The Project Gutenberg EBook of ber die Vulkane im Monde, by Immanuel Kant

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Title: ber die Vulkane im Monde

Author: Immanuel Kant

Release Date: February 3, 2012 [EBook #38755]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

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Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger





  [ Anmerkungen zur Transkription:

    Der Text stammt aus: Immanuel Kants Werke. Band IV. Schriften von
    1783-1788. Herausgegeben von Dr. Artur Buchenau und Dr. Ernst Cassirer.
    Berlin: Bruno Cassirer 1913. S. 201-210 und 541 (Lesarten).

    Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden bernommen.

    Im Original gesperrt gedruckter Text wurde mit _ markiert.
  ]




ber die Vulkane im Monde.


Im Gentleman's Magazine, 1783, befindet sich gleich zu Anfang ein
Sendschreiben des russischen Staatsrats Herrn AEPINUS an Herrn PALLAS
ber eine Nachricht, die Herr MAGELLAN der Kaiserl. Akademie der
Wissenschaften in Petersburg mitgeteilt hat, betreffend einen vom Herrn
HERSCHEL am 4. Mai 1783 entdeckten Vulkan im Monde. Diese Neuigkeit
interessierte Herrn AEPINUS, wie er sagt, um destomehr, weil sie seiner
Meinung nach _die Richtigkeit seiner Mutmaung ber den vulkanischen
Ursprung der Unebenheiten der Mondsflche beweise_, die er im Jahr 1778
gefat und 1781 in Berlin durch den Druck bekannt gemacht hat(1); und
worin sich, wie er mit Vergngen gesteht, drei Naturforscher einander
ohne Mitteilung begegnet haben: er selbst, Herr AEPINUS in Petersburg,
Herr Professor BECCARIA zu Turin und Herr Prof. LICHTENBERG in
Gttingen. Indessen da durch den Ritter HAMILTON die Aufmerksamkeit auf
vulkanische Kratere in allen Lndern so allgemein gerichtet worden, so
sei jene Mutmaung mit einer berstndig reifen Frucht zu vergleichen,
die in die Hnde des ersten besten fallen mssen, der zufllig den Baum
anrhrete. Um endlich, durch Ansprche auf die Ehre der ersten
Vermutung, unter Zeitgenossen keinen Zwist zu erregen, fhrt er den
berhmten ROBERT HOOKE als den ersten Urheber derselben an, in dessen
Mikrographie (gedruckt 1655) im 20sten Kapitel er grade die nmlichen
Ideen angetroffen habe. _Sic redit ad Dominum_--

  (1) Von der Ungleichheit des Monds; im 2ten Bande der Abh. der
  Gesellschaft naturforschender Freunde.

Herrn HERSCHELS Entdeckung hat, als Besttigung der zweideutigen
Beobachtungen des Neffen des Herrn BECCARIA und des DON ULLOA,
allerdings einen groen Wert und fhrt auf hnlichkeiten des Mondes
(wahrscheinlich auch anderer Weltkrper) mit unserer Erde, die sonst nur
fr gewagte Mutmaungen htten gelten knnen. Allein die _Mutmaung des
Herrn AEPINUS besttigt sie_ (wie ich dafr halte) _nicht_. Es bleibt,
unerachtet aller hnlichkeit der ringfrmigen Mondsflecken mit Krateren
von Vulkanen, dennoch so ein erheblicher Unterschied zwischen beiden und
dagegen zeigt sich eine so treffende hnlichkeit derselben mit anderen
kreisfrmigen Zgen _unvulkanischer Gebirge_ oder Landesrcken auf
unserer Erde, da eher eine andere, obzwar nur gewissermaen mit jener
analogische Mutmaung ber die Bildung der Weltkrper dadurch besttigt
sein mchte.

Die den Krateren hnlichen ringfrmigen Erhhungen im Monde machen
allerdings einen Ursprung durch _Eruptionen_ wahrscheinlich. Wir finden
aber auf unserer Erde zweierlei kreisfrmige Erhhungen, deren die einen
durchgngig nur von so kleinem Umfange sind, da sie, vom Monde aus
beobachtet, durch gar kein Teleskop knnten unterschieden werden; und
von diesen zeigen die Materien, woraus sie bestehen, ihren Ursprung aus
vulkanischen Eruptionen. Andere dagegen befassen ganze Lnder oder
Provinzen von vielen hundert Quadratmeilen Inhalt, innerhalb eines mit
hhern oder minder hohen Gebirgen besetzten und sich kreisfrmig
herumziehenden Landrckens. Diese wrden allein vom Monde aus, und zwar
von derselben Gre als wir jene kreisfrmigen Flecken im Monde
erblicken, gesehen werden knnen, wofern nur hnlichkeit ihrer
Bekleidung (durch Wald oder andere Gewchse) die Unterscheidung
derselben in so groer Entfernung nicht etwa verhinderte. Diese lassen
also auch _Eruptionen_ vermuten, durch die sie entstanden sein mgen,
die aber nach dem Zeugnis der Materien, woraus sie bestehen,
_keinesweges vulkanische_ haben sein knnen. -- Der Krater des Vesuvs
hat in seinem obersten Umkreise (nach DELLA TORRE) 5624 Pariser Fu, und
also etwa 500 rheinlndische Ruten, und im Durchmesser beinahe 160
derselben; ein solcher aber knnte gewi durch kein Teleskop im Monde
erkannt werden.(2) Dagegen hat der kraterhnliche Flecken _Tycho_ im
Monde nah an dreiig deutsche Meilen im Durchmesser und knnte mit dem
Knigreich Bhmen, der ihm nahe Flecken _Clavius_ aber an Gre mit dem
Markgraftum Mhren verglichen werden. Nun sind diese Lnder auf der Erde
eben auch kraterhnlich von Gebirgen eingefat, von welchen ebenso als
von dem _Tycho_ sich Bergketten gleichsam im Sterne verbreiten. Wenn
aber unsere durch Landrcken eingeschlossene kraterfrmige Bassins, (die
insgesamt Sammlungspltze der Gewsser fr die Strme abgeben, und womit
das feste Land berall bedeckt ist), dem Monde den hnlichen Anblick
doch nicht verschaffen sollten, -- wie es in der Tat auch nur von
einigen zu vermuten ist--, so wrde dieses nur dem zuflligen Umstande
zuzuschreiben sein, da die Mondsatmosphre, (deren Wirklichkeit durch
die Herschelsche Entdeckung, weil Feuer daselbst brennt, bewiesen ist)
bei weitem nicht so hoch reichen kann als die unsrige (wie die
unmerkliche Strahlenbrechung am Rande dieses Trabanten es beweiset),
mithin die Bergrcken des Mondes ber die Grenze der Vegetation
hinausreichen; bei uns hingegen die Bergrcken ihrem grten Teile nach
mit Gewchsen bedeckt sind und daher gegen die Flche des
eingeschlossenen Bassins freilich nicht sonderlich abstechen knnen.

  (2) Aber seine feurige Eruption selbst knnte in der Mondsnacht
  gleichwohl gesehen werden. In dem oben angefhrten Briefe wird zu der
  Beobachtung des Neffen des Herrn _Beccaria_ und des _Don Ulloa_ die
  Anmerkung gemacht, da beide Vulkane von entsetzlichem Umfange gewesen
  sein mten, weil Herr _Herschel_ den seinigen durch ein ohne
  Vergleich greres Teleskop nur so eben und zwar unter allen
  Mitzuschauern nur allein hat bemerken knnen. Allein bei
  selbstleuchtenden Materien kmmt es nicht so sehr auf den Umfang als
  die Reinigkeit des Feuers an, um deutlich gesehen zu werden; und von
  den Vulkanen ist es bekannt, da ihre Flammen bisweilen helles,
  bisweilen im Rauche gedmpftes Licht um sich verbreiten.--

Wir haben also auf der Erde zweierlei kraterhnliche Bildungen der
Landesflche: eine, die vulkanischen Ursprungs sind, und die 160 Ruten
im Durchmesser, mithin etwa 20000 Quadratruten in der Flche befassen;
andere, die keinesweges vulkanischen Ursprungs sind und gegen 1000
Quadratmeilen, mithin wohl 200000mal mehr in ihrem Flcheninhalte haben.
Mit welcher wollen wir nun jene ringfrmigen Erhhungen auf dem Monde,
(deren keine _beobachtete_ weniger als eine deutsche Meile, einige wohl
dreiig im Durchmesser haben), vergleichen? -- Ich denke: nach der
Analogie zu urteilen, nur mit den letztern, welche nicht vulkanisch
sind. Denn die Gestalt macht es nicht allein aus; der ungeheure
Unterschied der Gre mu auch in Anschlag gebracht werden. Alsdann aber
hat Herrn HERSCHELS Beobachtung zwar die Idee von Vulkanen im Monde
besttigt, aber nur von solchen, deren Krater weder von ihm, noch von
jemand anders gesehen worden ist, noch gesehen werden kann; hingegen hat
sie nicht die Meinung besttigt, da die sichtbaren ringfrmigen
Konfigurationen auf der Mondsflche vulkanische Kraters wren. Denn das
sind sie, (wenn man hier nach der Analogie mit hnlichen groen Bassins
auf der Erde urteilen soll), aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Man
mte also nur sagen: Da der Mond, in Ansehung der kraterhnlichen
Bassins, mit denen, die auf der Erde die Sammlungsbecken der Gewsser
fr Strme ausmachen, aber nicht vulkanisch sind, soviel hnlichkeit
hat, so knne man vermuten, da er auch in Ansehung der auf der Erde
befindlichen vulkanischen Kraters hnlich gebildet sei. Zwar knnen wir
diese letztern im Monde nicht sehen; aber es sind doch in der Mondsnacht
selbstleuchtende Punkte als Beweise eines Feuers auf demselben
wahrgenommen worden, die sich am besten aus dieser nach der Analogie zu
vermutenden Ursache erklren lassen.(3)

  (3) _Beccaria_ hielt die aus den ringfrmigen Mondserhhungen
  strahlenweise auslaufenden Rcken fr Lavastrme; aber der ganz
  ungeheure Unterschied derselben von denen, die aus den Vulkanen
  unserer Erde flieen, in Ansehung ihrer Gre, widerlegt diese Meinung
  und macht es wahrscheinlich, da sie Bergketten sind, die, so wie die
  auf unserer Erde, aus einem Hauptstamm der Gebirge strahlenfrmig
  auslaufen.

Diese kleine Zweideutigkeit in der Folgerung obgedachter berhmter
Mnner nun beiseite gesetzt, -- welcher Ursache kann man denn die auf
der Erdflche so durchgngig anzutreffenden nichtvulkanischen Kraters,
nmlich die Bassins zu Strmen, zuschreiben? Eruptionen mssen hier
natrlicherweise zum Grunde gelegt werden; aber vulkanisch konnten sie
nicht sein, weil die Gebirge, welche den Rand derselben ausmachen, keine
Materien solcher Art enthalten, sondern aus einer wsserichten Mischung
entstanden zu sein scheinen. Ich denke, da, wenn man sich die Erde
ursprnglich als ein im Wasser aufgelsetes Chaos vorstellt, die ersten
Eruptionen, die allerwrts, selbst aus der grten Tiefe, entspringen
muten, _atmosphrisch_ (im eigentlichen Sinn des Worts) gewesen sein
werden. Denn man kann sehr wohl annehmen, da unser Luftmeer
(Arosphre), das sich jetzt ber der Erdflche befindet, vorher mit den
brigen Materien der Erdmasse in einem Chaos vermischt gewesen; da es,
zusamt vielen andern elastischen _Dnsten_, aus der erhitzten Kugel
gleichsam in groen Blasen ausgebrochen; in dieser Ebullition, (davon
kein Teil der Erdflche frei war), die Materien, welche die
ursprnglichen Gebirge ausmachen, kraterfrmig ausgeworfen und dadurch
die Grundlage zu allen Bassins der Strme, womit, als den Maschen eines
Netzes, das ganze feste Land durchwirkt ist, gelegt habe. Jene Rnder,
da sie aus Materie, die im Wasser erweicht war, bestanden, muten ihr
Auflsungswasser allmhlich fahren lassen, welches beim Ablaufen die
Einschnitte aussplte, wodurch sich jene Rnder, die jetzt gebirgig und
sgefrmig sind, von den vulkanischen, die einen fortgehenden Rcken
vorstellen, unterscheiden. Diese uranfnglichen Gebirge bestehen nun,
nachdem andere Materien, die sich nicht so geschwinde kristallisierten
oder verhrteten, z.B. Hornstein und ursprnglicher Kalk, davon
geschieden worden, _aus Granit_; auf welchen, da die Ebullition an
demselben Orte immer schwcher, mithin niedriger ward, sich die letztern
als ausgewaschene Materien in stufenartiger Ordnung nach ihrer mindern
Schwere oder Auflsungsfhigkeit im Wasser niederlieen. Also war die
erste bildende Ursache der Unebenheiten der Oberflche eine
atmosphrische Ebullition, die ich aber lieber _chaotisch_ nennen
mchte, um den ersten Anfang derselben zu bezeichnen.

Auf diese, mu man sich vorstellen, hat eine _pelagische_ Alluvion nach
und nach Materien, die grtenteils schon Meergeschpfe enthielten,
geschichtet. Denn jene chaotische Kraters, wo deren eine Menge gleichsam
_gruppiert_ war, bildeten weit ausgebreitete Erhhungen ber andere
Gegenden, woselbst die Ebullition nicht so heftig gewesen war. Aus jenen
ward Land mit seinen Gebirgen, aus diesen Seegrund. Indem nun das
berflssige Kristallisationswasser aus jenen Bassins ihre Rnder
durchwusch, und ein Bassin sein Wasser in das andere, alle aber zu dem
niedrigen Teil der sich eben formenden Erdflche (nmlich dem Meere)
ablaufen lie, so bildete es die Psse fr die knftigen Strme, welche
man noch mit Verwunderung zwischen steilen Felswnden, denen sie itzt
nichts anhaben knnen, durchgehen und das Meer suchen sieht. Dieses wre
also die Gestalt des Skeletts von der Erdoberflche, sofern sie aus
Granit besteht, der unter allen Fltzschichten fortgeht, welche die
folgenden pelagischen Alluvionen auf jenen aufgesetzt haben. Aber eben
darum mute die Gestalt der Lnder, selbst da, wo die neuern Schichten
den in der Tiefe befindlichen alten Granit ganz bedecken, doch auch
kraterfrmig werden, weil ihr Grundlager so gebildet war. Daher kann man
auf einer Karte, (worauf keine Gebirge gezeichnet sind), die Landrcken
ziehen, wenn man durch die Quellen der Strme, die einem groen Flusse
zufallen, eine fortgehende Linie zeichnet, die jederzeit einen Kreis als
Bassin des Stromes einschlieen wird.

Da das Becken des Meeres vermutlich immer mehr vertieft wurde und alle
aus obigen Bassins ablaufende Wasser nach sich zog, so wurden nun
dadurch die Flubetten und der ganze itzige Bau des Landes erzeugt, der
die Vereinigung der Wasser aus so vielen Bassins in einen Kanal mglich
macht. Denn es ist nichts natrlicher als da das Bette, worin ein Strom
itzt das Wasser von groen Lndern abfhrt, eben von demjenigen Wasser
und dem Rckzuge desselben ausgesplt worden, zu welchem es jetzt
abfliet, nmlich vom Meere und dessen uralten Alluvionen. Unter einem
allgemeinen Ozean, wie BUFFON will, und durch Seestrme im Grunde
desselben, lt sich eine Wegwaschung nach einer solchen Regel gar nicht
denken, weil unter dem Wasser kein Abflu nach der Abschssigkeit des
Bodens, die doch hier das Wesentlichste ausmacht, mglich ist.(4)

  (4) Der Lauf der Strme scheint mir der eigentliche Schlssel der
  Erdtheorie zu sein. Denn dazu wird erfordert, da das Land erstlich
  durch Landrcken gleichsam in Teiche abgeteilt sei; zweitens, da der
  Boden, auf welchem diese Teiche ihr Wasser einander mitteilen, um es
  endlich in einem Kanal abzufhren, von dem Wasser selbst gebauet und
  geformt worden, welches sich nach und nach von den hheren Bassins bis
  zum niedrigsten zurckzog, nmlich zum Meere.

Die _vulkanischen Eruptionen_ scheinen die sptesten gewesen zu sein,
nmlich nachdem die Erde schon auf ihrer Oberflche fest geworden war.
Sie haben auch nicht das Land, mit seinem hydraulisch regelmigen
Bauwerk, zum Ablauf der Strme, sondern etwa nur einzelne Berge
gebildet, die in Vergleichung mit dem Gebude des ganzen festen Landes
und seiner Gebirge nur eine Kleinigkeit sind.

Der Nutzen nun, den der Gedanke obgedachter berhmter Mnner haben kann,
und den die Herschelsche Entdeckung, obzwar _nur indirekt_, besttigt,
ist in Ansehung der Kosmogonie von Erheblichkeit, da nmlich die
Weltkrper ziemlich auf hnliche Art ihre erste Bildung empfangen haben.
Sie waren insgesamt anfnglich in flssigem Zustande; das beweiset ihre
kugelrunde und, wo sie sich beobachten lt, auch nach Magabe der
Achsendrehung und der Schwere auf ihrer Oberflche abgeplattete Gestalt.
Ohne Wrme aber gibts keine Flssigkeit. _Woher kam nun diese
ursprngliche Wrme_? Sie mit BUFFON von der Sonnenglut, wovon alle
planetische Kugeln nur abgestoene Brocken wren, abzuleiten, ist nur
ein Behelf auf kurze Zeit; denn _woher kam die Wrme der Sonne_? Wenn
man annimmt, (welches auch aus andern Grnden sehr wahrscheinlich ist),
da der Urstoff aller Weltkrper in dem ganzen weiten Raume, worin sie
sich itzt bewegen, anfangs dunstfrmig verbreitet gewesen, und sich
daraus nach Gesetzen, zuerst der chemischen, hernach und vornehmlich der
kosmologischen Attraktion gebildet haben, so geben CRAWFORDS
Entdeckungen einen Wink, mit der Bildung der Weltkrper zugleich die
Erzeugung so groer Grade der Hitze als man selbst will begreiflich zu
machen. Denn wenn das Element der Wrme fr sich im Weltraum allerwrts
gleichfrmig ausgebreitet ist, sich aber nur an verschiedene Materien in
dem Mae hngt, als sie es verschiedentlich anziehen; wenn, wie er
beweiset, dunstfrmig ausgebreitete Materien weit mehr Elementarwrme in
sich fassen und auch zu einer dunstfrmigen Verbreitung bedrfen, als
sie halten knnen, sobald sie in den Zustand dichter Massen bergehen
d.i. sich zu Weltkugeln vereinigen, so mssen diese Kugeln ein berma
von Warmmaterie ber das natrliche Gleichgewicht mit der Warmmaterie im
Raume, worin sie sich befinden, enthalten, d.i. ihre relative Wrme in
Ansehung des Weltraums wird angewachsen sein. (So verliert vitriolsaure
Luft, wenn sie das Eis berhrt, auf einmal ihren dunstartigen Zustand,
und dadurch vermehrt sich die Wrme in solchem Mae, da das Eis im
Augenblick schmilzt.) Wie gro der Anwachs sein mge, darber haben wir
keine Erffnung; doch scheint das Ma der ursprnglichen Verdnnung, der
Grad der nachmaligen Verdichtung, und die Krze der Zeit derselben hier
in Anschlag zu kommen. Da die letztere nun auf den Grad der Anziehung,
die den zerstreuten Stoff vereinigte, diese aber auf die Quantitt der
Materie des sich bildenden Weltkrpers ankmmt, so mute die Gre der
Erhitzung der letzteren auch proportionierlich sein. Auf die Weise
wrden wir einsehen, warum der Zentralkrper (als die grte Masse in
jedem Weltsystem) auch die grte Hitze haben und allerwrts eine Sonne
sein knne; imgleichen mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuten, da die
hhern Planeten, weil sie teils meistens grer sind, teils aus
verdnnterem Stoffe gebildet worden als die niedrigern, mehr innere
Wrme als diese haben knnen, welche sie auch, (da sie von der Sonne
beinahe nur Licht genug zum Sehen bekommen), zu bedrfen scheinen. Auch
wrde uns die gebirgigte Bildung der Oberflchen der Weltkrper, auf
welche unsere Beobachtung reicht, der Erde, des Mondes und der Venus,
aus atmosphrischen Eruptionen ihrer ursprnglich erhitzten
chaotisch-flssigen Masse, als ein ziemlich allgemeines Gesetz
erscheinen. Endlich wrden die vulkanischen Eruptionen aus der Erde, dem
Monde und sogar der Sonne (deren Kraters WILSON in den Flecken derselben
sah, indem er ihre Erscheinungen wie HUYGHENS die des Saturnringes,
sinnreich untereinander verglich), ein allgemeines Prinzip der Ableitung
und Erklrung bekommen.

Wollte man hier den Tadel, den ich oben in BUFFONS Erklrungsart fand,
auf mich zurckschieben, und fragen: Woher kam denn die erste Bewegung
jener Atomen im Weltraume? so wrde ich antworten, da ich mich dadurch
nicht anheischig gemacht habe, die erste aller Naturvernderungen
anzugeben, welches in der Tat unmglich ist. Dennoch aber halte ich es
fr unzulssig, bei einer Naturbeschaffenheit, z.B. der Hitze der
Sonne, die mit Erscheinungen, deren Ursache wir nach sonst bekannten
Gesetzen wenigstens mutmaen knnen, hnlichkeit hat, stehenzubleiben,
und verzweifelterweise die unmittelbare gttliche Anordnung zum
Erklrungsgrunde herbeizurufen. Diese letzte mu zwar, wenn von Natur im
ganzen die Rede ist, unvermeidlich unsere Nachfrage beschlieen; aber
bei jeder Epoche der Natur, da keine derselben in einer Sinnenwelt als
die schlechthin erste angegeben werden kann, sind wir darum von der
Verbindlichkeit nicht befreit, unter den Weltursachen zu suchen, soweit
es uns nur mglich ist, und ihre Kette nach uns bekannten Gesetzen,
solange sie aneinanderhngt, zu verfolgen.

    I. _Kant_.




Lesarten


Drucke:

1. Berlinische Monatsschrift. Mrz-Heft 1785. S.199-213.

2. Kants kleine Schriften. Neuwied 1793. Haupt. 8o. S.51-68.(5)

  (5) Ak. hat den Druckfehler: S.58-61.

3. I. Kant. Zerstreute Aufstze. Frankfurt und Leipzig 1793. S.37-50.

4. I. Kant. Smmtliche kleine Schriften. 4Bnde. Knigsberg und Leipzig
(Voigt, Jena) 1797-98. 8o. Bd.III, S.173-188.

5. I. Kants vermischte Schriften. 3Bnde. Halle 1799. (Tieftrunk.)
Bd.III. S.1-16.

6. Kant. Vorzgliche kleine Schriften und Aufstze hrsg. mit Noten von
F.Ch. Starke. 2Bnde. Leipzig 1833 und Quedlinburg 1838. Bd.I,
S.248-257.

                   *       *       *       *       *

203, 1 1784 (Ak)] 1783 (A) Der Fehler ist im Text zu berichtigen. 204, 3
so ein (A, 93)] Hsgg.: ein so Unntig. 205, 12 so] fehlt D (Df.) 206,
14 aus dieser (T)] auf dieser (A, 93) 206, 17 berhmter] fehlt D 206, 29
f. ber der (H)] ber die (A, D) Df. 206, 2 d. Anm. auslaufenden (A,
93)] laufenden T, danach auch H, D! 207, 11 die sich (A, 93)] die T, H,
D (Df.) 207, 22 schon (A)] fehlt H, D (Df.) 208, 1 auf (A)] fehlt D
(Df.) 208, 2 v.u. d. Anm. den (A)] fehlt D (Df.) 208, 1 v.u. d. Anm.
zum (93)] vom (A) 209, 2 nun (A, 93)] fehlt T, H, D (Df.) 209, 13 v.u.
der ursprnglichen (A, 93)] der H, D (Df.)





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     and discontinue all use of and all access to other copies of
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1.E.9.  If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
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both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark.  Contact the
Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1.  Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
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or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
https://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at
809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at https://pglaf.org

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit https://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including including checks, online payments and credit card
donations.  To donate, please visit: https://pglaf.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For thirty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.


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editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
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