The Project Gutenberg EBook of Woyzeck, by Georg Buchner

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Title: Woyzeck

Author: Georg Buchner

Release Date: March, 2004  [EBook #5322]
[This file was first posted on July 1, 2002]
[Last updated on November 7, 2013]

Language: English

Character set encoding: ISO-8859-1

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Woyzeck

Georg Bchner



Vorbemerkung

Dieses Stck ist ein Fragment. Es gibt keine einzig richtige
Reihenfolge der einzelnen Szenen, denn sie sind weder nummeriert noch
in Akte aufgeteilt.

Die hier vorliegende Reihenfolge stimmt mit der Verfilmung mit Klaus
Kinski in der Hauptrolle berein, vom Ende vielleicht einmal
abgesehen.

Das Stck spielt in Darmstadt, die Figuren sprechen grtenteils in
dortigem Dialekt. Deshalb haben im Hochdeutschen grammatikalisch
falsche Konstruktionen hier seine Richtigkeit.




Personen

Woyzeck
Marie
Hauptmann
Doktor
Tamboumajour
Unteroffizier
Andres
Margret
Budenbesitzer
Marktschreier
Alter Mann mit Leierkasten
Jude
Wirt
Erster Handwerksbursch
Zweiter Handwerksbursch
Kthe
Narr Karl
Grossmutter
Erstes, zweites, drittes Kind
erste, zweite Person
Polizeikommissar

Soldaten. Studenten. Burschen und Mdchen
Kinder. Volk



Woyzeck

        Beim Hauptmann

[Hauptmann auf dem Stuhl, Woyzeck rasiert ihn.]

HAUPTMANN: Langsam, Woyzeck, langsam; eins nach dem andern! Er macht
mir ganz schwindlig. Was soll ich dann mit den 10 Minuten anfangen,
die Er heut zu frh fertig wird? Woyzeck, bedenk Er, Er hat noch seine
schnen dreiig Jahr zu leben, dreiig Jahr! Macht dreihundertsechzig
Monate! und Tage! Stunden! Minuten! Was will Er denn mit der
ungeheuren Zeit all anfangen? Teil Er sich ein, Woyzeck!

WOYZECK: Jawohl, Herr Hauptmann.

HAUPTMANN: Es wird mir ganz angst um die Welt, wenn ich an die
Ewigkeit denke. Beschftigung, Woyzeck, Beschftigung! Ewig: das ist
ewig, das ist ewig - das siehst du ein; nur ist es aber wieder nicht
ewig, und das ist ein Augenblick, ja ein Augenblick - Woyzeck, es
schaudert mich, wenn ich denke, da sich die Welt in einem Tag
herumdreht. Was 'n Zeitverschwendung! Wo soll das hinaus? Woyzeck, ich
kann kein Mhlrad mehr sehen, oder ich werd melancholisch.

WOYZECK: Jawohl, Herr Hauptmann.

HAUPTMANN: Woyzeck, Er sieht immer so verhetzt aus! Ein guter Mensch
tut das nicht, ein guter Mensch, der sein gutes Gewissen hat. - Red er
doch was Woyzeck! Was ist heut fr Wetter?

WOYZECK: Schlimm, Herr Hauptmann, schlimm: Wind!

HAUPTMANN: Ich spr's schon. 's ist so was Geschwindes drauen: so ein
Wind macht mir den Effekt wie eine Maus. - [Pfiffig:] Ich glaub', wir
haben so was aus Sd-Nord?

WOYZECK: Jawohl, Herr Hauptmann.

HAUPTMANN: Ha, ha ha! Sd-Nord! Ha, ha, ha! Oh, Er ist dumm, ganz
abscheulich dumm! - [Gerhrt:] Woyzeck, Er ist ein guter Mensch
--aber-- [Mit Wrde:] Woyzeck, Er hat keine Moral! Moral, das ist,
wenn man moralisch ist, versteht Er. Es ist ein gutes Wort. Er hat ein
Kind ohne den Segen der Kirche, wie unser hocherwrdiger Herr
Garnisionsprediger sagt - ohne den Segen der Kirche, es ist nicht
von mir.

WOYZECK: Herr Hauptmann, der liebe Gott wird den armen Wurm nicht drum
ansehen, ob das Amen drber gesagt ist, eh er gemacht wurde. Der Herr
sprach: Lasset die Kleinen zu mir kommen.

HAUPTMANN: Was sagt Er da? Was ist das fr eine kuriose Antwort? Er
macht mich ganz konfus mit seiner Antwort. Wenn ich sag': Er, so mein'
ich Ihn, Ihn -

WOYZECK: Wir arme Leut - Sehn Sie, Herr Hauptmann: Geld, Geld! Wer
kein Geld hat - Da setz einmal eines seinesgleichen auf die Moral
in der Welt! Man hat auch sein Fleisch und Blut. Unsereins ist doch
einmal unselig in der und der andern Welt. Ich glaub', wenn wir in
Himmel kmen, so mten wir donnern helfen.

HAUPTMANN: Woyzeck, Er hat keine Tugend! Er ist kein tugendhafter
Mensch! Fleisch und Blut? Wenn ich am Fenster lieg', wenn's geregnet
hat, und den weien Strmpfen nachseh', wie sie ber die Gassen
springen - verdammt, Woyzeck, da kommt mir die Liebe! Ich hab' auch
Fleisch und Blut. Aber, Woyzeck, die Tugend! Die Tugend! Wie sollte
ich dann die Zeit rumbringen? Ich sag' mir immer: du bist ein
tugendhafter Mensch - [gerhrt:] -, ein guter Mensch, ein guter
Mensch.

WOYZECK: Ja, Herr Hauptmann, die Tugend - ich hab's noch nit so aus.
Sehn Sie: wir gemeine Leut, das hat keine Tugend, es kommt nur so die
Natur; aber wenn ich ein Herr wr und htt' ein' Hut und eine Uhr und
eine Anglaise und knnt' vornehm rede, ich wollt' schon tugendhaft
sein. Es mu was Schnes sein um die Tugend, Herr Hauptmann. Aber ich
bin ein armer Kerl!

HAUPTMANN: Gut, Woyzeck. Du bist ein guter Mensch, ein guter Mensch.
Aber du denkst zuviel, das zehrt; du siehst immer so verhetzt aus. -
Der Diskurs hat mich ganz angegriffen. Geh jetzt, und renn nicht so;
langsam, hbsch langsam die Strae hinunter!



        Freies Feld, die Stadt in der Ferne

[Woyzeck und Andres schneiden Stecken im Gebsch. Andres pfeift.]

WOYZECK: Ja, Andres, der Platz ist verflucht. Siehst Du den lichten
Streif da ber das Gras hin, wo die Schwmme so nachwachsen? Da rollt
abends der Kopf. Es hob ihn einmal einer auf, er meint', es wr ein
Igel: drei Tag und drei Ncht, er lag auf den Hobelspnen. - [Leise:]
Andres, das waren die Freimaurer! Ich hab's, die Freimaurer!

ANDRES [singt]:
        Saen dort zwei Hasen,
        fraen ab das grne, grne Gras...

WOYZECK: Still: Hrst du's, Andres? Hrst du's? Es geht was!

ANDRES:
        Fraen ab das grne, grne Gras...
        bis auf den grnen Rasen.

WOYZECK: Es geht hinter mir, unter mir. - [Stampft auf den Boden:]
Hohl, hrst Du? Alles hohl da unten! Die Freimaurer!

ANDRES: Ich frcht' mich.

WOYZECK: 's ist so kurios still. Man mcht' den Atem halten. - Andres!

ANDRES: Was?

WOYZECK: Red was! - [Starrt in die Gegend.] - Andres, wie hell! ber
der Stadt is alles Glut! Ein Feuer fhrt um den Himmel und ein Gets
herunter wie Posaunen. Wie's heraufzieht! - Fort! Sieh nicht hinter
dich! - [Reit ihn ins Gebsch.]

ANDRES [nach einer Pause]: Woyzeck, hrst du's noch?

WOYZECK: Still, alles still, als wr' die Welt tot.

ANDRES: Hrst du? Sie trommeln drin. Wir mssen fort!



        Die Stadt

[Marie mit ihrem Kind am Fenster. Margret. Der Zapfenstreich geht
vorbei, der Tambourmajor voran.]

MARIE [das Kind wippend auf dem Arm]: He, Bub! Sa ra ra ra! Hrst? Da
kommen Sie!

MARGRET: Was ein Mann, wie ein Baum!

MARIE: Er steht auf seinen Fen wie ein Lw.

[Tambourmajor grt.]

MARGRET: Ei, was freundliche Auge, Frau Nachbarin! So was is man an
ihr nit gewhnt.

MARIE [singt]: Soldaten, das sind schne Bursch ...

MARGRET: Ihre Auge glnze ja noch -

MARIE: Und wenn! Trag Sie Ihr Aug zum Jud, und la Sie sie putze;
vielleicht glnze sie noch, da man sie fr zwei Knpfe verkaufen
knnt.

MARGRET: Was, Sie? Sie? Frau Jungfer! Ich bin eine honette Person,
aber Sie, es wei jeder, Sie guckt sieben Paar lederne Hose durch!

MARIE: Luder! - [Schlgt das Fenster durch.] - Komm, mei Bub! Was die
Leute wolle. Bist doch nur ein arm Hurenkind und machst deiner Mutter
Freud mit deim unehrlichen Gesicht! Sa! sa! - [Singt]
        Mdel, was fangst Du jetzt an?
        Hast ein klein Kind und kein' Mann!
        Ei, was frag' ich danach?
        Sing' ich die ganze Nacht
        heio, popeio, mei Bu, juchhe!
        Gibt mir kein Mensch nix dazu.

[Es klopft am Fenster.]

MARIE: Wer da? Bist du's, Franz? Komm herein!

WOYZECK: Kann nit. Mu zum Verles'.

MARIE: Hast du Stecken geschnitten fr den Hauptmann?

WOYZECK: Ja, Marie.

MARIE: Was hast du, Franz? Du siehst so verstrt.

WOYZECK [geheimnisvoll]: Marie, es war wieder was, viel - steht nicht
geschrieben: Und sie, da ging ein Rauch vom Land, wie der Rauch vom
Ofen?

MARIE: Mann!

WOYZECK: Es ist hinter mir hergangen bis vor die Stadt. Etwas, was
wir nicht fassen, begreifen, was uns von Sinnen bringt. Was soll das
werden?

MARIE: Franz!

WOYZECK: Ich mu fort. - Heut abend auf die Me! Ich hab wieder
gespart. - [Er geht.]

MARIE: Der Mann! So vergeistert. Er hat sein Kind nicht angesehn!
Er schnappt noch ber mit den Gedanken! - Was bist so still, Bub?
Furchtest dich? Es wird so dunkel; man meint, man wr' blind. Sonst
scheint als die Latern herein. Ich halt's nit aus; es schauert mich! -
[Geht ab.]



        Buden. Lichter. Volk

ALTER MANN [singt und Kind tanzt zum Leierkasten]:
        Auf der Welt ist kein Bestand,
        Wir mssen alle sterben,
        das ist uns wohlbekannt.

WOYZECK: Hei, Hopsa's! - Armer Mann, alter Mann! Armes Kind, junges
Kind! Sorgen und Feste!

MARIE: Mensch, sind noch die Narrn von Verstande, dann ist man selbst
ein Narr. - Komische Welt! Schne Welt!

[Beide gehn weiter zum Marktschreier.]

MARKTSCHREIER [vor seiner Bude mit seiner Frau in Hosen und einem
kostmierten Affen]: Meine Herren, meine Herren! Sehn Sie die Kreatur,
wie sie Gott gemacht: nix, gar nix. Sehn Sie jetzt die Kunst: geht
aufrecht, hat Rock und Hosen, hat ein' Sbel! Der Aff ist Soldat; s'
ist noch nicht viel, unterste Stuf von menschliche Geschlecht. Ho!
Mach Kompliment! So - bist Baron. Gib Ku! - [Er trompetet:] Wicht ist
musikalisch. - Meine Herren, hier ist zu sehen das astronomische Pferd
und die kleine Kanaillevgele. Sind Favorit von alle gekrnte Hupter
Europas, verkndigen den Leuten alles: wie alt, wieviel Kinder, was
fr Krankheit. Die Reprsentationen anfangen! Es wird sogleich sein
Commencement von Commencement.

WOYZECK: Willst Du?

MARIE: Meinetwegen. Das mu schn Ding sein. Was der Mensch Quasten
hat! Und die Frau Hosen!

[Beide gehn in die Bude.]

TAMBOURMAJOR: Halt, jetzt! Siehst du sie! Was ein Weibsbild!

UNTEROFFIZIER: Teufel! Zum Fortpflanzen von Krassierregimentern!

TAMBOURMAJOR: Und zur Zucht von Tambourmajors!

UNTEROFFIZIER: Wie sie den Kopf trgt! Man meint, das schwarze Haar
mt' sie abwrts ziehn wie ein Gewicht. Und Augen -

TAMBOURMAJOR: Als ob man in ein' Ziehbrunnen oder zu einem Schornstein
hinunter guckt. Fort, hintendrein! -



        Das Innere der hellerleuchteten Bude

MARIE: Was Licht!

WOYZECK: Ja, Marie, schwarze Katzen mit feurigen Augen. Hei, was ein
Abend!

DER BUDENBESITZER [ein Pferd vorfhrend]: Zeig dein Talent! Zeig deine
viehische Vernnftigkeit! Beschme die menschliche Soziett! Meine
Herren, dies Tier, was Sie da sehn, Schwanz am Leib, auf seine vier
Hufe, ist Mitglied von alle gelehrt Soziett, ist Professor an unsre
Universitt, wo die Studente bei ihm reiten und schlagen lernen. -
Das war einfacher Verstand. Denk jetzt mit der doppelten Raison! Was
machst du, wann du mit der doppelten Raison denkst? Ist unter der
gelehrten Socit da ein Esel? - [Der Gaul schttelt den Kopf.] - Sehn
Sie jetzt die doppelte Raison? Das ist Viehsionomik. Ja, das ist kein
viehdummes Individuum, das ist ein Person, ein Mensch, ein tierischer
Mensch - und doch ein Vieh, ein Bte. - [Das Pferd fhrt sich
ungebhrlich auf.] - So, beschme die Socit. Sehn Sie, das Vieh ist
noch Natur, unideale Natur! Lernen Sie bei ihm! Fragen Sie den Arzt,
es ist sonst hchst schdlich! Das hat geheien: Mensch, sei
natrlich! Du bist geschaffen aus Staub, Sand, Dreck. Willst du mehr
sein als Staub, Sand, Dreck? - Sehn Sie, was Vernunft: es kann rechnen
und kann doch nit an den Fingern herzhlen. Warum? Kann sich nur nit
ausdrcken, nur nit explizieren, ist ein verwandelter Mensch. Sag den
Herren, wieviel Uhr ist es! Wer von den Herren und Damen hat ein Uhr?
ein Uhr?

UNTEROFFIZIER: Eine Uhr? - [Zieht groartig und gemessen eine Uhr aus
der Tasche:] Da, mein Herr!

MARIE: Das mu ich sehn. - [Sie klettert auf den ersten Platz;
Unteroffizier hilft ihr.]

TAMBOURMAJOR: Das ist ein Weibsbild.



        Mariens Kammer

MARIE [sitzt, ihr Kind auf dem Scho, ein Stckchen Spiegel in
der Hand]: Der andre hat ihm befohlen, und er hat gehen mssen! -
[Bespiegelt sich:] Was die Steine glnzen! Was sind's fr? Was hat
er gesagt? - - Schlaf, Bub! Drck die Augen zu, fest! - [Das Kind
versteckt die Augen hinter den Hnden.] - Noch fester! Bleib so -
still, oder er holt dich! - [Singt:]
        Mdel, mach's Ladel zu
        's kommt e Zigeunerbu,
        fhrt dich an deiner Hand
        fort ins Zigeunerland.
[Spiegelt sich wieder.] - 's ist gewi Gold! Wie wird mir's beim
Tanzen stehen? Unsereins hat nur ein Eckchen in der Welt und ein Stck
Spiegel, und doch hab ich ein' so roten Mund als die groen Madamen
mit ihrem Spiegeln von oben bis unten und ihren schnen Herrn, die
ihnen die Hnd kssen. Ich bin nur ein arm Weibsbild! - [Das Kind
richtet sich auf.] - Still, Bub, die Augen zu! Das Schlafengelchen!
Wie's an der Wand luft. - [Sie blinkt ihm mit dem Glas:] Die Auge zu,
oder es sieht dir hinein, da du blind wirst!

[Woyzeck tritt herein, hinter sie. Sie fhrt auf, mit den Hnden nach
den Ohren.]

WOYZECK: Was hast du?

MARIE: Nix.

WOYZECK: Unter deinen Fingern glnzt's ja.

MARIE: Ein Ohrringlein; hab's gefunden.

WOYZECK: Ich hab' so noch nix gefunden, zwei auf einmal!

MARIE: Bin ich ein Mensch?

WOYZECK: 's ist gut, Marie. - Was der Bub schlft! Greif ihm unters
rmchen, der Stuhl drckt ihn. Die hellen Tropfen stehn ihm auf der
Stirn; alles Arbeit unter der Sonn, sogar Schwei im Schlaf. Wir
arme Leut! - Da ist wieder Geld, Marie; die Lhnung und was von meim
Hauptmann.

MARIE: Gott vergelt's, Franz.

WOYZECK: Ich mu fort. Heut abend, Marie! Adies!

MARIE [allein, nach einer Pause]: Ich bin doch ein schlechter Mensch!
Ich knnt' mich erstechen. - Ach, was Welt! Geht doch alle zum Teufel,
Mann und Weib!



        Beim Doktor

[Woyzeck. Der Doktor.]

DOKTOR: Was erleb' ich, Woyzeck? Ein Mann von Wort!

WOYZECK: Was denn, Herr Doktor?

DOKTOR: Ich hab's gesehn, Woyzeck; er hat auf die Stra gepit, an
die Wand gepit, wie ein Hund. - Und doch drei Groschen tglich und
die Kost! Woyzeck, das ist schlecht; die Welt wird schlecht, sehr
schlecht!

WOYZECK: Aber, Herr Doktor, wenn einem die Natur kommt.

DOKTOR: Die Natur kommt, die Natur kommt! Die Natur! Hab' ich nicht
nachgewiesen, da der Musculus constrictor vesicae dem Willen
unterworfen ist? Die Natur! Woyzeck, der Mensch ist frei, in dem
Menschen verklrt sich die Individualitt zur Freiheit. - Den Harn
nicht halten knnen! - [Schttelt den Kopf, legt die Hnde auf den
Rcken und geht auf und ab.] - Hat Er schon seine Erbsen gegessen,
Woyzeck? Nichts als Erbsen, cruciferae, merk Er sich's! Es gibt eine
Revolution in der Wissenschaft, ich sprenge sie in die Luft. Harnstoff
0,10, salzsaures Ammonium, Hyperoxydul - Woyzeck, mu Er nicht wieder
pissen? Geh Er einmal hinein und probier Er's!

WOYZECK: Ich kann nit, Herr Doktor.

DOKTOR [mit Affekt]: Aber an die Wand pissen! Ich hab's schriftlich,
den Akkord in der Hand! - Ich hab's gesehen, mit diesen Augen
gesehen; ich steckt' grade die Nase zum Fenster hinaus und lie die
Sonnenstrahlen hineinfallen, um das Niesen zu beobachten. - [Tritt auf
ihn los:] Nein, Woyzeck, ich rgre mich nicht; rger ist ungesund, ist
unwissenschaftlich. Ich bin ruhig, ganz ruhig; mein Puls hat
seine gewhnlichen sechzig, und ich sag's Ihm mit der grten
Kaltbltigkeit. Behte, wer wird sich ber einen Menschen rgern,
ein' Mensch! Wenn es noch ein Proteus wre, der einem krepiert! Aber,
Woyzeck, Er htte nicht an die Wand pissen sollen -

WOYZECK: Sehn Sie, Herr Doktor, manchmal hat einer so 'en Charakter,
so 'ne Struktur. - Aber mit der Natur ist's was anders, sehn Sie; mit
der Natur - [er kracht mit den Fingern] -, das is so was, wie soll ich
sagen, zum Beispiel ...

DOKTOR: Woyzeck, Er philosophiert wieder.

WOYZECK [vertraulich]: Herr Doktor, haben Sie schon was von der
doppelten Natur gesehn? Wenn die Sonn in Mattag steht und es ist, als
ging' die Welt in Feuer auf, hat schon eine frchterliche Stimme zu
mir geredt!

DOKTOR: Woyzeck, Er hat eine Aberratio.

WOYZECK [legt den Finger auf die Nase]: Die Schwmme, Herr Doktor, da,
da steckt's. Haben Sie schon gesehn, in was fr Figuren die Schwmme
auf dem Boden wachsen? Wer das lesen knnt!

DOKTOR: Woyzeck, Er hat die schnste Aberratio mentalis partialis,
die zweite Spezies, sehr schn ausgeprgt. Woyzeck, Er kriegt Zulage!
Zweite Spezies: fixe Idee mit allgemein vernnftigem Zustand. - Er tut
noch alles wie sonst? Rasiert seinen Hauptmann?

WOYZECK: Jawohl.

DOKTOR: It seine Erbsen?

WOYZECK: Immer ordentlich, Herr Doktor. Das Geld fr die Menage kriegt
meine Frau.

DOKTOR: Tut seinen Dienst?

WOYZECK: Jawohl.

DOKTOR: Er ist ein interessanter Kasus. Subjekt Woyzeck, Er kriegt
Zulage, halt Er sich brav. Zeig Er seinen Puls. Ja.



        Mariens Kammer

[Marie. Tambourmajor.]

TAMBOURMAJOR: Marie!

MARIE [ihn ansehennd, mit Ausdruck]: Geh einmal vor dich hin! ber die
Brust wie ein Rind und ein Bart wie ein Lw. So ist keiner! - Ich bin
stolz vor allen Weibern!

TAMBOURMAJOR: Wenn ich am Sonntag erst den groen Federbusch hab' und
die weie Handschuh, Donnerwetter! Der Prinz sagt immer: Mensch, Er
ist ein Kerl.

MARIE [spttisch]: Ach was! - [Tritt vor ihn hin:] Mann!

TAMBOURMAJOR: Und du bist auch ein Weibsbild! Sapperment, wir wollen
eine Zucht Tambourmajors anlegen. He? - [Er umfat sie.]

MARIE [verstimmt]: La mich!

TAMBOURMAJOR: Wild Tier!

MARIE [heftig]: Rhr mich an!

TAMBOURMAJOR: Sieht dir der Teufel aus den Augen?

MARIE: Meinetwegen! Es ist alles eins!



        Strae

[Hauptmann. Doktor. Hauptmann keucht die Strae herunter, hlt an;
keucht, sieht sich um.]

HAUPTMANN: Herr Doktor, rennen Sie nicht so! Rudern Sie mir Ihrem
Stock nicht so in der Luft! Sie hetzen sich ja hinter dem Tod drein.
Ein guter Mensch, der sein gutes Gewissen hat, geht nicht so schnell.
Ein guter Mensch - [Er erwischt den Doktor am Rock:] Herr Doktor,
erlauben Sie, da ich ein Menschenleben rette!

DOKTOR: Pressiert, hh, pressiert!

HAUPTMANN: Herr Doktor, ich bin so schwermtig, ich habe so was
Schwrmerisches; ich mu immer weinen, wenn ich meinen Rock an der
Wand hngen sehen -.

DOKTOR: Hm! Aufgedunsen, fett, dicker Hals: apoplektische
Konstitution. Ja, Herr Hauptmann, Sie knnen eine Apoplexia cerebri
kriegen; Sie knnen sie aber vielleicht auch nur auf der einen Seite
bekommen und auf der einen gelhmt sein, oder aber Sie knnen im
besten Fall geistig gelhmt werden und nur fort vegetieren: das sind
so ohgefhr Ihre Aussichten auf die nchsten vier Wochen! brigens
kann ich Sie versichern, da Sie einen von den interessanten Fllen
abgeben, und wenn Gott will, da Ihre Zunge zum Teil gelhmt wird, so
machen wir unsterbliche Experimente.

HAUPTMANN: Herr Doktor, erschrecken Sie mich nicht! Es sind schon
Leute am Schreck gestorben, am bloen hellen Schreck. - Ich sehe schon
die Leute mit den Zitronen in den Hnden; aber sie werden sagen, er
war ein guter Mensch, ein guter Mensch - Teufel Sargnagel!

DOKTOR [hlt ihm den Hut hin]: Was ist das, hh? - Das ist ein
Hohlkopf, geehrtester Herr Exerzierzagel!

HAUPTMANN [macht eine Falte]: Was ist das, Herr Doktor? - Das ist
Einfalt, bester Herr Sargnagel! Hhh! Aber nichts fr ungut! Ich bin
ein guter Mensch, aber ich kann auch, wenn ich will, Herr Doktor,
hhh, wenn ich will ... - [Woyzeck kommt und will vorbeieilen] - He,
Woyzeck, was hetzt Er sich so an uns vorbei. Bleib er doch, Woyzeck!
Er luft ja wie ein offnes Rasiermesser durch die Welt, man schneidt
sich an Ihm; Er luft, als htt er ein Regiment Kastrierte zu rasieren
und wrde gehenkt ber dem lngsten Haar noch vor dem Verschwinden.
Aber, ber die langen Brte - was wollt' ich doch sagen? Woyzeck: die
langen Brte ...

DOKTOR: Ein langer Bart unter dem Kinn, schon Plinius spricht davon,
man mt es den Soldaten abgewhnen ...

HAUPTMANN [fhrt fort]: Ha, ber die langen Brte! Wie is, Woyzeck,
hat Er noch nicht ein Haar aus einem Bart in seiner Schssel gefunden?
He, Er versteht mich doch? Ein Haar eines Menschen, vom Bart eines
Sapeurs, eines Unteroffiziers, eines - eines Tambourmajors? He,
Woyzeck? Aber Er hat eine brave Frau. Geht Ihm nicht wie andern.

WOYZECK: Jawohl! Was wollen Sie sagen, Herr Hauptmann?

HAUPTMANN: Was der Kerl ein Gesicht macht! ... Vielleicht nun auch
nicht in der Suppe, aber wenn Er sich eilt und um die Eck geht, so
kann er vielleicht noch auf ein Paar Lippen eins finden. Ein Paar
Lippen, Woyzeck. Kerl, Er ist ja kreidewei!

WOYZECK: hh, ich bin ein armer Teufel - und hab's sonst nichts auf der
Welt. hh, wenn Sie Spa machen -

HAUPTMANN: Spa ich? Da dich Spa, Kerl!

DOKTOR: Den Puls, Woyzeck, den Puls! - Klein, hart, hpfend,
unregelmig.

WOYZECK: hh, die Erd is hllenhei - mir eiskalt, eiskalt - Die Hlle
is kalt, wollen wir wetten. - - Unmglich! Mensch! Mensch! Unmglich!

HAUPTMANN: Kerl, will Er - will Er ein paar Kugeln vor den Kopf haben?
Er ersticht mich mit seinen Augen, und ich mein' es gut mit Ihm, weil
Er ein guter Mensch ist, Woyzeck, ein guter Mensch.

DOKTOR: Gesichtsmuskeln starr, gespannt, zuweilen hpfend. Haltung
aufgeregt, gespannt.

WOYZECK: Ich geh'. Es is viel mglich. Der Mensch! Es is viel mglich.
- Wir haben schn Wetter, hh. Sehn Sie, so ein schner, fester, grauer
Himmel; man knnte Lust bekommen, ein' Kloben hineinzuschlagen und
sich daran zu hngen, nur wegen des Gedankenstriches zwischen Ja und
wieder Ja - und Nein. hh, Ja und Nein? Ist das Nein am Ja oder das
Ja am Nein schuld? Ich will darber nachdenken. - [Geht mit breiten
Schritten ab, erst langsamer, dann immer schneller.]

HAUPTMANN: Mir wird ganz schwindlig vor den Menschen. Wie schnell!
Der lange Schlingel greift aus, als luft der Schatten von einem
Spinnbein, und der Kurze, das zuckelt. Der Lange ist der Blitz und der
Kleine der Donner. Haha ... Grotesk! grotesk!



        Mariens Kammer

[Marie. Woyzeck.]

WOYZECK [sieht sie starr an und schttelt den Kopf]: Hm! Ich seh'
nichts, ich seh nichts. O man mt's sehen, man mt's greifen knne
mit Fusten!

MARIE [verschchtert]: Was hast du, Franz? - Du bist hirnwtig, Franz.

WOYZECK: Eine Snde, so dick und so breit - es stinkt, da man die
Engelchen zum Himmel hinausruchern knnt'! Du hast ein' roten Mund,
Marie. Keine Blase drauf? Wie, Marie, du bist schn wie die Snde -
kann die Totsnde so schn sein?

MARIE: Franz, du redest im Fieber!

WOYZECK: Teufel! - Hat er da gestanden? So? So?

MARIE: Dieweil der Tag lang und die Welt alt is, knnen viele Menschen
an einem Platz stehen, einer nach dem andern.

WOYZECK: Ich hab ihn gesehn!

MARIE: Man kann viel sehn, wenn man zwei Auge hat und nicht blind is
und die Sonn scheint.

WOYZECK: Mensch! - [Geht auf sie los.]

MARIE: Rhr mich an, Franz! Ich htt' lieber ein Messer in den Leib
als deine Hand auf meiner. Mein Vater hat mich nit anzugreifen gewagt,
wie ich zehn Jahre alt war, wenn ich ihn ansah.

WOYZECK: Weib! - Nein, es mte was an dir sein! Jeder Mensch ist ein
Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht. - Es wre! Sie geht
wie die Unschuld. Nun, Unschuld, du hast ein Zeichen an dir. Wei
ich's? Wei ich's? Wer wei es? - [Er geht.]



        Die Wachstube.

[Woyzeck. Andres.]

ANDRES [singt]:
        Frau Wirtin hat ne brave Magd,
        sie sitzt im Garten Tag und Nacht,
        sie sitzt in ihrem Garten ...

WOYZECK: Andres!

ANDRES: Nu?

WOYZECK: Schn Wetter.

ANDRES: Sonntagswetter - Musik vor der Stadt. Vorhin - sind die
Weibsbilder hinaus; die Mensche dampfe, das geht!

WOYZECK [unruhig]: Tanz, Andres, sie tanze!

ANDRES: Im Rssel und in Sternen.

WOYZECK: Tanz, Tanz!

ANDRES: Meinetwege.
        Sitzt in ihrem Garten,
        bis dass das Glcklein zwlfe schlgt,
        und pat auf die Solda-aten.

WOYZECK: Andres, ich hab' kei Ruh.

ANDRES: Narr!

WOYZECK: Ich mu hinaus. Es dreht sich mir vor den Augen. Tanz, Tanz!
Wird sie heie Hnd habe! Verdammt, Andres!

ANDRES: Was willst du?

WOYZECK: Ich mu fort, mu sehen.

ANDRES: Du Unfried! Wegen dem Mensch?

WOYZECK: Ich mu hinaus, 's is so hei dahie.



        Wirtshaus

[Die Fenster offen, Tanz. Bnke vor dem Haus. Bursche.]

ERSTER HANDSWERKSBURSCH:
        Ich hab' ein Hemdlein an, das ist nicht mein;
        meine Seele stinkt nach Branndewein -

ZWEITER HANDWERKSBURSCH: Bruder, soll ich dir aus Freundschaft ein
Loch in die Natur machen? Vorwrts! Ich will ein Loch in die Natur
maehen! Ich bin auch ein Kerl, du weit - ich will ihm alle Flh am
Leib totschlagen.

ERSTER HANDWERKSBURSCH: Meine Seele, meine Seele stinkt
nach Branndewein! - Selbst das Geld geht in Verwesung ber!
Vergimeinnicht, wie ist diese Welt so schn! Bruder, ich mu ein
Regenfa voll greinen vor Wehmut. Ich wollt', unsre Nasen wren zwei
Bouteillen, und wir knnten sie uns einander in den Hals gieen.

ANDRE [im Chor]:
        Ein Jger aus der Pfalz
        ritt einst durch einen grnen Wald.
        Halli, hallo, ha lustig ist die Jgerei
        allhier auf grner Heid.
        Das Jagen is mei Freud.

[Woyzeck stellt sich ans Fenster. Marie und der Tambourmajor tanzen
vorbei, ohne ihm zu bemerken.]

WOYZECK: Er! Sie! Teufel!

MARIE [im Vorbeitanzen]: Immer zu, imer zu -

WOYZECK [erstickt]: Immer zu - Immer zu! - [Fhrt heftig auf und
sinkt zurck auf die Bank:] Immer zu, immer zu! - [Schlgt die Hnde
ineinander:] Dreht euch. wlzt euch! Warum blst Gott nicht die Sonn
aus, da alles in Unzucht sich bereinanderwlzt, Mann und Weib,
Mensch und Vieh?! Tut's am hellen Tag, tut's einem auf den Hnden wie
die Mcken! - Weib! Das Weib is hei, hei! - Immer zu, immer zu! -
[Fhrt auf:] Der Kerl, wie er an ihr herum greift, an ihrem Leib! Er,
er hat sie - wie ich zu Anfang. - [Er sinkt betubt zusammen.]

ERSTER HANDWERKSBURSCH [predigt auf dem Tisch]: Jedoch, wenn ein
Wandrer, der gelehnt steht an dem Strom der Zeit oder aber sich die
gttliche Weisheit beantwortet und sich anredet: Warum ist der Mensch?
Warum ist der Mensch? - Aber wahrlich, ich sage euch: Von was htte
der Landmann, der Weibinder, der Schuster, der Arzt leben sollen,
wenn Gott den Menschen nicht geschaffen htte? Von was htte der
Schneider leben sollen, wenn er dem Menschen nicht die Empfindung der
Scham eingepflanzt htte, von was der Soldat, wenn er ihm nicht mit
dem Bedrfnis sich totzuschlagen ausgerstet htte? Darum zweifelt
nicht - ja, ja, es ist lieblich und fein, aber alles Irdische ist
bel, selbst das Geld geht in Verwesung ber. Zum Beschlu, meine
geliebten Zuhrer, lat uns noch bers Kreuz pissen, damit ein Jud
stirbt!

[Unter allgemeinem Gejohle erwacht Woyzech und rast davon.]



        Freies Feld

WOYZECK: Immer zu! Immer zu! Hisch, hasch! So gehn die Geigen und
die Pfeifen. - Immer zu! Immer zu! - Still, Musik! Was spricht da
unten? - Recht sich gegen den Boden: Ha, was, was sagt ihr? Lauterl
Lauter! Stich, stich die Zickwolfin tot? - Stich, stich die Zickwolfin
tot! - Soll ich! Mu ich? Hr' ich's da auch? - Sagt's der Wind auch?
- Hr' ich's immer, immer zu: stich tot, tot!



        Ein Zimmer in der Kaserne

[Nacht. Andres und Woyzech in einem Bett.]

WOYZECK [leise]: Andres!

[Andres murmelt im Schlaf.]

WOYZECK [schttelt Andres]: He, Andres! Andres!

ANDRES: Na was is?

WOYZECK: Ich kann nit schlafen! Wenn ich die Aug zumach', dreht sich's
immer, und ich hr' die Geigen, immer zu, immer zu. Und dann spricht's
aus der Wand. Hrst du nix?

ANDRES: Ja - la sie tanze! Einer is md, und dann Gott beht uns,
amen.

WOYZECK: Es redt lmmer: stich! stich! und zieht mir zwischen den
Augen wie ein Messer -

ANDRES: Schlaf, Narr! - [Er schlft wieder ein.]

WOYZECK: Immer zu! Immer zu!



        Der Hof des Doktors

[Studenten und Woyzeck unten, der Doktor am Dachfenster.]

DOKTOR: Meine Herren, ich bin auf dern Dach wie David, als er
die Bathseba sah; aber ich sehe nichts als die culs de Paris der
Mdchenpension im Garten trocknen. Meine Herren, wir sind an der
wichtigen Frage ber das Verhltnis des Subjekts zum Objekt. Wenn
wir nur eins von den Dingen nehmen, worin sich die organische
Selbstaffirmation des Gttlichen, auf einem so hohen Standpunkte,
manifestiert, und ihre Verhltnisse zum Raum, zur Erde, zum
Planetarischen untersuchen, meine Herren, wenn ich diese Katze zum
Fenster hinauswerfe: wie wird diese Wesenheit sich zum centrum
gravitationis gem ihrem eigenen Instinkt verhalten? - He, Woyzeck -
[brllt] -, Woyzeck!

WOYZECK [fngt die Katze auf]: Herr Doktor, sie beit!

DOKTOR: Kerl, Er greift die Bestie so zrtlich an, als wr's seine
Gromutter. - [Er kommt herunter.]

WOYZECK: Herr Doktor, ich hab's Zittern.

DOKTOR [ganz erfreut]: Ei, ei! Schn, Woyzeck! - Reibt sich die Hnde.
[Er nimmt die Katze:] Was seh' ich, meine Herren, die neue Spezies
Hasenlaus, eine schne Spezies ... - [Er zieht eine Lupe heraus,
die Katze luft fort.] - Meine Herren, das Tier hat keinen
wissenschaftlichen Instinkt ... Die knnen dafr was anders sehen.
Sehen Sie: der Mensch, seit einem Vierteljahr it er nichts als
Erbsen; bemerken Sie die Wirkung, fhlen Sie einmal: Was ein
ungleicher Puls! Der und die Augen!

WOYZECK: Herr Doktor, es wird mir dunkel! - [Er setzt sich.]

DOKTOR: Courage, Woyzeck! Noch ein paar Tage, und dann ist's fertig.
Fhlen Sie, meine Herren, fhlen Sie! - [Sie betasten ihm Schlfe,
Puls und Busen.] - Apropos, Woyzeck, beweg den Herren doch einmal die
Ohren! Ich hab' es Ihnen schon zeigen wollen, zwei Muskeln sind bei
ihm ttig. Allons, frisch!

WOYZECK: Ach, Herr Doktor!

DOKTOR: Bestie, soll ich dir die Ohren bewegen? Willst du's machen
wie die Katze? So, meine Herren! Das sind so bergnge zum Esel,
hufig auch die Folge weiblicher Erziehung und die Muttersprache.
Wieviel Haare hat dir die Mutter zum Andenken schon ausgerissen aus
Zrtlichkeit? Sie sind dir ja ganz dnn geworden seit ein paar Tagen.
Ja, die Erbsen, meine Herren!



        Kasernenhof

WOYZECK: Hast nix gehrt?

ANDRES: Er is da, noch mit einem Kameraden.

WOYZECK: Er hat was gesagt.

ANDRES: Woher weit du's? Was soll ich's sagen? Nu, er lachte, und
dann sagt er: Ein kstlich Weibsbild! Die hat Schenkel, und alles so
hei!

WOYZECK [ganz kalt]: So, hat er das gesagt? Von was hat mir doch heut
nacht getrumt? War's nicht von einem Messer? Was man doch nrrische
Trume hat!

ANDRES: Wohin, Kamerad?

WOYZECK: Meim Offizier Wein holen. - Aber, Andres, sie war dach ein
einzig Mdel.

ANDRES: Wer war?

WOYZECK: Nix. Adies! - [Ab.]



        Wirtshaus

[Tambourmajor. Woyzeck. Leute.]

TAMBOURMAJOR: Ich bin ein Mann! - [Schlgt sich auf die Brust:] Ein
Mann, sag' ich. Wer will was? Wer kein be- soffner Herrgott ist, der
la sich von mir. Ich will ihn die Nas ins Arschloch prgeln! Ich
will - [Zu Woyzeck:] Du Kerl, sauf! Ich wollt' die Welt wr' Schnaps,
Schnaps - der Mann mu saufen! - [Woyzech pfeift.] - Kerl, soll ich
dir die Zung aus dem Hals ziehn und sie um den Leib herumwickeln? -
Sie ringen, Woyzeck verliert. - Soll ich dir noch so viel Atem lassen
als 'en Altweiberfurz, soll ich? - [Woyzech setzt sich erschpft
zitternd auf eine Bank.] - Der Kerl soll dunkelblau pfeifen.
        Branndewein, das ist mein Leben;
        Branndwein gibt Courage!

EINE: Der hat sein Fett.

ANDRE: Er blut'.

WOYZECK: Eins nach dem andern.



        Kramladen

[Woyzeck. Der Jude.]

WOYZECK: Das Pistolchen ist zu teuer.

JUDE: Nu, kauft's oder kauft's nit, was is?

WOYZECK: Was kost' das Messer?

JUDE: 's ist ganz grad. Wollt Ihr Euch den Hals mit abschneiden? Nu,
was is es? Ich geb's Euch so wohlfeil wie ein andrer. Ihr sollt Euern
Tod wohlfeil haben, aber doch nit umsonst. Was is es? Er soll ein
konomischer Tod haben.

WOYZECK: Das kann mehr als Brot schneiden -

JUDE: Zwee Grosche.

WOYZECK: Da! - Geht ab.

JUDE: Da! Als ob's nichts wr! Und es is doch Geld. - Du Hund!



        Mariens Kammer

NARR [liegt und erzhlt sich Mrchen an den Fingern]: Der hat die
goldne Kron, der Herr Knig ... Morgen hol' ich der Frau Knigin ihr
Kind ... Blutwurst sagt: komm, Leber- wurst ...

MARIE [blttert in der Bibel]: "Und ist kein Betrug in seinem Munde
erfunden": ... Herrgott, Herrgott! Sieh mich nicht an! - [Blttert
weiter:] "Aber die Phariser brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch
begriffen, und stelleten sie ins Mittel dar ... Jesus aber sprach:
So verdamme ich dich auch nicht. Geh hin und sndige hinfort nicht
mehr!" - [Schlgt die Hnde zusammen:] Hergott! Hergott! Ich kann
nicht! - Herrgott, gib mir nur so viel, da ich beten kann. - [Das
Kind drngt sich an sie.] - Das Kind gibt mir einen Stich ins Herz.
- [Zum Narrn:] Karl! Das brst' sich in der Sonne! - [Narr nimmt das
Kind und wird still.] - Der Franz ist nit gekommen, gestern nit,
heut nit. Es wird hei hier! - [Sie macht das Fenster auf und liest
wieder:] "Und trat hinten zu seinen Fen und weinete, und fing an,
seine Fe zu netzen mit Trnen und mit den Haaren ihres Hauptes
zu trocknen, und kssete seine Fe und salbete sie mit Salbe ..."
[Schlgt sich auf die Brust:] Alles tot! Heiland! Heiland! ich mchte
dir die Fe salben! -



        Kaserne

[Andres. Woyzeck kramt in seinen Sachen.]

WOYZECK: Das Kamisolchen, Andres, ist nit zur Montur: du kannst's
brauchen, Andres.

ANDRES [ganz starr, sagt zu allem]: Jawohl.

WOYZECK: Das Kreuz meiner Schwester und das Ringlein.

ANDRES: Jawohl.

WOYZECK: Ich hab' auch noch ein Heiligen, zwei Herze und schn Gold -
es lag in meiner Mutter Bibel, und da steht:
        Herr, wie dein Leib war rot und wund,
        so la mein Herz sein aller Stund.
Mein Mutter fhlt nur noch, wenn ihr die Sonn auf die Hnd scheint -
das tut nix.

ANDRES: Jawohl.

WOYZECK [zieht ein Papier hervor]: Friedrich Johann Franz Woyzeck,
Wehrmann, Fsilier im 2. Regiment, 2. Bataillion 4. Kompanie, geboren
Mari Verkndigung, den 20. Juli. - Ich bin heut alt 30 Jahr, 7 Monat
und 12 Tage.

ANDRES: Franz, du kommst ins Lazarett. Armer, du mut Schnaps trinken
und Pulver drin, das tt' das Fieber.

WOYZECK: Ja, Andres, wenn ein Schreiner die Hobelspne sammelt, es
wei niemand, wer seinen Kopf drauflegen wird.



        Strae

[Marie mit Mdchen vor der Haustr, Gromutter; spter Woyzeck]

MDCHEN:
        Wie scheint die Sonn am Lichtmetag
        und steht das Korn im Blhn.
        Sie gingen wohl die Wiese hin,
        sie gingen zu zwein und zwein.
        Die Pfeifer gingen voran,
        die Geiger hinterdrein,
        sie hatten rote Socken an ...

ERSTES KIND: Das ist nit schn.

ZWEITES KIND: Was willst du auch immer!

ERSTES KIND: Marie, sing du uns!

MARIE: Ich kann nit.

ERSTES KIND: Warum?

MARIE: Darum.

ZWEITES KIND: Aber warum darum?

DRITTES KIND: Gromutter, erzhl!

GROSSMUTTER: Kommt, ihr kleinen Krabben! - Es war einmal ein arm Kind
und hatt' kein Vater und keine Mutter, war alles tot, und war niemand
mehr auf der Welt. Alles tot, und es is hingangen und hat gesucht Tag
und Nacht. Und weil auf der Erde niemand mehr war, wollt's in Himmel
gehn, und der Mond guckt es so freundlich an; und wie es endlich zum
Mond kam, war's ein Stck faul Holz. Und da is es zur Sonn gangen, und
wie es zur Sonn kam, war's ein verwelkt Sonneblum. Und wie's zu den
Sternen kam, waren's kleine goldne Mcken, die waren angesteckt, wie
der Neuntter sie auf die Schlehen steckt. Und wie's wieder auf die
Erde wollt, war die Erde ein umgestrzter Hafen. Und es war ganz
allein. Und da hat sich's hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch
und is ganz allein.

WOYZECK [erscheint]: Marie!

MARIE [erschreckt]: Was is?

WOYZECK: Marie, wir wollen gehn. 's is Zeit.

MARIE: Wohin?

WOYZECK: Wei ich's?



        Waldsaum am Teich

[Marie und Woyzeck.]

MARIE: Also dort hinaus is die Stadt. 's is finster.

WOYZECK: Du sollst noch bleiben. Komm, setz dich!

MARIE: Aber ich mu fort.

WOYZECK: Du wirst dir die Fe nit wund laufe.

MARIE: Wie bist du nur auch!

WOYZECK: Weit du auch, wie lang es jetzt is, Marie?

MARIE: Am Pfingsten zwei Jahr.

WOYZECK: Weit du auch, wie lang es noch sein wird?

MARIE: Ich mu fort, das Nachtessen richten.

WOYZECK: Friert's dich, Marie? Und doch bist du warm. Was du heie
Lippen hast! Hei, heien Hurenatem! Und doch mcht' ich den Himmel
geben, sie noch einmal zu kssen. - Friert's dich? Wenn man kalt is,
so friert man nicht mehr. Du wirst vom Morgentau nicht frieren.

MARIE: Was sagst du?

WOYZECK: Nix.

[Schweigen.]

MARIE: Was der Mond rot aufgeht!

WOYZECK: Wie ein blutig Eisen.

MARIE: Was hast du vor, Franz, du bist so bla. - [Er holt mit dem
Messer aus.] - Franz halt ein! Um des Himmels willen, Hilfe, Hilfe!

WOYZECK [sticht drauflos:] Nimm das und das! Kannst du nicht sterben?
So! So! - Ha, sie zuckt noch; noch nicht? Noch nicht? Immer noch. -
[Stt nochmals zu.] - Bist du tot! Tot! Tot! - [Er lt das Messer
fallen und luft weg.]



        Das Wirtshaus

WOYZECK: Tanzt alle, immer zu! Schwitzt und stinkt! Er holt euch doch
einmal alle! - [Singt:]
        Ach. Tochter, lieb Tochter
        was hast du gedenkt,
        da du dich an die Landkutscher
        und die Fuhrleut hat gehenkt.
[Er tanzt:] So, Kthe, setz dich! Ich hab' hei hei! - [Er zieht den
Rock aus.] - Es ist einmal so, der Teufel holt die eine und lt die
andre laufen. Kthe, du bist hei! Warum denn? Kthe, du wirst auch
 noch kalt werden. Sei vernnftig. - Kannst du nicht singen?

KTHE [singt]:
        Ins Schwabenland, das mag ich nicht,
        und lange Kleider trag' ich nicht,
        denn lange Kleider, spitze Schuh,
        die kommen keiner Dienstmagd zu.

WOYZECK: Nein, keine Schuh, man kann auch ohne Schuh in die Hll
gehn.

KTHE [singt]:
        O pfui mein Schatz, das war nicht fein,
        behalt dein Taler und schlaf allein.

WOYZECK: Ja, wahrhaftig, ich mcte mich nicht blutig machen.

KTHE: Aber was hast du an deiner Hand?

WOYZECK: Ich? Ich?

KTHE: Rot! Blut!

[Es stellen sich Leute um sie.]

WOYZECK: Blut? Blut?

WIRT: Uu - Blut!

WOYZECK: Ich glaub', ich hab' mich geschnitten, da an der rechten
Hand.

WIRT: Wie kommt's aber an den Ellenbogen?

WOYZECK: Ich hab's abgewischt.

WIRT: Was, mit der rechten Hand an den rechten Ellenbogen Ihr seid
geschickt!

NARR: Und da hat der Ries gesagt: Ich riech', ich riech'
Menschenfleisch. Puh, das stinkt schon!

WOYZECK: Teufel, was wollt ihr? Was geht's euch an? Platz, oder der
erste - Teufel! Meint ihr, ich htt' jemand umgebracht? Bin ich ein
Mrder? Was gafft ihr? Guckt euch selbst an! Platz da! - [Er luft
hinaus.]



        Am Teich

WOYZECK [allein]: Das Messer? Wo ist das Messer? Ich hab' es da
gelassen. Es verrt mich! Nher, noch nher! Was is das fr ein
Platz? Was hr' ich? Es rhrt sich was. Still. - Da in der Nhe.
Marie? Ha, Marie! Still. Alles still! Was bist du so bleich, Marie?
Was hast du eine rote Schnur um den Hals? Bei wem hast du das Halsband
verdient mit deinen Snden? Du warst schwarz davon, schwarz! Hab' ich
dich gebleicht? Was hngen deine Haare so wild? Hast du deine Zpfe
heute nicht geflochten? ... - Das Messer, das Messer! Hab' ich's?
So! - [Er luft zum Wasser.] So, da hinunter! - [Er wirft das Messer
hinein.] - Es taucht in das dunkle Wasser wie ein Stein. - Nein, es
liegt zu weit vorn, wenn sie sich baden. - [Er geht in den Teich und
wirft weit.] - So, jetzt - aber im Sommer, wenn sie tauchen nach
Muscheln? - Bah, es wird rostig, wer kann's erkennen. - Htt' ich es
zerbrochen! - - Bin ich noch blutig? Ich mu mich waschen. Da ein
Fleck, und da noch einer ...

[Es kommen Leute.]

ERSTE PERSON: Halt!

ZWEITE PERSON: Hrst du? Still! Dort!

ERSTE: Uu! Da! Was ein Ton!

ZWEITE: Es ist das Wasser, es ruft: Schon lang ist niemand ertrunken.
Fort! Es ist nicht gut, es zu hren!

ERSTE: Uu! Jetzt wieder! - Wie ein Mensch, der stirbt!

ZWEITE: Es ist unheimlich! So dunstig, allenthalben Nebelgrau - und
das Summen der Kfer wie gesprungne Glocken. Fort!

ERSTE: Nein. zu deutlich, zu laut! Da hinauf! Komm mit!








End of the Project Gutenberg EBook of Woyzeck, by Georg Buchner

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK WOYZECK ***

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in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER
WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5.  Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
the applicable state law.  The invalidity or unenforceability of any
provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6.  INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
with this agreement, and any volunteers associated with the production,
promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
that arise directly or indirectly from any of the following which you do
or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation information page at www.gutenberg.org


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at 809
North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887.  Email
contact links and up to date contact information can be found at the
Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org

Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations.
To donate, please visit:  www.gutenberg.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For forty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.

