The Project Gutenberg EBook of Handbuch der praktischen Kinematographie, by 
Franz Paul Liesegang

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Title: Handbuch der praktischen Kinematographie
       Die verschiedenen Konstruktions-Formen des Kinematographen,
       die Darstellung der lebenden Lichtbilder sowie das ...

Author: Franz Paul Liesegang

Release Date: November 15, 2012 [EBook #41367]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

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  | Anmerkungen zur Transkription:                                     |
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  | Gesperrter Text ist als _gesperrt_ markiert. Tiefgestelle Indizes  |
  | sind mit {} markiert und mit einem fhrenden _ markiert, wobei     |
  | kein Leerzeichen vor oder nach dem _ steht (also etwa F_{1}).      |
  | Brche sind als 1/2 dargestellt, bei Zahlenangaben bedeutet 2-1/2  |
  | soviel wie 2,5 (und nicht 1,5). Die Subtraktion ist hingegen       |
  | mit freistehendem Leerzeichen geschrieben (wie 2 - 1/2 =           |
  | 1-1/2). In mathematischen Formeln wurden Klammer hinzugefgt,      |
  | um die Operatorbindung zu verdeutlichen. Ebenso wurde ein          |
  | Multiplikationspunkt () eingefgt, wo diese gemeint war, wenn     |
  | zwei Zeichen aufeinanderfolgend geschrieben wurden.                |
  | Inkonsistente Schreibweisen des Autors (wie l - Oel oder          |
  | Greifersystem - Greifer-System) wurden wie im Originaltext         |
  | beibehalten, ebenso wie ungewhnliche (wie Bort) oder falsche      |
  | Schreibweisen in Anfhrungszeichen (wie strapeziert).              |
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  | Es wurden folgende nderungen vorgenommen:                         |
  | Inhalt  "Die Darstellung von Azetylen-Kalklicht (170)." eingefgt. |
  | S. 23   "Fig. 8" in "Fig. 9" gendert.                             |
  | S. 33   "se" in "sei" gendert.                                    |
  | S. 52   "Fig. 51" in "Fig. 25" (auf Seite 51) gendert.            |
  | S. 94   "magegend" in "magebend" gendert.                       |
  | S. 221  "des Lampe" in "der Lampe" gendert.                       |
  | S. 222  "eine" in "einer" gendert.                                |
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Handbuch
                                                   der praktischen
                                                   Kinematographie

 Die verschiedenen Konstruktions-Formen des Kinematographen, die
 Darstellung der lebenden Lichtbilder sowie das kinematographische
 Aufnahme-Verfahren

                            Von F. Paul Liesegang.


                                  Inhalt:

  Wesen und Wirkungsweise des        | Das Arbeiten mit dem
    Kinematographen.                 |   Kinematograph.
  Der Kinematographen-Film.          | Ueber die Feuersgefahr bei
  Der Lichtbilder-Apparat.           |   kinematographischen
  Der Bewegungsmechanismus.          |   Vorfhrungen.
  Die Tre.                          | Vorfhrung und Programm.
  Die Blende.                        | Verbindung von Sprechmaschine
  Das Kinematographen-Werk.          |   und Kinematograph.
  Die optische Ausrstung.           | Fehlerhafte Erscheinungen beim
  Die Lichteinrichtungen.            |   Arbeiten mit dem
  Die Einstellung der Lichtquelle.   |   Kinematographen.
  Ausrstungsgegenstnde und         | Die Herstellung
  Aufstellung des Apparates.         |   kinematographischer Aufnahmen.

                           Mit 135 Abbildungen.


                Ed. Liesegang's Verlag, M. Eger, Leipzig
                                  1911.

                              Copyright 1911
                    by Ed. Liesegang's Verlag, M. Eger
                                 Leipzig.




Vorwort zur ersten Auflage.


Ich will hier nicht die Frage errtern, wie gro die Lcke ist, die dies
Buch etwa auszufllen berufen sein mchte. Ob ein Bedrfnis fr eine
solche Schrift vorhanden ist, das zu entscheiden, mu ich fglich der
Nachfrage berlassen.

Veranlat wurde ich zur Niederschrift durch vielfache Beschftigung mit
Kinematographen, wozu ich als Mitarbeiter einer Firma, die auf diesem
Gebiete ttig ist, reichliche Gelegenheit fand. Ferner durch die
Beobachtung, da so viele in der einen oder andern Sache nicht recht
Bescheid wissen, namentlich wenn es sich um die Optik handelt. Und das
ist ja schlielich kein Wunder. Wem von allen denen, die sich mit
kinematographischen Vorfhrungen befassen, bietet sich die Mglichkeit,
in allen Fllen Belehrung von Mund zu Mund und an Hand des Apparates zu
erhalten! Wie mancher ist vllig auf schriftliche oder gedruckte
Mitteilungen angewiesen! -- Ihnen sei dies Buch in erster Linie
gewidmet. Wenn auch andere hie und da Rat darin suchen, so ist sein
Zweck vllig erfllt.

Ich wei, der eine oder andere wird vermeinen, da ich pro domo
schreibe. Wer die Werke meines seligen Vaters, meines Bruders und meine
eigenen frheren Schriften kennt, wei, da solches nicht die Art
unseres Hauses ist, und wird dies Bedenken nicht teilen.

Ein Vorwurf wird mir aber vielleicht nicht erspart bleiben: da nmlich
einige wichtige Abschnitte fehlen. Man wird mir vorwerfen, da ich
nichts ber die Anwendungen dieser Kunst gesagt habe, nichts ber die
stereoskopische und Dreifarben-Kinematographie, nichts ber die
vielerlei bemerkenswerten Arbeiten, die sonst auf diesem Gebiete zu
verzeichnen sind. Vermissen wird man insbesondere auch ein Kapitel ber
die Geschichte des Kinematographen. -- All' das, denke ich, geht ber
den Rahmen dieses Buches hinaus, das ja lediglich eine praktische
Anleitung bieten soll. Doch mag ich jene interessanten Abschnitte nicht
vernachlssigt wissen: sie sollen mir Gegenstand einer besonderen Arbeit
sein.[A]

_Dsseldorf_, August 1907.

                                     Der Verfasser.

[A] Eine kleine Schrift, die das Gesamtgebiet der Kinematographie kurz
behandelt, ist inzwischen erschienen (vgl. die Anzeige Seite 323).




Vorwort zur zweiten Auflage.


Die vorliegende zweite Auflage hat eine starke Bearbeitung durchgemacht.
Es sind zwar seit der ersten Ausgabe nicht mehr als knapp 2-1/2 Jahre
verflossen; doch wurden in dieser Zeit die praktischen Erfahrungen um
ein gut Teil bereichert. Namentlich handelt es sich dabei um kleine
Einzelheiten, die an sich wenig hervorstechen, aber fr die Praxis von
Wichtigkeit sind. Mancherlei Anregung zu Ergnzungen erhielt ich durch
willkommene Anfragen von Lesern des Buches. Die allgemeine Anordnung und
Art der Abfassung habe ich beibehalten, da sie den Beurteilungen nach
den Zweck zu erfllen scheinen.

_Dsseldorf_, Januar 1911.

                                      Der Verfasser.




Inhaltsverzeichnis.

(Die beigefgten Zahlen bezeichnen die Seiten.)


                                                                      Seite

  Vorwort                                                               III

  Wesen und Wirkungsweise des Kinematographen                             1

  Der Kinematographen-Film                                               10

  Der Lichtbilder-Apparat                                                13

  Der Bewegungs-Mechanismus                                              18
    Allgemeine Anordnung (18). -- Ruckweise bewegte Zahntrommel
    (Malteserkreuz) (20). -- Der Schlger (23). -- Der Greifer (26).
    -- Klemmzug oder Nockenapparat (31). -- Auswahl der Systeme (33).

  Die Tre                                                               36

  Die Blende                                                             39

  Das Kinematographen-Werk                                               48
    Allgemeine Anordnung (48). -- Der Vorschub des Filmbandes (50). --
    Die Aufrollvorrichtung (53). -- Filmspule und feuersichere Trommel
    (56). -- Vorrichtungen zum Nachstellen des Filmbildes (58). -- Die
    Schonung des Filmbandes im Mechanismus (64). -- Selbstttige
    Feuerschutzvorrichtungen (66). -- Das Antriebswerk (69). --
    Ausfhrung des Kinematograph-Mechanismus und Auswahl (71). -- Das
    Gerusch des Kinematograph-Mechanismus (73). -- Verbindung des
    Werkes mit dem Projektionsapparat (75). -- Das Khlgef (84). --
    Wrmeschutz durch Gitter (87).

  Die optische Ausrstung                                                88
    Der Kondensor (88). -- Das Objektiv (89). -- Die Brennweite und
    ihre Bestimmung (91). -- Objektiv, Distanz und Bildgre (96). --
    Groe Lichtbilder auf kurze Distanz (99). -- Die Anpassung des
    Objektives an den Apparat (101). -- Auswechselbare Objektive
    verschiedener Brennweiten (105). -- Objektiv-Formeln (106). --
    Tabellen fr Brennweite, Distanz und Bildgre (114).

  Die Lichteinrichtungen                                                122
    Das elektrische Bogenlicht (122). -- Gleichstrom und Wechselstrom
    (123). -- Spannung, Stromstrke und Widerstand (123). -- Der
    Transformator (126). -- Der Umformer (129). -- Der
    Quecksilberdampf-Gleichrichter (132). -- Lichtmaschinen (135). --
    Die Bogenlampe (136). -- Der Widerstand (141). -- Zuleitung und
    Sicherung (142). -- Die Schalttafel (143). -- Stromstrke und
    Helligkeit (146). -- Die Kohlenstifte (147). -- Handhabung der
    Bogenlampe (148). -- Das Kalklicht (152). -- Die Stahlflasche
    (159). -- Das Druckreduzierventil (159). -- Inhaltsmesser und
    Inhaltsbestimmung (160). -- Der Kalklichtbrenner (161). -- Die
    Kalkstifte (161). -- Das Arbeiten mit Leuchtgas und komprimiertem
    Sauerstoff (163). -- Anwendung von komprimiertem Wasserstoff
    (164). -- Das Arbeiten mit dem Gasator (164). -- Das Arbeiten mit
    dem thersaturator (166). -- Fehlerhafte Erscheinungen beim
    thersaturator (168). -- Die Darstellung von Azetylen-Kalklicht
    (170). -- Retorte zur Selbstherstellung von Sauerstoff (171). --
    Das Waschgef (172). -- Material zur Sauerstoffentwicklung (173).
    -- Die Selbstbereitung von Sauerstoff (175). -- Der
    Sauerstoff-Generator (177). -- Herstellung und Verwendung von
    Braunsteinkuchen (177). -- Sauerstoff-Gasometer mit Tauchglocke
    (179). -- Wasserdruck-Gasometer (182). -- Selbstbereitung von
    Wasserstoff (186). -- Die Darstellung des Kalklichtes bei
    Anwendung von Gasometer oder Gassack (189).

  Die Einstellung der Lichtquelle                                       193

  Ausrstungsgegenstnde u. Aufstellung des Apparates                   195
    Das Stativ (195). -- Die Projektionswand (195). -- Der dunkle Raum
    (200). -- Projektion bei Tageslicht (201). -- Aufstellung des
    Apparates und Anordnung der Zuschauerpltze (202). -- Die
    Vervollstndigung der Ausrstung (204).

  Das Arbeiten mit dem Kinematograph                                    207
    Handhabung des Mechanismus (207). -- Aufrollen und Umrollen des
    Filmbandes (212). -- Verwendung endloser Films (214). -- Das
    Flimmern und Mittel zur Behebung bezw. Minderung dieses Uebels
    (216). -- Das Flickern (219). -- Die Projektion stehender
    Lichtbilder (220). -- Die Behandlung und Pflege der Films (221).
    -- Das Verkleben und Ausbessern der Films (224). -- Die
    Instandhaltung des Mechanismus (229).

  Ueber die Feuersgefahr bei kinematographischen Vorfhrungen           233

  Vorfhrung und Programm                                               245

  Verbindung von Kinematograph und Sprechmaschine                       255

  Fehlerhafte Erscheinungen beim Arbeiten mit dem Kinematograph         260
    Zerspringen der Kondensorlinsen (260). -- Beschlagen der Linsen
    (261). -- Schatten im Bildfeld (261). -- Teilweise Unschrfe des
    Bildes (262). -- Vllig verschwommene Bilder (263). -- Flimmern
    des Bildes (264). -- Flickern des Bildes (265). -- Regnen und
    Ziehen des Bildes (265). -- Falsche Einstellung der Blende (265).
    -- Vibrieren und Tanzen des Bildes (266). -- Springen des Bildes
    (268). -- Ueberhastete oder zu langsame Bewegungen im Lichtbilde
    (268). -- Rckwrts laufende oder schleifende Rder (269). --
    Fehlerhafte Transportierung des Filmbandes (269). -- Schieflaufen
    des Filmbandes auf der Transporttrommel (269). -- Schlechtes
    Funktionieren der Aufrollvorrichtung (270). -- Zerreien des
    Filmbandes oder Einreien der Perforation (270). -- Einrisse an
    der Perforation (271). -- Kratzen auf dem Film (271). -- Ansammeln
    von Staub auf dem Filmband (273). -- Abspringen der Schicht (273).
    -- Sprde- und Brchigwerden der Films (273). -- Fehlerhafte
    Erscheinungen bei endlosen Films (273). -- Entzndung des
    Filmbandes (274).

  Die Herstellung kinematographischer Aufnahmen                         275
    Der Aufnahme-Apparat (275). -- Das Stativ (284). -- Aufnahme-Film,
    Perforiermaschine und Mevorrichtung (285). -- Die Handhabung des
    Aufnahme-Apparates (288). -- Die Aufnahme (294). --
    Aufnahme-Vorrichtungen fr besondere Zwecke (299). -- Hilfsmittel
    zur Entwicklung der Films (302). -- Der Entwickler (306). -- Das
    Entwickeln der Films (308). -- Fertigmachen des Negativs (309). --
    Fehlerhafte Erscheinungen (311). -- Der Kopier-Apparat und das
    Kopieren der Films (312). -- Fertigmachen der Positivfilms (315).




Wesen und Wirkungsweise des Kinematographen.


Wie kommen die lebenden Bilder zustande? -- Es wird dazu eine groe,
ununterbrochene Reihe von Momentaufnahmen hintereinander gemacht; der
photographische Apparat schiet sozusagen wie ein Schnellfeuergeschtz
los, ohne eine Pause zu machen. Die dadurch gewonnenen Bilder werden
dann ebenso schnell dem Auge vorgefhrt und geben ihm die Anschauung des
lebenden Bildes, das alle Bewegungen der Szene getreulich wiedergibt.
Zur Vorfhrung eignet sich besonders die Projektion auf einen groen
Schirm; denn hier knnen viele Personen auf einmal das stark vergrerte
Lichtbild betrachten.

Wenn man sich nun den Apparat ansieht, welcher die Aufnahmen macht, und
den Vorgang des Photographierens verfolgt, so wird man wahrnehmen, da
doch zwischen den einzelnen Momentaufnahmen immer eine kleine Pause
liegt. Die Aufnahmen werden nmlich wie beim Kodak hintereinander auf
einen lichtempfindlichen Film gemacht, der hier sehr lang und schmal
ist. Dieses Filmband befindet sich auf einer Rolle, bewegt sich hinter
dem Objektiv her und wird dann auf eine zweite Rolle aufgewickelt. Zu
jeder Aufnahme wird die Bewegung des Filmstreifens unterbrochen; er
bleibt einen Augenblick (nur einen Bruchteil einer Sekunde) stehen, wird
rasch belichtet und dann stets um ein solches Stckchen weitergezogen,
da sich ein Bild genau an das andere reiht. So bekommen wir auf dem
Filmbande viele Hunderte, ja Tausende von kleinen Bildern.

Die Weiterbewegung des Film von einer Aufnahme zur andern, wenn sie auch
noch so rasch geschieht, nimmt nun immer eine gewisse Zeit in Anspruch,
und was jedesmal innerhalb dieser Zeit passiert, wird nicht
photographiert. Die bewegte Szene, welche wir kinematographisch
aufnehmen, wird daher nur sprungweise in einer Reihe von Einzel-Momenten
festgehalten.

Bei der Wiedergabe der kinematographischen Aufnahme haben wir demgem
auf dem Projektionsschirm in Wirklichkeit keine ununterbrochen
fortgesetzte Szene, sondern nur eine groe Reihe von Einzelbildern
dieser Szene, die rasch nacheinander gezeigt werden. Der Film wird auch
bei der Projektion sprungweise weiterbewegt; jedes Bild wird einzeln als
Lichtbild auf den Schirm geworfen, steht einen geringen Bruchteil einer
Sekunde still, um sofort dem nchsten Bilde Platz zu machen.

Und doch sehen wir nicht die Hunderte oder Tausende von Einzelbildern
jedes fr sich, sondern nur ein einziges Bild: Die Bewegung der Szene,
die in Wirklichkeit sprungweise vorrckt, erscheint uns ununterbrochen,
in sich geschlossen, so wie wir sie in der Natur wahrnehmen.

Wie ist das zu erklren? -- Die Erklrung dafr ist in einer
Eigenschaft, man kann auch sagen einer Unvollkommenheit unseres Auges zu
suchen. Wenn das Auge einen Eindruck aufnimmt, wenn z. B. pltzlich ein
Gegenstand vor uns auftaucht, so dauert es eine gewisse Zeit, bis uns
die Wahrnehmung des Gegenstandes zum Bewutsein gelangt.
Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge vergeht darber 1/10 bis
1/2 Sekunde. Ebenso lt das Auge einen Eindruck, welchen es empfangen
hat, nicht sofort wieder fahren; er bleibt eine kurze Zeit, wenn auch
nur einen Bruchteil einer Sekunde, haften. Bewegt man z. B. im Dunkeln
ein glimmendes Streichholz durch die Luft, so sieht man bei langsamer
Bewegung einen sich weiterbewegenden leuchtenden Punkt; bei rascher
Bewegung des Streichholzes aber sehen wir einen feurigen Streifen:
unser Auge kann dann die verschiedenen Eindrcke, die es so schnell
nacheinander empfngt, nicht mehr auseinander halten. So erscheint uns
auch der Blitz und der gewhnliche elektrische Funke, der doch von einer
Stelle zur andern berspringt, als ein einziges Band. Die
Gesichtseindrcke brauchen nur hinreichend schnell aufeinander zu
folgen, dann vermgen wir sie nicht mehr zu unterscheiden, und sie
verschwimmen ineinander.

Noch ein Beispiel! Bewegt man die Finger der ausgespreizten Hand nahe
vor dem Auge sehr rasch hin und her und blickt dabei auf die belebte
Strae, so nimmt man alles wahr wie sonst; wir bemerken garnicht, da
unser Auge jetzt nur stoweise von drauen Eindrcke empfngt, wir sehen
keine Unterbrechungen in den Bewegungen der Menschen und Wagen, wie sie
doch tatschlich durch das regelmige Abblenden der Finger
hervorgerufen werden. Nicht anders ist es bei der Vorfhrung des
Kinematographen. Auch hier bekommen wir durch Vermittlung der
Photographie stoweise zu sehen, was drauen whrend der Aufnahme
vorging; ist dabei die Aufeinanderfolge der Bilder hinreichend schnell,
so kann unser Auge die einzelnen Bilder nicht mehr unterscheiden, sie
verschwimmen ineinander und die Bewegung im Bilde wird flssig wie in
der Natur. Also auf einer Tuschung des Auges beruht dieser wunderbare
Effekt der lebenden Lichtbilder. Wie schnell mu nun die Weiterbewegung
des Filmbandes sein, damit das Auge einen einheitlichen,
ununterbrochenen Eindruck erhlt? -- Da sagt die Erfahrung: man mu in
der Sekunde 15 bis 20 Bilder zeigen. Es wird also von dem Apparat eine
ziemliche Leistung verlangt. Ebenso schnell wie die Vorfhrung mu
natrlich die photographische Aufnahme vor sich gehen, sonst wird die
Bewegung unwahr. Wenn man beim Photographieren z. B. nur 10 Bilder in
der Sekunde machte und nachher bei der Projektion 20 Bilder in der
Sekunde zeigte, so wrde jede Bewegung in doppelter Geschwindigkeit
erscheinen, ein gehender Mann wrde laufen. In Kinematographen-Theatern
wird dieser Fehler zuweilen gemacht.

Sowohl bei der kinematographischen Aufnahme wie beim
Projektionsverfahren ist das Bemerkenswerteste der
Bewegungs-Mechanismus. Der Aufnahme-Apparat an sich entspricht der
gewhnlichen photographischen Kamera: es ist ein lichtdichter Kasten,
vorne mit Objektiv versehen. An der Hinterseite, der Linse gegenber,
luft das Filmband und wickelt sich von einer Rolle zur zweiten ab; eine
drehbare Verschlublende, die im Einklange mit dem in den Kasten
eingebauten Bewegungs-Mechanismus arbeitet, ffnet und schliet
abwechselnd das Objektiv. Die Projektions-Einrichtung andrerseits
besteht wie jeder Lichtbilder-Apparat aus einem Gehuse mit der
Lichtquelle, die hier sehr hell sein mu, dem Beleuchtungslinsen-System
(Kondensor) und dem Objektiv; der Bewegungs-Mechanismus ist vor dem
Kondensor derart angebracht, da das Filmbildchen gleichmig beleuchtet
wird. Auch hier sorgt eine Verschlublende dafr, da whrend der
Weiterbewegung des Filmbandes das Licht abgesperrt wird.

In beiden Fllen ist die Aufgabe des Bewegungs-Mechanismus dieselbe: er
soll das Filmband ruckweise um ein immer gleiches kleines Stckchen
durch den Apparat ziehen und dabei soll der Film an der Stelle, wo das
Licht auftrifft, 15 bis 20 mal in der Sekunde einen Moment ruhig stehen
bleiben. Es liegt daher nahe, denselben Mechanismus sowohl bei der
photographischen Aufnahme wie beim Projizieren zu benutzen, und man hat
auch Apparate gebaut, bei denen die beiderseitige Verwendung vorgesehen
ist. Aber diese Kombination ist nicht empfehlenswert; denn ein guter,
zweckmig konstruierter Aufnahme-Mechanismus liefert uns, in den
Projektions-Apparat eingesetzt, keineswegs eine ideale Wiedergabe der
Bilder. Die Anforderungen an den Bewegungs-Mechanismus sind nmlich in
beiden Fllen verschieden, und sie sind namentlich sehr hoch bei der
Projektion. Im photographischen Apparat, also bei der Aufnahme, hat der
Mechanismus nur dafr zu sorgen, da das Filmband ruckweise
durchgefhrt und gleichmig belichtet wird; bei der Projektion ist es
damit nicht getan: die Wiedergabe der lebenden Bilder soll vor allem
auch unserem Auge gefallen, und unser Auge ist kritisch.

Wer hat nicht schon bei der Vorfhrung mit dem Kinematograph ein
gewisses Flimmern des Lichtbildes wahrgenommen! Woher rhrt dieses
Flimmern und wie ist es zu vermeiden?

Wir haben uns vorher klar gemacht, wie die lebenden Lichtbilder
entstehen, und gefunden, da unser Auge sich etwas vortuschen lt. Es
wird da eine groe Reihe von Bildern rasch nacheinander vorgefhrt;
jedes Bild bleibt einen Moment stehen und wird dann gegen das nchste
gewechselt. Jedesmal nun, wenn der Filmstreifen um ein Bild
weitergezogen wird, tritt die Verschlublende in Ttigkeit und macht den
Projektionsschirm dunkel; denn das Weiterrutschen des Filmbandes mu ja
unserm Auge verborgen bleiben. Nach jedem Bilde gibt es also eine kurze,
dunkle Pause. Aber unser Auge, wenn es sich auch tuschen lt und statt
der sprungweise sich folgenden Einzelbilder ein einziges Bild mit
ununterbrochener Bewegung zu sehen glaubt, merkt doch, da etwas nicht
in Ordnung ist, da etwas dabei anders ist als beim Schauen in der
Natur: es nimmt den Wechsel zwischen Hell und Dunkel wahr, es sagt uns:
das Bild flimmert.

Wer vorher, als wir darber sprachen, das Experiment mit den Fingern
gemacht hat, wird ein gleiches Flimmern beobachtet haben. Machen wir es
nun nochmals, bewegen wir die Finger der ausgespreizten Hand nahe vor
dem Auge hin und her, zuerst langsam und dann schneller! Da sehen wir:
bei langsamer Bewegung ist das Flimmern sehr unangenehm, je schneller
aber die Bewegung wird, desto weniger strt es. Da haben wir's: wir
mssen den Apparat einfach rascher drehen! Und gewi, wenn Sie es jetzt
probieren knnten, wrden Sie sehen, da das Flimmern dadurch schwcher
wird. Das ist tatschlich ein einfaches Aushilfsmittel, um einen stark
flimmernden Kinematograph ruhiger zu machen. Aber dies Mittel hat einen
bsen Nachteil: die Bewegungen im Bilde werden unnatrlich rasch, wirken
berstrzt und auerdem ist die Vorfhrung viel schneller zu Ende. Wenn
man da abhelfen wollte, mte auch die kinematographische Aufnahme
entsprechend schneller gemacht werden; statt 15 bis 20 Bilder mten wir
40 oder mehr Bilder in der Sekunde aufnehmen. Das geht wohl, doch dann
wird das Filmband zwei- oder noch mehrmal so lang, und wohin sollen wir
da kommen, wenn die ohnehin so langen Films noch um ein solches Ma
verlngert werden mten.

Es ist also auf andere Weise eine Beseitigung oder wenigstens
Verminderung des Flimmerns anzustreben. Und die lt sich erreichen
durch entsprechende Konstruktion des Bewegungs-Mechanismus. Darauf
bringt eine einfache Ueberlegung. Nehmen wir an, es wrden 15 Bilder in
der Sekunde gezeigt; wir wissen, da jedes der Bilder eine kurze Zeit
stehen bleibt und dann weiterbewegt wird. Fr Ruhestellung und
Weiterbewegung zusammen steht mithin auf jedes einzelne Bild die Zeit
von 1/15 Sekunde zur Verfgung. Wenn wir nun ferner annehmen, da der
Apparat zur Weiterbewegung des Bildes ebensoviel Zeit braucht, wie er
dem Bilde zur Ruhe gnnt, so bekommen wir auf dem Projektionsschirm
einen gleichmigen Wechsel von Hell und Dunkel: jedes Lichtbild steht
1/30 Sekunde und dann folgt ihm eine ebenso lange dunkle Pause.

Bei einem Apparat, der in diesem Tempo arbeitet, wird man ein starkes
Flimmern wahrnehmen. -- Warum, hre ich Sie sagen, macht man denn die
dunklen Pausen nicht krzer? -- Gewi, in dieser Frage liegt auch
erfahrungsgem die Lsung der Aufgabe, das Flimmern zu verringern; der
Apparat mu die Bilder mglichst rasch wechseln, dann werden die dunklen
Pausen recht kurz und jedes Bild kann entsprechend lnger stehen
bleiben. Wir nahmen an, da fr Ruhestellung und Bildwechsel zusammen
1/15 Sekunde zur Verfgung stnde. Wenn nun z. B. der Apparat statt der
Hlfte dieser Zeit nur 1/5 derselben zum Wechseln des Bildes braucht, so
bleiben 4/5 davon fr die Ruhestellung des Bildes brig; der
Wechselvorgang nimmt dann immer nur 1/75 Sekunde in Anspruch, whrend
jedes Bild etwa 1/19 Sekunde stehen bleibt. Bei solchem Tempo wird das
Flimmern schon bedeutend geringer; es ist augenscheinlich, da man das
Flimmern noch weiter verringern kann, indem man den Apparat noch
schneller wechseln lt.

Noch eins ist zu bedenken. Der Vorgang des Wechselns wird durch eine
Blende verdeckt. Im Moment, wo der Wechselvorgang beginnt, mu die
Blende aber schon das Bild verschlossen haben und sie darf erst wieder
ffnen, nachdem die Wechslung beendet ist. Es liegt auf der Hand, da
die Blende sowohl zum Schlieen wie auch zum ffnen eine gewisse Zeit
braucht, und diese beiden Zeiten bedeuten fr uns einen Verlust, sie
verlngern die dunkle Pause. Man mu daher bestrebt sein, die
Abblendevorrichtung so zu gestalten, da sie zum Schlieen und ffnen
mglichst wenig Zeit braucht.

Wenn also der Konstrukteur einen flimmerfreien Apparat bauen will, so
mu er ihn nach diesen Gesichtspunkten ausarbeiten. Er wird naturgem
versuchen, den Wechsel der Bilder mglichst schnell zu machen und damit
die dunkle Pause, welche den eigentlichen Anla zum Flimmern gibt,
soweit es geht, zu verkrzen. Aber andere Fehler setzen ihm darin bald
eine Grenze: je strker er das Tempo macht, desto grer werden die
Schwierigkeiten, diese neuen Fehler zu berwinden.

Da ist zunchst das Vibrieren des Bildes. Jeder, der fters bei
kinematographischen Vorfhrungen Zuschauer war, wird wohl schon ein mehr
oder minder starkes Vibrieren bemerkt haben: das Lichtbild, anstatt
ruhig zu stehen, tanzt auf und ab. Dieser belstand wrde nicht
auftreten, wenn der Apparat absolut exakt wechselte, wenn also jedes
Bild genau an die Stelle des vorhergehenden Bildes gebracht wrde. Nun
mu man bedenken, der Bildwechsel wird dadurch bewirkt, da das Filmband
einen pltzlichen Ruck erhlt; bei dieser stoweisen Vorwrtsbewegung
wird aber der Film das Bestreben haben, ein Stckchen weiter zu fliegen
als er soll, und wenn man keine Vorkehrungen dagegen treffen wrde, so
wre ein wildes Auf- und Abspringen des Bildes die Folge. Um da Abhilfe
zu schaffen, mu man den Film bei der raschen Vorwrtsbewegung bremsen,
und dies geschieht durch Federn, welche auf das Filmband drcken und es
an der Stelle, wo das Licht den Film kreuzt, festklemmen. Es ist aber
leicht ersichtlich, da es um so schwerer sein wird, vllige Abhilfe fr
das Vibrieren zu schaffen, je strker der Ruck ist, je rascher also der
Apparat wechselt.

Das Vibrieren kann auch die Folge einer mangelhaften Ausfhrung des
Apparates sein, indem Teile des Bewegungs-Mechanismus Spiel haben. Man
mu natrlich einen Apparat exakter Ausfhrung verlangen; aber das ist
nicht genug: das Werk mu auch dauerhaft gebaut sein, damit es selbst
bei langem Gebrauch nicht ausleiert. Und dabei ist wieder zu bedenken,
da die Beanspruchung des Bewegungs-Mechanismus strker wird, wenn man
ihn, um das Flimmern zu vermeiden, in rascherem Tempo arbeiten lt.

Von grter Wichtigkeit fr den Besitzer des Kinematographen ist aber
die Schonung des Filmbandes. Es gilt davon dasselbe wie vom Mechanismus:
die Beanspruchung wchst mit dem Tempo. Der Film wird nicht nur mit
ungeheurer Geschwindigkeit vorwrtsgerissen, sondern auch noch, um das
Vibrieren zu vermeiden, gehemmt, wodurch der Ruck bei der Weiterbewegung
umso krftiger wird. Der Konstrukteur, welcher das Flimmern auf das
Mindestma bringen will, hat also auch noch die Aufgabe zu lsen, das
Filmband so zu fhren, da es im Bewegungs-Mechanismus keinerlei
Beschdigungen erleidet.

Auf Grund der Erfahrungen, die im Laufe der Jahre im Bau von
Kinematographen gesammelt wurden, ist man heute in der Lage, Apparate
herzustellen, die allen diesen Anforderungen in hohem Mae gerecht
werden. Eine durchaus befriedigende Vorfhrung lt sich aber nur mit
tadellosen Films erzielen. Zuweilen sieht man auf der Projektionswand
ein heftiges Flickern und Regnen, namentlich in den hellen Teilen
des Bildes, wie im Himmel. Diese ble Erscheinung, die oft mit dem
vorher besprochenen Flimmern verwechselt wird, rhrt von Kratzen und
Schrammen im Film sowie von Lchern in der Bildschicht her. Auch das
Tanzen des Lichtbildes kann durch den Film verursacht werden, sei es,
da die Perforation ausgeleiert ist oder da die Bilder beim Aufnehmen
oder Kopieren nicht in genau gleichmiger Folge, mit genau gleichen
Abstnden, aufgetragen sind. Gegen solche Fehler vermag der beste
Apparat nicht zu helfen.

Bevor ich Sie nun in die Werksttte fhre, um Ihnen die Konstruktion des
Kinematographen in ihren Einzelheiten zu zeigen, wollen wir uns das
Filmband nher ansehen.




Der Kinematographen-Film.


Der Kinematographen-Film, wie er zur Projektionsvorfhrung dient, ist
ein langer, schmaler Zelluloidstreifen, welcher mit der photographischen
Bildschicht versehen ist. Darauf befinden sich die Bilder, und zwar
steht immer eines unmittelbar ber dem andern. Fr die Breite des
Filmbandes und die Gre der Bilder darauf sind jetzt allgemein die Mae
eingefhrt, die Edison bei seinem Kinetoskop benutzte: der Film ist
35 mm breit, die Bilder darauf 25 mm breit und 19 mm hoch.

[Illustration: Fig. 1. Kinematographen-Film.]

Auf ein Meter Film kommen also ber 50 Bilder, auf ein 20 Meter langes
Band ber 1000 Bilder, und da in der Sekunde 15 bis 20 Bilder gezeigt
werden, so dauert die Vorfhrung eines solchen Bandes im Durchschnitt
etwa eine Minute. Films von mehreren hundert Meter Lnge sind heutzutage
nichts Besonderes mehr.

Der ungefhr 1/2 cm breite Rand, welcher rechts und links von den
Bildern bleibt, ist in regelmiger Folge mit Lchern versehen, man
sagt: perforiert, und zwar so, da auf jedes Bild beiderseits 4 Lcher
kommen. Diese Perforation ist fr die Weiterbewegung des Bandes von
groer Bedeutung. Die Trommeln, ber welche der Film luft, werden
nmlich am Rande mit Zhnen ausgerstet, die in die Lcher eingreifen,
und das Filmband erhlt dadurch eine gleichmige, sichere Fhrung. Wie
wir schon vorher berlegt haben, mu die ruckweise Weiterbewegung des
Filmbandes mit grter Genauigkeit vor sich gehen; denn sonst hat sie
ein Auf- und Abspringen oder Tanzen des Bildes zur Folge. Hier ein
Beispiel. Nehmen wir an, das Bild wrde in Gre von 2  2-1/2 Metern
projiziert -- wir haben dann eine 100fache Vergrerung. Wenn nun beim
Wechseln der Film nur um 1/5 Millimeter zu wenig oder zu viel
weiterbewegt wird, so kommt dieser Fehler auf dem Schirm ebenfalls in
100 facher Vergrerung zum Vorschein; das Bild, welches nach erfolgter
Wechslung projiziert wird, verschiebt sich also gegen das vorhergehende
um 2 Zentimeter. Wenn wir ein 4  5 Meter groes Lichtbild herstellen
und der Fehler bei der Weiterbewegung gar 1/2 Millimeter betrgt, so
wrde das Bild auf dem Projektionsschirm um 10 Zentimeter springen.

Die Genauigkeit der Bildwechslung, deren Notwendigkeit sich an diesen
Beispielen ermessen lt, wird durch die Perforation wesentlich
erleichtert; ja ohne die Perforation wrde es kaum mglich sein, ein
hinreichend exaktes Arbeiten zu erreichen. Man mu nmlich in Rechnung
ziehen, da das Filmband Witterungseinflssen unterworfen ist und mit
Vernderungen im Feuchtigkeitsgehalt der Luft lnger bezw. krzer wird,
da ferner auch das Metall des Bewegungs-Mechanismus bei
Temperaturvernderungen sich ausdehnt oder zusammenzieht. Diese
Abweichungen, so gering sie auch sein mgen, mten unbedingt Fehler
hervorrufen, wenn sie nicht durch die bei jedem Bilde regelmig
wiederkehrende Lochung ausgeglichen wrden. Es kommt noch dazu, da die
Bildhhe bei Films verschiedener Fabrikate nicht absolut gleich ist; der
Unterschied ist zwar oft bei oberflchlicher Betrachtung kaum zu sehen,
er zeigt sich aber, wenn man ein lngeres Stck von zwei verschiedenen
Films gegeneinander hlt, indem sich die Lcher dann nach und nach
gegeneinander verschieben. Auch hier schafft die Perforation einen
Ausgleich; sie macht es mglich, solch verschiedene Films mit einem und
demselben Apparat tadellos vorzufhren.

Die Form der Lcher, welche frher bei verschiedenen Fabrikaten
abweichend war, ist jetzt durchweg eine einheitliche geworden, und zwar
stellt sie ein lngliches Viereck mit abgerundeten Ecken dar.

Wenn man einen Kinematographen-Film in die Hand nimmt, wird man leicht
die Schichtseite, welche die photographischen Bilder enthlt, erkennen.
Diese Seite mu besonders geschont und gegen Verkratzen geschtzt
werden. Das Zelluloid, woraus der Film besteht, ist ferner sehr leicht
entzndlich und verbrennt mit groer Heftigkeit; man mu deshalb
entsprechende Vorsicht walten lassen. Es wird jetzt indessen auch schwer
brennbares Filmmaterial hergestellt, bei dem die Brandgefahr fortfllt.

Kinematographen-Films werden heute in groem Mastabe fabrikmig
hergestellt und es ist staunenswert, welche Auswahl an Sujets da geboten
wird. Wer die Vorfhrung von lebenden Lichtbildern unternimmt,
braucht sich daher nicht notwendigerweise mit der Herstellung
kinematographischer Aufnahmen zu befassen, es sei denn, da er Wert
darauf legt, eigene zu bringen. Wie die Films angefertigt werden, wird
weiter unten beschrieben -- zunchst wollen wir uns den
Vorfhrungsapparat ansehen.




Der Lichtbilder-Apparat.


Zur Vorfhrung der lebenden Lichtbilder gehren ein Lichtbilder-Apparat
und der Bewegungs-Mechanismus; man nennt letzteren, oft auch die ganze
Einrichtung, kurzweg Kinematograph. Der Projektions- oder
Lichtbilder-Apparat ist an sich nichts anderes als eine Laterna Magika;
die Wissenschaft hat aber aus diesem alten Kinderspielzeug ein
vollkommenes und uerst wertvolles Instrument gemacht, das heute in
Hunderten von Lehranstalten und bei Tausenden von Vortrgen dazu benutzt
wird, photographische Glasbilder in starker Vergrerung als Lichtbilder
auf eine weie Wand zu werfen. Von dem Werte dieser Vorfhrungen kann
man sich erst einen richtigen Begriff machen, wenn man einmal gesehen
hat, wie ein groer Saal voll Menschen die riesigen, hell leuchtenden
Bilder betrachtet und gleichzeitig den Erklrungen des Vortragenden
lauscht.

[Illustration: Fig. 2. Lichtbilder-Apparat.]

Wie sieht nun ein solcher Lichtbilder-Apparat aus? Was man von auen
daran sieht, ist recht einfach: es ist ein Lampenkasten oder Gehuse,
an der Seite mit einer Tre, hinten mit einer Klappe versehen und oben
mit einem Kaminaufsatz; vorne ist ein Metallrohr, woran ein zweites
kleineres Rohr steckt und zwischen Gehuse und dem ersten Rohr ein
breiter Schlitz, das ist Bhne, worein die Bilder geschoben werden.
Die Hauptsache aber steckt im Innern, und wenn wir den Apparat ffnen,
so sehen wir im Gehuse zunchst eine hellbrennende Lampe. Das kann
eine elektrische Lampe sein, oder eine Kalklichtlampe, eine
Azetylenlampe, eine Gas- oder Spiritus-Glhlichtlampe oder auch eine
Petroleumlampe. Alle diese Lichtarten werden im Projektionsapparat
verwendet, aber sie sind nicht alle gleich gut. Am besten ist ein recht
helles Licht, und da steht obenan das elektrische Bogenlicht, dann kommt
das Kalklicht, in dritter Linie das Azetylenlicht. Gas- und
Spiritus-Glhlicht sowie Petroleumlicht kommen zuletzt und sind zu
Vorfhrungen in greren Rumen nicht mehr hell genug.

Diese Lampen werden wir spter noch genauer betrachten; aber was gibt es
im Apparat weiter zu sehen? Fangen wir an bei dem vorderen, kleinen
Rohrstck. Es enthlt zwei Paar Linsen, von denen eines verkittet ist,
whrend das andere Paar durch einen schmalen Ring getrennt ist. Diese
Linsenzusammenstellung bildet einen wichtigen Bestandteil des Apparates:
sie dirigiert die Lichtstrahlen derart, da auf der Wand das Lichtbild
entsteht. Ein Zahntrieb am Rohrstck dient dazu, das Bild scharf
einzustellen. Whrend von der Lichtquelle die Helligkeit des Lichtbildes
abhngt, wird durch die Beschaffenheit dieses Linsensystems, das man
Objektiv nennt, die Schrfe des Bildes bedingt.

Ein weiteres Linsenpaar, Kondensor genannt, befindet sich vorne im
Gehuse; es sind zwei groe, gewlbte Linsen, die in eine Messingfassung
verschraubt sind. Diese dienen dazu, mglichst viele Strahlen der
Lichtquelle aufzufangen und durch das Glasbild, welches projiziert
werden soll, zur Verarbeitung ins Objektiv zu schicken.

Die Abbildung (Fig. 3) zeigt schematisch die Anordnung des
Lichtbilderapparates. L ist die Lichtquelle, C der Kondensor, B das
Glasbild und O das Objektiv. R und S sind zwei Rohrstcke, welche sich
bereinander schieben. Diese Rohrstcke knnen aber auch fortfallen,
wenn man das Objektiv durch einen Trger T befestigt, wie er in der
Figur durch punktierte Linien angedeutet ist; in diesem Falle bleibt
zwischen Gehuse und Objektiv ein freier Raum.

[Illustration: Fig. 3. Schema des Lichtbilder-Apparates.]

Photographische Glasbilder gibt's im Handel in groer Auswahl; ja man
bekommt kuflich und leihweise zusammengestellte Serien von
solchen Bildern mit ausgearbeiteten Vortragstexten aus allen
Wissenschaftsgebieten. Leider ist es zu keinem Einheitsma fr diese
Glasbilder gekommen; es gibt solche in der Gre 8-1/4  8-1/4 cm und
8-1/2  10 cm. Diese Formate geben aber nur die Auenmae an; das
Innenma, d. h. das eigentliche Bild selbst, ist in beiden Fllen
dasselbe, und zwar etwa 7  7 cm. Es gibt Bildhalter, in welche man
beide Gren durcheinander einsetzen und rasch auswechseln kann.

Die Linsen des Kondensors mssen, um das Glasbild bis in die Ecken
gleichmig zu beleuchten, einen Durchmesser von mindestens 10 cm haben;
vielfach nimmt man die Linsen etwas grer. Wer sich nicht an das im
Handel eingefhrte Innenma 7  7 cm hlt, sondern grere Bilder
verwendet, ist natrlich auf einen entsprechend greren Kondensor
angewiesen. Darber spter mehr.

Wir kommen nun zur kinematographischen Projektion. Da hat der
Lichtbilderapparat dieselbe Aufgabe zu erfllen, nur tritt an Stelle des
Glasbildes das viel kleinere Filmbild. Von der Konstruktion des
Bewegungsmechanismus, der die Filmbilder transportiert, wollen wir
zunchst absehen, und nur berlegen, an welcher Stelle wir den Film am
besten durch den Apparat fhren mssen. Da zeigt es sich, da es
unvorteilhaft ist, wenn man den Film direkt vor dem Kondensor laufen
lt, also an der Stelle, wo sich sonst das Glasbild befindet. Die
Abbildung Fig. 4 gibt darber Aufklrung. F ist der Film und f f eines
der Bildchen, das gerade projiziert werden soll. Da dies Bildchen nur
2  2-1/2 cm gro ist, so wird nur ein geringer Teil des Lichtes,
welches der Kondensor zum Objektiv schickt, das Filmbild treffen; die
grte Menge der Strahlen geht unbenutzt drber und drunter und an den
Seiten des Bildchens hinweg. Bei solch schlechter Lichtausnutzung mu
die Projektion dementsprechend lichtschwach ausfallen.

[Illustration: Fig. 4. Anordnung des Filmbandes im Lichtbilder-Apparat.]

[Illustration: Fig. 5.]

Dem ist aber leicht abzuhelfen. Wie aus der Abbildung ersichtlich,
werden die Lichtstrahlen vom Kondensor in einem Kegel zum Objektiv
geworfen; wir brauchen daher den Film nur ein Stck nach dem Objektiv
hin zu bewegen, um alles Licht auf das Filmbildchen zu konzentrieren und
voll auszunutzen. Wenn wir also den Bewegungsmechanismus so vor den
Lichtbilderapparat bringen, da der Film den Strahlenkegel kreuzt, wie
es in Figur 5 angedeutet ist, so werden wir ein mglichst helles
Lichtbild bekommen.

Noch eines ist zu berlegen. Die kinematographische Projektion erfordert
eine strkere Vergrerung als die Projektion von Lichtbildern, da ja
das Filmbildchen viel kleiner ist als das Glasbild. Die strkere
Vergrerung wird erreicht durch Anwendung eines Objektivs von krzerer
Brennweite; man nennt die hierzu benutzten Instrumente
Kinematograph-Objektive.

Nachdem wir nun die Anordnung des Lichtbilderapparates kennen gelernt
haben, wollen wir zur Behandlung des Kinematograph-Mechanismus
bergehen.




Der Bewegungsmechanismus.


Allgemeine Anordnung.

ber die Anforderungen, die an den Bewegungsmechanismus zur Projektion
der kinematographischen Bilder gestellt werden, wurde schon gesprochen,
desgleichen ber die Mittel zur Lsung der verschiedenen Aufgaben. Wir
fanden: der Film mu ruckweise weiterbewegt werden, und zwar derart, da
die Zeit der Weiterbewegung mglichst kurz ist, indem durch ein starkes
Tempo der belstand des Flimmerns verringert wird. Ferner mu man den
Film, um das Vibrieren oder Tanzen des Lichtbildes zu vermeiden, an der
Stelle, wo er vom Lichte gekreuzt wird, bremsen, und dies geschieht
durch Federn, die auf den Rand des Filmbandes drcken und es
festklemmen. Schlielich hrten wir, da die Weiterbewegung
des Filmbandes durch eine Blende verdeckt wird, und diese
Abblendevorrichtung sollte so konstruiert sein, da sie zum Schlieen
und ffnen mglichst wenig Zeit braucht.

Hiernach sind es also insbesondere drei Teile, denen wir unsere
Aufmerksamkeit zuwenden mssen: erstens der Mechanismus, welcher die
ruckweise Weiterbewegung bewirkt, zweitens die Bremsvorrichtung und
drittens die Blende. Wenn wir ber die Konstruktion dieser Teile im
klaren sind, wird es uns leicht sein, den Apparat zu vervollstndigen;
denn es fehlt dann im wesentlichen nur das Antriebswerk, welches die
Teile verbindet, sowie die Ab- und Aufrollvorrichtung fr das Filmband.
Eine wichtige Anforderung an den Apparat drfen wir aber dabei nicht
auer acht lassen: die Schonung des Filmbandes; bei allen Teilen, die
mit dem Film in Berhrung kommen, mu hierauf Rcksicht genommen
werden.

[Illustration: Fig. 6.]

Es wird das Verstndnis wohl erleichtern, wenn ich zunchst eine
bersicht der Anordnung gebe. Ich nehme dazu eine perspektivische
Abbildung (Fig. 6) zu Hilfe. Das Filmband ist aufgerollt auf eine Spule
R und luft von dort zur Projektionsstellung, wo gleichzeitig die
Bremsung durch Federn angebracht ist. Man bezeichnet diesen Teil des
Apparates gewhnlich als Tre (in der Abbildung mit T bezeichnet); er
kann aber gerade so gut Fenster genannt werden, da er eine ffnung fr
die Lichtstrahlen besitzt, welche das Filmband kreuzen. Darnach luft
der Film durch den Bewegungsmechanismus, der ihm die ruckweise
Weiterbewegung gibt und der in der Figur durch die Zahntrommel W
angedeutet ist, und gelangt schlielich zur Spule S, wo das Filmband
wieder aufgerollt wird. Vor dem Objektiv O dreht sich die Blende B,
welche dazu dient, den jeweiligen Bildwechsel zu verdecken. Der
Vollstndigkeit halber ist die Laterne mit Kondensor C und Lichtquelle L
mit eingezeichnet; der Strahlengang ist durch punktierte Linien
angedeutet. In die Skizze habe ich absichtlich nur die wesentlichen
Bestandteile des Apparates aufgenommen, um die bersichtlichkeit nicht
zu stren. Was alles noch zur Vervollstndigung eines durchgearbeiteten
Kinematographen gehrt, werden wir spter finden.

Die ruckweise Weiterbewegung des Filmbandes kann auf verschiedene Weise
erreicht werden. Es gibt sogar eine groe Zahl von Mglichkeiten, diese
Aufgabe zu lsen, doch findet man in der Praxis verhltnismig nur
wenige Konstruktionen angewandt. Ich will mich auf die Beschreibung
dieser beschrnken und kann das um so mehr tun, als die Haupttypen
darunter vertreten sind. Alle Lsungen zu bringen, wrde auch nur
verwirren. Unter den Konstruktionen, welche besprochen werden sollen,
kann man vier Arten unterscheiden: bei der ersten erfolgt die
Weiterbewegung des Filmbandes durch eine ruckweise bewegte Trommel, bei
der zweiten wird der Film mit Hilfe eines Exzenters vorwrts geschlagen
oder gestoen, bei der dritten wird der Film durch Greifer weiter
gezogen, whrend bei der vierten die Weiterbewegung durch einen Klemmzug
erfolgt. Nach dieser Einteilung wollen wir die Wechselmechanismen
betrachten.


Ruckweise bewegte Zahntrommel (Malteserkreuz).

Wie wir bereits erfuhren, ist das Filmband, um die genaue Weiterbewegung
zu ermglichen, an den Rndern mit einer regelmigen Lochung oder
Perforation versehen, und die Trommeln, die zum Transport des Bandes
dienen, haben beiderseits einen Kranz von Zhnen, die in die Lcher
eingreifen. Wenn man nun den Film gegen eine solche gezahnte Trommel
legt und ihn durch eine federnd aufliegende Rolle dagegen drckt, so ist
er gezwungen, alle Bewegungen der Trommel mitzumachen.

[Illustration: Fig. 7. Malteserkreuz.]

Eine der einfachsten Vorrichtungen, mittels welcher man der Trommel und
damit auch dem Filmbande eine ruckweise oder, wie man auch sagt,
intermittierende Bewegung geben kann, ist das sogenannte Malteserkreuz,
dessen Anordnung aus der Abbildung Fig. 7 ersichtlich ist. Auf der Achse
der Trommel W, fest mit letzterer verbunden, sitzt eine sternfrmige
Scheibe S, welche mit einer kreisfrmigen Scheibe A in Berhrung steht.
Diese Scheibe A, die in der Figur schraffiert dargestellt ist, ist auf
gleicher Achse fest verbunden mit einer etwas greren, ebenfalls
kreisfrmigen Scheibe B. Auf letzterer befindet sich ein Stift E an der
Stelle, wo die Scheibe A mit einem kleinen runden Ausschnitt versehen
ist. Wenn man nun das Scheibenpaar A B dreht, so schleift zunchst die
Sternscheibe, ohne sich zu bewegen, auf der Scheibe A, bis der Stift E
in den Stern eingreift; die Scheibe A gibt gleichzeitig infolge ihres
Ausschnittes an dieser Stelle die Sternscheibe frei, letztere kann dem
Drucke des Stiftes folgen und wird nun herumgedreht. Beim jedesmaligen
Eingriff des Stiftes erhlt die Sternscheibe und damit auch die
Zahntrommel 1/4 Umdrehung. Wenn nun die Trommel so bemessen ist, da
genau vier Filmbildchen auf ihren Umfang gehen, so wird sie bei 1/4
Umdrehung das Filmband gerade um ein Bild vorwrts bewegen.

Durch diesen Mechanismus wird also eine ruckweise Bewegung der Trommel
und des Filmbandes bewirkt; es folgen sich in regelmigen Intervallen
Ruhe und Weiterbewegung um jeweils ein Bild. Bemerkenswert ist dabei,
da die Trommel in der Ruhestellung absolut fest steht und dem Film
whrend dieser Zeit eine unbewegliche Lage sichert. Sobald nmlich der
Eingriff E die Sternscheibe verlassen hat, schleift letztere in innigem
Kontakt auf der Scheibe A, wodurch dem Stern wie auch der Trommel jede
Mglichkeit, sich zu bewegen, genommen ist.

Das Scheibenpaar A B mu vermittelst einer bersetzung einen
gleichmigen Antrieb erhalten, derart, da es 15 bis 20 Umdrehungen in
der Sekunde macht; es werden dann ebenso viele Bildwechslungen
stattfinden, indem jede Umdrehung der Scheiben eine einmalige
Weiterbewegung des Filmbandes bewirkt.

[Illustration: Fig. 8.]

Wie ist nun bei dieser Konstruktion das Verhltnis zwischen Zeit der
Weiterbewegung und Zeit der Ruhe? -- Dieses Verhltnis hngt ab vom
Grenverhltnis der Sternscheibe zur Eingriffscheibe. Um eine lange
Ruhestellung und eine recht kurze Weiterbewegung zu bekommen, wie es zur
Erzielung flimmerfreier Bilder erforderlich ist, brauchen wir nur das
Scheibenpaar A B sehr gro zu nehmen. Die Abbildung Fig. 8 wird das
veranschaulichen. Solange die Sternscheibe S mit dem schraffierten Teil
der Scheibe A in Berhrung ist, steht erstere still; die Wechslung
wickelt sich whrend der kurzen Zeit ab, wo der Eingriff bei dem nicht
schraffierten Teil in Ttigkeit tritt. Man knnte durch weitere
Vergrerung des Scheibenpaares A B ein beliebig starkes Tempo
erzielen, doch gibt's da praktisch bald eine Grenze; denn der
unvermeidliche Schlag, mit welchem der Stift in den Stern einsetzt, wird
in gleichem Mae strker und stellt schlielich unerreichbare Ansprche
an Material und Konstruktion.

Das Malteserkreuz wird bei Kinematographien vielfach angewandt. Die
Ausfhrung mu sehr exakt und gediegen sein, wenn die Transportierung
des Filmbandes genau ausfallen und der Mechanismus auch bei lngerem
Gebrauch nicht durch Abschleien untauglich werden soll.

Die ruckweise Weiterbewegung der gezahnten Trommel lt sich noch auf
andere Weise bewirken, und es sind verschiedene Konstruktionen dazu
ausgearbeitet worden, die aber meist nur vorbergehend angewandt
wurden. Ich will mich auf die Vorfhrung einer derselben beschrnken;
sie beruht auf einer Modifikation des Schneckentriebes. Auf der
gezahnten Trommel W sitzt, auf gleicher Achse und fest damit verbunden,
eine Scheibe S, welche am Rande in regelmigen Abstnden eine Anzahl
Einschnitte hat, beispielsweise acht, wie es die Abbildung Fig. 9 zeigt.
In diese Einschnitte greift eine Art Schneckenrad R, dessen
vorspringendes Gewinde sich aber nicht in gleichmiger Drehung um das
Rad zieht, sondern eine Strecke lang auf der einen Kante A geradeaus
luft und dann rasch querber zur ndern Seite B geht, um dort wieder
geradeaus zu laufen. Wenn sich nun das Rad R dreht, so wird die Scheibe
S mit der Trommel eine Zeit lang in Ruhestellung bleiben, bis die Stelle
kommt, wo das Gewinde herber springt. Der Einschnitt der Scheibe wird
alsdann durch diese Weiche vom Geleise A auf das Geleise B
herbergerckt und Scheibe nebst Trommel werden dadurch um ein Stck
weiterbewegt. So erhlt man bei jeder Umdrehung dieses eigenartigen
Schneckenrades eine ruckweise Weiterbewegung der Trommel und es bietet
keine Schwierigkeiten, dieselbe so zu bemessen, da das Filmband dabei
jeweils um ein Bild vorwrts gezogen wird.

[Illustration: Fig. 9. Schnecke.]


Der Schlger.

Wir kommen nun nach der Einteilung, die ich oben gegeben habe, zu den
Bewegungs-Mechanismen, bei welchen das Filmband mit Hilfe eines
Exzenters vorwrts geschlagen oder gestoen wird. Da ist am meisten
verbreitet das sogenannte Schlgersystem, eine Anordnung, bei welcher
der Exzenter direkt auf den Film wirkt. Ich will versuchen, die
Wirkungsweise an Hand einer perspektivischen Abbildung (Fig. 10) zu
erklren. W ist eine gezahnte Trommel, S eine Scheibe mit einem darauf
befestigten langen Stift T. Der Film luft um den Stift und dann um die
Trommel, gegen welche er durch federnde Rollen, die in der Abbildung
nicht wiedergegeben sind, angedrckt wird. Die Trommel bewegt sich mit
gleichmiger Geschwindigkeit vorwrts und zieht also auch den Film
ununterbrochen weiter; desgleichen ist die Scheibe S mit dem Schlger T
in fortwhrender Bewegung.

[Illustration: Fig. 10. Schlger.]

Die Wirkungsweise ist folgende. Der Schlger T schlgt den Film (welcher
oberhalb dieses Mechanismus in einer Bremsvorrichtung B eingeklemmt ist)
nach unten und bildet einen Bausch. Whrend der Schlger sich nun nach
oben bewegt und den Film wieder frei gibt, um zu einem neuen Schlage
auszuholen, zieht die Trommel den jetzt schlapp hngenden Film vorwrts
und macht den Bausch kleiner. Nun schlgt der Schlger von neuem auf den
Film, zieht ihn aus der Bremsvorrichtung vorwrts und bildet wiederum
einen Bausch, der genau so gro ist wie vorher. Und so geht es weiter:
der Schlger reit den Film regelmig um ein Stck vorwrts und die
gleichmig fortlaufende Trommel verzehrt den Bausch wieder.

Wenn man nun annimmt, da die Trommel den Film immer gerade um ein Bild
vorwrts bewegt in der Zeit, whrend welcher der Schlger eine Umdrehung
macht, so wird sie von dem Bausch jedesmal ein Bild fortziehen und der
Schlger, welcher ja den Bausch immer wieder auf die alte Gre bringt,
mu den Film aus der Bremsvorrichtung ebenfalls stets um ein Bild
vorwrts schlagen. Auf diese Weise bekommen wir die gewnschte ruckweise
Fortbewegung des Filmbandes: der Exzenter schlgt den Film vorwrts, so
da er um ein Bild aus der Bremsvorrichtung herausgezogen wird, lt ihn
dann ruhig stehen, um ihn von neuem um ein Bild weiter zu bewegen, und
so wechselt in steter Folge Weiterbewegung und Ruhepause.

Das Geschwindigkeits-Verhltnis zwischen Trommel und Schlgerscheibe
wird durch eine einfache Zahnrad-bersetzung erreicht. Nehmen wir
beispielsweise an, da auf den Umfang der Trommel 6 Filmbilder gehen,
da sie also bei einer Umdrehung den Film um 6 Bilder vorwrts bewegt.
Es mu dann die Schlgerscheibe sechsmal so schnell laufen, da sie ja
stets einmal einschlagen soll, wenn die Trommel ein Bild fortschafft. Um
dies zu erreichen, brauchen wir nur das Zahnrad X, worauf die Trommel
sitzt, sechsmal grer zu machen wie das Zahnrad Y auf der
Schlgerscheibe (vgl. Fig. 10).

Die Geschwindigkeit, mit der die Weiterbewegung des Filmbandes erfolgt,
hngt von der Gre der Schlgerscheibe ab. Wenn wir die Scheibe S
vergrern und den Schlgerstift wieder auf den Rand, also jetzt weiter
von der Mitte weg, setzen, so wird er heftiger auf den Film schlagen und
den Bausch in krzerer Zeit bilden. Auf diese Weise ist es also mglich,
ein strkeres Tempo zu erzielen und das Flimmern zu vermindern. Es ist
leicht zu verstehen, da die Bremsvorrichtung, welche in der Abbildung
angedeutet ist und ber die wir nachher noch sprechen werden, bei diesem
Bewegungs-Mechanismus eine groe Rolle spielt. Denn durch den Schlger
wird der Film mit groer Gewalt vorwrts gerissen und die
Bremsvorrichtung hat Not, dafr Sorge zu tragen, da er auch nicht um
den Bruchteil eines Millimeters zu weit fliegt, denn sonst tanzt das
Lichtbild auf und ab. Diese Aufgabe der Bremsung wird natrlich umso
schwieriger, je grer man die Schlgerscheibe, je strker man also das
Tempo macht.

Das eben beschriebene Schlgersystem wird in der Praxis vielfach
angewandt. Als eine Modifikation desselben ist der Stoer anzusehen,
dessen Anordnung und Wirkungsweise die Abbildung Fig. 11
veranschaulichen soll. Wir haben hier wiederum eine Zahntrommel W,
welche den Film ununterbrochen fortschafft, und eine Scheibe S, die
gleichfalls in steter Bewegung ist. Die Geschwindigkeiten beider Teile
sind wie vorher durch eine Zahnradbertragung so geregelt, da die
Scheibe jedesmal eine Umdrehung macht in der Zeit, whrend welcher die
Trommel den Film um ein Bild vorwrts bewegt.

[Illustration: Fig. 11. Stosser.]

Statt da nun die Scheibe S direkt auf den Film wirkt, bertrgt sie
ihre Bewegung auf eine Stange P, an deren Ende sich ein Querstck R
befindet, und schiebt diese hin und her. Wenn wir den Film, nachdem er
aus der Bremsvorrichtung B kommt, um den Querstab R ziehen und dann ber
die Trommel W laufen lassen, so wird ihm die Stange, genau wie vorher
der Schlger, in regelmigen Zwischenrumen Ste erteilen. Er zieht
dadurch das Filmband aus der Bremsvorrichtung B heraus, und zwar immer
um ein Bild, da ja die Trommel W bei jeder Umdrehung der Scheibe S den
Film um ein Bild vorwrts bewegt. Nach jedem Sto gibt's eine Ruhepause.
Der Sto wird um so rascher, die Ruhepause um so lnger sein, je grer
man die Scheibe S macht.


Der Greifer.

Der dritte Typus der Bewegungsmechanismen wird charakterisiert durch
eine Gabel, welche in die Lcher des Filmbandes eingreift, den Film um
ein Bild vorwrts zieht, dann aus den Lchern zurckspringt und wieder
hochgeht, um dies Spiel in regelmigem Gange zu wiederholen. Die Gabel
hat also eine Bewegung in zweierlei Richtung zu machen: sie mu sich auf
und ab und zweitens vor und zurck bewegen. Oben angekommen soll die
Gabel vorspringen, um in die Lcher des Filmbandes einzugreifen; unten
angekommen soll sie zurckspringen, damit sie die Rckwrtsbewegung nach
oben frei und ohne den Film zu berhren ausfhren kann.

[Illustration: Fig. 12. Greifer.]

Es gibt eine Reihe von Ausfhrungsformen fr diese Art des
Bewegungsmechanismus, doch findet man dabei kaum prinzipielle
Unterschiede. Die Auf- und Abwrtsbewegung wird durch einen Exzenter
bewirkt. In der Abbildung Fig. 12 sehen wir oben die Gabel G mit den
Zacken H H, welche von einem Metallstck K getragen wird; unten die
Scheibe S, die durch eine exzentrisch darauf angebrachte Stange P mit
dem Teile K verbunden ist. Letztern wollen wir Schlitten nennen; er
luft nmlich in einer senkrechten Schlittenfhrung, welche nicht
abgebildet ist. Bei jeder Umdrehung der Scheibe S wird der Schlitten mit
der Gabel einmal nach unten und wieder nach oben bewegt. Die Abbildung
zeigt die Gabel in der Mitte der Auf- und Abbewegung: bei a ist ihre
hchste und bei b ihre tiefste Stellung. Die Entfernung von a bis b
entspricht einer Bildhhe.

Nun ist die Gabel nicht fest mit dem Schlitten K verbunden, vielmehr
kann sie sich mittels des Stabes L darin vor- und zurckschieben. Eine
Feder F drckt die Gabel nach rckwrts, soda der Stab L die Scheibe E
berhrt. Auf dieser Scheibe sitzt aber eine Platte M, welche sie zur
Hlfte bedeckt. Wenn wir uns nun die Scheibe E in Drehung denken, so
wird sie die Gabel solange nach vorn (in der Abbildung nach links)
halten, als die Stange L auf dem Stcke M schleift; erst wenn der
unbelegte Teil N der Scheibe gegen die Stange kommt, wird die Feder in
Wirkung treten und die Gabel zurckdrcken. Die Gabel wird also bei
Drehung der Scheibe E abwechselnd vor- und zurckgeschoben.

[Illustration: Fig. 13. Greifer.]

Das Werk arbeitet folgendermaen: Im Augenblick, wo der Schlitten die
hchste Stelle erreicht hat und einen Moment in Ruhe ist, da jetzt der
Exzenter zur Rckwrtsbewegung umsetzt, schiebt die Scheibe E mittels
der Platte M die Gabel vor, soda diese in die Perforation des
Filmbandes eingreift. Whrend der ganzen Abwrtsbewegung wird die Gabel
nach vorn gehalten; sie zieht also den Film mit nach unten. Sobald aber
die tiefste Stelle erreicht ist, kommt die Stange L gegen den unbelegten
Teil N der Scheibe, die Gabel wird durch die Feder zurckgedrckt und
lsst den Film frei. In dieser Stellung bewegt sich die Gabel hoch, um
oben wieder vorzurcken und den Film zu fassen. Die Gabel wird also den
Film ruckweise immer um ein Bild weiterziehen. Bei einer vereinfachten
Konstruktion (welche jedoch keineswegs eine Verbesserung bedeutet) hat
die Gabel Hakenform, wie die Abbildung (Fig. 13) es zeigt. Sie ist dabei
ferner federnd gelagert, soda sie, unten angekommen, im Moment, wo sie
sich zum Rckgange nach oben anschickt, sich selbst aus der Perforation
herausdrckt und dann am Film entlang nach oben schleift, um beim
Umsetzen zur Niederbewegung wieder in die Perforation einzugreifen. Es
ist leicht ersichtlich, da diese Ausfhrung weniger Aussicht auf
exaktes Arbeiten und auf Schonung des Filmbandes bietet.

Bei dem Bewegungsmechanismus mit Greifer, wie ich ihn hier beschrieben
habe, ist die Zeit der Weiterbewegung, also des Bildwechsels, gerade so
lange wie die Ruhestellung des Film, denn die Gabel bewegt sich in
gleichen Zeiten und ohne Zwischenpause auf und ab. Um das Flimmern des
Bildes zu vermindern, erscheint es aber nach unsern frheren
Ueberlegungen erforderlich, die Vorwrtsbewegung rascher und die
Ruhepause lnger zu machen. Dies kann in der Weise geschehen, da man
die Exzenterscheibe S vergrert. Die Gabel wird nun einen greren,
beispielsweise doppelt so groen Weg auf und ab machen. Damit sie aber
den Film jeweils nur um ein Bild vorwrts zieht, sorgt man durch eine
geeignete Vorrichtung dafr, da sie erst mittwegs whrend der
Abwrtsbewegung in die Perforation eingreift. Der Film wird dann whrend
der ganzen Aufwrtsbewegung und der Hlfte der Abwrtsbewegung der Gabel
in Ruhe gelassen; die Ruhepause dauert also dreimal so lange als der
Bildwechsel. Durch weitere Vergrerung der Exzenterscheibe lt sich
ein noch strkeres Tempo erzielen.

Man darf jedoch nicht bersehen, da die Gabel bei dieser Anordnung
nicht mehr mit Ruhe in die Perforation eingreift; sie ist vielmehr in
dem Augenblick, wo sie in die Lcher einfassen soll, in rapider
Abwrtsbewegung begriffen. Das Eingreifen wird daher ein Hacken, was
nur als unvorteilhaft angesehen werden kann, wenn man an die Schonung
des Filmbandes denkt.

Zweckmiger erscheint daher eine Anordnung, welche in der Abbildung
Fig. 14 veranschaulicht ist. Die Gabel (nicht mit dargestellt) wird hier
durch einen Rahmen getragen. Innerhalb dieses Rahmens bewegt sich eine
Scheibe S, welche die Form eines Kreisausschnittes mit abgerundeten
Ecken hat und die Innenseite des Rahmens oben und unten berhrt. Diese
Scheibe dreht sich um eine exzentrisch gelagerte Achse, soda der
Rahmen, der in einer senkrechten Schlittenfhrung luft, bei Drehung der
Scheibe abwechselnd gehoben und gesenkt wird. Sobald nun das
kreisfrmige Stck a b zum Oberteil des Rahmens kommt, befindet sich
dasselbe in seiner hchsten Stellung und es bleibt dort so lange stehen,
bis dieses Kreisstck vorbeigedreht ist. In gleicher Weise bleibt der
Rahmen in seiner tiefsten Stellung eine Zeitlang in Ruhe, da sich auch
hier das kreisfrmige Stck a b erst vorbeidrehen mu, bis wieder die
Hochbewegung einsetzen kann.

[Illustration: Fig. 14.]

Wenn wir die Bewegung des Rahmens genau verfolgen, so werden wir finden,
da er erstens eine Zeitlang oben in Ruhe ist, zweitens nach unten
bewegt wird, drittens unten eine Zeitlang stehen bleibt und viertens
wieder steigt. Dabei nimmt die Abwrtsbewegung ein Drittel der gesamten
Zeit in Anspruch, whrend auf die Ruhestellungen und die
Aufwrtsbewegung des Rahmens zusammen zwei Drittel der Zeit kommen. Da
nun der Film bei der Abwrtsbewegung des Rahmens um ein Bild vorwrts
gezogen, in der brigen Zeit aber in Ruhe gelassen wird, so haben wir
hier einen beschleunigten Bildwechsel: die Ruhestellung des Film dauert
doppelt so lange als der Wechselvorgang.

Bei dem in Abbildung Fig. 15 dargestellten Bewegungsmechanismus ist das
Verhltnis ein noch strkeres, indem die Exzenterscheibe E als kleineres
Segment ausgebildet ist, und zwar ist das Verhltnis derart, da auf die
Ruhestellung eine dreimal so lange Zeit kommt als auf den
Wechselvorgang. Die Wirkungsweise ist aus der Abbildung leicht
ersichtlich. Die Gabel A, welche den Film transportiert, sitzt an einem
Rahmen B B; derselbe wird durch die segmentartige Exzenterscheibe E, die
auf der Achse F angebracht ist und sich zwischen den Schienen C und D
des Rahmens bewegt, abwechselnd gehoben und gesenkt. In der hchsten und
tiefsten Stellung bleibt der Rahmen eine gewisse Zeitlang stehen;
whrenddessen wird er aber vermittelst der auf den Achsen G und F
exzentrisch sitzenden Scheiben H und I nach auswrts bezw. rckwrts
bewegt, derart, da die Gabel oben sich vorschiebt und in den Film
eingreift, whrend sie unten zurckgeht und den Film wieder freigibt.

[Illustration: Fig. 15. Greifer mit strkerem Tempo.]

Da der Greifer mit zweispitziger Gabel den Nachteil bietet, da er einen
beschdigten und an der Perforation ausgerissenen Film schlecht oder
garnicht transportiert, so hat man ihn auch, wie die Abbildung Fig. 15
es zeigt, mit einer mehrteiligen Gabel ausgerstet, die auf jeder Seite
in zwei, drei oder vier Lcher auf einmal eingreift.


Der Klemmzug (Nockenapparat).

Wir kommen nun zur vierten Vorrichtung, bei welcher der Film durch
Klemmzug weiterbewegt wird und die vielfach Nockenapparat, auch
Reibungsscheiben, genannt wird. Der Film wird hier ebenfalls unterhalb
der Belichtungsstelle B periodisch immer um ein Bild vorwrts gezogen,
und zwar geschieht dies durch Reibung mittels zweier Trommeln w und W,
deren grere auf ihrem Umfange ein aufgesetztes Segment E besitzt.
Normalerweise lassen die beiden Trommeln dem dazwischen befindlichen
Film soviel Spiel, da er bei ihrer Rotation nicht mitgenommen wird.
Sobald aber das Segment E an die Berhrungsstelle kommt, wird der Film
eingeklemmt und mit fortgerissen. Das Segment ist nun so bemessen, da
es einem Bilde entspricht; auf diese Weise wird bei jeder Umdrehung der
Trommeln ein Bild transportiert.

[Illustration: Fig. 16.]

Aber ein genauer Transport des Filmbandes um jeweils ein Bild kann durch
diese Anordnung allein nicht gewhrleistet werden; um ein exaktes
Arbeiten zu erzielen, mu man, wie oben schon ausgefhrt wurde, die
Perforation zu Hilfe nehmen, und man bedient sich hier folgender
Einrichtung. Oberhalb der Belichtungsstelle B, wo der Film wie beim
Schlgersystem gebremst wird, ist eine Zahntrommel R angebracht, ber
welche der Film luft, und diese wird vom Werk derart angetrieben, da
sie den Film jedesmal genau um ein Bild vorwrts bewegt, in der Zeit, wo
die beiden Trommeln w und W eine Umdrehung machen. Das System arbeitet
nun hnlich wie der Schlger, aber gewissermaen umgekehrt. Whrend
der Film an der Belichtungsstelle in Ruhe ist, schafft die Trommel E
oben den Film um ein Stck vorwrts und bildet einen Bausch; kommt nun
das Segment E in Wirksamkeit, so ziehen die Trommeln den Film stramm
herunter und der Bausch verschwindet, wie es in der Abbildung (Fig. 16)
angedeutet ist. Auf diese Weise wechseln Bauschbildung und Fortbewegung
des Bandes. Da nun die Zahntrommel E whrend jeder Umdrehung der
Fortschalttrommeln w und W den Film immer nur um ein Bild vorwrts
bewegt, kann auch von letzteren nicht mehr Film forttransportiert
werden als jedesmal ein Bild, und dadurch ist ein sicheres Arbeiten
ermglicht. Um zu vermeiden, da die Trommeln weniger als ein Bild
herunterziehen, kann man das Segment E etwas grer machen, derart, da
es zuletzt ein kleines Stck auf dem Film schleift; damit die Reibung
hierbei nicht zu stark wird, ordnet man das Segment federnd an.

Das Verhltnis zwischen den Zeiten, welche einerseits auf den
Wechselvorgang und andererseits auf die Ruhestellung des Filmbandes
fallen, hngt hier direkt von der Gre der Trommel W ab: je grer
diese ist, desto rascher geschieht die Vorwrtsbewegung und desto mehr
Zeit bleibt fr die Ruhepause brig. Zu weit darf man auch hier nicht
gehen, da sonst der Film in die Gefahr gert, bei der pltzlichen
Zerrung beschdigt zu werden.


Auswahl der Systeme.

Nachdem wir nun die verschiedenen Konstruktionstypen kennen gelernt
haben, liegt die Frage nahe: welches System ist das beste? -- Das ist
eine Frage, die naturgem immer wieder aufgeworfen wird, ber die sich
aber die Fachkundigen keineswegs einig sind. Denn der eine bevorzugt je
nach Erfahrung oder vielleicht auch Geschmack dieses System, der andere
jenes -- und keiner von ihnen wrde doch zugeben wollen, da seine Wahl
eine schlechte sei. Jeder Konstrukteur vielmehr, der es ernst meint,
sucht sich dasjenige System heraus, welches er zur Ausarbeitung fr
besonders geeignet hlt und das er glaubt auf eine mglichst hohe Stufe
der Vollendung bringen zu knnen. Man mchte wohl sagen, ber die
verschiedenen Systeme und ihren Vorrang zu disputieren, sei ein Streit
um des Kaisers Bart, und das ist es auch wohl mehr oder minder. Vor
allem mu man bercksichtigen, da jedes System einen weiten Spielraum
in bezug auf die Art der Ausarbeitung bietet und da gerade die
zweckmige Ausarbeitung, in Verbindung natrlich mit guter Ausfhrung,
fr die Leistung ausschlaggebend ist.

Wenn man sich die Aufgaben vor Augen hlt, die an den
Kinematograph-Mechanismus gestellt werden: ruhiges Stehen des Bildes,
hinreichend starkes Tempo, soda das Flimmern auf ein Minimum
reduziert ist, dabei Schonung der Films und mglichst geringe Abnutzung
des Werkes; wenn man ferner die Arbeitsweise der verschiedenen Systeme
verfolgt, so wird man finden, da jedes System in bezug auf die Lsung
jener Aufgaben seine Eigenheiten hat, indem es hier Vorzge und dort
Schwierigkeiten bietet. Gewi mag nun bei dem einen das Ma der
Schwierigkeiten ein greres sein als beim andern: aber deshalb ein
solches System an sich zu verwerfen oder ihm die Mglichkeit der
Konkurrenz abzusprechen, wre verfehlt. Es ist eben Sache der
Ausarbeitung, diese Schwierigkeiten zu berwinden und gleichzeitig die
Vorzge auszuntzen.

Eine zweite, andere Frage ist die: wie steht es in der Praxis mit
Ausarbeitung der verschiedenen Systeme? -- Wenn man da umblickt, ist es
interessant zu beobachten, da eines der Systeme mit der Steigerung der
Anforderungen immer mehr vernachlssigt wurde, nmlich der Greifer.
Whrend er allerdings fr Aufnahme-Apparate, wo die Anforderungen
wesentlich andere sind, besonders beliebt ist und wegen seiner sicheren,
gleichmigen Arbeitsweise als sehr zweckmig befunden wird, gelangt er
bei Projektions-Mechanismen in der Tat verhltnismig nur wenig zur
Anwendung, trotzdem gerade der erste erfolgreiche Kinematograph mit
einem Greifer versehen war. Und nicht ohne Grund sind ihm die
Konstrukteure weniger hold: denn beim Greifer ein hinreichend starkes
Tempo zu erzielen, unter zufriedenstellender Lsung der andern
Aufgaben, erschien ihnen weniger leicht. Erklrlicherweise wandten sie
sich lieber denjenigen Systemen zu, deren Durcharbeitung eher zum Ziele
zu fhren versprach, und das waren insbesondere das Malteserkreuz und
der Schlger. Diese beiden Typen findet man daher weitaus am meisten
vertreten. Der Nockenapparat, der eine Zeitlang das Feld erobern wollte,
ist wieder in den Hintergrund getreten.

Vielfach begegnet man Vorurteilen gegen eines dieser Systeme und es wird
auch wohl zuweilen Propaganda fr und wider gemacht. In manchen Fllen
mag ein mangelhaft ausgearbeitetes Werk den Besitzer zu der Ansicht
gefhrt haben, das betreffende System sei minderwertig. Demgegenber
betone ich nochmals, da durchaus nicht die Frage: ist es dies oder
jenes System, ist es ein Schlger oder ein Malteser, fr die Leistung
des Apparates magebend ist, sondern die Art der Ausarbeitung und der
Ausfhrung. Insbesondere ist das Mitrauen gegen den Schlger, das von
interessierter Seite gro gezogen wird, durchaus unbegrndet; es ist im
Gegenteil erwiesen, da bei einem zweckmig gebauten und gut gepflegten
Schlger die Filmschonung eine vorzgliche ist, ja, da er auch
verhltnismig stark beschdigte Filmbnder noch sicher transportiert.




Die Tre.


Wir knnen nun zur Betrachtung des zweiten Apparatteiles, der Tre mit
der Bremsvorrichtung, bergehen. Ihre Aufgabe besteht darin, die
Filmbilder in Projektionsstellung zu halten und zu verhindern, da das
Band bei dem Ruck, den es bei jeder Wechslung erhlt, zu weit vorwrts
fliegt.

[Illustration: Fig. 17.]

Die Tre ist zweiteilig; sie besteht aus einer am Apparat fest
angebrachten Platte A und einer daran aufklappbaren Platte B. Beide
haben eine ffnung fr die Lichtstrahlen, welche an dieser Stelle das
Filmbild kreuzen. Die Platte A ist ferner in der Richtung von oben nach
unten mit einer vertieften Bahn versehen, worin das Filmband luft,
whrend die Platte B zwei Lngsfedern F F besitzt. Legt man nun den Film
in die Bahn der Tre ein und klappt die Platte B zu, wobei sie in das
Schlo S einschnappt, so drcken die Federn rechts und links auf den
Rand des Filmbandes und klemmen dieses fest.

Bei genauer Betrachtung wird man in der Tre noch eine Vorrichtung zur
Schonung des Film finden. Der mittlere Teil der Bahn, in welcher das
Filmband luft, ist nmlich vertieft, derart, da der Film nur an den
beiden Seiten aufliegt; er luft sozusagen auf Schienen und wird durch
die Federn dagegen gedrckt. Das mittlere Stck des Film, welches das
photographische Bild enthlt und welches besonders gegen Verkratzen
geschtzt werden mu, bewegt sich daher in der Tre ganz frei und kommt
mit keinem Teile desselben in Berhrung.

Die Abbildung (Fig. 17) zeigte die wesentlichen Bestandteile der Tre;
die Ausfhrung kann aber auch anders sein. So wird zuweilen die Platte B
an die Platte A oben angehngt oder zum Aufklappen nach unten
eingerichtet. Oder es werden an der Platte B auf beiden Seiten statt
einer langen Feder deren mehrere kleine, z. B. drei, bereinander
angebracht, wobei allerdings eher ein Verbiegen der Federn und dadurch
eine Beschdigung des Film zu befrchten ist. Die frher bliche
Verwendung von Sammet zur Auflage des Filmbandes ist zu verwerfen, da
derselbe abschleift und sich auerdem Teilchen darin festsetzen, die den
Film verkratzen.

Eine andere Form der Tre zeigt eine doppelte Federung; die Lngsfedern
sitzen dort auf einer Platte, die wieder federnd an der Platte B
befestigt ist. Oder es gelangt eine Schienenplatte zur Anwendung;
hierbei drcken die Lngsfedern nicht direkt auf den Film, sondern diese
wirken auf eine mit seitlichen Schienen versehene Platte, welche mit den
Schienen den Film rechts und links am Rande anpret.

Um den Film in der Tre recht fest einzuklemmen, hat man wohl auch die
Schienen der Bahn oben und unten mit Vertiefungen (natrlich abgerundet)
versehen, in welche die Federn ihn hineinpressen und die ihn zwingen,
dort einen kleinen Knick zu machen. Zu weit darf man aber mit dem
Festklemmen des Filmbandes nicht gehen; denn je fester der Film in der
Tre sitzt, desto strker mu der Bewegungsmechanismus an ihm reien, um
ihn vorwrts zu bekommen, desto leichter kann also durch den Ruck
eine Beschdigung erfolgen. Die Strke der Bremsung mu dem
Bewegungsmechanismus so angepat sein, da das Vibrieren des Bildes
nach Mglichkeit verhindert und da gleichzeitig der Film mglichst
wenig strapeziert wird.

Zu erwhnen ist noch eine zuweilen benutzte Anordnung, die darin
besteht, da der Film bei seiner Ruhestellung in der Tre fest
eingeklemmt und whrend des Wechselvorganges freigegeben wird. Es
geschieht dies mittels eines vom Werke angetriebenen Exzenters. Diese
Vorrichtung gelangte z. B. gelegentlich zur Verwendung beim
Nockensystem, wobei es dazu diente, zu verhindern, da einerseits der
Film zur falschen Zeit von den Trommeln mitgenommen wird und
andrerseits, da sich der Bausch von oben in die Tre einschiebt.

Vielfach bringt man in gewissem Abstande hinter der Tre, und zwar nach
der Laterne zu, ein Hitze-Schutzschild an; diese Platte ist mit Asbest
beschlagen und hat einen Ausschnitt, der gerade so gro ist, da das zur
Beleuchtung des Filmbildes erforderliche Strahlenbndel hindurchgeht.
Dieses Schild soll die berflssigen Lichtstrahlen auffangen, welche
sonst auf die Metallteile der Tre treffen und diese erwrmen.

Bei der Konstruktion der Tre und deren Einbau in den Apparat ist darauf
zu achten, da der durchlaufende Film nicht oben und unten, wo er ein-
bezw. austritt, gegen die Kante schlgt und sich scheuert; die Platte
wird dort entsprechend abgerundet oder es wird, wenn ntig, eine kleine
Rolle angefgt.




Die Blende.


Den Bildwechsel beim Kinematograph, also die Zeit, whrend welcher der
Film um ein Bild weiterbewegt wird, deckt man durch eine
Verschluscheibe ab, fr die sich die allerdings auch sonst gebrauchte
Bezeichnung Blende eingebrgert hat. Da die Blende sich sehr rasch
bewegen mu -- es werden ja 15 bis 20 Bilder in der Sekunde gezeigt --
so verwendet man (jetzt wohl ausschlielich) solche Blenden, die sich
mit gleichmiger Geschwindigkeit um eine Achse drehen. Hauptschlich
wird die Scheiben- oder Flgelform benutzt, wie Figur 18 sie darstellt;
weniger kommt die Blende in Form eines aufgeschnittenen Zylinders
(Fig. 19) zur Anwendung. Die Auf- und Abbewegung ist auch versucht
worden, sie scheint sich aber nirgends eingebrgert zu haben -- kein
Wunder, bietet doch die drehende Bewegung den Vorzug der Einfachheit und
ruhigeren Betriebes.

[Illustration: Fig. 18.]

[Illustration: Fig. 19.]

Die Blende ist ein wichtiger, aber auch unangenehmer Teil des Apparates:
sie verursacht auf dem Projektionsschirm den Wechsel zwischen Hell und
Dunkel und damit das Flimmern.

Dies Flimmern macht sich -- vorausgesetzt, da die Blende kleiner bleibt
als ein Halbkreis, und man wird sie nach Mglichkeit kleiner halten, um
zu groen Lichtverlust zu vermeiden -- um so strker bemerkbar, je
grer (relativ) die Blende ist. Die Gre der Blende hngt naturgem
ab von der Schnelligkeit, mit welcher der Film vorwrts bewegt wird, und
eben deshalb sucht man den Bildwechsel mglichst rasch zu machen. Aber
da gibt's, wie wir oben sahen, bald eine Grenze: wir knnen nicht das
Tempo beliebig stark und damit die Blende beliebig klein machen. Die
Blende erfhrt auerdem dadurch eine Vergrerung, da sie schon
schlieen mu, ehe der Wechselvorgang einsetzt, und erst wieder ffnen
darf, wenn der Bildwechsel bereits beendet ist. Denn in dem Moment, wo
der Film sich zu bewegen beginnt, mu die Blende das Bildfeld schon ganz
verdeckt haben und sie mu es ganz verdeckt halten bis zu dem
Augenblick, wo der Film wieder in Ruhe kommt.

[Illustration: Fig. 20.]

Wie wir schon oben, als wir ber das Flimmern sprachen, berlegten, mu
man daher bestrebt sein, die Abblendevorrichtung so zu gestalten, da
sie zum Schlieen und ffnen mglichst wenig Zeit braucht. Die Blende
wird aber um so schneller schlieen und ffnen, je rascher sie sich
dreht. Und dabei spielt die Form der Blende eine Rolle. Eine Blende mit
zwei Flgeln (wie in Fig. 18), die bei jeder Umdrehung zwei Bildwechsel
verdecken soll, luft halb so schnell wie eine einflglige Blende, bei
der auf jede Umdrehung nur ein Bildwechsel kommt. Aber auch die Stellung
der Blendenachse kann hier von Bedeutung sein. Das Filmbild ist etwa
2-1/2 cm breit und 2 cm hoch, es ist also mehr breit wie hoch. Wenn die
Blendenachse seitlich angeordnet ist, wie bei A in Figur 20, so wird die
Blende das Bild a b c d schneller verdecken, als wenn die Achse darber
oder darunter, wie bei B, sich befindet; denn die Blende M hat, um zu
schlieen, die Strecke a b zu durchlaufen, die Blende N dagegen das
lngere Stck c b.

Es ist hierbei allerdings vorausgesetzt, da die Blende sich nahe vor
oder hinter der Tre befindet. Zweckmiger ist aber offenbar die
Anordnung der Blende an der Stelle, wo die Strahlen vom Kondensor sich
kreuzen; denn dort ist die engste Stelle des Lichtkegels und die Blende
kann hier am schnellsten das Licht abdecken und wieder freigeben. In der
Spitze des Strahlenkegels gewahrt man ein Bild der Lichtquelle (bei
elektrischem Bogenlicht des Kraters); das Bild ist von der Form der Tre
unabhngig und es ist daher bei dieser Anordnung der Blende ohne Belang,
ob sie wie N von der Seite oder wie M von oben her schliet.

Es gibt einen Weg, das Schlieen und ffnen noch rascher zu bewirken,
indem man nmlich zwei Blenden anwendet, die sich gegeneinander drehen.
Wenn sich in der Abbildung die Blende M nach unten und die punktiert
dargestellte Blende R nach oben bewegt, so wird das Bild doppelt so
schnell verdeckt, als wenn eine der beiden Blenden allein in Ttigkeit
ist.

Kann man nun weiter etwas tun, um das Flimmern, woran ja das
Zwischenschlagen der Blende schuld ist, zu vermindern? -- Da hat man
allerlei versucht. Es lag zunchst nahe, das bel des Flimmerns bei der
Wurzel auszurotten, indem man die Blende gnzlich entfernte. Da wird auf
der einen Seite wohl geholfen, aber es tritt eine andere fehlerhafte
Erscheinung auf: der Bildwechsel, der jetzt unverdeckt vor sich geht,
bleibt unserm Auge nicht verborgen. Zwar sieht man nicht, wie sich die
Bilder auf der Projektionswand weiter bewegen, denn dazu ist die
Geschwindigkeit des Wechselvorgangs zu gro; jedoch es macht sich ein
gewisses Ziehen bemerkbar. Die Art des Filmbildes spielt hierbei eine
groe Rolle. Besonders Bilder mit dunklem Hintergrund, vor denen sich
eine helle Stelle scharf abhebt, nehmen sich, ohne Blende projiziert,
unvorteilhaft aus: der Lichteffekt zieht sich wie ein heller Streif von
unten nach oben ber das ganze Bild. Weniger schlimm ist diese
Erscheinung bei durchweg hellen Filmbildern mit wenig Kontrasten; es
zeigt sich dabei eine Art Regen, verursacht durch die dunkleren
Bildstellen, welche beim Wechselvorgang ber die hellen Flchen
hinstreichen. Die Bilder verlieren an Schnheit, Kraft und Plastik.

Der Fortfall der Blende bedeutet gleichzeitig einen ziemlichen
Lichtgewinn, und dieser Umstand wirkt nicht minder bestechend wie die
Beseitigung des Flimmerns. Aber man darf nicht vergessen, da dieser
Lichtgewinn von den Lichtstrahlen herrhrt, welche whrend des
Wechselvorganges auf den Projektionsschirm gelangen; gerade diese
Strahlen, die sonst durch die Blende verdeckt werden, rufen das Ziehen
hervor. Man kann mithin sagen: soviel wir hier an Licht gewinnen, um
ebensoviel wird die Wirkung des Bildes beeintrchtigt.

Es mu bei Anwendung dieses Radikal-Mittels einen Unterschied machen,
ob der Apparat den Film beim Bildwechsel sehr schnell oder
verhltnismig langsam weiter bewegt. Ein Apparat mit langsamem
Wechselvorgang, oder wie wir oben sagten schwachem Tempo, wird mit und
ohne Blende wenig zufriedenstellend arbeiten: mit Blende, die hier recht
gro ist, zeigt er ein starkes Flimmern, und ohne Blende kommen die
belstnde des unverdeckten Bildwechsels gleichfalls recht unangenehm
zum Vorschein. Wenn hingegen das Tempo des Bewegungs-Mechanismus
strker ist, wenn die Bildwechslung also rascher vor sich geht, so wird
nicht nur bei Anwendung der Blende das Flimmern schwcher, sondern es
werden sich auch die fehlerhaften Erscheinungen bei Fortfall der Blende
in geringerem Mae bemerkbar machen. Kurz: bei einem stark flimmernden
Apparat hat die Entfernung der Blende auch starke belstnde im Gefolge;
und je geringer das Flimmern ist, desto weniger wird auch die
Beseitigung der Blende strend wirken.

Wer ohne Blende projizieren will, sollte im Auge halten, da das
Ziehen des Bildes bei dem einen Film strker auftritt wie bei dem
andern; er wird gut tun, Prfungen in dieser Hinsicht vorzunehmen.

Bei dem Bestreben, das Flimmern zu vermindern, beschritt man nun auch
einen Mittelweg. Man versah die Blende mit einer Anzahl von Lchern oder
fertigte sie aus halbdurchscheinendem Material, wozu man z. B. eine blau
oder violett gefrbte Glimmerscheibe oder Gelatineplatte verwandte.
Dabei ging man von dem Gedanken aus, da das Flimmern geringer werden
mte, wenn der harte Gegensatz zwischen Hell und Dunkel abgeschwcht
wird. Der Projektionsschirm wird bei einer solchen Blende whrend des
Bildwechsels nicht vllig verdunkelt, sondern halbhell gehalten. Der
Gedanke ist richtig; das Flimmern macht sich weniger bemerkbar, aber es
tritt auch hier ein belstand auf, wenn auch in geringerem Mae als beim
Fortfall der Blende. Unser Auge soll die Bilder, welche rasch
nacheinander auf den Schirm geworfen werden, zu einem einzigen lebenden
Bilde zusammenfassen; da kann es nicht ausbleiben, da es dies falsche
Licht, welches nun zwischendurch auf den Schirm gelangt, mit dem
Eindrucke der Bilder verschmelzt, und die Folge ist, da die
Bilder flauer und weniger plastisch erscheinen. Dies diffuse,
dazwischengeworfene Licht strt geradeso, wie wenn ein stndiges
Nebenlicht auf das Lichtbild fllt.

Nun ist die Frage: vermag der Vorteil, den die Aufhellung der dunklen
Pause durch Verminderung des Flimmerns bietet, den genannten Nachteil
aufzuwiegen? -- Hierbei ist folgendes zu berlegen. Es mu ein
Unterschied sein, ob die Blende stark durchscheinend ist, oder ob sie
nur in schwachem Mae Licht durchlt. Im ersteren Falle wird das Bild
strker unter dem falschen Licht zu leiden haben, whrend sich das
Flimmern weniger stark bemerkbar machen wird; denn je strker das
Nebenlicht, desto geringer das Flimmern. Es kommt also darauf an, zu
wissen, in welchem Mae man die Blende durchscheinend machen darf, ohne
da die Wirkung des Bildes in strender Weise beeintrchtigt wird. Das
lt sich natrlich nur durch Versuche feststellen. Da zeigt es sich,
da eine schwache Aufhellung, wie sie z. B. eine Metallblende mit
einigen schmalen Spaltffnungen gibt (vgl. Fig. 21), im allgemeinen nur
wenig strt. Wie weit man dabei in Zahl und Gre der ffnungen gehen
kann, ist mehr oder minder Geschmackssache. Wenn man aber eine derartige
Blende anwenden will, so tut man auch hier gut, sie nicht nur bei einem,
sondern bei verschiedenen Films zu erproben: bei hellen und dunklen, bei
solchen mit geringen und solchen mit starken Kontrasten; denn der
strende Einflu des falschen Lichtes macht sich bei dem einen Bilde
strker geltend als beim andern. Von nicht geringem Einflu ist dabei
brigens die Distanz, auf welche man projiziert und nicht minder die
Lichtquelle. Die Erfahrung zeigt, da man die Blende umso strker
durchscheinend nehmen kann, je grer die Distanz und je schwcher die
Lichtquelle ist.

[Illustration: Fig. 21.]

Man hat nun noch ein Mittel versucht, das Flimmern zu verringern, und
zwar beruht es auf dem gleichen Gedanken: den Gegensatz zwischen Hell
und Dunkel abzuschwchen. Doch wird hier nicht das Dunkel aufgehellt,
sondern das Hell verdunkelt. Auf den ersten Blick mag es allerdings
tricht erscheinen, noch mehr Licht abzuschneiden, als es schon durch
die Blende geschieht. Doch mag ein gewisser Lichtverlust wohl in Kauf
genommen werden, wenn man dafr auf der andern Seite einen Vorteil
gewinnt. Um die Erklrung zu erleichtern, mchte ich etwas ausholen.

Wie wir oben sahen, verursacht der Wechsel zwischen Hell und Dunkel das
Flimmern. Unser Auge kann wohl die Filmbilder, welche ihm stoweise mit
kurzen Zwischenpausen vorgefhrt werden, zu einem einzigen Bilde
verschmelzen, aber der Wechsel zwischen Hell und Dunkel bleibt ihm nicht
verborgen. Diese Strung liee sich nun, wie wir ebenfalls schon
berlegten, leicht beseitigen, wenn man den Apparat entsprechend
schneller laufen lassen knnte; man wrde dadurch einen rascheren
Wechsel zwischen Hell und Dunkel bewirken, dem bei hinreichender
Geschwindigkeit das Auge nicht mehr zu folgen mchte. Wenn man so weit
gehen knnte, wrde unser Auge kein Flimmern mehr wahrnehmen. Aber wir
sind bei der Wiedergabe der kinematographischen Bilder an die
Geschwindigkeit gebunden, mit welcher der Film aufgenommen wurde, und
die ist: etwa 15 Bilder in der Sekunde.

Da suchte man denn auf andere Weise einen rascheren Wechsel zwischen
Hell und Dunkel zu erreichen und fand ein einfaches Mittel. Die Blende
des Apparates wird mit einem weiteren Flgel versehen, welcher so
angesetzt ist, da er mitten whrend der Ruhestellung des Filmbandes,
also whrend das Filmbild projiziert wird, auf einen Moment den Schirm
verdunkelt. Hatte die Blende zuvor einen einzigen Flgel, welcher sich
in etwa 1/15 Sekunde einmal drehte und einmal das Bildfeld verdunkelte,
so gibt man ihr jetzt zwei Flgel. An ihrer Geschwindigkeit wird nichts
gendert. Der eine Flgel verdeckt wie zuvor den Wechselvorgang, der
neue Flgel hingegen schlgt, scheinbar unntz, dazwischen. Doch gerade
durch diesen Zwischenschlag bekommen wir einen doppelt so raschen
Wechsel zwischen Hell und Dunkel, und die Folge ist, da tatschlich das
Flimmern geringer wird. Dem zwischenschlagenden Flgel gibt man die
gleiche oder annhernd gleiche Gre wie dem eigentlichen Blendflgel.

Eine noch bessere Wirkung erzielt man durch zwei zwischenschlagende
Flgel, die symmetrisch zum eigentlichen Blendflgel angeordnet sind,
derart, da die drei offenen Ausschnitte gleiche Gre haben.

Nun die Kehrseite der Medaille! Welchen Nachteil bringt uns diese
Blendvorrichtung? Es liegt klar auf der Hand: die zwischenschlagenden
Flgel bedeuten Lichtverlust. Da ist die Frage: wie gro ist dieser
Lichtverlust und wie kann man ihn mglichst klein halten? -- Er wird
offenbar um so geringer, je kleiner man die zwischenschlagenden Flgel
macht. Deren Ma hngt aber von der Gre des eigentlichen Blendflgels
ab, gegen den sie ein Gegengewicht bilden sollen; je kleiner diese
Blende also ist, desto weniger Lichtverlust werden uns die
zwischenschlagenden Flgel bringen.

ber die Gre der Blende habe ich weiter oben schon gesprochen und
dargetan, da sie bedingt ist durch die Schnelligkeit, mit welcher der
Bewegungs-Mechanismus den Wechselvorgang besorgt. Fr den Lichtverlust,
den das Zwischenschlagen verursacht, liee sich also dadurch ein
Ausgleich schaffen, da man den Wechselvorgang entsprechend
beschleunigt. Aber man kann da nicht beliebig weit gehen: wie schon oben
hervorgehoben wurde, gibt's bald eine Grenze.

Schlielich ist noch die Mglichkeit zu erwhnen, da man beide Methoden
zur Verminderung des Flimmerns, deren eine die Abschwchung des
Gegensatzes zwischen Hell und Dunkel durch Aufhellung anstrebt, whrend
dies bei der anderen durch Verdunkeln geschieht, kombiniert. So hat
man zunchst auch schon die zwischenschlagenden Flgel aus
halbdurchscheinendem Material, insbesondere blaugefrbtem Glimmer oder
Gelatine, angefertigt, aber es steht auch noch frei, den
Hauptblendflgel mit einigen schmalen Spaltffnungen zu versehen, in der
Art, wie es Figur 21 zeigte, oder ihn ebenfalls halbdurchscheinend zu
machen und dadurch seine verdunkelnde Wirkung abzuschwchen.

Was die Stellung der Blende im Apparat anbetrifft, so ist diese auf ihre
Wirkungsweise nicht ohne Einflu. Man bringt die Blende vor dem Objektiv
oder vor oder hinter der Tre an. Ihre Anordnung nahe vor dem Objektiv
hat, wie bereits gezeigt wurde, den Vorteil, da sie dort in der Spitze
des Strahlenkegels arbeitet; an dieser Stelle kann sie am schnellsten
schlieen und ffnen.

In der Regel gibt man der Blende die Flgelform. Bei ihrer Gestaltung
ist es von grter Wichtigkeit, das Schwergewicht in die Achse zu legen,
oder wie man sagt, sie richtig zu balancieren. Denn wenn die Blende nach
einer Seite schwerer ist, wird sie schlagen und dazu neigen, den
Apparat in Vibration zu setzen. Eine solche Vibration, wenn sie auch nur
schwach ist, ruft auf dem Projektionsschirm leicht eine Unschrfe des
Bildes hervor, die man gerne geneigt ist, dem Objektiv zuzuschreiben.

Aus gleichem Grunde ist eine gute Lagerung der Blendenachse
erforderlich; diese mu besonders fest und solide sein, wenn sich die
Blende mit grter Geschwindigkeit (auf jeden Bildwechsel eine
Umdrehung) bewegt, da sonst ein Vibrieren unausbleiblich ist.
Schlielich ist noch darauf hinzuweisen, da die Blende, wenn sie ihren
Zweck erfllen und nicht direkt schdlich wirken soll, genau eingestellt
sein mu und da ferner ein zuverlssiger Antrieb erforderlich ist, der
den Flgel richtig fhrt und ihm kein Spiel zu Verschiebungen lt.




Das Kinematographen-Werk.


Allgemeine Anordnung.

Wir haben nun die drei wesentlichen Bestandteile des Kinematographen
kennen gelernt: den Bewegungs-Mechanismus, die Tre mit der
Bremsvorrichtung und die Blende. Diese Teile wollen wir jetzt zu einem
Apparate zusammenbauen und mit einem Antriebe versehen. Wenn wir dann
die Wirkungsweise des Instrumentes betrachten, werden sich weitere
Einrichtungen, die zur Vervollkommnung von Wichtigkeit sind, von selbst
ergeben. Fr diese Betrachtungen ist es unwesentlich, welche Art der
beschriebenen Bewegungs-Mechanismen und welche Blendenform wir nehmen:
ich kann daher etwas Beliebiges herausgreifen.

[Illustration: Fig. 22.]

Zur besseren Veranschaulichung nehme ich wieder eine Abbildung (Fig. 22)
zu Hilfe. Es ist hier beispielshalber zur Erzielung der ruckweisen
Weiterbewegung des Filmbandes die Malteserkreuz-Einrichtung genommen. W
ist die gezahnte Trommel, welche den Film transportiert, M das
Malteserkreuz, auf gleicher Achse und mit der Trommel fest verbunden. E
ist die Eingriffscheibe, die bei jeder Umdrehung das vierteilige
Malteserkreuz nebst der Walze um 1/4 herumwirft und damit den Film um
ein Bild weiter bewegt. Durch die Rolle, welche sich unten an der
geffneten Tre befindet, wird der Film gegen die Transport-Trommel
gedrckt.

Es interessiert uns nun zunchst das Antriebswerk. Dieses besteht hier
aus einem groen Zahnrad Y, der fest damit verbundenen Kurbel K und dem
kleinen Zahnrad Z, das von ersterem angetrieben wird und auf gleicher
Achse mit der Eingriffscheibe sitzt. Die bersetzung ist derart
bemessen, da das kleine Rad bei ruhiger Drehung der Kurbel etwa 15
Umdrehungen in der Sekunde macht.

Die Abbildung zeigt uns ferner die (geffnete) Tre T mit den
Bremsfedern und die Blende B, die sich vor dem Objektive O bewegt. Es
ist hier eine Blende mit zwei Flgeln angenommen; ihr Antrieb erfolgt
durch Kegelrder derart, da sie ebenso schnell luft wie die
Eingriffscheibe. Zur Vervollstndigung des gebrauchsfertigen
Instrumentes fehlt jetzt noch die Filmspule S, worauf sich das
aufgerollte Filmband befindet; sie sitzt drehbar auf einem Stift,
welcher durch einen Arm getragen wird.

[Illustration: Fig. 23.]

[Illustration: Fig. 24.]

In der folgenden Figur (No. 23) ist das nach einer Photographie
hergestellte Bild eines solchen Kinematograph-Mechanismus wiedergegeben;
ein Teil des Werkes ist hier verdeckt, man sieht aber noch ein
Schwungrad S, das in der schematischen Darstellung (Fig. 22) nicht
eingezeichnet ist. Dieses Schwungrad sitzt auf der Achse der
Eingriffscheibe und dient dazu, einen ruhigen Gang herbeizufhren. Denn
wie wir wissen, arbeitet die Eingriffscheibe stoweise auf das
Malteserkreuz, und ohne die ausgleichende Wirkung des Schwungrades
wrden sich die Ste in unangenehmer Weise auf die Antriebskurbel
bertragen. Fig. 24 zeigt den gleichen Apparat in der Vorderansicht und
mit eingesetztem Film.


Der Vorschub des Filmbandes.

Wir wollen uns jetzt vergegenwrtigen, wie das Werk arbeitet. Der Film
sitzt oben auf der Spule, luft von dort durch die Tre und dann ber
die Transporttrommel, um unten frei auszutreten. Wenn wir nun die Kurbel
drehen, so wird der Film in der gewnschten Weise, ruckweise,
weiterbewegt, und whrend jedes Bildwechsels tritt ein Flgel der Blende
vor das Objektiv. Ob der Apparat dabei wenig oder stark flimmert, wollen
wir auer Spiel lassen; denn wie dem belstand des Flimmerns abzuhelfen
wre, haben wir ja besprochen. Es interessiert uns hier vielmehr die
Bewegung des Filmbandes.

Da beobachten wir folgendes. Die Transporttrommel der
Malteserkreuz-Vorrichtung bewegt den Film mit einem Ruck um ein Bild
vorwrts und zieht ihn dabei aus der Tre heraus, wo er durch Federn
eingeklemmt ist. Oben aber mu der Film nachfolgen und mit demselben
Ruck wird er daher von der Spule heruntergezogen. Wenn nun auch die
Spule drehbar auf dem Arm befestigt ist und dem immerhin heftigen Zug
leicht nachgibt, so mu uns diese Anordnung doch verbesserungsbedrftig
erscheinen. Es ist da eine Vorrichtung erwnscht, die verhindert, da
der pltzliche Ruck oben auf die Spule bertragen wird, und eine solche
Vorrichtung ist durchaus erforderlich, wenn man Films von grerer Lnge
(es gibt solche von vielen hundert Metern) oder gar mehrere zu einem
Bande zusammengeklebte Films zur Anwendung bringt. Denn bei jedem
Bildwechsel wird der ganze Film mit der Spule stoweise in Bewegung
gesetzt; je lnger aber der Film, umso schwerer ist die Masse, die da
pltzlich bewegt werden soll, und umso strker die Wirkung des Ruckes.

Es soll damit nicht gesagt sein, da Apparate der Art, wie in Fig. 23
und 24 dargestellt, untauglich seien; sie sind vielmehr zur Vorfhrung
von Films geringerer Lnge, die auf einer kleinen Spule untergebracht
werden knnen, durchaus brauchbar. Es mte aber als verfehlt angesehen
werden, wenn man ein solches Instrument fr grere ffentliche
Schaustellungen und namentlich fr hufige oder gar tagtglich
unausgesetzte Benutzung nehmen wollte. Hier sind die Ansprche hher und
es ist daher ein weiter ausgearbeiteter Apparat am Platze.

[Illustration: Fig. 25.]

Dazu gehrt in erster Linie die oben angedeutete Vorrichtung, die
verhindert, da beim jeweiligen Bildwechsel der Ruck bis oben auf die
Filmspule bertragen wird. In Fig. 25 ist dieselbe dargestellt; sie
besteht aus einer gezahnten Trommel V, die zwischen der Spule S und der
Tre T angebracht ist und um welche der Film herumgefhrt wird. Diese
Trommel wird vom Werk derart angetrieben, da sie ununterbrochen mit
gleicher Geschwindigkeit luft und auf jeden Bildwechsel den Film um ein
Bild vorwrts transportiert. Der Film wird ferner so eingespannt, was
bei der Handhabung nicht zu vergessen ist, da er zwischen Trommel und
Tre einen Bausch bildet, wie die Abbildung es zeigt.

Wenn nun das Werk in Betrieb gesetzt ist, so wird die Trommel V
jedesmal, so lange der Film in der Tre ruhig steht, den Bausch
vergrern, indem sie stndig Film von der Spule herunterholt und
vorwrts schafft; so oft aber der Bildwechsel einsetzt, wird der Film
von unten her um ein Bild fortgezogen und der Bausch wird verkleinert.
Es leuchtet ein, da bei dieser Anordnung der Transport des Filmbandes
ruhiger vor sich geht.

Wie ich schon oben erwhnte, ist die Art des Bewegungsmechanismus bei
diesen Betrachtungen unwesentlich. In Abbildung Fig. 22 hatte ich die
Malteserkreuz-Einrichtung angenommen; um nun jetzt ein anderes Beispiel
zu geben, habe ich dem in Fig. 25 skizzierten Apparat das Schlgersystem
gegeben. Die Trommel W wird hier direkt mittels der Kurbel K
angetrieben; sie ist so gro bemessen, da sie bei ruhigem Drehen 16
Bilder in der Sekunde fortschafft. Inzwischen schlgt der Exzenter E, so
oft ein Bild transportiert wird, auf den Film und zieht ihn ruckweise
weiter, wobei die Schlgerscheibe mit dem Exzenter mittels der Zahnrder
X Y in der oben besprochenen bersetzung angetrieben wird.

Die Vorschubtrommel V mu gerade so schnell laufen, wie die Trommel W;
denn sie soll oben ebenso viel Film holen, wie unten fortgeschafft wird.
Ihr Antrieb erfolgt durch die in der Abbildung angedeuteten Zahnrder v
Z oder mittels einer Kette.

[Illustration: Fig. 26.]

An Stelle der Vorschubtrommel tritt bei billigeren Apparaten zuweilen
eine federnde Vorrichtung, die verhindern soll, da der Ruck bei der
Weiterbewegung des Filmbandes direkt auf die Spule bertragen wird. Ihre
Konstruktion und Wirkungsweise wird durch Fig. 26 erlutert. Zwischen
Spule S und Tre T ist eine Rolle R angebracht, die durch einen
federnden Bgel F F getragen wird. Der Film luft um diese Rolle. Wenn
nun ein Bildwechsel stattfindet und der Film von unten her vorwrts
gezogen wird, so nimmt der Bgel den Ruck auf und schlgt in die
punktierte Stellung herunter, dabei das verlangte Stck Film hergebend.
Sobald dann der Wechselvorgang beendet ist, schnellt der Bgel wieder
hoch und holt sich dabei von der Spule soviel Film, als fr den nchsten
Bildwechsel gebraucht wird.

[Illustration: Fig. 27.]

Diese Vorrichtung hat allerdings den Vorzug groer Einfachheit, aber sie
mu immerhin als ein Behelf im Vergleich zur Vorschubtrommel angesehen
werden, da die Wirkung des Ruckes oberhalb der Tre nicht beseitigt,
sondern nur geschwcht wird. Man hat versucht, die federnde Vorrichtung
zu verbessern, indem man sie doppelt wirkend machte. Der Film luft bei
dieser Konstruktion um zwei Rollen a und b, wie dies aus Fig. 27
ersichtlich ist. Die Rollen werden getragen durch zwei fest miteinander
verbundene Arme, welche drehbar auf der Achse c sitzen. Bei jedem
Bildwechsel pendelt die Vorrichtung nach links herber in die punktiert
eingezeichnete Stellung, und es gibt dabei jede der beiden Rollen ein
Stck Film frei; darnach wird sie durch die Feder f immer wieder in die
Anfangsstellung zurckgebracht.


Die Aufrollvorrichtung.

Ich mu nun nochmals auf die Abbildung Fig. 25 zurckgreifen. In dieser
sind der bersichtlichkeit halber Objektiv und Blende, sowie auch das
Gerst des Apparates fortgelassen, desgleichen das auf der Achse der
Schlgerscheibe sitzende Schwungrad, das auch hier erforderlich ist,
wenn man einen mglichst ruhigen Gang des Werkes erzielen will. Dagegen
zeigt die Abbildung etwas Neues: die Aufrollvorrichtung. Wir kommen
damit zu der Frage: wo bleibt der Film, nachdem er das Werk verlassen
hat?

Soweit Films von geringerer Lnge zur Verwendung kommen, kann die
Aufrollvorrichtung wohl entbehrt werden; man lt den Film
dann in einen Behlter, z. B. einen Korb, laufen. Einfachere
Kinematograph-Konstruktionen, deren Preis niedrig gehalten werden soll,
sind daher zuweilen ohne Aufrollvorrichtung.

[Illustration: Fig. 28.]

Zum Aufrollen des Film dient ebenfalls eine Spule, die unten auf einer
durch einen Arm getragenen Achse sitzt. Diese Spule mu vom Werk aus
in Drehung versetzt werden; man verfhrt dazu so, da man sie mit Hilfe
eines Anschlages fest auf die Achse setzt, letztere mit einer
Schnurscheibe versieht und mittels Schnur oder Drahtspirale antreibt.
Wenn nun die Spule sich fllt, mu sie, da die Rolle allmhlich dicker
wird, immer langsamer laufen; sie wird dann durch den Film, der sich
zwischen Trommel W und der Spule stramm zieht, gebremst und die Schnur
schleift auf der Schnurscheibe. Mit der Vergrerung der Spule wchst
aber auch die Kraft, die zum Aufwickeln erforderlich ist; diese Kraft
wird von der sich spannenden Schnur oder Spirale geliefert. Sie klemmt
sich beiderseits in die Schnurscheiben ein, bis sie den Gegendruck
berwindet und die Spule um ein Stck vorwrts bewegt. Das Aufspannen
des Bandes erfolgt dabei ruckweise, aber durchaus zuverlssig. Es
empfiehlt sich, stets eine Reserveschnur bezw. Drahtspirale bereit zu
halten, damit man nicht in Verlegenheit kommt, wenn sie einmal reien
sollte. Die Drahtspirale darf brigens nicht gelt oder geschmiert
werden, da sie sonst auf den Scheiben gleitet; man sollte sie vielmehr
trocken halten, damit die Reibung eine gute bleibt. Vielfach wird auch
Friktionsantrieb verwandt. Der Antrieb erfolgt dabei mittels Gelenkkette
oder Zahnradbersetzung und zur Mitnahme der Spule dienen zwei
gegeneinander gedrckte rauhe Leder- oder Filzscheiben, oder eine
zwischen zwei Metallscheiben eingeklemmte Lederscheibe. Wenn die Spule
sich fllt und langsamer laufen soll, wird die Reibung der Scheiben
berwunden und dieselben schleifen aufeinander. Nun ist aber zu
bercksichtigen, da in dem Mae, wie die Rolle grer wird, auch die
Zugkraft zum Aufspannen des Film zunehmen mu; das ist aber beim
Friktionsantrieb nicht der Fall. Man mu hier, namentlich wenn es gilt,
groe Spulen aufzuwickeln, die Friktion sorgsam einstellen, was mittels
einer Regulierschraube geschieht: die Reibung darf nicht zu stark sein,
sonst wird im Anfang der Film zerrissen oder doch in der Perforation
beschdigt; anderseits mu die Reibung aber so stark sein, da die Kraft
zum Schlu noch fr die grere Arbeitsleistung ausreicht. Man hat
vielfach versucht, Einrichtungen zu konstruieren, die eine mit der
wachsenden Leistung entsprechend zunehmende Friktion herbeifhren
sollen; aber bisher scheint eine praktische Lsung dieser Aufgabe nicht
vorzuliegen. Bei den Aufwickelvorrichtungen fr Papier- und Zeugrollen
hat man mit der gleichen Schwierigkeit zu kmpfen. Man hilft sich da
vielfach in der Weise, da man whrend des Betriebes die
Reguliervorrichtung mit der Hand fester anzieht und dadurch dem Bedarf
gem die Friktion strker macht. Es ist zu bemerken, da beim
Schlgersystem die gleichmig bewegte Transporttrommel W (Fig. 25) der
Aufrollvorrichtung ununterbrochen Film zufhrt, whrend der Film bei
andern Systemen, wie z. B. bei Malteserkreuz-Apparaten, stoweise den
Bewegungsmechanismus verlt. Da nun fr das geregelte Aufrollen eine
gleichmige Zufhrung des Filmbandes erforderlich ist, mu man hier
zwischen Bewegungsmechanismus und Aufrollvorrichtung eine gleichmig
laufende Trommel einschalten. Der in Abbildung Fig. 28 dargestellte
Apparat zeigt diese Anordnung; wichtig ist es dabei, da der Film unten
zwischen den beiden Zahntrommeln einen Bausch bildet.


Filmspule und feuersichere Trommel.

[Illustration: Fig. 29. Filmspule.]

Es ist noch einiges ber die Filmspule zu sagen. Man macht sie meist
zweiteilig, und diese Form ist recht zweckmig. Sie besteht dann, wie
Fig. 29 veranschaulicht, aus zwei Rohrstcken, deren greres R sich
ber das engere V schiebt, und zwei daran angebrachten Scheiben A und B.
Diese Anordnung gestattet ein bequemes Einsetzen der Filmrollen: die
Spule wird auseinander genommen, die Filmrolle auf das breitere
Rohrstck gesteckt und die Spule dann wieder zusammengeschoben. An dem
Rohrstck R befindet sich noch ein federnder Messinglappen, hinter den
man, wenn die Spule zum Aufrollen gebraucht wird, den Anfang des
Filmbandes klemmt.

[Illustration: Fig. 30. Feste Filmspule.]

In Figur 30 ist eine einteilige, nicht auseinandernehmbare Spule
dargestellt; man versieht diese, wie die Abbildung zeigt, mit einer
Anzahl Oeffnungen, durch die man durchgreifen kann, um den Film hinter
dem Messinglappen zu befestigen.

[Illustration: Fig. 31.]

Zum Aufrollen verwendet man zuweilen auch eine einfache Holzrolle
(Fig. 31), die zur Befestigung des Filmbandes ebenfalls mit einem
federnden Messingstck versehen ist und auf der Achse durch einen
Anschlag gehalten wird. Da der Film beim Aufrollen stramm gespannt ist,
wickelt er sich, selbst bei groen Lngen, glatt auf. Die Anwendung
dieser Rolle ist aus Fig. 28 ersichtlich.

[Illustration: Fig. 32. Feuerschutztrommel.]

Um den leicht brennbaren Film da, wo er ab- und aufgewickelt wird, gegen
Feuer zu schtzen, hat man sogenannte feuersichere Trommeln konstruiert.
Es sind das vllig verschliebare Blechbchsen, in welche man die Spule
einbringt; der Film tritt durch einen Spalt ein bezw. aus und vor dem
letztern befinden sich zwei Fhrungsrollen, die ein Schleifen des Bandes
auf den Spaltkanten verhindern. Wenn der Film in Brand gert, soll sich
das Feuer hier selbst ersticken. Versuche haben allerdings erwiesen, da
der Film, wenn die Flamme in die Trommel schlgt, dort weiter glimmt und
dabei gefhrliche Gase entwickelt, die giftig und brennbar sind. In der
Abbildung Fig. 32 ist die Anordnung dargestellt; sie zeigt eine
geffnete Bchse mit eingesetzter Spule.


Vorrichtungen zum Nachstellen des Filmbildes.

Wir sind mit der Ausarbeitung des Kinematographen noch nicht fertig.
Wenn man nmlich den Apparat in Betrieb nimmt und den Film einspannt, so
wird man finden, da es schwierig oder besser lstig und zeitraubend
ist, den Film richtig in die Tre zu bringen. Er mu ja so ber die
untere Transporttrommel gelegt werden, da, sowie die Weiterbewegung
eingesetzt hat, immer ein Bild nach dem andern genau in der ffnung der
Tre sich befindet. Nun kommen aber auf jedes Bild vier Lcher und da
mag man den Film leicht so einspannen, da die Bilder etwas zu hoch oder
zu tief sitzen.

Man kann sich da helfen, indem man auf der Transporttrommel an den
Stellen Marken anbringt, auf welche bei richtiger Einspannung jeweils
der Anfang eines Bildes kommen mu, und zur Erleichterung ev. noch in
dem ber die Trommel gespannten Filmstck die Striche zwischen den
Bildern durch irgend welche Zeichen besser kenntlich macht. Doch
erfordert auch dieses Verfahren einige Aufmerksamkeit und ein Versehen
wird sich hchst unangenehm bemerkbar machen; man mu in der Vorfhrung
abbrechen und den Film neu einspannen.

Man hat dies alsbald als belstand empfunden und allerlei Mittel zur
Abhilfe ersonnen. Die einfachste Methode, welche man hufig angewandt
sieht, ist folgende. Die Tre wird mit einer hheren ffnung versehen
und darin ein nach oben und unten verschiebbarer kleiner Rahmen
angebracht, welcher einen der Bildgre entsprechenden Ausschnitt
besitzt. Wenn nun beim Projizieren das Filmbild nicht richtig in diesem
Fensterausschnitt steht, so kann man durch Verschieben des Rhmchen nach
oben oder unten abhelfen, indem man dadurch die ffnung desselben genau
vor das Bild bringt. Das Verstellen des Rhmchen erfolgt mittels eines
einfachen Griffes oder eines Hebels, wie in Fig. 33, oder mit Hilfe
eines Zahn- oder Spindeltriebes.

[Illustration: Fig. 33.]

So einfach dies Verfahren ist, so haften ihm doch auch Mngel an.
Zunchst wird man sehen, da beim Verschieben des Rahmens auch das
Lichtbild auf dem Projektionsschirm verschoben wird: es wandert herauf
oder herunter. Ferner wird bei diesem Verfahren das Filmbild aus der
optischen Achse gebracht; die Beleuchtung durch den Kondensor wird
weniger gut und auch die Wiedergabe durch das Objektiv kann dabei
leiden.

Man ging dann dazu ber, mit dem Rhmchen gleichzeitig das Objektiv
herauf bezw. herunter zu stellen. Dadurch wird erreicht, da die
Verschiebung des Lichtbildes auf dem Schirme eine ganz minimale wird und
da gleichzeitig die Mitte des Filmbildes in der optischen Achse des
Objektives bleibt. Allerdings wird auch hier das Bild und mit ihm
zusammen das Objektiv aus der Richtung des Strahlenkegels gebracht, und
es kann dadurch unter Umstnden eine Beeintrchtigung der gleichmigen
Beleuchtung des Lichtbildes erfolgen, die sich aber durch Nachstellen
der Lampe wieder gut machen lsst. Doch kann dieses Verfahren noch einen
andern Nachteil mit sich bringen: wenn man nmlich das Objektiv auf-
oder abwrts bewegt, so wird seine Stellung zur Blende verndert, und
wenn die Blendenachse, wie dies meist der Fall ist, sich seitlich vom
Objektiv befindet, so gibt es eine Verschiebung, die ein ungenaues
Einsetzen der Blende zur Folge hat; die Blende wird dann etwas zu frh
oder zu spt vorschlagen. Dieser Fehler lsst sich korrigieren durch
eine entsprechende Vergrerung der Blendflgel; er kann von vornherein
vermieden werden, wenn man die Blendenachse senkrecht ber oder unter
dem Objektiv anbringt.

[Illustration: Fig. 34.]

Die gemeinsame Verstellung von Rhmchen und Objektiv wird in der Regel
durch folgende Anordnung erreicht. Das Objektiv ist in ein Rohrstck
geschraubt, welches durch eine vor der Tre befindliche Platte getragen
wird, und diese Platte, an der auch das Rhmchen angebracht ist, lt
sich durch einen Zahn- oder Spindeltrieb heben und senken. Die Abbildung
Fig. 34 zeigt einen Apparat, welcher mit einer solchen Einrichtung
versehen ist; durch Drehen des am Spindeltrieb angebrachten Griffes G
wird die Platte mit Objektiv und Fensterrhmchen herauf oder herunter
bewegt und dadurch das Filmbild, wenn es vorher nicht richtig sa, genau
vor die ffnung gebracht. Der dargestellte Kinematograph ist nach dem
Schlgersystem gebaut: unten sieht man die Transporttrommel, auf deren
Achse die Antriebskurbel angebracht ist, und links davon, unterhalb der
Tre, die Schlgerscheibe. Oben befindet sich die Filmspule und darunter
die Zahntrommel, welche den gleichmigen Vorschub des Filmbandes
besorgt. Vor dem Objektiv arbeiten zwei vierflgelige, sich
gegeneinander bewegende Blendscheiben.

Eine andere Lsung der Aufgabe, die falsche Stellung des Filmbildes in
der Trffnung zu korrigieren, besteht darin, da man das ganze Werk in
der Hhenrichtung verstellbar macht, wobei aber Objektiv und Tre nicht
mit bewegt werden. Wenn dann beispielsweise das Filmband zu tief in der
Tre sitzt, so hebt man das Werk an, wodurch der Film mitgehoben wird,
und da die Tre stehen bleibt, so schiebt er sich darin hoch, und auf
diese Weise kann man ihn also leicht in die richtige Stellung bringen.

Der ganze Mechanismus, mit Ausnahme von Tre und Objektiv, wird zu
diesem Zweck an einer Platte oder einem Rahmen montiert, der sich in
einer Fhrung hoch und tief stellen lt; die Verstellung geschieht
mittels eines Hebels oder eines Triebes. Man hat dieses Verfahren sowohl
bei Apparaten mit Malteserkreuz, wie auch beim Schlgersystem angewandt;
es bietet den Vorteil, da die Beleuchtung des Lichtbildes in keiner
Weise Einbue erleidet, indem Trffnung und Objektiv nicht verstellt
werden. Doch gibt es auch hier einen Nachteil: die Blende wird mit dem
Werk gehoben oder gesenkt, also vor dem Objektiv verschoben. Die Wirkung
der Blende wird mithin auch hier bei der Korrigierung der Bildstellung
ungenau, indem sie zu frh oder zu spt einsetzt -- es sei denn, da die
Blendenachse senkrecht ber oder unter dem Objektiv gelagert ist.

Wenn wir die beiden letzten Methoden zur Korrigierung der
Bildeinstellung vergleichen, so zeigt es sich, da sie das gleiche Ziel
auf entgegengesetztem Wege erreichen: die erstere besteht darin,
Trffnung und Objektiv in der Hhenrichtung zu verstellen, whrend bei
der zweiten Methode das ganze Werk mit Ausnahme von Tr und Objektiv
gehoben bezw. gesenkt wird.

Die Einrichtung des Filmbildes lt sich nun auch dadurch erreichen, da
man nur den eigentlichen Bewegungs-Mechanismus oder ein Glied desselben
verstellbar anordnet. Bei einem Apparat mit Schlger z. B. gengt es,
wenn die Schlgerscheibe aufwrts bezw. abwrts bewegt wird; whrend bei
Malteserapparaten die Zahntrommel mit Kreuz verstellbar zu machen ist.
Dies Verfahren erfordert, da gleichzeitig die Blendenstellung eine
entsprechende Korrektur erfhrt, da die Flgel sonst zu frh oder zu
spt einsetzen werden, wenn nicht die Blendenachse senkrecht ber oder
unter dem Objektiv sitzt.

[Illustration: Fig. 35.]

Es ist nun noch eine andere Methode anzufhren, die sich namentlich beim
Schlgersystem leicht anwenden lt. Dabei wird zwischen die
Transporttrommel und die Schlgerscheibe eine Rolle eingeschaltet, ber
welche der Film luft; diese Rolle kann mittels eines Hebels oder
Triebes verstellt werden. In der Abbildung Fig. 35 ist die Anordnung
skizziert; der bersicht halber habe ich den Mechanismus, mit Hilfe
dessen sich die Rolle auf- und abbewegen lt, fortgelassen.

W ist die Transporttrommel, E der Schlger (Exzenter), T die Tre und R
die Rolle. Wenn man nun die Rolle in die punktiert angedeutete Stellung
S hebt, so wird der Film aus der Tre ein Stck vorwrts gezogen; wenn
man sie hingegen senkt, so bleibt der Film beim nchsten Einschlagen des
Exzenters in der Tre um ein Stckchen zurck. Es kann also auf diese
Weise das Filmbild, falls es nicht genau in der Oeffnung sitzen sollte,
richtig eingestellt werden. Man kann den Film auch unterhalb der Rolle R
laufen lassen, die dann entsprechend tiefer sitzen mu. Diese Anordnung
zeigt der in Abbildung Fig. 36 dargestellte Schlger-Apparat; die links
von der Transporttrommel sichtbare Rolle, unterhalb welcher der Film
hergeht, kann durch den groen Knopf K mittels Triebbersetzung
verstellt werden. Auch bei Malteserkreuz-Apparaten lt sich die
Verstellung des Film mit Hilfe einer solchen Rolle in Anwendung bringen,
indem die Rolle zwischen Tre und Transporttrommel angebracht wird.

[Illustration: Fig. 36.]

Ich mchte hier noch ein Hilfsmittel erwhnen, das ebenfalls zur
Korrigierung der falschen Bildeinstellung in der Trffnung dient. Es
besteht darin, da die untere Zahntrommel auf ihrer Achse mittels eines
Triebes drehbar angeordnet wird. Die Abbildung Fig. 37 zeigt eine solche
Konstruktion. In einer einfacheren Ausfhrung geschieht diese Drehung
mittels zweier ineinander greifender Zahnrder.

Es ist leicht einzusehen, da das Filmbild in der Tre durch eine
Verstellung der Transporttrommel auf ihrer Achse auf- oder abwrts
verschoben wird, soda auf diese Weise eine falsche Bildeinstellung
korrigiert werden kann. Die beschriebene Anordnung lt sich aber nur
bei Ruhestellung des Apparates anwenden, da der Triebknopf, wenn die
Trommel in Rotation befindlich ist, wegen seiner exzentrischen Stellung
nicht mit Sicherheit gehandhabt werden kann. Anders ist es bei der in
Abbildung Fig. 38 skizzierten Konstruktion, wo der Triebknopf
konzentrisch zur Achse sitzt und whrend des Betriebes ein Anhalten des
Knopfes gengt, um eine Verschiebung der Trommel herbeizufhren. Es ist
dazu an der Zahntrommel, die sich lose auf der Achse befindet, ein
Zahnrad A angebracht whrend daneben fest auf der Achse ein gleich
groes Zahnrad B sitzt. In diese beiden Zahnrder greift ein kleines,
breites Zahnrad C, das in dem aufgesteckten Kopfe D gelagert ist.
Hierdurch sind die Rder A und B verkuppelt und beim Betriebe luft die
Trommel mit der Achse, als wenn sie fest darauf se. Wenn man nun aber
den am Kopfe D angebrachten Triebknopf bei Ruhestellung des Apparates
dreht, so bringt man das Zahnrad C auf dem fest und stillstehenden Rade
B zum Laufen und dadurch wird das Rad A mit der Trommel in
entgegengesetzter Richtung gedreht. Beim Betriebe gengt es, den Knopf
festzuhalten; die Achse mit dem Rade B bewegt sich dann weiter, das Rad
C gert in Umdrehung und bewirkt mittels des Rades A eine
Rckwrtsverschiebung der Trommel.

[Illustration: Fig. 37.]

[Illustration: Fig. 38.]


Die Schonung des Filmbandes im Mechanismus.

Bei der Ausfhrung des Apparates spielt die Schonung des Filmbandes eine
groe Rolle. Der Film soll weder verkratzt noch gerissen oder gezerrt
werden; soll er berhaupt auf keine Weise Beschdigungen erleiden. Wie
ich schon erwhnte, wird die Tre des Apparates so hergerichtet, da der
Film dort nur an den Seiten aufliegt, whrend das mittlere Stck,
welches die Bilder trgt, ganz frei luft. Nach diesem Prinzip werden
nun nach Mglichkeit die anderen Apparat-Teile gebaut, mit denen der
Film in Berhrung kommt; insbesondere sind die Trommeln zwischen den
beiden Zahnkrnzen vertieft und desgleichen die Rollen, die den Film
gegen die Trommeln drcken.

Wenn auf diese Weise die Bildschicht gegen Beschdigungen bewahrt
bleibt, so gilt es nun weiterhin, das Filmband selbst mglichst zu
schonen, denn die ruckweise Weiterbewegung stellt bei ihrer groen
Geschwindigkeit immerhin Anforderungen an das Filmmaterial. Man mu
naturgem sein Augenmerk in erster Linie auf den Bewegungsmechanismus
richten, und zwar auf die Stelle, wo der Film gefat und vorwrts
gezogen wird. Wie wir wissen, spielt bei der Weiterbewegung die
Perforation eine groe Rolle; ja, sie mu den Ruck der Weiterbewegung
aushalten, denn mit Hilfe der Lcher, in welche der Mechanismus
eingreift, wird das Filmband vorwrtsgezogen.

Werden beim Transport nur zwei Lcher der Perforation gefat, wie beim
Greifersystem mit einfacher Gabel, deren Zinken rechts und links in
ein Loch eingreifen, so konzentriert sich der Ruck auf diese beiden
kleinen Stellen und diese sind daher, falls in der Weiterbewegung irgend
ein Hemmnis eintreten sollte, stark gefhrdet. Zweckmiger mu ein
Mechanismus erscheinen, bei welchem der bewegende Teil in mehrere Lcher
gleichzeitig eingreift, soda sich die Gewalt des Ruckes auf eine
grere Strecke des Filmbandes verteilt. Man hat daher den Greifer, wie
oben schon erwhnt, auch mit einer mehrteiligen Gabel versehen. Beim
Malteserkreuz- und Schlgersystem fhrt man den Film ein Stck um die
Transporttrommel herum, und namentlich bei dem letzteren System steht es
ohne weiteres frei, die Trommel recht gro zu nehmen, soda eine ganze
Reihe von Zhnen gleichzeitig in die Perforation fat und zum Transport
mitarbeitet.

Diese Anordnung hat noch einen Vorteil: sie bietet die Mglichkeit,
Films, deren Perforation beschdigt und zum Teil eingerissen ist, ohne
Strung durchlaufen zu lassen. Bei Schlger-Apparaten ist noch in bezug
auf die Filmschonung die Form des Schlgers selbst zu beachten. Ein
schmaler Stift schlgt messerartig auf den Film und reibt beim
Weitergehen darauf; darum ist es gut, eine breite Rolle auf den
Schlgerstift zu setzen. Da die Verwendung einer Vorschubtrommel
zweckmig und bei langen Films erforderlich ist, wurde bereits oben
erwhnt.

Wenn nun die einzelnen Teile des Apparates nach diesen Gesichtspunkten
hergerichtet sind, so mssen sie schlielich auch derart
zusammengestellt sein, da dem Film auf dem ganzen Wege, den er zu
durchlaufen hat, keinerlei Hemmnisse geboten werden, die zu
Beschdigungen Anla geben knnten.


Selbstttige Feuerschutz-Vorrichtungen.

Es ist hier noch eine Einrichtung zu besprechen, die sehr hufig bei
Kinematographen zur Anwendung kommt, und die dazu dient, eine Entzndung
des Filmbandes durch die Strahlen zu verhindern. Das Zelluloid, woraus
das Filmband besteht, ist ja leicht entzndlich und die Lichtstrahlen,
die den Film kreuzen, sind bei starker Lichtquelle von intensiven
Wrmestrahlen begleitet. Whrend der Film durch den Apparat bewegt wird,
ist allerdings nicht das geringste zu befrchten; denn in der kurzen
Zeit, die jedes Filmbildchen in Projektionsstellung verweilt, vermag
auch das strkste Licht keine schdliche Wirkung darauf auszuben.
Vorsicht ist jedoch beim Einsetzen des Filmbandes am Platze, weil dann
der Film einige Zeit in der Tre ruhig steht und das in der ffnung
befindliche Stck der Einwirkung der Strahlen ausgesetzt ist.

[Illustration: Fig. 39. Feuerschutz mit Regulator.]

Whrend man nun vielfach beim Einsetzen des Film die Strahlen einfach
durch einen am Laterngehuse befindlichen Schieber absperrt, hat man
auch Einrichtungen zur Anwendung gebracht, die bei Ruhestellung des
Apparates selbstttig eine Absperrung des Lichtkegels bewirken und
dadurch eine Entzndung des Film infolge Unachtsamkeit ausschlieen. Die
Abbildung Fig. 39 zeigt eine derartige Konstruktion, bei der man sich
den Regulator der Dampfmaschine zunutze gemacht hat. A ist eine leichte
Metallplatte, welche die Trffnung des Apparates verdeckt und das darin
befindliche Filmstck gegen die Strahlen schtzt. Sowie aber der
Mechanismus in Bewegung gesetzt wird, senkt sich die Platte nach unten
in die punktierte Stellung und gibt die Tre frei. Dies wird bewirkt
durch den Regulator B, und zwar in folgender Weise. Wenn der Apparat in
Gang kommt, wird die den Regulator tragende Stange in schnelle Umdrehung
versetzt; die beiden Kugeln schlagen infolge der Zentrifugalkraft hoch
und heben mit ihren Armen das Metallstck C, woran mittels
Hebelbertragung die Sperrplatte A befestigt ist. Man findet bei manchen
Apparaten diese Platte direkt, ohne Hebel, mit dem Regulator verbunden,
derart, da sie in einer Fhrung hochgehoben wird. Diese Anordnung zeigt
aber in der Praxis leicht einen belstand. Die Platte wird nmlich durch
die Strahlen erhitzt und sie kann sich dadurch erfahrungsgem so stark
ziehen, da sie sich in der Fhrung festklemmt und da der Mechanismus
versagt. Wie diese automatische Feuerschutz-Vorrichtung mit Regulator
vom Werk aus angetrieben wird, ist aus Fig. 40 deutlich zu ersehen.
Auch der auf gleichem Prinzip beruhende Regulator auf horizontaler
Achse, wie man ihn bei Phonographen sieht, kommt beim Kinematographen
hufig zur Anwendung.

[Illustration: Fig. 40. Apparat mit automatischem Feuerschutz.]

In einer anderen Konstruktion, die in Fig. 41 dargestellt ist, wird die
automatische Absperrung und ffnung des Strahlenkegels mit Hilfe einer
kleinen Luftpumpe bewirkt. Die Pumpe P ist durch einen Schlauch S mit
einem schmalen Zylinder C verbunden und in diesem befindet sich ein
Kolben, an dem die Sperrplatte A angebracht ist. Sowie man nun den
Apparat in Gang bringt, wird die Pumpe durch eine vom Werk angetriebene
Scheibe B in Ttigkeit gesetzt; sie pret durch den Schlauch Luft in
den Zylinder und hebt den Kolben mit Sperrplatte hoch, soda diese die
Tre frei gibt. Diese Einrichtung bedarf, wenn sie auf die Dauer
zuverlssig arbeiten soll, der Wartung. Zylinder mit Luftpumpe und
Kolben mssen gelt werden und man mu Sorge tragen, da der Kolben
nicht durch verdicktes Oel festgeklemmt wird. Einfacher im Betriebe ist
die zuerst beschriebene Konstruktion mit Regulator.

[Illustration: Fig. 41. Feuerschutz mit Pumpe.]


Das Antriebswerk.

Das Werk wird durch Drehen einer Kurbel in Gang gesetzt. Wo eine
besondere bersetzung fr den Antrieb des Bewegungs-Mechanismus
erforderlich ist, wie bei Malteserkreuz-Apparaten (vgl. Fig. 23 und 24),
whlt man diese derart, da ein ruhiges Drehen der Kurbel gengt, um die
erforderliche Zahl der Bildwechslungen zu erzielen. Bei Apparaten mit
Schlger setzt man die Kurbel auf die Achse der Transporttrommel (vgl.
25 und 36) oder auch der Vorschubtrommel, und wenn die Trommeln so gro
im Durchmesser sind, da auf ihren Umfang acht Filmbilder gehen, so
erhlt man bei ruhigem Drehen (etwa zwei Umdrehungen in der Sekunde) die
richtige Geschwindigkeit; denn es finden dann in der Sekunde etwa 16
Bilderwechslungen statt.

Wie weiter oben ausgefhrt wurde (vgl. Seite 56), mu bei den andern
Systemen, wenn sie mit einer Aufrollvorrichtung versehen sind, eine
Trommel eingeschaltet werden, die der Aufrollvorrichtung den aus dem
Bewegungs-Mechanismus austretenden Film gleichmig zufhrt. Man kann in
diesem Falle die Kurbel auf die Achse dieser Trommel setzen; doch mu
letztere dann hinreichend gro sein und bei jeder Umdrehung eine
gengende Anzahl von Bildern -- am besten etwa acht -- transportieren.

Der Antrieb des Werkes mittels Elektromotor bietet keinerlei
Schwierigkeiten. Die Geschwindigkeit des Motors, der in der Minute etwa
1500 bis 2000 Umdrehungen macht, wird durch eine entsprechende
bersetzung herabgemindert. Zur Regelung der Geschwindigkeit ist die
Anwendung eines regulierbaren Widerstandes erforderlich. Es gengt im
allgemeinen ein kleiner Motor in Strke von 1/30 Pferdekraft.

[Illustration: Fig. 42.]

Der ruhige Gang des Werkes wird, worauf ich schon oben aufmerksam
machte, dadurch gefrdert, da man den Bewegungs-Mechanismus mit einem
Schwungrad versieht, und zwar gehrt dieses auf die Achse des
gleichmig rotierenden Teiles, welcher die Ste fr die Weiterbewegung
erteilt. Es ist ferner vorteilhaft, wenn die zum Antrieb dienenden
Zahnrder schrg gefrste Zhne haben, weil solche ruhiger und sicherer
ineinander greifen. Dieses sichere Ineinandergreifen ist von grter
Wichtigkeit beim Schlgersystem; denn hier hngt von dem Zahnrderpaar,
das Transporttrommel und Schlgerscheibe verbindet, die Genauigkeit des
Werkes ab (vergl. Figur 10).

Der Antrieb der Vorschubtrommel, welche den Film von der Spule
gleichmig zur Tre fhrt, geschieht durch eine Kette oder durch
Zahnradbertragung. Es wurde vielfach das kettenlose System als
berlegen dargestellt. Durch solche Anpreisungen soll man sich nicht
irre fhren lassen; denn fr die Qualitt des Apparates ist allein die
Ausfhrung magebend, nicht aber die Frage: Kette oder Zahnrad. Ein
gutes Zahnrad ist besser wie eine schlechte Kette und umgekehrt ist eine
gute Gelenkkette, die sich nachspannen lt, gewi einem minderwertigen
Zahnrad vorzuziehen, dessen Zhne bald abschleissen. Der Antrieb mit
Kette ist aus Fig. 42 ersichtlich, whrend die Abbildung Fig. 40 auch
die Nachstellvorrichtung fr die Gelenkkette zeigt. Es luft dort eine
Rolle gegen die Kette, und zwar wird die Rolle von einem Arm getragen,
den man nachstellen kann, wenn die Kette sich lenkt und schlapp luft.


Ausfhrung des Kinematograph-Mechanismus und Auswahl.

Wir kommen nun zur Ausfhrung des Kinematograph-Mechanismus berhaupt.
Da ist in erster Linie auf soliden Bau und festen Zusammenhang der
einzelnen Teile hinzuweisen. Die rotierenden Teile mssen gut gelagert
sein. Denn jedes Vibrieren macht sich auf der Projektionswand in
vielfach verstrktem Mae geltend und bei zitternder Bewegung wird das
Lichtbild derart tanzen, da es unserm Auge verschwommen erscheint.

Die Anordnung der einzelnen Teile im Mechanismus mu ferner mglichst
zweckmig sein, damit das Einspannen des Filmbandes rasch und sicher
besorgt werden kann. Unzweckmig ist es z. B. auch, wenn das Einsetzen
des Film von der linken Seite her zu erfolgen hat, whrend sich die
Kurbel zum Drehen auf der rechten Seite des Apparates befindet.

Nun ein paar Worte ber die Auswahl der Apparate. Wer die Anschaffung
eines Kinematographen beabsichtigt, mu ja zwischen Modellen in den
verschiedensten Preislagen whlen, und wer die Wahl hat die Qual! Fr
ffentliche Vorfhrungen, namentlich in Orten, wo lebende Lichtbilder
nichts Neues mehr sind, mu der Apparat den hchsten Ansprchen gengen,
und die richten sich besonders auf Flimmerfreiheit und ruhiges Stehen
der Bilder. Der Besitzer eines solchen Apparates wird ferner bei der
dauernden Beanspruchung nur dann Freude daran erleben, wenn die Films
geschont werden und wenn das Werk derartig gebaut ist, da es nicht
ausleiert. Es liegt auf der Hand, da da ein billiges Modell nicht am
Platze ist. Wer nicht die Mittel aufwenden will, ein in jeder Beziehung
wirklich gediegenes Instrument zu beschaffen, dem mchte ich abraten,
die ffentliche Vorfhrung lebender Lichtbilder zu unternehmen; denn
er schdigt sich selbst wie auch indirekt seine Berufsgenossen.

Anders steht die Sache natrlich, wenn der Kinematograph nur
gelegentlich zur Vorfhrung in kleineren Kreisen dienen soll. Vereine,
die dann und wann ihren Mitgliedern einige Films zeigen wollen, oder
Lehranstalten, die den Kinematograph als Demonstrations-Instrument in
die Lehrmittel-Sammlung aufnehmen, werden sich in der Regel mit weniger
hohen Anforderungen begngen. Vor allem ist hier nicht ein Apparat
erforderlich, der einem Dauerbetriebe standhalten mu, wie ihn das
Kinematographen-Theater mit sich bringt.

Es besteht vielfach die Ansicht, groe Lichtbilder lieen sich nur
mittels eines riesengroen Projektions-Apparates machen und
so auch groe lebende Bilder nur mit Hilfe eines mchtigen
Kinematograph-Mechanismus. Demgegenber ist zu betonen, da der kleinste
und einfachste Kinematograph ebenso groe Bilder zu liefern vermag, wie
der grte, wenn nur das ntige Licht dahinter sitzt.

ber die verschiedenen Apparat-Systeme und ihre Auswahl wurde schon
gesprochen. Ich wies darauf hin, da die Ansichten ber die Frage,
welches System das beste sei, auseinander laufen. Der objektive
Beurteiler kommt, um dies zu wiederholen, zu dem Resultat: Das System
macht nicht die Qualitt aus, sondern die Art der Ausarbeitung und
Ausfhrung, wobei nicht ausgeschlossen sein soll, da nicht die hchsten
Anforderungen mit einem System leichter oder schwerer zu erfllen sind,
als mit andern. Im groen und ganzen ist die Zuneigung zu dem einen oder
andern System auf Seiten des Anbietenden teils Sache der berzeugung und
teils des Geschftsinteresses, auf Seiten des Kufers Sache des
Geschmacks und nicht zum mindesten des Vertrauens.


Das Gerusch des Kinematograph-Mechanismus.

Der Konstrukteur wird auch auf einen ruhigen Gang des Werkes, der
mglichst frei von Gerusch ist, Wert zu legen haben. Dazu gehrt eine
gute Lagerung aller rotierenden Teile und ein sicheres Ineinandergreifen
der Zahnrder. Die grten Schwierigkeiten bietet beim Malteser-Apparat
der periodische Antrieb der Transporttrommel: man hat damit dem
unvermeidlichen Schlag des Eingriffes in das Kreuz zu rechnen. Dieser
Schlag wchst mit dem Tempo. Malteser-Apparate, die den Film sehr
rasch von Bild zu Bild weiterziehen, werden nicht so frei von Gerusch
arbeiten knnen, wie solche, die ein langsameres Tempo entwickeln.
Letztere mgen durch einen ruhigen Gang anfangs bestechen, sie leiden
aber an dem belstand, da sie strker flimmern und da zur Vermeidung
des Flimmerns der Film mit bermiger Geschwindigkeit durchgedreht
werden mu, wodurch eine bertriebene, unnatrliche Wiedergabe der
Bewegungen herbeigefhrt wird. Apparate des Schlgersystems besitzen nur
rotierende Teile und diese knnen an sich ruhiger arbeiten; es kommt
aber der jeweilige Schlag des Exzenterstiftes auf das Filmband hinzu.

Wenn bei der Ausfhrung des Werkes das Erforderliche zur Vermeidung des
Gerusches geschehen ist, so lt sich ein weiteres tun durch Dmpfung.
Eine solche wird bewirkt durch isolierte Aufmontierung des Werkes auf
die Unterlage, z. B. mittels dicker Filzstcke. Ungnstig ist infolge
der Resonanzwirkung die Aufstellung des Apparates auf einer hohlen
Unterlage, z. B. einem Kasten. Eine weitere Dmpfung wird auch erzielt
durch den bei teureren Apparaten jetzt blichen Einbau des
Malteserkreuzes nebst Eingriffscheibe in einen lbehlter. berhaupt
darf man es an gehriger, aber nicht bertriebener Schmierung nicht
fehlen lassen.


Verbindung des Werkes mit dem Projektionsapparat.

Nachdem der Kinematograph-Mechanismus ausgesucht ist, handelt es sich
darum, wie er an der Projektionslaterne angebracht werden soll. An sich
bietet diese Montierung keine Schwierigkeit; der Kinematograph ist
derart vor die Laterne zu setzen, da der Lichtkegel das Filmbild
gleichmig beleuchtet. Weiter vorn (Seite 16) wurde schon eingehend
darber gesprochen.

Nun soll der Apparat aber in der Regel nicht nur zur kinematographischen
Projektion dienen, sondern auch stehende Lichtbilder zeigen, und dazu
ist es erforderlich, da der Kinematograph-Mechanismus durch die
Einrichtung zur gewhnlichen Projektion ersetzt werden kann. Wie man da
verfhrt, will ich jetzt zeigen.

[Illustration: Fig. 43.]

Bei einem einfacheren Kinematograph-Mechanismus begngt man sich
vielfach damit, ihn auf dem Bodenbrett des Apparates mit leicht lsbaren
Schrauben festzuklemmen, wie es die Abbildung Fig. 43 zur Darstellung
bringt. Das Objektiv zur Glasbilder-Projektion ist hier an einem
Rohrstck angebracht, welches sich zur Seite klappen lt. Diese
Anordnung ist einfach, aber nur dann anwendbar, wenn eine rasche
Aufeinanderfolge der beiden Projektionsarten nicht erforderlich ist. Sie
ist zweckmig in Fllen, wo der Apparat hauptschlich zur Projektion
von Glasbildern und nur gelegentlich zur Darstellung lebender
Lichtbilder benutzt wird und wo ferner die Anschaffungskosten niedrig
gehalten werden sollen.

[Illustration: Fig. 44.]

Die beiden folgenden Abbildungen (Fig. 44 und 45) zeigen eine Anordnung,
welche ein rascheres Auswechseln gestattet. Kinematograph-Mechanismus
und Glasbilder-Projektionsobjektiv sind hier, letzteres mittels eines
Trgers, auf einem nach rechts und links verschiebbaren Schlitten
angebracht. In Fig. 44 ist der Schlitten so eingestellt, da
Glasbilder projiziert werden knnen, whrend sich in Fig. 45 der
Kinematograph-Mechanismus vor der Laterne befindet und das
Projektionsobjektiv zur Seite gerckt ist. Der Unterbau eines solchen
Apparates allein ist aus der Abbildung Fig. 46 ersichtlich.

[Illustration: Fig. 45.]

Bei einer anderen Anordnung wird der Mechanismus auf eine Platte
montiert, die sich zur Seite drehen lt, wobei das Projektionsobjektiv,
welches seitlich am Kinematograph befestigt ist, in die richtige
Stellung vor die Laterne kommt. Ein derartig gebauter Apparat ist in den
Abbildungen Fig. 47 und 48 zur Darstellung gebracht. Die erstere zeigt
ihn bereit zur Projektion lebender Lichtbilder; in der zweiten Abbildung
dagegen ist das Kinematograph-Werk zur Seite gedreht und das
Projektionsobjektiv befindet sich in Arbeitsstellung.

[Illustration: Fig. 46.]

Wesentlich ist es bei den Auswechselvorrichtungen, da der
Kinematograph-Mechanismus beim Betriebe recht stabil steht, da also die
drehbare Platte oder der Schlitten fest gelagert ist und beim Drehen der
Kurbel nicht hin und her schwankt. Diese Forderung wird am sichersten
erfllt, wenn man das umgekehrte Verfahren einschlgt: Kinematograph
und Projektionsobjektiv werden fest auf die Grundplatte montiert und die
Laterne selbst wird dahinter in einer Schlittenfhrung nach links oder
rechts herbergeschoben. Die Abbildung Fig. 49 zeigt den Unterbau eines
solchen Apparates, whrend Fig. 50 die gesamte Anordnung darstellt; sie
ist namentlich dann den erstgenannten Methoden vorzuziehen, wenn der
Mechanismus schwer gebaut ist. Tatschlich hat sie sich jetzt fast
allenthalben eingebrgert. Es ist noch eine Abnderung dieses Prinzips
zu erwhnen, die darin besteht, da man dem Laterngehuse ungefhr die
doppelte Breite gibt und in seiner Vorderwand nebeneinander zwei
Kondensoren, einen fr die kinematographische und einen fr die
Glasbilder-Projektion, anbringt; es wird dann nur die Lampe im Apparat
nach links oder rechts geschoben. Die Abbildung Fig. 51 mag zeigen, wie
ein derartiges Apparatgehuse aussieht.

[Illustration: Fig. 47.]

[Illustration: Fig. 48.]

[Illustration: Fig. 49.]

[Illustration: Fig. 50.]

[Illustration: Fig. 51. Doppelgehuse.]

Der rasche bergang von der einen zur anderen Projektionsart lt sich
auch mit Hilfe der Vertikaleinrichtung des Liesegang'schen
Universal-Projektionsapparates bewirken, deren Konstruktion aus Fig. 52
hervorgeht. Man sieht da vor dem Apparatgehuse den sogen.
Vertikalkasten. Die Linsen des Kondensors sind getrennt, und zwar sitzt
die vordere Linse vorne am Vertikalkasten, whrend der andere, aus ein
oder zwei Linsen bestehende Teil des Kondensors im Gehuse des Apparates
untergebracht ist. Eine weitere Kondensierungslinse befindet sich in der
Decke des Vertikalkastens. Im Kasten selbst ist ein drehbarer, in zwei
Stellungen fixierbarer Spiegel, und oben, zentrisch ber der Linse, ein
Projektionsobjektiv mit darauf gestecktem Spiegel. Ist der innere
Spiegel hochgeklappt, so gehen die aus dem Gehuse kommenden parallelen
Strahlen ungehindert durch den Kasten hindurch, treffen die vordere
Kondensierungslinse und werden von ihr, wie bei der gewhnlichen
Projektion, in einem Kegel nach vorn geworfen. Der einzige Unterschied
gegen die sonstige Anordnung besteht darin, da die Linsen des
Kondensors weit auseinander stehen, was die Wirkung nicht wesentlich
beeinflut. Klappt man nun den Spiegel herunter in die Stellung, wie sie
die Abbildung zeigt, so werden die Lichtstrahlen gegen die oben im
Kasten befindliche Linse reflektiert, von dieser in das Objektiv darber
gelenkt und endlich vom zweiten Spiegel auf die Projektionswand
geleitet. Dadurch wird von einem Gegenstande, den man auf die Linse
legt, ein vergrertes Lichtbild zur Darstellung gebracht.

[Illustration: Fig. 52.]

Diese Einrichtung lt sich hier nun in der Weise verwenden, da man den
Kinematograph vorne vor dem Apparat, also an Stelle des
Projektionsobjektivs, anbringt, wie es die Abbildung Fig. 53 andeutet.
Die zu zeigenden Glasbilder legt man dabei mittels eines Halters oben
auf die Linse des Vertikalkastens. Wenn der Spiegel hochgeklappt ist,
haben wir kinematographische Projektion; um zur Glasbilder-Projektion
berzugehen, brauchen wir nur den Spiegel herunterzuklappen. Der Wechsel
von einer Projektionsart zur andern kann also im Augenblick geschehen.

[Illustration: Fig. 53.]

In manchen Fllen ist eine Abnderung dieser Konstruktion angebracht.
Wenn nmlich der Kinematograph-Mechanismus hoch gebaut oder mit einer
groen Filmspule versehen ist, kann es leicht vorkommen, da er den
Lichtstrahlen, die bei der Vertikalprojektion kegelfrmig gegen die Wand
geworfen werden, strend im Wege steht. Man legt dann den Vertikalkasten
um, soda die Strahlen im Kasten zur Seite abgelenkt werden und neben
dem Kinematograph, nicht darber hinweg, zur Wand gehen.

[Illustration: Fig. 54. Doppelapparat mit Kinematograph.]

Sehr bequem lt sich der Wechsel zwischen Glasbilder-Projektion und
kinematographischer Projektion mit Hilfe des Doppel-Apparates bewirken.
Von den beiden Laternen, die entweder, wie in Fig. 54 dargestellt,
bereinander angeordnet sind oder aber nebeneinander stehen, ist eine
mit dem Kinematograph-Mechanismus versehen, whrend die andere zum
Aufwerfen der Glasbilder dient.

ber die Form der Projektionslaterne ist nicht viel zu sagen. Das
Gehuse, in der Regel aus blauem Stahlblech gefertigt, ist auf einer
krftigen Bodenplatte angebracht. An der Seite befindet sich eine Tre
mit Beobachtungsfensterchen, hinten eine Schiebetre oder schrg
stellbare Klappe, oben ein Kaminaufsatz, der die heie Luft und die
heien Gase aus dem Innern abziehen lt. In der Form des Kamines wird
oft gesndigt; man gibt der Laterne vielfach nach englischem Muster
einen zierlichen Aufsatz, der wohl dem Zwecke entspricht, ein elegantes
Aussehen zu schaffen, der aber die heie Luft nicht absaugt, sondern
vielmehr zurckdrckt und so eine geordnete Ventilation unmglich macht.
Bei Anwendung einer krftigen Lichtquelle sollte das Gehuse hinreichend
gerumig sein.

[Illustration: Fig. 55. Bildhalter.]

In der Vorderwand ist der Kondensor angebracht und davor die Bildbhne,
in welche der Halter zur Aufnahme der Glasbilder pat. Die verschiedenen
Arten von Bildhaltern will ich hier nicht besprechen, sondern nur darauf
hinweisen, da ein Halter zweckmig ist, in dem man Bilder der beiden
Handelsformate 8-1/4  8-1/4 und 8-1/2  10 cm durcheinander verwenden
kann. Am meisten verwandt wird der Doppelbildhalter, wie ihn
beispielsweise Fig. 55 zeigt. Es ist bei der Beschaffung zu berlegen,
ob die Erhitzung der Laterne so gro ist, da ein Metallhalter dem
gewhnlichen Halter aus Holz vorgezogen werden mu.


Das Khlgef.

[Illustration: Fig. 56. Khlgefsse.]

[Illustration: Fig. 57.]

Durch die Verwendung eines Khlgefes ist es mglich, die mit den
Lichtstrahlen aus der Laterne austretenden Wrmestrahlen aufzufangen und
dadurch den Film gegen zu starke Erhitzung und Entzndung zu schtzen.
Das einfache Khlgef, welches in Fig. 56 dargestellt ist, besteht aus
einem Metallkasten mit 2 kreisrunden Ausschnitten, die durch
Spiegelglasplatten geschlossen sind. Die Platten sind eingekittet oder
durch zwischengeprete Gummiringe gegen das Metall gedichtet. Diese
letztere Anordnung hat den Vorzug, da man die Glasplatten zum gehrigen
Reinigen herausnehmen und bei ev. Bruch leicht ersetzen kann.

Damit nun das Khlgef ausreichend wirkt und seinen Zweck erfllt, mu
es eine ziemliche Breite haben und ferner mu die Khlflssigkeit
gengend kalt bleiben, da sie bei starker Erhitzung ihre Eigenschaft,
die Wrmestrahlen zurckzuhalten, verliert. Die erforderliche Breite des
Khlgefes richtet sich nach der zur Verwendung kommenden Strke des
Bogenlichtes, das ja in der Regel benutzt wird. Ein dauerndes
Kaltbleiben der Khlflssigkeit erzielt man am sichersten durch Anschlu
an die Wasserleitung. Das Gef wird dazu mittels zweier daran
angebrachter Hhne durch Schluche einerseits mit der Wasserleitung oder
auch einem hochgestellten Vorratsbassin, andererseits mit dem Abflurohr
oder einem Eimer verbunden. Der Wasserhahn wird derart einreguliert, da
sich ein langsamer Durchlauf ergibt. Einen Ersatz fr diese Anordnung
bietet in gewissem Mae die in Figur 57 dargestellte, nach Angabe von
Oberingenieur Ruppert konstruierte Form. Es sind da nmlich beiderseits
Zirkulationsgefe angebracht, die mit dem Hauptgef durch
Kommunikationsrhren verbunden sind und ihm durch Zirkulation immer
wieder abgekhlte Flssigkeit zufhren, da die Seitengefe auerhalb
der Laterne stehen und nicht erwrmt werden. Wenn man das einfache
Khlgef (Fig. 56) zur Anwendung bringt und dabei ohne Anschlu an die
Wasserleitung arbeiten will, so wird es meist erforderlich erscheinen,
die Khlflssigkeit nach einiger Zeit, etwa 1/2 bis 3/4 Stunden, zu
erneuern; besser tut man noch, ein zweites Gef zum Auswechseln bereit
zu halten.

Als Khlflssigkeit verwendet man in diesem Falle abgekochtes,
destilliertes Wasser; nicht abgekochtes Wasser setzt beim Erwrmen
Luftblasen an. Wenn man Glyzerin benutzen will, welches auch empfohlen
wird, da es die Wrmestrahlen stark absorbiert, so nehme man nur
chemisch reines Glyzerin.

Das Khlgef wird vor die Laterne, also zwischen Kondensor und Film
oder Glasbild, gestellt. Zweckmiger ist aber die von mir gegebene
Anordnung, wonach der Trog zwischen den Linsen des Kondensors angebracht
wird; sie hat den Vorteil, da die Lichtstrahlen als annhernd
paralleles Bndel in senkrechter Richtung durch die Flssigkeit gehen
und somit keinerlei Ablenkung erfahren. Ferner knnen hierbei die
Glasbilder nher an den Kondensor gebracht werden, soda Linsen der
blichen Gre zur Erzielung einer gleichmigen Beleuchtung gengen,
whrend die Bilder sonst, wenn das Khlgef vor dem Kondensor steht, in
gewissen Abstand davon kommen und zu ihrer vlligen Beleuchtung daher
entsprechend grere Linsen erforderlich sind.

Die Khleinrichtung wurde vielfach als unbedingt erforderlich fr die
kinematographische Projektion hingestellt, und sie hat gewi viel fr
sich; denn der Film kann dadurch, vorausgesetzt, da das Gef
hinreichend breit ist, gegen Beschdigung durch die Strahlen, namentlich
gegen Entzndung, geschtzt werden. Von den Vorfhrern wird das
Khlgef in der Regel als berflssiges Mbel betrachtet, und bei
sorgsamer Handhabung erscheint es auch entbehrlich, besonders wenn der
Apparat mit einer zuverlssig funktionierenden, automatischen
Feuerschutzeinrichtung versehen ist. Wertvoll ist die Khlung in Fllen,
wo es gilt, einzelne Bilder aus den Films zu projizieren, wie das bei
wissenschaftlichen Auffhrungen vorkommen mag. Andererseits kann das
Khlgef geradezu gefhrlich werden, wenn sich der Vorfhrer vllig auf
dessen Wirkung verlt und es dabei versumt, die Flssigkeit
rechtzeitig zu erneuern.


Wrmeschutz durch Gitter.

Neuerdings wurde von der Firma Liesegang festgestellt, da ein feines
Raster oder Gitter in hohem Mae die Wrmewirkung der Strahlen schwcht.
Das Raster -- am einfachsten dient diesem Zwecke ein feinmaschiges
Drahtnetz -- wird zwischen Kondensor und Film eingeschaltet; dadurch ist
ein vollkommener Schutz des Filmbandes gegen Entzndung gewhrleistet.
Beim Arbeiten mit hoher Stromstrke mu allerdings das Netz ntigenfalls
doppelt genommen werden. Dies Verfahren lt sich vorteilhaft anwenden,
wenn aus einem Film einzelne Bilder projiziert werden sollen. Zwar
bringt die Methode einen ziemlichen Lichtverlust mit sich, doch kommt
dieser hier weniger in Betracht, als ja auch bei der normalen
kinematographischen Vorfhrung ein Teil des Lichtes -- nmlich durch die
Blendscheibe -- geraubt wird. Zweckmigerweise kann das Drahtnetz an
Stelle der undurchsichtigen Scheibe des automatischen Feuerschutzes
treten; bei Stillstand des Werkes wird dann das Netz selbstttig in den
Strahlengang eingeschaltet. Will man also ein einzelnes Bildchen allein
projizieren, so braucht man das Werk nur anzuhalten. Ferner bietet diese
Anordnung den Vorzug, da der Vorfhrer beim Einspannen eines neuen
Filmbandes Licht hat.




Die optische Ausrstung.


Der Kondensor.

Die optische Ausrstung des kinematographischen Wiedergabe-Apparates
besteht aus Kondensor (Beleuchtungssystem) und Objektiv
(Vergrerungssystem). Wie ich oben gezeigt und durch Abbildungen
(Fig. 4 und 5) veranschaulicht habe, ist die Aufgabe und Wirkungsweise
dieser beiden Teile beim Kinematographen genau dieselbe wie bei jedem
Projektionsapparat. Der Kondensor besorgt die geeignete Beleuchtung des
Bildchens, welches projiziert werden soll; das Objektiv gibt die scharfe
Vergrerung desselben.

[Illustration: Fig. 58. Doppelkondensor.]

Der Kondensor besteht in der Regel aus zwei plankonvexen Linsen, die in
eine Messingfassung verschraubt sind; man nennt ein solches System
Doppelkondensor. Die Linsen haben einen Durchmesser von 10 cm oder mehr;
zur Projektion der Filmbilder wrde auch ein kleineres Ma gengen,
meistens ist aber der Kinematograph mit einer Einrichtung zur Projektion
von Glasbildern verbunden und die gebruchlichen Mae derselben:
8-1/4  8-1/4 cm und 8-1/2  10 cm, beide mit etwa 7  7 cm
Maskenausschnitt, erfordern einen Kondensor von mindestens 10 cm
Durchmesser. Grere Glasbilder verlangen einen entsprechend greren
Kondensor, das Format 9  12 cm z. B. einen solchen mit 15 cm-Linsen.

Namentlich bei Anwendung grerer Kondensoren ist eine Form von Vorteil,
die man als dreifachen oder Triple-Kondensor bezeichnet; der Vorteil
besteht darin, da das Linsensystem der Lampe etwas genhert wird,
wodurch man eine bessere Lichtausnutzung und mithin grere Helligkeit
erzielt. Es gibt verschiedene Arten von Triple-Kondensoren,
beispielsweise solche aus zwei plankonvexen Linsen mit zwischengesetzter
bikonvexer Linse; eine viel gebrauchte Form besteht aus einem
Doppelkondensor, dem eine etwas kleinere Meniskuslinse vorgesetzt ist,
wie Fig. 59 zeigt. Die Meniskuslinse, die in der Regel durch eine
Hartglasscheibe geschtzt wird, ist dabei der Lichtquelle zugekehrt.

[Illustration: Fig. 59. Dreifacher Kondensor.]

Der Kondensor ist in hohem Grade der Hitze der Lichtquelle ausgesetzt.
An und fr sich schadet die Erhitzung nun der Linse in keiner Weise;
doch ist das Glas mehr oder minder empfindlich gegen pltzliche starke
Temperaturvernderungen, da hierdurch Spannungen in dem Mae entstehen,
welche ein Springen der Linse zur Folge haben knnen. Man sollte daher
eine schnelle Erwrmung und auch eine rasche Abkhlung, welch' letztere
beispielsweise nach der Vorfhrung durch Luftzug von der geffneten Tr
erfolgen kann, nach Mglichkeit vermeiden. Ferner ist zu
bercksichtigen, da sich das Glas wie jeder andere Krper bei Erwrmung
ausdehnt; die Linsen mssen daher in der Fassung etwas Spiel haben,
also locker darin sitzen.


Das Objektiv.

Fr den Kinematograph kommt ebenso wie fr die Glasbilder-Projektion als
geeignetes Instrument in der Regel eine Objektivkonstruktion zur
Verwendung, die vor fast 70 Jahren von Petzval fr die Zwecke der
Portrtphotographen errechnet wurde. Dieses Objektiv besteht, wie die
Abbildung Fig. 60 zeigt, aus zwei Linsensystemen, deren vorderes aus
zwei verkitteten Linsen zusammengesetzt ist, whrend das rckwrtige
zwei durch einen Ring getrennte Linsen hat. Die Glser sind in eine
Messingfassung verschraubt, die zur Erleichterung der scharfen
Einstellung des Bildes mit einem Zahntriebe versehen ist. Man achte ja
darauf, die Linsen wieder in der richtigen Reihenfolge einzusetzen, wenn
man sie zwecks Reinigung aus der Fassung herausgenommen hat. Als Anhalt
fr die Lage der drei Linsenteile merke man sich, da alle gewlbten
Flchen nach vorne zeigen. Das Putzen der Linsen darf nur mit einem
weichen Tuch geschehen.

[Illustration: Fig. 60. Petzval'sches Objektiv.]

Whrend von der Lichtquelle die Helligkeit des Lichtbildes abhngt, ist
durch die Qualitt des Objektivs die Schrfe der Wiedergabe bedingt.
Ohne gutes Objektiv kann der beste Apparat keine tadellosen Bilder
geben.

Der besprochene Petzvalsche Objektivtypus gibt nun eine gute
Durchschnittsschrfe, die in vielen Fllen ausreichend erscheint. Eine
hhere Leistung aber, eine wie man sagt geschnittene Schrfe und dabei
plastische Zeichnung, wird von den modernen lichtstarken Instrumenten
geliefert, die man als Anastigmate bezeichnet. Ein vortreffliches
Instrument dieser Art ist beispielsweise das Projektionsanastigmat
Triplar. Es wird in den Kinematographentheatern leider noch zu wenig auf
die Verwendung eines wirklich tadellosen Objektives gesehen. Man sollte
sagen, in einem Unternehmen, das Tausende fr die Ausstattung angelegt
hat, drften nicht rund 100 Mark gespart werden bei der Beschaffung
eines Instrumentes, von dessen Wirkung die Gte der Schaustellung
abhngt. Von der Beschaffenheit des Objektivs hngt auer der Schrfe
die Gre des Bildes ab, welches man auf einen bestimmten Abstand von
der Projektionswand erhlt. Wenn wir beispielsweise zwei verschiedene
Objektive nehmen und nacheinander am Apparat anbringen, so mag das eine
bei einem Abstande von 10 Metern ein 3 Meter groes Lichtbild liefern,
whrend man mit dem zweiten auf die gleiche Entfernung hin ein nur 2
Meter groes Bild bekommt. Und setzten wir diese Versuche mit anderen
Objektiven fort, so wrden wir Instrumente darunter finden, die noch
kleinere oder aber grere Lichtbilder liefern.

Worin besteht nun der Unterschied dieser Objektive? -- Da sagt der
Optiker: sie haben verschiedene Brennweite, und er sagt ferner: wenn
ich die Brennweite eines Objektives kenne, so kann ich mit Hilfe einer
einfachen Regel feststellen, wie groe Bilder man damit bekommt; und
umgekehrt kann ich leicht berechnen, welche Brennweite das Objektiv
haben mu, um auf vorgeschriebene Entfernung ein Lichtbild bestimmter
Gre zu geben. -- Es drfte mithin wohl von Wert, jedenfalls aber von
Interesse sein, zu wissen, was man unter Brennweite versteht.


Die Brennweite und ihre Bestimmung.

[Illustration: Fig. 61. Brennglas.]

Am leichtesten lt sich der Begriff der Brennweite durch das bekannte
Experiment mit einer einfachen Sammellinse, dem sogen. Brennglase,
erklren, wie es in Fig. 61 veranschaulicht ist. Wenn man eine solche
Linse gegen die Sonnenstrahlen hlt und nun mit der anderen Hand ein
Blatt Papier dahinter bringt, so wird man durch Vor- und Zurckschieben
des Blattes bald eine Stelle finden, wo die Strahlen fast zu einem
Punkte zusammengezogen sind. Dieser hell leuchtende Fleck ist nichts
anderes als ein Bildchen der Sonne; man hat die Stelle Brennpunkt
genannt, weil hier auch die mit den Lichtstrahlen vereinigten
Wrmestrahlen konzentriert werden, die das Papier in Brand setzen. Den
Abstand des Brennpunktes von der Linse oder richtiger von der Mitte des
Glaskrpers bezeichnet man nun als Brennweite.

Wenn man dies Experiment mit verschiedenen Brennglsern macht, wird es
sich herausstellen, da die Brennweiten derselben nicht gleich sind; es
wird sich ferner zeigen, da die strker gewlbten Glser eine krzere
Brennweite haben als die flacher geschliffenen. Statt die Linse gegen
die Sonne zu halten, kann man sie auch gegen einen gut beleuchteten,
weit entfernten Gegenstand, z. B. einen Schornstein, richten, wobei man
das Papierblatt vor- und zurckschiebt, bis sich ein scharfes Bild des
Schornsteines darauf zeigt; das Blatt deckt man mglichst gegen
falsches Licht ab, um das Bild deutlich erscheinen zu lassen. Es wird
dem Beobachter dabei auffallen, da das Bild auf dem Kopfe steht. Der
Abstand des Papiers von der Mitte der Linse ist gerade so gro wie bei
dem Experiment mit der Sonne, und wenn wir ihn messen, haben wir also
die Brennweite.

Bei diesem Versuche ist es wichtig, da sich der betreffende Gegenstand,
wie oben erwhnt, in groer Entfernung befindet. Wenn man nmlich Linse
und Papier auf einen nahen Gegenstand einstellt, so wird der Abstand
vom Papier zur Linse grer als die Brennweite, und zwar um so grer,
je nher man an den Gegenstand heran kommt. Das lt sich leicht auf
folgende Weise demonstrieren. Man setzt in einem sonst dunklen Raume auf
den Tisch eine brennende Kerze und in einigen Abstand davon ein weies
Kartonstck, das man auf einem Hlzchen befestigt hat, soda es
senkrecht steht. Bringt man nun die Linse, die man wenn mglich auch auf
einem Stnder befestigt, dazwischen und schiebt nun den Karton hin und
her, so wird man bald ein Bild der Kerze darauf bekommen. Rckt man nun
die Kerze nher an die Linse heran, so mu man den Karton weiter fort
schieben, wobei das Bild gleichzeitig grer wird. Bei weiterem
Experimentieren und fortwhrendem Vergleichen der Abstnde und
Bildgren kommt man zu einem interessanten Resultat: wenn nmlich
Kerze, Linse und Karton derart aufgestellt sind, da das Bild der Kerze
gerade so gro wird wie die Kerze selbst, so sind auch die Abstnde von
Kerze bis zur Mitte der Linse gleich gro, und zwar ist jeder dieser
Abstnde genau doppelt so gro wie die Brennweite; daraus ergibt sich
weiterhin, da die Entfernung des Kartons von der Kerze bei dieser
Einstellung viermal so gro wie die Brennweite ist (vgl. Fig. 62).
Experiment und Berechnung zeigen nun, da sich ein zusammengesetztes
Linsensystem geradeso wie eine einfache Linse verhlt, welche die
Brennweite dieses Systems hat. Wir knnen uns also die Erfahrung,
die wir soeben mit dem Brennglase gemacht haben, fr unser
Projektionsobjektiv zunutze machen. Halten wir das Projektionsobjektiv
gegen die Sonne oder richten es gegen einen entfernten Gegenstand, so
bekommen wir ebenfalls auf einem dahinter gehaltenen Blatt Papier ein
Bild der Sonne oder des Gegenstandes. Wir werden aber in Verlegenheit
kommen, wenn es nun gilt, die Brennweite zu bestimmen; denn von welchem
Punkte des Objektives an sollen wir sie messen? -- Der Optiker klrt uns
auf, da das Objektiv einen sog. optischen Mittelpunkt habe, der fr
die Messung magebend sei, doch diese Aufklrung kann uns hier wenig
helfen; denn der optische Mittelpunkt ist nicht zu sehen. Man hilft sich
nun hufig damit, da man die Mitte zwischen den Linsen des Objektives
aufsucht und den Abstand des Papiers bis dahin mit. In vielen Fllen
ist diese Art der Brennweite-Bestimmung fr eine ungefhre Orientierung
durchaus gengend; zuweilen kann man hierbei aber auch ein recht
ungenaues Resultat bekommen, und wir tun daher gut, nach einer anderen
Methode zu suchen.

[Illustration: Fig. 62.]

Was liegt da nher, als auf das Experiment, wie es in Fig. 62
veranschaulicht wurde, zurckzugreifen. Wir fanden dort, da der Abstand
des Gegenstandes (hier der Kerze) vom Bilde viermal so gro ist wie die
Brennweite, wenn das Bild auf Gegenstandsgre eingestellt wird, und wir
hrten ferner, da diese Regel sowohl fr die einfache Linse als auch
fr jedes zusammengesetzte Linsensystem gilt. Um die Brennweite genau zu
bestimmen, brauchen wir diesen Versuch nur mit dem Projektionsobjektiv
zu wiederholen; allerdings wird man ihn in etwas anderer Ausfhrung
machen. Am schnsten geht es mit einer photographischen Kamera, an der
man das Objektiv anbringt; auch der Projektionsapparat kann dazu benutzt
werden, wenn er soviel Auszug hat, da man das Objektiv in hinreichend
groen Abstand von der Bildbhne bringen kann. An Stelle der Kerze, die
hier ungeeignet ist, nimmt man einen weien Karton, worauf man mittels
Tusche einen Streifen von genau abgemessener Lnge aufzeichnet oder
ein entsprechendes Stck schwarzen Papieres aufklebt. Fr
Kinematographen-Objektive nimmt man den Streifen beispielsweise 2 cm
lang, fr Glasbilder-Projektionsobjektive etwa 6 cm. Nun stellt man, wie
es zum Photographieren geschieht, scharf darauf ein, wobei man bei
Anwendung des Projektionsapparates in die Bildbhne ein Stck mattes
Glas setzt und zur leichteren Beobachtung von rckwrts her den
Kondensor heraus nimmt. Es gilt dann so lange hin und her zu rcken, bis
der Streifen auf der Mattscheibe in Originalgre, und zwar mglichst
scharf erscheint; zur besseren Beurteilung der Schrfe kann man neben
dem Streifen noch ein Stck Papier mit klarer Druckschrift kleben. Hat
man die richtige Einstellung gefunden, so mit man den Abstand der
Mattscheibe vom Karton und teilt ihn durch vier; die Brennweite ist
nmlich genau gleich einem Viertel dieses Abstandes.

Die Arbeit des Einstellens lt sich hierbei brigens bedeutend
erleichtern, indem man zuvor die Brennweite nach der ersten Methode
ungefhr bestimmt und sich dadurch einen Anhalt fr die Abstnde von der
Objektivmitte zum Karton und zur Mattscheibe verschafft. Ferner ist es
zweckmig, auf die Mattscheibe einen Papierstreifen in genauer Gre
des Einstell-Streifens zu kleben, wonach man sich beim Einstellen
bezglich der Bildgre richten kann.

Bei Verwendung eines photographischen Apparates kann man auch so
verfahren, da man zunchst auf einen weit entfernten Gegenstand
einstellt und den Kamera-Auszug markiert, worauf man auf einen nahen
Gegenstand, wie eben beschrieben, in Originalgre einstellt und den
Auszug wieder markiert. Der Abstand der beiden Marken ist dann die
Brennweite.

Es verdient hervorgehoben zu werden, da diese Methoden der
Brennweiten-Bestimmung, wenn man sie genau ausfhrt, sehr exakte
Resultate geben. Die Brennweite, welche man auf diese Weise gefunden
hat, bezeichnet der Optiker als quivalente Brennweite; davon ist
streng zu unterscheiden die sogen. rckwrtige Brennweite, die den
Abstand der Hinterlinse des Objektives von dem Bilde eines entfernten
Gegenstandes darstellt und daher krzer ist als die ersteren. Ein
Projektions-Objektiv von 14 cm quivalenter Brennweite hat
beispielsweise eine rckwrtige Brennweite von etwa 9 cm. Dieser
Hinweis ist notwendig, weil diese beiden Bezeichnungen hufig
verwechselt werden und dadurch leicht Irrtmer entstehen.


Objektiv, Distanz und Bildgre.

Es ist wohl jedem, der mit dem Projektionsapparat zu tun hat, bekannt,
da das Lichtbild um so grer wird, je weiter man mit dem Apparat vom
Schirm zurckgeht; wir hrten ferner oben, da die Strke der
Vergrerung abhngig ist vom Objektiv, da man auf eine und dieselbe
Entfernung hin auch ein greres oder kleineres Lichtbild bekommen kann,
wenn ein entsprechend anderes Objektiv genommen wird. Solche Objektive
unterscheiden sich, worauf ich bereits hinwies, durch die Lnge ihrer
Brennweite, deren Begriff und Bestimmung wir soeben kennen gelernt
haben.

Es besteht nun ein einfaches rechnerisches Verhltnis zwischen
Brennweite, Bildgre und Abstand, das uns in manchen Fragen raschen
Aufschlu gibt. Ich habe daraus die nachfolgende Regel abgeleitet,
welche sowohl fr die Glasbilder-Projektion wie fr die
kinematographische Projektion Geltung hat; es handelt sich dabei, was
ausdrcklich zu betonen ist, stets um die quivalente, nicht aber um
die rckwrtige Brennweite, wie man sie vielfach in Preislisten
verzeichnet findet. Die Regel lautet: Der Abstand des Apparates von der
Projektionswand ist stets ebensoviele Male grer wie das Lichtbild
(seiner Hhe und Breite nach), als die Brennweite grer ist wie das
kleine Glas- oder Filmbild (ebenfalls der Hhe oder Breite nach), oder
kurz ausgedrckt: Abstand verhlt sich zu Lichtbild, wie Brennweite zu
Glas- oder Filmbild. Nehmen wir beispielsweise an, es sollten Glasbilder
abprojiziert werden, deren Maskenausschnitt 7 cm hoch und breit ist, und
die Brennweite f des Objektives betrage 14 cm (vgl. Fig. 63), dann ist
die Brennweite doppelt so gro wie das Bild; mithin wird auch der
Abstand des Apparates stets doppelt so gro wie das Lichtbild auf der
Wand sein. Wir bekommen dann auf 3 Meter Distanz ein 1,50 Meter groes
Bild, auf 6 Meter ein 3-Meter-Bild usw. Betrgt die Brennweite 21 cm, so
haben wir ein Verhltnis 1:3 und wir erhalten, wie die untere Zeichnung
in Fig. 63 andeutet, ein 3 Meter groes Lichtbild auf 9 Meter
Entfernung.

[Illustration: Fig. 63.]

Die kleinen Filmbildchen beim Kinematograph sind ungefhr 2 cm hoch und
2-1/2 cm breit. Wenn der Vorfhrer nun ein Objektiv von 10 cm Brennweite
besitzt, so ist die Brennweite viermal grer als die Breite des
Filmbildes und dementsprechend wird auch der Abstand des Apparates von
der Projektionswand viermal grer sein als die Breite des Lichtbildes.
Auf 8 Meter Entfernung gibt es also ein 2 Meter breites Bild, auf 10
Meter ein 2-1/2-Meter-Bild usw. Es ist dabei zu beachten, da der
Abstand (Apparat zur Wand) stets vom Objektiv an zu messen ist.

Die Regel gibt uns nun auch noch anderen Aufschlu. Wenn nmlich der
Vorfhrer ein neues Objektiv braucht, das fr eine andere Distanz pat
oder eine andere Bildgre geben soll, so kann er mit Hilfe der Regel
leicht feststellen, welche Brennweite das neue Objektiv haben mu. Es
sei beispielsweise ein Kinematographen-Objektiv erforderlich, welches
auf 15 Meter Distanz ein 3 Meter breites Lichtbild werfe. Dann folgern
wir einfach: die Distanz ist fnfmal so gro wie das Lichtbild, mithin
mu auch die Brennweite fnfmal so gro wie das Filmbild sein. Das
Filmbild ist aber 2-1/2 cm breit, mithin ist die erforderliche
Brennweite 5 mal 2-1/2 gleich 12-1/2 cm.

Will der Vorfhrer auch noch Glasbilder projizieren, die bei 15 Meter
Abstand auf 3 Meter groe Lichtbilder gebracht werden sollen, so braucht
er dazu ein Objektiv, dessen Brennweite 5 mal grer ist als das
Glasbild (Hhe oder Breite des Maskenausschnittes); bei Bildern der
normalen Gre mit einem Innenma von etwa 7  7 cm mte die Brennweite
also 5  7 gleich 35 cm sein.

Der Vollstndigkeit halber sei erwhnt, da die Rechnung einen kleinen
Fehler gibt. Ich habe nun eine weitere einfache Regel aufgestellt, die
uns sagt, wie gro dieser Fehler ist, soda derjenige, welcher ein ganz
genaues Resultat haben will, auch dieses leicht bestimmen kann. Und
diese Regel lautet: Das Lichtbild, dessen Gre man errechnet hat, wird
in Wirklichkeit um soviel kleiner, als das zu projizierende Glas- oder
Filmbild breit bezw. hoch ist. Wenn wir also beispielsweise mit einem
Objektiv von 21 cm Brennweite auf 9 Meter Entfernung Glasbilder
projizieren, so wird das Lichtbild nicht 3 Meter gro, wie die Rechnung
sagt, sondern um 7 cm kleiner, also genau 2,93 m. Bei der
kinematographischen Projektion betrgt der Fehler nur 2-1/2 cm; whrend
wir z. B. bei einer Brennweite von 10 cm und einer Distanz von 12
Metern der Rechnung nach ein 3 Meter breites Lichtbild erhalten, wird
dieses in Wirklichkeit 2,97-1/2 m gro. Der Fehler ist wohl hinreichend
klein, da man ihn vernachlssigen und sich der zuerst gegebenen Regel
anvertrauen kann.


Groe Lichtbilder auf kurze Distanz.

Dem Vorfhrer bereitet es allemal Kopfschmerzen, wenn es gilt, auf kurze
Distanz groe Lichtbilder zu werfen. Und der Optiker, von dem ein
entsprechendes Objektiv dazu verlangt wird, ist mit seinen Kenntnissen
ebenfalls zu Ende; er sagt: es geht nicht, Sie mssen grere Distanz
nehmen oder sich mit kleineren Lichtbildern begngen.

Die Bildgre hngt, wie wir wissen, von der Brennweite des Objektives
ab; je krzer die Brennweite, desto grer wird das Bild, bei gleicher
Distanz. Zur Erzielung groer Bilder auf kurze Distanz brauchen wir also
ein Objektiv von recht kurzer Brennweite. Bei der Projektion von
Glasbildern mit 77 cm Maskenausschnitt mu die Brennweite
beispielsweise 7 cm sein, wenn wir auf 3 Meter Distanz ein 33 Meter
Lichtbild oder auf 4 Meter Distanz ein 44 Meter Bild -- kurz ein Bild
haben wollen, das (in Hhe und Breite) so gro ist wie die Distanz. Ein
Projektions-Objektiv von dieser Brennweite zu bauen, bietet an sich
keine Schwierigkeiten; aber es wird die Hauptforderung: scharfe Bilder
zu liefern, nicht erfllen, denn das Lichtbild wird bei Benutzung dieses
Instrumentes nur in der Mitte scharf sein, nach dem Rande zu aber
verschwommen erscheinen.

Der Photograph hat allerdings Objektive von verhltnismig noch viel
krzerer Brennweite, sogenannte Weitwinkel-Objektive, die ihm
geschnitten scharfe Aufnahmen liefern. Aber diese Instrumente mssen,
damit sie scharf auszeichnen, sehr stark abgeblendet werden, und mit
solch kleiner Blendenffnung sind sie fr Projektionszwecke nicht zu
brauchen. Das Objektiv mu zur Projektion nmlich von so groer
Oeffnung sein, da der Lichtkegel glatt hindurchgehen kann.

Bei der Projektion von Glasbildern der angegebenen Gre empfiehlt es
sich im allgemeinen, nicht unter eine Brennweite von 14 cm herunter zu
gehen. Ein solches Objektiv gibt Lichtbilder, deren Durchmesser halb so
gro ist wie die Distanz. Man wendet wohl noch krzere Brennweiten an --
die krzeste ist etwa 10 cm, wobei das Lichtbild zwei Drittel der
Distanz mit -- doch mu man dann zur Erzielung einer scharfen
Auszeichnung unbedingt ein anastigmatisches Objektiv nehmen.

Besser steht man sich bei der Benutzung von greren Glasbildern, z. B.
des Formates 9  12 cm. Da kann es gelingen, mit einem Objektiv von etwa
15 cm Brennweite eine zufriedenstellende Auszeichnung zu erzielen. Das
Lichtbild wird dann, wenn der Maskenausschnitt ca. 11 cm breit ist,
ungefhr drei Viertel der Distanz gro.

Bei der kinematographischen Projektion verhlt es sich hnlich wie bei
der Projektion von Glasbildern normaler Gre: als krzestes noch scharf
arbeitendes Objektiv ist ein solches zu bezeichnen, welches Lichtbilder
von halber Gre der Distanz liefert; die Brennweite ist dabei etwa
5 cm.

Es ist brigens zu bercksichtigen, da die Distanz stets vom Objektiv
an zu messen ist; man mu also den erforderlichen Platz fr den Apparat
mit 1/2 bis 1 Meter hinzurechnen, und dadurch wird das Verhltnis noch
ungnstiger. Dieser Platz lt sich nun durch ein Aushilfsmittel,
wenigstens zum Teil, wieder einholen, indem man nmlich vor das Objektiv
einen Spiegel bringt und um die Ecke projiziert. Hat man gar einen
groen Spiegel zur Verfgung, so kann man dabei noch ein gut Stck an
Distanz gewinnen; der Spiegel wird dazu schrg vor das Objektiv gesetzt,
whrend der Apparat selbst jetzt quer (parallel zur Wand) steht und das
Licht auf den Spiegel wirft, der es gegen die Wand hin ablenkt. Der
Spiegel mu allerdings recht klar und mglichst plan sein, weil sonst
die Schrfe des Lichtbildes leidet.


Die Anpassung des Objektives an den Apparat.

In der Regel wird der Apparat, sei er nun fr Glasbilder-Projektion oder
fr kinematographische Projektion oder auch fr beides eingerichtet,
komplett mit Objektiv geliefert, und der Kufer hat keinerlei
Schwierigkeit, klare und scharfe Lichtbilder zu erhalten. Er braucht nur
den Zahntrieb des Instrumentes einzuregulieren, eventuell vorher mit dem
Rohrauszug, den verschiedene Modelle haben, eine grobe Einstellung
vorzunehmen. Jedoch mag der eine oder andere Besitzer eines Apparates in
die Lage kommen, sich ein anderes Objektiv zu beschaffen, und da mu er
fr die richtige Anpassung desselben verschiedenes beachten.

Mit jedem Objektiv bekommt man scharfe Bilder nur dann, wenn es
eingestellt, d. h. in richtigen Abstand von der Bildbhne gebracht
wird; dieser Abstand ist bei der blichen Objektiv-Konstruktion, wie sie
oben beschrieben wurde, um so grer, je lnger ihre Brennweite ist. Er
lt sich leicht folgendermaen finden. Wir richten das Objektiv gegen
einen hell beleuchteten Gegenstand, z. B. gegen ein Fenster, wobei wir
die Entfernung so gro nehmen, wie die Distanz des Apparates vom Schirm
werden soll, stellen dann ein scharfes Bild des Gegenstandes auf einem
dahinter gehaltenen Blatt Papier ein und messen nun den Abstand des
Objektives vom Papier; damit haben wir das gewnschte Ma. Dieser
Abstand, von der Hinterlinse aus gemessen, stellt, wenn die Entfernung
des Fensterrahmens gro ist, die rckwrtige Brennweite dar; je
kleiner man die Distanz nimmt, desto weiter rckt das Objektiv von dem
Papier weg. Zu diesem Versuch kann man auch den Projektionsapparat
benutzen; man bringt dazu in die Bildbhne ein Blatt durchscheinenden,
weien Papieres oder ein Stck Mattglas und entfernt den Kondensor,
damit man das Bild von rckwrts her beobachten kann. Der Apparat wird,
in richtiger Entfernung aufgestellt, gegen das Fenster gerichtet und
das Objektiv so eingestellt oder mit der Hand davor gehalten, da ein
scharfes Bild des Fensterkreuzes erscheint.

[Illustration: Fig. 64. Apparat mit kurzbrennweitigem Objektiv.]

Nehmen wir nun an, es sei ein Apparat vorhanden, der mit einem Objektiv
von verhltnismig kurzer Brennweite ausgerstet ist, beispielsweise
das in Fig. 64 dargestellte Modell, und es sei ein Objektiv wesentlich
lngerer Brennweite dazu beschafft worden. Wenn der Besitzer dies neue
Objektiv einfach an Stelle des alten einschraubt, so wird er sehr
enttuscht sein, denn soviel er auch am Triebe hin und her schraubt: er
bekommt kein scharfes Bild; auch ein Herausziehen des Rohrstckes, worin
das Instrument geschraubt ist, wird hier nichts nutzen. Dem Uebelstand
ist natrlich leicht abzuhelfen; das Objektiv mu nur in den richtigen
Abstand von der Bildbhne gebracht werden, und dazu gehrt, entsprechend
der langen Brennweite, ein lngeres Rohrstck, wie es die zweite
Abbildung (Fig. 65) zeigt. Namentlich bei Kinematographen wird der
erwhnte Fehler oft gemacht: der Besitzer bringt das neue Objektiv
einfach an Stelle des alten, ohne Rcksicht auf dessen lngere oder
krzere Brennweite, und der Mierfolg wird dann gewhnlich den Linsen
zugeschrieben. Es ist brigens zu beachten, da mancher Kinematograph
das Anbringen eines kurzbrennweitigen Objektives gar nicht zult, indem
die Konstruktion nicht gestattet, dasselbe hinreichend nahe an den Film
heranzubringen. Daher tut man gut, seinen Apparat vor Beschaffung eines
neuen Objektives zu prfen und zu berlegen, ob sich das Instrument
berhaupt daran verwenden lt, und wie man es am besten anpassen kann.

[Illustration: Fig. 65. Apparat mit langbrennweitigem Objektiv.]

Aber damit ist diese Objektiv-Frage noch nicht erledigt. Es ist noch zu
bercksichtigen, ob auch der Kondensor zur Verwendung mit dem neuen
Objektiv geeignet ist. Der Kondensor soll die Lichtstrahlen durch das
Glasbild oder Filmbild hindurch derart in einem Kegel nach vorne werfen,
da sie glatt durch die Linsen des Objektives hindurchgehen, ohne dessen
Rohrfassung zu berhren. Da mu es augenscheinlich einen Unterschied
machen, ob sich das Objektiv nahe am Kondensor befindet oder weiter von
ihm entfernt ist; und in der Tat, wenn man einen Apparat, der ein
kurzbrennweitiges Objektiv hat (wie in Fig. 63), mit einem solchen von
langer Brennweite versieht (vgl. Fig. 64), ohne dabei den Kondensor zu
ndern, so wird es schwer halten oder berhaupt unmglich sein, ein
klares Bildfeld ohne rotgelben Rand zu erzielen. Der Kondensor wirft in
diesem Falle die Lichtstrahlen in einem fr das neue Objektiv zu kurzen
Kegel nach vorne und es ist ein Kondensor von lngerer Brennweite
erforderlich. Kondensor und Objektiv mssen daher bezglich ihrer
Brennweite aufeinander abgestimmt sein.

[Illustration: Fig. 66.]

In Figur 66 ist dies veranschaulicht. Unter I sehen wir ein
kurzbrennweitiges Objektiv (der Einfachheit halber durch eine einzige
Linse dargestellt) in Verbindung mit dem normalen Kondensor, der die
Lichtstrahlen durch das Objektiv hindurchschickt. Bei II ist ein
langbrennweitiges Objektiv vor denselben Kondensor gebracht. Da zeigt es
sich, da das Objektiv zu kurz kommt und den Strahlenkegel nicht
aufnimmt; es fat nur den mittleren Teil der Strahlen. Damit die Optik
richtig arbeitet, mu hier der Kondensor ebenfalls eine lngere
Brennweite erhalten und, wie es in III skizziert ist, den Strahlenkegel
mit seiner Spitze wiederum gegen das Objektiv werfen.


Auswechselbare Objektive verschiedener Brennweiten.

Wer seine Vorfhrungen nicht immer an einem und demselben Platze macht,
sondern einmal in diesem, einmal in jenem Rume arbeitet und dabei
gezwungen ist, bald eine kurze, bald eine groe Distanz zu nehmen, mu
dementsprechend seinen Apparat mit zwei oder mehreren Objektiven
ausrsten. Es wird in solchen Fllen vielfach eine sogenannte
Auswechselfassung mit Linsentuben verwandt. Die Linsen der verschiedenen
Objektive sind dazu in glatte, zylindrische Rohre montiert, welche in
die mit Zahntrieb versehene Fassung passen und rasch gegeneinander
ausgewechselt werden knnen. Solche Einrichtungen werden fr die
Glasbilder-Projektion wie auch fr den Kinematograph gefertigt; Fig. 67
zeigt beispielsweise eine Kinematograph-Objektiv-Fassung mit fnf
verschiedenen Linsentuben. Es gengt natrlich nicht, die Tuben einfach
auszuwechseln: Dieselben mssen natrlich auch, ihrer Brennweite
entsprechend, in den richtigen Abstand gebracht werden, und es ist auch
das zu bercksichtigen, was ich im vorigen Abschnitt ber das
Zusammenstimmen von Kondensor und Objektiv gesagt habe.

[Illustration: Fig. 67.]

Der Photograph besitzt seit einer Reihe von Jahren ein Instrument,
welches ihm ermglicht, auf weitere Entfernungen hin Aufnahmen in
verschieden starker Vergrerung zu machen, und zwar vom gleichen
Standpunkte aus; es ist das Teleobjektiv, welches aus einem gewhnlichen
photographischen Objektiv, z. B. einem Aplanat oder Anastigmat, und
einer zusammengesetzten Negativlinse besteht. Letztere lt sich
mittels eines Triebes verschieben und dadurch wird die Brennweite des
Systems verndert. (Nheres darber findet man in des Verfassers Werk:
Die Fernphotographie 1897). Dieses Prinzip hat man nun auch fr die
Projektion nutzbar gemacht und so wurde ein Projektions-Objektiv von
vernderlicher Brennweite geschaffen, wie es in Fig. 68 dargestellt ist.
Wir haben hier zunchst ein gewhnliches Projektions-Objektiv von
beispielsweise 15 cm Brennweite, welches allein verwandt auf kurze
Entfernungen gute Dienste leistet; fr grere Distanzen schraubt man
das (in der Abbildung punktiert wiedergegebene) Rohrstck mit dem
Negativlinsensystem an, wodurch die Brennweite lnger wird. Man kann nun
die Brennweite innerhalb gewisser Grenzen verndern, indem man mittels
des Triebes das Negativelement verschiebt, je nher man es an das
Objektiv heranbringt, desto grer wird die Brennweite. So mag man einen
Spielraum von beispielsweise 25 bis 50 cm erhalten. Eine solche
Konstruktion wird unter der Bezeichnung Multar fr die
Glasbilder-Projektion und in entsprechender Zusammenstellung unter dem
Namen Kine-Multar fr den Kinematograph in den Handel gebracht.
Allerdings ist die Lichtstrke dieser Instrumente bei lngerer
Brennweite eine verhltnismig geringe.

[Illustration: Fig. 68.]


Objektiv-Formeln.

Der Vollstndigkeit halber gebe ich hier einige mathematische Belege;
wer kein Interesse fr die Formeln hat, mag diesen Abschnitt ohne
Bedenken berschlagen, denn die Nutzanwendung fr die Praxis habe ich in
den vorherigen Kapiteln niedergelegt.

[Illustration: Fig. 69.]

Wenn auf eine Sammellinse Sonnenstrahlen auffallen, so werden diese
derart abgelenkt, da sie sich in einem Punkte (wenigstens annhernd)
sammeln. (Fig. 69.) Man bezeichnet diesen Punkt (F) als Brennpunkt und
den Abstand desselben (f) von der Linse als Brennweite. In Wirklichkeit
bekommt man an jener Stelle ein Bildchen der Sonnenscheibe. Wenn wir nun
eine irdische Lichtquelle nehmen und diese zunchst in sehr groen
Abstand von der Linse bringen, so zeigt sich das gleiche: wir erhalten
im Brennweiten-Abstand von der Linse eine Sammlung der Strahlen, die
hier ein Bildchen der Lichtquelle abgeben; das Bildchen erscheint
umgekehrt. Wenn wir die Lichtquelle der Linse nhern, so da die
Strahlen nicht mehr wie vorher (annhernd) parallel auffallen, so werden
wir gleichfalls ein Bildchen bekommen, jedoch rckt dasselbe ber den
Brennpunkt hinaus, und zwar wird der Abstand (b) des Bildchens von der
Linse um so grer, je nher die Lichtquelle herankommt. Dabei zeigt es
sich, da die Gre des Bildes in gleichem Mae wchst wie der Abstand
(a) der Lichtquelle geringer wird. Aus der beigegebenen Abbildung
(Fig. 70) ist das Verhltnis, welches zwischen Gegenstandsgre g und
Bildgre w besteht, leicht ersichtlich: sie verhalten sich direkt wie
deren Abstnde a und b von der Linse. Die Formel lautet also: w/g = b/a.

[Illustration: Fig. 70.]

Die Abstnde a und b stehen nun weiterhin in einem bestimmten Verhltnis
zur Brennweite f, und zwar wird dasselbe durch folgende Formel
ausgedrckt: 1/a + 1/b = 1/f woraus sich ergibt: b = af / (a - f).

Stellen wir so ein, da w = g, so wird auch b = a und aus der oben
gegebenen Formel folgt dann: b = a = 2f. Darauf beruht die oben
beschriebene Methode der Brennweiten-Bestimmung, die darin besteht, da
man diejenige Einstellung sucht, bei welcher Bild- und Gegenstandsgre
(w und g) gleich sind, und dann den Abstand von Bild bis Gegenstand
durch 4 dividiert, indem derselbe gleich 4f ist.

Fr zusammengesetzte Linsensysteme sind diese Formeln ebenfalls
anwendbar; denn man kann sich jedes noch so komplizierte System durch
eine einzige Linse ersetzt denken, welche die gleiche optische Wirkung
hat. Die Brennweite dieser quivalenten Linse hngt von der Brennweite
der einzelnen Linsen-Bestandteile und den Abstnden derselben von
einander ab. Unser Projektions-Objektiv besteht in der Regel aus 4
Linsen, die paarweise angeordnet sind, soda man das Instrument als ein
Doppel-Objektiv bezeichnet. Die Anordnung ist in Figur 60 auf Seite 90
veranschaulicht; der Einfachheit halber wollen wir uns aber die beiden
Linsen-Kombinationen durch je eine Linse ersetzt denken, soda wir ein
zweilinsiges Objektiv bekommen, wie es Figur 71 andeutet.

[Illustration: Fig. 71.]

Die Wirkungsweise dieses Systems ist folgende: Die erste Linse allein
wrde ein Bild W_{1} im Punkte F_{1} hervorrufen; dieses kommt aber
nicht zu Stande, da die zweite Linse die Strahlen nach F_{2} ablenkt.
Hier entsteht ein Bild W_{2}, welches kleiner ist als W_{1}. Eine
quivalente Linse, welche imstande wre, dieses System zu ersetzen,
mte ein Bild in Gre von W_{2} liefern; ihre Brennweite f mte daher
soviel mal kleiner sein als die der Vorderlinse (f_{1}), wie w_{2}
kleiner ist als w_{1}. Mithin f/f_{1} = W_{2}/W_{1}. Da nun ferner, wie
leicht ersichtlich, W_{2}/W_{1} = NF_{2}/(NF_{1}) ist, so knnen wir
schreiben f/f_1 = NF_{2}/(NF_{1}) oder f = (NF_{2}/(NF_{1}))f_{1}.
Wenden wir auf die zweite Linse, deren Brennweite f_{2} sei, die allgemeine
Formel an unter Bercksichtigung, da hier der Objekt-Abstand NF_{1}
negativ ist, so bekommen wir: 1/(NF_{2}) - 1/(NF_{1}) = 1/f_{2}.

Nun ist NF_{1} = f_{1} - d, wenn wir mit d den Abstand MN der Linsen
bezeichnen; also 1/(NF_{2}) - 1/(f_{1} - d) = 1/f_{2}, woraus ferner
folgt: NF_{2} = f_{2}(f_{1} - d)/(f_{1} + f_{2} - d). Dieses oben
eingesetzt, ergibt fr die quivalente Brennweite den Wert
f = f_{1}f_{2}/(f_{1} + f_{2} - d). Verlngern wir die einfallenden
Strahlen sowie die aus der Hinterlinse austretenden Strahlen bis zu
ihren Schnittpunkten ss, so finden wir damit die Stelle, an der eine das
System ersetzende Linse steht; SF_{2} ist die quivalente Brennweite.

Der Abstand NF_{2} des Bildes von der Hinterlinse, den man vielfach als
rckwrtige Brennweite bezeichnet, ist, wie es sich hier deutlich zeigt,
kleiner als die eigentliche Brennweite. Wenn wir den oben gefundenen
Wert fr diesen Abstand etwas umschreiben, so bekommen wir
NF_{2} = ((f_{1} - d)/f_{1})f = (1 - d/f_{1})f. Es ergibt sich daraus,
da Doppel-Objektive von gleicher quivalenter Brennweite nur dann dieselbe
rckwrtige Brennweite haben, wenn sie in Bezug auf die Brennweite der
einzelnen Kombinationen und deren Abstand gleichartig sind. Die Angabe
der rckwrtigen Brennweite gengt daher keineswegs zur Charakteristik
des Objektives; insbesondere lt sich die Bildgre, welche das
Instrument gibt, nur bei Kenntnis der quivalenten Brennweite bestimmen.

Es sei hier auch der oben beschriebenen Konstruktion gedacht, welche dem
photographischen Tele-Objektiv nachgebildet ist und die aus einem
gewhnlichen Projektions-Objektiv in Verbindung mit einem
Zerstreuungs-Linsen-System besteht. In der beigegebenen Zeichnung
(Fig. 72) habe ich der Einfachheit halber das Projektions-Objektiv durch
eine einzelne Sammellinse ersetzt, welche die Brennweite f des ersteren
hat und daher wie dieses im Punkte F ein Bild w gibt. Das
Konkav-Linsen-System (ebenfalls durch eine Linse dargestellt) wirkt nun,
wie die Skizze erkennen lt, in der Weise, da sie den Sammelpunkt F
der Strahlen weiter hinaus wirft und dabei das vom Objektiv erzeugte
Bild w auf W vergrert.

[Illustration: Fig. 72.]

Die Gren dieser beiden Bilder verhalten sich wie deren Abstnde v und
(f-d) von der Konkav-Linse; die Vergrerung ist mithin M = W/w = v/(f -
d). Auf Grund der allgemeinen Linsen-Formel erhalten wir ferner:
1/v + 1/(f - d) = -1/f_{3} wenn f_{3} die Brennweite des
Konkav-Linsen-Systems ist, und daraus ergibt sich: v = f_{3}(f -
d)/(f_{3} + d - f_{1}); mithin erhalten wir fr die Vergrerung den
Wert: M = f_{3}/(f_{3} + d - f). Da die Brennweite [Greek: Theta] des
ganzen Systems M-mal grer als die des vorderen Objektivs (f) ist, so
haben wir: [Greek: Theta] = Mf = ff_{3}/(f_{3} + d - f). Durch
Verlngerung der aus der Konkav-Linse austretenden Strahlen bis zum
Schnitt mit den Einfall-Strahlen bekommen wir wieder konstruktiv die
Brennweite S F (=[Greek: Theta]), indem durch s s die Lage der
quivalenten Linse gegeben ist.

Die Konkav-Linse bewirkt, wie wir gesehen haben, eine Verlngerung der
Brennweite des als positives Element verwandten Projektions-Objektives
und damit eine Vergrerung des von diesem erzeugten Bildes. Das
Charakteristische der Konstruktion besteht aber darin, da man es in der
Hand hat, durch Vernderung des Abstandes d die Gesamtbrennweite zu
verndern. Dies ist aus den Formeln leicht ersichtlich. Die oben
gefundenen Werte fr [Greek: Theta] und M knnen wir nmlich auch
schreiben: [Greek: Theta] = ff_{3}/(d - (f - f_{3})) und M = f_{3}/(d -
(f - f_{3})). Damit wir hierfr positive Werte bekommen, mu d grer
sein als (f - f_{3}), ferner aber mu zur Erzielung eines reellen Bildes
d kleiner sein als f. Nehmen wir d etwas kleiner als f, so wird M nahezu
= 1 und [Greek: Theta] ungefhr = f. Je krzer wir nun den Abstand der
Linsen machen, desto grer werden Brennweite und Vergrerung, bis
beide bei einem Abstand d = (f - f_{3}) unendlich gro werden. Die
Grenzen der Vergrerung liegen also zwischen 1 und unendlich.

Den Wert fr die rckwrtige Brennweite hatten wir oben festgestellt;
wir knnen die betreffende Formel auch folgendermaen schreiben: v =
M(f - d) = Mf - Md = [Greek: Theta] - Md. Der Abstand des Objektivs
vom Film bezw. Glasbild ist also, wie es die Zeichnung schon zeigt,
jetzt im Verhltnis zur Gesamt-Brennweite recht kurz, und zwar ist er um
ein Stck gleich Md krzer als die Brennweite.

Wir kommen nun zu den Betrachtungen ber Bildgre und Distanz
beim Projektions-Verfahren sowie ber deren Beziehung zur
Objektiv-Brennweite. Oben fanden wir, da sich Bild- und
Gegenstandsgre zu einander verhalten wie die Abstnde zum Objektiv.
Dies gilt ohne weiteres auch fr die Projektion; als Gegenstand ist das
leuchtend gemachte Glas- und Filmbild anzusehen, von dem die Linse das
Lichtbild (W) auf der Wand erzeugt. Wenn wir die Abstnde mit b bezw. a
bezeichnen, so gilt also: W/G = a/b. Nun wissen wir aus der Formel, die
zwischen a, b und der Objektiv-Brennweite f besteht, da b = af/(a - f)
ist, mithin ergibt sich fr obiges Verhltnis, welches uns gleichzeitig
die Vergrerung (V) angibt: V = W/G = (a - f)/f.

Diese Formel lt sich vereinfachen, wenn wir statt des genauen
Abstandes a (Lichtbild vom Objektiv) mit einer Distanz rechnen, welche
um ein Stck gleich der Brennweite f kleiner ist als a; diese Distanz
wre also D = (a - f) und die Formel lautet jetzt: V = W/G = D/f.

Die Vergrerung (V) ergibt sich also, indem man die Werte fr D und f
durcheinander dividiert. Durch Umschreiben der Formel in folgende Form:
welche lautet: die Distanz (D) ist ebenso viel Mal grer wie das
Lichtbild (W), als die Brennweite (f) grer ist wie das Glas- oder
Filmbild (G).

Bei Anwendung dieser Regel mu bercksichtigt werden, da der wirkliche
Abstand (a) des Lichtbildes vom Objektiv (bezw. dem optischen
Mittelpunkt desselben) um ein Stck gleich der Brennweite grer ist
als D. Wenn wir also wissen wollen, auf welche Entfernung hin das
Objektiv ein Lichtbild bestimmter Gre liefert, und erstere dann mit
Hilfe der Regel ermitteln, so mssen wir, um zu einem genauen Resultate
zu kommen, zu dem gegebenen Werte noch die Brennweite hinzuzhlen. Gilt
es andererseits die Gre des Lichtbildes zu bestimmen, welche das
Objektiv auf eine gegebene Entfernung hin liefert, und rechnen wir dabei
diese Entfernung vom Objektiv (bezw. seinem optischen Mittelpunkt) aus,
wobei also in die Formel statt des Wertes von D derjenige von a
eingesetzt wird, so bekommen wir einen Fehler. Whrend wir nmlich
den Wert erhalten W = (G/f)a, so ist dieser in Wirklichkeit
W = (G/f)(a - f) = (G/f)a - G; mithin wird das Lichtbild bei dieser
Rechnung linear um ein Stck gleich der Gre des Glas- bezw. Filmbildes
kleiner. Ich wies bereits darauf hin, da sowohl bei der Projektion von
Glasbildern, wo das Bild im Lichten in der Regel etwa 7 cm mit,
besonders aber bei der kinematographischen Projektion, wo die Breite des
Bildes nur 2-1/2 cm betrgt, dieser Fehler hinreichend klein ist, da
man ihn in der Regel vernachlssigen kann.

Bei Feststellung der Bildgre unter Anwendung meiner vereinfachten
Regel verschlgt es also im allgemeinen nichts, wenn man die
Distanz bis zur Vorderlinse des Objektivs rechnet, statt bis zur
Brennweiten-Entfernung vor dem optischen Mittelpunkt. Dagegen wird man
bei Ermittelung der Distanz fr eine bestimmte Bildgre den durch die
Regel gegebenen Fehler wohl zu bercksichtigen haben, wenn es sich um
ein Objektiv langer Brennweite handelt.

Bei den nach dem Prinzip des Tele-Objektivs konstruierten Systemen ist
insbesondere noch zu beachten, da der optische Mittelpunkt vor dem
Objektiv liegt, und zwar um eine Strecke gleich (M - 1)d vor dem
optischen Mittelpunkt des als positives Element verwandten Objektives.

Will man den Abstand E des Lichtbildes bis zur Bildbhne des Apparates
berechnen, so hat man den Wert fr b hinzuzuzhlen; er ist genau
E = (f/G)W + f + b. Da aber bei der Projektion b in der Regel nur um ein
Geringes grer ist als f, so knnen wir ohne merklichen Fehler
schreiben: E = (f/G)W + 2f; man hat also in diesem Fall dem durch die
Regel gefundenen Wert 2f hinzuzufgen.


Tabellen fr Brennweite, Distanz und Bildgre.

Die beigegebenen Tabellen habe ich berechnet auf die quivalente
Brennweite der betreffenden Objektive; damit Miverstndnisse vermieden
werden, sei hier nochmals darauf aufmerksam gemacht, da diese
verschieden ist von der rckwrtigen Brennweite (Abstand der Hinterlinse
vom Glas- oder Filmbild), wie solche hufig in Katalogen angegeben wird.

Als Distanz gilt in diesen Tabellen nicht der Abstand der
Projektions-Wand vom Objektiv, sondern vielmehr die Entfernung derselben
bis zur Bildbhne des Apparates, also bis zum Glas- oder Filmbild. Ich
habe diese, von der blichen Form allerdings abweichende Methode
gewhlt, weil sie fr den Benutzer bequemer ist; er findet hier die
genaue Distanz, ohne da er sich um die Lage des optischen Mittelpunktes
zu kmmern braucht.

Zur weiteren Bequemlichkeit sind die Tabellen in dreifacher Ausfhrung
gegeben; die eine bringt fr bestimmte Brennweiten die Distanzen, die
andere die Bildgren in runden Zahlen, whrend die dritte als Anhalt
zur Ermittelung der Brennweite dienen mag.

Bei den Tabellen fr stehende Lichtbilder ist angenommen, da die
Glasbilder einen Masken-Ausschnitt von 7  7 cm haben; es ist dies das
Durchschnitts-Lichtma der Bilder mit der Auengre von 8-1/4  8-1/4
und 8-1/2  10 cm. Die Kinematograph-Tabellen geben die Breite des
Lichtbildes auf dem Projektionsschirm an; die Hhe desselben ist etwa um
1/5 kleiner. Ich habe dabei ferner vorausgesetzt, da die Breite der
Fensterffnung, vor welcher das Filmbild luft, 23 mm betrgt; es ist
nicht die volle Breite des Bildes von 25 mm in Rechnung gezogen, da
letzteres doch nur so weit zur Geltung kommt, als es die Oeffnung des
Fensters gestattet.

Kinematographische Projektion: Ermittelung der Brennweite.

  ========================================================================
  Abstand der  |
  Projektions- | Breite des Lichtbildes in Metern (Breite der
  wand v. Film | Fensterffnung 23 mm):
  (von der     |
  Tre des     | 2,00  2,50 | 3,00  3,50 | 4,00  5,00 | 6,00  7,00 | 8,00
  Mechanismus) |------------+------------+------------+------------+------
  in Metern    |     quivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       4,00    |   45    -- |   --    -- |   --    -- |   --    -- |   --
       4,50    |   51    -- |   --    -- |   --    -- |   --    -- |   --
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       5,00    |   56    45 |   --    -- |   --    -- |   --    -- |   --
       6,00    |   67    54 |   45    -- |   --    -- |   --    -- |   --
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       7,00    |   79    63 |   53    45 |   --    -- |   --    -- |   --
       8,00    |   90    72 |   60    52 |   45    -- |   --    -- |   --
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
      10,00    |  112    90 |   76    65 |   57    46 |   --    -- |   --
      12,00    |  135   108 |   91    78 |   68    55 |   46    -- |   --
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
      15,00    |  169   136 |  113    97 |   85    68 |   57    49 |   --
      20,00    |  225   181 |  151   130 |  114    91 |   76    65 |   57
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
      25,00    |  281   226 |  189   162 |  142   114 |   95    82 |   71
      30,00    |  337   271 |  227   195 |  171   137 |  114    98 |   86

Kinematographische Projektion: Ermittelung des Abstandes.

  ========================================================================
  Breite des   |
  Lichtbildes  | quivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
  in Metern    |
  (Breite der  |  46    58  |  69    81  |  92    115 |  138   161 |  184
  Fenster-     |------------+------------+------------+------------+------
  ffnung =    | Abstand der Projektionswand vom Film (von der Tre des
  23 Millim.)  | Mechanismus) in Zentimetern:
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       1,50    |  309   387 |  464   541 |  618   773 |  928  1082 | 1237
       2,00    |  409   512 |  614   716 |  818  1023 | 1228  1432 | 1637
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       2,50    |  509   637 |  764   891 | 1018  1273 | 1528  1782 | 2037
       3,00    |  609   762 |  914  1066 | 1218  1523 | 1828  2132 | 2437
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       3,50    |  709   887 | 1064  1241 | 1418  1773 | 2128  2482 | 2837
       4,00    |  809  1012 | 1214  1416 | 1618  2023 | 2428  2832 | 3237
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       4,50    |  909  1137 | 1364  1591 | 1818  2273 | 2728  3182 | 3637
       5,00    | 1009  1262 | 1514  1766 | 2018  2523 | 3028  3532 | 4037
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       5,50    | 1109  1387 | 1664  1941 | 2218  2773 | 3328  3882 | 4437
       6,00    | 1209  1512 | 1814  2116 | 2418  3023 | 3628  4232 | 4837
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       7,00    | 1409  1762 | 2114  2466 | 2818  3523 | 4228  4932 | 5637
       8,00    | 1609  2012 | 2414  2816 | 3218  4023 | 4828  5632 | 6437

Kinematographische Projektion: Ermittelung der Bildgre.

  ========================================================================
  Abstand der  |
  Projektions- | quivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
  wand v. Film |
  (von der     |  46  |  58  |  69  |  81  |  92  | 115 | 138 | 161 | 184
  Tre des     |------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
  Mechanismus) | Breite des Lichtbildes in Zentimetern (Breite der
  in Metern    | Fensterffnung = 23 Millimeter).
  -------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
       3,00    |  145 |  115 |   95 |   81 |   70 |  55 |  45 |  38 |  33
       3,50    |  170 |  135 |  112 |   95 |   83 |  65 |  54 |  45 |  39
  -------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
       4,00    |  195 |  155 |  129 |  110 |   95 |  75 |  62 |  53 |  45
       5,00    |  245 |  195 |  162 |  138 |  120 |  95 |  79 |  67 |  58
  -------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
       6,00    |  295 |  235 |  195 |  167 |  145 | 115 |  95 |  81 |  70
       8,00    |  395 |  315 |  262 |  224 |  195 | 155 | 129 | 110 |  95
  -------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
      10,00    |  495 |  395 |  329 |  281 |  245 | 195 | 162 | 138 | 120
      12,00    |  595 |  475 |  395 |  338 |  295 | 235 | 195 | 167 | 145
  -------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
      15,00    |  745 |  595 |  495 |  424 |  370 | 295 | 245 | 210 | 183
      20,00    |  995 |  795 |  662 |  567 |  495 | 395 | 329 | 281 | 245
  -------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
      25,00    | 1245 |  995 |  829 |  710 |  620 | 495 | 412 | 353 | 308
      30,00    | 1495 | 1195 |  995 |  853 |  745 | 595 | 495 | 424 | 370

Glasbilder-Projektion: Ermittelung der Brennweite.

  ========================================================================
  Abstand der  |
  Projektions- | Durchmesser des Lichtbildes in Metern (Maskenausschnitt
  wand von der | des Glasbildes 7 cm):
  Bildbhne    |
  (vom         | 2,00  2,50 | 3,00  3,50 | 4,00  5,00 | 6,00  7,00 | 8,00
  Glasbild)    +------------+------------+------------+------------+------
  in Metern    |     quivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       4,00    |  131   106 |   --    -- |   --    -- |   --    -- |   --
       4,50    |  147   119 |  100    -- |   --    -- |   --    -- |   --
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       5,00    |  164   133 |  111    -- |   --    -- |   --    -- |   --
       6,00    |  196   159 |  134   115 |  101    -- |   --    -- |   --
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       7,00    |  229   186 |  156   135 |  118    -- |   --    -- |   --
       8,00    |  262   212 |  178   154 |  135   109 |   --    -- |   --
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
      10,00    |  327   265 |  223   192 |  169   136 |  114    -- |   --
      12,00    |  393   318 |  268   231 |  203   163 |  137   118 |  103
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
      15,00    |  491   398 |  334   288 |  254   204 |  171   147 |  129
      20,00    |  654   530 |  446   385 |  338   272 |  228   196 |  172
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
      25,00    |  818   663 |  557   481 |  423   340 |  285   245 |  215
      30,00    |  981   795 |  669   577 |  507   409 |  342   294 |  258

Glasbilder-Projektion: Ermittelung des Abstandes.

  ========================================================================
  Durchm. des  |
  Lichtbildes  |   quivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
  in Metern    |
  (Maskenaus-  |  105   140 |  175   210 |  245   280 |  350   420 |  490
  schnitt des  +------------+------------+------------+------------+------
  Glasbildes   | Abstand der Projektionswand von der Bildbhne
  = 7 cm)      | (vom Glasbild) in Zentimetern:
  -------------+------------+------------+------------+------------+------
       1,50    |  247   329 |  411   493 |  575   657 |  822   986 | 1150
       2,00    |  321   429 |  536   643 |  750   857 | 1071  1286 | 1500
  -------------+------------+------------+------------+------------+-------
       2,50    |  396   528 |  660   793 |  925  1057 | 1321  1585 | 1849
       3,00    |  471   628 |  785   942 | 1100  1257 | 1571  1885 | 2199
  -------------+------------+------------+------------+------------+-------
       3,50    |  546   728 |  910  1092 | 1274  1457 | 1821  2185 | 2549
       4,00    |  621   828 | 1035  1242 | 1449  1656 | 2071  2485 | 2899
  -------------+------------+------------+------------+------------+-------
       4,50    |  696   928 | 1160  1392 | 1624  1856 | 2321  2785 | 3249
       5,00    |  771  1028 | 1285  1542 | 1799  2056 | 2570  3085 | 3599
  -------------+------------+------------+------------+------------+-------
       5,50    |  846  1128 | 1410  1692 | 1974  2256 | 2820  3385 | 3949
       6,00    |  921  1228 | 1535  1842 | 2149  2456 | 3070  3684 | 4299
  -------------+------------+------------+------------+------------+-------
       7,00    | 1071  1428 | 1785  2142 | 2499  2856 | 3570  4284 | 4998
       8,00    | 1221  1628 | 2035  2442 | 2849  3256 | 4070  4884 | 5698

Glasbilder-Projektion: Ermittelung der Bildgre.

  =========================================================================
  Abstand der  |
  Projektions- |   quivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
  wand von d.  |
  Bildbhne    |  105 |  140 |  175 |  210 |  245 |  280 | 350 | 420 | 490
  (vom Glas-   +------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
  bild) in     | Durchmesser des Lichtbildes in Zentimetern
  Metern       | (Maskenausschnitt des Glasbildes = 7 cm).
  -------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
       3,00    |  186 |  136 |  106 |   86 |   72 |   61 |  46 |  36 |  29
       3,50    |  219 |  161 |  126 |  103 |   86 |   74 |  56 |  44 |  63
  -------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
       4,00    |  253 |  186 |  146 |  119 |  100 |   86 |  66 |  53 |  43
       5,00    |  319 |  236 |  186 |  153 |  129 |  111 |  86 |  69 |  57
  -------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
       6,00    |  386 |  286 |  226 |  186 |  157 |  136 | 106 |  86 | 72
       8,00    |  519 |  386 |  306 |  253 |  215 |  186 | 146 | 119 | 100
  -------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
      10,00    |  653 |  486 |  386 |  319 |  272 |  236 | 186 | 153 | 129
      12,00    |  786 |  586 |  466 |  386 |  329 |  286 | 226 | 186 | 157
  -------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
      15,00    |  986 |  736 |  586 |  486 |  415 |  361 | 286 | 236 | 200
      20,00    | 1319 |  986 |  786 |  653 |  557 |  486 | 386 | 319 | 272
  -------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
      25,00    | 1653 | 1236 |  986 |  819 |  700 |  611 | 486 | 403 | 343
      30,00    | 1986 | 1486 | 1186 |  986 |  843 |  736 | 586 | 486 | 415


Die Lichteinrichtungen.


Zur Darstellung lebender Lichtbilder ist eine sehr krftige Lichtquelle
erforderlich, die auerdem mglichst konzentriert sein mu. Es kommt
hier in erster Linie das elektrische Bogenlicht in Betracht und an
zweiter Stelle das Kalklicht. Schwchere Lichtquellen, wie Acetylen-,
Gas- oder Spiritusglhlicht und Petroleumlicht, sind zur Benutzung bei
greren Vorfhrungen unzureichend, sie knnen hchstens dann Verwendung
finden, wenn die kinematographischen Bilder vor einem kleinen
Zuschauerkreise und in schwacher Vergrerung gezeigt werden. Ich werde
daher im folgenden nur das Bogenlicht und Kalklicht behandeln; wer sich
fr eine der schwcheren Lichtquellen interessiert, findet darber
Nheres in dem Werke Die Projektionskunst, 12. Auflage.


Das elektrische Bogenlicht.

Um Bogenlicht darzustellen, bedarf man elektrischen Starkstromes;
solcher wird in den greren Stdten und auch in vielen kleineren Orten
von einer Zentrale geliefert und durch Kabel ins Haus geleitet.
Wandernde Kinematographen-Unternehmen sind hufig mit einer Einrichtung
zur Selbstherstellung von elektrischem Strom ausgerstet; eine solche
besteht aus einer Dynamomaschine, die von einer Lokomobile oder einem
Spiritus-, Petroleum- oder Benzin-Motor angetrieben wird.

Die Lichterzeugung geschieht mittels einer Bogenlampe, und zwar in der
Weise, da man den Strom zwischen zwei Kohlenstiften berspringen lt,
wobei er einen Funkenstrom (Lichtbogen) bildet und die Kohlenspitzen in
intensive Weiglut versetzt. Es geht nun aber nicht an, da wir die
Lampe ohne weiteres mit dem Leitungsnetz verbinden und den Strom, so wie
die Stadt ihn liefert, dort verbrauchen: wir mssen uns vielmehr
zunchst ber die Art des Stromes orientieren und je nach seiner
Beschaffenheit noch besondere Vorrichtungen anwenden. Dazu aber mu man
folgendes wissen.


Gleichstrom und Wechselstrom.

Der elektrische Strom wird in dreierlei Art hergestellt, und zwar
entweder als Gleichstrom, Wechselstrom oder Drehstrom. Der
Unterschied besteht darin, da beim Gleichstrom die Elektrizitt stets
in einer und derselben Richtung luft, whrend bei Wechselstrom die
Richtung sich fortwhrend ndert, und zwar umkehrt oder wechselt.
Drehstrom stellt eine Verbindung mehrerer Wechselstrme dar -- man nennt
ihn auch mehrphasigen Wechselstrom im Gegensatz zum gewhnlichen
einphasigen Wechselstrom; fr uns rechnet er einfach als Wechselstrom.
Wie wir nachher sehen werden, ist Gleichstrom fr Projektionszwecke
bedeutend vorteilhafter als Wechselstrom; daher wird man, wenn es gilt,
die Elektrizitt mit eigener Maschine herzustellen, stets Gleichstrom
nehmen.


Spannung, Stromstrke und Widerstand.

Nun ein zweites! Der elektrische Strom, wie er durch die Leitung luft,
steht unter einem gewissen Druck, man sagt Spannung, und zwar hat man
dem Einheitsmae der Spannung die Bezeichnung Volt gegeben. Zur
Messung der Spannung und Stromstrke dienen zwei Instrumente: das
Voltmeter und das Ampremeter. Man mu sich vorstellen, da die
Elektrizitt durch die Leitung vorwrts gepret wird, gerade so wie das
Wasser durch die Rohrleitung. Und wie der Druck der Wasserleitung in
den verschiedenen Stdten nicht gleich ist -- hier haben wir z. B. 5
oder gar 6 Atmosphren, anderwrts nur 3 Atmosphren -- so ist der Druck
oder die Spannung der Stromleitung nicht allenthalben dieselbe: viele
Zentralen liefern Strom von 110 Volt, manche solchen von 65, 120 oder
150 Volt und hufig betrgt auch die Spannung 220 oder gar 440 Volt.

Die Bogenlampe braucht nun aber zum Betriebe eine Spannung von nur
45 Volt und bei Wechselstrom weniger als etwa 40 Volt; der Ueberschu an
Spannung mu vernichtet werden, weil die Lampe sonst nicht ruhig brennt.
Dies geschieht mit Hilfe eines Widerstandes, d. h. eines Apparates,
der im wesentlichen aus einem Rahmen mit aufgespannten Spiralen aus
Eisen- oder Neusilberdraht besteht; dieses Material ist im Gegensatz zu
Kupfer ein schlechter Elektrizitts-Leiter und bietet dem Strom
Widerstand. Und geradeso wie eine lange, enge Rohrleitung den Druck
des flieenden Wassers vermindert, so wird durch den Widerstand die
Spannung herabgesetzt, indem der Strom auf dem langen, beschwerlichen
Wege sozusagen ermdet und geschwcht wird.

Auer der Spannung mssen wir auch die Menge der Elektrizitt, welche in
die Lampe flieen soll, regulieren; von deren Menge, man sagt:
Stromstrke, hngt nmlich die Helligkeit des Lichtes ab, und zwar
brennt die Lampe um so heller, je mehr Strom wir hineinschicken. Es ist
nun leicht verstndlich, da die Stromstrke zunimmt, wenn wir den Druck
(die Spannung) des Stromes erhhen, und da umgekehrt weniger Strom in
die Lampe flieen wird, wenn wir die Spannung herabsetzen. Unter welchem
Drucke aber die Elektrizitt in die Lampe strmt, hngt von der Gre
des vorgeschalteten Widerstandes ab: je mehr Widerstand wir einschalten,
desto geringer wird die Spannung und desto schwcher infolgedessen auch
die Stromstrke. Der Widerstand reguliert mithin gleichzeitig Spannung
und Stromstrke. Es verhlt sich damit geradeso wie bei der
Wasserleitung: wenn man da durch Zudrehen des Hahnes den Druck mindert,
so wird gleichzeitig auch die Menge des ausstrmenden Wassers geringer.

Die Gre des Widerstandes, der erforderlich ist, damit die Lampe mit
einer bestimmten Stromstrke brennt, lt sich leicht mit Hilfe einer
einfachen Regel, des sogenannten Ohm'schen Gesetzes, ermitteln. Dasselbe
lautet: Stromstrke = Spannung/Widerstand oder anders ausgedrckt:
Widerstand = Spannung/Stromstrke. Wie als Einheitsma fr die Spannung
das Volt dient, so hat man als Einheitsmae fr Stromstrke und
Widerstand das Ampre und das Ohm eingefhrt, und man kann nun auch
sagen: Ohm = Volt/Ampre. Dieses Gesetz gilt sowohl fr den ganzen
Stromkreis, als auch fr jeden Teil desselben; an einem Beispiel will
ich zeigen, wie man es anwendet. Der von der Zentrale gelieferte Strom
habe eine Spannung von 110 Volt, wovon die Lampe, wie oben erwhnt (wenn
es sich um Gleichstrom handelt), nur etwa 45 Volt braucht, soda 65 Volt
durch den Widerstand vernichtet werden mssen; es werde ferner verlangt,
da die Bogenlampe mit einer Stromstrke von 20 Ampres brennt. Da nun
diese gleiche Menge Elektrizitt durch den ganzen Stromkreis, also auch
durch den Widerstand luft, so haben wir in letzterem eine Stromstrke
von 20 Ampres bei 65 Volt Spannung und wir folgern daraus nach der oben
angegebenen Regel, da er folgende Gre haben mu: Widerstand =
65/20 = 3,25 Ohm. Wrde die Spannung im Leitungsnetze 220 Volt betragen,
so mu der Widerstand 175 Volt vernichten und fr eine Stromstrke von
20 Ampres die Abmessung: 175/20 = 8,75 Ohm haben.


Der Transformator.

Die Verwendung des Widerstandes bringt augenscheinlich einen nicht
unerheblichen Stromverlust mit sich; bei einem Netze mit 110 Volt
Spannung werden 65 Volt im Widerstand in Wrme umgesetzt und
durchschnittlich nur 45 Volt fr den Betrieb der Lampe gebraucht, bei
220 Volt verlieren wir 175 Volt, also 4/5, und wenn die Leitung 440 Volt
hat, betrgt der Verlust gar 395 Volt oder etwa 9/10, soda hier also
nur 1/10 der aufgewandten und bezahlten Elektrizitt ausgenutzt wird. Da
fragt man sich: gibt es denn kein zweckmigeres Mittel als den
Widerstand? Ein solches finden wir in einfacher Weise beim Wechselstrom
angewandt; es ist der Transformator, welcher die Spannung des
Leitungsnetzes auf die erforderliche Voltzahl herabsetzt (reduziert),
wobei man einen verhltnismig nur geringen Energieverlust hat.

Der Transformator besteht aus einem []-frmigen Eisenkrper, welcher aus
einer Reihe sehr dnner Eisenbleche zusammengesetzt ist und der auf
seinen beiden langen Schenkeln je eine Kupferdrahtwicklung trgt. Die
eine Spule, die sog. Primrwicklung, wird mit dem Leitungsnetz
verbunden, whrend an die Klemmen der zweiten, welche man
Sekundrwicklung nennt, die Bogenlampe angeschlossen wird. Der durch die
Primre kreisende Wechselstrom erzeugt nun in der Sekundren einen
Wechselstrom von gleicher Periodenzahl, d. h., einen Strom, der die
gleiche Anzahl Umkehrungen oder Wechslungen in der Sekunde macht wie der
Hauptstrom. Die Periodenzahl, welche bei Bestellung eines Transformators
ebenso wie auch die Spannung des Leitungsnetzes angegeben werden mu,
betrgt jetzt in der Regel 50 in der Sekunde.

Die Aufgabe des Transformators besteht aber darin, die Voltzahl des
Leitungsnetzes zu reduzieren. Damit nun der Sekundrstrom eine
niedrigere Spannung erhlt, ist es nur erforderlich, der Sekundrspule
eine entsprechend kleinere Anzahl von Windungen zu geben als der
primren. Von dem Verhltnis der Anzahl Windungen, welche die beiden
Spulen haben, hngt es ab, wie stark die Spannung reduziert wird. Es ist
dabei zu bercksichtigen, da die Bogenlampe bei Wechselstrom 35 bis
40 Volt braucht; doch reduziert man die Spannung nicht ganz so tief,
denn es ist zweckmig, in die Bogenlampenleitung einen kleinen
Widerstand einzuschalten, der zur Beruhigung dient und den
Spannungsberschu vernichtet. Die beigegebene Abbildung Fig. 73 zeigt
einen Transformator mit teils durchbrochenem Schutzdeckel; rechts
sieht man den Eisenkrper mit den beiden Spulen, links den
Beruhigungswiderstand. Man kann einen solchen Transformator auch mit
einem regulierbaren Widerstand kombinieren, der eine nderung der
Stromstrke innerhalb mehr oder minder weiten Grenzen gestattet.

[Illustration: Fig. 73.]

Der Energieverlust ist bei Anwendung eines solchen Transformators
verhltnismig gering; als Vorteil kommt noch hinzu, da die Lampe
hierbei ruhiger brennt, als wenn man mit einem Widerstand arbeitet.


Der Umformer.

Bei Gleichstrom ist der Transformator nicht anwendbar, da die
Bedingungen zur Erzeugung eines Induktionsstromes nicht vorhanden sind.
Um die Spannung zu reduzieren, mu man hier zu einer anderen Einrichtung
greifen, die allerdings komplizierter und teurer ist, jedoch im Betriebe
durchaus einfach ist und unter Umstnden groe Ersparnisse an Strom
bringt. Das ist der Motorumformer; er besteht aus einem Elektromotor und
einer Dynamomaschine. Die beiden Maschinen sind direkt gekuppelt; der
Elektromotor, der an das Leitungsnetz angeschlossen wird, treibt den
Dynamo an, und dieser liefert nun einen Strom von 65 bis 70 Volt
Spannung zur Speisung der Bogenlampe. Auch hier wird in die
Bogenlampenleitung ein kleiner Beruhigungswiderstand eingeschaltet, der
kleine Schwankungen in der Spannung ausgleicht und die berschssigen
Volts vernichtet. Es liegt auf der Hand, da man bei einer solchen
Einrichtung mit einem Kraftverlust zu rechnen hat; dieser betrgt etwa
40%. Neuerdings hat man eine rationellere Konstruktion geschaffen, den
Einanker- oder Sparumformer, bei dem sich der Verlust nur auf 25 bis 30%
beluft. Dieser Umformer enthlt Elektromotor und Umformer in einer
einzigen Maschine, indem die beiden Wicklungen auf einem Anker
untergebracht sind. Doch geben die aus zwei gekuppelten Maschinen
bestehenden Umformer eine feinstufigere Spannungsregulierung.

Der Wechselstrom gestattet, wie wir oben sahen, unter Anwendung des
Transformators in sehr einfacher Weise die Spannung in der gewnschten
Weise zu reduzieren. Aber es darf nicht verschwiegen werden, da
Wechselstrom zum Betriebe der Projektionsbogenlampe viel unvorteilhafter
ist als Gleichstrom; selbst wenn man die Stromstrke in entsprechender
Weise erhht, bekommt man nicht das schne, gleichmig ruhige Licht,
wie es die andere Stromart gestattet. Daher wird auch fr Wechselstrom
die Anwendung eines Umformers empfohlen und zwar eines Motorumformers,
der Gleichstrom von herabgesetzter Spannung liefert. Eine solche
Einrichtung besteht aus einem Wechselstrom-Elektromotor und einem direkt
damit gekuppelten Gleichstromdynamo. Der Umformer kommt natrlich nur
fr stationre Anlagen in Betracht; ein Wanderunternehmer, der den Strom
heute hier, morgen dort entnimmt und mit immer wechselnden Stromarten
und Spannungen zu tun hat, mu darauf verzichten. Ferner kann die
Beschaffung des Umformers nur dort lohnend sein, wo der Stromverbrauch
ein entsprechend groer ist, wie in einem Kinematographen-Theater; es
liegt auf der Hand, da beispielsweise ein Verein, der seinen Apparat
etwa alle paar Wochen einmal braucht, nicht rund tausend Mark fr eine
derartige Einrichtung ausgeben wird, um dadurch im Jahre ein paar Mark
an Strom zu sparen.

Wie steht es nun mit der Ersparnis, die ein Umformer bei stndigen
Betrieben zu geben vermag? Die Hhe derselben kann man nach den
folgenden Ausfhrungen leicht selbst berschlagen. Es ist dabei zu
bercksichtigen, da man bei der Umformung von Wechselstrom in
Gleichstrom einen weiteren betrchtlichen Gewinn insofern hat, als man
bei Gleichstrom mit einer wesentlich niedrigeren Stromstrke auskommt.

Der Verbrauch an Elektrizitt wird von der Stadt oder der Gesellschaft,
welche den Strom liefert, mittels eines Zhlers festgestellt, und zwar
nach Watts gemessen, in der Regel aber in Kilowatts, das sind
tausend Watts, ausgedrckt. Der Preis fr den Strom ist verschieden; man
bezahlt meist pro Stunde 40 bis 60 Pfennige fr das Kilowatt. Es lt
sich nun aber auch ohne Zhler durch bloe Rechnung leicht berschlagen,
wieviel Strom die Einrichtung verbraucht; das Watt ist nmlich gleich
Volt mal Ampre. Wir brauchen also nur die Spannung der Leitung mit der
Stromstrke zu multiplizieren, um die Watts zu bekommen und zu
ermitteln, was der Betrieb kosten wird. Haben wir beispielsweise unsere
Bogenlampe unter Vorschaltung eines Widerstandes an ein Netz von
110 Volt angeschlossen und entnehmen eine Stromstrke von 20 Ampres, so
verbrauchen wir 20 mal 110 = 2200 Watt = 2,2 Kilowatt, und wenn die
Kilowattstunde wie in Dsseldorf 45 Pfennige kostet, wird sich der
Betrieb der Lampe pro Stunde auf 99 Pfennige stellen. Arbeiten wir mit
30 Ampres, so haben wir pro Stunde mit einer Auslage 3,3 mal
45 = Mk. 1,48 zu rechnen. Die Kosten nehmen bei hherer Spannung im
gleichen Verhltnis zu, und hier zeigt sich der durch den Widerstand
bedingte Verlust, von dem ich oben bereits sprach, in Mark und Pfennigen
ausgedrckt, noch eindringlicher. So ist der Stromverbrauch bei einer
Spannung von 220 Volt und einer Stromstrke von 20 Ampres gleich 20 mal
220 = 4400 Watt oder 4,4 Kilowatt, die bei dem oben angefhrten
Dsseldorfer Preis pro Stunde Mk. 1,98 kosten, whrend sich der Betrieb
bei einem Anschlu an 440 Volt bei gleicher Stromstrke pro Stunde gar
auf Mk. 3,96 stellt.

Auf Grund solcher Rechnungen ist es leicht festzustellen, ob sich die
Beschaffung eines Umformers lohnt. Nehmen wir einmal den letzterwhnten
Fall an, wonach wir mit einer Stromleitung von 440 Volt zu tun htten
und zur Darstellung der Lichtbilder eine Stromstrke von 20 Ampres
brauchten. Wenn wir nun einen Motorumformer in Anwendung bringen, der
die Spannung auf 70 Volt reduziert, so hat er der Lampe 20 mal 70 gleich
1400 Watt oder 1,4 Kilowatt zu liefern. Dazu mu der Umformer aber der
Leitung eine grere Strommenge entnehmen, denn, wie wir gehrt haben,
schluckt er selbst ein gewisses Quantum. Setzen wir diesen Stromverlust
auf 40% an, was einem Wirkungsgrad von 60% entspricht, so finden wir
die Gesamtentnahme, indem wir die oben gefundene Kilowatt-Zahl mit
100/60 multiplizieren; sie wird also 1,4  100/60 = 2,3 Kilowatt
betragen und bei einem Preise von 45 Pfg. eine stndliche Auslage
von Mk. 1,03 verursachen. Dem steht nach meiner vorherigen
Auseinandersetzung ein Betrag von Mk. 3,96 gegenber, wenn man unter den
gleichen Verhltnissen mit einem Widerstand arbeitet. Die Ersparnis bei
Anwendung des Umformers betrgt also in diesem Falle pro Stunde nicht
weniger als Mk. 3,15, soda bei stndigem Betriebe nicht nur die Kosten
einer solchen Maschine bald aufgebracht sind, sondern auf die Zeit ein
betrchtlicher berschu bleibt. Zur genauen Durchfhrung dieses
Rechenexempels sind brigens noch die Beleuchtungslampen zu
bercksichtigen, die in den Stromkreis des Umformers eingeschaltet sind.
Bei Anwendung eines Einanker-Umformers, der einen Wirkungsgrad von 70
bis 75% hat, ist der Gewinn noch entsprechend grer.

Die Spannung des Gleichstromes, welchen der Umformer liefert, sollte
nicht zu niedrig bemessen sein. Die Bogenlampe braucht zwar
durchschnittlich nur 45 Volt; aber man mu wie gesagt auch einen
gewissen Ueberschu an Volts vorsehen, der durch einen Widerstand zu
vernichten ist. Die gelieferte Spannung sollte mindestens 65 Volt
betragen, besser noch etwas mehr. Wenn die Spannung nmlich geringer
ist, so hat man bei der Regulierung der Bogenlampen einen zu kleinen
Spielraum: man mu den Lichtbogen auf der richtigen Lnge halten und
dazu hufig nachregulieren, sonst lscht die Lampe aus. Je hher die zur
Verfgung stehende Spannung ist, desto lnger kann der Lichtbogen
werden.

Bedienungsvorschriften werden den Maschinen von seiten der Fabriken
beigegeben; es ist darauf zu achten, da die Anschlsse genau nach
Angabe gemacht werden. Der Anlasser mu stets vllig eingeschaltet
werden; er darf nicht auf einem Zwischenkontakt stehen bleiben.
Andererseits mu zum Abstellen der Maschine das Ausschalten des
Anlassers rasch erfolgen. Eine gute Wartung der Maschine, insbesondere
gehrige Pflege des Kollektors ist dringend geboten.


Der Quecksilberdampf-Gleichrichter.

[Illustration: Fig. 74.]

In neuerer Zeit ist ein Apparat in den Handel gebracht worden, der es
ermglicht, ohne Anwendung rotierender Teile Wechselstrom in Gleichstrom
zu verwandeln: es ist der Quecksilberdampf-Gleichrichter. Das Prinzip
des Apparates beruht auf der Erscheinung, da ein mit Quecksilberdampf
geflltes, luftleeres Glasgef, welches Elektroden aus Quecksilber und
aus Graphit oder Eisen besitzt (deren erstere, die Kathode beim
Betriebe hei sein mu im Vergleich zur letzteren, der Anode), den
Strom nur in der Richtung vom Graphit (Anode) zum Quecksilber (Kathode)
durchlt. Die Anode wirkt somit wie ein einseitiges Ventil.

Die Anordnung und Anwendungsweise soll Fig. 74 veranschaulichen. Das
Glasgef, das man als den wesentlichen Teil des Apparates
Gleichrichterkolben nennt, ist mit 2 Anoden A und B aus Graphit oder
Eisen versehen. Auer der eigentlichen Arbeits-Kathode D besitzt der
Kolben noch eine kleine Hilfskathode E, die wie erstere ebenfalls aus
Quecksilber besteht und die zum Inbetriebsetzen gebraucht wird. Der
obere Teil G des Gefes wirkt als Khlkammer. H J ist ein
Transformator, der gleichzeitig die Spannung des Netzes auf die
erforderliche Gebrauchsspannung herabsetzt. Der Wechselstrom wird bei M
und N in den Transformator eingefhrt; dessen Enden sind mit den beiden
Anoden A und B verbunden, whrend von der Mitte des Transformators eine
Leitung zum Arbeitsfelde -- Bogenlampe R -- und von dort zur Kathode D
fhrt. Die Stromste, die im Transformator einmal in dieser, dann in
entgegengesetzter Richtung verlaufen, werden nun abwechselnd ber die
Anoden A und B durch den Kolben zur Kathode D und weiter durch die
Bogenlampe befrdert, soda wir in der Arbeitsleitung stets
gleichgerichteten Strom haben. Um diesen Strom whrend des Verlaufes der
Periode auf annhernd konstantem Wert zu erhalten, wird in den
Gleichstromkreis noch eine Induktionsspule eingeschaltet; sie ist in der
Figur der bersicht halber fortgelassen. Bei der fr Drehstrom
bestimmten Anordnung besitzt der Gleichrichterkolben drei Anoden.

Die Abbildungen Figur 75 und 76 zeigen Vorder- und Rckansicht des
Apparates. Der untere Teil enthlt den Transformator mit Ausgleichspule,
oben sehen wir eine Marmorschalttafel, die vorne die erforderlichen
Spulen fr die selbstttige Einschaltung des Apparates sowie eine
Sicherung besitzt, whrend auf der Rckseite der Gleichrichter-Kolben
sitzt. Zur Inbetriebsetzung mu erst ein Strombergang im Kolben
herbeigefhrt werden. Dies geschieht mittels der Quecksilberkathode E
und zwar in der Weise, da man den Kolben, der an einem schwenkbaren
Halter angebracht ist, leicht schttelt, wobei das Quecksilber der
beiden Kathoden in Berhrung kommt, um dann einen kleinen Lichtbogen
zustande zu bringen, der den im Ruhezustande herrschenden hohen
Widerstand berwindet.

[Illustration: Fig. 75.]

[Illustration: Fig. 76. Quecksilberdampf-Gleichrichter.]

Der Gleichrichter arbeitet geruschlos und bedarf beim Betriebe keiner
Wartung. Der Kolben ist der Abnutzung unterworfen; sein Preis stellt
sich auf 130.-- Mk. bis 170 Mk., doch wird die Lebensdauer auf
mindestens 600 Stunden angegeben. Die Rentabilitt des Apparates, der
komplett bei einer Leistung von 30 Ampres fr Anschlu an Wechselstrom
500 Mk., fr Drehstrom 640 Mk. kostet, gestaltet sich unter
Bercksichtigung des Kolbenersatzes recht gnstig.


Lichtmaschinen.

[Illustration: Fig. 77.]

Die greren Reiseunternehmen sind in der Regel mit einer Maschine zur
Selbsterzeugung von elektrischem Starkstrom ausgerstet. Eine solche
Einrichtung besteht aus einem Petrol-, Benzin- oder Spiritusmotor und
einem Dynamo, der je nach der Konstruktionsart von dem Motor mittels
Riemen angetrieben wird oder mit ihm direkt gekuppelt ist, wie es
Fig. 77 veranschaulicht. Auch Lokomobilen kommen hier als Kraftmaschinen
vielfach zur Anwendung. Man nimmt selbstverstndlich ein
Gleichstromdynamo, da ja Wechselstrom zum Betriebe der Lampe weniger
geeignet ist, und zwar am besten mit einer Spannung von 65 oder 70 Volt;
eine hhere Spannung, wie z. B. 110 Volt, ist unrentabel, denn sie
bedingt einen greren Stromverbrauch und damit sowohl eine grere
Maschine als auch hhere Betriebskosten. Die elektrische Anlage dient
gleichzeitig dazu, die Fassade des Theaters und das Innere zu
beleuchten; auer der Projektionslampe ist also noch eine Reihe
Glhlampen und Bogenlampen mit Strom zu versorgen und von deren Anzahl
hngt die erforderliche Strke der Lichtmaschine ab. Zum bequemen
Transport wird die ganze Ausrstung auf einen Wagen montiert.


Die Bogenlampe.

Wie oben erwhnt, geschieht die Darstellung des Bogenlichtes mittels der
Bogenlampe in der Weise, da der Strom zwischen zwei Kohlenspitzen
berspringt, wobei sich ein Lichtbogen bildet und die Kohlenspitzen in
intensive Weiglut versetzt werden. Die Kohlenstifte brennen dabei
allmhlich ab, und da der Abstand der Spitzen aufrecht erhalten werden
mu, ist ein Nachschieben derselben erforderlich. Bei automatischen
Bogenlampen erfolgt dieser Nachschub selbstttig durch einen
Mechanismus, whrend man bei Handregulations-Lampen die Kohlen mit der
Hand nachstellt.

Wenn man nun die Wirkungsweise des Bogenlichtes bei den verschiedenen
Stromarten betrachtet, so zeigt sich zunchst bei Gleichstrom, da
diejenige Kohle, in welche man den Strom hineinfhrt und die man als
positive Kohle bezeichnet, doppelt so rasch abbrennt als die andere
negative. Ferner bildet sich an der positiven Kohle dort, wo der
Funkenstrom ansetzt, eine Aushhlung, ein Krater, whrend gegenber an
der negativen Kohle eine Spitze entsteht. Von diesem Krater nun geht die
Hauptmenge des Lichtes aus; die Intensitt des Flammbogens und der
negativen Kohle kommen dagegen kaum in Betracht. Den Krater haben wir
daher als eigentliche Lichtquelle anzusehen. Der Krater wirkt sozusagen
wie ein Reflektor und wirft die Strahlen in Form eines Kegels; da dies
fr unsern Zweck recht vorteilhaft ist, wird die positive Kohle zur
Frderung der Kraterbildung mit einem Docht aus weichem Material,
welches schneller abbrennt, versehen. Man nennt diese Kohlen
Dochtkohlen, die gewhnliche Sorte dagegen Homogenkohlen.

Es ist nun leicht ersichtlich, da bei der gewhnlichen Anordnung, wo
die beiden Kohlen senkrecht bereinander stehen, und zwar die positive
oben, der Lichtkegel nach unten fallen wird. Whrend diese Anordnung fr
Straenbeleuchtung beispielsweise recht zweckdienlich ist, kommt es fr
den Projektionsapparat vielmehr darauf an, da die Lichtstrahlen nach
vorne, gegen den Kondensor, geworfen werden. Daher gibt man hier den
Kohlen die in Fig. 78 angedeutete schrge Stellung; die untere, negative
Kohle schiebt man dabei etwas gegen die obere vor, damit der Krater nach
vorne zu gebildet wird. Wie die Abbildung ebenfalls zeigt, nimmt man die
obere Kohle dicker, wodurch man ein gleichmiges Abbrennen beider
Stifte erzielt.

[Illustration: Fig. 78.]

Beim Wechselstrom liegt die Sache anders. Hier kann man von einer
positiven und negativen Kohle nicht sprechen, da die Stromrichtung ja
fortwhrend wechselt. Der Abbrand beider Kohlen ist derselbe, man
verwendet daher gleich starke Kohlenstifte, und zwar nimmt man sowohl
oben wie unten Dochtkohlen, in deren Spitzen sich Krater bilden. Mit der
Ausnutzung des Lichtes ist es beim Wechselstrom nun schlecht bestellt;
denn das Licht ist hier in zwei gleich helle Kegel geteilt, die von den
beiden Kratern ausgehen. Stellt man die Kohlen senkrecht bereinander,
und dies ist eine viel gebrauchte Anordnung, so fllt der eine
Lichtkegel nach oben und der andere nach unten, soda der Kondensor von
beiden nur einen Teil auffngt. Bringt man die Kohlen andererseits in
sehr schrge Stellung, so arbeitet der Strahlenkegel der oberen Kohle
direkt gegen den Kondensor und wird voll ausgenutzt, whrend aber das
Licht der unteren Kohle ganz verloren geht. Eine etwas bessere
Ausnutzung sucht man zuweilen dadurch zu erzielen, da man exzentrisch
gebohrte Dochtkohlen verwendet, bei denen der Docht auerhalb der Mitte
angeordnet ist. Diese spannt man, senkrecht bereinander, derart ein,
da die Dochte dem Kondensor zugekehrt sind; die Krater bilden sich
alsdann an dieser Seite und werfen mehr Licht nach vorne. Eine
unangenehme Beigabe des Wechselstromes ist das Summen der Lampe, das
namentlich bei hoher Stromstrke strend wirkt.

[Illustration: Fig. 79.]

Die Bogenlampen teilt man, wie bereits bemerkt, in automatische und
solche mit Handeinstellung. Die letzteren werden fr Projektionszwecke
in der Regel vorgezogen; denn abgesehen davon, da sie sicherer und
zuverlssiger funktionieren und sich leichter zentrieren lassen, kann
man bei ihnen die Stromstrke und damit auch die Helligkeit innerhalb
weiter Grenzen verndern. Um Vorurteilen Unkundiger zu begegnen, sei
bemerkt, da die Einstellung mit der Hand keinerlei Schwierigkeiten,
Gefahren oder Mhen mit sich bringt, ja da der Vorfhrer den kleinen
Handgriff, der alle paar Minuten zu erfolgen hat, nach kurzer bung
sozusagen automatisch besorgt. Wo eine automatische Bogenlampe
verwandt werden soll, ist groer Wert auf ein gediegenes und zuverlssig
arbeitendes Modell zu legen; denn billige Lampen dieser Art erfordern
erfahrungsgem oft mehr Nachhilfe mit der Hand als die
Handregulierlampen.

[Illustration: Fig. 80.]

Eine Bogenlampe fr Handeinstellung ist in der beigegebenen Abbildung
Fig. 79 zur Darstellung gebracht. K und L sind die Halter, in welche die
Kohlenstifte eingespannt werden. Der groe Trieb M dient zur
Nachstellung der Kohlen, whrend der Spindeltrieb S gestattet, die obere
Kohle vor und zurck zu bringen und so einzuregulieren, da der
Lichtkegel schn gegen den Kondensor fllt. Ferner sind zwei auf einer
und derselben Achse vereinigte Triebvorrichtungen zur Zentrierung der
Lampe vorgesehen: der Trieb B zur Einstellung der Hhe und der Trieb C
zur Regulierung der seitlichen Richtung. Unten hat die Lampe ein Gelenk
mit Feststellschraube, soda man sie fr Gleichstrom schrg legen (wie
in der Figur) sowie zur Verwendung mit Wechselstrom senkrecht stellen
kann. Am Fue sind zwei Polklemmen zur Befestigung der Zuleitungsdrhte
angebracht. Whrend diese Lampe in zwei Modellen gefertigt wird, die fr
Stromstrken bis zu 25 Ampres und darber verwendbar sind, zeigt die
nchste Abbildung (Fig. 80) eine besonders stark gebaute Konstruktion,
die besonders zum Arbeiten mit hohen Amprezahlen bestimmt ist. Wir
finden hier dieselbe Zentriervorrichtung mit zwei Trieben B und C, sowie
auch den Trieb M fr die Nachstellung der Kohlen und das Gelenk zum
Umlegen; die Kohlenhalter K und L entsprechen ebenfalls denen der
anderen Lampe. Ein anderer Lampentypus, der in Amerika schon lange
heimisch ist und sich bei uns einbrgert, weist eine wagerecht
angeordnete Oberkohle auf, whrend die untere Kohle senkrecht steht wie
in Fig. 81 oder schrg nach unten gerichtet ist. Die Nachstellung der
Kohlen geschieht durch einen Trieb M. Bei Anwendung von Gleichstrom
sitzt die positive Dochtkohle oben; der Krater erhlt bei richtiger
Anordnung beider Kohlen eine sehr gnstige Lage und wirft sein Licht
direkt gegen den Kondensor. Es ist beim Betriebe darauf zu achten, da
die Kohlenspitzen ihre richtige Stellung zueinander (obere Kohle etwas
zurck gegen die untere) nicht verlieren. Brennt nmlich die untere
Kohle etwas zu stark ab, so schiebt sich die obere allmhlich zu weit
vor und der Krater kommt nach unten; brennt umgekehrt die obere zu rasch
ab, so stellt sich die untere Kohle nach und nach zu hoch und sie wirft
dann Schatten. Damit man in solchen Fllen die Einstellung rasch
korrigieren kann, ist die Lampe mit einer Vorrichtung versehen, mittels
der sich die obere Kohle allein regulieren lt; bei Fig. 81 wird dazu
der Hebel H umgelegt, worauf der Trieb M die untere Kohle nicht
mitbewegt. Die Triebe B und C dienen wiederum zum Zentrieren des
Lichtpunktes.

[Illustration: Fig. 81.]

Diese Lampenform eignet sich vornehmlich fr Stromstrken bis zu
30 Ampres; sie gibt auch mit Wechselstrom gute Resultate. Der
Spannungsverbrauch ist hier hher als bei der anderen Lampenform
(Fig. 79 u. 80) und man tut gut, bei Wechselstromnetzen mit 110 oder
120 Volt Spannung direkt mit Widerstand ohne Transformator zu arbeiten.


Der Widerstand.

[Illustration: Fig. 82.]

Widerstnde werden in verschiedenen Ausfhrungen angefertigt. Die
Widerstnde in Rollenform, die bei elektrischen Anlagen (Straen-,
Saalbeleuchtung etc.) zur Anwendung kommen, sind fr unsere Zwecke meist
zu schwach, indem dort stets zwei oder noch mehr Bogenlampen
hintereinander brennen und mithin eine wesentlich geringere Spannung zu
vernichten ist als bei Einschaltung einer einzigen Lampe. Wie man die
Gre des Widerstandes, also seine Ohmzahl, berechnet, wurde oben
ausgefhrt. Es sei noch bemerkt, da die darin vernichtete
Elektrizitt in Wrme umgewandelt wird; damit nun die Erhitzung der
Drhte nicht eine zu starke wird und diese nicht zum Glhen kommen oder
gar durchbrennen, mssen sie der Stromstrke entsprechend stark gewhlt
sein. Daher darf auch nicht ein fr niedrige Stromstrke bestimmter
Widerstand fr eine hohe Amprezahl verwendet werden. Recht zweckmssig
ist ein regulierbarer Widerstand, wie ihn z. B. die Abbildung Fig. 82
zeigt. Durch Drehen der Kurbel kann man Drahtspiralen ein- und
ausschalten und dadurch die Stromstrke verndern; bei dieser Anordnung
hat man es also in der Hand, den Bildern je nach Bedarf mehr oder
weniger Licht zu geben. Das ist beispielsweise auch eine groe
Annehmlichkeit, wenn man zwischen den Films stehende Lichtbilder zeigt,
die weniger Licht brauchen. Fr Wanderunternehmungen, die immer mit
verschiedenen Stromverhltnissen zu tun haben, empfiehlt sich die
Beschaffung eines Universalwiderstandes, der auf verschiedene
Netzspannungen gerichtet ist und beispielsweise einen Spielraum von 65
bis zu 250 Volt bietet.

Der Widerstand mu von Zeit zu Zeit daraufhin nachgesehen werden, ob die
Kontakte sauber und die Drahtspiralen fest angezogen sind.


Zuleitung und Sicherung.

Der Anschlu an die elektrische Leitung mu an einer Stelle geschehen,
wo der Draht hinreichend stark ist, soda dort die gengende Anzahl
Ampres entnommen werden kann. Als Anhalt mag dienen, da man die
Leitungsdrhte in folgender Weise beanspruchen darf: solche von 1,8 mm
Durchmesser bis zu 10 Ampres, von 2,3 mm bis zu 15 Ampres, von 2,8 mm
bis zu 20 Ampres, und solche von 3,6 mm Durchmesser bis zu 30 Ampres.
Dabei ist ferner zu bercksichtigen, da sowohl fr die Hauptleitung wie
auch fr jede Zweigleitung auf der Schalttafel eine Sicherung vorgesehen
ist, die zum Schutze der Leitung dient. Wenn nmlich einmal durch
Unvorsicht zwei blanke Stellen der Drhte in Berhrung kommen oder durch
einen Metall-Gegenstand verbunden werden -- der Techniker nennt das
Kurzschlu߫ -- so wird infolge des geringeren Widerstandes pltzlich
ein starker Strom durch die Leitung flieen, der bei andauerndem
Kurzschlu den Draht bermig erhitzen und durchbrennen wrde. Die
Sicherung nun besteht aus einem Stck Blei- oder Silberdraht, der bei
einer bestimmten Stromstrke durchschmilzt und dadurch den Strom
ffnet, und zwar wird die Sicherung der Strke der Leitung so angepat,
da eine berbelastung der letzteren unmglich gemacht ist. Die
Amprezahl, welche die Sicherung durchlt, ist darauf aufgeschlagen.
Man braucht also nur die Sicherung nachzusehen, um festzustellen, ob die
betreffende Leitung fr den Anschlu stark genug ist.

Bei Gleichstrom und Wechselstrom hat man mit einer Zuleitung zu tun, die
aus zwei Drhten besteht; an diese wird einfach angeschlossen. Bei
Drehstrom (Mehrphasenstrom) gibt es hingegen drei Drhte, an deren zwei
man anschlieen mu, um einphasigen Wechselstrom zum Betrieb der
Bogenlampe zu erhalten. Man setzt sich dieserhalb mit dem
Elektrizittswerk oder einem Elektrotechniker in Verbindung. Es kommt
auch vor, da Gleichstrom drei Leitungen besitzt; wir haben dann das
sogenannte Dreileitersystem. Hier werden ebenfalls zum Anschlieen nur
zwei Drhte benutzt: Die Verwendung beider Auenleiter gibt die
normale hohe Spannung des Netzes, z. B. 220 Volt, whrend der Anschlu
an einen der Auenleiter und den Innenleiter (Nullpol) die Hlfte der
Spannung, im obigen Beispiele also 110 Volt, liefert. Man wird wenn
irgend mglich die letztere Anschluweite benutzen; jedoch schreiben die
Elektrizittswerke in der Regel fr Entnahme hoher Stromstrken die
Benutzung der beiden Auenleiter vor, da sonst eine zu starke und
einseitige Belastung des Netzes eintreten kann.


Die Schalttafel.

Bei stndigen Einrichtungen wird fr den Apparat eine besondere
Schalttafel angelegt, worauf der Widerstand bezw. Transformator, eine
Sicherung, ein Ausschalter und ein Stpselkontakt montiert sind;
letzterer dient zum Anschlu der Lampe. Zur Vervollstndigung bringt man
zuweilen noch ein Ampremeter und ein Voltmeter darauf an, zwei
Instrumente, welche Stromstrke bezw. Spannung anzeigen. Fr
Kinematographen-Theater ist die Benutzung eines Ampremeters zu
empfehlen. Die Anordnung einer solchen Schalttafel mit daran
angeschlossener Bogenlampe zeigt die beigegebene Abbildung (Fig. 83).
Die Drahtleitung von der Schalttafel zur Bogenlampe mu entsprechend
stark sein; in der Regel benutzt man dazu eine verflochtene
Doppelschnurleitung. Ist die Lampe nicht in der Nhe der Schalttafel, so
empfiehlt es sich, beim Apparat noch einen Ausschalter anzubringen.

[Illustration: Fig. 83.]

Der Widerstand wird vielfach auch getrennt von der Schalttafel aufgestellt;
es wird dann zweckmig auf der Tafel die Reguliervorrichtung
angebracht, denn diese mu der Vorfhrer zur Hand haben. Man stelle den
Widerstand, der beim Betriebe warm wird, nicht an einer Stelle auf, wo
die Films damit in Berhrung kommen knnten; auf jeden Fall mu er zum
Schutze mit einem durchbrochenen Blech berdeckt sein. Man befolge
ferner nicht die gelegentlich gemachte Empfehlung, den Widerstand
drauen am Hauskamin, oben ber dem Dache, anzubringen. Dieser Apparat
sollte vielmehr an einen trocknen Ort kommen. Besser ist der Vorschlag,
ihn (wenigstens im Winter) an einer Stelle unterzubringen, wo er mit
seiner Wrme als Ersatz fr einen Ofen dienen kann.

[Illustration: Fig. 83a.]

Ein vollstndiges Schema fr den Anschlu zeigt Fig. 83a. Wir sehen da
oben links einen Hauptausschalter, der gewissermaen den ganzen Betrieb
beherrscht. Von dort geht eine krftige Leitung, welche Sicherung,
Widerstand und auf der anderen Seite einen Ausschalter passiert, zur
Bogenlampe. Eine punktierte Abzweigung speist eine Glhlampe zur
allgemeinen Beleuchtung und eine zweite den Motor, welcher zum Antriebe
des Kinematograph-Werkes dienen soll; der Motor besitzt einen Regulator
und er ist fr sich gesichert.


Stromstrke und Helligkeit.

Wer die Anlage einer Bogenlampen-Einrichtung plant, mu sich darber
klar werden, welche Stromstrke er braucht, um zufriedenstellend helle
Lichtbilder zu erzielen. Da mag zunchst die folgende Tabelle einen
Anhalt bieten, worin die Lichtstrke in Normalkerzen bei verschiedenen
Stromstrken angegeben ist; die Helligkeit schwankt etwas mit der
Qualitt und Strke der Kohlenstifte.

  Ampres             3     4     6     8     10
  -------------------------------------------------
  Lichtstrke ca.   270   370   600    850   1100

  Ampres            12    15    20     25     30
  -------------------------------------------------
  Lichtstrke ca.  1400  2000  5000  10000  15000

Aus dieser Tabelle kann man allerdings nicht ablesen, welche Amprezahl
nun erforderlich ist, wenn es beispielsweise gilt, ein 3 Meter groes
Lichtbild in einem 15 Meter langen Raum zu werfen. Da mu man schon die
praktische Erfahrung reden lassen und die sagt folgendes. Angenommen,
da der Apparat an dem einen Ende des Saales steht und die Bilder ber
die Zuschauer hinweg zur andern Seite wirft und das Lichtbild in einer
dem Rume entsprechenden Gre gehalten wird, mu man pro Meter Distanz
mit je anderthalb Ampre Stromstrke rechnen; bei 20 Meter Entfernung
kmen also z. B. 30 Ampres heraus. Diese Regel soll natrlich nur einen
ungefhren Anhalt bieten; sie gilt ferner nur fr Gleichstrom. Bei
Wechselstrom, wo die Lichtausnutzung ja wesentlich schlechter ist, mu
man eine mindestens um die Hlfte grere Amprezahl nehmen.


Die Kohlenstifte.

ber die Kohlenstifte ist folgendes zu bemerken. Um ein schnes, ruhiges
Licht zu erzielen, mu man vor allem gutes oder lieber das beste
Kohlenmaterial verwenden. Da ist es falsch, einige Pfennige zu sparen
und eine billigere Sorte zu kaufen. Minderwertige Kohlen schlacken,
machen durch ihre Verunreinigungen den Bogen unruhig und geben ein
flackerndes Licht. Gute Kohlen haben einen metallischen Klang und sind
konomisch, indem sie bei migem Abbrand eine gute Lichtausbeute geben.

Wie oben bereits ausgefhrt, kommen bei Gleichstrom zwei Kohlenstifte
verschiedener Art und verschiedener Strke zur Verwendung, und zwar
benutzt man fr die positive Seite eine Dochtkohle und fr die negative
eine Homogenkohle, welch' letztere 2/3 so dick wie die Dochtkohle ist.
Bei Wechselstrom braucht man oben und unten gleich dicke Dochtkohlen.

Die Dicke der Kohlenstifte richtet sich nach der Stromstrke; fr
Projektionszwecke habe ich die folgenden Abmessungen als zweckmig
befunden:

  Stromstrke  fr Gleichstrom      negative      fr Wechselstrom
  in Ampres   positive Dochtkohle  Homogenkohle  beide Dochtkohlen

       5              9 mm              6 mm            9 mm
      10             12 "               8 "            12 "
      15             15 "              10 "            15 "
      20             18 "              12 "            18 "
      30             21 "              14 "            21 "
      40             24 "              16 "            24 "
      50             27 "              18 "            27 "
      60             30 "              20 "            30 "

Dnnere Kohlenstifte liefern erfahrungsgem ein helleres Licht, aber
sie brennen rascher ab; bei zu geringem Durchmesser brennen sie unruhig
und zischen. Das Material spielt dabei eine groe Rolle. Weiche Kohlen,
welche mehr Ru enthalten, geben mehr Licht und brennen schneller ab als
die harten, mehr Graphit enthaltenden Sorten.

Bei der in Fig. 81 dargestellten Bogenlampenform mit wagerecht
angeordneter Oberkohle empfiehlt es sich, Kohlenstifte von geringerem
Durchmesser zu benutzen, z. B. fr 20 Ampres 15 mm Dochtkohlen und
10 mm Homogenkohlen, bei 25 bis 30 Ampres 18 mm Dochtkohlen und 12 mm
Homogenkohlen. Nimmt man Dochtkohlen mit Metalldocht, so kann die Strke
noch etwas geringer sein.


Handhabung der Bogenlampe.

Um die Bogenlampe in Betrieb zu nehmen, steckt man, nachdem die Kohlen
eingespannt und die Drhte angeschlossen sind, den Stpselkontakt ein,
schliet den Ausschalter und setzt die Kurbel des Widerstandes auf den
ersten Kontaktknopf. Bei der automatischen Bogenlampe stellt sich
alsdann der Lichtbogen von selbst her; hat man hingegen eine Lampe mit
Handregulation, so mu man die Kohlenstifte durch Drehen des Triebes
kurz zur Berhrung bringen und dann sofort wieder einige Millimeter
auseinander drehen, worauf sich der Lichtbogen bildet. Alsdann stellt
man die Kurbel des Widerstandes je nach Bedarf auf weitere
Kontaktknpfe.

Es ist nun, wenn man mit Gleichstrom zu tun hat, hchst wichtig, sich zu
berzeugen, ob auch die Drhte richtig angeschlossen sind, das heit, ob
der positive Pol zur oberen und der negative Pol zur unteren Kohle
gefhrt ist. Es gibt ein einfaches Mittel, dies zu erkennen. Nachdem die
Lampe kurze Zeit gebrannt hat, mu sich nmlich in der oberen Kohle ein
Krater bilden, whrend die untere spitzenfrmig anwchst; dabei mu das
Licht nach vorwrts geworfen werden. Ein weiteres Merkmal besteht
darin, da beim Ausschalten die obere Kohle infolge der strkeren
Erhitzung strker und lnger nachglhen mu, als die untere. Zeigt es
sich nun, da sich an der unteren Kohle ein Krater bildet und da diese
lnger nachglht als die obere, so ist die Verbindung falsch; man steckt
alsdann den Stpselkontakt umgekehrt ein oder wechselt die Drhte in den
Polklemmen der Lampe. Wenn man bei Herstellung des Anschlusses nicht
wei, welches der positive und welches der negative Draht ist, so
verbindet man auf gut Glck und prft die Richtigkeit in der eben
beschriebenen Weise. Nachher wird man dann gut tun, die Pole zu
bezeichnen. Man kann brigens auch den positiven Pol mit Hilfe von
Lakmus-Papier (Polfinder-Papier) erkennen; dieses wird angefeuchtet und
die blanken Drahtenden darauf gehalten, jedoch achte man ja darauf, da
sich die Drhte nicht berhren. Dasjenige Ende, welches das Papier rot
frbt, ist der negative Pol. Fr Wechselstrom hat dies natrlich keine
Geltung; denn dort gibt es ja keine positiven und keine negativen Pole,
soda man die Drhte nach Belieben anschlieen kann. Neue Kohlen zischen
anfangs; es mssen sich nmlich zunchst Krater und Spitze bilden, bis
die Lampe ruhig brennt.

Bei Gleichstrom ist noch zu beachten, da die obere Kohle gegen die
untere etwas zurck stehen soll, wie es in Fig. 78 angedeutet ist. Dies
geschieht, damit sich der Krater nach vorne bildet und das Licht
gleichmig gegen den Kondensor wirft; doch darf die obere Kohle nicht
soweit zurck stehen, da die Spitze der unteren einen Schatten
gegen die Linse gibt. Whrend des Betriebes mu man bei der
Handregulationslampe alle paar Minuten die Kohlenstifte nachstellen. Wie
weit die Kohlenspitzen voneinander entfernt sein mssen, das hngt von
der Stromstrke und der Dicke der Kohlen ab. In der Praxis ergibt sich
der richtige Abstand ganz von selbst; es zeigen sich nmlich bei zu
kleinem und zu groem Abstand folgende fehlerhafte Erscheinungen. Wenn
die Kohlen einander zu nahe sind, so macht sich ein lautes Zischen
bemerkbar; die Spitze der unteren Kohle wird grer und wchst in den
Krater der oberen hinein (vgl. Fig. 84), soda schlielich beide Kohlen
zusammenbacken und nur noch rot glhen. Ist anderseits der Abstand der
Kohlen zu gro (Fig. 85), so nimmt zunchst die Helligkeit des Lichtes
ab, auerdem beginnt der Lichtbogen auf den Kohlenspitzen zu wandern und
zu flackern, wobei schlielich das Licht auslscht. Dieses Auslschen
erfolgt umso frher, je geringer die Spannung (Voltzahl) ist.

[Illustration: Fig. 84.]

[Illustration: Fig. 85.]

Bei der in Fig. 81 dargestellten Lampenform, wo die positive Dochtkohle
wagerecht angeordnet ist, mu man ebenfalls dauernd darauf achten, da
die beiden Kohlenspitzen richtig zueinander stehen und eine gnstige
Lage des Kraters herbeifhren. Wenn ntig, ist zu korrigieren. Diese
Anordnung der Kohlenstifte im rechten Winkel gegeneinander ist
vorteilhaft bei Stromstrken bis zu 30 Ampres.

Die Wahl der richtigen Kohlenstrke -- das gilt allgemein -- ist von
groer Wichtigkeit: sind die Kohlen zu dick, so erhlt man kein ruhiges
Licht, indem der Krater wandert; benutzt man zu dnne Kohlen, so mu man
infolge starken Abbrennens hufig nachstellen, die Stifte glhen weit
hinauf und entwickeln eine unntze Hitze. Man spanne die Kohlen im
Halter gut an. Werden sie bei kalter Lampe lose eingesetzt, so fallen
sie, nachdem die Lampe erhitzt ist, leicht heraus. Spannt man die Kohlen
andererseits bei heier Lampe zu fest an, so mgen sie beim Abkhlen der
Halter brechen.

Whrend es bei Gleichstrom leicht ist, dauernd eine gute Lichtausnutzung
zu erzielen, bietet dies bei Wechselstrom Schwierigkeiten. Die
erfahrenen Vorfhrer arbeiten sich ihre Methode aus, mit der sie das
beste Licht bekommen, und es ist wohl schwer zu sagen, welche Anordnung
am besten ist; denn die bung spielt dabei eine groe Rolle. Vielfach
stellt man die Kohlen senkrecht bereinander, sehr hufig findet man die
Gleichstromstellung, wobei nur einer der beiden Krater zur Geltung
kommt, angewandt, whrend andere wieder eine Winkelstellung der Kohlen
bevorzugen. Der eine benutzt zwei Dochtkohlen, der andere zwei
Homogenkohlen, der dritte findet es besser, wie bei Gleichstrom oben
eine Docht- und unten eine Homogenkohle zu nehmen. Die Winkelstellung
erscheint auf jeden Fall fr hohe Stromstrken, etwa ber 30 Ampres,
weniger gut geeignet; der Lichtbogen ist schwerer ruhig zu halten und
man verliert leicht die Kontrolle ber den Krater. Bei der senkrechten
Stellung der Kohlen mu man den Abstand der Spitzen ziemlich gering
halten; andernfalls macht sich auf dem Schirm ein dunkler Streifen
bemerkbar und auerdem neigt sonst der Lichtbogen dazu, herum zu tanzen.
Macht man den Abstand zu gering, so leidet dadurch die Helligkeit. Man
mu die Kohlen hufig nachstellen, denn es ist sehr wenig Spielraum im
Abstnde der Spitzen, und oft durch das Fensterchen kontrollieren. Wenn
der Krater sich an falscher Stelle, z. B. nach rckwrts, bildet, so
suche man durch Verstellung der oberen Kohle eine Besserung
herbeizufhren. Die Triebverstellung sollte aber ganz langsam und
vorsichtig, nicht stoweise, erfolgen, denn der Lichtbogen ist uerst
empfindlich. Unter Umstnden empfiehlt es sich, wenn der Krater
verndert werden mu, den Lichtbogen auf einige Minuten lnger zu
machen. Auch bei neuen Kohlen lasse man den Bogen zuerst lang brennen.
Viele Vorfhrer feilen die beiden Dochtkohlen auf einer Lngsseite
flach, wobei sie die Stifte in einen V-frmigen Ausschnitt eines Brettes
legen, und bringen die flachen Seiten gegen den Kondensor. Das gleiche:
Begnstigung der Kraterbildung nach vorne, erzielt man mit exzentrischen
Dochtkohlen. Andere wieder arbeiten stets mit zugespitzten
Kohlenstiften, um dadurch den Lichtbogen stabiler zu halten. Die
Gleichstromstellung der Kohlen bietet eine leichtere Handhabung, sie
gibt aber eine etwas geringere Lichtausnutzung und erfordert daher etwas
mehr Strom. Auch hier mu man hufig nachstellen und den Abstand der
Spitzen mglichst gleichmig halten.

Eingangs wurde darauf hingewiesen, da man den Widerstand nicht von
vornherein auf die volle zur Verwendung kommende Stromstrke stellen
solle. Beim Znden der Bogenlampe steigt nmlich die Stromstrke
momentan sehr stark an -- wenn z. B. in einem Netze von 110 Volt man den
Widerstand auf 50 Ampres gestellt hat, so steigt sie ber 100 Ampres
-- und dabei kann leicht die Sicherung durchschlagen. Also stets den
Widerstand eingangs auf eine geringe Stromstrke einstellen, und erst
nach dem Znden weitere Kontakte einschalten! Bekommt man beim Znden
kein Licht, so ist irgendwo der Strom noch unterbrochen; man prfe mit
Ruhe und systematisch alle Drahtverbindungen und sehe die Sicherungen
nach. Man halte Reservestpsel fr die Sicherungen vorrtig.

Die Bogenlampe mu hinreichend oft gereinigt werden. Auf die Zahntriebe
gebe man besser Talk als l. Aufgelagerter Kohlenstaub kann ber die
Isolation hinweg die Bildung eines Lichtbogens veranlassen.


Das Kalklicht.

Das Kalklicht ist ein Glhlicht, und man kann es mit dem Gasglhlicht
vergleichen, bei welch letzterem die mit Luft gemischte Leuchtgasflamme
einen feinen Glhkrper, den Glhstrumpf, in Weiglut versetzt. Zum
Unterschiede hiervon bedient man sich beim Kalklicht eines massiven
Glhkrpers, des Kalkstckes, und an Stelle des luftgemischten
Leuchtgases, das hier nicht krftig genug ist, benutzt man eine Mischung
von Leuchtgas und Sauerstoff (sozusagen stickstoffreier Luft), die im
Kalklichtbrenner eine intensive Stichflamme liefert und, gegen das
Kalkstck gerichtet, ein herrliches, blendend weies Licht abgibt. Ich
will hier nun zunchst einen berblick ber die Darstellungsweise geben,
um nachher nher auf die Einzelheiten einzugehen.

Das Kalklicht wurde von Drummond im Jahre 1826 erfunden. Heute ist die
Darstellung desselben bedeutend bequemer gemacht, indem man den
Sauerstoff in Stahlflaschen verpackt bekommen kann, whrend man ihn
frher selbst entwickeln mute. Die Verwendung dieses komprimierten
Sauerstoffes bietet noch den Vorteil, da man damit ein viel krftigeres
Licht erzielen kann. Man lt dazu den Sauerstoff unter ziemlich starkem
Druck (1/2 bis 1 Atmosphre oder noch mehr) in den Starkdruckbrenner
blasen, wo er das von der anderen Seite zugefhrte Leuchtgas ansaugt,
sich damit mischt und nun eine Stichflamme von mchtiger Kraft erzeugt.

Eine solche Kalklicht-Einrichtung ist in der Abbildung Fig. 86
dargestellt. Man sieht da den Starkdruckbrenner, auf den ein
zylinderfrmiges, durchlochtes Kalkstck aufgesetzt ist, und die mit
komprimiertem Sauerstoff gefllte Stahlflasche, woran ein
Druckreduzierventil und ein Inhaltmesser geschraubt werden. Der
Sauerstoff ist nmlich unter einem Druck von 100-120 Atm. eingefllt,
und da er nur mit etwa 1/2-1 Atm. in den Brenner zugelassen wird, mu
der Druck zunchst reduziert werden, und dies geschieht durch das
Druckreduzierventil. Dasselbe ist mit einem Manometer A versehen,
welches den Arbeitsdruck des Sauerstoffs anzeigt, und hat ferner ein
Stellrad R zur Einstellung des Arbeitsdruckes: je weiter man das
Stellrad R (rechtsum) dreht, desto strker wird der Arbeitsdruck und
desto intensiver gleichzeitig das Licht. So kann man die Helligkeit des
Kalklichtes, auch whrend der Vorfhrung, innerhalb weiter Grenzen
bequem regulieren. J ist der Inhaltmesser, mit dem man bestimmen kann,
wieviel Sauerstoff die Flasche noch enthlt, K der Verschluhahn der
Flasche, der beim Transport (nachdem Reduzierventil und Inhaltmesser
abgeschraubt sind) durch eine bergeschraubte Eisenkappe geschtzt wird.
Bei H ist der Schlauch aufgesteckt, der zum Brennerhahn S gefhrt wird,
whrend der linke Brennerhahn L mit der Leuchtgasleitung verbunden wird.
Das Kalkstck lt sich auf dem Brenner mit einem Triebe drehen, so da
man der Stichflamme, die nach und nach ein Loch hineinfrit, von Zeit zu
Zeit eine neue Angriffsflche bieten kann. Ein zweiter Trieb gestattet
die Entfernung des Kalkstckes von der Brennerspitze einzuregulieren.

[Illustration: Fig. 86.]

Was tut man nun, wenn kein Leuchtgas vorhanden ist? -- Dasselbe wie bei
Glhlicht: man nimmt eine Brennflssigkeit und vergast sie. Jeder kennt
das Spiritus-, Petroleum- oder Benzinglhlicht. So hat man auch
Einrichtungen konstruiert, bei denen Spiritus, Alkohol oder Petroleum
verdampft wird und, mit Sauerstoff gemischt, die Stichflamme fr das
Kalklicht gibt. Aber diese schwer flchtigen Brennstoffe sind hier
schlecht zu regulieren, sie arbeiten recht unzuverlssig und liefern
auerdem kein besonders starkes Licht. Die Anwendung von Benzin ist
nicht zu empfehlen, da dieses durch den Sauerstoff zersetzt wird und
lige Bestandteile im Brenner zurcklt, wenn nicht gar die Benutzung
des Benzins durch Vermischung mit Sauerstoff gefhrlich werden kann.

Sehr gnstige Resultate erzielt man dagegen mit ther, und zwar reinem
Schwefelther. Um den ther in gasfrmigem Zustande dem Brenner
zuzufhren, mu man eine besondere Vorrichtung anwenden, und zwar hat
man die Wahl zwischen zwei verschiedenen Apparaten: dem Gasator und dem
thersaturator.

[Illustration: Fig. 87.]

Der Gasator zunchst ist ein mehrteiliges Gef, das zu etwa 3/4 mit
ther gefllt und durch einen Schlauch mit dem linken Hahn (L) des
Starkdruckbrenners verbunden wird, wie die Abbildung Fig. 87 zeigt. Wenn
man nun durch den rechten Hahn (S) einen krftigen Sauerstoffstrom
einblasen lt, so bt der Brenner auf den Gasator eine saugende Wirkung
aus und dieser Apparat tritt dann von selbst in Ttigkeit. Unter der
Wirkung der Saugkraft strmt nmlich durch eine kleine ffnung Luft
ein, streicht durch die verschiedenen Gefe und sttigt sich mit
therdmpfen; das Gemisch, das man als Luftgas bezeichnet, wird noch
getrocknet und gelangt dann durch den Schlauch in den Brenner, dort mit
dem Sauerstoff zu einer intensiven Stichflamme sich vereinend.

Der thersaturator, der ebenfalls zur Darstellung von Kalklicht mit
Hilfe von therdmpfen dient, arbeitet in anderer Weise als der Gasator.
Er besteht aus einem in mehrere Kammern geteilten Gef, das mit porser
Masse gefllt ist, soda der eingefllte ther darin aufgesaugt wird.
Der Saturator hat zwei Hhne; einer wird mit dem linken Brennerhahn
verbunden, whrend man durch den zweiten Hahn Sauerstoff in das Gef
leitet; der Sauerstoff drckt nun die therdmpfe, die sich schon bei
gewhnlicher Zimmertemperatur entwickeln, zum Brenner vorwrts, wo sie
mit dem durch den rechten Brennerhahn eingefhrten Sauerstoff gemischt
werden. Da bei dieser Arbeitsweise der Brenner keine Saugkraft auszuben
braucht, kann man auch an Stelle des Starkdruckbrenners den sogenannten
Mischbrenner benutzen; bei diesem Mischbrenner fllt die
Injektor-Einrichtung, durch welche die Saugwirkung beim
Starkdruckbrenner hervorgerufen wird, weg und die Gase werden einfach in
eine Kammer zusammengefhrt, von der sie gemischt durch ein Rohr zur
Brennerspitze gelangen. Zur Erzielung eines mglichst krftigen Lichtes
versieht man den Brenner mit einer groen Kammer und bringt in letztere
auerdem noch eine Einrichtung, die eine mglichst vollkommene Mischung
der Gase gewhrleistet.

Fr das gleichmige Arbeiten des Saturators ist es eine wichtige
Bedingung, da er whrend des Betriebes keine zu starke Abkhlung
erleidet, weil sonst die Vergasung nachlt. Ntigenfalls, besonders im
Winter, wenn der Apparat z. B. auf einer kalten Bhne steht, mu man
dafr Sorge tragen, da dem Saturator in entsprechendem Mae von auen
Wrme zugefhrt wird; man stellt ihn dazu neben die geffnete Tr des
Skioptikons oder schlgt ihn in ein vorher gut durchwrmtes, wollenes
Tuch.

Welcher ther-Apparat ist nun mehr zu empfehlen? wird der geneigte Leser
fragen. -- Nun, mit dem Saturator lt sich eine noch hhere Lichtstrke
erreichen, doch wird man den Gasator in der Regel vorziehen; denn er ist
einfacher zu handhaben und das mit ihm erzielte Licht ist so stark, da
es in den meisten Fllen weitaus gengt.

Es ist noch zu bemerken, da man auch komprimierten Wasserstoff bekommen
kann, der einen vorzglichen Ersatz fr Leuchtgas bildet, ja dieses an
Wirkung bertrifft. Zu einer solchen Einrichtung gehrt dann eine
weitere Stahlflasche mit Druckreduzierventil und Inhaltsmesser. Man wird
den komprimierten Wasserstoff da anwenden, wo man unter allen Umstnden
die hchste Lichtstrke haben will, die sich mit Kalklicht erzielen
lt. Auch das Azetylengas lt sich zur Darstellung von Kalklicht
benutzen, nachdem es gelungen ist, einen geeigneten Brenner zu
konstruieren; das erzielte Licht ist auerordentlich intensiv. Zur
Darstellung des Azetylens ist ein zuverlssig arbeitender Entwickler
erforderlich.

Eine wichtige Frage beim Arbeiten mit Kalklicht ist die, wie lange eine
Sauerstofflasche ausreicht. Eine Stahlflasche von der gewhnlichen
Gre, die etwa 10 Liter Rauminhalt hat, enthlt, wenn der Sauerstoff
auf 120 Atm. komprimiert ist, zirka 1200 Liter Gas; sie reicht, wenn man
ein krftiges Licht herstellt, durchschnittlich fr 8 Stunden. Der
Verbrauch ist geringer, wenn man den Sauerstoff unter schwcherem Druck
zum Brenner lt, wobei das Licht gleichzeitig weniger stark wird, und
umgekehrt steigt der Verbrauch, wenn man durch Anwendung hheren Druckes
ein intensiveres Licht erzeugt. Stahlflaschen mit 600 Liter Inhalt
reichen also durchschnittlich fr 4 Stunden und noch kleinere Flaschen,
die 360 Liter fassen, fr etwa 2-1/2 Stunden.

Wo der Bezug von komprimiertem Sauerstoff unmglich oder durch groe
Entfernung zu sehr erschwert ist, wie z. B. in berseeischen Lndern,
mu man den Sauerstoff selbst herstellen, wie dies frher allenthalben
geschah. Man erhitzt dazu in einer Retorte eine Mischung von Braunstein
und chlorsaurem Kali, fhrt das entwickelte Gas durch eine Wasserflasche
und fngt es in einem Kautschuksack auf. Vereinfacht wird die
Sauerstoffbereitung durch Verwendung eines Gasometers in Verbindung mit
einem Sauerstoff-Generator, einer Einrichtung, welche den Gassack
berflssig macht und gestattet, auch whrend des Projizierens, ohne
Strung der Vorstellung, Sauerstoffgas nachzuentwickeln, und zwar in
beliebiger Menge. Man braucht dazu nur Braunsteinkuchen, die man sich
selbst herstellt oder fertig bezieht, einzulegen und die Flamme im
Generator zu entznden.

Auf die Anwendung des Starkdruckbrenners wie auch des Gasators mu man
hierbei verzichten, da hier bei weitem nicht der starke Druck des
komprimierten Sauerstoffes zur Verfgung steht. Man bedient sich des
sogenannten Sicherheitsbrenners, bei dem Leuchtgas und Sauerstoff erst
in der Brennerspitze zusammengefhrt werden, und wenn kein Leuchtgas
vorhanden ist, des thersaturators in Verbindung mit dem Mischbrenner,
dem man durch eine groe Mischkammer eine mglichst intensive Wirkung
gibt.

Interessant ist eine neuere Art der Sauerstoff-Bereitung mit Hilfe des
Oxyliths (Sauerstoffstein), einer Masse, die bei Berhrung mit Wasser
Sauerstoff abgibt. Bei Verwendung des Oxyliths ist Vorsicht geboten,
indem dieses sich bei Berhrung mit organischen Substanzen, z. B.
Brotkrumen, entzndet und dadurch leicht einen Brand veranlassen kann.
Auch ist diese Art der Sauerstoff-Erzeugung verhltnismig teuer.


Die Stahlflasche.

ber das Arbeiten mit komprimierten Gasen ist zunchst folgendes zu
bemerken. Stahlflaschen fr Wasserstoff sind rot gestrichen und
mit Linksgewinde versehen; desgleichen haben dazu gehrige
Druckreduzierventile und Inhaltsmesser Linksgewinde. Man hat dies
vorgeschrieben, damit Verwechslungen mit den fr Sauerstoff bestimmten
Behltern und Instrumenten unmglich gemacht werden. Alle Teile, mit
denen der Sauerstoff in Berhrung kommt, mssen gnzlich frei von Oel
und Fett gehalten werden, weil dadurch eine gefahrbringende Zersetzung
des Gases herbeigefhrt werden kann; deshalb ist die Verwendung der
gewhnlichen Kohlensureventile unter allen Umstnden zu verbieten.

Die Stahlflaschen werden amtlich auf eine entsprechend hhere
Atmosphrenzahl abgeprft, und zwar wird diese Prfung vorschriftsgem
alle drei Jahre wiederholt; das betr. Datum findet man darauf
eingeschlagen.

Die Flaschen sind mit einem Ventilhahn versehen, dessen seitliche
Auslaffnung durch eine aufgeschraubte kleine Messingkappe verschlossen
ist. Zum Schutze des Hahnes beim Transport dient eine groe darber
geschraubte Kappe. Es sei noch bemerkt, da in Deutschland gefllte
Sauerstoffflaschen jetzt auch als Eilgut zugelassen sind und da leere
Flaschen zum halben Frachtpreis befrdert werden.


Das Druckreduzierventil.

Das Druckreduzierventil, welches den hohen Druck des Gases herabmindert,
wird mittels der Mutter an die Flasche angeschraubt, wobei man den
zugehrigen Schraubenschlssel zum festen Anziehen benutzt. Es ist dabei
folgendes zu beachten: In der Mutter liegt gegen das Rohrstck ein
kleiner Ring aus Leder oder Vulkanfiber, der zur Abdichtung dient und
nicht fehlen darf, da sonst an dieser Stelle Sauerstoff entweicht.
Sollte der Ring einmal verloren gehen, so schneide man einen solchen aus
einem Stckchen Leder oder wickle starken Bindfaden um das Rohrstck.
Das Druckreduzierventil ist auer der Handstellschraube, welche den
Arbeitsdruck reguliert, und dem Manometer, welches diesen Druck anzeigt,
noch mit einem Sicherheitsventil versehen; dieses macht einen
berstarken Arbeitsdruck unmglich und ist so eingestellt, da der
Sauerstoff bei einem Druck ber 1-1/2 Atmosphren selbstttig abblst.
Zum Anschlu an den Brenner ist ein abschraubbarer Schlauchansatz
vorgesehen, worauf man den Verbindungsschlauch am besten mit einem
Drahte befestigt.


Inhaltsmesser und Inhaltsbestimmung.

Wenn ein Inhaltsmesser zur Verwendung kommt, was sehr zu empfehlen ist,
so wird er zwischen Stahlflasche und Druckreduzierventil geschraubt,
wobei vorherige Prfung, ob der Dichtungsring in der Mutter vorhanden
ist, und festes Anziehen mit dem Schraubenschlssel nicht zu unterlassen
sind. Der Inhaltsmesser ist ein kleines Manometer, das zwar nicht direkt
den Inhalt angibt, sondern den Druck anzeigt, unter welchem sich der
Sauerstoff in der Flasche befindet. Daraus aber kann man den Inhalt
leicht berechnen. Der Rauminhalt der meist gebrauchten Flaschen ist
nmlich ungefhr 10 Liter; ist nun der Sauerstoff unter einem Druck von
120 Atmosphren angefllt, so zeigt der Inhaltsmesser auf die Zahl 120
und der Inhalt betrgt 10  120 = 1200 Liter Sauerstoff. Wird nun Gas
verbraucht und zeigt der Inhaltsmesser nach einiger Zeit beispielsweise
auf 95, so wissen wir, da noch 10  95 = 950 Liter Sauerstoff in der
Flasche enthalten sind. Den genauen Rauminhalt findet man oben an der
Flasche eingeschlagen; mit dieser Zahl hat man die angezeigte
Atmosphrenzahl zu multiplizieren. Beim Arbeiten mit dem Inhaltsmesser
ist der Ventilhahn der Stahlflasche langsam und vorsichtig zu ffnen,
weil bei schneller ffnung das Instrument durch den pltzlich
eintretenden Gasdruck einen heftigen Sto erhlt und dadurch Schaden
leiden kann.


Der Kalklichtbrenner.

Der Starkdruckbrenner, welcher fr das Arbeiten mit komprimiertem
Sauerstoff insbesondere in Betracht kommt, da er bei hchster Leistung
einfach zu handhaben ist, wird in Fig. 88 dargestellt. Bei diesem
Brenner ist eine injektorartige Vorrichtung zur Anwendung gebracht, dank
welcher der unter starkem Druck stehende Sauerstoff das brennbare Gas
ansaugt und mit sich fortreit. Die beiden Gase werden darauf nochmals
in einer Mischkammer gemischt und gelangen dann durch das gebogene Rohr
zur Mndung. Vor der Brennerspitze befindet sich ein Stift, worauf das
durchbohrte Kalkstck gesetzt wird. Mittels des Triebes A kann man den
Kalkstift heben, senken und drehen, whrend der Spindeltrieb B dazu
dient, die Entfernung des Kalkes von der Brennerspitze zu regulieren.

[Illustration: Fig. 88.]


Die Kalkstifte und Kalkscheiben.

Ueber die Kalkstifte ist noch folgendes zu bemerken. Man bekommt solche
im Handel in zwei Gren; die grere Sorte, auch Kalkkltze genannt,
ist fr diejenigen Flle bestimmt, wo man zur Erzielung mglichst
krftigen Lichtes einen sehr hohen Arbeitsdruck aufsetzt; die dabei
erzeugte grere Stichflamme wird dann besser ausgenutzt, als wenn man
die gewhnliche kleinere Sorte verwendet. Vielfach werden an Stelle der
zylinderfrmigen Stcke auch Kalkscheiben benutzt, die in einen Halter
des Brenners eingespannt werden.

[Illustration: Fig. 89.]

Da die Kalkstcke Feuchtigkeit anziehen und daher, an freier Luft
liegend, leicht zerbrckeln, werden sie in luftdicht verschlossene
Bchsen verpackt (vergl. Figur 89); auch mssen sie an einem nicht zu
warmen Orte aufbewahrt werden, keinesfalls in der Nhe eines Ofens. Beim
Gebrauch ist es sehr wichtig, den Kalk erst langsam anzuwrmen, also die
Leuchtgasflamme erst einige Minuten allein brennen zu lassen, damit die
Feuchtigkeit allmhlich ausgetrieben wird. Wrde man von vorneherein
Sauerstoff zugeben und die intensive Stichflamme gegen den Kalkstift
richten, so verwandelte sich das darin enthaltene Wasser pltzlich in
Dampf und zersprengte den Kalk in Stcke. Whrend der Erwrmung mu der
Stift von Zeit zu Zeit gedreht werden.

Wenn die Stichflamme eine Zeit lang auf den Kalk gewirkt hat, brennt sie
ein Loch hinein und das Kalkstck mu alsdann gedreht werden, weil die
angegriffene Stelle an Leuchtkraft verliert. Es empfiehlt sich, whrend
der Projektion ein zweites Kalkstck bereit zu halten, damit Ersatz zur
Hand ist, falls der aufgesetzte Stift zerstrt werden sollte. Man
unterscheidet vielfach noch zwischen weichen und harten Kalkstiften.
Wenn man mit starkem Gasdruck arbeitet, sind unbedingt harte Stifte
erforderlich; denn die weiche Sorte wird viel rascher zerfressen und
hlt der intensiven Stichflamme kaum Stand.


Das Arbeiten mit Leuchtgas und komprimiertem Sauerstoff.

Wenn uns Leuchtgas aus der Rohrleitung und komprimierter Sauerstoff aus
der Stahlflasche zur Verfgung stehen, so ist folgendermaen zu
verfahren:

Zunchst werden an die Stahlflasche in der oben angegebenen Weise
Inhaltsmesser und Druckreduzierventil angeschraubt und letzteres durch
einen krftigen Schlauch mit dem rechten Brennerhahn verbunden, wobei
man die beiden Schlauchenden am besten mit Drhten befestigt. Der linke
Brennerhahn wird mittels eines zweiten Schlauches an die Gasleitung
angeschlossen.

Bevor man den Ventilhahn der Stahlflasche ffnet, wozu eine einmalige
Umdrehung gengt, dreht man die Stellschraube des Druckreduzierventils
(links herum) so weit heraus, da sie keinen Druck mehr auf die dahinter
befindliche Feder ausbt, was man sogleich fhlt; dadurch wird das
Ventil geschlossen und der Sauerstoff einstweilen abgesperrt. Man setzt
nun ein Kalkstck auf, und zwar derart, da es einige Millimeter von der
Brennerspitze absteht, lt Leuchtgas zu und entzndet die Flamme, die
man zunchst klein brennen lt. Nachdem man das Kalkstck gengend
vorgewrmt hat, ffnet man den Gashahn vollstndig und stellt
desgleichen den rechten Brennerhahn ganz offen, dann dreht man langsam
die Stellschraube des Druckreduzierventils (rechts herum) hinein, und
zwar so weit, bis eine Stichflamme entsteht, welche das Kalkstck an der
getroffenen Stelle in krftige Weiglut versetzt.

Nun dreht man den Leuchtgashahn am Brenner so weit ab, da die rotgelbe
Flamme um den Kalkstift bis auf eine kleine Spur verschwindet, und zwar
sucht man diejenige Einstellung des Hahnes zu gewinnen, bei welcher das
Licht am hellsten erscheint. Eine weitere Regulation der Hhne ist
alsdann nicht mehr ntig; der Sauerstoffhahn bleibt berhaupt stets
vollstndig geffnet.

Um die Leuchtkraft des Brenners zu steigern, braucht man nur die
Stellschraube des Druckreduzierventils weiter hineinzudrehen, wodurch
der Arbeitsdruck erhht wird. Man hat es auf diese Weise in der Hand,
die Helligkeit nach Bedarf zu variieren. Die Hhe des Arbeitsdruckes,
den das Manometer anzeigt, schwankt in der Regel zwischen 1/4 und
1 Atm., doch kann man auch bis zu 1-1/2 Atm. gehen; in letzterem Falle
ist natrlich der Sauerstoffverbrauch entsprechend grer.

Will man das Licht abstellen, so sperrt man zunchst den Sauerstoff
durch Herausschrauben der Stellschraube im Druckreduzierventil ab,
schliet dann das Ventil der Stahlflasche und zuletzt den Leuchtgashahn.


Anwendung von komprimiertem Wasserstoff.

Wenn man an Stelle von Leuchtgas komprimierten Wasserstoff benutzt, so
wird der linke Brennerhahn mit dem Druckreduzierventil der
Wasserstoffflasche verbunden; nachdem die Anschlsse gemacht sind, lt
man zuerst Wasserstoff zum Brenner und entzndet. In der Folge verfhrt
man geradeso wie beim Arbeiten mit Leuchtgas.


Das Arbeiten mit dem Gasator.

Den Anschlu des Gasators an den Starkdruckbrenner zeigt Fig. 90. Als
Fllung fr den Gasator wird reinster Schwefelther (spezifisches
Gewicht 0,72) benutzt. Auf Vorsicht mit diesem leicht entzndlichen
Material sei besonders hingewiesen. An Stelle von ther kann man auch
Ligroin, Gasolin und leicht flssiges Benzin verwenden; jedoch ist das,
was man unter diesen Namen im Handel bekommt, in vielen Fllen zu schwer
flchtig und ungeeignet. Allerdings sind diese Materialien wesentlich
billiger als ther.

Der Gasator wird zu 3/4 gefllt und fat dann etwa 450 ccm ther. Der
Verbrauch ist zwar pro Stunde kaum grer als etwa 100 ccm, jedoch
erleichtert die starke Fllung die Vergasung, und da der Rest in die
Flasche zurckgegossen wird, geht nichts verloren. Nach dem Fllen, was
nicht bei offenem Licht geschehen darf, mu der Apparat wieder gut
geschlossen werden.

[Illustration: Fig. 90.]

Um das Licht darzustellen, ffnet man beide Hhne des Brenners, dreht
die Stellschraube des Druckreduzierventils langsam hinein, bis an der
Brennerspitze ein schwaches Rauschen bemerkbar ist, und zndet dann nach
einigen Augenblicken an. Die Stichflamme, welche dann entsteht, stellt
man zunchst auf einige Minuten klein, um das Kalkstck vorzuwrmen;
alsdann werden beide Hhne wieder geffnet und die Stellschraube im
Druckreduzierventil so weit hineingedreht, da der Brenner das
gewnschte Licht gibt, worauf man den Brennerhahn wie beim Arbeiten mit
Leuchtgas einreguliert. Mit Hilfe der Stellschraube des
Druckreduzierventils kann man auch hier die Helligkeit des Lichtes
steigern und schwchen.

Das Auslschen des Lichtes geschieht, indem man zuerst den linken
Brennerhahn schliet und dann den Sauerstoff an der Stahlflasche
absperrt. Der nicht verbrauchte ther wird in die Vorratsflasche
zurckgegossen.


Das Arbeiten mit dem thersaturator.

ber das Arbeiten mit dem thersaturator ist folgendes zu sagen: Als
Fllung mu hier reinster Schwefel-ther verwandt werden. Es empfiehlt
sich, das Einfllen eine oder mehrere Stunden vor dem Gebrauch
vorzunehmen, weil der ther dann Zeit hat, von dem porsen Material
aufgesaugt zu werden, und weil dann von vorneherein eine bessere
Vergasung garantiert ist. Nach dem Einfllen wird die Fllschraube fest
angezogen. Die Hhne des Saturators halte man bei Nichtgebrauch fest
geschlossen, da der ther auerordentlich leicht verdunstet. Abdichten
der Hhne durch Fett oder dergleichen ntzt nichts, da ther diese
Stoffe lst. Selbst bei krftigem Verschlu wird, wenn der Apparat
lngere Zeit gefllt steht, von dem Inhalte durch Ausdunsten etwas
verloren gehen.

Wieviel ther gebraucht wird, hngt von der Art des angewendeten
Brenners ab und von dem Druck, unter welchem man den Sauerstoff zufhrt;
man wird im allgemeinen pro Stunde nicht mehr als 100 ccm verbrauchen;
jedoch empfiehlt es sich, den Inhalt reichlich zu bemessen, da man
whrend der Vorfhrung nicht nachfllen kann.

Die Schlauchverbindung unterscheidet sich hier von der Anordnung beim
Gasator dadurch, da auch der ther-Saturator mit der Stahlflasche
verbunden wird. Der im Saturator entwickelte therdampf soll nmlich zum
Brenner vorwrts getrieben werden, und um dieses zu erreichen, lt man
einfach den Sauerstoffdruck darauf wirken. Man mu gutes
Schlauchmaterial verwenden, da ther den Gummi auf die Dauer angreift.
Aus Fig. 93 (s. Seite 180) ist die Schlauchverbindung ersichtlich, nur
ist dort an Stelle der Stahlflasche ein Sauerstoff-Gasometer verwandt.

Um das Licht darzustellen, verfhrt man hier folgendermaen: Man ffnet
beide Hhne des Saturators sowie den linken Hahn des Brenners, whrend
der rechte Brennerhahn einstweilen geschlossen bleibt. Dann dreht man,
nachdem der Ventilhahn der Sauerstoffflasche geffnet ist, langsam die
Stellschraube des Druckreduzierventils hinein, bis sich ein schwaches
Sausen an der Brennerspitze bemerkbar macht; der in den Saturator
eintretende Sauerstoff drckt nun die therdmpfe vorwrts und nach
einigen Augenblicken kann man entznden. Zunchst lt man die Flamme
einige Minuten klein brennen, um das Kalkstck vorzuwrmen, dann stellt
man den linken Brennerhahn weiter offen, soda eine krftige Flamme
herausschlgt, und ffnet nun langsam den rechten Brennerhahn; alsbald
entsteht eine Stichflamme und das Kalkstck wird an der getroffenen
Stelle in Weiglut versetzt. Durch Einregulieren des linken
Brennerhahnes sucht man den besten Lichteffekt zu erzielen.

Die Helligkeit des Lichtes kann auch hier durch Erhhung des
Arbeitsdruckes, der mittels der Stellschraube am Druckreduzierventil
reguliert wird, gesteigert werden. Doch soll man dabei nur langsam
vorgehen, denn eine schnelle Drucknderung hat in der Regel ein Zischen
des Brenners zur Folge; sollte sich ein solches Zischen bemerkbar
machen, so mu man den rechten Brennerhahn so weit schlieen, bis das
Zischen aufhrt, und ihn dann langsam und vorsichtig wieder ffnen.

An Stelle des Starkdruckbrenners kann hier auch der sogenannte
Mischbrenner verwendet werden, der sich von ersterem dadurch
unterscheidet, da die injektorartige Vorrichtung fehlt. Bei einem
solchen Brenner mu auer dem linken Hahn auch der rechte Brennerhahn
zur Erzielung des besten Lichtes einreguliert werden, whrend man diesen
beim Starkdruckbrenner stets ganz offen stellt.

Um das Licht auszulschen, schliet man zuerst den linken Brennerhahn
und sperrt dann erst den Sauerstoff ab; wenn man in dieser Weise
verfhrt, wird sich beim Auslschen niemals ein Knall bemerkbar machen,
was sonst unter Umstnden eintreten kann.

Whrend der Vorfhrung ist dafr Sorge zu tragen, da der ther
gleichmig vergast. Namentlich bei niedriger Zimmertemperatur sowie bei
strkerem therverbrauch ist es dazu notwendig, dem Saturator etwas
Wrme zuzufhren; dieses geschieht, indem man ihn neben oder hinter die
Projektionslaterne stellt oder in ein am Ofen gut erwrmtes groes
wollenes Tuch wickelt. Eine zu starke Erhitzung des Saturators ist
ebenso zu vermeiden wie eine zu starke Abkhlung: der Apparat soll
handwarm bleiben. In der wrmeren Jahreszeit sowie beim Arbeiten mit
schwcherem Gasdruck geht die Vergasung in der Regel ohne Wrmezufhrung
vonstatten.


Fehlerhafte Erscheinungen beim thersaturator.

Wenn man beim Inbetriebsetzen kein ordentliches Licht bekommt, so ist
anzunehmen, da der ther zu schwach vergast. Der Grund mu dann gesucht
werden in zu niedriger Temperatur oder in zu geringer Fllung oder in
unbrauchbarem ther. Kommt flssiger ther aus der Brennerspitze heraus,
so ist bermig viel ther in den Saturator gefllt (der berschu mu
dann abgeschttet oder herausgeblasen werden) oder man hat den
Sauerstoff unter zu starkem Druck aufgesetzt.

Macht sich ein wiederholtes Zucken des Lichtes bemerkbar, so hat sich
wahrscheinlich etwas flssiger ther in der Schlauchleitung vom
Saturator zum Brennerhahn gesammelt. Der Saturator ist in diesem Falle
bermig erwrmt worden, was eine zu starke Vergasung und damit
Niederschlagen des berschusses an therdmpfen im Schlauche zur Folge
gehabt hat. Man stellt das Licht ab und entfernt den ther aus dem
Schlauche.

Lt whrend der Vorfhrung die Helligkeit nach und mu man, um das
Licht beizubehalten, den rechten Brennerhahn nach und nach abdrehen, so
ist das ein sicheres Zeichen dafr, da die Vergasung zu schwach
geworden ist. Grund dafr: entweder zu niedrige Temperatur bezw. zu
starke Abkhlung des Saturators oder aber die therfllung geht zu Ende.

Entsteht andererseits whrend des Projizierens um den Kalk eine
rtlichgelbe Flamme, so vergast der ther zu stark; zeigt sich diese
Flamme trotz Nachregulierens des Hahnes wiederholt, so ist die Erwrmung
des Saturators eine zu starke und man mu fr Abhilfe sorgen.

Ein Knallen des Brenners, d. h. ein Auslschen des Brenners, kann nur
bei falscher Handhabung vorkommen, und zwar auch nur dann, wenn die
Vergasung des thers zu schwach geworden ist -- sei es infolge zu
niederer Temperatur bezw. zu starker Abkhlung des Saturators oder weil
die therfllung zu Ende geht. In diesem Falle dringt nmlich Sauerstoff
durch den Saturator hindurch und statt reinen therdampfes gelangt ein
thersauerstoffgemisch zum linken Brennerhahn. Wenn man nun zum
Auslschen des Lichtes -- entgegen der Regel -- zuerst den rechten
Brennerhahn schliet, so schlgt die Flamme unter einem kurzen, scharfen
Knall zurck. Dieses Zurckschlagen kann jedoch niemals eintreten,
solange der rechte Brennerhahn geffnet ist, und man beachte streng die
Vorschrift, stets zuerst den linken Hahn (ther) zu schlieen. Das
Zurckschlagen der Flamme, wenn es in der eben beschriebenen Weise
vorkommen sollte, ist brigens mit keiner Gefahr, sondern lediglich mit
einem mehr oder minder heftigen Knall verbunden.


Die Darstellung von Azetylen-Kalklicht.

Bei der Darstellung von Kalklicht macht in solchen Fllen, wo eine
Leuchtgasleitung nicht zur Verfgung steht, das Azetylen dem Wasserstoff
und ther erfolgreich Konkurrenz, nachdem es gelungen ist, einen
brauchbaren Azetylen-Kalklichtbrenner zu konstruieren, und zwar um so
mehr, als der erzielte Lichteffekt ein sehr groer ist. Namentlich auf
dem Lande findet man zuweilen in der Ortschaft oder in dem Gebude eine
Azetylen-Zentrale, der man das Azetylen gerade so wie Leuchtgas
entnimmt, um es mit einem Schlauche dem Brenner zuzufhren. Andernfalls
mu man sich das Azetylen selbst herstellen, was mittels der im Handel
erhltlichen Apparate, die fr Projektionszwecke gebaut werden, sehr
einfach vonstatten geht. Es sei besonders hingewiesen auf die sogen.
Beagidpatronen, die aus einem Gemenge pulverisierten Kalziumkarbids und
Paraffin oder dergl. Material bestehen und welche die Darstellung des
Gases bequemer machen als mit Kalziumkarbid.

Der Anschlu geschieht in der gleichen Weise wie beim Arbeiten mit dem
Starkdruckbrenner: der rechte Brennerhahn wird durch einen krftigen
Schlauch mit dem Druckreduzierventil der Stahlflasche verbunden; in die
Schlauchleitung, welche vom Azetylenapparat zum linken Brennerhahn
fhrt, ist eine sogenannte Wolfsche Flasche einzuschalten, die etwa zu
1/2 mit Wasser gefllt wird. Diese dient auf alle Flle zur Sicherung
gegen einen Rckschlag der Flamme. Das Kalkstck stellt man so ein, da
es sich etwa 10 mm weit von der Brennerspitze befindet.

Zum Inbetriebsetzen lt man zunchst Azetylen zu, zndet an und lt
nun sofort Sauerstoff zu; letzteres mu rasch geschehen, da das allein
brennende Azetylen stark schwalcht. Den Sauerstoff setzt man von
vornherein mit einem krftigen Druck von mindestens 1/2 Atm. auf. Mit
geringerem Druck arbeitet der Brenner nicht gut. Das Azetylen verwendet
man mit dem Druck, wie es aus der Leitung kommt; bei Anwendung eines
kleinen Tauchapparates kann man ein kleines Gewicht auflegen, wodurch
das Licht ein wenig gewinnt. Will man beim Anznden das Schwalchen ganz
vermeiden, so lt man zunchst Sauerstoff zum Brenner zu, hlt ein
brennendes Zndholz vor die Brennerspitze und dreht nun den Azetylenhahn
auf. Das Gasgemisch entzndet sich dann mit einem Puff. Es ist wichtig
zu beachten, da das Kalkstck in einem Abstand von 10 mm von der
Brennerspitze gehalten werden mu. Wenn das Licht rot erscheint, so ist
Azetylen im berschu vorhanden und man mu den Azetylenhahn etwas
abstellen. Doch darf man den Hahn nicht zu weit zustellen, vielmehr soll
sich stets eine gelbrote Flamme um das Kalkstck zeigen. Dreht man
zuviel ab, so kann die Flamme ausknallen. Dies kann namentlich beim
Anznden vorkommen; es ist aber ohne Gefahr. Wenn die Flamme einmal
zurckschlagen sollte, so berzeuge man sich, ob die Siebe im Brenner
noch in Ordnung sind. Dazu schraubt man die berfangmutter der
Mischkammer ab, wodurch letztere freigelegt wird. Wenn die Siebe
durchgeschlagen oder herausgefallen sein sollten, so kann der Brenner
nicht gut funktionieren. Zum Auslschen drehe man zuerst den
Azetylenhahn zu und stelle dann erst den Sauerstoff ab.


Retorte zur Selbstherstellung von Sauerstoff.

Die Selbstherstellung von Sauerstoff geschieht mit Hilfe einer Retorte,
in der eine Mischung von chlorsaurem Kali und Braunstein erhitzt wird,
und einem Behlter zum Auffangen des dabei entwickelten Gases. Frher
war es blich, den Sauerstoff vor der Vorfhrung auf einmal
herzustellen, und man benutzte dazu einen groen Gassack; auch heute
wird zuweilen noch in dieser Weise gearbeitet, meist aber wendet man
jetzt eine bequemere Art an, die gestattet, whrend der Vorfhrung
selbst soviel Sauerstoff nachzuentwickeln, als man braucht. Dabei dient
als Behlter ein Gasometer oder ein kleiner Gassack.

Wenn man allen Sauerstoff von vornherein herstellen will, so kommt eine
eiserne Retorte zur Anwendung, in welche das Material pulverfrmig
eingefllt wird. Die Form der Retorte spielt keine Rolle; vielfach macht
man sie z. B. trichterfrmig. Wichtiger ist es aber, da sie eine
Sicherheitsvorrichtung gegen zu starken Gasdruck besitzt. Eine solche
besteht beispielsweise aus einem nicht zu fest eingesteckten und mit
Waschleder berzogenen Kork oder sie wird in der Weise bewirkt, da die
Abdichtung des Retortendeckels mittels aufgekitteten Gipses geschieht,
der bei starkem Druck nachgibt. Auch kann die Sicherheitsvorrichtung in
einem federnden Verschlu bestehen, welcher den dicht aufpassenden
Deckel niederhlt. Ein zu starker Gasdruck mag beispielsweise eintreten,
wenn die Retorte umfllt und das Pulvermaterial infolgedessen das
Abzugsrohr verstopft; wenn dann keine Sicherheit vorhanden ist, kommt
die Retorte in Gefahr, zu platzen.


Das Waschgef.

[Illustration: Fig. 91.]

Aus der Retorte fhrt man den Sauerstoff mittels eines Schlauches
zunchst in ein zum Teil mit Wasser geflltes Waschgef, wie es die
Fig. 91 zeigt, welches zum Khlen und Waschen des Gases dient, und von
diesem mit Hilfe eines zweiten Schlauches in den Gassack. Die Schluche
nehme man nicht zu eng und ziemlich dickwandig, um einem Verstopfen
vorzubeugen; alle Verbindungen schnre man mit Bindfden fest. Die ganze
Anordnung ist in der Abbildung Figur 92 skizziert. A ist die Retorte,
die auf einem Kohlenfeuer oder Gasbrenner steht; sie ist durch einen
Schlauch mit dem lngeren Rohr C des mit Wasser halbgefllten
Waschgefes verbunden, und das krzere Rohr D desselben wiederum mit
dem Gassack E. Letzteren legt man etwas hher, damit die Einfhrung von
Wasser in den Sack vermieden wird.

[Illustration: Fig. 92.]


Material zur Sauerstoffentwicklung.

Zur Entwicklung des Sauerstoffes dient eine Mischung von 4 bis 5 Teilen
chlorsaurem Kali mit 1 Teil Braunstein. Dabei ist ja zu beachten, da
der Braunstein keine Unreinigkeiten enthlt. Vor allem befindet sich
hufig Kohle darin, und dieses ist recht gefhrlich; denn es bildet sich
dann Kohlensure in so groen Volumen, da eine Explosion unausbleiblich
ist. Ein einfaches Mittel, die Sauerstoffmischung auf ihre
Gefahrlosigkeit zu prfen, gibt die vom Verfasser bearbeitete zwlfte
Auflage der Projektionskunst (Ed. Liesegangs Verlag, M. Eger,
Leipzig), ein Werk, das zur nheren Orientierung ber die
Sauerstoffbereitung empfohlen sei. Es heit dort: Wenn man eine frische
Partie Braunstein kauft, mischt man etwa 1/2 Gramm davon mit dem
entsprechenden Verhltnis von chlorsaurem Kali, gebe die Mischung in ein
Probierglschen und halte dies ber eine Gas- oder Lampenflamme. Ist das
Material ziemlich rein, so zersetzt sich das Salz und das Gas entweicht
rasch. Es mgen einzelne Lichtfunken ber die Oberflche der Mischung
hinstreichen, die vielleicht von ganz geringen und unbedeutenden
Beimischungen kohlenartiger Materie herrhren. Wenn jedoch eine
hinreichende Menge von Kohle da ist, so da eine Explosion zu befrchten
steht, wird der ganze Inhalt des Glases in Form einer Flamme und
brennender Teilchen hinausgeworfen, wie wenn eine Rakete abbrennt, aber
viel heftiger. Ich brauche kaum zu sagen, da man die ffnung des Glases
von sich abwenden mu; es ist dann mit der Probe auch nicht die
geringste Gefahr verbunden.

Beim Abwiegen des chlorsauren Kalis sehe man darauf, da keine
Papierstcke, Stroh oder sonstige Stoffe organischer Natur hineinkommen;
jede brennbare Substanz knnte Strungen erzeugen, wenn auch in kleinem
Mae, durch die Entwicklung von Chlorgas, das auf die Scke allmhlich
zerstrend einwirkt.

Die eigentliche gasliefernde Substanz ist das chlorsaure Kali; man kann
dieses auch allein verwenden, doch braucht man dazu eine viel strkere
Hitze; auerdem wird das Material flssig, wobei es strmisch kocht und
spritzt, so da dabei leicht das Abzugsrohr verstopft werden kann. Durch
Zusatz von Braunstein wird eine gleichmigere Entwicklung
herbeigefhrt. Man ist dabei nicht gezwungen, ein bestimmtes
Mischungsverhltnis einzuhalten; an Stelle des oben angegebenen
Verhltnisses nimmt man vielfach z. B. eine Mischung von 3 Teilen
chlorsaurem Kali mit 1 Teil Braunstein. An Stelle des Braunsteins kann
man brigens auch gut gereinigten Sand oder pulverisiertes Glas
zusetzen.

Zuweilen fgt man auer Braunstein noch Kochsalz hinzu. Dieses bietet
den Vorteil, da man es dann in der Hand hat, durch Kleinermachen der
Flamme die Entwicklung zu verlangsamen. Man nehme aber gut getrocknetes
Tafelsalz und gebe den Zusatz erst bei Gebrauch, da das Salz
Feuchtigkeit aus der Luft anzieht, wodurch ein Rosten der Retorte
herbeigefhrt wird. Rostbildung scheint sich bei dieser Methode
berhaupt nicht vermeiden zu lassen. Es ist noch zu bemerken, da bei
Anwendung des Kochsalzzusatzes pulverisiertes Kali zugenommen wird,
whrend man sonst kristallinisches vorzieht.

Zum Mischen breitet man das chlorsaure Kali auf einem groen, weien
Blatt Papier aus, prft das Material auf Reinheit und streut den
Braunstein darber, worauf man beides mittels eines Papiermessers oder
Holzstckes mengt. Da dieses eine schmutzige Arbeit ist, mischt man
zweckmig eine grere Menge auf einmal und bewahrt das gemischte
Material in kleinen Behltern auf, die jeweils soviel fassen, als fr
eine Vorfhrung ntig ist.

Als Anhalt mag dienen, da 1 kg chlorsaures Kali, je nach Qualitt und
Reinheit des Salzes, 250 bis 275 Liter Sauerstoff liefert; in
Wirklichkeit bekommt man etwas weniger, da man bei der Darstellung mit
einigem Verlust zu rechnen hat. Der Braunstein kann brigens immer aufs
neue gebraucht werden, wenn man den in der Retorte verbleibenden
Rckstand durch Auswaschen mit warmem Wasser von dem anhngenden
Chlorkalium befreit und trocknet. Das fter gebrauchte Material arbeitet
sogar besser als frisches.


Die Selbstbereitung von Sauerstoff.

Wenn man die Mischung in die Retorte gebracht und diese ordnungsgem
geschlossen hat, so verbindet man die Retorte zunchst, wie oben
angegeben, mit dem Waschgef und beginnt sie dann auf einem Kohlenfeuer
oder Gasbrenner zu erhitzen. Durch die Schluche blase man vorher durch,
um sich zu berzeugen, da sie auch nicht verstopft sind.

Die Schlauchverbindung zwischen Waschgef und Gassack stellt man erst
her, nachdem die Gasentwicklung sich durch Aufsteigen von Blasen im
Waschgef bemerkbar gemacht hat; zuerst aber lt man noch etwas Gas
entweichen, da dieses im Anfang noch Luft enthlt. Mit Hilfe eines daran
gehaltenen glimmenden Streichholzes, welches aufflammen mu, kann man
erkennen, wann Sauerstoff kommt. Den Gassack mu man zuvor bei
geffnetem Hahn ausrollen, um die Luft daraus zu entfernen; im Winter
tut man gut, ihn etwas vorzuwrmen, wodurch er geschmeidiger wird.

Erfahrungsgem soll man zunchst langsam und nicht zu stark anheizen.
Wenn die Entwicklung in Gang kommt, dreht man die Retorte von Zeit zu
Zeit auf dem Feuer, um sie gleichmig zu erhitzen. Wird die Entwicklung
zu strmisch, so stellt man die Flamme etwas kleiner oder nimmt die
Retorte auf kurze Zeit vom Feuer; zuletzt aber erhitzt man stark, bis
alles chlorsaure Kali zersetzt ist. In der Regel macht die
Gasentwicklung zwischendurch eine Pause, um nach einigen Minuten
verstrkt wieder einzusetzen; man warte dann ruhig oder stoe hchstens
die Retorte einmal an. Wann die Gasentwicklung beendet ist, lt sich
daran erkennen, da zum Schlu keine Blasen mehr durchs Wasser gehen;
man schliet dann den Hahn des Gassackes. Bevor man aber die Retorte vom
Feuer nimmt oder die Flamme lscht, ist es ntig, den Schlauch von der
Retorte abzuziehen; denn es knnte sonst, wenn die Retorte kalt wird,
infolge der Luftverdnnung aus dem Waschgef Wasser hineinsteigen und
sie zum Platzen bringen. Die Retorte wird am besten gleich nach dem
Kaltwerden mit Wasser grndlich gereinigt und durch Wrme getrocknet.
Bei neuem Gebrauch mu sie kalt und trocken sowie ganz rein sein. Zeigt
der Rckstand in der Retorte groe, zusammengebackene Stcke, so hat man
zu stark erhitzt und eine zu heftige Entwicklung herbeigefhrt.

Zur Schonung des Gassackes gegen Abnutzung durch die chemische Wirkung
des Gases ist es zweckmig, in das Waschwassergef einen Elffel von
doppelkohlensaurem Kali zu geben.


Der Sauerstoff-Generator.

Bei der eben beschriebenen Anordnung mu man alles Gas auf einmal
entwickeln; es ist nun, wie oben schon angedeutet, in der Regel
angenehm, wenn man whrend der Vorfhrung selbst nach Bedarf Sauerstoff
nachentwickeln kann. Recht praktisch ist dazu die Konstruktion des
Generators, der in Fig. 93 weiter unten zu sehen ist. Er besteht aus
einem einerseits verschlossenen Eisenrohr, auf dessen anderes Ende ein
genau aufgeschliffener Deckel pat. Dieser wird durch einen
bergreifenden Bgel geschlossen, welcher aber nicht direkt, sondern
mittels einer Spiralfeder dagegen drckt. Dadurch ist eine Art
Sicherheitsventil geschaffen; denn bei berstarkem Gasdruck gibt die
Feder nach, der Deckel hebt sich und das Gas kann entweichen. In den
Deckel ist das Austrittsrohr fr den entwickelten Sauerstoff
eingeschraubt. Die Retorte ruht in horizontaler Lage auf einem eisernen
Gestell; zur Erhitzung dient ein darunter gesetzter Spiritus- oder
Gasbrenner.


Herstellung und Verwendung von Braunsteinkuchen.

Zur Darstellung des Gases wird das gleiche Material wie oben verwandt,
woraus man hier aber feste, zylinderfrmige Kuchen formt. Diese
sogenannten Braunsteinkuchen stellt man am besten aus einem Gemisch von
4 Teilen chlorsaurem Kali und 1 Teil Braunstein her. Es wird soviel
Wasser zugesetzt, da die Masse feucht, aber nicht na wird. Nachdem
alles gut gemischt ist, drckt man den Teig in das dem Apparat
beigegebene Rhrchen, streicht das berstehende ab und drckt den Kuchen
mittels des zugehrigen Kolbens aus der Form heraus.

Das Trocknen der Kuchen geschieht bei gelinder Wrme oder an der Luft.
Nach dem Trocknen werden sie in ein teigfrmiges Gemisch von Wasser und
Braunstein getaucht und nochmals getrocknet. Dies bewirkt, da die
Kuchen beim Gasentwickeln nicht am Metall festbacken. Die trockenen
Kuchen sind reinlich in der Handhabung und hart wie Kohle. Wenn sie zur
Gasentwicklung gebraucht sind und aus der Retorte genommen werden, haben
sie noch ihre frhere Form; sie sind nur angeschwollen. Es darf auch
hier nur reiner Braunstein, der keinerlei Verunreinigungen organischer
Natur enthlt, benutzt werden. Man achte ferner darauf, da die Form
recht sauber ist, damit keinerlei Oxydteile mit in die Kuchen gebracht
werden.

Die Braunsteinkuchen steckt man nicht direkt in die Retorte, sondern
legt sie zwischen zwei muldenfrmige Bleche, welche zusammengelegt mit
den darin befindlichen Kuchen eine Art Rohr bilden und in die Retorte
hineinpassen. Hierdurch wird vermieden, da die Hitze des
Retortenmantels direkt auf die Kuchen bertragen wird. Man legt also die
Kuchen, wie angegeben, zwischen die beiden Bleche und zwar derart, da
zwischen ihnen ein kleiner Abstand bleibt, und schiebt das Ganze dann in
den Generator; je nach der Lnge der Kuchen gehen 4 bis 6 Stck hinein.
Durch diese Anordnung ist es mglich, die Gasentwicklung zu
lokalisieren, und zwar wird jeweils nur derjenige Kuchen zersetzt, unter
welchem sich der Brenner befindet. Bevor man die Retorte schliet,
berzeuge man sich, da die Abdichtungsflche recht sauber ist, am
besten geht man mit einem fettigen Lappen darber.

Man verfhrt nun in der Folge in der Weise, da man die Flamme zunchst
unter das Deckelende der Retorte bringt, und dann, durch Verschieben des
Brenners nach der anderen Seite hin, soviel Gas entwickelt, bis der
Sauerstoffbehlter gefllt ist. Dieses geschieht vor der Vorfhrung.
Whrend der Vorfhrung entwickelt man in dem Mae Sauerstoff nach, als
er verbraucht wird, indem man den Brenner weiterschiebt und einen Kuchen
nach dem anderen zersetzt; sobald die ganze Fllung aufgebraucht ist,
bringt man eine neue Ladung Kuchen in die Retorte.

Hat man mit groem Sauerstoffverbrauch zu rechnen, so ist die Verwendung
zweier solcher Generatoren zu empfehlen, welche abwechselnd in Ttigkeit
treten; man verbindet sie mit einem Umschalthahn, von wo aus das Gas in
den Behlter gefhrt wird.

Zum Auffangen des Sauerstoffes dient hier ein kleiner Gassack oder ein
Gasometer. Beim Gebrauch eines Gassackes entspricht die Anordnung der
oben beschriebenen (Figur 92); es ist ebenfalls ein Waschgef
einzuschalten. Damit man nun aber whrend der Vorfhrung ungestrt
nachentwickeln kann, mu das Einfhrungsrohr fr den Sauerstoff mit
einem Rckschlagventil versehen sein, weil sonst bei Neuladung der
Retorte das Gas aus dem Sack entweichen wrde. Zur Entnahme des
Sauerstoffes fr den Brenner ist ein besonderer Schlauchhahn am Gassack
vorzusehen.


Sauerstoff-Gasometer mit Tauchglocke.

Vielfach wird der beschriebene Generator in Verbindung mit einem
Gasometer benutzt, und zwar hat sich dafr die folgende Form in
langjhrigem Gebrauche bewhrt. Es ist das eine Konstruktion, welche
namentlich auch fr die Reise sehr zweckmig ist, weil sie sich wie ein
Koffer zusammenpacken lt (Figur 94).

Das Gasometer ist aus verzinktem Eisenblech konstruiert. Es besteht im
wesentlichen aus einem Behlter, dessen unterer Teil mit Wasser gefllt
wird, und einer Glocke. Der Sauerstoff wird unten in das Wasser
geleitet, steigt auf und sammelt sich unter der Glocke, die dadurch
gehoben wird. Ein besonderes Waschgef ist hier nicht erforderlich.

[Illustration: Fig. 93.]

[Illustration: Fig. 94.]

Damit nicht zu viel Wasser gebraucht wird, ist das Gasometer mit einer
zylinderfrmigen Seele versehen, welche etwa bis zur Mitte der Hhe
des Behlters reicht. Der Raum, der dadurch gewonnen wird, und der im
brigen stets trocken bleibt, kann sehr gut zum Verpacken von
Apparatteilen benutzt werden; unten ist er durch einen Deckel
geschlossen.

Der zylinderfrmige Mantel der Glocke ist nach oben hin fortgesetzt und
bildet hier einen runden Kasten, der ebenfalls zum Verpacken von
allerhand Gegenstnden verwandt werden kann. Der obere Deckel des
Gasometers ist mit vier Stangen versehen und bildet mit diesen eine Art
Tisch. Die Stangen sind unten durch einen Ring verbunden. Wenn der
Apparat aufgestellt ist, ragt dieses Tischchen oben heraus; der untere
Ring ist dann mit vier Flgelschrauben an der Wandung des Behlters
befestigt (vergl. Fig. 93). Ist der Apparat verpackt, so liegt der
Deckel fest auf dem Behlter und die Stangen ruhen zwischen den
Wandungen des Behlters und der Glocke (siehe Fig. 94).

Zum Gebrauche nimmt man zunchst den oberen Deckel sowie die Glocke
heraus und fllt den unteren Teil des Behlters mit Wasser bis etwa 3 cm
unter den Boden der Seele. Man braucht dazu meist nicht mehr als einen
Eimer Wasser. Dann setzt man die Glocke ein und lt sie ganz
heruntersinken; dazu mu der Schlauchhahn geffnet werden, damit die
Luft entweichen kann. Das Einfllen von Wasser kann auch durch eine
Verschluschraube in der Glocke geschehen. Das obere Gestell (Tischchen)
wird angeschraubt, der Sauerstoffgenerator darauf gesetzt und alsdann
durch einen Gummischlauch mit demjenigen Rohre (ohne Hahn) innerhalb des
Kastens verbunden, welches bis unten in das Wasser herunterreicht.

Beim Gebrauch des Gasometers werden in diesen Kasten die Gewichte zum
Beschweren der Glocke gebracht; man kann anstatt solcher auch Wasser
einfllen.

Vor der Vorfhrung entwickelt man in der oben beschriebenen Weise soviel
Gas, bis der innere Blechkasten etwa noch eine Hand breit von der Platte
des oberen Gestelles absteht. Man lscht dann die Flamme im Generator
aus und kann, falls einige Zeit brig bleibt, die hierzu gebrauchten
Kuchen noch durch neue ersetzen. Bei Beginn der Vorstellung zndet man
den Brenner unter der Retorte wieder an und lt die Flamme klein
brennen, so da die Gasentwicklung, dem Verbrauch entsprechend, zunchst
langsam vor sich geht.

Zur Ableitung des Sauerstoffes aus dem Gasometer befindet sich in dem
inneren Blechkasten ein zweites Rohr mit Hahn, welches mit dem
Kalklichtbrenner durch einen Schlauch verbunden wird.


Wasserdruck-Gasometer.

Es gibt noch eine andere Form von Gasometer, die vornehmlich fr
stndige Einrichtungen, wie Theater und sonstige Etablissements oder
Institute, recht zweckdienlich erscheint. Dieses Gasometer besteht aus
einem zylindrischen, allseitig geschlossenen, starken Behlter, der, wie
die Abbildung Fig. 95 zeigt, folgendermaen ausgerstet ist. Unten sind
drei Hhne angebracht: einer, A, zum Einfhren des Wassers, der zweite,
B, zum Ablaufen des Wassers und der dritte, C, zum Einfhren des
Sauerstoffes, whrend sich oben ein vierter Hahn, D, zur Entnahme des
Sauerstoffes befindet. M ist ein Manometer, welches den Druck angibt,
und W ein Wasserstandsmesser. Die beiden Wasserhhne werden mit der
Wasserleitung bezw. Kanalisation verbunden, und zwar am besten durch
eine feste Rohrleitung.

Man arbeitet mit dem Apparat in folgender Weise: Zunchst lt man den
Behlter ganz voll Wasser laufen, wozu man den Hahn A sowie auch den
Hahn D ffnen mu, und bereitet inzwischen die Darstellung von soviel
Sauerstoff vor, als zur Vorfhrung erforderlich ist. Die Retorte stellt
man wenn mglich etwas hher als das Gasometer, damit nicht, wenn man
flschlicherweise bei offenstehenden Hhnen die Retorte ffnet, das
Wasser in dieselbe hereinlaufen kann. Nachdem das Gasometer gefllt
ist, was sich am Wasserstandsmesser leicht erkennen lt, schliet man
beide Hhne, verbindet die zur Entwicklung des Sauerstoffes
fertiggestellte Retorte durch einen Schlauch mit dem Gaseinfhrungshahn
C und entzndet den Brenner; man darf nun fernerhin ja nicht vergessen,
den Wasserablaufhahn B zu ffnen, damit der eintretende Sauerstoff Platz
bekommt. Versehen in dieser Hinsicht sind ausgeschlossen, wenn man die
beiden Hhne B und C in einem Schalthahn vereinigt, der, hnlich wie der
Sicherheitshahn beim Gasbadeofen, Gaszufuhr und Wasserablauf
gleichzeitig kontrolliert.

[Illustration: Fig. 95.]

Wenn die Entwicklung beendet ist, schliet man die Hhne. Bevor man nun
Sauerstoff aus dem Gasometer entnimmt, ffnet man den Hahn A und lt so
lange Wasser einlaufen, bis das Manometer M denjenigen Druck anzeigt,
mit welchem man arbeiten will. Der Hahn D wird darauf mit dem
Kalklichtbrenner verbunden, und nachdem das Licht dargestellt ist,
ffnet man den Ventilhahn A wiederum, und zwar mu man ihn derart
einregulieren, da der vom Manometer angezeigte Druck konstant bleibt;
lt der Druck nach, so ist der Hahn etwas weiter zu ffnen und
umgekehrt. Die Arbeit des Einregulierens wird hierbei erspart, wenn in
das Wasserzulaufrohr ein automatisch wirkendes Reduzierventil
eingeschaltet ist, das man auf den gewnschten Druck einstellt; der
Sauerstoff tritt dann in gleichmig starkem Strome aus dem Gasometer
zum Brenner.

Man kann auch so verfahren, da man den vollen Druck der Wasserleitung
auf das Gas wirken lt und letzteres beim Ausstrmen aus dem Gasometer
durch ein Reduzierventil fhrt. Dazu wird der Hahn A von vorneherein
ganz offen gestellt und man wartet mit der Gasentnahme, bis das
Manometer die Atmosphrenzahl der Wasserleitung anzeigt und nicht mehr
steigt; auch beim Betriebe bleibt der Hahn A dann vllig geffnet.

Das Gasometer mu so gro sein, da es gengend Sauerstoff fat, als fr
eine Vorfhrung notwendig ist. Wo der Bedarf an Sauerstoff ein anhaltend
groer ist, empfiehlt es sich, zwei solcher Gasometer nebeneinander
aufzustellen, welche durch Umschalthhne miteinander verbunden sind und
die man abwechselnd fllt und in Betrieb nimmt. Der Wasserstandsanzeiger
gibt darber Aufschlu, wieviel Gas jeweils im Gasometer enthalten ist.
Man ist brigens bei der Verwendung zweier Gasometer in der Lage, einen
derselben vor der Vorfhrung unter so starkem Druck mit Gas zu fllen,
als es die Atmosphrenzahl der Wasserleitung gestattet, indem man dazu
das zweite Gasometer als Pumpe gebraucht. Man verfhrt dabei
folgendermaen: man fllt beide Gasometer in der oben angefhrten Weise
mit Sauerstoff, stellt dann den Umschalthahn, welcher die beiden oberen
Teile miteinander verbindet, offen, soda eine Verbindung geschaffen
ist, und lt in das eine Gasometer Wasser laufen, und zwar so lange,
bis smtliches Gas in das andere Gasometer herbergedrckt ist. Darauf
schliet man die Hhne, lt das Wasser aus dem ersten Gasometer
ablaufen, fllt dieses aufs neue mit Sauerstoff und fhrt diesen
wiederum in den anderen Behlter ber, indem man Wasser einstrmen lt.
Dieses Verfahren kann man so lange wiederholen, bis der Sauerstoff auf
diejenige Atmosphrenzahl zusammengepret ist, unter welcher die
Wasserleitung steht. Hat die Wasserleitung beispielsweise einen Druck
von 5 Atmosphren, so kann man in einem Gasometer von 50 Liter Inhalt
250 Liter Sauerstoff aufspeichern.

Ist keine Wasserleitung vorhanden, so benutzt man zur Herstellung des
Wasserdruckes ein mehrere Meter hochgestelltes groes Gef, das man
durch eine Rohr- oder Schlauchleitung mit dem Wassereinfhrungshahn des
Gasometers verbindet. Je hher man das Gef stellt, desto strker wird
der Druck; dabei mag als Anhalt dienen, da jedes Meter Hhe einem Druck
von 1/10 Atm. entspricht. Es bietet auch hier keine Schwierigkeit, den
Sauerstoff unter so starken Druck zu setzen, da man mit dem
Starkdruckbrenner arbeiten kann. An Stelle des Federmanometers wird bei
dieser Anordnung ein Quecksilbermanometer angebracht; ein
Druckreduzierventil ist hier nicht erforderlich, zweckmig ist es aber,
die Gasentnahme durch einen Ventilhahn erfolgen zu lassen, der eine
feinere Regulierung gestattet.

Das Wasser, das man beim Einfhren des Sauerstoffes in das Gasometer
ablaufen lt, kann man zum Fllen des oberen Behlters benutzen, was
bei stationren Anlagen am besten durch sofortiges Heraufpumpen
geschieht.

Auf einen Punkt ist noch hinzuweisen. Beim Betrieb lt hier der Druck,
unter welchem der Sauerstoff steht, in gleichem Mae nach, wie das Gas
entnommen wird. Das kommt dadurch, da der Druck durch den Abstand der
Wasserspiegel in den beiden Behltern bedingt ist und da dieser Abstand
immer kleiner wird, weil das Wasser oben sinkt und unten steigt. Damit
sich nun dieses Nachlassen des Druckes nicht auf den Brenner und das
Licht bertrgt, darf man den Hahn D von vorneherein nicht ganz ffnen,
sondern mu ihn so einstellen, da man gengend nachregulieren kann, um
den Sauerstoffstrom in gleicher Strke zu erhalten.

Dieses Nachlassen des Druckes lt sich brigens, wenigstens zum groen
Teil, durch folgende Vorrichtung vermeiden: Es wird oben in das
Gasometer und zwar dicht unter die Decke ein kleines offenes Gef
eingesetzt, in welches man das vom oberen Behlter kommende Rohr mnden
lt; nun luft das Wasser zunchst in dieses Gef und der Druck
rechnet sich nach dem Abstand desselben vom Wasserspiegel oben, woraus
ersichtlich ist, da er in wesentlich geringerem Mae als vorher
abnehmen wird. Damit das Wasser aus dem kleinen Gef nicht herunter
pltschert, wird eine Rohrleitung bis zum Boden des Gasometers
vorgesehen.

Wenn das Gasometer mit einem abschraubbaren, dicht schlieenden Deckel
vorgesehen wird, so eignet sich die Einrichtung besser fr die Reise.
Man kann dann den Behlter, nachdem er innen gut getrocknet ist, fr den
Transport als Koffer benutzen und mit Apparatteilen verpacken. Der
zweite Behlter wird dann zweckmig so weit gemacht, da sich der
andere hineinstecken lt; man kann sich brigens mit einem hinreichend
groen Waschkbel behelfen, das man durch einen Saugheber und Schlauch
mit dem Gasometer verbindet.

Da der Druck bei dieser Anordnung nicht so gro ist, als da ihn der aus
der Retorte kommende Sauerstoff nicht berwinden knnte, so bereitet es
hier keine Schwierigkeit, whrend des Betriebes Gas nachzuentwickeln.
Wenn man so verfhrt, kommt man mit einem wesentlich kleineren Gasometer
aus, was fr die Reise eine groe Annehmlichkeit bereitet.

Eine andere Methode, den Sauerstoff unter starken Druck zu setzen,
besteht darin, da man ihn zunchst in einen Gassack oder Gasometer
bringt und dann in einen starken, allseitig geschlossenen Behlter
pumpt.


Die Selbstbereitung von Wasserstoff.

Wasserstoff erzeugt man auf kaltem Wege durch Zersetzung von Wasser,
indem diesem Schwefelsure und metallisches Zink zugesetzt wird. Man
bedient sich dabei einer Retorte aus Glas oder besser Blei und leitet
das entwickelte Gas in einen Sack; dabei ist die Einschaltung eines
Waschgefsses zu empfehlen, weil sonst die Verunreinigungen des
Wasserstoffes auf den Kautschuksack zerstrend einwirken wrden.

In die Retorte, durch deren Deckel ein kupfernes Rohr mit Trichteransatz
geht, wirft man etwa 250 gr Zinkstcke und giet dann durch den Trichter
verdnnte Schwefelsure ein. Diese wird zuvor in einem irdenen Gef mit
5 Liter kaltem Wasser bereitet, dem man unter stndigem Umrhren mit
einem Glasstab in kleinen Portionen 600 ccm Schwefelsure zusetzt; vor
Gebrauch mu diese Mischung erst erkalten.

[Illustration: Fig. 96.]

[Illustration: Fig. 97.]

Das erste Gas, welches noch mit Luft versetzt ist, lt man durch das
zuvor mittels Schlauches verbundene Waschgef entweichen; nach
1-2 Minuten schliet man auch den Gassack an, nachdem man aus diesem
durch Ausrollen mglichst alle Luft entfernt hat; man vergesse nicht,
den Hahn des Sackes zu ffnen.

Den Sack mu man nach jedesmaligem Gebrauch bei offenem Hahn wieder gut
ausrollen, um allen Wasserstoff daraus zu entfernen. Da man ungefhr
doppelt soviel Wasserstoff als Sauerstoff gebraucht, nehme man gleich
einen gengend groen Sack.

Ein Wasserstoffentwickler, bei dessen Verwendung kein Gassack
erforderlich ist und welcher whrend der Vorfhrung nach Magabe des
Verbrauches Gas entwickelt, ist in den Abbildungen Fig. 96 und 97
dargestellt. Dieser ganz aus Kupferblech gefertigte Apparat besteht aus
einem ueren Behlter C mit 2 Handhaben B und einem inneren Zylinder A,
welcher sich mittels zweier Haken I und H in C auf- und niederheben
lt. Wenn der Zylinder gehoben ist, lt er sich, wie die Abbildung es
zeigt, auf 2 Stangen E und F feststellen. In den Behlter C wird Wasser
gegossen, das mit Schwefelsure angesuert ist, whrend man in den
Zylinder A Zinktafeln und Abflle bringt, die dann auf dem
durchlcherten Boden T ruhen. Soll der Apparat in Wirksamkeit treten, so
lt man den inneren Zylinder herunter; es entwickelt sich alsbald
Wasserstoff, der durch ein Bleirohr S abgeleitet wird. D ist eine
Waschflasche.

Der Apparat wird direkt mit dem Kalklichtbrenner durch einen Schlauch in
Verbindung gesetzt, da er whrend der Vorfhrung selbstttig soviel Gas
liefert, als verbraucht wird. Bei starkem Gebrauch sinkt nmlich die
Glocke tiefer und es kommt mehr Zink in die Sure, whrend bei geringem
Gebrauch die Glocke steigt und das Zink aus der Sure heraushebt,
wodurch die Entwicklung unterbrochen wird. Auf diese Weise reguliert
sich der Apparat ganz von selbst.

Zur Fllung braucht man etwa 8 Liter Wasser mit einem Zusatz von
ungefhr 2-1/4 Liter roher Schwefelsure (stets die Sure in das Wasser
gieen, nicht umgekehrt!). Es empfiehlt sich, reichlich Zink zu nehmen,
damit der Vorrat nicht ausgeht; es wird dadurch nicht mehr verbraucht.
Wenn der Druck nicht hinreichen sollte, so hngt man oben an die Glocke
A ein entsprechendes Gewicht an.

Es ist ja zu beachten, da man an das Wasserstoffgasometer nicht mit
einem Licht herankommen darf.


Die Darstellung des Kalklichtes bei Anwendung von Gasometer oder
Gassack.

Wenn man zur Darstellung des Sauerstoffes eine Einrichtung zur Verfgung
hat, bei welcher das Gas unter gengend starken Druck gesetzt wird, wie
dieses namentlich bei dem vorher beschriebenen Gasometer mit
Wasserleitungsanschlu der Fall ist, so geschieht die Darstellung des
Kalklichtes in gleicher Weise wie bei Anwendung von komprimiertem
Sauerstoff. Als Brenner kommt dann ebenfalls in erster Linie der
Starkdruckbrenner in Betracht; man benutzt ihn sowohl, wenn Leuchtgas
zur Verfgung steht, wenn man Wasserstoff in dem eben angefhrten
Apparat entwickelt, wie auch, wenn man mit dem Gasator arbeiten will.
Bedient man sich eines thersaturators, so kann auch der Mischbrenner
zur Verwendung kommen. In allen diesen Fllen ist dank des starken
Gasdruckes die Erzielung eines intensiven Lichtes ermglicht.

Anders liegt die Sache, wenn der Sauerstoff unter geringem Druck
aufgespeichert und zum Brenner geliefert wird, wie namentlich bei
Anwendung des Gasometers mit Gasdruck. Hier ist die Benutzung des
Starkdruckbrenners ausgeschlossen, und man ist, wenn Leuchtgas aus der
Rohrleitung oder Wasserstoff aus dem Gasometer entnommen wird, auf den
sog. Sicherheitsbrenner angewiesen, whrend bei dem Arbeiten mit dem
thersaturator der Mischbrenner erforderlich ist. Letzterer kann auch
zur Anwendung kommen, wenn man Sauerstoff und Wasserstoff in Gasscken
darstellt oder das Leuchtgas ebenfalls in einen Gassack fllt und dann
beide Scke gleich stark belastet; dieser Brenner erfordert nmlich,
da beide Gase unter gleichem Druck stehen. Dafr gibt aber der
Mischbrenner, insbesondere in der Form mit groer Mischkammer, ein
wesentlich besseres Licht, als es der Sicherheitsbrenner zu liefern
vermag. Das ist in der Konstruktion begrndet: beim Sicherheitsbrenner
werden nmlich die beiden Gase in getrennter Rohrleitung bis zur
Brennerspitze gefhrt und ihre Mischung findet erst in der Flamme statt.
Wo es auf groe Intensitt ankommt, mu man daher zusehen, den
Mischbrenner zur Anwendung zu bringen. Meist braucht man ihn in
Verbindung mit dem thersaturator, da der Betrieb damit einfacher
erscheint, als die Selbstdarstellung von Wasserstoff.

Die Handhabung des thersaturators und Mischbrenners ist hier dieselbe,
wie sie oben bei Anwendung komprimierten Sauerstoffes beschrieben wurde.
Es sei nochmals betont, da man zum Auslschen des Lichtes stets zuerst
den linken Brennerhahn abstellen mu und da man dann erst den Saturator
absperren darf. Wenn man so verfhrt, wird die Flamme nicht
zurckknallen, wie dieses unter ungnstigen Verhltnissen (bei niedriger
Temperatur oder zu geringer Fllung) eintreten kann. Ferner gilt auch
hier, da das Licht um so heller wird, je strker man den Arbeitsdruck
des Sauerstoffes macht, je mehr Gewicht man also auf den Gassack oder
das Gasometer legt. Der gewhnliche Mischbrenner lt allerdings nur
geringen Druck zu, weil er sonst anfngt zu zischen. Fr starken Druck
und hohe Leuchtkraft mu man den eben erwhnten Brenner mit
groer Kammer nehmen. Die ganze Anordnung bei Anwendung des
Sauerstoff-Generators und Gasometers ist weiter oben in Fig. 93
dargestellt.

Wenn man mit Leuchtgas oder Wasserstoff arbeitet und dieses ebenso wie
den Sauerstoff aus einem Gassack entnimmt, so kann, wie bereits oben
gesagt, ebenfalls der Mischbrenner benutzt werden. Es ist hier aber
darauf zu achten, da die beiden Gasscke stets unter gleichem Druck
sind; denn sonst kann es vorkommen, da der Inhalt des mehr beschwerten
Sackes sich in den anderen ergiet, wodurch sich eine gefhrliche
explosive Gasmischung bilden wrde. Einen ziemlich gleichmigen Druck
erhlt man, wenn man die beiden Scke aufeinander zwischen zwei Bretter
legt und beschwert. Immerhin empfiehlt es sich, in die beiden
Gasleitungen je eine Sicherheitsvorrichtung einzuschalten, die ein
Zurckschlagen der Flamme verhindert, und zwar mglichst nahe beim
Brenner. Die einfachste Vorrichtung dieser Art ist das in Fig. 98
abgebildete Sicherheitsrohr, dessen mittlerer, weiterer Teil mit
Bimsstein gefllt ist, whrend ihn nach beiden Seiten hin feine
Drahtnetze abschlieen. Vor Gebrauch berzeuge man sich durch
Hindurchpusten, ob sich auch der Bimsstein nicht festgestopft hat und
den Gasdruck schwcht. Sollte dieses der Fall sein, so schttelt man,
und wenn das nicht hilft, so schraubt man das Rohr auseinander, lockert
die Stckchen und schttet, wenn ntig, etwas davon ab.

[Illustration: Fig. 98.]

ber die Darstellung des Lichtes ist hier folgendes zu bemerken: Nachdem
die Wasserstoff- bezw. Leuchtgasflamme entzndet und das Kalkstck
vorgewrmt ist, lt man den Sauerstoff langsam zu, bis das
Mischungsverhltnis zum Wasserstoff das richtige zu sein scheint. Das
anfangs unruhige Licht wird nach einigen Minuten ganz ruhig und
regelmig. Um das reinste Licht zu erhalten, ist etwas bung
erforderlich. Man ffnet beide Hhne vollstndig, dann schliet man den
Wasserstoff- (resp. Leuchtgas-) Hahn so weit, bis das Licht intensiv und
rein ist. Schlielich versucht man, ob man etwas Sauerstoff absperren
kann, ohne da das Licht leidet. Zuviel von dem einen oder anderen Gas
erzeugt Zischen, was nicht stattfinden darf. Zuviel Wasserstoff erkennt
man an einer reichlichen roten Flamme um das Kalkstck, whrend sich
berschu von Sauerstoff an der Abwesenheit der roten Flamme und
mangelhaftem Licht bemerkbar macht. Man merke sich ja, da hier zum
Auslschen stets zuerst der Sauerstoffhahn geschlossen werden mu.

Bezglich des Druckes, unter welchen man die Gase stellt, gilt dasselbe,
was soeben ber das Arbeiten mit dem thersaturator gesagt wurde. Eins
ist noch zu beachten: In dem Mae, wie die Gasscke sich leeren, lt
auch der Druck nach. Man tut daher gut, die Hhne der Scke nach und
nach weiter zu ffnen und wenn sie halb leer geworden sind, ein weiteres
Gewicht von einem Viertel des ursprnglichen darauf zu stellen.

Beim Sicherheitsbrenner, den man benutzt, wenn Leuchtgas aus der
Rohrleitung oder Wasserstoff aus dem Gasometer entnommen wird, verfhrt
man in gleicher Weise. Das Zustandebringen des schnsten, reinsten
Lichtes hngt auch hier ab von der richtigen Regulierung der Hhne, von
dem Druck, unter welchem die Gase stehen, und von der richtigen
Entfernung zwischen Spitze des Brenners und Kalkstck. Falsche
Einstellung macht sich beim Sicherheitsbrenner leicht durch einen
schwarzen Fleck im Lichte bemerkbar; wenn sich ein solcher zeigt, mu
man den Sauerstoffhahn etwas abstellen. Bei Benutzung von Leuchtgas kann
zuweilen ein Nachregulieren am linken Brennerhahn notwendig sein, wenn
sich nmlich der Druck in der Gasleitung ndern sollte. Eine solche
Druckvernderung macht sich besonders bemerkbar, wenn die Rohrleitung
eng ist und in der Nhe mehrere Gasflammen angezndet oder ausgedreht
werden.

Erfolgreich wird auch Azetylen-Kalklicht unter Verwendung des
Sauerstoff-Gasometers oder Gassacks hergestellt. Es wird dabei ein
Spezial-Brenner benutzt, der dem Sicherheitsbrenner hnlich ist und bei
dem sich die Gase erst auerhalb der Brennerspitze treffen. Auch hier
ist in die Schlauchleitung, die vom Azetylenapparat zum Brenner fhrt,
eine Wolfsche Flasche einzuschalten. Das erzielte Licht ist sehr
krftig.




Die Einstellung der Lichtquelle.


Auf eine genaue Einstellung der Lichtquelle ist der grte Wert zu
legen. Die Lampe mu so im Apparat stehen, da auf der Wand ein schnes,
gleichmig weies Bildfeld erscheint, wenn kein Film oder Bild
eingesetzt ist. Bei falscher Einstellung zeigen sich blaue Flecken oder
ein gelbroter Rand, fehlerhafte Erscheinungen, ber welche die
untenstehende Abbildung Fig. 99 Aufschlu geben mag. Bei 1 steht die
Lampe zu weit rechts, 2 zu weit links, 3 zu hoch, 4 zu tief, 5
(gelbroter Rand) zu weit vom Kondensor, 6 und 7 (blauer Flecken) zu nahe
am Kondensor und bei 8 richtig. Als allgemeine Regel kann man sich
folgende merken: Wenn rundum ein blauer Ring sich zeigt, steht die Lampe
zu nahe am Kondensor, zeigt sich ein roter Ring, steht sie zu weit;
zeigt sich ein sichelfrmiger Schatten, so mu man die Lampe immer in
entgegengesetzter Richtung bewegen, also ist beispielsweise der Schatten
oben, so mu man das Licht etwas senken.

[Illustration: Fig. 99.]

Man gebe sich beim Einstellen nicht mit halber Arbeit zufrieden, sondern
zentriere recht sorgsam; es ist Sache einiger Augenblicke und lohnt
durch schne, klare Bilder.

Manche Kinematograph-Mechanismen haben eine Einstellvorrichtung fr das
Filmbild, die darin besteht, da sich der Rahmen, in dem das Bild sitzt,
heben oder senken lt. Wenn man nun whrend der Projektion diese
Vorrichtung benutzt, so wird es leicht vorkommen, da sich nach der
Verstellung des Rahmens in den beiden oberen oder unteren Ecken ein
gelbroter Schatten zeigt. Diese Erscheinung ist darauf zurckzufhren,
da man die Rahmenffnung aus dem Beleuchtungsfelde herausgebracht hat;
um sie zu vermeiden, ist es erforderlich, beim Zentrieren der
Lichtquelle den Rahmen nach oben und unten zu verstellen und die Lampe
so einzurichten, da das Bildfeld dabei stets ganz wei bleibt. Wenn
dies nicht geht, so mu man sich ntigenfalls dadurch helfen, da man
bei jeder Verstellung des Rahmens die Lichtquelle nachzentriert und so
die roten Ecken beseitigt.

Kann man kein gleichmig beleuchtetes Feld erzielen, so gilt es zu
prfen, woran der Fehler liegt. Auf jeden Fall ist dann die optische
Anordnung des Apparates nicht richtig. Entweder ist der
Kinematograph-Mechanismus zu nahe oder zu weit vom Kondensor oder aber
die Brennweite des Kondensors pat nicht zu derjenigen des Objektives.
In beiden Fllen mu Abhilfe geschaffen werden, wenn man ein gutes
Resultat erzielen will. Ist der Apparat mit einer Einrichtung zur
Projektion stehender Lichtbilder ausgerstet, so mu die Einstellung der
Lampe auch fr diese Projektionsart stimmen.




Ausrstungs-Gegenstnde und Aufstellung des Apparates.


Das Stativ.

Das Stativ, worauf der Apparat zur Vorfhrung gestellt wird, mu recht
krftig und stabil sein, damit der Kinematograph beim Hantieren nicht
ins Zittern gert, wodurch ein unangenehmes Vibrieren des Lichtbildes
verursacht wrde. Aber nicht nur das: Der Apparat mu auch fest auf
seiner Unterlage stehen, wenn ntig, darauf verschraubt werden. Ein
hohler Kasten als Untersatz ist zu vermeiden, da er das unvermeidliche
Gerusch des Bewegungs-Mechanismus verstrkt.

Zuverlssig ist ein stark gebautes Stativ in Tischform, wie es z. B. die
Abbildung Fig. 100 zeigt; es wird mit einem Bort zum Auflegen von Sachen
versehen, worauf ev. der Elektromotor zum Antrieb des Werkes kommt,
whrend Regulierwiderstand und Schalter fr den Motor an der Seite
angebracht werden. In Kinematographen-Theatern verwendet man vielfach
eiserne Stative. Fr die Reise baut man zusammenlegbare Tischstative,
die transportabel und doch vllig fest sind.


Die Projektionswand.

Kinematographische Lichtbilder werden meistens in der Aufsicht gezeigt,
seltener durch einen transparenten Vorhang geworfen, wie dies vielfach
bei der Glasbilder-Projektion geschieht. Zum Aufwerfen bedient man
sich eines weien, mglichst undurchsichtigen und glatten Schirmes,
wie man solchen, in geeigneter Weise prpariert, unter der Bezeichnung
Reflexwand bekommt. Schirting oder Leinwand sind ebenfalls recht
brauchbar, doch sind diese Stoffe mehr oder minder lichtdurchlssig und
sie werfen daher nur einen Teil der Strahlen zurck. Durch Bestreichen
mit weier Farbe, welche die Poren schliet, kann man die
Reflexionsfhigkeit erhhen, und zwar wird dazu empfohlen
Zinkweileimfarbe oder Strkekleister mit einem Zusatz von Magnesia,
whrend man von Oelfarbe absehen mu, da der Auftrag brchig wird. Fr
die Reise sind solche prparierten Wnde unbequem, weil sie sich nur
rollen, nicht aber zusammenfalten lassen; man nimmt da lieber einen
waschbaren, weien Stoff, wenn er auch etwas weniger stark reflektiert.
Sehr schn erscheinen die Bilder auf einer mit Zinkwei gestrichenen
oder mit Gips ausgespachtelten Mauerwand des Vorfhrungsraumes.

[Illustration: Fig. 100.]

Neuerdings hat man Projektionsschirme in den Handel gebracht, deren
Reflexionskraft durch einen Auftrag von Aluminiumbronze in Verbindung
mit einem geeigneten Bindemittel wesentlich erhht wird; sie sind unter
dem Namen Silberschirme oder Totalreflexwnde bekannt. Der Lichtgewinn
ist ein ganz bedeutender. Er ist besonders hoch bei sehr glatter
Ausfhrung der Oberflche; doch ist bei starkem Glanz der Abfall der
Helligkeit nach der Seite hin ein grerer, so da seitlich sitzenden
Zuschauern das Lichtbild weniger gut beleuchtet erscheint. Andererseits
erhlt man auf matteren Wnden dieser Art, deren Reflexionskraft
geringer ist, ein Lichtbild, das innerhalb eines greren Winkels in
ungeschwchter Helligkeit erscheint. Whrend fr schmale, lange Rume
ein glatter, stark reflektierender Totalreflexschirm brauchbar ist, mu
fr breitere Rume eine entsprechend mattere Wand genommen werden.
Infolge des groen Lichtgewinns bieten diese Schirme den Vorteil, da
man mit einer weniger intensiven Lichtquelle auskommt, da man also
erheblich an elektrischem Strom oder Sauerstoff sparen kann. Fernerhin
gelangen auf der silbernen Oberflche farbige Lichtbilder schner und
lebhafter zur Wiedergabe.

Wenn man die Lichtbilder in der Durchsicht zeigt, wobei der Apparat
hinter dem Schirm steht, kommt es darauf an, da der Vorhang gut
transparent ist; ferner sollte der Stoff mglichst ohne Naht sein. In
der Regel wird hier Schirting benutzt, den man in nahtlosen Stcken bis
zu 5 Meter Breite bekommt. Will man aber ein zusammengenhtes Tuch zur
Verwendung bringen, so empfiehlt es sich, die Naht quer zu nehmen, da
sie so weniger strt, als wenn sie von oben nach unten durchs Bild geht.
Der Schirting wird zum Durchwerfen des Bildes krftig angefeuchtet, da
er in trockenem Zustand zuviel Licht verschluckt. Es ist aber nicht zu
vergessen, da die Wand whrend der Projektion trocknet, namentlich in
einem warmen Raum, wodurch die Bilder mit der Zeit an Klarheit
verlieren. Man tut dann gut, eine Pause einzulegen und die Wand von
neuem anzufeuchten. Setzt man dem Wasser etwas Glyzerin zu, so trocknet
der Stoff weniger rasch auf. Zum Anfeuchten bedient man sich einer
krftigen Spritze oder eines Schwammes, der auf eine Stange gesteckt
wird. Fr stndigen Betrieb ist eine Berieselung des Schirmes praktisch.
Das Wasser tritt aus einer Reihe von ffnungen in einem Rohre aus, das
oben lngs der Wand luft; unten wird es in einer Ablaufrinne
aufgefangen.

Fr die Durchprojektion kommen ferner auch Mattglasscheiben oder in
geeigneter Weise prparierte Spiegelglasplatten in Betracht, die man
auch gebogen hergestellt hat; sie sind allerdings in greren
Abmessungen sehr kostspielig. Pauspapier, das ebenfalls geeignet ist,
kann man nur bis zu anderthalb Meter Breite erhalten, so da seine
Verwendung auf kleinere Vorfhrungen beschrnkt bleibt. Man kann
Schirtingwnde in Art des Pausleinens dauernd transparent machen durch
Bestreichen mit reinem Paraffinl. ber den Lichtfleck, der sich bei der
Durchprojektion leicht zeigt, ist Nheres in dem nchstfolgenden
Abschnitt ber die Aufstellung des Apparates gesagt.

Die Projektionswand wird auf einen Holzrahmen aufgespannt, und zwar
faltenfrei. In Kinematographien-Theatern sieht man zuweilen geschickt
angeordnete und geschmackvolle Dekorationen, welche die Wand umrahmen
und die Illusion hervorrufen, als spiele sich die bewegte Szene auf
einer Bhne ab. Wo der Projektionsschirm nur zeitweilig zur Benutzung
kommt und anderen Darbietungen Platz machen mu, wie in
Spezialitten-Theatern, wendet man eine Aufrollvorrichtung an. Fr die
Reise ist ein aus Bambusstben zusammengesetztes Rahmengestell recht
praktisch, das sich fr den Transport nebst dem Tuch in einem Kasten
verpacken lt. Wie die Abbildung (Fig. 101) es andeutet, kann ein
solches geeignetes Gestell von einer einzigen Person ohne Zuhilfenahme
einer Leiter aufgerichtet werden.

[Illustration: Fig. 101.]

Ein anderes, namentlich auch auf der Reise zuweilen zweckmiges
Verfahren, den Projektionsschirm aufzuspannen, zeigt Fig. 102. An der
Decke werden zwei Rollen c und d angebracht und im Boden zwei Haken e
und f. Nun befestigt man in den Ecken a und b der Wand zwei krftige
Stricke, die ber die Rollen laufen, zieht die Wand hoch und verknotet
die Stricke in den Haken e f. Mit Hilfe von dnneren Schnren, die
abwechselnd durch die Ringe des Tuches und um die Stricke geschlungen
werden, spannt man die Wand beiderseits stramm an, um schlielich die
Enden der Schnre an den Haken zu befestigen.

[Illustration: Fig. 102.]


Der dunkle Raum.

Wenn die Vorfhrung am Tage stattfindet, so mu man fr gehrige
Verdunklung des Raumes Sorge tragen. Handelt es sich um ein
stndig fr Projektionszwecke einzurichtendes Lokal, wie ein
Kinematographen-Theater, so wird man die Fenster beispielsweise durch
eingepate Rahmen, die mit dichtem Stoff bespannt sind, abdichten. Bei
vorbergehender Benutzung des Raumes mu man sich, wenn kein besseres
Mittel zur Verfgung steht, mit Blenden oder Vorhngen behelfen. Lt
sich dabei falsches Licht nicht vermeiden, so sorge man vor allem
dafr, da es nicht auf den Projektionsschirm und mglichst auch nicht
in die Augen der Zuschauer fllt; eventuell schtze man den Schirm
dagegen durch ein seitlich aufgehngtes Tuch. Auch das Notlicht, das bei
ffentlichen Vorfhrungen vorgeschrieben ist, mu man so anbringen und
abblenden, da es in keiner Weise strt.

Eine gute allgemeine Beleuchtung des Saales fr die Zeit vor und nach
der Vorfhrung sowie fr Pausen darf man nicht vernachlssigen. Bei
stndigen, theatermigen Einrichtungen empfiehlt es sich, nahe beim
Apparat einen Schalter anzubringen, der gestattet, im richtigen
Augenblick sofort hell oder dunkel zu machen. Wo eine solche
Bequemlichkeit nicht vorhanden ist, sollte man fr eine rasche und
unauffllige Verstndigung mit dem Beleuchtungsmann sorgen. Fr
ffentliche Vorfhrungen ist eine solche Verstndigung mancherorts
polizeilich vorgeschrieben, damit bei Feuersgefahr sofort hell gemacht
werden kann.


Projektion bei Tageslicht.

Dieses Stichwort hat man in neuerer Zeit viel gehrt. Es wurde
mancherlei erfunden und patentiert. Der Sturm hat sich bald wieder
gelegt, und was die praktische Verwertung anbelangt, sind unsere
Kenntnisse dieselben wie frher. Das Publikum kann im erhellten Rume
oder auch im Freien sitzen, wenn man nur dafr Sorge trgt, da kein
falsches Licht auf den Projektionsschirm gelangt. Handelt es sich um
direktes Tageslicht, so deckt man dieses durch Vorhnge gegen den Schirm
ab oder bringt diesen in den Hintergrund eines schwarz ausgeschlagenen,
groen, tunnelartigen Kastens. Dienen Glhlampen zur Erhellung des
Raumes, so versehe man diese nach vorne mit Blendschirmen. Jedes falsche
Licht, das auf die Projektionswand fllt, verschleiert das Lichtbild,
dieses wird weniger krftig und plastisch -- der Versuch ist leicht zu
machen. Um einigermaen einen Ausgleich zu schaffen, mu man eine
krftigere Lichtquelle verwenden, die das strende Licht berwindet. Von
Wichtigkeit ist es fernerhin, da die Zuschauer nicht durch das Licht,
das zur Beleuchtung des Raumes dienen soll, geblendet werden. Bei der
Durchprojektion ist es nach einer Erfahrung, die schon vor Jahrzehnten
gemacht wurde, auch zulssig, da ein miges Nebenlicht auf den
transparenten Schirm fllt, vorausgesetzt, da dieser gut transparent
ist. Es fllt dann nmlich die Hauptmenge dieses Lichtes durch den
Schirm hindurch und gelangt nicht in die Augen des Publikums.


Aufstellung des Apparates und Anordnung der Zuschauerpltze.

Die Aufstellung des Apparates richtet sich in erster Linie darnach, ob
die Bilder im auffallenden oder im durchfallenden Lichte gezeigt werden
sollen. Wie oben schon erwhnt, pflegt man mit dem Kinematographen in
der Regel aufzuwerfen; der Apparat steht dann vor dem Schirm, zwischen
oder hinter dem Publikum. Bei der Wahl des Platzes mu nun der Vorfhrer
nicht nur an sich, sondern hauptschlich auch an die Zuschauer denken.
Der Apparat soll ihnen nicht die Aussicht versperren, er soll nicht
durch falsches Licht ihre Augen blenden und durch das unvermeidliche
Gerusch ihre Ohren irritieren; auch soll der Vorfhrer nicht durch
seine Hantierungen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Je weniger vom
Apparat und vom ganzen Projektionsvorgang zu merken ist, desto besser.
Eine Vorfhrung ist eigentlich erst dann als vllig gelungen zu
bezeichnen, wenn das Publikum ungestrt im Gensse der Lichtbilder
aufgehen kann.

Bei ffentlichen Vorfhrungen, insbesondere bei stndigen,
theatermigen Einrichtungen sind die Sicherheitsbestimmungen zu
beachten, welche die Polizei zum Schutze gegen Feuersgefahr erlassen
hat. Da ist, in Deutschland wohl allenthalben, ein feuersicheres
Huschen vorgeschrieben, das sich hinter dem Zuschauerraum in einem mehr
oder minder groen Abstand von der letzten Reihe befindet. Der
Kinematograph wird darin aufgestellt und wirft das Licht durch eine
ffnung hinaus, die im Falle eines Brandes verschlossen werden kann.
Diese Anordnung bietet gleichzeitig den Vorzug, da der Apparat dem
Publikum verborgen bleibt.

Solche Eisenhuschen werden in transportabler Form gebaut, derart, da
die Wnde aus je 2 Feldern bestehen, die mittels Keilen zusammengehalten
werden. In der Rckwand ist eine Tr angebracht, whrend die Vorderseite
auer einer oder zwei Projektionsffnungen zwei Beobachtungsfensterchen
besitzt. Um eine ausreichende Ventilation zu erzielen, wird die
rckwrtige Hlfte der Decke aus Drahtgeflecht hergestellt. Ein solches
Huschen ist etwa 2 Meter hoch bei 2 Meter Breite und 2 Meter Lnge.

Wenn man durchprojiziert, so gilt es nicht minder, fr verdeckte
Aufstellung des Apparates Sorge zu tragen. Der Schirm selbst bietet hier
zwar eine gute Deckung, doch gengt diese nicht immer: man mu, wenn
ntig, den freien Raum rechts und links vom Schirm verhngen, da sonst
leicht die seitlich sitzenden Zuschauer einen freien Ausblick gegen den
Apparat haben und durch den Lichtschein gestrt werden. Der Vorfhrer
tut gut, seine Anordnung hieraufhin vom Zuschauerraum aus zu prfen.

Genau genommen sollte der Apparat so hoch gestellt werden, da das
Objektiv senkrecht gegen die Mitte des Schirmes gerichtet ist. In
Wirklichkeit ist aber eine geringe Neigung auf- oder abwrts sowie auch
in seitlicher Richtung durchaus zulssig. Unter strkerem Winkel gegen
die Wand zu projizieren, mu indessen vermieden werden, weil das
Lichtbild dann mehr oder minder verzerrt erscheint und teilweise nicht
scharf wird.

Beim Durchwerfen des Bildes zeigt sich zuweilen in der Mitte ein
strender, greller Lichtfleck. Man kann diesen belstand vermeiden,
indem man dafr sorgt, da die Strahlen, die vom Objektiv gegen die
Mitte des Schirmes gerichtet sind, in ihrer Verlngerung ber die Kpfe
der Zuschauer hinweggehen. Dazu braucht man nur den Apparat, wenn er in
gleicher Hhe mit dem Publikum steht, etwas aufwrts zu neigen. Wenn der
Apparat in einen starken Winkel gestellt werden mu, wird es
erforderlich sein, den Schirm entsprechend nach rckwrts zu neigen.

Nun noch einige Worte ber die Zuschauerpltze. Bei deren Anordnung sei
das Prinzip magebend, da jeder das Lichtbild gut sehen soll; es ist
verfehlt, wenn man darauf ausgeht, nur recht viele Sitze in dem Saale
unterzubringen. Die erste Reihe darf nicht zu nahe an die
Projektionswand gerckt werden; denn zum berblicken des Bildes ist ein
gewisser Abstand erforderlich. Zweckmig ist es, die Sitzreihen
amphitheatralisch ansteigen zu lassen, wie es in Hrslen blich ist;
wenn dies nicht geht, so bringe man den Schirm hinreichend hoch an,
damit die Vorderleute nicht mit ihren Kpfen die Aussicht versperren.

Da bequeme Sitze dem Publikum lieber sind als enge, unbehagliche Bnke,
versteht sich von selbst; desgleichen drfte es selbstverstndlich sein,
da der Eindruck einer noch so guten Vorfhrung leiden wird, wenn die
Ausstattung zu wnschen brig lt.


Die Vervollstndigung der Ausrstung.

Was zu einer kinematographischen Einrichtung gehrt und welcherlei
Anordnungen zu treffen sind, haben wir im groen und ganzen erfahren.
Einige weitere Ausrstungsgegenstnde, welche der Vorfhrer eines
Unternehmens nicht entbehren kann, werden wir weiter unten noch kennen
lernen; insbesondere eine Umrollvorrichtung und das Material zum Kleben
von Films. Ferner darf ein Werkzeugkasten nicht fehlen, der die zu
Reparaturen erforderlichen Instrumente, wie Hammer, Universalzange,
Feilen, Schraubenzieher, Bohrer, Reibahlen, Stemm- und Schabeisen sowie
diverse Schrauben enthlt. Als Ergnzung dazu dient das Material zur
Instandhaltung des Apparates, wie Oelknnchen, Brste, Pinsel und
Putzlappen, spitze Stbchen zur Entfernung von Schmutz aus dem Werk,
Poliermasse zum Putzen der Metallteile, mit denen der Film in Berhrung
kommt, und weicher Lederlappen zum Reinigen der Linsen.

[Illustration: Fig. 103.]

Die ganze Einrichtung sollte derart getroffen werden, da der Vorfhrer
die beim Betriebe erforderlichen Gegenstnde und Instrumente bequem zur
Hand hat. So mssen Schalter und Widerstand fr Bogenlampe, Regulator
fr den Elektromotor sowie der Schalter zum Erleuchten des Raumes vom
Standpunkte des Vorfhrers aus leicht erreichbar sein. Den anderen
Sachen, die zur Instandhaltung des Apparates und zur Pflege der Films
gehren, ist ein bestimmter Platz zu geben.

Fr die Reise bedarf man transportabler Einrichtungen, wie wir sie schon
verschiedentlich erwhnt haben. Den Apparat bringt man unterwegs in
einem krftigen Kofferkasten (Fig. 103) unter, der mit Fchern fr
einzelne Teile versehen und ev. auch als Stativ verwendbar ist. Zum
Mitnehmen der wertvollen, auf Spulen gewickelten groen Filmrollen gibt
es verschliebare Ksten, wie sie Fig. 104 veranschaulicht.

[Illustration: Fig. 104.]




Das Arbeiten mit dem Kinematograph.


Handhabung des Mechanismus.

Die Handhabung des Kinematographen ist im groen und ganzen recht
einfach; doch sollte man es deshalb nicht versumen, alle Teile des
Apparates genau kennen zu lernen und sich mit der Bedienung durchaus
vertraut zu machen, bevor man daran geht, eine eigentliche Vorfhrung zu
veranstalten.

Nachdem der Apparat aufgestellt ist, mu zunchst die Lichtquelle, ber
die wir vorher bereits gesprochen haben, in Betrieb gesetzt und so
eingestellt werden, da auf dem Projektionsschirm ein gleichmig
beleuchtetes Bildfeld erscheint, ohne blaue Flecken und ohne gelbrote
Rnder. Dann gilt's den Film einzuspannen. Wenn der Apparat kein
Khlgef und keine automatische Feuerschutz-Einrichtung besitzt, so mu
man beim Einspannen eine Vorsichtsmaregel treffen, damit nicht die
Strahlen whrend dieser Zeit den Film beschdigen oder gar entznden.
Recht zweckmig und einfach ist folgendes Verfahren. Man bringt in die
Bildbhne des Apparates einen Bildhalter und setzt in eine der
Schieberffnungen ein Stck Mattglas, whrend die andere Oeffnung frei
bleibt. Aus Fig. 50 ist diese Anordnung ersichtlich. Man schiebt nun das
Mattglas vor den Kondensor, wodurch die Strahlen zerstreut und derart
geschwcht werden, da sie dem Film nichts mehr antun knnen.
Gleichzeitig kommt das zerstreute Licht, das alle Teile des Mechanismus
beleuchtet, beim Einspannen des Film sehr zu statten. Zuweilen wird
statt dessen eine am Apparat angebrachte Verschlu-Vorrichtung verwandt,
die dann aber alles Licht abschneidet. Empfehlenswert ist auch die
weiter oben erwhnte Einschaltung eines Drahtnetzes.

Der Film wird aus der Bchse genommen und auf die Spule gesteckt, die,
wie ich weiter oben beschrieb, in der Regel zweiteilig ist und sich
auseinandernehmen lt. Wenn der Film zu eng aufgewickelt war, so da er
nicht auf die Spule geht, so stecke man den Zeigefinger der rechten Hand
in die ffnung der Rolle und drehe den Film mit der linken Hand von
auen her zurck; dadurch lockert sich die Rolle und die ffnung kann
allmhlich erweitert werden.

Nachdem die Spule auf den dafr bestimmten Halter gesetzt und
festgemacht ist, zieht man ein Stck Film herunter, um es in den
Mechanismus einzuspannen. Es ist dabei folgendes zu beachten. Der Film
mu stets umgekehrt, d. h. die Kpfe der Bilder nach unten, durch den
Apparat laufen. Ferner mu die Schichtseite, das ist die matte Seite,
die beim aufgerollten Film nach innen ist, dem Kondensor zugekehrt sein;
nur wenn man die Lichtbilder durchwirft, wenn man also einen
transparenten Schirm benutzt, soll die Schicht nach der anderen Seite,
nach dem Objektiv hin, zeigen, weil sie sonst auf dem Lichtbilde
seitenverkehrt (rechts und links vertauscht) erscheint. Auf einen Punkt
mu ich noch aufmerksam machen. Man stecke die Filmrolle derart auf die
Spule, da der Film (von der Tre des Apparates aus gesehen) von oben
her ber die Spule kommt und nicht unter der Spule her in den
Mechanismus luft. In letzterem Falle kann der Film leicht in einer
Schlaufe herunterhngen und je nach der Konstruktion des Apparates ist
er dann mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, durch die Blendflgel
beschdigt zu werden.

Bevor man den Film einspannt, berzeuge man sich, ob auch alle Teile,
mit denen er in Berhrung kommt, recht blank und sauber sind, damit er
beim Durchlaufen keine Beschdigungen erleidet. Beim Einspannen, das ich
hier im einzelnen nicht beschreiben kann, weil ja die Handgriffe bei den
verschiedenen Konstruktionen mehr oder minder voneinander abweichen,
achte man besonders darauf, da der Film mit seiner Perforation gut auf
die Zahntrommeln zu liegen kommt, da die Zhne schn in die Lcher
eingreifen und die dagegen drckenden Rollen richtig anliegen. Wenn der
Apparat mit einer Vorschubtrommel (oberhalb der Tre) versehen ist, so
vergesse man ja nicht, zwischen ihr und der Tre einen Bausch zu bilden.
Man mache jedoch den Bausch nicht zu gro, denn ein groer Bausch
schlgt hin und her, wodurch nicht nur der Film leiden mag, sondern auch
eine Abnutzung der Zahntrommel herbeigefhrt werden kann.

Einen weiteren Bausch mu man dem Film geben bei Apparaten mit ruckweise
bewegter Trommel, wie z. B. beim Maltesersystem, indem unten eine zweite
Zahntrommel angebracht ist, welche den Film der Aufrollvorrichtung
gleichmig zufhren soll, und zwar gehrt der Bausch zwischen diese
beiden Trommeln (vergl. Fig. 28). Auch hier heit es: den Bausch nicht
grer machen, als es ein glatter Transport des Filmbandes erfordert.

Es empfiehlt sich, die Einrichtung, die zur Nachstellung des Film dient,
wenn das Bild nicht genau in der Oeffnung sitzt, also den verstellbaren
Rahmen in der Tre oder die verstellbare Rolle, oder welcher Art diese
Einrichtung sonst auch sei, von vorneherein auf die Mitte zu stellen, so
da nach beiden Seiten hin gleich viel Spiel zum Nachregulieren bleibt.
Zweckmig ist es fernerhin, wenn man an der Transporttrommel des
Bewegungs-Mechanismus und am Film selbst Marken anbringt, die beim
Einspannen als Anhalt dienen und ein Nachregulieren berflssig machen.
Man macht dazu auf dem Filmband an einer kurzen Strecke im Anfange
desselben die Linien zwischen den einzelnen Bildern, also Fu- und
Kopfende derselben, leicht kenntlich, beispielsweise durch eingestochene
Lcher, und versieht die Transporttrommel mit entsprechenden
Strichmarken, die sich mit obigen Zeichen decken mssen, wenn der Film
richtig in der Trffnung sitzen soll.

Bei erstmaliger Benutzung des Film schiebe man ihn in der Tre auf und
ab und prfe, ob er gut dadurch geht; denn es knnte vorkommen, da ein
Film zu breit ist und sich in der Tre klemmt. Nachdem die Tre
geschlossen und der Film ber die Transporttrommeln gespannt ist, klemmt
man den Anfang des Bandes hinter der Feder der Aufrollspule fest. Ist
eine solche nicht vorhanden, so stelle man vor den Apparat einen
Behlter, und zwar so, da der Film glatt hineinlaufen kann, ohne da er
unterwegs Widerstand findet. Wenn der Film nmlich nach dem Austreten
aus dem Apparat aufgehalten wird, so bauscht er sich infolge der
Stockung hoch und es besteht dann die Gefahr, da er das Objektiv
verdeckt und eventuell auch da der Blendflgel ihn zerschlgt. Zum
Auffangen des Filmbandes benutzt man einen Kasten, Korb oder Sack; sehr
empfohlen wird auch ein Metallkasten mit abnehmbarem Deckel, in dem sich
ein Schlitz zum Einfhren des Film befindet. Ein solcher Kasten bietet
besseren Schutz gegen Beschdigung und vor allem gegen Entzndung des
Bandes, wie sie beispielsweise durch ein leichtsinnig zu Boden
geworfenes glimmendes Streichholz oder Zigarre hervorgerufen werden
knnte. Heutzutage sind brigens auch die billigeren Apparate meistens
mit einer Aufrollvorrichtung versehen.

Nun ist alles zur Vorfhrung bereit. Hat man sich beim Einspannen des
Film zur Zerstreuung der Strahlen eines Mattglases bedient, so schiebe
man in dem Augenblick, wo man zu drehen beginnt, mit der linken Hand den
Bildhalter herber, soda die freie ffnung vor den Kondensor kommt und
das Licht ungehindert passieren kann. Der Anfnger tut gut, zunchst ein
paarmal langsam zu drehen und sich zu berzeugen, ob auch der Film
allenthalben gut sitzen bleibt und glatt durch den Apparat luft.

Der Vorfhrer mu sich alsdann durch einen Blick auf die Wand
berzeugen, da der Film richtig in der Trffnung steht und da das
Lichtbild scharf eingestellt ist; wenn ntig mu er rasch nachhelfen.
Die genaue Einstellung des Objektives besorgt man am besten vor dem
Einspannen des Filmbildes, indem man dazu von einem Film ein kleines
Stckchen abschneidet und dieses in die Tre einsetzt.

Die Geschwindigkeit, mit welcher die Kurbel des Apparates zu drehen ist,
ergibt sich von selbst, wenn man dabei das Lichtbild beobachtet: die
Bewegungen mssen natrlich erscheinen. Namentlich ein zu schnelles
Drehen sollte man mglichst vermeiden; abgesehen davon, da der Film
dann rascher durchgelaufen ist, wirken die berhasteten und berstrzten
Bewegungen hchst unangenehm. Lieber etwas langsam drehen als zu
schnell! Ja es wird empfohlen, so langsam zu drehen, als es die
Bildwirkung eben zult. Allerdings ist unseren obigen Ausfhrungen
zufolge zu beachten, da bei grerer Geschwindigkeit das Flimmern
geringer wird; ein starkflimmernder Apparat wird also, wenn man
langsamer dreht, diesen belstand in erhhtem Mae zeigen. In der Regel
wird zu schnell gedreht.

Whrend der Vorfhrung mu der Operateur das Lichtbild im Auge halten;
doch darf er nicht versumen, auch den Durchlauf des Filmbandes durch
den Apparat zu berwachen.

ber den Antrieb des Werkes mittels eines Elektromotors ist nur weniges
zu sagen. Der Elektromotor mu fr Spannung und Stromart des
Leitungsnetzes eingerichtet sein und wird an letzteres direkt
angeschlossen. In die Zuleitung kommen eine Sicherung, ein Ausschalter
und ein Regulierwiderstand. Dieser Widerstand dient dazu, die
Geschwindigkeit des Motors derart zu regeln, da die dargestellte
Lichtbilderszene natrliche Bewegungen zeigt. Die Verwendung des
Motorantriebs bedeutet fr den Vorfhrer eine nicht zu unterschtzende
Entlastung, wenn es sich wie in Kinematographen-Theatern um stndige
Vorfhrungen handelt; denn das Drehen mit der Hand ist auf die Dauer
immerhin recht ermdend.


Aufrollen und Umrollen des Filmbandes.

Hat man das Filmband in einen Behlter laufen lassen, so mu es nach der
Vorfhrung wieder aufgerollt werden. Dabei ist nun zu beachten, da das
Ende des Film zuerst genommen wird. Ein einfaches und sicheres
Verfahren, das richtige Ende zu finden, ist folgendes. Man greift in
den Behlter, in welchen man das Band hat laufen lassen, nimmt irgend
eine Schlaufe daraus hoch und sieht zu, nach welcher Seite die Fuenden
der Filmbildchen zeigen. In dieser Richtung ziehe man den Film durch die
Hand, bis man zu seinem Ende kommt, und nehme nun beim Aufrollen dies
Ende zuerst.

[Illustration: Fig. 105.]

Die Abbildung Fig. 105 zeigt einen Film-Aufwinder, welcher die Arbeit
des Aufrollens sehr erleichtert. Auf die Achse desselben wird die
Filmspule gesteckt und das Filmende hinter deren Feder geklemmt. Infolge
der starken bersetzung geht das Aufwinden rasch von statten. Man kann
sich auch ohne ein solches Instrument behelfen, indem man die Spule auf
dem Halter des Apparates belt, den Film darin fest macht und nun die
Spule mit der Hand herumschlgt oder durch eine aufgesteckte Kurbel
dreht.

Wenn der Apparat eine Aufrollvorrichtung besitzt, wie es jetzt in der
Regel der Fall ist, mu der Film umgerollt werden, bevor man ihn wieder
vorfhrt, denn beim Aufrollen ist hier der Anfang des Film, der zuerst
durch den Apparat laufen soll, innen gekommen und das Ende auen. Zum
Umrollen bedient man sich einer Umrollvorrichtung, wie sie Fig. 106
zeigt, oder man besorgt es mit Hilfe des Kinematograph-Mechanismus,
wobei man folgendermaen verfahren kann. Die Spule mit dem aufgerollten
Film wird oben auf den Filmhalter gesteckt, whrend die leere Spule
unten auf die Achse der Aufrollvorrichtung kommt. Man zieht nun das Ende
des Film direkt von der oberen Spule (nicht durch das Werk hindurch,
sondern davor her) zur unteren Spule, klemmt es darauf fest und dreht
die Kurbel. Die untere Spule, die dabei vom Werk angetrieben wird, luft
mit und der Film wird umgerollt. Das ist ein Notbehelf, der nur da
angebracht ist, wo der Kinematograph gelegentlich gebraucht wird; ein
stndig arbeitendes Unternehmen kann natrlich eine ordentliche
Umrollvorrichtung nicht entbehren.

[Illustration: Fig. 106.]

Beim Aufwinden und Umrollen ist die Schichtseite des Film stets nach
innen zu nehmen. Um eine gut gewickelte Rolle zu bekommen, legt man eine
Hand auf und bt damit eine ganz leichte Bremsung aus. Ein festes
Aufspulen ist zu vermeiden; denn man luft dabei Gefahr,
Schmutzteilchen, die daraufsitzen sollten, in den Film hineinzupressen.
Durch ein nachher umgelegtes Gummiband hlt man die Rolle zusammen.


Verwendung endloser Films.

An dieser Stelle sei auch die Verwendung der endlosen Films
besprochen. Es sind das Filmbnder von etwa ein Meter Lnge, deren Enden
miteinander verklebt sind, soda man sie endlos durch den
Kinematograph drehen kann. Dabei wiederholt sich die darauf dargestellte
Szene im Kreislauf immerwhrend; denn die Aufnahmen sind in geschickter
Weise so gemacht, da das Schlubild in den darauf folgenden
Anfangsbildern wieder eine natrliche Fortsetzung findet, da sie also
scheinbar ohne Anfang und ohne Ende sind. Diese Films sind natrlich fr
groe Schaustellungen nicht verwendbar; sie eignen sich als billiger
Ersatz fr grere Films namentlich zu Demonstrationen, beispielsweise
in Lehranstalten, wo es darauf ankommt, das Prinzip des Kinematographen
praktisch zu erlutern, und sie lassen sich auch sonst bei kleineren
Vorfhrungen zur Ergnzung eines andern Programms gut anbringen.

Nicht jeder Apparat ist zur Projektion von endlosen Films zu benutzen.
Denn das Werk mu so gebaut sein, da man das geschlossene Band in
geeigneter Weise einspannen kann; auch ist ein verstellbarer
Spulenhalter erforderlich. In der Regel sind die teueren, zu groen
Schaustellungen bestimmten Modelle nicht dafr eingerichtet.

In welcher Weise der endlose Film in den Mechanismus eingespannt wird,
hngt von dessen Konstruktion ab. Bei Apparaten mit Malteserkreuz, deren
Tre sich wie gewhnlich nach rckwrts ffnet, lt man das Band hinter
der Tre wieder hochgehen. Der Film wird ber die Spule gelegt, soda er
hinten herunterhngt, und dann in die Tre und ber die Transporttrommel
gespannt. Den hochgehenden Teil des Bandes legt man in einen seitlich
angebrachten Bgel damit er den Lichtstrahlen nicht den Weg versperrt.
Nun mu man noch den Spulenhalter, der hier verstellbar ist, so hoch
stellen, da der Film, ohne stramm gespannt zu sein, sich glatt durch
den Mechanismus drehen lt.

Die Abbildung Fig. 107 zeigt einen Mechanismus mit Schlger; hier luft
der Film vorne, neben dem Objektiv, wieder hoch. Das Einspannen erfolgt
in entsprechender Weise. Bezglich Einstellung des Filmbildes gilt
dasselbe, was weiter oben gesagt wurde, und es ist natrlich auch hier
zu beachten, da der Film verkehrt, Kopf nach unten, durch den Apparat
laufen mu.

[Illustration: Fig. 107.]

Die endlosen Films sind, wenn man sie aus der Dose nimmt, mit mehr oder
minder starken Knicken und Falten versehen, welche den glatten Durchlauf
durch den Mechanismus stren knnen. Man beseitigt sie dadurch, da man
den Film ber einen Stab oder ein hinreichend breites Zwirnrllchen
hngt und in die Schlaufe unten ein zweites Rllchen bringt, woran man
ein Gewicht befestigt; nach ein bis zwei Stunden ist dann der Film
glatt.


Das Flimmern und Mittel zur Behebung bezw. Minderung des bels.

Als eine unangenehme Beigabe der kinematographischen Lichtbilder wird
das Flimmern empfunden, eine Erscheinung, deren auch der beste Apparat
nicht ganz Herr zu werden vermag. Das Flimmern ist eben in der Natur des
Kinematographen begrndet; es hat seine Ursache in der sprungweisen
Aufnahme und Wiedergabe und dem hierdurch veranlaten Wechsel zwischen
hell und dunkel. Was sich durch geeignete Konstruktion des
Bewegungs-Mechanismus und Formung der Apparate tun lt, um das Flimmern
mglichst zu verringern, habe ich oben eingehend dargetan. Wenn nun auf
Grund dieser Erfahrungen der Apparat auf einen hohen Grad der
Vollkommenheit gebracht ist, so liegt es am Vorfhrer, das
berbleibsel vom Flimmern durch geeignete Maregeln mglichst gering
zu halten. Diese Forderung mag unverstndlich erscheinen, aber nur
deshalb, weil die Gesichtspunkte, die ich jetzt errtern will, wenig
oder garnicht beachtet werden. Der Vorfhrer hat es tatschlich vielfach
in der Hand, dem Lichtbild eine grere Ruhe zu geben, und wenn er sich
die Mhe nicht verdrieen lt, in dieser Hinsicht zu wirken, so kann er
der Dankbarkeit des Publikums sicher sein; denn gerade das Flimmern ist
es, welches das Auge des Beschauers ermdet.

Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgehen, da sich bei ein und
demselben Apparat und bei gleicher Beleuchtung das Flimmern einmal in
strkerem, einmal in schwcherem Grade zeigt, und er wird finden, da
der Unterschied im Film liegt; bei dem einen Film flimmert das Lichtbild
schlimmer als beim andern. Die unangenehme Erscheinung tritt strker auf
bei Bildern mit ausgedehnten, ganz weien Flchen, z.B. mit groem,
hellen Himmel, whrend sie sich bei Szenen mit durchweg dunklem
Hintergrund weitaus geringer bemerkbar macht. Das ist leicht erklrlich.
Das Flimmern ist eine Folge des steten Wechsels von hell und dunkel; je
heller nun das Bild ist, desto schrfer wird der Gegensatz zwischen hell
und dunkel und desto strender wird der Wechsel auf das Auge. Am
deutlichsten zeigt sich dies, wenn man den Film entfernt und, die Kurbel
in richtiger Geschwindigkeit drehend, das weie Gesichtsfeld beobachtet:
da wird das Flimmern auffallend stark sein, weil wir jetzt dem Auge
besonders intensive Lichteindrcke geben, denen stoweise die dunkle
Pause folgt.

Was soll nun der Vorfhrer tun, wenn er ein Bild mit groen, weien
Flecken hat? Wie kann er hier das Flimmern reduzieren? -- Da steht
zunchst ein Weg frei: dem Bild weniger Licht geben! Dadurch wird der
Gegensatz im Wechsel hell-dunkel geschwcht und das Flimmern auffallend
geringer. Da umgekehrt ein Zuviel an Licht das Flimmern frdert, lt
sich durch Prfung leicht feststellen; damit stimmt auch die Beobachtung
berein, da ein kleines Lichtbild, mit gleichem Licht projiziert,
strker flimmert als ein groes Bild, indem ersteres wesentlich heller
ist. Die Schwchung des Lichtes lt sich natrlich nur dann und nur
soweit durchfhren, als das Bild in seinen dunkeln Teilen nicht darunter
leidet. Ist der Film sehr hart gedruckt und verlangen die
Schattenpartien viel Licht, so mag dies Verfahren unter Umstnden mehr
schaden als ntzen. Jedenfalls ist aber als Regel festzuhalten: dem Film
soll nicht mehr Licht gegeben werden, als ntig ist!

Eine weitere Beobachtung zeigt, da ein gefrbter Film in geringerem
Mae flimmert. Man kann dieses z. B. bei dem bekannten Feuerfilm sehen,
der in seinem ersten Teil, Anfahrt der Feuerwehr etc., mehr oder minder
stark flimmert, whrend die folgende Szene, die den Brand des Hauses
darstellt, und bei welcher der Film rot gefrbt ist, wesentlich ruhiger
erscheint. Da htten wir also ein zweites Mittel, das darin besteht, den
Film zu tnen. Der Vorfhrer braucht sich nun nicht mit
Frberei-Versuchen zu befassen: er kann vielmehr eine hnliche oder
gleiche Wirkung mit Hilfe von Farbscheiben erzielen, die in den
Strahlengang eingeschaltet werden. Von dem Effekt kann man sich sehr gut
eine Vorstellung machen, wenn man den Apparat, ohne einen Film
einzusetzen, dreht und die beleuchtete Projektionsflche betrachtet: das
zuerst weie und stark flimmernde Feld wird ruhiger, sobald man eine
farbige Scheibe in den Strahlengang bringt. Der Einflu der
verschiedenen Farben auf das Flimmern ist brigens keineswegs gleich:
gelb hilft wenig oder so gut wie gar nichts, rot dagegen dmpft das
Flimmern auerordentlich stark, gleichfalls violett und blau, in noch
etwas geringerem Mae grn; die Tiefe des Farbtons spielt dabei eine
groe Rolle: je dunkler die Farbe, desto strker die beruhigende
Wirkung.

Recht zweckdienlich ist zum Tnen des Bildfeldes eine mit verschiedenen
Farbfeldern versehene und drehbar angeordnete Scheibe, welche hinter der
Tre in den Mechanismus eingesetzt wird. Die Farbscheibe gehrt nmlich
zwischen Kondensor und Film; wenn man sie vor dem Objektiv anbringt,
leidet das Bild leicht an Klarheit. Der Vorfhrer soll sich nun nicht
verleiten lassen, eine solche Scheibe aufs Geratewohl zu benutzen. Ihre
Verwendung bei dem einen oder andern Film mu vorher sorgsam studiert
und probiert werden, wenn man nicht in bertreibungen und
Geschmacklosigkeiten verfallen will. Es ist durchaus nicht meine
Absicht, die Farbscheibe als Allheilmittel gegen das Flimmern zu preisen
und zu empfehlen, ich wollte vielmehr nur auf die vielfache Mglichkeit
ihrer Verwendung hinweisen und Anregung zur hufigeren Benutzung geben.

Wer sich fr die Bearbeitung und Frbung der Films selbst interessiert,
findet darber Nheres weiter unten; dort sind auch einige Mitteilungen
ber das Kolorieren von Films gemacht, ein Verfahren, durch welches man
aus gleichem Grunde eine Minderung des Flimmerns erzielt.

Wissenschaftliche Untersuchungen ber das Flimmern sowie auch ber das
Bewegungssehen sind neuerdings durch Prof. Dr. Marbe, Direktor des
Physiologischen Instituts der Universitt Wrzburg, ausgefhrt worden.
Die Resultate sind niedergelegt in einer Schrift Theorie der
kinematographischen Projektionen (Leipzig 1910), welche Interessenten
empfohlen sei.


Das Flickern.

Zuweilen gewahrt man auf der Projektionswand ein heftiges Flickern,
und zwar macht es sich namentlich in hellen Stellen des Bildes
bemerkbar, wie z. B. in den Teilen, welche den Himmel darstellen. Diese
Erscheinung rhrt her von Kratzen und Schrammen im Film, sowie auch von
Lchern in der Bildschicht; dies bel ist oft viel schlimmer und
strender als das geringe berbleibsel vom Flimmern eines guten
Apparates.

Ein paar einzelne Fehler im Film, selbst grere, bringen wenig Schaden,
sie sind rasch vorber. Aber die Menge kleiner Kratzen und Flecken ist
schlimm; sie erscheint dem Auge wie ein Gewirre tanzender Mcken. Warum,
ist leicht erklrlich. Die rasch nacheinander gezeigten Bilder gehen,
wie wir wissen, in einander ber und die Verschiebungen in den Bildern
geben sich unserem Auge als Bewegung kund. Normaler Weise verlaufen
diese Bewegungen glatt und ununterbrochen; wenn aber in zwei aufeinander
folgenden Bildern eine starke Verschiebung eintritt, so gibt es einen
Sprung. Das ist beispielsweise der Fall, wenn aus einem Film eine Anzahl
beschdigter Bilder herausgeschnitten ist; an der Klebestelle bekommen
wir dann eine pltzliche Versetzung, die sich als heftige Bewegung der
Person oder des Gegenstandes unangenehm bemerkbar macht. So ist es auch
mit den Flecken. Wrde eine Anzahl aufeinander folgender Bilder je einen
Fleck an derselben Bildstelle haben, so wre dieser Fehler nicht
schlimmer, als ein Fleck bei einem stehenden Lichtbild; wrden diese
Flecken in der Reihenfolge der Bilder nach und nach sich gegeneinander
verschieben, indem sie beispielsweise von Bild zu Bild immer nach oben
sen, so nhme das Auge eine Bewegung des Fleckens nach aufwrts wahr,
die gewi schon recht strend sein wrde. Wenn aber der Flecken einmal
hier, einmal dort im Bilde sitzt, so bekommen wir bei der Projektion den
Eindruck, als ob er hin und her tanzt; denn unser Auge nimmt ja die
sprungweisen Verschiebungen als heftige Bewegungen wahr. Bei einem
strapazierten Film ist es nun in Wirklichkeit noch viel schlimmer. Da
gibt's auf jedem Bild nicht einen, sondern viele Flecken und Kratzen an
beliebigen Stellen, und von jedem Bild zum nchsten sind sie regellos
gegeneinander verschoben. Wie soll sich da unser armes Auge zurecht
finden! Getreulich sucht es in all diese Verschiebungen Sinn zu bekommen
und Bewegungen daraus zu konstruieren. Und was es da kombiniert, kann
nichts anderes sein als ein tolles Hin- und Herspringen, so recht dazu
angetan, um wirre zu machen und zu ermden.

Hufig wird dies unangenehme Flickern mit dem Flimmern verwechselt und
ungerechterweise dem Apparat die Schuld dafr gegeben. Tatschlich kann
gegen diesen Fehler, der ja im Film zu suchen ist, der beste Apparat
nicht helfen. Wer sich davor bewahren will, mu gute Films verwenden und
diese gut pflegen und schonen.


Die Projektion stehender Lichtbilder.

In den meisten Fllen wird der Kinematograph mit einer Vorrichtung zur
Projektion stehender Lichtbilder versehen. Die verschiedenen
Ausfhrungsarten desselben habe ich schon weiter oben besprochen. Es
erbrigt sich hier darauf hinzuweisen, da zum Einbringen und raschen
Auswechseln der Glasbilder ein Bildhalter erforderlich ist, der in die
Bildbhne dicht vor den Kondensor gebracht wird. Man hat vielerlei Arten
von Bildhaltern konstruiert; am einfachsten ist und bleibt der Rahmen
mit Doppelschieber, der zwei Bilder aufnimmt und durch Herberschieben
ein rasches Auswechseln ermglicht. Wo man mit hoher Lichtstrke
arbeitet und der Bildhalter in Gefahr kommt, sehr hei zu werden, sei
die Anwendung einer ganz aus Metall ausgefhrten Konstruktion empfohlen.

Glasbilder bekommt man im Handel in groer Auswahl; es sei bemerkt, da
sie in zwei verschiedenen Formaten geliefert werden, nmlich
8-1/4  8-1/4 und 8-1/2  10 cm. Man tut daher gut, sich einen
Bildhalter zu beschaffen, der beide Bildgren durcheinander aufnimmt,
wie ihn die Fig. 55 zeigte. Das innere Ma der beiden Formate ist
brigens in der Regel nicht grer als 7  7 cm, so da eine
Kondensorgre von 10 bis 11 cm zur Beleuchtung ausreicht.

Der Bildhalter kann, worauf schon hingewiesen wurde, auch gute Dienste
als Verschlu fr den Kinematograph leisten, indem man in eine der
Schieberffnungen eine Blechscheibe oder ein Mattglas setzt.

Fr die kinematographische Projektion ist ein strkeres Licht
erforderlich als zur Vorfhrung von Glasbildern. Wenn man daher
zwischendurch stehende Bilder zeigt, so empfiehlt es sich, dafr die
Helligkeit der Lampe etwas zu mindern, vorausgesetzt, da die
Beleuchtungs-Vorrichtung dieses zult.


Die Behandlung und Pflege der Films.

Die Frsorge fr die Films spielt bei der kinematographischen Projektion
eine groe Rolle und sie darf nicht auer Acht gelassen werden, wenn man
an ihnen lngere Zeit Freude haben will. Zunchst gilt es, schon bei der
Aufbewahrung der Films Vorkehrungen zu treffen, damit das Material in
seiner Qualitt keine Einbue erleidet. Man mu es namentlich vermeiden,
die Films an einem warmen und trocknen Platz aufzuheben; denn das
Celluloid verliert dadurch an Geschmeidigkeit und wird auf die Dauer
sprde und brchig. Auch das Abspringen der Schicht wird durch
Aufbewahrung an einem ungeeigneten Platz befrdert. Am besten hlt sich
das Material an einem khlen und feuchten Ort, und wo ein solcher nicht
zur Verfgung steht, sollte man sich einen gut schlieenden Zinkkasten
verschaffen. In den Kasten kommt ein Einsatz mit einer durchlcherten
Platte, worauf die Films gelegt werden, und in den Raum darunter bringt
man ein angefeuchtetes Stck Filz oder einen feuchten Schwamm, der die
Films vor dem Eintrocknen bewahrt. Nach Bedarf mu der Filz oder Schwamm
wieder angefeuchtet werden. Zuviel Feuchtigkeit kann schdlich wirken,
indem dadurch die aus Gelatine bestehende Bildschicht in Gefahr kommt,
schimmelig zu werden.

ber die schonende Behandlung des Filmbandes im Apparat haben wir oben
schon gesprochen; es war dort davon die Rede, wie der Mechanismus gebaut
sein mu, damit der Film beim Durchlauf keinen Schaden leidet. Es gengt
nun nicht, wenn der Apparat in der angegebenen Weise konstruiert ist: er
mu auch in entsprechendem Zustande gehalten werden. Und dazu gehrt in
erster Linie: Sauberhalten aller Teile, mit denen der Film in Berhrung
kommt. Das Celluloid setzt nmlich (namentlich bei neuen Films) infolge
der Reibung bei der groen Geschwindigkeit einen Staub ab, der sehr hart
ist und sich zu einer Kruste verfestigt. Diese Kruste aber bildet ein
ganz ausgezeichnetes Schleifmittel, das nicht nur den Film verarbeitet,
sondern auch die betreffenden Apparatteile angreift. Darum ist es
dringend notwendig, die Auflageflchen in der Tre und auf den Trommeln
und Rollen hinreichend oft sorgfltig zu reinigen; wenn mglich, geht
man jedesmal, nachdem ein Film durchgelaufen ist, mit einer Brste
darber. Auf keinen Fall darf man es unterlassen, die Teile zum Schlu
grndlich zu reinigen.

Am meisten wohl werden in der Praxis die Films durch darauf geschmiertes
l verdorben. Die Apparate werden vielfach zu stark gelt, ohne darnach
gereinigt zu werden; das l verbreitet sich ber die Teile, mit denen
der Film in Berhrung kommt, und nun erhlt der Film einen klebrigen
Schmierberzug. Staub und Schmutz, der darauf liegt, bleibt haften und
wird dann in der Aufrollvorrichtung fest darauf gepret. Es ist zu
beachten, da der Film infolge von Reibung leicht elektrisch wird und
da er alsdann Staub anzieht. Damit die Staubentwicklung im Raume eine
mglichst geringe ist, trage man fr hufige, gehrige Reinigung Sorge.
Ferner empfiehlt es sich, die Films nicht zu fest auf- und umzurollen.
Bei festem Aufrollen wird der daran haftende Staub geradezu in den Film
eingepret, denn der Druck der Filmlagen aufeinander ist ein ganz
gewaltiger. Besonders schdlich ist es dabei, wenn an dem Film krnige
Schmutzteilchen sitzen, da diese zu Kratzen Anla geben.

Eine sachgeme Behandlung der Films verlangt fernerhin, da man das
Band nach erfolgtem Durchlauf daraufhin nachsieht, ob es bei der
Vorfhrung irgendwie gelitten hat, und da man schadhafte Stellen, die
sich zeigen sollten, ausbessert. Diese Prfung kann man meist
zweckmiger Weise beim Auf- oder Umrollen des Filmbandes vornehmen; man
lt dazu den Film durch die Hand gleiten, wobei man die Finger gegen
die Kanten legt und so Einrisse leicht auffindet. Es empfiehlt sich,
dabei auf den Tisch ein reines, weies Tuch zu legen und Staub mglichst
fernzuhalten. Zum Reinigen des Filmbandes von Staub lt man es durch
einen Lederlappen laufen; anhaftende Schmutzteilchen und lschmiere
entfernt man mit einem Benzinlappen. Wenn man es versumt,
Beschdigungen, wie Risse und schlechte Klebstellen, rechtzeitig zu
reparieren, so leidet der Film immer mehr, und ein beschdigter Film,
der ungepflegt bleibt, ist in kurzer Zeit vllig ruiniert und
unbrauchbar.

Am strksten leiden erfahrungsgem Anfang und Ende des Filmbandes; bei
fters benutzten Films kndigt sich der Schlu meist durch ein
hssliches Regnen an. Dieser belstand lt sich in der Weise
vermeiden, da man vorne und hinten einige Meter Blankfilm -- am besten
schwarzen Film -- anklebt; dann bleibt der eigentliche Bildfilm
geschont.

Verknitterte Films macht man glatt, indem man sie ber heien
Wasserdampf, der aus einem Kessel kommt, hlt und dabei mit der Hand
glatt streicht.


Das Verkleben und Ausbessern der Films.

Das Zusammenkleben von Films geht bei richtiger Handhabung und bei
Anwendung geeigneten Klebstoffes leicht von statten. Das Celluloid lt
sich so schn kleben, da ein Klebstreifen von 3 mm Breite vollkommen
gengt; bei einiger bung kommt man mit einem noch kleineren Stcke aus.
Es ist zu bercksichtigen, da der Film an der Klebstelle dicker und
steifer ist und da er dort also beim Durchlauf durch den Apparat einen
gewissen Widerstand findet; aus diesem Grunde ist es vorteilhaft, wenn
die Klebstelle recht klein gemacht wird.

Die Gelatineschicht mu auf einem der beiden Filmstcke an der Stelle,
welche verklebt werden soll, vllig entfernt werden; denn man erhlt nur
dann eine feste Verbindung, wenn Celluloid auf Celluloid kommt. Ein
Punkt, der ferner beim Verkleben beachtet werden mu, ist die
Innehaltung der Perforation. Nicht nur mu der Abstand der Lcher an der
Klebstelle genau gewahrt bleiben, sondern man mu auch zusehen, da dort
keine Verschiebung in der Reihenfolge der Bilder eintritt. Wenn man
beispielsweise aus dem Film ein eingerissenes Stck durch
Herausschneiden entfernen will, so ist es erforderlich, ein Stck in
Gre eines ganzen Bildes (mit beiderseits vier Lchern) oder, falls der
Ri darber hinaus geht, in Gre zweier oder mehrerer Bilder
wegzunehmen. In dieser Hinsicht das Richtige zu treffen, bietet keine
Schwierigkeit, wenn man die Klebstelle auf das Fu- bezw. Kopfende der
Bilder verlegt: es mssen sich dann also dort genau zwei Bilder treffen.
Die Schnittstelle sollte aber nicht auf ein Loch fallen, sondern am
besten mitten zwischen zwei Lcher gelegt werden.

Gilt es zwei Films zusammenzukleben und befindet sich am Ende des einen
Film ein mehr oder minder langes blankes oder schwarzes Stck (ohne
Bilder), so mu man zunchst feststellen, ob dies Stck so lang ist, da
genau eine Anzahl Bilder (gleichgltig wie viele) darauf geht. Da auf
jedes Bild vier Lcher kommen, braucht man dazu nur die Lcher zu
zhlen; ihre Zahl mu, wenn die Verbindung richtig werden soll, ein
vielfaches von vier sein. Macht man hierbei einen Fehler, so wird bei
der Vorfhrung der angeklebte zweite Film mit seinen Bildern nicht
richtig in der Trffnung sitzen. Die richtige Lnge des blanken Stckes
lt sich auch leicht durch Messen von dem mit Bildern versehenen
Filmteil kontrollieren.

Es kann nun beim Zusammenkleben zweier Films vorkommen, da ihre
Perforation in der Anordnung zu den Bildern verschieden ist, indem bei
dem einen Film die Lcher etwas hher am Bilde sitzen als beim andern.
Wenn man da genau Bild an Bild klebt, wird an dieser Stelle der
Lochabstand zu gro oder zu klein sein; macht man anderseits die
Verbindung derart, da die Entfernung der Lcher richtig ist, so tritt
eine kleine Verschiebung der Bilder ein. Es ist aber notwendig, beim
Verkleben den Lochabstand mglichst genau einzuhalten, weil sonst der
Transport des Bandes eine Strung erleidet; die Verschiebung des Bildes,
die sich dann beim bergang vom ersten zum zweiten Film zeigt, mu man
hier daher mit in Kauf nehmen und durch die betreffende Vorrichtung des
Apparates korrigieren.

Als Klebstoff benutzt man ein Lsemittel fr Celluloid, und zwar bewhrt
sich sehr gut Amylacetat, dem man etwas Celluloid zuzusetzen pflegt;
auch lassen sich Aceton und Eisessig verwenden. brigens werden jetzt
fr Films geeignete Klebmittel im Handel vielfach angeboten. Man mu die
Flasche gut verkorkt halten, da die Substanzen stark verdunsten und
dadurch an Wirksamkeit verlieren; eine praktische Anordnung zeigt
Fig. 108. Gummi, Kleister und dergl. andere Stoffe sind hier nicht zu
brauchen.

[Illustration: Fig. 108.]

Um einen beschdigten Film zu reparieren, verfhrt man nun
folgendermaen. Wenn der Film einen starken Einri zeigt, so schneidet
man ihn genau auf der Linie, welche das nchste Bild von dieser Stelle
trennt, mit einer scharfen Scheere oder mit einem Messer und Lineal
durch und schneidet von dem einen Ende den beschdigten Teil in der Nhe
des daranstoenden Bildes ab, derart, da ein Streifen von etwa 3 mm
Breite brig bleibt, der zum Ankleben an das andere Filmende dient. Von
diesem Klebstreifen schabt man mit einem scharfen Messer die
Gelatineschicht sorgfltig ab, was besser vor sich geht, wenn man die
Gelatine zuvor mit etwas Wasser aufweicht. Man berzeugt sich, da man
beim Aufeinanderlegen den richtigen Lochabstand erhlt, und bringt
mittels eines feinen Pinsels eine dnne Lage des Klebstoffes darauf;
desgleichen bestreicht man die betreffende Stelle auf der Rckseite des
andern Filmendes mit der Klebmasse. Wenn man nun die beiden Teile mit
Ruhe und Vorsicht aufeinander legt und recht fest zusammendrckt, so hat
man in ganz kurzer Zeit eine tadellose Verbindung. Altes, brchiges
Filmmaterial klebt nicht so gut.

Man kann sich diese Arbeit noch etwas erleichtern durch Benutzung einer
Klemmvorrichtung, wie sie in Fig. 109 abgebildet ist. Sie besteht
sozusagen aus einer dreiteiligen Presse, deren Mittelstck durch einen
Riegel verschlossen werden kann. Die untere Platte ist mit zwei Reihen
Zhnen versehen, die genau der Perforation des Filmbandes entsprechen,
whrend die seitlichen Deckelplatten entsprechende Lcher haben. Zum
Verkleben bringt man die beiden Filmenden auf diese Platte, derart, da
die zu verklebenden Stcke aufeinander liegen, und klappt die Deckel
rechts und links herunter, wodurch ein Verschieben der Enden verhindert
wird. Alsdann bestreicht man die Klebstellen mit der Klebmasse und
schliet den mittleren Bgel, soda die Filmstcke fest aufeinander
gepret werden. Durch das Eingreifen der Zhne in die beiden Filmenden
wird der genaue Abstand der Lcher an der Klebstelle garantiert und
ferner bietet dieses Einklemmen den Vorteil, da hier ein Verrutschen
der Klebstcke aufeinander ausgeschlossen ist.

[Illustration: Fig. 109.]

Es ist noch eines zu beachten. Die Filmenden sollten derart
zusammengeklebt werden, da beim Durchlaufen durch die Tre an der
Klebstelle die Kante des oben angeklebten Stckes nach vorne, dem
Objektiv zu, zeigt. Andernfalls knnte diese Klebkante, wenn sie nicht
tadellos aufsitzt, gegen die Tre stoen und sich lockern. Da die
Schichtseite des Film dem Kondensor zugekehrt ist, erhlt man eine
richtige Klebweise, wenn man das etwa 3 mm breite Klebende, das von der
Schicht befreit wird, an demjenigen Filmstck anbringt, wo es an die
Kopfseite, oberhalb eines Filmbildchens zu liegen kommt. Manche
Vorfhrer machen die Klebstelle schrg ber den Film herber; hierbei
ist das oben gesagte ebenfalls zu beachten.

Stellen im Filmbande, die stark verkratzt sind und sich bei der
Projektion unangenehm bemerkbar machen, schneidet man am besten heraus,
und zwar verfhrt man dazu genau so, wie eben beschrieben wurde. Wenn
der Film am Rande einen kleinen Einri hat, so gengt es, ein
entsprechend groes, blankes Filmstck dagegen zu kleben, nachdem man
wenn ntig die Einristelle zuvor ausgeschnitten hat. Diese kleinen
Einrisse zeigen sich meist an den Lchern; das aufzuklebende Stck mu
daher mit einem Loch versehen sein und die Lcher mssen genau zur
Deckung gebracht werden. Damit die Teile gut aufeinander haften, darf
man nicht versumen, sie nach Aufstreichen des Klebstoffes kurze Zeit
recht fest aufeinander zu pressen. Ein ev. berstehendes Stckchen an
der Klebstelle schneide man ab. Auch hier beachte man, da beim Kleben
stets Celluloid auf Celluloid liegen mu.

Nun kommt die Prfung der Klebstellen! Man kontrolliere dabei, ob die
Stcke richtig aufeinandersitzen und ob die Rnder bis in die Ecken fest
ankleben. Die Rnder selbst schabt man, wenn ntig, mit einem
Radiermesser oder mit Sandpapier ab, damit der Film an dieser Stelle
glatt wird und nicht Gefahr luft, beim Durchlauf durch das Werk
irgendwo hngen zu bleiben.

Eine Nachprfung des geflickten Film ist sehr zu empfehlen; man tut gut,
das Band bei dieser Gelegenheit durch einen Lederlappen laufen zu
lassen, der darauf sitzende Schmutzteilchen entfernt. Allerdings mu
man bercksichtigen, da starke Reibung das Filmmaterial elektrisch
macht, wodurch es die Neigung bekommt, Staubteilchen anzuziehen.
Verschmierte Films reinigt man vorsichtig mittels Benzin. Zeigt der Film
auf der Celluloidseite Kratzen und Schrammen, so streicht man mit einem
Filzstreifen Zaponlack darber; man kann dadurch, wenn auch nicht immer
ganz, so doch zum Teil Abhilfe schaffen. Bei Kratzen, Lchern und
sonstigen Fehlern in der Schicht gibt es kein anderes Mittel als
Retusche. Stark verkratzte Stellen schneidet man, wie oben gesagt, am
besten aus.

Nun noch eines! Was tut der Vorfhrer, wenn whrend der Vorfhrung der
Film zerreit? Rasche Abhilfe ist dringend notwendig, wenn die Strung
nicht noch schlimmer werden soll. Das einfachste Mittel besteht darin,
die beiden Enden mit einem Stck Heftpflaster zusammen zu kleben; wenn
solches fehlt, tut's auch Freimarkenpapier. Man klebe aber das Pflaster
nur auf die Celluloidseite, nicht auf die Schicht; denn letztere wrde
darunter leiden und man mte beim nachtrglichen ordnungsgemen
Verkleben diese Stcke fortschneiden. Ein Zusammenheften der Filmenden
mit einer Nadel ist nicht zu empfehlen. Wenn man aber mangels anderer
Hilfsmittel eine Nadel nehmen mu, so lege man in der Aufrollvorrichtung
ein Stck Papier oder Stoff unter und ber die Flickstelle, damit die
Filmlagen unter und ber der Nadel nicht beschdigt werden. Die
durchstochenen Stellen mssen nachher fortgeschnitten werden und
infolgedessen hat man bei diesem Verfahren mehr Verlust als bei der
Benutzung eines Pflasters.


Die Instandhaltung des Mechanismus.

Es wurde schon darauf hingewiesen, da alle Teile des Apparates, mit
denen der Film in Berhrung kommt, recht sauber gehalten werden mssen,
weil sich dort Celluloidstaub und Gelatinekrner absetzen, die sich
nach und nach zu einer harten Kruste verfestigen und die dann auf Film
wie Apparat schdlich wirken. Namentlich neue Films neigen dazu, in der
Tre, dort wo der Film aufliegt, eine feste, harte Masse anzusetzen, und
es kommt vor, da der Film dann mit einem pfeifenden Gerusch durch den
Apparat luft. Man mu eine solche Kruste sofort nach Durchlauf des Film
entfernen; sie sitzt so fest, da ein hartes Instrument, z. B. ein
meielartig zugeschrftes Stahlplttchen, das die Breite des Film hat
und in die Tre pat, dazu erforderlich ist. Dies Ansetzen einer harten
Kruste bei neuen Films wird vermieden, wenn man die Schienen, worauf der
Film luft, um eine Spur -- den Bruchteil eines Millimeters -- schrg
feilt, soda der Film nach innen ein wenig mehr Spiel hat. Ferner
empfiehlt es sich, auf die Teile der Tre, worauf der Film schleift,
etwas Vaseline zu geben, aber nur sehr wenig. Man reibt die Vaseline
darber und nimmt den berschu ab: der Hauch, der darauf bleibt,
gengt. Jedesmal, wenn eine Filmrolle durch den Apparat gelaufen ist,
gehe man mit dem Finger ber die Tre und berzeuge sich, da die
Schienen bezw. Federn noch vollkommen glatt sind.

Auch die brigen Teile des Werkes mssen regelmig sorgfltig gereinigt
und gepflegt werden, wenn der Apparat nicht mit der Zeit auf den Hund
kommen soll, wie das leider durch Vernachlssigung nicht selten
geschieht. Smtliche Lger der Trommeln und Rder sind zu len,
desgleichen die Achsen oder Fhrungen des automatischen Feuerschutzes.
Dabei gebe man nicht zu viel l auf und beachte, da sich das l nicht
ber den Mechanismus verbreite. Malteserkreuz-Apparate, die fr
Dauerbetrieb bestimmt sind, werden jetzt mit einem lbehlter versehen,
in dem Malteserkreuz und Eingriffscheibe laufen. Bei zu starker Fllung
spritzt das l heraus. Es ist gut, wenn der Behlter einen Ablauf hat,
der berflssiges l fortholt. Gerade durch das Apparatl geschieht den
Films der meiste Schaden.

Bei der Wahl des les sei man nicht gleichgltig. Ein l, das sich
verdickt, ist untauglich. Man benutze ein dnnflssiges, vor allem
surereines l, wie es z. B. fr die Gasmotore gebraucht wird. Durch
einen geringen Zusatz von Schweineschmalz oder Knochenl (aber reinem!)
wird die Schmierfhigkeit gehoben. Gutes l ist sparsamer im Gebrauch
als minderwertiges. Von Zeit zu Zeit -- bei Dauerbetrieb jeden Tag --
ist das l nebst dem darin angesetzten Staub durch Petroleum
auszuwaschen; man gebe das Petroleum mit einem lknnchen ein und putze
die herauslaufende Schmiere sofort mit einem Lappen ab. Besonders bei
neuen Maschinen, an denen noch von der Fabrikation her Metallstaub
haftet, ist ein sorgfltiges Auswaschen wichtig.

Auf die Zahnrder gibt man kein l. Man mag die Zhne mit Vaseline
einschmieren, dem ein kleiner Graphitzusatz beigegeben ist. Auch
Bienenwachs wird empfohlen, wenn die Zahnrder durch langen Gebrauch
etwas ausgearbeitet sind; hier heit es ebenfalls, das berflssige mit
einem Lappen entfernen. Unter keinen Umstnden darf der Drahtspiralzug,
der vielfach benutzt wird, um die Aufrollvorrichtung anzutreiben,
geschmiert werden; denn dann gleitet er auf den Scheiben und
transportiert nicht; man halte den Spiralzug vielmehr trocken, damit
eine krftige Reibung entwickelt wird. Bei Friktionsantrieb lege man von
Zeit zu Zeit die Lederscheibe, wenn eine solche benutzt wird, in Benzin,
um das darauf gekommene l herauszuwaschen. Zur Verhtung von
Rostbildung gehe man ber die anderen Apparatteile mit einem fettigen
Lappen, ohne sie dabei zu verschmieren.

Wenn der Apparat dem Dauerbetrieb ausgesetzt ist, wie er im
Kinematographentheater statt hat, so werden verschiedene Teile der
Abnutzung unterlegen sein. Da ist fr rechtzeitigen Ersatz Sorge zu
tragen. Man habe Obacht auf die Zahntrommeln, namentlich auf die kleine,
ruckweise bewegte Zahntrommel des Malteserkreuzapparates. Die Zhne
schleien aus; sie werden mit der Zeit hakenfrmig und reien dann in
den Film ein. Dieses Aushhlen der Zhne zeigt sich besonders
bei der Gabel des Greiferapparates. Auch die brigen Teile des
Bewegungsmechanismus mssen unter Kontrolle gehalten und wenn ntig
ersetzt werden. Besondere Aufmerksamkeit widme man ferner der Tre; die
Druckfedern werden mit der Zeit verschleien und Ersatz bedingen. Beim
Einsetzen neuer Federn beachte man, da diese den Film nicht zu fest,
aber doch hinreichend fest andrcken. Wenn der Druck zu schwach ist,
vibriert der Film und das Bild tanzt innerhalb der Einrahmung auf und
ab. Bei zu starkem Druck wird der Film und namentlich seine Perforation
strapaziert.

Es empfiehlt sich, das Werk von Zeit zu Zeit Teil fr Teil einer
sorgsamen Prfung zu unterziehen und zu kontrollieren, ob alles noch
richtig arbeitet, ob die Rollen richtig und gerade gegen die
Zahntrommeln sitzen usw. Diese Mhe macht sich reichlich bezahlt; wer
sich ihr unterzieht und etwa auftretenden Mngeln rechtzeitig abhilft,
hat stets einen gut laufenden Apparat zur Hand und ist davor gesichert,
da durch schlechtes Funktionieren die Films verdorben werden.




ber die Feuersgefahr bei kinematographischen Vorfhrungen.


Eine Reihe von Unfllen, namentlich aber das entsetzliche Brandunglck
auf dem Pariser Wohlttigkeitsbasar im Jahre 1897, lenkten die
Aufmerksamkeit auf die Frage: wie steht es mit der Feuersgefahr bei
kinematographischen Vorfhrungen? Insbesondere interessierten sich fr
diese brennende Frage die Behrden, denen es obliegt, fr die
Sicherheit des Publikums bei ffentlichen Vorstellungen Sorge zu tragen,
und sie ordneten Sicherheitsmaregeln an, um weitere Unflle zu
verhten.

Es ist nun ebenso falsch, eine Gefahr bei kinematographischen
Vorfhrungen grundstzlich zu verneinen, wie das verschiedentlich
geschehen ist, als andrerseits den Kinematograph als ein uerst
gefahrbringendes und womglich explosives Teufelsinstrument
hinzustellen, wenn er auch dem Auenstehenden, der nur die
Unglcksberichte in den Zeitungen liest, als solches erscheinen mag. Mit
der Gefahr verhlt es sich hier gerade so wie bei vielen anderen Sachen:
bei Vorsicht ist sie fern, aber sie naht, wenn man unachtsam ist.
Millionen von Menschen brauchen tagtglich Leuchtgas, Petroleum und
Streichhlzer, und keinem fllt es ein, dabei an Gefahr zu denken. Und
doch -- wie oft liest man von Leuchtgas-Explosionen und von explodierten
Petrollampen, stets Folgen von Unachtsamkeit. Wieviel Unglck ist schon
angerichtet worden durch achtlos beiseite geworfene, noch glimmende
Zndhlzer!

Ebenso ist es auch lediglich die Unachtsamkeit, die bei
kinematographischen Vorfhrungen Unflle herbeifhrte. Welches sind hier
nun die Gefahrquellen? -- Sie sind, wie schon frher erwhnt wurde, in
dem leicht entflammbaren Material der Films zu suchen. Aber in manchen
Fllen boten diese gar nicht den Anla zum Brand; so ist namentlich bei
dem groen Pariser Unglck die Entstehung des Feuers auf eine andere
Ursache zurckzufhren. Als Lichtquelle wurde dort eine
ther-Kalklichtlampe benutzt, und es steht fest, da die Lampe whrend
der Vorfhrung anfing schlecht zu brennen. Der Vorfhrer -- heit es
in dem Bericht -- nahm nun eine mit ther gefllte Flasche, um dem
Saturator neuen Brennstoff zuzufhren, und bat seinen Gehilfen, ihm zu
leuchten, da die Lampe inzwischen ausgegangen war. Der Gehilfe zndete
ein Streichholz an und im Nu stand alles in Flammen. -- Das war ein
unsagbarer Leichtsinn, der nicht ohne furchtbare Folgen bleiben konnte.
Denn der ther sucht die Flamme selbst auf ziemliche Entfernung hin, er
zieht sie an wie ein Magnet. Dazu kommt, da der therdampf schwer ist
und zu Boden sinkt, was ihn doppelt und dreifach gefhrlich macht. Gegen
solch leichtsinnige Handlungen gibt's nur die eine Hilfe, da man an den
Apparat zuverlssige Leute stellt, die gut unterrichtet sind und sich
der Verantwortung ihres Amtes bewut sind.

Ich will hier nicht alle die Mglichkeiten durchgehen, wann sonst ein
Brandunglck durch wer wei welchen Leichtsinn entstehen kann, sondern
mich zu den besonderen Gefahren wenden, welche der Betrieb des
Kinematographien mit sich bringt, und diese sind, wie bereits gesagt, in
dem leicht entflammbaren Filmmaterial begrndet. Wodurch kann nun eine
Entzndung der Films veranlat werden? -- Da mssen wir zunchst an die
intensive Hitze des Strahlenbndels denken, welches aus der Laterne
austretend das Filmband beleuchtet, um von ihm ein stark vergrertes
Lichtbild auf den Projektionsschirm zu werfen. Nun, solange der Film
durch das Werk luft, knnen ihm die Strahlen nichts anhaben; doch wenn
der Film ruhig im Apparat steht, vermgen sie eine Entzndung
herbeizufhren -- vorausgesetzt allerdings, da der Vorfhrer
leichtfertig ist und den Fehler macht, die Strahlen ungehindert einige
Zeit auf den Film wirken zu lassen. Erhht wird in solchem Falle die
Gefahr durch eine falsche und ungnstige Einstellung der Lampe. Bei
richtiger Zentrierung befindet sich nmlich die Spitze des
Strahlenkegels, welchen die Laterne nach vorne wirft und der das
Filmbild kreuzt, im Objektiv oder vor demselben. Steht nun aber die
Lampe um ein gewisses Stck zu weit nach rckwrts, so richtet sich die
Strahlenspitze direkt gegen den Film und letzterer wird dann, wie von
einer Stichflamme getroffen, im Augenblick entzndet.

Die Maregeln, durch welche eine Entzndung des Filmbandes durch die
Strahlen verhtet wird, habe ich weiter oben eingehend besprochen und
ich will sie hier nur kurz zusammenfassen. Zunchst wurde die Anweisung
gegeben: man soll die Zentrierung des Lichtes vornehmen, bevor der Film
in das Werk eingespannt ist. Whrend des Einsetzens ist der Film ferner
durch eine vorgeschobene Metallscheibe, durch ein Mattglas oder ein
feines Drahtnetz gegen die Wirkung der Strahlen zu schtzen, und zwar
ist die Scheibe erst wegzunehmen in dem Augenblick, wo das Werk in Gang
gesetzt wird. Diese Einrichtung wird womglich ergnzt durch einen
selbstttigen Feuerschutz, wie er oben beschrieben wurde. Doch mu
derselbe natrlich funktionsfhig gehalten werden; denn wenn er aussetzt
und bei Ruhestellung des Apparates das Strahlenbndel nicht absperrt, so
kann eine solche Sicherheitseinrichtung besonders gefhrlich werden,
weil sich der Vorfhrer darauf verlt und in dieser Hinsicht jede
weitere Vorsicht fr unntig hlt.

Man findet zuweilen bei Apparaten eine Arretiervorrichtung, mit der man
die selbstttige Feuerschutzscheibe geffnet feststellen kann, damit man
zum Einstellen Licht hat. Diese Vorrichtung ist zu verwerfen; denn es
tritt dann leicht die Gefahr ein, da der Vorfhrer die Arretierung
nicht lst und so den Feuerschutz auer Ttigkeit lt. Praktisch ist,
wie oben erwhnt, an Stelle der undurchsichtigen Klappe ein feines
Drahtnetz, das Licht durchlt und doch schtzend wirkt.

In Amerika ist vielfach eine Feuerschutzvorrichtung in Gebrauch, die aus
einer zwischen Laterne und Mechanismus angebrachten Klappe besteht. Sie
schliet normalerweise den Strahlengang ab und mu vermittels eines
Tritthebels hochgehoben werden, wenn man projizieren will. Der Vorfhrer
ist daher gezwungen, whrend des Betriebes seinen Fu auf dem Tritt zu
halten; bei einer Gefahr verheienden Strung ist er dann in der Lage,
rasch und ohne jeden Handgriff die Stahlen abzuschlieen und den Film in
dieser Hinsicht gegen Entzndung zu bewahren.

Ein Schutz wird fernerhin durch einen Khltrog erzielt. Es ist aber zu
beachten, da er seine Wirksamkeit einbt, wenn die Khlflssigkeit
hei geworden ist. Letztere mu also erforderlichenfalls rechtzeitig
erneuert werden. berhaupt mu auch hier der Vorfhrer mit der Funktion
des Khltroges bekannt sein; da man dies nicht immer ohne weiteres
voraussetzen kann, habe ich in einem Falle gesehen: der Khltrog stand
ungefllt an seiner Stelle und hinderte zur Verwunderung des Vorfhrers
die Strahlen nicht, den Film zu entznden.

Ein Schutz des Filmbandes gegen die intensive Hitze der Strahlen ist,
wie gesagt, insbesondere beim Stillstande des Film erforderlich; solange
er in Bewegung ist und glatt durch den Apparat luft, hat man in dieser
Hinsicht nichts zu befrchten. Doch darf sich der Vorfhrer deshalb
nicht in Sicherheit wiegen und seine Aufmerksamkeit whrend der
Projektion nur dem Lichtbilde oder gar einem Schauerroman zuwenden. Denn
dabei kann er unter Umstnden schlechte Erfahrungen machen. Wenn nmlich
der vorgefhrte Film einen starken Ri oder eine schlechte Klebstelle
hat, was ja allerdings nicht vorkommen sollte, so kann leicht der Fall
eintreten, da der Film an dieser Stelle unten im Bewegungsmechanismus
durchreit. Whrend der Vorfhrer dann noch ahnungslos weiter dreht oder
den Motor weiter laufen lt, bleibt das obere Stck des zerrissenen
Filmbandes in der Tre hngen, und wenn nun keine Sicherheitsvorrichtung
vorhanden ist und der Vorfhrer nicht rechtzeitig eingreift, so gewinnen
die Strahlen Zeit, den Film zu entznden. Damit der Film whrend der
Vorfhrung in der Tre stockt und so zu einer Entzndung Anla gibt, ist
es brigens nicht ntig, da der Film vllig zerreit; dies wird auch
eintreten, wenn die Perforation derart beschdigt ist und ausreit, da
der Transportmechanismus das Band nicht mehr mitnimmt. Auf diese Weise
soll mancher Brand entstanden sein; ein Vorfhrer in Glasgow hat dabei,
als er den in Brand gesetzten Film retten wollte, sein Leben eingebt.

Es ist noch ein Moment zu beachten. Wenn der Film in der Tre stockt,
sei es, da er unten zerrissen ist oder da er infolge ausgerissener
Perforation nicht mehr transportiert wird, und wenn dann das Werk auch
nur noch kurze Zeit luft, so transportiert die Vorschubtrommel oben
weiter, und da der Film in der Tre festsitzt, so wird der Bausch
zwischen Trommel und Tre immer grer. Er bildet sich zu einer groen
Schleife aus, die, rckwrts schlagend, in Gefahr kommt, auf die Laterne
geworfen und dort in Brand gesetzt zu werden.

Man hat auch gegen diese durch Stockung des Filmbandes entstehende
Feuersgefahr Sicherheitsvorrichtungen ausgedacht. Eine derselben geht
von der eben besprochenen Vergrerung des Bausches aus. Es werden da
zwei dicht hintereinander befindliche gebogene Metallplatten derart
angebracht, da sie den Bausch umschlieen; die innere, dem Film
zugekehrte Platte ist leicht federnd beweglich angeordnet, so da sie
einem schwachen Druck nachgibt. Wenn jetzt eine Stockung des Filmbandes
eintritt und der Bausch infolgedessen vergrert wird, so drckt er die
innere Platte gegen die uere und bringt sie in Berhrung. Nun sind
beide Platten an eine besondere elektrische Stromleitung angeschlossen
und in dieser befindet sich ein Elektromagnet, der, in Ttigkeit
gesetzt, einen Ausschalter der Lichtleitung ffnet und damit die
Bogenlampe auer Betrieb setzt. Diese Stromleitung ist normalerweise
geffnet; sowie aber die beiden Platten in Kontakt kommen, wird der
Strom geschlossen und die Lampe wird dann durch die angedeutete
Anordnung ausgeschaltet, so da jede Gefahr von dieser Seite her
beseitigt ist. Zweckmigerweise wird gleichzeitig selbstttig eine
Glhlampe eingeschaltet, damit der Vorfhrer Licht hat und sofort fr
Abhilfe sorgen kann.

Bei einer andern Vorrichtung dieser Art wird ebenfalls der elektrische
Strom zu Hilfe genommen, um bei eintretender Gefahr die Bogenlampe auer
Ttigkeit zu setzen. Die Stromleitung wird hier zu einer Trommel
gefhrt, worber der Film luft, und zu einer darauf drckenden
Metallrolle. Beide Teile sind gegeneinander isoliert und werden ferner
durch den Film voneinander getrennt, so da normalerweise der Strom
offen steht. Wenn nun aber der Film reit und das abgerissene Ende
forttransportiert wird, whrend das andere Stck weiter oben im Werk
hngen bleibt, so kommt die Druckrolle mit der Trommel in Kontakt, der
Strom wird geschlossen und durch die vorher beschriebene Anordnung das
Licht selbstttig ausgeschaltet. Zur Erhhung der Sicherheit knnen zwei
solcher Kontaktvorrichtungen, eine oben und eine unten im Apparat,
angebracht werden; es ist aber zu bemerken, da diese Einrichtung nur in
Ttigkeit tritt, wenn das Filmband ganz zerreit, nicht aber bei
Filmstockungen, die durch Ausreien der Perforation herbeigefhrt
werden.

Rein mechanisch, ohne Anwendung von Elektrizitt, arbeitet das folgende
Verfahren, welches von der Beobachtung ausgeht, da der Film zwischen
unterer Transporttrommel und Aufrollvorrichtung stramm gespannt wird. An
dieser Stelle lt man gegen den Film eine Rolle laufen, die mittels
eines Hebels eine Klappe ffnet und dadurch den Strahlengang freigibt.
Sobald nun der Film reit, senkt sich die Rolle, die Klappe schliet und
sperrt die Strahlen ab, so da das eventuell in der Trffnung hngende
Ende gegen Entzndung bewahrt ist. Eine in Amerika vielfach bliche
Schutzvorrichtung besteht darin, da das Gehuse des Apparates oben mit
einem Drahtgitter umschlossen wird, welches sich in hinreichendem
Abstnde vom Gehuse befindet und den Film vor der Berhrung mit den
heien Metallteilen bewahrt.

Es ist nun die Frage zu errtern: wie steht es mit der Gefahr der
Ausbreitung des Feuers, wenn das Filmbildchen in der Tre durch die
Strahlen entzndet ist? -- Einen gewissen Schutz gegen eine rasche
Fortpflanzung des Brandes bietet die Tre selbst, die den Film nach
allen Seiten, insbesondere nach oben und unten, umschliet. Ich habe in
dieser Hinsicht mit verschiedenen Apparaten eine Reihe von Versuchen
angestellt, wobei Filmstcke eingesetzt und in der Trffnung zur
Entzndung gebracht wurden. Es zeigte sich dabei folgendes. Bei
Apparaten, wo die Filmfhrung der Tre oberhalb und unterhalb der
ffnung einen Kanal bildet, der hinreichend enge und hoch ist, brannte
die Flamme regelmig aus, und zwar beschrnkte sich das Feuer auf das
freiliegende Filmbildchen. Das Ersticken der Flamme erklrt sich
dadurch, da die hochziehenden Brandgase den Kanal fllen und der Flamme
dort die zum Weiterbrennen erforderliche Luft rauben.

Wenn der Film hingegen in der Tre keine solch enge, kanalartige Fhrung
findet, so brennt er, wie die Versuche zeigten, nach oben weiter und
setzt dann das oberhalb der Tre befindliche Filmstck in Feuer. In der
Tre selbst, oberhalb der ffnung, lt der Film dabei Asche zurck,
whrend der fest eingeklemmte Perforationsrand unversehrt bleibt. Nach
unten pflanzte sich der Brand in keinem Falle fort; die Flamme brannte
vielmehr im unteren Teile der Tre regelmig aus.

Bei der Fortpflanzung des Feuers, das durch Einwirkung der Strahlen an
der beleuchteten Stelle des Filmbandes entstanden ist, spielt noch ein
weiteres Moment eine groe Rolle. Die Flamme schlgt nmlich, wenn sie
vor der Tre einen freien Raum findet, durch die Trffnung vorne in die
Hhe und bringt das freiliegende Filmteil oberhalb der Tre
augenblicklich zur Entzndung. Ist die Trffnung aber nach vorne durch
ein Rohrstck, welches das Objektiv trgt, abgeschlossen (vergl. z. B.
Fig. 36), so kann die Flamme nicht hochschlagen und man ist in dieser
Hinsicht jeder Gefahr enthoben. Bei Apparaten, wo sich das Objektiv an
einer besonderen Trgervorrichtung befindet und der Raum zwischen Tre
und Objektiv frei liegt, ist daher eine besondere Sicherheitsvorrichtung
am Platze; ich habe als solche ein Schutzblech angegeben, das, oben an
der Tre angebracht, der hochziehenden Flamme Halt gebietet.

Man darf schlielich nicht auer acht lassen, da die Strahlen, welche
auf die Metallteile der Tre fallen, eine Erhitzung derselben
herbeifhren, und da dadurch sowohl die Entzndung des Filmbandes als
auch die Verbreitung des Feuers eine gewisse Frderung erfhrt. Es wird
daher jetzt vielfach hinter der Tre eine Platte angebracht, welche
diese berflssigen Strahlen auffngt. Die Platte besitzt einen der
Trffnung entsprechenden Ausschnitt und wird mit Asbest bekleidet; sie
kommt in einigen Abstand von der Tre, damit eine khlende Luftschicht
dazwischen bleibt.

Es ist noch zu erwhnen, da sich die verschiedenen Films nicht gleich
verhalten: der eine zndet schneller als der andere; namentlich
ausgetrocknete Films brennen heftiger und die Gefahr der Entstehung und
Weiterverbreitung des Feuers ist daher bei ihnen grer.

Ich habe im Vorstehenden den Weg angegeben, wie man sich gegen die
Fortpflanzung des Feuers, wenn solches durch die Wirkung der Strahlen
angerichtet ist, sichern kann. Aber ich mchte ganz entschieden davor
warnen, sich auf die beschriebenen Vorrichtungen blindlings zu
verlassen. Gewi mag hundertmal oder noch fter das Feuer in der Tre
ausbrennen, gewi mag die Aussicht, da dies auch in spteren Fllen
geschieht, durchaus berechtigt sein, aber die absolute Gewiheit, da
nicht auch einmal das Gegenteil eintreten kann, da nicht also der Brand
nach oben weiter zieht, hat man damit noch keineswegs.

Wie soll sich nun der Vorfhrer verhalten, wenn er durch
Unvorsichtigkeit das Unglck hat, da die Strahlen den Film zur
Entzndung bringen? Er kann in solchem Falle keinen schlimmeren Fehler
machen, als da er voreilig die Tre des Mechanismus ffnet; denn
dadurch wird der Film freigelegt und das Band steht augenblicklich
lichterloh in Flammen. Ferner mu er sich merken, da durch Blasen das
Feuer nur angefacht, aber nicht gelscht wird. Am besten ist es, die
Brandstelle scharf zu beobachten: brennt die Flamme, wie erwartet, in
der Trffnung aus, so ist es gut; sollte das Feuer aber nach oben
weiterglimmen, so schneide oder reie man den Film oberhalb und dann
sicherheitshalber auch unterhalb der Tre ab und bringe die
abgeschnittenen Teile in Sicherheit. Das in der Tre sitzende Stck kann
alsdann ohne weitere Gefahr ausbrennen. Wenn der Film allerdings in der
Tre keine hinreichend enge Fhrung hat, wenn also ein Weiterflammen
nach oben zu befrchten oder gar sicher zu erwarten ist, so mu der
Vorfhrer sofort eingreifen. Er mu dann sein Augenmerk darauf richten,
rasch den Film oben durchzureien und in Sicherheit zu bringen, wenn er
dazu berhaupt noch Zeit findet.

Um ein bergreifen eines solchen Feuers auf die Filmspule selbst zu
verhten, werden sogenannte feuersichere Trommeln verwandt, wie sie
weiter oben beschrieben und abgebildet wurden. Das sind vollstndig
verschliebare Bchsen, worin die Filmspule untergebracht wird und aus
welchen das Filmband durch eine Spaltffnung austritt. Bei Brand soll
sich hier das Feuer selbst ersticken. Durch die gleiche Einrichtung
wird die Filmspule unten auf der Aufrollvorrichtung geschtzt.

Es ist noch eine selbstttige Lschvorrichtung zu erwhnen, die darin
besteht, da durch das Feuer eine Schnur durchgebrannt wird, welche ein
mit Wasser geflltes Gef im Gleichgewicht hielt, das nun umkippt und
einen Wassersturz ber den Film sendet.

Soviel ber die Gefahr der Entzndung durch die Strahlen der Laterne!
Wie steht es nun mit weiteren Gefahren? -- Es liegt auf der Hand, da
das feuergefhrliche Material der Films allerhand Gelegenheit zu einem
Brande bietet, wenn es der Vorfhrer an der ntigen Bedachtsamkeit und
Vorsicht fehlen lt. Er braucht nur ein glimmendes Streichholz oder
glhende Zigarrenasche auf einen Film zu werfen, oder die Zigarre selbst
damit in Berhrung zu bringen, was ja durch die Dunkelheit bei der
Vorfhrung begnstigt wird; es gengt auch eine unvorsichtige Hantierung
mit einem Licht oder mit dem Filmbande, um ein Feuer herbeizufhren.
Welcherlei Flle da sonst noch mglich sind, das auszudenken und
aufzufhren wird berflssig sein. Wichtig aber ist die Frage: Wie kann
hier Unglck vermieden werden? -- Nun, am sichersten dadurch, da man,
soweit es geht, vorbeugt. Vor allem sollte in der Nhe des Apparates und
der Films nicht geraucht werden; die zur Vorfhrung bereitliegenden
sowie die gezeigten Films sollten in Blechbchsen verschlossen
aufbewahrt sein und nicht frei umher liegen. Wenn der Apparat keine
Aufrollvorrichtung hat, lasse man die Films nicht lose auf die Erde
laufen, sondern in einen Behlter, am besten aus feuersicherm Material,
der durch einen mit Spalt versehenen Deckel verschlossen ist.

Ferner werde auch dem Widerstand der elektrischen Lichteinrichtung ein
derartiger Platz angewiesen, da der Film niemals damit in Berhrung
kommen kann.

Frei umherliegendes Filmmaterial gibt nicht nur einem unvorsichtigen
Vorfhrer leicht Anla zur Brandstiftung, sondern ist auch sehr
gefhrlich fr die Ausbreitung eines im Apparate entstandenen Feuers.
Die Hauptsache drfte aber wohl sein, da der Vorfhrer in jeder
Hinsicht mit dem Apparate und dessen Handhabung vertraut ist, da er
ber die Feuergefhrlichkeit der Films gut unterrichtet und da er
erprobt zuverlssig ist.

Fr ffentliche kinematographische Vorfhrungen haben die Behrden
Vorschriften erlassen, welche darauf hinzielen, die Entstehung von
Brnden mglichst zu verhten, das Feuer, wenn es einmal ausbrechen
sollte, auf seinen Herd zu beschrnken und das Publikum in allen Fllen
gegen Gefhrdung zu sichern. Diese Polizeibestimmungen weichen bei den
verschiedenen Bezirken im einzelnen teilweise voneinander ab, laufen
aber im groen auf dasselbe hinaus. Vor allem verlangen sie, da der
Kinematograph in einem besonderen, vom Zuschauerraum getrennten Raum
untergebracht wird, ber dessen feuersichere Ausstattung hier und da
noch besondere Anweisungen gegeben sind. Als Apparatraum dient meistens
ein Eisenblech- oder Asbesthuschen. Brennbare Stoffe aller Art mssen
aus diesem Raum ferngehalten werden, er darf nicht mit offenem Licht
erleuchtet werden, und darin zu rauchen ist verboten. Die Films sollen
in feuersicherem Behlter untergebracht sein. Fr die Bekmpfung eines
Brandes sind gengende Mengen von Wasser und Sand sowie eine Flammdecke
zum sofortigen Gebrauch bereit zu halten.

Was den Apparat selbst anbetrifft, so lauten die Sicherheitsvorschriften
im wesentlichen dahin, da er eine Blendscheibe besitzt, die den Film
bei Ruhestellung gegen die Strahlen schtzt, und da die Spulen, welche
zum Ab- und Aufwickeln des Filmbandes dienen, sich in feuersicheren
Bchsen (Trommeln) befinden; an einigen Stellen wird auch die Benutzung
einer Khlkvette zur Pflicht gemacht. Die Bedienung des Apparates soll
nur durch sachkundige Leute geschehen, und zwar bestimmen verschiedene
Bezirke, da whrend der Vorfhrung eine zweite Person zur Hilfeleistung
zur Hand sei.

Ich habe hier die Feuersgefahr bei kinematographischen Vorfhrungen
eingehend behandelt, und zwar absichtlich. Eine so ausfhrliche
Darlegung erschien mir deshalb besonders wichtig, weil in dieser
Hinsicht viel Ungewiheit herrscht -- man findet bertreibungen auf der
einen und Sorglosigkeit auf der ndern Seite. In aller Interesse ist es
zu wnschen, da sowohl eine bertriebene Angst vor dem Kinematograph
einer ruhigen und sachlichen Beurteilung Platz macht, als da namentlich
auch die genaue Kenntnis der Gefahren allenthalben die gengende
Vorsicht im Betriebe herbeifhrt.

Allerdings werden sich Kinematographen-Unflle nicht ganz ausrotten
lassen. Es wird damit gerade gehen wie mit vielen ndern Sachen: hier
passiert das Unglck einem Neuling, der unerfahren und nicht
unterrichtet ist, dort einem sorglos gewordenen Praktiker, der, weil es
immer gut ging, vertraut, da es ohne Zutun so weiter laufen msse; auch
wird es immer wieder einen fahrlssigen Vorfhrer geben, der sich ber
die Vorschriften hinwegsetzt und sich z. B. nichts daraus macht, beim
Apparat zu rauchen und die Filmbchsen als Aschenbecher zu benutzen. --
Aber es kann doch vieles geschehen, die Zahl der Unflle zu beschrnken:
durch Auswahl geeigneten Personals, durch genaue Unterweisung und durch
strenge Einhaltung der Sicherheitsmaregeln.

Noch eins! Die besonderen Gefahren, welche den kinematographischen
Vorfhrungen anhaften, sind, wie wir gesehen haben, dem leicht
entzndlichen Filmmaterial, dem Zelluloid, zuzuschreiben. Welch
gewaltigen Fortschritt die Einfhrung eines unverbrennlichen oder doch
schwer brennbaren Filmmaterials bedeuten wrde, ist leicht einzusehen.
Die Schwierigkeiten, welche die Herstellung eines solchen Film bereitet,
sind auerordentlich; viele Versuche sind gescheitert. Es steht aber zu
erwarten, da das unter dem Namen Cellit bekannte Material in nicht zu
ferner Zeit erfolgreich zur Verwendung gelangt.




Vorfhrung und Programm.


Auch bei der Vorfhrung halte man an dem Prinzip fest, dem Publikum den
Aufenthalt mglichst angenehm zu machen. Wer in dieser Hinsicht
gleichgltig ist, wer da meint, es geschehe genug, wenn jeder Zuschauer
seinen Sitzplatz habe und dann die Bilder heruntergerasselt sehe, der
mag leicht mancherlei Anla zur Unzufriedenheit bieten, und wenn er das
Auge offen hlt, so wird er beobachten, da er damit seinem Unternehmen
am meisten schadet. Es heit auch hier, mit berlegung an die Sache
heranzugehen.

In erster Linie mu der Vorfhrer den Apparat sowohl wie die
Lichteinrichtung durch und durch kennen und mit deren Bedienung vllig
vertraut sein. Es gengt nicht, da er die Einrichtung einmal tadellos
vorfhrt: er mu auch ber fehlerhafte Erscheinungen Bescheid wissen,
damit er solche zu vermeiden versteht, und mu in der Lage sein, bei
irgendwelcher Strung, ohne den Kopf zu verlieren, sofort Abhilfe zu
schaffen. Alle Vorbereitungen, wie Einrichten des Apparates, Zentrieren
der Lichtquelle und Scharfeinstellen des Objektivs, sollten vorher
erledigt werden, und wenn etwas noch nach Erscheinen des Publikums zu
geschehen hat, so besorge man es mglichst unbemerkbar. Da man die
Zuschauer vor Nebenlicht bewahren und mit dem Gerusch des Apparates
mglichst verschonen mu, sowie da die Sitzpltze zweckmig anzuordnen
sind, habe ich oben schon gesagt.

Vor allem lasse man das Publikum nicht im Dunklen sitzen, wenn kein Bild
auf der Projektionswand steht; man sorge vielmehr fr ausreichende
Beleuchtung vor und nach der Vorfhrung, und zwar mu der Raum hell
gemacht werden, sowie der Apparat aufhrt zu spielen. Ferner richte man
es so ein, da die Zuschauer niemals die weie Wand zu sehen bekommen.
Man vermeide es auch mglichst, den Beginn der Vorstellung zu
verschieben; denn, mssen die Leute ber die angesetzte Zeit hinaus
warten, so werden sie ungeduldig und unzufrieden. Kurz und gut: man
strebe darnach, alles so gut zu gestalten, da die Zuschauer nichts
auszusetzen haben; wenn man dies im Auge hlt, findet sich der richtige
Weg von selbst und man wird gut dabei fahren.

Wie eben schon gesagt, mu man es unbedingt vermeiden, die Zuschauer die
weie Wand sehen zu lassen. Wenn die Films aneinander geklebt werden,
wie dies meist blich ist, so klebe man stets ein kurzes Stck schwarzen
Film dazwischen. Spannt man die Films einzeln ein, so mu der Vorfhrer
aufpassen, da er im rechten Augenblick den Verschlu schliet, denn
wenn er das Ende des Film hindurchdreht, so kommt der wei beleuchtete
Schirm zum Vorschein und das Publikum wird pltzlich durch den grellen
Schein geblendet. Darunter leidet der Eindruck auch des besten Bildes.
Der Schlu eines jeden Bildes lt sich brigens leicht dadurch
kenntlich machen, da man ein Stck schwarzen Film anklebt.

Nun das Programm! -- Ich denke hierbei an eigentliche
kinematographische Vorfhrungen, wie solche z. B. in den zahlreichen
Kinematographen-Theatern veranstaltet werden. Wenn man sich da zunchst
umsieht, was auf dem Gebiete der Filmfabrikation geleistet wird, so mu
man geradezu staunen; Phantasie und Unternehmungsgeist berbieten sich,
immer Neues und Originelles zu schaffen. Die Auswahl an Sujets ist ganz
enorm; leider aber findet sich manches Stck darunter, dessen Vorfhrung
lieber unterbliebe. Jeder Leiter eines Kinematographien-Unternehmens tut
gut daran, sein Programm rein zu halten von solchen Bildern, die
verrohend wirken und die Sensationslust der Menge zchten; er halte fest
an dem Grundsatz, nur Darstellungen zu geben, welche Belehrung und
Unterhaltung im edlen Sinne bieten.

Fr die Zusammenstellung des Programms lt sich natrlich kein
allgemein gltiges Schema geben. Bei der Auswahl der Bilder mu man sich
zunchst nach dem Publikum richten. In einer Industriestadt z. B., wo
man hauptschlich mit Fabrikarbeitern zu rechnen hat, wird man andere
Zusammenstellungen whlen, wie in einem Landstdtchen oder in einem
Militrplatz; und fr Kinder hinwieder wird man ein anderes Programm
machen als fr Erwachsene. In dieser Hinsicht mag es vielleicht schwer
sein, von vorneherein das Richtige zu treffen: Es gilt daher beobachten,
welcherlei Bilder am besten gefallen.

Ist man hierber im klaren, so heit es nun, Sujets auszusuchen, welche
zusammen passen, und diese dann in geeignete Reihenfolge zu bringen. Da
mu der Leiter des Unternehmens zeigen, was ihm an Erfahrung, Geschick
und Geschmack eigen ist; er nehme diese Arbeit nicht zu leicht, denn der
Erfolg hngt doch in erster Linie von seiner Darbietung ab. Die Bilder
mgen an sich noch so schn sein, werden sie wahllos bunt durcheinander
gezeigt, so kann ihre Wirkung zerstrt werden; der Gesamteindruck der
Vorfhrung wird dann keinesfalls befriedigend ausfallen.

In der Aufeinanderfolge der Darstellungen sind harte Gegenstze zu
vermeiden; es wre z. B. verfehlt, auf einen Film zum Totlachen eine
grausige Tragdie zu bringen. Das Programm soll in allen Teilen
abgestimmt und harmonisch sein; diese Forderung ist hier ebenso
berechtigt wie bei einem Konzert, wo man nicht nur schne Musik zu hren
wnscht, sondern auch eine geschmackvolle Zusammenstellung auserlesener
Stcke verlangt. Ein erfahrener Unternehmer wird nicht das Beste zuerst
bringen; er wird vielmehr fr eine gewisse Steigerung sorgen, um dadurch
das Publikum in Spannung zu halten. Auf keinen Fall darf die Vorfhrung
auf die Dauer ermdend wirken, was z. B. eintreten kann, wenn man des
Guten zuviel tut. Das Einlegen von Pausen ist unbedingt erforderlich. In
den Kinematographen-Theatern wickelt sich das Programm in der Regel in
einer bis anderthalb Stunde ab, und zwar wird es in drei Abteilungen
gebracht, zwischen denen Pausen von etwa 10 Minuten liegen.

Es ist blich, jedes Bild durch einen Titel anzuzeigen; diesen Brauch
halte man unbedingt bei. Besteht ein Film aus mehreren Abteilungen, so
empfiehlt es sich, den bergang zu jeder neuen Szene ebenfalls durch
eine berschrift zu kennzeichnen. Gelegentlich wird es mglich sein,
das Programm unter einem bestimmten Motto herauszugeben, und wenn das
geschickt gemacht wird, so gewinnt die Vorfhrung dadurch unbedingt an
Interesse. Natrlich mu dabei Eintnigkeit vermieden werden. Welche
Abwechslung lt sich z. B. schaffen in einem Programm mit dem Motto:
Reise um die Erde in so und so vielen Szenen oder Bildern! Da kann man
Landschaften, Panoramas, Straenszenen, Seestcke, Darstellungen aus dem
Volksleben, Jagd- und Tierbilder, und wer wei was sonst noch, vereinen,
auch geeignete humoristische Films lassen sich darin unterbringen. Es
ist kein schlechter Gedanke, zwischendurch einige stehende Lichtbilder
zu zeigen, welche auf das gemeinsame Thema Bezug haben. Das Programm
erfhrt dadurch eine treffliche Ergnzung; gleichzeitig wird so der
Zuschauer davor bewahrt, durch die ewige Bewegung auf der Wand, der das
Auge rastlos folgen soll, zu ermden. Es gibt eine Art Erholungspause.

Da man durch Einschalten von Nebelbildern das Programm noch
prchtiger ausgestalten kann, darauf mchte ich hier immerhin aufmerksam
machen. Der Nebelbilderapparat besteht bekanntlich aus zwei oder drei
Projektionslaternen, die unter einem Winkel ber- oder nebeneinander so
aufgestellt sind, da ihre Lichtkreise auf der Wand sich decken, und aus
einem Dissolver, d. h. einer Vorrichtung, welche die Bilder ineinander
bergehen, oder, wie man sagt, verschwinden lt. Die beigegebene
Abbildung (Fig. 110) zeigt z. B. einen aus drei bereinander stehenden
Laternen gebauten Apparat, deren untere mit Kinematograph versehen ist
und lebende Lichtbilder wirft, whrend die beiden oberen zur Darstellung
von Nebelbildern sowie auch einfachen stehenden Lichtbildern dienen. Man
kann die Einrichtung auch so treffen, da fr beide Zwecke besondere
Apparate benutzt werden, da man also eine Laterne mit Kinematograph fr
sich aufstellt und daneben eine Doppellaterne.

[Illustration: Fig. 110.]

Mit dem Nebelbilderapparat wird man an geeigneter Stelle das eine oder
andere Effektstck einschalten. Es heit aber: sorgsam Auswahl treffen
und nicht zu viel bringen. Am besten kommen diese Effekte zur Wirkung,
wenn die ganze Vorfhrung nach einem bestimmten Motiv zusammengestellt
ist. So wrde man in dem oben angedeuteten Programm Reise um die Erde
z. B., nachdem der Kinematograph in lebendigem Bilde die Ausfahrt des
Ozeandampfers gezeigt hat, ein Effektbild Sonnenuntergang auf dem
Meere bringen. Dazu projiziert zunchst die erste Laterne ein prchtig
koloriertes Bild eines Sonnenunterganges, wie er sich uns vom Schiff aus
auf dem unendlichen Ozean darbietet. Alsdann setzt man in die zweite
Laterne dasselbe Bild, jedoch als Mondschein koloriert, und dreht den
Dissolver; das Purpur des Sonnenuntergangs geht nun allmhlich in Blau
ber, und whrend die erste Laterne langsam auer Ttigkeit tritt,
gewinnt das dunkle Blau immer strker an Kraft, Mondschein schimmert auf
den Wellen. Ein derartiger Effekt, so einfach er sich erzielen lt, ist
von unbeschreiblicher Wirkung; das Publikum wird um so mehr Gefallen
daran finden, als das Auge die Ruhe eines solchen Bildes zwischen den
kinematographischen Darstellungen recht wohltuend empfindet.

Wenn ich es eben als zweckmig empfahl, stehende Lichtbilder bei der
Kinematographien-Vorfhrung zu Gaste gehen zu lassen, so mchte ich
jetzt darauf hinweisen, da umgekehrt der Kinematograph eine prchtige
Ergnzung zu einer Darbietung von einfachen Lichtbildern wie auch von
Nebelbildern bildet und da er namentlich bei Projektionsvortrgen
vorzgliche Dienste leisten kann. Denn das stehende Lichtbild kann doch,
was Anschaulichkeit betrifft, an die kinematographische Darstellung
nicht heran. Wer noch nie am Meere war, erhlt wohl vom Lichtbilde einen
Begriff von der unendlichen Wasserflche, aber erst der Kinematograph
zeigt ihm -- gleich der Wirklichkeit -- wie die mchtigen Wogen dahin
gehen oder wie sie brandend und schumend gegen die Kste schlagen,
zeigt ihm, wie ein Ozeandampfer hinausfhrt oder ein Kriegsschiff
manvriert. Das Lichtbild greift eben nur einen einzelnen Moment aus dem
Leben heraus, whrend der Kinematograph eine ganze Episode wiedergibt
und uns geradezu in die Wirklichkeit versetzt. Daher sollte dieser
Apparat, wo es angeht, zur Erhhung der Anschaulichkeit bei
Lichtbildervortrgen herangezogen werden; er kann da in vielen Fllen
von groem Nutzen sein.

Namentlich in Spezialitten-Theatern, wo der Kinematograph sich als
Schlunummer eingebrgert hat, ist es blich, die Vorfhrung der
lebenden Bilder mit Musik zu begleiten. Wer in solchen Fllen das
Programm aufzustellen hat, hte sich davor, in Geschmacklosigkeiten zu
verfallen und Musikstcke zu whlen, die zu den Films nicht passen. Denn
unter einer ungeeigneten Begleitung mu der Eindruck leiden, wenn er
nicht gar ein schlechter wird; dann lieber keine Musik!

Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, da den lebenden
Lichtbildern eigentlich etwas fehlt, um wirklich lebendig zu wirken;
und gewi, wenn da auf der Wand in wundervoller und naturgetreuer
Darstellung ein mchtiger Wasserfall herunter braust oder wenn die
wilden Wogen des sturmgepeitschten Meeres gegen die Kste donnern --
was sagen denn unsere Ohren ob dieser geruschlosen Darstellung! Je
natrlicher und packender das Bild ist, je tiefer wir uns in die
Situation hineindenken, desto mehr vermissen wir den Laut; jeden
Augenblick vermeint unser Ohr das Brausen oder Donnern mte losbrechen
und ist gewissermaen enttuscht ber die atemlose Stille. Nicht nur aus
der Natur, sondern auch vom Theater her sind wir gewohnt, gleichzeitig
zu sehen und zu hren. Ja, die Bhne bringt das, was der
Kinematographien-Vorfhrung fehlt: die Nachahmung des Naturlautes; dort
knnen wir also lernen. Wer etwas in die Geheimnisse der Bhnentechnik
eindringt, wird finden, da verhltnismig einfache Mittel gengen, um
ausgezeichnete Wirkungen hervorzurufen. Natrlich mu man sich auch hier
vor bertreibungen hten; es heit sorglich abwgen, wann solche Mittel
berhaupt angebracht sind, und dann ngstlich beachten, da sie im
richtigen Augenblick einsetzen.

[Illustration: Fig. 111.]

Um demjenigen, der sich fr diesen Gegenstand interessiert, einen
Begriff zu geben, will ich die eine oder andere Vorrichtung kurz
beschreiben. Die beistehende Abbildung (Fig. 111) zunchst stellt eine
Maschine dar, mit der man das Brausen des Wassers nachahmen kann. Sie
besteht aus einem einfachen hlzernen Gestell, welches eine Trommel
trgt; diese Trommel ist mit grobem Glaspapier berspannt und lt sich
mittels einer Kurbel drehen. Oben ist schaukelartig, rechts und links
durch Stifte gehalten, ein langer, flacher Kasten aus Weiblech
aufgesetzt, in welchen eine Reihe Ngel eingeschlagen ist; diese gehen
durch das Metall in einen zweiten darunter angebrachten hlzernen Boden.
Auf den Holzboden ist grobes Glaspapier aufgespannt, welches mit dem
Glaspapier der Trommel in Berhrung kommt. Wenn man nun mit der linken
Hand den Kasten in schrger Stellung festhlt und mit der rechten die
Kurbel dreht, so gibt es ein Gerusch, das sich wie das unaufhrliche
Rauschen eines Wasserfalles anhrt. Um das Rauschen und Brechen der
Wogen an einer steinigen Kste nachzuahmen, bringt man in den Kasten
eine Anzahl kleiner Steinchen und dicker Schrotkugeln; ferner braucht
man dazu ein langes Stck Blech. Im Augenblick, wo die Welle sich
bricht, lt man das Blech durch einen Druck von beiden Seiten her sich
durchbiegen, soda es hin- und herschwingt, wie dies die punktierten
Linien in Fig. 112 andeuten; unmittelbar darauf gibt man der Kurbel eine
rasche Drehung, um das Vorschieen des Wassers auf den Strand
wiederzugeben, und neigt dann den schrg stehenden Kasten nach der
ndern Seite, so da die Steinchen und Krner herber rutschen und
rollen, wobei sie immer gegen die eingeschlagenen Ngel stoen.
Hierdurch wird das Zurckziehen des Wassers und das Nachrollen der
Steine trefflich imitiert. Mit derartigen Vorrichtungen kann man
vielerlei Kombinationen machen; natrlich mu die Wirkung gehrig
studiert und in Verbindung mit dem Bilde ausprobiert werden.

[Illustration: Fig. 112.]

Das Rollen des Donners lt sich sehr gut wiedergeben mit Hilfe eines
groen Eisenblechs, das etwa ein Meter oder noch mehr lang und breit
ist; man stellt es mit einer Kante auf den Boden und drckt von oben
derart darauf, da es hin und her schwingt, wie es bei dem oben
benutzten Blech (Fig. 112) geschah. Wind und Sturm werden mit Hilfe
einer Trommel zur Darstellung gebracht, die mit einer Art Schaufeln wie
ein Dampferrad versehen und drehbar angeordnet ist. Oben ber die
Trommel ist mglichst stramm ein Stck schwerer grober Seide oder auch
Segeltuch gespannt, das bei rascher Umdrehung der Trommel das gewnschte
Gerusch gibt. Bei einer ndern Ausfhrung sind auf der Trommel an
Stelle der Schaufeln scharfkantige Leisten angebracht und um die Trommel
ist eine Reihe von starken Schnren gespannt, die unten am Gestell der
Maschine befestigt werden. Bei raschem Drehen reiben die Kanten ber die
Schnre und bringen das Gerusch hervor. Zur Not lt sich das Heulen
des Windes auch in der Weise nachahmen, da man einen krftigen
Gartenschlauch um den Kopf schwingt. Das Prasseln des Regens
wiederzugeben, dazu wird man bei kinematographischen Vorfhrungen wohl
selten in die Lage kommen. Immerhin sei hier beschrieben, wie man sich
helfen kann. Es wird ein Stck Packpapier auf einen groen Reif geklebt
und eine Handvoll Krner darauf gebracht. Wenn man den Reif nun rundum
schwenkend von einer Seite zur andern neigt, rollen die Krner auf dem
Papier herum und rauschen dabei wie der Regen. Damit ein solcher Effekt
zur Geltung kommt, darf das Gerusch des Kinematograph allerdings nicht
vorherrschend sein. Bei der jetzt blichen Anordnung der
Kinematographen-Theater, wo der Apparat in einem isolierten
Vorfhrungsraum steht, ist letzteres nicht zu befrchten.

[Illustration: Fig. 113. Geruschmaschine.]

Zur Nachahmung der verschiedenen Gerusche hat man auch Apparate
konstruiert, die gewissermaen in komprimierter Form alle mglichen
Vorrichtungen dieser Art umfassen. Eine solche Geruschmaschine ist in
Fig. 113 dargestellt. Damit lt sich nun alles wiedergeben, was man
wnscht: Donnern und Kanonen, Pferdegetrampel, Automobilgerappel,
Trommelschlag, Flten, Glockenschlag und Signal, Wasserfall und Regen,
Zerbrechen von Glas, Kindergeschrei, Hundegebell usw.




Verbindung von Kinematograph und Sprechmaschine.


Eine weit natrlichere Wiedergabe, und zwar mit viel grerem Spielraum
bietet uns der Phonograph; er beschrnkt sich nicht auf die Laute der
Natur, sondern bringt auch Musik, Rede und Gesang. Die Bemhungen,
Kinematograph und Sprechmaschine zu verbinden, haben schon recht hbsche
Resultate gezeitigt. Beide Apparate mssen natrlich exakt zu rechter
Zeit einsetzen und genau taktmig laufen, wenn man nicht ein wirres
Durcheinander bekommen will. Diese Forderung zu erfllen, erscheint an
sich einfach: man braucht nur die Rderwerke von Kinematograph und
Sprechmaschine durch eine geeignete bersetzung zwanglufig
miteinander zu verbinden, dann mu der eine genau mit dem anderen gehen,
er kann nicht vorstreben oder zurckbleiben. Indessen bietet die
praktische Ausfhrung insofern zunchst eine Schwierigkeit, als man die
Sprechmaschine, um die richtige Wirkung zu erzielen, beim
Projektionsschirm, also weit vom Kinematograph entfernt, aufstellen mu.
Besondere Schwierigkeiten aber liegen in folgender Bedingung: die
Sprechmaschine mu mit einer bestimmten, gleich bleibenden
Geschwindigkeit laufen, damit der Ton die richtige Hhe erhlt, und
darin ist die Maschine sehr empfindlich -- jede Abweichung bringt einen
Miton. Nun ist der Kinematograph ein unruhiger Bruder; er luft nicht
so gleichmig: da kommt z. B. einmal eine Klebstelle im Filmband, die
momentan eine geringe Verzgerung der Geschwindigkeit herbeifhrt. In
diesem Augenblick schreit die Sprechmaschine, welche, da sie fest mit
dem Kinematograph gekuppelt ist, nun ebenfalls etwas langsamer luft;
der Ton geht dabei herunter, um dann aber sofort wieder in die Hhe zu
schnellen. Um diesen belstand zu vermeiden, lt man die
Sprechmaschine, so wie sie soll, ruhig fr sich laufen und reguliert nun
nach ihrem Gang mittels einer Anzeigevorrichtung die Geschwindigkeit des
Kinematograph-Mechanismus. Man mu ferner auch noch mit der Mglichkeit
rechnen, da einmal die Nadel der Sprechmaschine entgleist und in eine
benachbarte Schallfurche berspringt. In solchem Falle ist ein
entsprechendes Beidrehen des Kinematographen erforderlich, damit Bild
und Ton wieder in Einklang kommen. Der Vorrichtungen, die zur Kontrolle
des Gleichlaufes dienen und die man Synchronismen nennt, gibt es
verschiedene.

[Illustration: Fig. 114.]

Eine einfache Anordnung zu diesem Zwecke ist in Fig. 114 dargestellt.
Das Werk der Sprechmaschine, die mittels eines Uhrwerkes oder eines
Elektromotoren angetrieben wird, betreibt gleichzeitig einen kleinen
Kollektor: es ist das eine Trommel, die auf ihrem Umfange mehrere
Kontakte besitzt. Darauf schleift eine Feder, von der eine Stromleitung
zu einer elektrischen Uhr fhrt. Wenn nun die Sprechmaschine luft, so
erhlt die elektrische Uhr bei jeder Kontaktberhrung, die die Feder auf
dem Kollektor macht, einen Stromsto; der in der Uhr angeordnete
Elektromagnet stt dann mit seinem Anker das Steigrad weiter und mit
diesem dreht sich der Uhrzeiger jeweils um ein kleines Stckchen
vorwrts. Auf diese Weise wird also der Uhrzeiger durch die
Sprechmaschine in Betrieb gesetzt, und zwar hngt die Geschwindigkeit,
mit der er sich bewegt, von der Umdrehungsgeschwindigkeit der
Sprechplatte oder -walze ab. Nun besitzt die Uhr noch einen zweiten
Zeiger. Dieser wird durch Zahnradbersetzung vermittels einer biegsamen
Welle angetrieben, die an einer der rasch laufenden Achsen
des Kinematograph-Mechanismus angebracht ist. Wenn man den
Kinematograph-Mechanismus dreht, so luft dieser Zeiger rund. Die
gesamte Anordnung ist nun derart getroffen, da Kinematograph und
Sprechmaschine richtig zusammen laufen, wenn sich die beiden Uhrzeiger
mit gleicher Geschwindigkeit drehen. Der Vorfhrer braucht also beim
Betriebe nur die Uhr zu beobachten und seinen Mechanismus derart zu
drehen, da die Uhrzeiger sich stets decken. Bleibt einer der Zeiger
zurck oder strebt er vor, so mu der Vorfhrer entsprechend rascher
oder langsamer drehen. Erfolgt der Antrieb des Kinematographien mit
Motor, so mu der Vorfhrer je nach der Verschiebung der Zeiger den
Regulierwiderstand des Motors entsprechend verstellen, damit dessen
Geschwindigkeit geregelt wird. Zum Betriebe der Uhr gengt eine Batterie
von zwei Trockenelementen. In diesen Stromkreis werden zur Verstndigung
zwischen Vorfhrer und dem Mann, der die Sprechplatte auflegt, Telephone
mit Anrufklingeln eingeschaltet. Die Auslsung der Sprechmaschine kann
durch den Vorfhrer von seinem Stande aus bewirkt werden; es ist eine
derartige Fernauslsung praktisch, weil dann ein gleichzeitiges
Einsetzen beider Apparate leichter zu erzielen ist.

Man hat die Uhr auch in der Weise abgendert, da nur ein einziger
Zeiger zur Verwendung kommt, der mittels Differentialgetriebes
gleichzeitig vom Kinematograph-Mechanismus und durch Vermittlung der
elektrischen bertragung von seiten der Sprechmaschine angetrieben wird.
Hier mu bei Gleichlauf der Zeiger stillstehen. Schlgt er nach rechts
oder links aus, so wei der Vorfhrer, da der Kinematograph zu rasch
oder zu langsam luft, und er mu dann entsprechend korrigieren.

Eine andere Anordnung benutzt statt der Uhr drei Glhlampen von
verschiedenen Farben, die am Kinematograph-Mechanismus oder dicht
daneben angebracht sind. Bei richtigem Laufe beider Apparate brennt die
mittlere Lampe, die wei sein mag; luft der Kinematograph vor oder
bleibt er zurck, so brennt die rote oder grne Lampe rechts bezw.
links. Ein gnzlich anderes Prinzip verfolgt ein System, bei dem in der
Ecke der Projektionswand ein rotierendes optisches Signal erscheint, das
durch das Werk der Sprechmaschine in Ttigkeit gesetzt wird und das der
Vorfhrer von seinem Stande aus verfolgen mu, um danach den Lauf seines
Apparates zu regeln.

Man hat auch Vorrichtungen ersonnen, die den Gleichlauf selbstttig
kontrollieren. Eine solche kann z. B. mit der elektrischen Uhr, die
einen normalerweise ruhig stehenden Zeiger besitzt, verbunden werden.
Wenn der Kinematograph, der durch einen Motor angetrieben wird, zu
langsam luft, so schlgt der Zeiger nach links aus; dabei berhrt er
nun einen Kontakt, der durch Schlieen eines Stromkreises bewirkt, da
der Regulierwiderstand des Motors entsprechend verndert wird und da
letzterer einen rascheren Lauf annimmt. Ist die Geschwindigkeit des
Mechanismus zu gro, so schlgt der Zeiger nach rechts aus und berhrt
dabei einen zweiten Kontakt, der in umgekehrter Weise auf den
Regulierwiderstand einwirkt und eine Verlangsamung des Motors
herbeifhrt.

In der Regel kommt bei der Darstellung des Tonbildes -- so nennt man
diese Vorfhrungen -- das Grammophon zur Verwendung, das mit
Schallplatten arbeitet, im Gegensatz zum Phonograph, bei dem Walzen
benutzt werden. Die Aufnahmen von Bild und Ton werden nicht
gleichzeitig, sondern getrennt vorgenommen, und zwar erfolgt die eine an
Hand der anderen; in der Regel wird zuerst die Tonaufnahme gemacht und
darnach die kinematographische.




Fehlerhafte Erscheinungen beim Arbeiten mit dem Kinematograph.


Zunchst mchte ich auch hier davon abraten, sofort, wenn der Apparat
beschafft ist, Vorstellungen zu geben, wie dies vielfach oder gar
meistens geschieht; man nehme sich soviel Zeit, als ntig ist, die
Konstruktion und deren Handhabung in allen Teilen grndlich kennen zu
lernen. Wenn dabei Mierfolge eintreten, so prfe man ruhig und
sachlich. Dabei mgen die folgenden Ausfhrungen als Anhalt dienen.
Fehlerhafte Erscheinungen bei der Darstellung des Lichtes habe ich hier
nicht mit aufgenommen, da solche in der Beschreibung der
Lichteinrichtungen schon bercksichtigt wurden.

_Zerspringen der Kondensorlinsen_ wird vielfach hervorgerufen durch zu
rasche Erhitzung derselben bei der Inbetriebsetzung, wie auch durch
pltzliche Abkhlung nach der Vorfhrung. Man wrme die Linsen langsam
an, indem man die brennende Lampe erst nach und nach dem Kondensor
nhert, und schtze sie andrerseits auch nach der Vorfhrung, wenn man
die Lampe ausgelscht hat, gegen kalten Luftzug. Die Linsen sollen
ferner nicht zu fest in der Fassung sitzen, sondern Spiel haben fr die
Ausdehnung, die mit der Erwrmung erfolgt. Beim Arbeiten mit Kalklicht
ist darauf zu achten, da man das Kalkstck rechtzeitig dreht; die
Stichflamme frit nmlich ein Loch darein und dieses kann bei
unglcklicher Stellung wie ein Reflektor die Flamme direkt gegen die
Linse werfen, worauf letztere unfehlbar platzen wird. Auch ein Sprung im
Kalkstck kann eine solche Reflexion gegen den Kondensor bewirken. Beim
elektrischen Bogenlicht gefhrdet der Flammbogen, namentlich bei hoher
Stromstrke, die Linse erfahrungsgem dann, wenn man ihn zu gro
werden lt. Es gilt das besonders fr solche Flle, wo man mit hherer
Spannung, z. B. 220 Volt, arbeitet; bei niedriger Spannung kann man den
Lichtbogen nicht so gro werden lassen, da die Lampe dann auslscht. Man
stelle auf jeden Fall die Kohlen zeitig nach; dies sollte man schon tun,
um das Licht gleichmig zu halten.

_Beschlagen der Linsen._ Dieser Fehler macht sich bei der Projektion
durch einen Schleier ber das Lichtbild bemerkbar. Er rhrt davon her,
da die Kondensorlinsen kalt waren und bei der starken Erwrmung sich
Wasserdampf darauf niedergeschlagen hat (gerade so wie die Brillenglser
beschlagen, wenn man aus der Klte ins warme Zimmer kommt). Man sorge
von vorneherein fr Vorwrmung der Linsen; dann tritt diese strende
Erscheinung nicht auf. Hat man ersteres versumt, so mu man den
Niederschlag durch einen weichen Lappen abreiben. Die Linsen mssen
ferner Ventilation haben; wenn diese ausreichend ist, so zieht der
Wasserdampf ab.

_Schatten im Bildfeld._ Die Fehler, welche eine falsche Zentrierung der
Lampe hervorruft, sind auf Seite 193 besprochen und durch eine Abbildung
(Fig. 99) veranschaulicht. Gelingt es nicht, nach der dort gegebenen
Anweisung ein gleichmig weies Bildfeld zu erzielen, so ist die
optische Anordnung nicht richtig. Der Kinematograph-Mechanismus mu
alsdann in einen nheren oder greren Abstand vom Kondensor gebracht
werden, oder aber die Brennweite des Kondensors pat nicht zu
derjenigen des Objektives und es mu eine entsprechend andere
Linsenzusammenstellung fr den Kondensor genommen werden. Unter
Umstnden kann auch eine geeignete Hilfskondensierungslinse, die gegen
die Tre des Apparates kommt, abhelfen.

Gelbrote Ecken oben oder unten im Bildfeld zeigen sich zuweilen bei
Apparaten, welche fr das Filmbild einen verstellbaren Rahmen besitzen,
und zwar tritt der Fehler bei Verstellung des Rahmens dann auf, wenn
dieser aus dem Beleuchtungsfeld gebracht wird. Man mu dann die
Lichtquelle nachzentrieren. Um diese Erscheinung zu vermeiden, zentriere
man von vorneherein derart, da das Bildfeld bei jeder Einstellung des
Rahmens gleichmig wei bleibt.

_Teilweise Unschrfe des Bildes._ Zunchst prfe man nach, ob die Linsen
des Objektives richtig zusammengesetzt sind, wie es die Abbildung auf
Seite 90 angibt. Bei Objektiven mit Auswechselfassung ist ferner zu
beachten, da der Linsentubus richtig eingesetzt wird: die beiden durch
einen Ring getrennten Linsen mssen dem Kondensor zugekehrt sein,
whrend die verkittete Linse nach vorne zeigen soll. Bei falscher
Zusammensetzung des Objektivs bekommt man entweder nur die Mitte des
Bildes scharf oder nur die Randpartien.

Ferner ist folgendes zu beachten. Hat man einen Apparat, bei dem die
Einrichtung des Filmbildes durch Verstellen der Rahmenffnung nach oben
und unten geschieht, whrend dabei das Objektiv nicht mit bewegt wird,
und ist letzteres fr kurze Distanz bestimmt, so vermeide man es
mglichst, den Rahmen weit aus der Mittelstellung zu entfernen. Bei den
kurzbrennweitigen Objektiven ist nmlich die scharfe Zone entsprechend
klein, und durch Verstellen des Rahmens kommt man hier leicht in Gefahr,
das Bild ber diese Zone herauszubringen, wodurch dann der obere oder
untere Rand desselben unscharf wird. Man trachte also bei derartigen
Einrichtungen darnach, den Film von vorneherein so einzuspannen, da
nachher keine Korrektur oder hchstens eine geringe notwendig ist.

Objektive kurzer Brennweite, die zur kinematographischen Projektion auf
kurze Entfernung benutzt werden und die hauptschlich beim Durchwerfen
des Bildes zur Verwendung gelangen, neigen berhaupt dazu, das ganze
Bildfeld nicht gleichmig scharf wiederzugeben. Wer in bezug auf die
Schrfe hohe Ansprche stellt -- und solche sollte man im Interesse der
Darbietung stellen -- mu sich ein teureres Instrument beschaffen.

Eine teilweise Unschrfe des Lichtbildes -- Mitte scharf und Rnder
unscharf oder umgekehrt -- kann auch dadurch hervorgerufen werden, da
der Film auerhalb der Tre nicht absolut flach liegt, sondern sich dort
krmmt. Der Film neigt dazu, sich krumm zu ziehen, und er kann dieser
Neigung folgen, wenn die Klemmvorrichtung der Tre ihn nicht gengend
hlt. Ein solches Hohllaufen des Filmbandes wird begnstigt durch einen
zu breiten Ausschnitt (Fenster). Es ist da in dieser oder jener Weise
Abhilfe zu schaffen. Auch mag es vorkommen, da infolge sehr langer
Benutzung die Aufschlagflchen (Schienen) der Tre abschleien und in
der Mitte hohl werden. Alsdann wird das Bild immer nur oben und unten
scharf erscheinen oder nur in der Mitte. In solchem Falle mu der
Apparat instand gesetzt werden.

Unschrfe auf einer Seite des Lichtbildes, rechts oder links, tritt auf,
wenn der Apparat schrg gegen die Projektionswand gerichtet ist. Er
sollte mglichst senkrecht gegen die Mitte des Schirmes zeigen. Der
gleiche Fehler wird durch unzentrische Anordnung des Objektives bewirkt.

_Vllig verschwommene Bilder._ Die Ursache ist vielleicht darin zu
suchen, da der Abstand des Objektives zum Film nicht richtig ist, ein
Fehler, der namentlich bei Beschaffung eines neuen Objektives hufig
gemacht wird. Um sich zu vergewissern, schraube man das Objektiv ab,
halte es dem Fenster gegenber so gegen die Wand, da ein scharfes Bild
der Fenstersprossen auf einem an die Wand gehefteten Blatt weien
Papieres erscheint, und messe dann den Abstand des Objektives zum
Papier: in diesen Abstand mu das Objektiv vom Film gebracht werden. Bei
Objektiven, die fr kurze Entfernungen bestimmt sind, ist dieser Abstand
klein, und da kann es bei manchen Kinematograph-Mechanismen vorkommen,
da die Konstruktion berhaupt nicht gestattet, das Instrument
hinreichend nahe an den Film heranzubringen.

Eine Unklarheit des Bildes kann ferner dadurch herbeigefhrt werden, da
der Apparat beim Betrieb vibriert; das Lichtbild zittert dann und
erscheint dem Auge verschwommen. Um solches festzustellen, prfe man die
Schrfe bei stehendem Bild; ist diese gut, whrend das Bild beim
Betriebe unklar wird, so mu man fr bessere Stabilitt des Mechanismus
sorgen; insbesondere richte man seine Aufmerksamkeit auf die Blende und
kontrolliere, ob diese nicht schlgt und den Apparat erschttert.

Schlielich ist noch daran zu erinnern, da auch falsche Blendenstellung
eine Verschwommenheit des Bildes verschulden kann. Schlgt nmlich die
Blende stets in dem Augenblicke vor, wo der Film ruht, und gibt sie das
Licht frei zu der Zeit, wo sich der Film in Bewegung befindet, so gibt
es auf der Wand ein verwaschenes Wirrwarr und es ist niemals mglich, so
ein klares Bild zu erhalten. Wie die Blende genau eingestellt werden
mu, darber ist weiter oben ausfhrlich berichtet.

_Flimmern des Bildes._ Wodurch das Flimmern hervorgerufen wird, diese
Frage habe ich eingangs ausfhrlich behandelt, desgleichen habe ich
dargetan, was zur Vermeidung bezw. Abschwchung dieser unangenehmen
Erscheinung geschehen kann. Hier sei nur kurz auf die verschiedenen
Punkte hingewiesen. An dem Flimmern ist der stete Wechsel von Hell und
Dunkel schuld, der nicht zu vermeiden ist, da der bergang von einem
Bild zum ndern durch eine Blendescheibe verdeckt werden mu. Die Strke
des Flimmerns hngt ab von der Gre der Blende und diese wieder von der
Konstruktion des Bewegungs-Mechanismus.

Von Einflu auf die Strke des Flimmerns ist ferner die Form der Blende;
durch Benutzung einer geeigneteren Blende, insbesondere einer solchen
mit einem oder zwei zwischenschlagenden Flgeln, kann man unter
Umstnden in erheblichem Mae Abhilfe schaffen. Zu beachten ist
weiterhin, da Bilder mit groen weien Flchen strker flimmern als
durchweg gedeckte Szenen.

Von Wichtigkeit ist es, meine oben gegebene Regel einzuhalten: nmlich
dem Film nur soviel Licht zu geben, als zur Erzielung klarer Bilder
ntig ist; denn jedes Zuviel an Licht frdert das Flimmern ganz
bedeutend. Ein weiteres Hilfsmittel, das Flimmern zu dmpfen, besteht in
Anwendung von Farbscheiben sowie im Frben oder Kolorieren der Films.

_Flickern des Bildes._ Das Flickern rhrt her von vielen Flecken und
Kratzen im Film, die wie toll hin und her springen, namentlich in den
hellen Stellen des Bildes. Gegen diesen Fehler, der mit dem Flimmern oft
verwechselt wird, kann auch der beste Apparat nicht helfen. Man kann
sich vor dieser unangenehmen Erscheinung nur bewahren durch Verwendung
reiner Films, die man schont und gut pflegt.

_Regnen und Ziehen des Bildes._ Streifen im Bilde, die von oben nach
unten gehen, sind die Folgen durchgehender Kratzen und Schrammen im
Film. Zieht das ganze Bild auf der Wand, so ist anzunehmen, da die
Blende fehlt oder nicht richtig steht.

_Falsche Einstellung der Verschlublende._ Fr ein gutes Funktionieren
des Apparates ist es unbedingt erforderlich, da die Blende richtig
eingestellt ist. Der Blendflgel mu in dem Augenblick das Objektiv
verdeckt haben, wo der Film sich zu bewegen beginnt, und er mu das
Objektiv wieder ffnen, sobald der Film die Ruhestellung angenommen hat.
Ist die Blende falsch eingestellt, so wird je nach dem Grade der
falschen Einstellung der Wechselvorgang ganz oder teilweise sichtbar
gemacht, whrend das ruhigstehende Filmbild zeitweise verdeckt wird.
Infolgedessen verliert das Lichtbild an Plastik und erscheint unter
Umstnden vllig verschwommen. Ein Fehlen der Blende macht sich durch
Mangel an Plastik und durch ein Ziehen oder Regnen bemerkbar. Man
mu, falls eine solche Erscheinung auftritt, die Stellung der Blende
kontrollieren, und zwar geschieht dies folgendermaen. Nachdem ein Film
eingespannt ist, dreht man das Werk ganz langsam, am besten am
Schwungrade, und beobachtet den Augenblick, wo der Film in der Tre
anfngt sich zu bewegen. In diesem Moment mu die Blende das Objektiv
gerade verschlieen. Alsdann dreht man weiter und beobachtet den Moment,
in dem der Film wieder in Ruhe kommt, und kontrolliert, ob die Blende
jetzt beginnt, das Objektiv zu ffnen. Hat die Verschlublende zwei oder
mehrere verschieden groe Flgel, so dient zum Abdecken der grte.

_Vibrieren oder Tanzen des Bildes._ Man mu da zweierlei unterscheiden:
Erstens ein Auf- und Abgehen des ganzen Lichtbildes auf dem
Projektionsschirme und zweitens ein Vibrieren der Bildkonturen allein,
wobei das Bildfeld selbst stehen bleibt. Das Auf- und Abschwanken des
ganzen Bildfeldes, wie man es zuweilen bei kinematographischen
Vorfhrungen mehr oder minder stark wahrnehmen kann, hat seinen Grund
darin, da es dem Apparat an einer gengend festen Aufstellung fehlt.
Entweder ist dann der Tisch oder der Gegenstand, worauf sonst der
Kinematograph steht, wackelig oder der Mechanismus ist nicht fest auf
seiner Unterlage montiert; auch kann die Befestigung des Objektives
unzureichend sein. Man mu bedenken, da sich bei der starken
Vergrerung auch die geringste Erschtterung des Apparates bemerkbar
macht. Nehmen wir nur ein Beispiel: das Lichtbild sei 2-1/2 Meter breit,
die Vergrerung mithin 100 fach; es wird sich dann auch der Fehler des
Vibrierens verhundertfachen, und ein Vibrieren des Objektivs um 1/2
Millimeter wird also z. B. ein Schwanken des Lichtbildes um 5 Zentimeter
zur Folge haben. Man kann dabei in der Regel beobachten, da das Auf-
und Abwogen des Lichtbildes in regelmigen Perioden vor sich geht und
mit der Bewegung des Armes beim Drehen der Kurbel zusammenfllt. Abhilfe
ist leicht dadurch zu schaffen, da man dem Apparat die erforderliche
Stabilitt gibt.

Wir kommen nun zu der ndern Erscheinung, dem Tanzen des Bildes
innerhalb des Bildfeldes, dessen Umrahmung dabei auf dem Schirm
unbeweglich bleibt. Fr diesen Fehler gibt es verschiedene Ursachen, und
zwar kann er zunchst im Film selbst zu suchen sein. Wenn nmlich bei
der Aufnahme das Stativ nicht absolut fest war und der Apparat, sei es
auch nur im geringen Mae, wackelte, so mu natrlich auch die
Wiedergabe mit dem Projektionsapparat verwackelt herauskommen. Ferner
kann ein Vibrieren des Lichtbildes entstehen, wenn die Perforation durch
beranstrengung ausgeleiert ist; denn in diesem Falle wird das
Filmband nicht mehr mit der erforderlichen Genauigkeit transportiert. Ob
nun der Film aus dem einen oder ndern Grunde an dem Vibrieren schuld
ist, ergibt sich leicht aus weiteren Beobachtungen, wobei man darauf
achtet, ob das Bild bei anderen Films ruhig steht. Zeigen aber smtliche
Films ein gleiches Vibrieren, so ist anzunehmen, da die Ursache der
Erscheinung wo anders liegt, und zwar mu sie dann im Apparate zu suchen
sein. Da gilt es in erster Linie, die Tre auf ihre Wirkungsweise zu
prfen. Wie oben ausgefhrt wurde, ist es Aufgabe der Tre, den Film in
der Projektionsstellung festzuhalten und durch Einklemmen zu verhindern,
da er bei der ruckweisen Vorwrtsbewegung ein Stckchen zu weit fliegt.
Wenn nun aber die Federpressung in der Tre nicht stark genug ist und
der Film dort zu viel Spiel hat, so wird ein Auf- und Abtanzen des
Bildes die unausbleibliche Folge sein. Man wird mithin, um
festzustellen, ob hier der Fehler liegt, den Film in der Tre krftiger
einklemmen, was vielfach dadurch geschehen kann, da man mit der linken
Hand die Tre fester andrckt.

Wo hat man nun weiter zu forschen, wenn hierdurch keine Abhilfe
geschaffen wird? Ohne Zweifel im Bewegungs-Mechanismus. Es liegt auf der
Hand, da nur bei uerst przisem Arbeiten dieses Mechanismus ein
ruhiges Stehen des Bildes mglich ist und da jede Ungenauigkeit
Strungen hervorrufen mu. Ungenauer Gang des Werkes kann begrndet
sein in fehlerhafter Ausfhrung oder in der Ausleierung des einen oder
anderen Teiles. Worauf es bei den verschiedenen Systemen ankommt, ist
oben in der Beschreibung der Konstruktionen bereits ausgefhrt. Bei
Schlger-Apparaten z. B. hngt das tadellose Funktionieren ab von der
Transporttrommel, der Schlgerscheibe und dem sicheren Ineinandergreifen
der diese beiden Teile verbindenden Zahnrder; beim Malteserkreuz-System
von der Zahntrommel mit dem Kreuz und der darein arbeitenden
Eingriffscheibe. Wichtig ist dabei die feste Lagerung der Achsen und die
Vermeidung toten Ganges.

_Springen des Bildes._ Man sieht zuweilen, da das Bild pltzlich
springt, d. h. einige Zwischenszenen berschlgt. Diese Erscheinung
lt sich leicht erklren: es ist aus dem Film ein Stck mit mehreren
Bildern, die beschdigt waren, ausgeschnitten; man wird dann dort eine
Klebestelle finden. Allerdings knnen die Bilder auch schon im
Aufnahmefilm (Negativ) entfernt worden sein; in diesem Falle ist am
Positivfilm, wenn man ihn durch die Hand zieht, ohne weiteres nichts
davon zu bemerken.

Ein Springen des Filmbandes um den Teil eines Bildes, wobei sich also
das Filmbild aus der Trffnung verschiebt, findet statt, wenn der Film
falsch verklebt ist. Man mu den Film dann zerschneiden und richtig
zusammenkleben. Wie dies zu geschehen hat, darber wurde oben eingehend
berichtet.

_berhastete oder zu langsame Bewegungen im Lichtbilde._ Solche
Erscheinungen rhren einfach daher, da der Mechanismus zu schnell bezw.
zu langsam gedreht wird. Der Vorfhrer mu das Lichtbild im Auge halten
und die Geschwindigkeit des Drehens so bemessen, da die Bewegungen
mglichst natrlich wiedergegeben werden. Wohl ist zur Erreichung eines
Effektes gelegentlich eine Verlangsamung oder Beschleunigung zulssig.
Vielfach wird der Apparat zu rasch gedreht.

_Rckwrtslaufende oder schleifende Rder._ Bei Szenen mit sich
bewegenden Fahrzeugen beobachtet man hufig, da die Rder zu stehen, zu
schleifen oder gar rckwrts zu laufen scheinen, whrend das Gefhrt
vorwrts geht. Das ist eine optische Tuschung, die im Prinzip des
Kinematographen begrndet ist. Insbesondere das Stehen der Rder ist
leicht zu erklren. Die kinematographischen Aufnahmen werden in gewissen
Zeitintervallen gemacht; wenn nun whrend dieser Zwischenzeiten das Rad
sich jeweils soviel weiterbewegt, da immer eine Speiche gerade an die
Stelle der folgenden gekommen ist, so ist fr das Auge keine
Verschiebung der Speichen wahrzunehmen, weil eine Speiche aussieht wie
die andere. Anders wrde es sein, wenn eine der Speichen eine von den
andern abweichende Form bese; da wrde das Auge sehen, da diese
Speiche sich weiterdreht. Der Vorfhrer kann dagegen nichts tun; denn
die Erscheinung ist bei der Aufnahme festgelegt und sitzt also im
Film.

_Fehlerhafte Transportierung des Filmbandes._ Der Film wird zeitweise
von der Transporttrommel nicht mitgenommen. In solchem Falle sind die
Zhne der Trommel zu klein oder abgeschlissen oder die Druckrollen
sitzen nicht richtig auf. Gefrdert wird dieser belstand durch
Unregelmigkeiten im Film, wie schlechte Klebstellen, starke Knicke und
Beschdigungen der Perforation; auch eine vom Mae der Zahntrommel
abweichende Perforation kann mit dazu beitragen.

_Schieflaufen des Filmbandes auf der Transporttrommel._ Dieser Fehler
zeigt sich eher oben auf der Vortransporttrommel als auf der Trommel des
Bewegungsmechanismus. Er wird hervorgerufen durch einseitiges Andrcken
oder schiefes Aufsitzen der Druckrollen und wird gefrdert durch zu
kleine oder abgeschlissene Zhne und durch abweichende Perforation. Man
prfe ferner, ob der Film auch in gerader Richtung von der Spule auf die
Trommel luft und nicht etwa schief zugefhrt wird.

_Schlechtes Funktionieren der Aufrollvorrichtung._ Die Spule, worauf der
Film aufgewickelt wird, luft nicht gehrig mit. Das gibt eine
unangenehme Strung, die beseitigt werden mu. Geschieht der Antrieb der
Aufrollvorrichtung durch einen Gummi- oder Drahtspiralzug, so wird man
finden, da dieser nicht gengend durchzieht und auf dem Rade
schleift. Das Gummi oder die Spirale mu also entsprechend strammer
gespannt werden, eventuell schneidet man aus der Spirale ein Stck
heraus und fgt die Enden wieder zusammen. Eine Spirale aus dnnem Draht
fat meist besser als eine solche aus dickem Draht; sie darf nicht gelt
werden, weil sie dann leichter ber die Rder gleitet.

Bei manchen Apparaten wird die Aufrollvorrichtung durch eine Kette oder
vermittels Zahnradbersetzung angetrieben, und das Mitnehmen der Spule
geschieht mit Hilfe von Friktionsscheiben. Dabei mu die Reibung
zwischen diesen Scheiben hinreichend stark sein, damit die zum strammen
Aufwickeln des Filmbandes erforderliche Kraft, die brigens mit grer
werdender Rolle zunimmt, berwunden wird. Ist die Reibung nicht
gengend, was besonders dann eintritt, wenn die Reibungsflchen des dazu
verwandten Leders oder sonstigen Materials sich geglttet haben, so
luft die Spule nicht ordentlich mit. Man mu dann fr Aufrauhung der
Flchen und eventuell Anspannung der Feder, welche die Scheiben
gegeneinander drckt, Sorge tragen. Wird indessen die Spule von der
Aufrollvorrichtung zu krftig vorwrts bewegt, so kann dadurch anfangs
ein Zerreien des Filmbandes herbeigefhrt werden.

_Zerreien des Filmbandes oder Ausreien der Perforation._ Dies wird
durch eine Stockung des Film verursacht; der Film sitzt an irgend einer
Stelle fest, unten zerrt aber der Bewegungs-Mechanismus ihn vorwrts und
die Transporttrommel whlt nun mit ihren Zhnen in der Perforation,
diese ausreiend. Unter Umstnden wird der Film dabei ganz
durchgerissen, was namentlich dann leicht der Fall ist, wenn an der
Stelle schon ein Einri vorhanden war.

Wann wird nun eine solche Hemmung des Filmbandes eintreten? In erster
Linie wird sie erfahrungsgem dadurch veranlat, da man beim
Einspannen vergessen hat, zwischen Vortransporttrommel und Tre eine
hinreichend groe Schlaufe zu bilden. Ferner kann dies eintreten, wenn
die Filmspule oben sich auf der Achse klemmt, so da das Band dem Zuge
nicht mehr folgen kann. Eine weitere Ursache fr solche Beschdigungen
ist unter Umstnden darin zu finden, da der Film streckenweise etwas zu
breit ist, und sich nun in der Tre festklemmt, und schlielich auch
darin, da der Film mit einer eingerissenen Stelle oder einer schlechten
Klebstelle beim Vorschub oder in der Tre hngen bleibt. Auch zu
krftiges Anziehen der Aufrollvorrichtung kann, wie erwhnt, zum
Zerreien des Filmbandes fhren.

_Einrisse an der Perforation._ Solche mgen dadurch entstehen, da die
Perforation des Filmbandes etwas abweicht vom Mae der Zahntrommel; der
Abstand der Lcher ist dann weiter oder enger als der Abstand der Zhne,
und der Film wird daher auf der Trommel gezerrt oder gebeult. Schlecht
aufpassende Perforation macht sich meist durch ein Knistern bemerkbar.

Wenn die Ursache fr die Beschdigung der Perforation anderwrtig zu
suchen ist, so mu man den Apparat in seinen einzelnen Teilen genau
daraufhin kontrollieren, an welcher Stelle der Film derartige Zerrungen
erleidet, die zu Einrissen fhren knnen, und prfen, ob und wie dort
Abhilfe zu schaffen ist. Es ist dabei zu bercksichtigen, da auch in
dem besten Apparat das Filmmaterial bei sehr hufigem Gebrauche
schlielich der Abnutzung unterworfen ist und da trockene, sprde Films
schneller verschleien als gute, geschmeidige Films.

_Kratzen auf dem Film._ Wenn sich auf dem Film Lngskratzen zeigen, die
nirgends anders als im Apparat entstanden sein knnen, so mu man
unbedingt fr Abhilfe sorgen, wenn man sich nicht sein ganzes
Filmmaterial verderben will. Da mu irgend eine Stelle im Mechanismus
sein, an der das Filmband sich reibt; insbesondere beachte man, ob die
von der Vorschubtrommel gebildete Schlaufe sich gegen die Tre stt.
Noch ein Punkt ist anzufhren. Der Film hat zuweilen verbeulte Stellen;
solche entstehen unter dem Eindrucke starker Hitze und knnen dadurch
hervorgerufen werden, da das Band einmal sehr langsam durch den Apparat
gedreht wurde, oder gar zeitweilig stehen blieb, wodurch dann die
intensiven Strahlen auf den Film zu wirken vermochten. Diese
durchgebogenen Stellen werden naturgem dazu neigen, sich gegen die
tieferliegende Bahn der Filmfhrung zu drcken und es wird dort leicht
infolge der Reibung die Schicht beschdigt. Dies wird um so eher
geschehen, wenn die Gleitschienen oder Federn, worauf das Band in der
Tre mit seinem perforierten Rand luft, abgenutzt und dnner geworden
sind.

Schmutzanstze auf den Trommeln, Rollen und in der Tre geben natrlich
leicht zu Kratzen Anla; deshalb ist Sauberhalten des Apparates durchaus
erforderlich, wenn dieser Fehler vermieden werden soll.

Man soll nicht unbeachtet lassen, da beim Aufwickeln und Umspulen
leicht dadurch Kratzen entstehen knnen, da der Film ber den Tisch
oder sonst einen Gegenstand schleift. Es ist ferner Brauch, den Film
fest aufzuspulen, indem man die Hand auf die Rolle legt und damit eine
Bremsung ausbt. Was wird nun geschehen, wenn sich Schmutzteilchen auf
dem Film befinden? Sie werden ohne Zweifel festgepret oder gar in den
Film hineingequetscht; denn der Druck, den die eine Lage auf die andere
ausbt, ist ein ganz gewaltiger. Da dadurch Beschdigungen entstehen
knnen, drfte leicht erklrlich sein. Aus diesem Grunde sollte man die
Rollen nicht zu fest aufspulen und nicht versumen, das Band zu
reinigen, indem man es leicht durch ein Leder oder einen Benzinlappen
laufen lt; ein nachher darumgelegtes Gummiband hlt die Rolle
zusammen. Der Lappen mu sauber sein, denn krniger Schmutz darin wird
den Film verkratzen.

Kratzen auf der Schichtseite des Film machen sich im Lichtbilde durch
weie Lngsstreifen unangenehm bemerkbar; solche auf der Zelluloidseite
kommen weniger stark zur Geltung.

_Ansammeln von Staub auf dem Filmband._ Solches wird dadurch befrdert,
da man den Film, um ihn zu reinigen, durch ein Leder laufen lt; das
Filmmaterial wird dadurch elektrisch gemacht und zieht infolgedessen
Staub an. Es empfiehlt sich daher, mit dem Leder eine ganz geringe
Reibung auszuben. Besonders haftet aber Staub auf dem Film, wenn dieser
durch l verschmiert wird, wie es infolge zu starker Schmierung und
unsauberer Haltung des Apparates hufig vorkommt.

_Abspringen der Schicht._ Dieser Fehler zeigt sich meist nur bei alten
und abgenutzten Films, und namentlich dann, wenn sie schlecht behandelt
worden sind. Beobachtet man das Abspringen der Schicht bei neuem Film,
so wird die Ursache im Film selbst liegen; die Emulsion haftet nicht
gengend auf der Zelluloid-Unterlage. Man sucht diese fehlerhaften
Stellen auf und schneidet sie heraus.

_Sprde und Brchigwerden der Films._ Dies ist eine Folge schlechter
Behandlung und tritt insbesondere ein, wenn der Film in einem trockenen
und warmen Raume aufbewahrt wird. Wie man verfhrt, um das Material
geschmeidig zu halten, ist in dem Abschnitt ber Behandlung des
Filmbandes ausgefhrt.

_Fehlerhafte Erscheinungen bei endlosen Films._ Schlechtes
Transportieren kann hier hervorgerufen werden durch Knicke oder Falten
im Film, die man vorher in der oben beschriebenen Weise entfernen mu.
Wenn der Film zerreit oder die Perforation einreit, so mag daran zu
strammes Spannen schuld sein. Es ist zu beachten, da die Perforation
der endlosen Films hufig von der normalen Perforation etwas abweicht
und nicht genau auf die Transporttrommel pat. In solchen Fllen mu die
Zahntrommel gegen eine andere ausgewechselt oder passend gemacht werden,
da sonst der Film, sei es bald oder auf die Dauer, leidet. Zu Kratzen
wird bei endlosen Films leicht dadurch Anla gegeben, da man sie
schlecht einspannt und ber irgend einen Apparatteil schleifen lt.

_Entzndung des Filmbandes._ Die Ursachen hierfr sind in dem Abschnitt
ber Feuersgefahr eingehend behandelt.




Die Herstellung kinematographischer Aufnahmen.


Der Aufnahme-Apparat.

Zur Herstellung kinematographischer Aufnahmen dient ein photographischer
Apparat, der mit einer Film-Transportvorrichtung versehen ist. Der
unbelichtete Film wickelt sich von einer Spule ab und wird nach der
Belichtung aufgerollt. Transport-Mechanismus und Filmspulen sind
lichtdicht in der Kamera untergebracht; in der Vorderwand derselben
befindet sich das Objektiv und hinter letzterem bewegt sich die
Verschlublende. Die Weiterbewegung des Filmbandes geht ruckweise vor
sich; whrend jeden Stillstandes gibt die Blende das Objektiv frei und
es findet eine Belichtung statt.

Es liegt nahe, einen und denselben Bewegungs-Mechanismus fr Aufnahme
und Projektion zu verwenden, und dies geschieht auch zuweilen. Eine
solche Kombination ist fr die Zwecke des Amateur-Photographen im
allgemeinen wohl dienlich; wenn aber, wie fr berufsmige Arbeiten,
eine hohe Leistung verlangt wird, so sind getrennte Apparate, die beide
fr ihre besondere Aufgabe ausgebildet sind, unbedingt vorzuziehen.

Worauf kommt es nun beim Aufnahme-Apparat an? -- Der Mechanismus soll
das Band ruckweise derart vorwrts bewegen, da bei ruhigem Drehen 15
bis 20 Bilder in der Sekunde hergestellt werden. Dabei mu der Transport
ein absolut exakter sein; denn wird der Film einmal um eine Idee zu
wenig und das nchste Mal zu weit vorwrtsgezogen, so mu diese
Ungenauigkeit bei der Projektion unbedingt ein Vibrieren des Lichtbildes
zur Folge haben. Das Abrollen und selbstttige Aufwickeln des Bandes
soll glatt und ohne Strung von statten gehen; ferner soll der Film auf
dem ganzen Wege keinerlei Beschdigung ausgesetzt sein. Wichtig ist es
schlielich, da sich der Apparat den Aufnahmeverhltnissen,
insbesondere der wechselnden Beleuchtung und der Geschwindigkeit des
Objektes in mglichst weiten Grenzen anpassen lt.

Ein Punkt ist von groem Belang: es braucht keine Rcksicht auf das
Flimmern genommen zu werden. Daher gilt es hier keineswegs, wie beim
Wiedergabe-Apparat, das Tempo mglichst rasch zu gestalten, d. h. die
Zeit der Weiterbewegung im Verhltnis zur Ruhepause mglichst kurz zu
machen; man kann den Transport vielmehr ohne berstrzung vor sich
gehen lassen und gewinnt dadurch den Vorteil, da der Mechanismus mit
grerer Ruhe und Sicherheit arbeitet. Der Aufnahme-Apparat hat es
auerdem nur mit funkelnagelneuen Films zu tun; es wird nicht von ihm
verlangt, da er auch abgenutzte und womglich zum Teil eingerissene
Filmbnder transportiert.

Kinematographische Aufnahmen lassen sich nur bei guter Beleuchtung
herstellen, da ja die Einzelbelichtungen uerst schnell erfolgen. Damit
man nun aber nicht blo auf krftigen Sonnenschein angewiesen ist, mu
der Apparat mit einem sehr lichtstarken Objektiv versehen werden, das
mglichst weiten Spielraum bietet. Auerdem wird scharfe Auszeichnung
auch bei voller ffnung verlangt. Die zur Projektion meist verwandten
Instrumente Petzvalscher Konstruktion reichen hier, wenn es sich um gute
Leistungen handelt, nicht aus; es sind dazu anastigmatisch korrigierte
Objektive erforderlich.

Wenn so die Anpassung an die Lichtverhltnisse durch Verwendung eines
geeigneten Objektives geschieht, so fllt der Verschlublende die
Aufgabe zu, sich der Geschwindigkeit des aufzunehmenden Gegenstandes
anzuschmiegen. In erster Linie hat die Blende den Wechselvorgang des
Filmbandes vllig zu verdecken; sie mu dazu vllig undurchsichtig
sein, und man lt sie in der Regel in Flgelform hinter dem Objektiv
rotieren, derart, da kein falsches Licht auf den Film gelangen kann.
Eine gewhnliche Flgelblende wrde nun, vorausgesetzt, da man stets
dieselbe Anzahl Bilder in der Sekunde aufnimmt, immer gleiche
Belichtungen geben, z. B. von 1/30 bis 1/40 Sekunde. Eine solche
Exposition wird aber fr sehr rasch bewegte Gegenstnde nicht kurz genug
sein, um diese scharf wiederzugeben. Der Amateurphotograph, welcher
springende Pferde, vorbeisausende Automobile und dergl. photographiert
hat, wei das. Aus diesem Grunde mu sich die Verschluffnung
entsprechend verkleinern lassen; man fertigt dazu die Blende in der
Regel aus zwei Segmentteilen, die gegeneinander verstellbar sind.

Zur Vervollstndigung der Kamera gehrt insbesondere ein Sucher, welcher
die Aufnahmeszene zeigt. Namentlich fr rasches Arbeiten ist es gut,
wenn der Sucher nicht zu klein ist. Die fr Berufsleute bestimmten
Apparate haben noch verschiedene Einrichtungen, wie ein Zhlwerk,
welches angibt, wieviel Meter Film belichtet sind, und eine
Markiervorrichtung zur Bezeichnung der Stelle, wo die Aufnahme zu Ende
ist. Die Films werden in der Regel mit Hilfe von Kassetten eingesetzt,
die nach erfolgter Aufnahme bei Tageslicht ausgewechselt werden knnen.

Bei den Aufnahmeapparaten wird zur Vorwrtsbewegung meist der Greifer
oder auch das Malteserkreuz benutzt, seltener der Schlger. Das
Greifersystem, welches fr das Werk des Vorfhrungsapparates weniger
beliebt ist, mu hier als besonders geeignet bezeichnet werden. Gut
ausgefhrt, garantiert es einen genauen Transport des Filmbandes um
jeweils dieselbe Strecke. Der Vorschub des Filmbandes von der Spule zur
Belichtungsstelle und der Transport von dort zur Aufwickelspule
geschieht zuweilen mit Hilfe einer einzigen Trommel, wie es die
Abbildung Fig. 115 zeigt. Der Film luft zuerst oben ber die Trommel
und wird nachher von dem unteren Teil derselben transportiert. Zwischen
Trommel und Tre mu das Band sowohl oben wie unten eine hinreichend
groe Schlaufe bilden.

Die in Fig. 115 dargestellte Kamera, die einfacherer Art ist, fat
Filmrollen bis zu etwa 35 Meter Lnge, welche mittels Kassetten bei
Tageslicht eingesetzt und ausgewechselt werden knnen. Der ruckweise
Transport des Bandes geschieht durch einen Greifer. Als Objektiv ist ein
festeingestelltes Collinear f:6,3 vorgesehen. Um einen Anhalt bezglich
Abmessungen und Gewicht eines solchen Apparates zu bieten, sei
mitgeteilt, da dieses Modell 23-1/2  12  23-1/2 cm gro ist und etwa
2-1/2 kg wiegt.

[Illustration: Fig. 115.]

[Illustration: Fig. 116.]

Die fr grere Filmrollen bis zu 50 oder bis zu 100 und mehr Meter
Lnge verwendbaren Apparate, wie ein solcher in Fig. 116-118 abgebildet
ist, werden in der Regel mit den oben erwhnten Einrichtungen versehen,
die fr den Fachmann eine groe Annehmlichkeit bilden. So hat dieses
Modell ein Zhlwerk zur Feststellung der Lnge des belichteten Film
sowie eine Markiervorrichtung, welche die Schlustelle der einzelnen
Aufnahmen kennzeichnet; ferner ist ein Geschwindigkeits-Anzeiger daran
angebracht, an welchem der Photograph kontrollieren kann, ob er die
Kurbel mit der richtigen Schnelligkeit dreht. Auer einem Sucher besitzt
der Apparat noch eine Vorrichtung zur Kontrollierung der Bildschrfe;
man kann nmlich von rckwrts her durch eine Art Kanal, der mitten
durch die Kamera luft, vor der Aufnahme die scharfe Einstellung des
Objektivs prfen, wozu man in die Tre ein Stck matten Zelluloids oder
Pauspapier einsetzt, worauf das Bild sichtbar wird. Dieser durch den
Apparat laufende Einstellkanal (vgl. Fig. 117) hat vorne ein
verschiebbares Teil, das sich, wenn die Tre zum Einlegen des Filmbandes
geffnet werden mu, nach rckwrts schieben lt; nach erfolgtem
Einspannen wird er wieder dicht gegen die Tre angeschoben. Das an der
Rckseite des Apparates austretende Ende des Rohres lt sich zum
bequemeren Anbringen des Auges ein Stck herausziehen. Zum Verschlu
dieser Rohrffnung dient eine Bchse, die whrend der Aufnahme
aufgesteckt sein mu, weil sonst der Film von rckwrts Licht empfngt
und die Bilder dadurch verschleiert werden.

[Illustration: Fig. 117.]

Der erwhlte Linsensucher ist in die Vorderwand des Apparates
eingesetzt, whrend gegenber in der Rckwand eine Schauffnung
angebracht ist, welche gestattet, von rckwrts her durch die Kamera
hindurch das Sucherbild zu betrachten und es whrend der Aufnahme bequem
im Auge zu halten. Fr den Vorschub des Filmbandes von der Kassette zur
Tre und fr den Transport desselben von der Tre zur unteren Kassette
sind, wie die Fig. 117 zeigt, zwei getrennte Zahntrommeln vorgesehen.
Die Verschlublende, in der Abbildung nicht ersichtlich, besteht aus
zwei gegeneinander verschiebbaren Scheiben, die eine Verstellung der
Verschluffnung innerhalb weiter Grenzen gestatten.

Die Kurbel (Fig. 118) lt sich bei diesem Apparat an drei Stellen
ansetzen: die erste Stellung gibt 8 Belichtungen auf eine Umdrehung, so
da man bei zwei Umdrehungen in der Sekunde, die sich bequem ausfhren
lassen, die normale Zahl von 16 Bildern erhlt. Die zweite Stellung gibt
4 Bilder auf eine Umdrehung und die dritte 1 Bild auf jede Umdrehung.
Diese letztere Stellung kommt zur Anwendung in solchen Fllen, wo die
einzelnen Belichtungen in gewissen Zeitabstnden erfolgen mssen, wie
z. B. bei der Aufnahme einer wachsenden Pflanze.

[Illustration: Fig. 118.]

Die Objektive, welche zu kinematographischen Aufnahmen benutzt werden,
haben in der Regel eine Brennweite von 75 mm. Krzere oder lngere
Brennweiten braucht man zu speziellen Zwecken. Objektive von sehr kurzer
Brennweite sind mglichst zu vermeiden, da diese ein nahes Herangehen an
die Szene bedingen und infolgedessen bei solchen Weitwinkelaufnahmen
hliche perspektivische Uebertreibungen entstehen: die in der Nhe
befindlichen Personen werden unnatrlich gro und weiter entfernte zu
klein.

Die Verwendung lichtstarker anastigmatischer Objektive ist unbedingt
anzuraten, und zwar nimmt man am besten ein derartiges Instrument mit
einem recht groen ffnungsverhltnis von beispielsweise F:5,4, F:4,5
oder F:3,5, damit man in der Lage ist, auch bei einer verhltnismig
weniger gnstigen Beleuchtung noch erfolgreich zu arbeiten. Wer fr alle
Flle gerstet sein will, versieht sich mit mehreren Objektiven
verschiedener Brennweite.

[Illustration: Fig. 119.]

Es sei hier in Fig. 119 noch ein weiterer, auch zu fachmnnischen
Arbeiten bestimmter Apparat vorgefhrt, welcher dadurch charakteristisch
ist, da die beiden Kassetten mit den Filmrollen auen an der Kamera
angebracht werden. Der Bewegungs-Mechanismus ist ebenfalls nach dem
Greifer-System gebaut, das zu Aufnahmeapparaten berhaupt bevorzugt
wird. Die Fhrung des Filmbandes vor und hinter der Tre geschieht wie
beim ersten Apparat mittels einer einzigen Trommel. Das Modell hat
Zhlwerk und einen groen Sucher. -- Zu erwhnen ist noch eine
Konstruktion, bei welcher zwei Films gleichzeitig exponiert werden
knnen; die Verwendung eines solchen Doppelapparates wird nur in
speziellen Fllen, beispielsweise fr sehr wertvolle Aufnahmen, in
Betracht kommen.

Man hat auch Miniaturapparate gebaut, bei denen Films von kleineren
Abmessungen zur Anwendung kommen und deren Transportmechanismus
gleichzeitig zur Projektion dient. Die Breite der Films ist hier
meistens 15 mm (gegenber 35 mm Breite der normalen Films) und die
Perforation besteht aus einer einzigen Reihe schlitzfrmiger Lcher, die
sich in der Mitte des Bandes auf der Trennungslinie der einzelnen
Bildchen befinden, wie es die beistehende Abbildung (Fig. 120) zeigt. Es
liegt auf der Hand, da sich diese kleinen Films nicht fr grere
Vorfhrungen eignen; solche Apparate sind vielmehr nur fr die Zwecke
der Amateurphotographen und zu Darstellungen in kleineren Kreisen
bestimmt.

[Illustration: Fig. 120.]

Und da haben sie ihre Berechtigung. Denn das Arbeiten mit Films der
normalen Gre ist fr Liebhaberzwecke doch eine recht kostspielige
Sache; die Miniatur-Kameras mit ihren kleineren Films machen das
Kinematographieren bedeutend billiger und ermglichen dies Vergngen
auch einem Amateur, der nicht gerade ein Krsus ist.

[Illustration: Fig. 121.]

Die beistehende Abbildung (Fig. 121) zeigt einen derartigen fr kleine
Films bestimmten Apparat. Es sei bemerkt, da bei diesen kleinen Kameras
der Mechanismus auch fr die Projektion verwendbar gemacht wird.


Das Stativ.

Das Stativ des Aufnahme-Apparates mu, wie bereits erwhnt, besonders
krftig und stabil gebaut sein, damit auch die geringsten
Erschtterungen vermieden werden. Fr Drauenarbeiten benutzt man in der
Regel die zusammenlegbare 3 teilige Form, wie sie bei gewhnlichen
photographischen Kameras blich ist. In speziellen Fllen ist die
Verwendung eines massiven, niedrigen, ebenfalls dreibeinigen
Eisenstativs zweckmig.

[Illustration: Fig. 122.]

[Illustration: Fig. 123.]

Zuweilen kommt es vor, da der Photograph mit der Kamera dem
Aufnahme-Objekt folgen mu. Um hier ein gleichmiges Nachfolgen zu
ermglichen, hat man Stative mit drehbarer Kopfplatte konstruiert, welch
letztere sich durch eine Kurbel bewegen lt (Fig. 123). Es ist
allerdings keine leichte Sache, die Kurbeln des Apparates und des
Stativs gleichzeitig zu drehen: wer das erfolgreich machen will, mu
eine ziemliche bung haben. Sicherer ist es, den Apparat durch einen
Gehilfen drehen lassen und selbst die Kurbel am Stativkopf zu handhaben.
Die seitlichen Bewegungen whrend der Aufnahme drfen nur ganz langsam
ausgefhrt werden, da man bei rascher Verschiebung leicht unscharfe
Bilder bekommt.

Das hier abgebildete Stativ ist, wie die Fig. 122 zeigt, fr den
Transport zusammenlegbar; die Kurbel kann man abnehmen und sowohl rechts
wie links aufsetzen. Zweckmig ist es, wenn sich die an der Kurbelachse
sitzende endlose Schraube durch einen Griff ausschalten lt, soda man
in der Lage ist, die nunmehr freigegebene Platte mit der darauf
geschraubten Kamera rasch nach beiden Seiten zu drehen. Eine solche
Vorrichtung kommt namentlich in Fllen sehr zu statten, wo es gilt,
recht schleunigst einzustellen. Fig. 127 weiter unten zeigt das
aufgestellte Stativ mit aufgeschraubter Kamera.

Die folgende Abbildung (Fig. 124) stellt eine auf das Stativ schraubbare
Neigevorrichtung dar, die ebenfalls mittels Kurbel betrieben wird. Sie
gestattet, den Apparat in jede beliebige Neigung zu bringen und auch bei
hoher Aufstellung einem sich nhernden Objekt zu folgen.

[Illustration: Fig. 124.]


Aufnahme-Film, Perforier-Maschine und Messvorrichtung.

ber den Film selbst ist noch einiges zu sagen. Der Film besteht, wie
bereits frher erwhnt wurde, aus einem Zelluloidband; dieses ist zur
Benutzung im Aufnahme-Apparat mit einer lichtempfindlichen Schicht, die
aus einer Bromsilber-Gelatine-Emulsion besteht, berzogen. Die
Schichtseite ist matt und daher bei Dunkelkammerlicht leicht zu
erkennen; wenn man das Einbringen in die Kassette in einem vllig
dunkeln Raum vornimmt, prfe man beide Seiten mit der angefeuchteten
Fingerspitze: die Zelluloidseite fhlt sich glatt an, whrend die
Schicht klebrig ist. Man kann den lichtempfindlichen Film fertig
perforiert im Handel bekommen. Wer aber sehr viel davon verarbeitet, fr
den mag es sich unter Umstnden lohnen, die Perforierung des Bandes
selbst auszufhren.

[Illustration: Fig. 125. Perforiermaschine.]

Die hierzu dienenden Perforiermaschinen arbeiten entweder
kontinuierlich, indem die Zhne einer Trommel, ber welche der Film
luft, als Stanzmesser ausgebildet sind, oder intermittierend; bei
letzterer Anordnung werden durch eine Stanze beiderseitig immer ein,
zwei, vier oder noch mehr Lcher auf einmal ausgeschlagen, der Film dann
um ein entsprechendes Stck weiter geschoben, worauf wieder die Stanze
in Ttigkeit tritt usw. Die Abbildung Fig. 125 zeigt eine Maschine der
ersteren Art. Die Stanzmesser, welche aus gehrtetem Stahl gearbeitet
sind, mssen gut scharf gehalten werden. Die intermittierend
funktionierenden Stanzmaschinen arbeiten bedeutend exakter als die
rotierenden, und mit Rcksicht darauf, da die Perforation so genau wie
mglich sein mu, werden jetzt wohl nur noch die ersteren zur Anwendung
gebracht.

Wer das Perforieren lichtempfindlicher Films ausbt, mu in Betracht
ziehen, da durch starke Reibung des Bandes sowie durch rasches und
straffes Aufrollen elektrische Entladungen entstehen knnen,
insbesondere bei trockener Witterung. Es empfiehlt sich aus diesem
Grunde, die Arbeiten vorsichtig und in einem nicht zu trocknen Raume
vorzunehmen. Diese Entladungen machen sich erst beim Entwickeln
bemerkbar, und zwar durch Verstelungen in der Bildschicht.

[Illustration: Fig. 126. Zhlwerk.]

Bei dieser Gelegenheit sei noch einer Vorrichtung gedacht, die fr
denjenigen, welcher viel mit Films zu tun hat, keineswegs ein
Luxusgegenstand ist: der Memaschine. Sie besteht aus einem Zhlwerk,
welches mit einer Zahntrommel in Verbindung steht und anzeigt, wieviel
Meter Film ber die Trommel gelaufen sind. Ein solcher Zhler kann
zweckmigerweise an der Film-Umrollvorrichtung angebracht werden, wie
es Fig. 126 veranschaulicht; auch die Perforiermaschinen werden meist
damit versehen.

Ohne ein solches Zhlwerk kann man die Lnge des Film auch in folgender
Weise annhernd bestimmen. Man lt den Film durch den Kinematograph
laufen und stellt fest, wie viele Bilder bei einer Umdrehung der Kurbel
transportiert werden; das sind hufig acht. Jedes Bildchen ist nun
ungefhr 19 mm hoch -- genau gehen 53 Bilder auf ein Meter, soda eine
Umdrehung der 8-Bilder-Trommel 15 cm (genau 15,1 cm) Film fortschafft.
Bei 100 Umdrehungen hat man also 15 Meter.


Die Handhabung des Aufnahme-Apparates.

Die Handhabung des Aufnahme-Apparates, insbesondere das Einsetzen des
Filmbandes, mu nach spezieller Anweisung geschehen, die sich nach der
Konstruktion der Kamera richtet. Ich kann mich daher im groen und
ganzen auf die Mitteilung dessen beschrnken, was im allgemeinen beim
Arbeiten mit der kinematographischen Kamera zu beachten ist. Doch will
ich nicht versumen, auch Einzelheiten anzufhren, die beim Gebrauch des
einen oder anderen Modells von Wichtigkeit sind.

Der Negativfilm wird in der Dunkelkammer bei sicherem rotem Licht in
die Kassette eingebracht, indem man ihn je nach der Art der Kassette
entweder direkt auf die Spule aufsetzt oder durch den Schlitz in
dieselbe einfhrt und darin aufrollt. Man mu dabei beachten, da die
Schichtseite des Film nachher beim Einspannen in die Kamera dem Objektiv
zugekehrt sein soll; als Anhalt mag dienen, da sich beim aufgerollten
Film, wie man ihn kauft, die Schichtseite nach innen befindet. Damit man
fr das Einspannen durch den Mechanismus nichts vom Negativfilm zu
opfern braucht, tut man gut, vornean ein entsprechend langes Stck
Blankfilm oder gebrauchten Film anzukleben; dieses sollte so bemessen
sein, da man dem Werk zur Prfung noch einige Umdrehungen geben kann,
ehe der lichtempfindliche Film in die Tre gekommen ist. Ein Meter
gengt.

Die geladene Kassette, aus deren Schlitz das Ende des angeklebten
Filmstckes heraushngt, wird in der Dunkelkammer sorgsam geschlossen.
Das Einsetzen der Kassette in oder an die Kamera sowie das Einspannen
des Film geschieht dann bei Tageslicht. Man kann wie beim gewhnlichen
photographischen Apparat mehrere Kassetten zum Auswechseln haben, die
man smtlich in der Dunkelkammer ladet und mit auf die Tour nimmt; eine
Kassette mu man zum Aufrollen der belichteten Films leer halten.
Nachdem ein Film ganz exponiert ist, dient die dadurch leer gewordene
Kassette zum Aufrollen des zweiten Films usw. Das durch den Schlitz
heraushngende Filmende, das man, um es besser durchstecken zu knnen,
vorher mit der Schere an den Ecken abgeschrgt hat, knickt man ein
paarmal ein, damit es nicht in die Kassette zurckgleitet.

Beim Einspannen mu man, wie schon gesagt, darauf achten, da die
Schichtseite des Film dem Objektiv zugekehrt ist. Man berzeuge sich
ferner zuvor, ob alle Metallteile, mit denen das Band in Berhrung
kommt, blank und sauber sind, ob das Sammetstck, wenn sich ein solches
in der Trfhrung befindet, frei von Staub ist und keine herabhngenden
Fransen hat, und ob die Federn in der Tre sanft und gleichmig
aufdrcken. Unter keinen Umstnden vergesse man den Film oberhalb und
unterhalb der Tre einen Bausch bilden zu lassen; doch mache man die
Schlaufe auch nicht zu gro, weil dann der Film Gefahr laufen kann,
gegen die Kamerawand zu stoen.

Es wird dann die zweite leere Kassette in bezw. an die Kamera gesetzt,
und zwar derart, da die Spule derselben von der Aufrollvorrichtung gut
mitgenommen wird. Durch den Schlitz fhrt man das Ende des Film ein und
befestigt es auf der Spule. Dazu wird der Film nicht einfach hinter die
Feder der Spule gesteckt, denn so wrde er beim Anziehen nicht halten.
Vielmehr knickt man das Ende des Film zurck und klemmt das
zurckgeknickte Stck unter die Feder. Man mu nun noch der Kurbel eine
oder zwei Umdrehungen geben, um sich davon zu berzeugen, ob das Band
auch richtig und glatt transportiert wird, ob die Schlaufenbildung gut
ist und ob das Aufrollen ordnungsgem vonstatten geht. Es ist brigens
auch darauf zu achten, da die Kurbel an der richtigen Stelle eingesetzt
wird; die Kameras haben nmlich in der Regel zwei oder drei
Einsatzstellen, deren eine fr Aufnahmen in greren Zeitintervallen
dient, indem dabei jede volle Umdrehung nur ein einziges Bild belichtet.

Die Scharfeinstellung des Objektivs lt sich dadurch kontrollieren, da
man den Film aus der Tre zur Seite biegt und ein Stck mattes Zelluloid
oder Pauspapier einsetzt, das als Visierscheibe dient; darauf lt sich
die Schrfe des Bildes gut beurteilen. Soll dies fr eine zweite
Aufnahme auf dasselbe Filmband geschehen, so geht dabei natrlich das
freiliegende Stck Negativfilm verloren, da es beim ffnen der Kamera
Licht empfngt. Den Negativfilm selbst kann man nur dann als Ersatz fr
die Visierscheibe benutzen, wenn die Beleuchtung sehr krftig ist; denn
bei schwcherem Licht erscheint das Bild nicht hell genug.

Bei Apparaten, welche einen quer durch die Kamera laufenden
Einstellkanal besitzen, darf man nicht vergessen, das viereckige
Rohrstck, das zum ffnen der Tre zurckgeschoben wird, wieder
vorzuschieben, soda es vorne dicht aufsitzt, und ferner auf das offene
Rohrende in der Rckwand die Bchse aufzustecken. Wenn das nicht
geschieht, gelangt falsches Licht auf den Film und man bekommt
verschleierte Aufnahmen. Der Apparat selbst mu sorgsam geschlossen
werden. Den Zhler stellt man vor Beginn der Aufnahmen auf Null.

Macht man zwei oder mehrere Aufnahmen auf einen und denselben Film, so
bezeichne man das Ende jeder Aufnahme durch Einstiche mit einer Nadel;
manche Apparate sind dazu, wie bereits oben erwhnt, mit einer
Markiervorrichtung versehen. Die durchbrochenen Stellen sind auch im
Dunkeln durch Fhlen leicht zu finden; dort wird das Band
durchgeschnitten, damit man jede Aufnahme einzeln entwickeln kann.

Wie bei der Handkamera bedient man sich auch hier des Suchers, um den
Apparat gegen die aufzunehmende Szene zu richten. Bei der Handkamera ist
die Arbeit allerdings einfacher, indem die Aufnahme in einem Moment
gemacht ist, whrend sich beim Kinematograph die Reihenaufnahme
naturgem ber eine gewisse Zeit hin erstreckt, innerhalb der man
stndig mit Hilfe des Suchers kontrollieren mu, ob die Szene auch auf
dem Bild bleibt. Ntigenfalls folgt man mit der Kamera nach. Wie aber
schon bei Besprechung des Stativs erwhnt wurde, drfen Bewegungen des
Apparates whrend der Aufnahme, ob sie nun in seitlicher Richtung oder
nach oben oder unten geschehen, nur langsam vorgenommen werden, da
rasche Verschiebungen Unschrfe im Bilde herbeifhren. Es mag ferner
nochmals darauf hingewiesen werden, da das gleichzeitige Arbeiten an
den Kurbeln des Apparates und des drehbaren Stativkopfes fr eine
einzige Person eine Aufgabe ist, die viele bung verlangt.

Der Anfnger tut gut, das Einsetzen und Durchdrehen des Filmbandes mit
einem Blankfilm oder gebrauchten Film einzuben, bevor er daran geht,
ein unbelichtetes Band einzuspannen und Aufnahmen zu machen. Auch das
Einhalten eines gleichmigen Tempos beim Drehen will gebt sein; in der
Regel ist der Mechanismus so beschaffen, da zwei Umdrehungen in der
Sekunde die richtige Geschwindigkeit geben. Am besten schraubt man bei
den bungen den Apparat auf das Stativ und versucht gleichzeitig, wie
man die Kamera halten mu, um Vibrationen zu vermeiden; denn die
geringsten Erschtterungen bei der Aufnahme machen sich in der
Projektion durch Tanzen des Lichtbildes unangenehm bemerkbar. Es gehrt
dazu vor allem ein krftiges und stabil gebautes Stativ; der Apparat mu
fest darauf geschraubt sein und das Stativ sicher auf dem Boden stehen.
Man tut gut, mit der linken Hand fest auf den oberen Teil des Statives
zu drcken, whrend man mit der rechten Hand dreht. Dabei achte der
Photograph ja darauf, da nicht durch einen Arm das Objektiv verdeckt
wird. Die Abbildung (Fig. 127) zeigt den Apparat auf Stativ, fertig zum
Gebrauch.

[Illustration: Fig. 127.]

Noch ein Punkt ist zu beachten. Anfnger neigen leicht dazu,
unregelmig zu drehen, derart, da sie jedesmal im Augenblick, wo die
Kurbel am tiefsten steht, einen Moment stoppen. Diese unbeabsichtigten
Ruhepausen haben zur Folge, da bei jeder Tiefstellung der Kurbel eine
lngere Belichtung stattfindet, und wenn beispielsweise die Trommel bei
jeder Umdrehung 8 Bilder transportiert, so wird jedes achte Bild strker
belichtet. Diese Bilder kommen im Negativfilm dunkler heraus als die
andern, und im Positivfilm, welcher danach kopiert wird, entsprechend
schwcher.

Eine Kontrolle der Blendscheibe auf ihre genaue Einstellung hin ist
unter keinen Umstnden zu versumen, und zwar sollte man eine solche
fters vornehmen. Die Verschlublende mu so arbeiten, da sie das
Objektiv genau zu der Zeit verdeckt, whrend welcher der Film vorwrts
bewegt wird. Hat sich die Blende versetzt und gibt sie das Objektiv im
Moment der Weiterbewegung frei, um die Linse in der Ruhepause zu
verdecken, so wird auf den in Bewegung befindlichen Film belichtet,
wobei natrlich nichts anderes als ein verdorbener Film herauskommt. Ein
solcher Fehler ist um so verhngnisvoller, wenn es sich, wie das schon
vorgekommen ist, um eine wichtige Aufnahme handelt, die nicht
wiederholt werden kann.

Fehlresultate gibt es bei der Aufnahme zuweilen dadurch, da die Linsen
des Objektives beschlagen sind. Die Bilder werden dann flau und
verschwommen; es fehlen Kraft und Details. Das Beschlagen geschieht hier
aus gleicher Ursache wie bei Brillenglsern und ist namentlich zu
befrchten bei warmem, dunstigem Wetter, wenn die Linsen khler sind als
die Luft. Man mu den Niederschlag durch sanftes Abreiben entfernen.
Abgesehen hiervon ist auch ein regelmiges Reinigen der Linsen von
Staub erforderlich, was am besten mit einem feinen Pinsel geschieht.

Alles in allem: vor bereilter Benutzung des Apparates ist dringend zu
warnen; denn sie bringt Verdru und kostet Films, und Films kosten Geld.

Das Werk mu gut instand gehalten werden; vor Gebrauch ist aller Staub
daraus zu entfernen. Namentlich die Sammetdichtungen der Kassetten
mssen mit einem Pinsel regelmig von Staub gereinigt werden;
ausgefranste Kanten sind durch Entfernung der Kanten wieder glatt zu
richten. Wenn ntig, ist der Sammet durch eine neue Einlage zu ersetzen.
Das gleiche gilt von dem Sammetstck, das man bei den Aufnahme-Apparaten
zuweilen in der Trfhrung findet. Alle Metallteile, mit denen der Film
in Berhrung kommt, halte man durchaus sauber. Auch versume man nicht,
die Lager von Zeit zu Zeit zu len, ohne aber dabei den Mechanismus zu
verschmieren. Der Spiralzug, der die Aufrollvorrichtung bedient, darf
nicht gelt werden.

Der Photograph tut ferner gut, eine Werkzeugtasche mit sich zu fhren,
um in unvorhergesehenen Fllen gerstet zu sein; er sollte bei sich
haben Flachzange, Schraubenzieher, Hammer, Bohrer, diverse Reibahlen,
Feilen und Schrauben, lknnchen, Brste und Pinsel, ferner einige
Ersatzteile, wie Spiralzug, Sammeteinstze fr die Kassetten u. dergl.


Die Aufnahme.

Wenn die Handgriffe gut einstudiert sind und klappen, kann man zur
Herstellung von Aufnahmen schreiten. Aber auch hier heit es: Halt --
keine berstrzung! Es ist hier mancherlei zu bedenken, mancherlei zu
beachten, wenn die Aufnahme zufriedenstellend ausfallen soll.

In erster Linie arbeite man nur bei gutem Licht; Aufnahmen bei
schlechter Beleuchtung bringen nur Verlust an Film und Verdrielichkeit.
Wie weit man da gehen darf, unter welchen Umstnden die Aufnahme Erfolg
verspricht, und wann keine Aussicht mehr auf gut exponierte Bilder
besteht, das hngt nicht nur von der Strke der Beleuchtung ab, sondern
auch von den zu photographierenden Gegenstnden und von der Lichtstrke
des Objektives. Die praktische Erfahrung gibt da den besten Fingerzeig.
Man beachte, da an der See das Licht infolge des Reflexes im Wasser
ungleich heller ist als im Binnenlande. Der Anfnger tut gut, mit
Aufnahmen bei mglichst gnstigem Licht zu beginnen.

Aufnahmen gegen die Sonne sind zu vermeiden; auch ist es als
unvorteilhaft anzusehen, wenn die Sonne direkt im Rcken des
Photographen steht. Man richte es wenn mglich so ein, da der
Gegenstand oder die Szene schrg von vorne beschienen wird.

Nun kommt die Geschwindigkeit des Objektes! Ein vorbeisausendes
Automobil mu beispielsweise wesentlich krzer belichtet werden, als
eine Prozession. Um die krzere Exposition zu erzielen, wird die
Verschluffnung entsprechend kleiner gestellt. Man kann auch durch
rascheres Drehen krzere Belichtungen herbeifhren; aber es ist zu
bercksichtigen, da dann der Film schneller zu Ende ist und da er auch
bei der Projektion rascher durchgedreht werden mu, um ein lebenswahres
Bild zu geben. Man wird daher die normale Umdrehungszahl nach
Mglichkeit einhalten und nur im Notfalle zu grerer Geschwindigkeit,
etwa 18 bis 20 Bilder in der Sekunde, bergehen.

Bei Beurteilung der Geschwindigkeit ist noch folgendes zu
bercksichtigen. Es macht einen Unterschied, ob das sich bewegende
Objekt in der Nhe oder ob es in grerer Entfernung ist, ferner ob die
Bewegung in der Richtung zur Kamera vor sich geht oder quer zu ihr
stattfindet. Der Photograph mu die relative Geschwindigkeit des
Objektes taxieren; es kommt fr ihn darauf an, wie rasch die Bewegung im
Bilde selbst verluft, und darnach mu er die Verschlublende
einstellen. Ein Automobil z. B., welches sich in sehr groer Entfernung
vom Apparate befindet, wird, auch wenn es mit groer Geschwindigkeit
fhrt, sich im Bilde nur langsam verschieben, und diese Verschiebung
wird noch geringer sein, wenn die Bewegung in der Richtung zur Kamera
erfolgt.

Man knnte nun sagen: wenn die Verwendung einer greren
Verschluffnung bei der Aufnahme rasch bewegter Objekte unscharfe
Bilder zu bringen droht, so wre es am einfachsten, stets mit ganz
kleiner Verschluffnung zu arbeiten. -- Allerdings wrden dann Fehler
in dieser Hinsicht ausgeschlossen, aber man legte sich damit in anderer
Richtung eine groe Beschrnkung auf. Man mu nmlich bedenken, da die
rasche Belichtung entsprechend krftige Beleuchtung bedingt: das
immerwhrende Arbeiten mit kleiner Verschluffnung wrde daher das
Photographieren bei weniger gutem Lichte vllig ausschlieen. Solange
man mit schner Beleuchtung und langsam bewegter Szene zu tun hat, gibt
es keine Schwierigkeiten; solche treten erst auf, wenn es gilt, bei
weniger gnstigem Licht Objekte in relativ schneller Bewegung
aufzunehmen. Da heit es, die Verschluffnung hinreichend klein
stellen, damit der Gegenstand scharf wird, aber andererseits sie nicht
so klein machen, da zu viel Licht abgeschnitten und die Bilder
unterbelichtet werden.

Die Belichtungszeit, die man bei dieser oder jener Verschluffnung
erhlt, lt sich leicht berechnen. Wenn die ffnung z. B. ein Viertel
des Kreises einnimmt und wenn man ferner die Kurbel mit normaler
Geschwindigkeit dreht -- 16 Bilder auf die Sekunde -- so betrgt die
Belichtung jedes Bildes 1/4  1/16 = 1/64 Sekunde; macht die
Verschluffnung 1/8 Kreis aus, so bekommen wir Belichtungen von 1/128
Sekunde. Zweckmig wird dazu die Verschluscheibe mit einer Teilung
versehen, welche die Gre der ffnung in Bruchteilen einer Kreisflche
angibt.

Aber noch einen Punkt hat der Photograph in Betracht zu ziehen. Das
Objektiv ist mit einer Abblendevorrichtung versehen, welche dazu dient,
bei Aufnahmen mit groer Tiefe dem Bilde in allen Teilen die
erforderliche Schrfe zu geben. Das Objektiv gibt wohl Gegenstnde, die
sich in verschieden weitem Abstand vom Apparat befinden, gleichzeitig
scharf wieder, aber nur innerhalb gewisser Grenzen; hat man sehr nahen
Vordergrund und gleichzeitig Ferne auf dem Bild, so mu man in der Regel
abblenden, um beides scharf zu bekommen; dies ist namentlich dann
erforderlich, wenn das Objektiv eine groe ffnung hat und sehr
lichtstark ist. Abblenden bedeutet aber gleichzeitig: Licht abschneiden;
also mu man auch in dieser Hinsicht vorsichtig zu Werke gehen.

Das Abblenden steht in direkter Beziehung zur Einstellung des
Objektives. Kameras mit weniger lichtstarken Objektiven haben vielfach
eine feste Einstellung. Sonst ist eine Vorrichtung mit Zahntrieb oder
Archimedestrieb vorhanden, welche mit Hilfe einer Skala gestattet, die
Linse auf eine bestimmte Entfernung scharf einzustellen. Bei manchen
Apparaten kann man die Scharfeinstellung durch Beobachtung des Bildes
auf einem eingesetzten Stck matten Zelluloid oder Pauspapier
kontrollieren. Auf welche Entfernung mu das Objektiv nun aber
eingestellt werden, wenn man beispielsweise sehr nahen Vordergrund und
Ferne gleichzeitig auf das Bild bekommt? -- Da ist durch Berechnung
herausgefunden worden, da man sich am besten steht bei einer
Einstellung auf die doppelte Entfernung des nchsten Gegenstandes. Wenn
dieser also z. B. 3 Meter weit entfernt ist, sollte man das Objektiv auf
6 Meter einstellen. Bei solcher Einstellung kann man nmlich mit
mglichst groer ffnung und mithin bester Lichtausnutzung arbeiten;
stellt man nher oder weiter ein, so mu man stets strker abblenden und
verliert damit Licht. Wrde man in obigem Falle z. B. auf die Ferne
einstellen, so ergibt es sich, da dann eine doppelt so starke
Abblendung erforderlich wre, um die gleiche Schrfe in allen Teilen des
Bildes zu erzielen, und verdoppelte Abblendung bedeutet viermal weniger
Licht. Die Entfernung des Vordergrundes wird man bei einiger bung mit
hinreichender Genauigkeit schtzen.

Wenn nun der Photograph alle diese Punkte beobachtet, wird er dann und
wann in die Brche geraten; er wird sich sagen: Unter diesen
Verhltnissen bekomme ich eine unterbelichtete Aufnahme; entweder mu
ich die Verschluffnung oder aber die Objektivblende grer machen, um
mehr Licht auf den Film zu bekommen. -- Im ersten Falle ist zu
befrchten, da das bewegte Objekt unscharf wird, im zweiten Falle wird
ein Teil der unbewegten Szenerie mehr oder minder verschwommen. Welches
von den beiden beln ist nun das geringere? Der Erfahrung nach das
erstere; das Auge ist sehr empfindlich fr unscharfe Wiedergabe des
feststehenden Bildteiles, dagegen sieht es ber Unschrfe bei einem
sich rasch bewegenden Gegenstande eher hinweg. Allgemein gltige Regeln
lassen sich hier natrlich nicht aufstellen; wenn das in Bewegung
befindliche Objekt z. B. besondere Aufmerksamkeit verdient, so wird man
gewi auf eine scharfe Wiedergabe desselben nicht verzichten. Die
Sachlage mu von Fall zu Fall beurteilt werden.

Kinematographische Aufnahmen werden dadurch komplizierter, da leicht
etwas Unvorhergesehenes eintreten kann. Bei einer Straenszene mag z. B.
pltzlich ein Automobil mit grter Geschwindigkeit heransausen, worauf
der Verschlu nicht eingestellt ist, oder es mag ein Neugieriger bis
dicht vor die Kamera laufen, wobei er dann durch seine unscharf und
bergro wiedergegebenen Gliedmaen das Bild verunstaltet. Die Aufnahme
einer Prozession oder eines festlichen Aufzuges mag dadurch verdorben
werden, da sich einer aus der drngenden Menge direkt vor den Apparat
schiebt und nun seinen Buckel photographieren lt; bei einer Regatta
kann man das Unglck haben, da im schnsten Augenblick ein Dampfer
dazwischen fhrt und die Aussicht versperrt. Die Films sind kostspielig
und jede milungene Aufnahme bedeutet daher einen unangenehmen Verlust.
Daher ist besondere Mhe fr die Vorbereitung, wie Wahl eines geeigneten
Standpunktes, wohl angebracht. Bei Straen-Aufnahmen tut der Photograph
gut, einige Freunde oder Gehilfen zum Freihalten der Schulinie
mitzunehmen, welche die Passanten bitten, nicht gerade mit der Nase
gegen den Apparat zu rennen; natrlich darf keiner von diesen Freunden
auf das Bild kommen. Wenn mglich, richte man es so ein, da die Figuren
etc. nicht nher als einige Meter an die Kamera heran kommen.

Einstudierte Szenen bieten, wenn sie programmig sich abwickeln, bei
der Aufnahme am wenigsten Schwierigkeiten, dagegen schaffen sie vorher
viel Mhe und Arbeit. Die Bedingung fr guten Erfolg ist hierbei: gut
geschultes Personal, ein technisch und knstlerisch tchtiger Regisseur
und nicht zuletzt gute Ideen. Besonders beliebt sind Darstellungen
humoristischer Art, aber auch Trauergeschichten und Dramen bieten
vielfach dankbaren Stoff. Was sich da erreichen lt, das zeigen zur
Genge die Vorfhrungen in den zahlreichen Kinematograph-Theatern, wo
man manch geschmackvolles, leider aber auch viele geschmacklose Stcke
zu sehen bekommt.

In den Aufnahme-Ateliers braucht man zur Untersttzung des Tageslichtes
eine mehr oder minder groe Zahl von Bogenlampen; wegen ihrer
aktinischen Wirkung sind Quecksilberbogenlampen besonders geeignet.


Aufnahme-Vorrichtungen fr besondere Zwecke.

Mancherlei Aufnahmen, insbesondere die gesamten Trickaufnahmen,
verlangen besondere Vorrichtungen. Da gibt es z. B. ein Bild, worin ein
Mann die Wnde hinaufkriecht und an der Decke hinluft. Hierzu werden
auf den Boden des Ateliers abwechselnd Dekorationen gelegt, welche die
Seitenwnde und die Decke eines Zimmers darstellen; der Mann kriecht
oder luft darber und wird vermittels des Apparates, der hoch ber ihm
montiert ist, von oben her photographiert. Viele Effekte werden durch
Unterbrechung der Aufnahme erzielt. Wenn es z. B. gilt, eine Person zu
verwandeln, so schliet der Photograph im festgesetzten Moment das
Objektiv und hrt auf zu kurbeln. Nun wird die Person durch eine andere
ersetzt, die natrlich dieselbe Stellung einnehmen mu; der Photograph
ffnet wieder das Objektiv und kurbelt weiter. In gleicher Weise macht
man die Aufnahmen von Gegenstnden, die selbstttig sich bewegen; von
Werkzeugen, die ohne Zutun arbeiten, von Streichhlzern, die aus der
Dose wandern und sich zu Figuren gruppieren, von einem Tonklumpen, der
sich zu einer Bste formt. Hierzu wird jedes Bildchen fr sich belichtet
und nach jeder Belichtung wird eine Pause gemacht, in der man den
betreffenden Gegenstand entsprechend weiter rckt oder verndert. Das
ist eine langwierige Arbeit; sie wird erleichtert durch eine elektrische
Auslsung, mittels welcher man den Apparat zu jeder Belichtung durch
einfachen Druck auf einen Kontaktknopf in Ttigkeit setzen kann.

Schwieriger ist es, Personen allmhlich, gewissermaen aus dem Nebel,
erscheinen oder verschwinden zu lassen. Dazu mu das Objektiv mit einer
Irisblende versehen sein und der Apparat mu eine Rcklaufvorrichtung
besitzen, derart, da beim Linksdrehen der Kurbel der Film zurckluft.
Der Photograph verfhrt folgendermaen. Wenn die Szene so weit
fortgeschritten ist, da die Figur in Erscheinung treten soll, so
beginnt er die Irisblende allmhlich zu schlieen. Die Bilder empfangen
der Reihe nach immer weniger Licht und werden schwcher und schwcher,
bis das Objektiv ganz geschlossen ist und die Aufnahme unterbrochen
wird. Die Figur, welche erscheinen soll, tritt nun an ihren Platz.
Inzwischen dreht der Photograph die Kurbel rckwrts und lt den Film
bis zu jenem Punkt zurcklaufen, wo er anfing, die Blende zu schlieen.
Alsdann ffnet er wieder das Objektiv, kurbelt vorwrts und stellt dabei
allmhlich die anfangs geschlossene Irisblende offen, wodurch die
Beleuchtung nach und nach zunimmt. Das betreffende Filmstck wird mithin
zweimal bereinander belichtet, und zwar werden sich die Belichtungen,
wenn der Photograph mit der Irisblende richtig verfhrt, in jedem
einzelnen Bilde zu einer richtigen Exposition ergnzen. Die Figur aber,
die nur einmal dabei aufgenommen wurde, und zwar anfangs mit kleiner und
dann mit grer werdender Irisblende, wird in der Reihenfolge der Bilder
ganz allmhlich immer krftiger werdend in Erscheinung treten.

Bei wissenschaftlichen Aufnahmen hat man ebenfalls Einzelbelichtungen
anzuwenden, wenn es gilt, Bewegungen, die in der Natur sehr langsam
erfolgen, wie z. B. das Wachsen der Pflanzen, in beschleunigtem Masse
wiederzugeben. Je nach dem Zeitumfange, den der Verlauf der Bewegung
einnimmt, und der Zahl der anzufertigenden Bilder, macht man alle
Minuten, Stunden oder Tage eine Aufnahme. Apparat und Objekt mssen
dabei an Ort und Stelle bleiben und es mu fr gleichbleibende
Beleuchtung gesorgt werden. Die Exposition kann durch ein Weckerwerk,
welches auf die oben erwhnte elektrische Auslsung arbeitet,
automatisch erfolgen; wenn die Zeitabstnde gro sind und die Lampe
nicht stndig brennen soll, so mag das Werk gleichzeitig dazu dienen,
die Lampe zu jeder Belichtung ein- und auszuschalten.

Die Ausfhrung mikroskopischer Aufnahmen mit Hilfe des Kinematographen
erfordert zunchst Kenntnisse und praktische Erfahrung in der
mikrophotographischen Technik. Das Mikroskop wird, wie sonst an die
Kamera, so hier an den kinematographischen Aufnahmeapparat montiert, der
je nach der Anordnung eine horizontale oder vertikale Stellung erhlt.
Schwierigkeiten bietet besonders die gengend krftige Beleuchtung des
lebenden Prparates, das unter der Hitze der Strahlen nicht leiden darf:
whrend man sonst nach Sekunden oder Minuten belichtet, mssen hier
innerhalb einer Sekunde durchschnittlich 16 Aufnahmen gemacht werden.
Die Verschluscheibe, welche normalerweise zwischen Objektiv und Film
luft, ordnet man nach dem Vorgange von Marey zweckmigerweise zwischen
Lichtquelle bezw. Kondensierungslinse und Prparat an. Whrend der Film
sich weiterbewegt und die Blendscheibe wirkt, wird alsdann das Licht
nicht nur vom Apparat, sondern auch vom Prparat abgesperrt, soda
letzteres einer weniger starken Erhitzung ausgesetzt ist.

Die kinematographische Aufnahme sehr rascher Bewegungen, die eine
wesentlich grere Zahl von Bildern -- bis zu mehreren Tausend in der
Sekunde, wie insbesondere bei fliegenden Geschossen -- erfordern, lt
sich mit dem hier beschriebenen Apparat nicht ausfhren. Man verwendet
dazu Vorrichtungen mit kontinuierlich laufendem Filmband. Bei dem von
Geheimrat Cranz konstruierten Apparat bewegt sich der Film mit einer
Geschwindigkeit von 90 m in der Sekunde und es knnen 5000 Aufnahmen in
der Sekunde gemacht werden. Die Belichtungen erfolgen mit Hilfe eines
elektrischen Funkens.

Gnzlich anderer Art sind wiederum die Einrichtungen zur Herstellung
kinematographischer Rntgenaufnahmen. Hier hat man in der Regel mit
einem viel greren Bildformat zu rechnen. Der Apparat von Dr.
Rosenthal arbeitet mit Filmblttern, die einzeln in Kassetten sitzen und
die dann durch einen Wechselmechanismus, hnlich wie bei den
Magazin-Handkameras, eines nach dem andern an die Belichtungsstelle
gebracht werden. Die noch unbelichteten und bereits belichteten Films
werden durch Bleiplatten gegen die Wirkung der Rntgenstrahlen
geschtzt. Die Zahl der Aufnahmen ist hier naturgem eine
beschrnktere; bei einer wohlgelungenen Serie, welche die Ttigkeit des
Magens zeigt, wurden 12 Belichtungen innerhalb 20 Sekunden gemacht.


Hilfsmittel zur Entwicklung der Films.

Die Aufgabe, ein Filmband von vielen Metern Lnge in einem Stck zu
entwickeln, mag auf den ersten Blick selbst dem gebten Photographen
bengstigend schwierig erscheinen. Es ist aber gar nicht so schlimm
damit: man mu nur wissen, wie es gemacht wird. Vor allem gehrt dazu
eine Vorrichtung, auf welche der Film spiralenfrmig aufgewickelt wird.
Ohne jedes Hilfsmittel das lange Band in den Entwickler zu bringen, ist
allerdings ein mehr oder minder gewagtes Beginnen.

[Illustration: Fig. 128.]

Es sind verschiedenerlei Einrichtungen im Gebrauch. Vielfach benutzt man
eine Trommel, worauf der Film spiralfrmig gewickelt wird. Die erste
Abbildung (Fig. 128) zeigt einen einfachen, aus lackiertem Holz
gefertigten Zylinder, der mittels einer durchgehenden Achse beiderseitig
von aufrecht stehenden Armen getragen wird; eine Kurbel dient dazu, ihn
zu drehen. Die Trommel braucht nicht ganz geschlossen sein; man kann sie
auch aus einzelnen Speichen zusammensetzen, doch bringe man die
letzteren nicht zu nahe zusammen, damit das Innere sich gut reinigen
lt; denn die Mglichkeit einer grndlichen Reinigung ist sehr wichtig.

Die Trommel taucht mit ihrem unteren Teile in einen Trog, der mit
Entwickler gefllt wird; es dient dazu eine mit Metall (am besten Blei)
ausgeschlagene Holzwanne, die man mglichst klein nimmt, damit man mit
wenig Entwickler auskommt, wobei aber der Film nicht Gefahr laufen darf,
sich an der Innenseite der Wanne zu reiben. Der Film wird, Schichtseite
nach auen, spiralfrmig auf die Trommel gewunden; Anfang und Ende
befestigt man mittels eines Heftzweckes, der aber nicht verrostet sein
sollte. Es ist zweckmig, wenn die Trommel mit Stiften versehen wird,
welche die einzelnen Lagen des Films auseinanderhalten; denn der trocken
aufgespannte Film dehnt sich beim Feuchtwerden aus und dadurch kommen
sonst die locker gewordenen Lagen in Gefahr, sich bereinander zu
schieben.

[Illustration: Fig. 129.]

In Fig. 129 ist eine Trommel mit aufgespanntem Filmband dargestellt. Die
Anordnung ist hier etwas anders als in der ersten Abbildung: die Trommel
ist aus Metall gefertigt und mit ihrer Achse auf den Querwnden des
Troges gelagert. Eine Trommel von 40 cm Durchmesser nimmt
beispielsweise auf jede Umdrehung etwa 1,20 m Film; wenn sie 1 m lang
ist und man fr das Band einen Raum von 4 cm rechnet, was reichlich ist,
so werden ungefhr 30 Meter Film darauf gehen.

Wo die Herstellung von Films in groem Mastabe fabrikationsweise
vorgenommen wird, verwendet man dem Bedrfnisse entsprechend auch viel
grere Trommeln, z. B. solche von 1 Meter Durchmesser bei 1-1/2 bis 2
Meter Lnge, die dann eine richtige Seeschlange von Film aufnehmen.

Als zweckmig wird die Verwendung von Glastrommeln oder Zylindern
empfohlen; da sie sich sehr leicht reinigen lassen. Der Film wird auf
dem Glaszylinder beiderseitig durch Klammern befestigt oder auf
Korkstcke, die in entsprechende ffnungen des Zylinders eingeklemmt
sind, mittels Heftzwecken festgesteckt.

[Illustration: Fig. 130.]

Whrend der Entwicklung wird die Trommel gleichmig gedreht, so da
alle Teile des Filmbandes gleichmig mit Flssigkeit benetzt werden.
Man kann den Film auf der gleichen Trommel in die anderen Bder
(Wasserbad und Fixierbad) bringen; es ist jedoch besser, ihn fr jeden
Proze auf eine andere Trommel, und zwar stets eine solche von grerem
Durchmesser, umzurollen.

Innerhalb der Trommel kann man eine rote elektrische Glhlampe
unterbringen, mit deren Hilfe sich (im transparenten Licht) das
Fortschreiten der Entwicklung verfolgen lt. Dazu mu die Trommel
natrlich durchbrochen oder aus Glas sein.

An Stelle der Trommel wird sehr hufig ein Rahmen aus Holz oder
Aluminium gebraucht, worauf man den Film in engen Windungen aufspannt.
Damit sich die Rnder des Bandes nicht berhren oder gar aufeinander
schieben, ist er oben und unten mit einer Reihe von Stiften versehen,
welche die Windungen auseinander halten. Die Enden werden mittels
Heftzwecken oder Klammern befestigt. Der mit Film bewickelte Rahmen wird
in den Bdern geradeso wie eine Trockenplatte behandelt. Man nimmt den
Entwicklungstrog so gro, da der Film vollstndig in die Flssigkeit
eintaucht, und wendet den Rahmen, um eine gleichmige Entwicklung zu
erzielen, nochmals darin um. Die Filmfabriken verwenden vielfach hohe
Trge, worin die in Nuten eingeschobenen Rahmen hochstehen, und zwar
eventuell zwei hintereinander. Zum bequemeren Aufwickeln des Films
fertigt man einen Bock, worin sich der Rahmen einspannen und dann drehen
lt.

[Illustration: Fig. 131.]

Whrend Fig. 130 einen solchen Rahmen zeigt, ist in der nchsten
Abbildung (Fig. 131) eine dritte Anordnung veranschaulicht, die zur
Entwicklung kleinerer Filmbnder ganz zweckmig ist. Sie besteht aus
zwei zu einem Kreuz vereinigten Stben, die mit einer Anzahl etwa 4 cm
hohen Stiften versehen sind. Der Film wird mit einem Ende in der Mitte
befestigt und dann, Schichtseite nach auen, um die Stifte geschlungen,
so da er eine rechteckige Spirale bildet; das letzte Ende wird an dem
zunchst befindlichen Stifte befestigt. In der Regel ist das Gestell mit
einem Griff versehen, woran man es bequem in die Schalen einsetzen kann.

Der Entwicklungstrog (Fig. 132) wird aus Holz gefertigt und mit einem
Zink-, oder besser einem Bleieinsatz versehen, der mit einem geeigneten
Lack ausgestrichen wird. Nicht minder brauchbar sind Trge aus
emailliertem Eisenblech.

[Illustration: Fig. 132.]

Die Entwicklung des Film wird in einer Dunkelkammer bei rotem Licht
vorgenommen; man sorge dafr, da die Dunkelkammer dicht ist und
nirgends Licht von auen zult, sowie ferner, da die Lampen nur
spektral geprftes, nicht aktinisches rotes Licht liefern. Das
Dunkelzimmer und alle Gerte darin mssen recht sauber gehalten werden.
Die Temperatur des Raumes sollte der normalen Zimmertemperatur
entsprechen und gleichmig sein; bei Klte arbeitet der Entwickler zu
langsam, bei Wrme zu rasch.


Der Entwickler.

Jeder gute, langsam arbeitende Entwickler kann benutzt werden. Aber
namentlich bei Anwendung der Trommel sind Entwickler zu vermeiden, die
beim Oxydieren stark gefrbte Produkte geben und dadurch Farbschleier
bewirken, da der Entwickler bei diesem Verfahren besonders stark mit der
Luft in Berhrung gebracht wird. Zu verwerfen ist daher insbesondere
Pyrogall mit Ammoniak, eine Zusammensetzung, die in England fr
Trockenplatten vielfach im Gebrauch ist. Den Pyro-Soda-Entwickler kann
man, wenn der Film auf einen Rahmen gespannt in das Bad gebracht wird,
allenfalls zur Anwendung bringen. Ein langsames Arbeiten des Entwicklers
ist notwendig, weil man sonst den Proze nicht in der Hand hat und auch
leicht ungleichmige Entwicklung eintreten kann. Das Bild sollte in
etwa 5 Minuten herauskommen und in 10 bis 15 Minuten ausentwickelt sein.
Sehr beliebt ist der Hydrochinon-Metol-Entwickler, welcher den Vorteil
bietet, da man ihn wiederholt benutzen kann; hierfr sei folgendes
Rezept angegeben, nach dem man sich die erforderliche Menge den
Verhltniszahlen gem ansetzt.

  Wasser                    1 Liter
  Metol                     3 gr
  Hydrochinon               3 gr
  Schwefligsaures Natron   50 gr
  Kohlensaures Natron      30 gr
  Bromkali                  1 gr

Von anderer Seite wird folgende Zusammensetzung empfohlen:

  Wasser                  2 Liter
  Metol                   3 gr
  Sulfit (wasserfrei)    60 gr
  Hydrochinon             5 gr
  Pottasche              40 gr
  Bromkali                2 gr

Dieser Entwickler arbeitet anfangs rasch, spter langsamer. Wenn das Bad
schon zuviel Brom enthlt und die Negative zu hart werden, so setzt man
frischen Entwickler zu, oder wenn es zu alt wird, ist es vollstndig zu
erneuern.

Ausgezeichnet ist auch folgendes, speziell fr Films ausgearbeitetes
Rezept des Edinol-Entwicklers:

  Wasser                   1 Liter
  krist. Natriumsulfit   200 gr
  Edinol                   5 gr
  Hydrochinon              5 gr
  Wasserfreie Soda        50 gr
  Bromkali                 2 gr


Das Entwickeln der Films.

Man tut gut, zuerst ein kleines Stck des Filmbandes abzuschneiden und
zur Probe zu entwickeln, um zu kontrollieren, ob der Entwickler fr die
Aufnahme gut ist. Zeigt es sich dabei, da der Film berbelichtet ist,
so gibt man in entsprechendem Mae Bromkalium in Lsung 1: 10 zu; wenn
der Film unterbelichtet ist, benutzt man den oben angegebenen Entwickler
unverdnnt. In beiden Fllen ist es zweckmig, noch eine zweite Probe
vorzunehmen. Umfat der Film mehrere verschiedene Aufnahmen, so schneide
man ihn durch und entwickle jede Aufnahme fr sich.

Ferner empfiehlt es sich, den Film vor dem Entwickeln in ein Wasserbad
zu bringen und gehrig einzuweichen, weil er dann den Entwickler besser
und vor allem gleichmig annimmt. Luftblschen, die sich nach dem Bade
auf dem Film zeigen sollten, sind mit einem breiten, weichen Pinsel zu
entfernen.

Das Fortschreiten der Entwicklung lt sich bei dem Lichte der
Dunkelzimmerlampe zur Genge beobachten; man setze den Film allerdings
nicht zu viel und zu lange dem Lichte aus. Wenn die Entwicklung sich der
Vollendung nhert, lst man ein Ende des Bandes ab, damit man es, gegen
die Lampe gehalten, im durchfallenden Lichte betrachten kann. Man
beachte, da wie bei Trockenplatten das Durchschlagen des Bildes (die
Sichtbarkeit von der Rckseite her) bei verschiedenen Fabrikaten oft
sehr ungleich ist.


Fertigmachen des Negativs.

Der Entwicklung folgt eine grndliche Wassersplung; es mu nicht nur
die Schicht ausgewaschen, sondern auch alles, was sich vom Entwickler am
Rahmen oder an der Trommel festgesetzt hat, entfernt werden. Dann wird
der Film, aufgespannt wie er ist, in ein saures Fixierbad gebracht, wie
man es im Handel fertig bekommt oder das man beispielsweise nach
folgendem Rezept ansetzt:

  Unterschwefligsaures Natron       200 gr
  Wasser                            800 gr

  Nach der Auflsung kommt hinzu:

  Wasser                             60 gr
  Natriumsulfit, chem. rein, krist.   6 gr
  Essigsure                         18 gr
  Pulverisiertes Alaun                6 gr

Nach etwa 10 bis 15 Minuten wird in der Regel das Bromsilber entfernt
und die Fixierung beendet sein. Der Film mu dann ber eine Stunde
gehrig mit flieendem oder fters erneuertem Wasser ausgewaschen
werden, worauf man ihn auf 5 Minuten in ein Glyzerinbad bringt, das aus
1 Teil Glyzerin auf etwa 40 Teile Wasser besteht. Dieses Bad bewirkt,
da der Film geschmeidig bleibt. Man lt ihn dann einige Minuten
abtrufeln und entfernt etwa sitzengebliebene Glyzerintropfen, die sonst
beim Eintrocknen Rnder hinterlassen knnten.

Nun lt man den Film trocknen, und zwar am besten in einem mglichst
staubfreien, luftigen Raum. Ein kleiner elektrischer Ventilator kann
dabei gute Dienste leisten.

Wo die Herstellung im groen betrieben wird, richtet man einen
besonderen Trockenraum her, der mit filtrierter Luft ventiliert und in
geeigneter Weise erwrmt wird; die Films sind auf Trommeln gespannt
darin aufgehngt, wie es die Abbildung Fig. 133 zeigt. Auf einer Trommel
trocknet das Band am schnsten auf; man hat es dann nachher hbsch glatt
und kann es leicht aufrollen. Den Film zum Trocknen auf dem Rahmen und
namentlich auf dem Stiftgestell zu belassen, ist mehr oder minder
gefhrlich; denn er schrumpft beim Trocknen etwas ein und mchte infolge
der dadurch entstehenden Spannung Beschdigungen erleiden. Hat man keine
Trommel zur Verfgung, so spannt man zwei Bindfaden in einigem Abstand
nebeneinander und windet den Film darum. Vor dem Aufrollen putze man die
Zelluloidseite mit einem weichen Lappen und berzeuge sich, ob der Film
auch vllig trocken ist. Gleichzeitig prfe man ihn auf Fehler und helfe
erforderlichenfalls mit Retouche nach. Der Film wird mit der
Schichtseite nach auen aufgerollt.

[Illustration: Fig. 133.]

Die Anwendung eines Hrtebades, wie Alaun oder Formalin, hat hier keinen
Zweck, da die Gelatineschicht gegen Hitze weniger empfindlich ist als
das Zelluloid. Verstrken erfolgt, wenn es ntig sein sollte, wie bei
Trockenplatten mit Sublimat und Nachbehandlung mit Ammoniak;
Abschwchen mit rotem Blutlaugensalz und Fixiernatron. Man darf die
Films nicht, um ein rascheres Trocknen zu erzielen, in Alkohol baden, da
dieser durch Auslsen des Kampfers das Zelluloid verdirbt.


Fehlerhafte Erscheinungen.

_Fehlerhafte Erscheinungen._ Verschleierung des Negativs ist ein Zeichen
dafr, da falsches Licht an den Film gelangt ist; das kann beim Laden
der Kassette, unter Umstnden in der Kamera selbst, indem man
beispielsweise bei dem in Fig. 117 abgebildeten Modell vergessen hat,
das Einstellrohr rckwrts durch die Bchse zu schlieen, oder beim
Entwickeln selbst geschehen. Man untersuche die Dunkelkammer auf
Lichtsicherheit, desgleichen prfe man die rote Lampe. -- Flaue,
verschwommene Bilder knnen dadurch entstanden sein, da die Linsen des
Objektivs beschlagen waren. ber Fehler, die bei der Entwicklung
auftreten sollten, unterrichtet man sich am besten in einem
photographischen Lehrbuch.

Kratzen auf der Schichtseite zeigen sich, wenn das Sammetstck, welches
sich in den Kassetten und ev. in der Trfhrung befindet, nicht vllig
sauber gehalten ist. Kleine weie Pnktchen werden verursacht durch
anhaftende Staubteilchen, die den Entwickler von diesen Stellen
fernhalten. Einreien der Perforation ist die Folge, wenn man beim
Einspannen in den Apparat die Bauschbildung unterlt oder die Schlaufe
zu klein macht.

Eine strende Erscheinung, die sich dann und wann zeigt, sind
elektrische Entladungen. Sie machen sich beim Entwickeln in der
Bildschicht bemerkbar durch Verstelungen von der Gestalt eines
elektrischen Funkens und treten insbesondere bei trockenem Wetter auf.
Den Anla dazu gibt starke Reibung am Sammet der Tre, was der Fall ist,
wenn die Federn zu stark aufdrcken. Ferner knnen solche Entladungen
entstehen durch zu straffes Auf- und Abrollen des Bandes von den
Kassetten-Spulen, indem die Windungen dann stark gegeneinander reiben
und zur Bildung von Elektrizitt Anla geben. Es liegt schlielich noch
die Mglichkeit vor, da die Entladungen beim Perforieren des Film
entstanden sind.


Der Kopier-Apparat und das Kopieren der Films.

Manche Aufnahme-Apparate, insbesondere die Miniatur-Kameras, sind zum
Kopieren des Positivfilm nach dem Negativfilm eingerichtet. Der Vorgang
ist in der Regel derart, da die beiden Films auf Spulen oben an der
Kamera angebracht werden, dann zusammen, Schicht gegen Schicht, durch
den Bewegungs-Mechanismus laufen, worauf der belichtete Positivfilm auf
eine dritte Spule aufgerollt wird, whrend man den Negativfilm unten
frei austreten und in einen Behlter laufen lt. Die Belichtung
geschieht mit irgend einer knstlichen Lichtquelle, wie Petroleum-,
Gasglhlicht oder elektrischem Glhlicht.

Die Benutzung des Aufnahme-Apparates zum Kopieren ist weniger zu
empfehlen, wenn bei ihm die Weiterbewegung durch eine ruckweise, bewegte
Zahntrommel geschieht, wie dies z. B. beim Malteserkreuz-System der Fall
ist. Die Trommel mu hier nmlich die beiden aufeinander liegenden Films
gleichzeitig transportieren, und da das obere Band einen weniger sichern
Halt darauf haben wird wie das untere, so liegt die Gefahr vor, da es
sich zeitweise, wenn auch nur sehr wenig, verschiebt. Zur Erzielung
eines genauen, gleichmigen Transportes, wie er von grter Wichtigkeit
ist, eignet sich weit besser das Greifersystem, da der Greifer in die
beiden aufeinander liegenden Perforationen gleich sicher einfat.
Deshalb wird auch der Greifer gern zum Transport bei solchen Apparaten
verwandt, die speziell nur fr das Kopieren der Films gebaut sind.
Kopierapparate, bei denen die Bnder kontinuierlich laufen, sind
ebenfalls weniger zuverlssig.

Der Vorzug des Kopierapparates mit Greifer, wie ein solcher in Fig. 134
abgebildet ist, zeigt sich namentlich in Fllen, wo die Perforation des
Positivfilm und des zu kopierenden Negativfilm nicht absolut identisch
sind. Der Greifer schafft hier einen Ausgleich, whrend eine
kontinuierliche Transportvorrichtung, bei der beide Films zusammen ber
Zahntrommeln laufen, Ungleichmigkeiten durch Verschiebungen der Films
gegeneinander befrchten lt. Wenn Positiv- und Negativfilm mit einer
und derselben Maschine perforiert sind, so kann doch eine, wenn auch
geringe Differenz dadurch entstehen, da der Negativfilm in den Bdern,
die er durchgemacht hat, etwas geschrumpft ist.

[Illustration: Fig. 134.]

Der dargestellte Kopierapparat hat oben eine Kassette mit zwei
bereinander befindlichen Spulen; der Negativfilm kommt auf die untere
Spule, und zwar die Schichtseite nach auen, whrend der Positivfilm,
Schicht nach innen, oben eingesetzt wird -- natrlich in der
Dunkelkammer bei rotem Licht. Alsdann zieht man beide Films durch den
Schlitz, schliet die Kassette und legt die Bnder in die
Transportvorrichtung; zur Kontrolle, ob der Greifer auch richtig fat,
gibt man der Kurbel ein paar Umdrehungen. Ein Triebknopf an der Seite
des Apparates dient dazu, das Fenster so einzustellen, da sich genau
ein Bildchen des Negativs innerhalb desselben befindet. Die Films lt
man unten in einen Behlter laufen.

Das Kopieren geschieht am einfachsten in der Dunkelkammer; die zur
Belichtung dienende Lampe mu dabei so abgedeckt sein, da kein Licht
auf den austretenden Positivfilm gelangt. Will man das Kopieren bei
Tageslicht ausfhren, so ist es erforderlich, den Auffang-Behlter fr
die Films lichtdicht an den Apparat anzusetzen. Da der Positivfilm in
der Regel weniger empfindlich ist als das zur Aufnahme benutzte
Filmband, knnen die Arbeiten damit meistens bei gelbem Licht
vorgenommen werden.

Beim Kopieren gilt es in erster Linie, die richtige Geschwindigkeit zu
finden, mit der man die Kurbel drehen mu, damit der Positivfilm nicht
zu schwach und nicht zu stark belichtet wird. Angaben knnen da nicht
helfen: man mu in jedem Falle zuerst mit einem kleinen Filmstck eine
Probebelichtung vornehmen und die Probe, wenn ntig, wiederholen, bis
man das Rechte getroffen hat. Dann kommt ein Zweites: gleichmiges
Drehen. ndert man nmlich die Geschwindigkeit, so ist ungleiche
Belichtung unausbleiblich. Wenn man den Apparat mit der Hand betreiben
will, so tut vorherige bung gerade so not wie zur Aufnahme. Hat man
viel zu kopieren, so empfiehlt sich ein Antrieb mit Elektromotor nebst
Regulierwiderstand. Gestattet der Apparat, den Negativfilm whrend des
Kopierens, von rckwrts her im Auge zu halten, so ist man unter
Umstnden in der Lage, Mngel, die in verschiedener Dichte einiger
Partien bestehen, durch rascheres bezw. langsameres Belichten oder ev.
durch Vernderung der Breite der Belichtungsffnung oder durch Nhern
bezw. Entfernen der Lampe auszugleichen.

Wenn ein Negativfilm aus mehreren verschieden dichten Teilen besteht, so
kopiere man diese einzeln, um sie nachher getrennt zu entwickeln. Lt
man einen solchen Film in einem Stck durch den Kopierapparat und durch
den Entwickler laufen, so wird man unmglich ein in allen Teilen gutes
Positiv erhalten.

Die Herstellung der Titel geschieht in folgender Weise. Man lt eine
geeignete Vorlage anfertigen durch Druck oder Zeichnung und macht
darnach mittels der Aufnahmekamera ein einziges kleines Negativbildchen.
Dieses wird im Kopierapparat an der Belichtungsstelle fest eingespannt,
derart, da der Positivfilm bei ruckweisem Durchlaufen dagegen zu liegen
kommt. Dann kopiert man wie sonst.


Fertigmachen der Positivfilms.

Der Positivfilm wird in der gleichen Weise entwickelt, fixiert und
getrocknet wie der Negativfilm. Es kann auch hier jeder gute Entwickler
genommen werden; doch mu er recht klar arbeiten. Von Entwicklern, die
dazu neigen, Farbschleier zu geben, wie Pyrogall, wird man unter allen
Umstnden absehen. Recht geeignet ist z. B. der oben angefhrte
Hydrochinon-Metol-Entwickler, dem man einen strkeren Zusatz von
Bromkali beigibt; empfohlen wird ferner der Rodinal-Entwickler in einer
wsserigen Lsung 1: 20, die man wiederholt gebrauchen kann. Wenn man
den hierzu ebenfalls recht guten Eisenoxalat-Entwickler anwendet, so
vergesse man nicht, dem Film direkt nach der Entwicklung ein
Essigsurebad zu geben. Positivfilms fallen leicht zu dicht aus; man
achte besonders darauf, da auch die Schattenpartien schn klar bleiben.
ber das Auswaschen und Fixieren ist nichts Besonderes zu sagen; ein
Abschwchen geschieht, wenn ntig, mit rotem Blutlaugensalz und
Fixiernatron. Zum Schlu wird ebenfalls ein Glyzerinbad angewandt.

In manchen Fllen lt sich der Film durch nachherige Behandlung in
einem Tonbad bedeutend wirkungsvoller machen. Seestcke z. B. werden
hufig sehr gehoben durch eine Blautonung. Ein Blaueisenbad gibt Blau,
ein Urantonbad Braun und eine Mischung beider Grn, whrend Rot mittels
eines Kupfertonbades erzielt wird. Die erforderlichen Substanzen werden
von verschiedenen Firmen in Patronenform geliefert. Es seien jedoch hier
einige erprobte Rezepte angegeben.

Fr das Blaueisenbad setzt man zwei Vorratslsungen an:

  Lsung I.

  Abgekochtes Wasser                          10 Liter
  Zitronensaures Eisenoxyd-Ammon (grn)      100 gr

  Lsung II.

  Abgekochtes Wasser      10 Liter
  Rotes Blutlaugensalz   100 gr

Zum Gebrauch mischt man 5 Teile Lsung I mit 1 Teil Eisessig und 5
Teilen Lsung II.

Man belt den Film je nach dem Ton, den man erzielen will, in dem Bade
1 bis 5 Minuten; der Ton geht in dieser Zeit von Schwarzblau zu einem
klaren Blau ber. Darauf wscht man unter laufendem Wasser 10 bis 15
Minuten aus, bis das Wasser keine Spuren von Farbe mehr zeigt.

Urantonbad fr braune Tne, wie man sie z. B. fr Panorama-Aufnahmen und
dergl. gern nimmt, setzt man folgendermaen zusammen:

  Vorratslsung I.

  Abgekochtes Wasser      10 Liter
  Salpetersaures Uran    100 gr

  Vorratslsung II.

  Abgekochtes Wasser      10 Liter
  Rotes Blutlaugensalz   100 gr

Zum Gebrauch mischt man 5 Teile Lsung I mit 1 Teil Eisessig und 5
Teilen Lsung II. Bei diesem Bad mu man darauf achten, fleckige Tonung
zu vermeiden, was bei einiger bung leicht erreicht wird.

Ein Grntonbad stellt man her, indem man Blaueisenbad und Urantonbad zu
gleichen Teilen mischt oder auf 1 Teil des ersteren zwei Teile des
letzteren gibt. Besser noch ist es, die Bder nacheinander anzuwenden,
den Film also zuerst blau zu tonen und darauf im Urantonbad zu
behandeln. Zu langes Auswaschen ist zu vermeiden, weil sonst das Grn in
Blau ausbleicht; dies geschieht brigens auch, und zwar im Laufe
mehrerer Tage, wenn der Film dem Licht ausgesetzt ist.

Das fr rote Tne bestimmte Kupfertonbad erfordert drei Vorratslsungen,
die man folgendermaen zusammensetzt:

  Lsung I.

  Abgekochtes Wasser      10 Liter
  Rotes Blutlaugensalz   500 gr

  Lsung II.

  Abgekochtes Wasser      10 Liter
  Kupfervitriol          500 gr

  Lsung III.

  Abgekochtes Wasser      10 Liter
  Pottasche              250 gr
  Zitronensure          250 gr

Zum Gebrauch gibt man auf 8 Teile der Lsung III 1 Teil Lsung II und
dann 1 Teil Lsung I. Die Mischung mu in der angegebenen Reihenfolge
geschehen; beim Zugieen rhre man um. Das Tonen dauert hier lnger: 5
bis 30 Minuten; die Farbe geht dabei von Schwarzrot in ein reines Rot
ber. Die Verwendung des Bades verlangt groe Aufmerksamkeit, da leicht
Schleier entstehen; auerdem wird hierbei die Gelatine weich, man mu
deshalb darauf achten, da die Schicht sich nicht kruselt oder
verkratzt wird.

Ein groer belstand haftet diesen Tonbdern an: sie halten sich nur
kurze Zeit, und zwar hchstens eine Stunde. Man tut daher gut, wenn man
einen Ansatz macht, mehrere Films bereitzuhalten, und diese so rasch wie
mglich zu behandeln, damit die Arbeit fertig ist, bevor sich das Bad
zersetzt hat. Films, die man tonen will, mssen ganz reine Weien haben
und drfen keinerlei Schleier zeigen; ferner mu, was berhaupt ntig
ist, alles Fixiernatron durch grndliches Auswaschen entfernt sein.

Bei den oben beschriebenen Prozessen werden die dunklen Partien getont,
whrend die Lichter wei bleiben. Man kann nun recht hbsche Effekte
auch durch Frben der ganzen Schicht bekommen, was mit Hilfe von
wasserlslichen Anilinfarben oder hnlichen Farben geschieht. Das Frben
nimmt man nach dem Auswaschen vor dem Trocknen vor; geschieht es spter,
so mu man die Schicht des Film zuvor durch ein Wasserbad aufweichen,
damit die Farbe gut und gleichmig aufgenommen wird. Nach dem Frbebade
sple man den berschu an Farbe ab, damit nicht Ungleichmigkeiten
oder z. B. durch Eintrocknen von Tropfen der Lsung Rnder entstehen.

Durch Tonen des Film in einem der oben besprochenen Bder und nachherige
Frbung kann man alle mglichen Kombinationen erzielen. Tont man den
Film z. B. blau, wobei die Lichter wei bleiben, und frbt ihn dann
gelb, so werden die Lichter gelb, whrend die vorher blaue Farbe in Grn
bergeht. Eine Behandlung in blauem Tonbad mit darauffolgender
Rotfrbung gibt ein violettes Bild mit roten Lichtern; eine solche
Zusammenstellung ist eventl. zur Darstellung von Nachteffekten gut zu
brauchen.

Weiter oben habe ich darauf hingewiesen, da sich bei harten
kontrastreichen Films mit scharfen Lichtern das Flimmern strker
bemerkbar macht, als bei Bildern, deren Weien etwas gedeckt sind. Ich
machte gleichzeitig darauf aufmerksam, da man durch Frben der Films in
einfacher Weise Abhilfe schaffen kann. Namentlich bei Films, deren
Bilder groe weie Flchen zeigen und die deshalb besonders zum Flimmern
neigen, sollte man diese Methode hufiger anwenden. Fr jedes Sujet wird
sich leicht ein geeigneter Farbton finden lassen; natrlich mu man sich
vor bertreibungen hten und sich in der Regel auf zarte Tnungen
beschrnken. Bei den Titeln wird das Frben in der Regel angewandt.

Das Gleiche kann man durch Kolorieren erreichen. Das Kolorieren der
Films geschieht mit Hilfe von Anilinfarben, die man mittels eines feinen
Marderpinsels auftrgt. Die Schicht mu dazu vorher mit Wasser
aufgeweicht werden, damit sie die Farbe gut aufnimmt. Das Auftragen
erfordert Geschick und bung; der Anfnger bekommt leicht Farbrnder und
Kleckse. Ein feines Ausmalen aller Details ist bei Films meist nicht
ntig; man bekommt eine gute, oft viel schnere Wirkung durch Auflage
einiger Farbtne. Durch viele, in Details gebrachte Farben, namentlich
gegeneinander abstechende Farben, wird das Bild leicht auseinander
gerissen; es ist wichtig beim Kolorieren, die Gesamtwirkung stets im
Auge zu behalten und sich nicht zu sehr in Einzelheiten zu verlieren.

Noch auf eines sei dabei aufmerksam gemacht. Wenn man die Films bis in
die Details ausmalt, so ist es erforderlich, die Konturen peinlichst
genau einzuhalten. Geht man nmlich in einem Bild mit der Farbe bis an
die Linie heran, whrend man in anderen Bildern darber hinwegstreicht
oder nicht ganz herankommt, so wird diese Linie infolge des schwankenden
Farbenumrisses in der Projektion hin und her pendeln, was natrlich
einen sehr schlechten Eindruck macht. Auch aus diesem Grunde ist es
zweckmiger, die Farben nur in einigen Tnen aufzusetzen.

In den groen Fabriken geschieht das Kolorieren mit Hilfe sinnreicher
Maschinen. Bei diesem maschinellen Verfahren mu man mehrere der Films,
welche die betreffenden Aufnahmen darstellen, opfern. Aus diesen werden
nmlich Schablonen hergestellt; fr jede Farbe eine. Der Arbeiter
schneidet dazu mit groem Geschick zunchst aus einem Film, Bild um
Bild, alle die Stcke aus, die rot werden sollen. Dieser Schablonenfilm
luft nun mit dem zu kolorierenden Film, wobei sich die Bildteile beider
genau decken, durch die Maschine und diese trgt mechanisch durch die
ausgeschnittenen Stcke rote Farbe auf. Dann erhalten ein zweiter,
dritter und wer wei wie viele Films mit Hilfe derselben Schablone den
gleichen Aufdruck in Rot. Inzwischen ist der zweite Schablonenfilm
fertig geworden, bei dem alle blauen Stcke ausgeschnitten sind. Nun
wird die ganze Reihe mit diesem gedruckt, worauf in gleicher Weise die
brigen Farben daran kommen. Diese Methode lohnt sich natrlich nur fr
einen Betrieb, der eine groe Anzahl Films in kolorierter Ausfhrung
absetzen kann.

Wenn der Film fertig und vllig trocken ist, mu man ihn einer genauen
Prfung auf etwaige Fehler unterziehen. Recht strend sind helle Flecken
und Risse in der Schicht, namentlich wenn solche in einer Reihe
aufeinanderfolgender Bilder auftreten. Das gibt ein Blitzen und
Blinkern, wodurch das Auge irritiert und ermdet wird. Man mu dann
zusehen, wieweit sich durch Retusche Abhilfe schaffen lt, oder, wenn
es gar zu schlimm ist, eine neue Kopie herstellen.




Alphabetisches Inhaltsverzeichnis.


                                        Seite

  Aequivalente Brennweite                  95
  Aethersaturator                    155, 166
  Antriebswerk                             69
  Aufnahme-Apparat                     4, 275
  Aufnahme-Apparat, Handhabung            288
  Aufnahme-Film                           285
  Aufstellung d. Apparates           195, 202
  Aufrollvorrichtung                  53, 212
  Ausrstungsgegenstnde             195, 204
  Auswahl der Systeme                  33, 71
  Auswechselbare Objektive                105
  Automat. Feuerschutz                66, 235
  Azetylen-Kalklicht                 157, 171

  Bewegungsmechanismus                     18
  Bildgre                                96
  Bildhalter                               84
  Blende                           7, 39, 265
  Blendscheibe                       276, 292
  Bogenlampe                              136
  Bogenlampe, Handhabung                  147
  Bogenlicht                              122
  Bogenlicht, Helligkeit desselben        146
  Braunsteinkuchen                        177
  Brennweiten-Bestimmung                   91

  Copierapparat                           312

  Doppelapparat                            83
  Doppelkondensoren                        88
  Dreifacher Kondensor                     89
  Druckreduzierventil                153, 159
  Dunkler Raum                            200

  Einstellung der Lichtquelle             193
  Elektrisches Bogenlicht                 122
  Endlose Films                      214, 273
  Entwickler                              306
  Entwicklung der Films              302, 308

  Frben der Films                        318
  Fehlerhafte Erscheinungen          260, 311
  Feuersgefahr                            233
  Feuersichere Trommel                56, 241
  Feuerschutz-Vorricht.               66, 235
  Film                                     10
  Film-Aufwinder                          212
  Films, Behandlung                       221
  Filmrahmen                              305
  Filmspule                                56
  Films, Verkleben derselben              224
  Fixieren                                309
  Flickern                        8, 219, 265
  Flimmern                    5, 39, 216, 264

  Gasator                            155, 164
  Gassack                            173, 189
  Gerusch des Apparates                   73
  Geruschmaschine                        254
  Gestell fr die Wand                    199
  Gitter                                   87
  Glasbilder                               15
  Gleichrichter                           132
  Grammophon                              259
  Greifer                                  26

  Inhaltsmesser                      154, 160

  Kalklicht                               152
  Kalklicht-Brenner                       161
  Kalkstifte                         153, 161
  Kamera                                  275
  Kinematogr.-Handhabung                  207
      "       Mechanismus                  48
  Kinem.-Mech.-Instandhalt.               229
  Kinematograph-Werk                       48
  Klebmittel                              226
  Klemmvorrichtung                        227
  Klemmzug                                 31
  Kohlenstifte                            147
  Kolorieren der Films                    319
  Komprim. Sauerstoff                153, 163
     "     Wasserstoff               157, 164
  Kondensor                       14, 88, 260
  Kopier-Apparat                          312
  Korrigier. d. Bildeinstellung            58
  Khlflssigkeit                          85
  Khlgef                           84, 236

  Lichtbilder-Apparat                  13, 75
  Lichteindruck                             2
  Lichteinrichtungen                      122
  Lichtmaschinen                          135
  Lichtquelle                              14
  Lichtquelle, Einstellung                193

  Malteserkreuz                            20
  Mevorrichtung                          287
  Motorantrieb                             70

  Nachstellung des Bildes                  58
  Nebelbilder                             248
  Neigevorrichtung                        285
  Nockenapparat                            31

  Objektiv                        14, 89, 281
     "     Anpassung desselben            101
  Optische Ausrstung                      88
     "     Formeln                        106

  Perforation                              10
  Perforiermaschine                       285
  Phonograph                              255
  Polizei-Vorschriften                    243
  Positivfilms                            315
  Programm                                245
  Projektions-Apparat                  13, 75
       "     -Wand                        195

  Quecksilberdampf-Gleichrichter          132

  Regnen                           8, 42, 265
  Reflexwand                              197

  Sauerstoff-Gasometer               179, 189
      "     -Generator                    177
      "     -Retorte                      171
      "     -Selbstherstellung  158, 171, 175
  Schalttafel                             143
  Schlger                                 23
  Schonung der Films                    8, 64
  Schwungrad                               49
  Selbsttt. Feuerschutz              66, 245
  Sicherheitsbrenner                      189
  Sicherheitsrohr                         191
  Sicherheits-Vorrichtungen               237
  Sicherung                               142
  Spannung                                123
  Sprechmaschine                          255
  Spule                                    56
  Stahlflasche                       153, 159
  Stativ                             195, 284
  Stehende Lichtbilder                    220
  Synchronismus                           256

  Tabellen                                114
  Tageslicht-Projektion                   201
  Tonbild                                 259
  Tonen der Films                         316
  Transformator                           126
  Trockenraum                             309
  Tre                                 19, 36

  Umformer                                129
  Umrollvorrichtung                  204, 212

  Verkleben von Films                     224
  Verstellbarkeit d. Filmbildes            58
  Verstellb. Transporttrommel              63
  Vertikaleinrichtung                      81
  Vibrieren                            7, 266
  Vorfhrung                              245
  Vorschub des Filmbandes                  50
  Vorschubtrommel                          51

  Wrmeschutz                              87
  Wand                                    195
  Waschgef                              172
  Wasserdruck-Gasometer                   182
  Wasserstoff, kompr.                157, 164
      "        Selbstbereitung            186
  Werkzeugkasten                          205
  Widerstand                              141
  Windmaschine                            253
  Wirkungsweise                             1

  Zhlwerk                                287
  Zuschauerpltze                         202




       Von demselben Verfasser und im gleichen Verlage erschien
    die von der Presse auerordentlich gnstig beurteilte Schrift:

                      Das lebende Lichtbild.

           Entwicklung, Wesen und Bedeutung des Kinematographen.

     Mit 53 Abbildungen, Modellen fr Wunderscheibe, Lebensrad und
             Malteserkreuz sowie mit Taschenkinematograph.

                         Preis Mark 2.--.

                 _Inhaltsbersicht des Werkes_.

Vorwort

Die Entwicklung des Kinematographen

     Einleitung -- Die Wunderscheibe und die Geschichte ihrer Erfindung
     -- Das Lebensrad (Stroboskop, Phenakistiskop) -- Die Wundertrommel
     -- Taschenkinematograph und Mutoskop -- Verbindung von Lebensrad
     und Lichtbilderapparat -- Die Anfnge der Bewegungsphotographie --
     Herstellung der ersten Reihenaufnahmen durch Muybridge -- Frderung
     der Reihenphotographie durch Anschtz -- Marey, der Begrnder der
     modernen Kinematographie -- Ausbau der modernen Kinematographie

Wesen und Wirkungsweise des Kinematographen

     Wirkungsweise des Aufnahme-Apparates -- Das Filmband und seine
     Fertigstellung -- Wirkungsweise des kinematographischen
     Wiedergabe-Apparates -- Das Flimmern und die Mittel zur Behebung --
     Konstruktion des Transport-Mechanismus -- Die
     Malteserkreuz-Einrichtung -- Andere Bewegungs-Mechanismen --
     Kinematographen mit gleichmig laufendem Filmband -- Ausstattung
     des Kinematograph-Mechanismus -- Der Aufnahme-Apparat

Das kinematographische Aufnahme-Verfahren

     Wie man mit der Aufnahme-Kamera arbeitet -- Aufnahme-Ateliers --
     Lebensgeschichte des Kinematographenfilm -- Wie die Trickfilms
     hergestellt werden

Die Bedeutung des Kinematographen

     Der Kinematograph als Forscher und Lehrer -- Macht der
     kinematographischen Darstellung -- Das Kinematographen-Theater --
     -- Das Tonbild -- Fehlerhafte Erscheinungen -- Das lebende
     Lichtbild in Schule und Vortragssaal -- Was es an lehrhaften Films
     gibt -- Kinematographische Aufnahmen fr Kunstschulen -- Der
     Kinematographenfilm als geschichtliche Urkunde -- Das lebende
     Lichtbild im Dienste der Reklame -- Der Kinematograph in der
     Wissenschaft -- Wirtschaftliche Bedeutung des Kinematographen

                      Die Projektions-Kunst

           fr Schulen, Familien und ffentliche Vorstellungen

  mit einer Anleitung zum Malen auf Glas und Beschreibung chemischer,
      magnetischer, optischer und elektrischer Experimente

                   Von _Dr. Paul Ed. Liesegang_.

                Mit 153 Abbildungen. _{1}2. Auflage._

          In 11. Auflage vollstndig umgearbeitet und vermehrt
              von _F. Paul Liesegang_ und _Dr. Berghoff_.

                Preis Mk. 5.--, gebunden Mk. 6.--.

                       _Inhaltsverzeichnis_.

_Die Projektionskunst._ Die verschiedenen Lichtquellen. _Das optische
System des Projektions-Apparates._ Der Kondensor. Das Objektiv. Der
Bildhalter. Dissolver. Stativ fr Projektions-Apparate. Die Wand. Der
dunkle Raum. Die Zentrierung des Lichtpunktes. Die Gre des
Lichtbildes. Die Aufstellung des Projektions-Apparates. _Der
Projektions-Apparat und die Lichtquellen._ Die Bauart des Skioptikons.
_Die Petrol- oder Skioptikon-Lampe._ Die Handhabung der
Skioptikon-Lampe. Gasglhlicht. Spiritusglhlicht. _Das Azetylen._
_Das Kalklicht._ Bereitung von Sauerstoff. Die Gasscke und
Verbindungsschluche. Sauerstoff-Generator mit Gasometer. Komprimierter
Sauerstoff. _Wasserstoff-Bereitung._ Kontinuierliche Herstellung von
Wasserstoff-Gas. Komprimierter Wasserstoff. _Die Kalklichtbrenner._ Die
Kalkzylinder. _Sicherheits-Vorrichtungen gegen Explosionsgefahr._ Das
Projizieren mit Kalklicht. Der Aether-Saturator. Das elektrische
Bogenlicht. Das elektrische Glhlicht. _Die Projektion undurchsichtiger
Gegenstnde._ _Nebelbilder-Apparate._ _Der Kinematograph._ _Die
Herstellung der Projektionsbilder._ A. Ohne Hilfe der Photographie.
Statuen auf mattem Glas. Astronomische Tafeln. B. Photographische
Projektionsbilder. Chlorbromsilberplatten. Abziehpapier. Aristoplatten.
Pigment- (Kohle-) Druck. Photorelief- oder Woodbury-Druck. Das
Albuminverfahren. _Das Malen von Glasbildern mit Wasserfarben._ Die
Umrisse des Bildes. Die erste Farblage. Die zweite Farblage. Die dritte
Farblage. _Das Malen mit Diaphanfarben._ Farbige Glasscheiben. _Die
Projektion in natrlichen Farben._ _Experimente mit der Laterne._
Darstellung von Schneefall. Darstellung des Blitzes. Der Vorhang.
Bewegliche Bilder. Das Cycloidotrop. Bewegliche Schiffsbilder.
Springbrunnen. Farbiger Springbrunnen. Das Kaleidoskop. Vorfhrung des
Pulsschlages. _Physikalische Experimente._ Der Projektions-Apparat.
_Mechanik flssiger Krper._ _Diamagnetische Erscheinungen._ _Akustik._
_Aus der Optik._ Darstellung der Lichtbrechung. Totalreflexion.
Spektral-Erscheinungen. Dunkle Linien. Darstellung des Regenbogens.
Mischfarben. Kontrastfarben. Fluoreszenz-Erscheinungen.
Interferenz-Erscheinungen. Polarisation. Doppelbrechung durch Druck und
Wrme. _Chemische Versuche._ _Pflanzenphysiologische Experimente._
_Experimente mit dem Horizontal-Apparat._ _Das Projektions-Mikroskop._
_Stereoskopische Projektion._ _Die Panorama-Projektion._ _Die Laterne im
Dienste des Theaters._ _Der begleitende Vortrag._

                     BUCHDRUCKEREI ED. LINTZ
                           DSSELDORF





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Kinematographie, by Franz Paul Liesegang

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER PRAKTISCHEN ***

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Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation information page at www.gutenberg.org


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at 809
North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887.  Email
contact links and up to date contact information can be found at the
Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org

Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations.
To donate, please visit:  www.gutenberg.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For forty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.

