer Menschengefhl. Aber habt Ihr auch
wohl berlegt, was Ihr tut, und wo es mit Euren Angriffen auf die
Vernunft hinaus will? Ohne Zweifel wollt Ihr, da =Freiheit zu denken=
ungekrnkt erhalten werde; denn ohne diese wrde es selbst mit Euren
freien Schwngen des Genies bald ein Ende haben. Wir wollen sehen, was
aus dieser Denkfreiheit natrlicherweise werden msse, wenn ein solches
Verfahren, als Ihr beginnt, berhandnimmt.

Der Freiheit zu denken ist =erstlich= der =brgerliche Zwang=
entgegengesetzt. Zwar sagt man: die Freiheit zu =sprechen= oder zu
=schreiben=, knne uns zwar durch obere Gewalt, aber die Freiheit zu
=denken= durch sie gar nicht genommen werden. Allein wie viel und mit
welcher Richtigkeit wrden wir wohl =denken=, wenn wir nicht gleichsam
in Gemeinschaft mit andern, denen wir unsere und die uns ihre Gedanken
=mitteilen=, dchten! Also kann man wohl sagen, da diejenige uere
Gewalt, welche die Freiheit, seine Gedanken ffentlich =mitzuteilen=,
den Menschen entreit, ihnen auch die Freiheit zu =denken= nehme; das
einzige Kleinod, das uns bei allen brgerlichen Lasten noch brig
bleibt, und wodurch allein wider alle bel dieses Zustandes noch Rat
geschafft werden kann.

=Zweitens= wird die Freiheit zu denken auch in der Bedeutung genommen,
da ihr der =Gewissenszwang= entgegengesetzt ist; wo ohne alle uere
Gewalt in Sachen der Religion sich Brger ber andere zu Vormndern
aufwerfen, und statt Argument durch vorgeschriebene, mit ngstlicher
Furcht vor der =Gefahr einer eigenen Untersuchung= begleitete
Glaubensformeln alle Prfung der Vernunft durch frhen Eindruck auf die
Gemter zu verbannen wissen.

=Drittens= bedeutet auch Freiheit im Denken die Unterwerfung der
Vernunft unter keine andere Gesetze, als =die sie sich selbst gibt=; und
ihr Gegenteil ist die Maxime eines =gesetzlosen Gebrauchs= der Vernunft,
(um dadurch, wie das Genie whnt, weiter zu sehen als unter der
Einschrnkung durch Gesetze). Die Folge davon ist natrlicherweise
diese, da, wenn die Vernunft dem Gesetze nicht unterworfen sein will,
das sie sich selbst gibt, sie sich unter das Joch der Gesetze beugen
mu, die ihr ein anderer gibt; denn ohne irgendein Gesetz kann gar
nichts, selbst nicht der grte Unsinn, sein Spiel lange treiben. Also
ist die unvermeidliche Folge der =erklrten= Gesetzlosigkeit im Denken
(einer Befreiung von den Einschrnkungen durch die Vernunft) diese: da
Freiheit zu denken zuletzt dadurch eingebt und, weil nicht etwa
Unglck, sondern wahrer bermut daran schuld ist, im eigentlichen Sinne
des Worts =verscherzt= wird.

Der Gang der Dinge ist ungefhr dieser. Zuerst gefllt sich das =Genie=
sehr in seinem khnen Schwunge, da es den Faden, woran es sonst die
Vernunft lenkte, abgestreift hat. Es bezaubert bald auch andere durch
Machtsprche und groe Erwartungen und scheint sich selbst nunmehr auf
einen Thron gesetzt zu haben, den langsame, schwerfllige Vernunft so
schlecht zierete; wobei es gleichwohl immer die Sprache derselben
fhret. Die alsdann angenommene Maxime der Ungltigkeit einer zu oberst
gesetzgebenden Vernunft nennen wir gemeine Menschen ==Schwrmerei==;
jene Gnstlinge der gtigen Natur aber =Erleuchtung=. Weil indessen bald
eine Sprachverwirrung unter diesen selbst entspringen mu, indem, da
Vernunft allein fr jedermann gltig gebieten kann, jetzt jeder seiner
Eingebung folgt, so mssen zuletzt aus inneren Eingebungen durch uere
Zeugnisse bewhrte Fakta, aus Traditionen, die anfnglich selbst gewhlt
waren, mit der Zeit =aufgedrungene= Urkunden, mit einem Worte, die
gnzliche Unterwerfung der Vernunft unter Fakta d.i. der ==Aberglaube==
entspringen, weil dieser sich doch wenigstens in eine =gesetzliche Form=
und dadurch in einen Ruhestand bringen lt.

Weil gleichwohl die menschliche Vernunft immer noch nach Freiheit
strebt, so mu, wenn sie einmal die Fesseln zerbricht, ihr erster
Gebrauch einer lange entwhnten Freiheit in Mibrauch und vermessenes
Zutrauen auf Unabhngigkeit ihres Vermgens von aller Einschrnkung
ausarten, in eine berredung von der Alleinherrschaft der spekulativen
Vernunft, die nichts annimmt, als was sich durch =objektive= Grnde und
dogmatische berzeugung rechtfertigen kann, alles brige aber khn
wegleugnet. Die Maxime der Unabhngigkeit der Vernunft von ihrem
=eigenen Bedrfnis= (Verzichttuung auf Vernunftglauben) heit nun
==Unglaube==; nicht ein historischer, denn den kann man sich gar nicht
als vorstzlich, mithin auch nicht als zurechnungsfhig denken, (weil
jeder einem Faktum, welches nur hinreichend bewhrt ist, ebensogut als
einer mathematischen Demonstration glauben mu, er mag wollen oder
nicht); sondern ein =Vernunftunglaube=, ein milicher Zustand des
menschlichen Gemts, der den moralischen Gesetzen zuerst alle Kraft der
Triebfedern auf das Herz, mit der Zeit sogar ihnen selbst alle Autoritt
benimmt und die Denkungsart veranlat, die man ==Freigeisterei== nennt,
d.i. den Grundsatz, gar keine Pflicht mehr zu erkennen. Hier mengt sich
nun die Obrigkeit ins Spiel, damit nicht selbst brgerliche
Angelegenheiten in die grte Unordnung kommen; und da das behendeste
und doch nachdrcklichste Mittel ihr gerade das beste ist, so hebt sie
die Freiheit zu denken gar auf und unterwirft dieses, gleich anderen
Gewerben, den Landesverordnungen. Und so zerstrt Freiheit im Denken,
wenn sie so gar unabhngig von Gesetzen der Vernunft verfahren will,
endlich sich selbst.

Freunde des Menschengeschlechts und dessen, was ihm am heiligsten ist!
Nehmt an, was Euch nach sorgfltiger und aufrichtiger Prfung am
glaubwrdigsten scheint, es mgen nun Fakta, es mgen Vernunftgrnde
sein; nur streitet der Vernunft nicht das, was sie zum hchsten Gut auf
Erden macht, nmlich das Vorrecht ab, der letzte Probierstein der
Wahrheit(7) zu sein! Widrigenfalls werdet Ihr, dieser Freiheit unwrdig,
sie auch sicherlich einben und dieses Unglck noch dazu dem brigen
schuldlosen Teile ber den Hals ziehen, der sonst wohl gesinnt gewesen
wre, sich seiner Freiheit =gesetzmig= und dadurch auch zweckmig zum
Weltbesten zu bedienen!

  (7) =Selbstdenken= heit: den obersten Probierstein der Wahrheit in
  sich selbst (d.i. in seiner eigenen Vernunft) suchen, und die Maxime,
  jederzeit selbst zu denken, ist die =Aufklrung=. Dazu gehrt nun eben
  so viel nicht, als sich diejenigen einbilden, welche die Aufklrung in
  Kenntnisse setzen; da sie vielmehr ein negativer Grundsatz im
  Gebrauche seines Erkenntnisvermgens ist und fter der, so an
  Kenntnissen beraus reich ist, im Gebrauche derselben am wenigsten
  aufgeklrt ist. Sich seiner =eigenen= Vernunft bedienen, will nichts
  weiter sagen, als bei allem dem, was man annehmen soll, sich selbst
  fragen, ob man es wohl tunlich finde, den Grund, warum man etwas
  annimmt, oder auch die Regel, die aus dem, was man annimmt, folgt, zum
  allgemeinen Grundsatze seines Vernunftgebrauches zu machen. Diese
  Probe kann ein jeder mit sich selbst anstellen; und er wird
  Aberglauben und Schwrmerei bei dieser Prfung alsbald verschwinden
  sehen, wenn er gleich bei weitem die Kenntnisse nicht hat, beide aus
  objektiven Grnden zu widerlegen. Denn er bedient sich blo der Maxime
  der =Selbsterhaltung= der Vernunft. Aufklrung in =einzelnen
  Subjekten= durch Erziehung zu grnden, ist also gar leicht; man mu
  nur frh anfangen, die jungen Kpfe zu dieser Reflexion zu gewhnen.
  Ein =Zeitalter= aber aufzuklren, ist sehr langwierig; denn es finden
  sich viel uere Hindernisse, welche jene Erziehungsart teils
  verbieten, teils erschweren.

Knigsberg.

    I. =Kant=.




Lesarten


Drucke:

1. Berlinische Monatsschrift. Oktober-Heft 1786. S.304-330.

2. I. Kant. Kleine Schriften. Neuwied 1793. Haupt. 8o. S.104-138.

3. I. Kant. Zerstreute Aufstze. Frankfurt und Leipzig 1793. S.122-147.

4. I. Kants smmtliche kleine Schriften. 4Bnde. 8o. Knigsberg und
Leipzig (Voigt, Jena) 1797-98. Bd.III, S.275-304.

5. I. Kants vermischte Schriften. 3Bnde. Halle 1799. (Tieftrunk.)
Bd.III, S.61-88.

6. Kant. Vorzgliche kleine Schriften und Aufstze, hrsg. mit Noten von
F.Ch. Starke. 2Bnde. Leipzig 1833 und Quedlinburg 1838. Bd.I,
S.85-102.

                   *       *       *       *       *

351, 6 wollten (A)] sollten Vorl. (wohl Df.?) 355, 27 noch (A)] nicht
(T) 357, 5 bewunderungswrdigem (A, 93, Ak)] bewundernswrdigen T, H,
Vorl. 357, 11 eine erste (A, 93, Vorl.)] eine T, H, R 357, 33 Gutes,
was] Gutes, auf das, was (Maier in Ak.). Unntig. 360, 1 v.u. d.Anm.
Sachen (A, 93, T)] Sache (H, Vorl.) 361, 2 diese (A, 93, T)] die (H,
Vorl). 362, 15 d.Anm. Unmglichkeit] Hartenstein hlt das fr falsch
und schlgt vor: Notwendigkeit zu lesen. 364, 22 uere Zeugnisse (H)]
Zeugnisse uere (A, 93)




  [ Im folgenden werden alle genderten Textzeilen angefhrt, wobei
    jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die genderte Zeile
    steht.

  bleibt, und wodurch allein wider alle Ubel dieses Zustandes noch Rat
  bleibt, und wodurch allein wider alle bel dieses Zustandes noch Rat

  ]






End of the Project Gutenberg EBook of Was heit: sich im Denken orientieren?, by 
Immanuel Kant

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK WAS HEIT: SICH IM DENKEN ***

***** This file should be named 38754-8.txt or 38754-8.zip *****
This and all associated files of various formats will be found in:
        https://www.gutenberg.org/3/8/7/5/38754/

Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger

Updated editions will replace the previous one--the old editions
will be renamed.

Creating the works from public domain print editions means that no
one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
(and you!) can copy and distribute it in the United States without
permission and without paying copyright royalties.  Special rules,
set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark.  Project
Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
charge for the eBooks, unless you receive specific permission.  If you
do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
rules is very easy.  You may use this eBook for nearly any purpose
such as creation of derivative works, reports, performances and
research.  They may be modified and printed and given away--you may do
practically ANYTHING with public domain eBooks.  Redistribution is
subject to the trademark license, especially commercial
redistribution.



*** START: FULL LICENSE ***

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase "Project
Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
Gutenberg-tm License (available with this file or online at
https://gutenberg.org/license).


Section 1.  General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
electronic works

1.A.  By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement.  If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B.  "Project Gutenberg" is a registered trademark.  It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement.  There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement.  See
paragraph 1.C below.  There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
works.  See paragraph 1.E below.

1.C.  The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
Gutenberg-tm electronic works.  Nearly all the individual works in the
collection are in the public domain in the United States.  If an
individual work is in the public domain in the United States and you are
located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
are removed.  Of course, we hope that you will support the Project
Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
the work.  You can easily comply with the terms of this agreement by
keeping this work in the same format with its attached full Project
Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D.  The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work.  Copyright laws in most countries are in
a constant state of change.  If you are outside the United States, check
the laws of your country in addition to the terms of this agreement
before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
creating derivative works based on this work or any other Project
Gutenberg-tm work.  The Foundation makes no representations concerning
the copyright status of any work in any country outside the United
States.

1.E.  Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1.  The following sentence, with active links to, or other immediate
access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
almost no restrictions whatsoever.  You may copy it, give it away or
re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
with this eBook or online at www.gutenberg.org

1.E.2.  If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
and distributed to anyone in the United States without paying any fees
or charges.  If you are redistributing or providing access to a work
with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
1.E.9.

1.E.3.  If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
terms imposed by the copyright holder.  Additional terms will be linked
to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

1.E.4.  Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5.  Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg-tm License.

1.E.6.  You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
word processing or hypertext form.  However, if you provide access to or
distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
form.  Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7.  Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8.  You may charge a reasonable fee for copies of or providing
access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
     the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
     you already use to calculate your applicable taxes.  The fee is
     owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
     has agreed to donate royalties under this paragraph to the
     Project Gutenberg Literary Archive Foundation.  Royalty payments
     must be paid within 60 days following each date on which you
     prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
     returns.  Royalty payments should be clearly marked as such and
     sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
     address specified in Section 4, "Information about donations to
     the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
     you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
     does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
     License.  You must require such a user to return or
     destroy all copies of the works possessed in a physical medium
     and discontinue all use of and all access to other copies of
     Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
     money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
     electronic work is discovered and reported to you within 90 days
     of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free
     distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9.  If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
electronic work or group of works on different terms than are set
forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark.  Contact the
Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1.  Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
collection.  Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
works, and the medium on which they may be stored, may contain
"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
your equipment.

1.F.2.  LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees.  YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3.  YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3.  LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from.  If you
received the work on a physical medium, you must return the medium with
your written explanation.  The person or entity that provided you with
the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
refund.  If you received the work electronically, the person or entity
providing it to you may choose to give you a second opportunity to
receive the work electronically in lieu of a refund.  If the second copy
is also defective, you may demand a refund in writing without further
opportunities to fix the problem.

1.F.4.  Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5.  Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
the applicable state law.  The invalidity or unenforceability of any
provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6.  INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
with this agreement, and any volunteers associated with the production,
promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
that arise directly or indirectly from any of the following which you do
or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
https://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at
809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at https://pglaf.org

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit https://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including including checks, online payments and credit card
donations.  To donate, please visit: https://pglaf.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For thirty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.


Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.


Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     https://www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
