The Project Gutenberg EBook of Wissenshaft der Logik V2, by 
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

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Title: Wissenshaft der Logik V2

Author: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Posting Date: November 9, 2012 [EBook #6834]
Release Date: November, 2004
First Posted: January 28, 2003

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

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Wissenschaft der Logik.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Mit einem Vorwort von Leopold v. Henning, Berlin 1841.

Zweiter Teil.  Die subjektive Logik oder Lehre vom Begriff.


Inhalt

Vorrede zur ersten Ausgabe.
Vorrede zur zweiten Auflage.
Die subjektive Logik, oder: Die Lehre vom Begriff.
Vom Begriff im Allgemeinen.
Eintheilung.

Erster Abschnitt. Die Subjektivitt.

  Erstes Kapitel. Der Begriff.
    A. Der allgemeine Begriff.
    B. Der besondere Begriff.
    C. Das Einzelne.

  Zweites Kapitel. Das Urtheil.
    A. Das Urtheil des Daseyns.
      a. Das positive Urtheil.
      b. Negatives Urtheil.
      c. Unendliches Urtheil.
    B. Das Urtheil der Reflexion.
      a. Das singulare Urtheil.
      b. Das partikulare Urtheil.
      c. Das universelle Urtheil.
    C. Das Urtheil der Nowthwendigkeit.
      a. Das kategorische Urtheil.
      b. Das hypothetische Urtheil.
      c. Das disjunktive Urtheil.
    D. Das Urtheil des Begriffs.
      a. Das assertorische Urtheil.
      b. Das problematische Urtheil.
      c. Das apodiktische Urtheil.

  Drittes Kapitel. Der Schlu.
    A. Der Schlu des Daseyns.
      a. Erste Figur des Schlusses.
      b. Die zweite Figur: B-E-A.
      c. Die dritte Figur: E-A-B.
      d. Die vierte Figur: A-A-A, oder der mathematische Schlu.
        Anmerkung.
    B. Der Schlu der Reflexion.
      a. Schlu der Allheit.
      b. Schlu der Induktion.
      c. Der Schlu der Analogie.
    C. Der Schlu der Nothwendigkeit.
      a. Der kategorische Schlu.
      b. Der hypothetische Schlu.
      c. Der disjunktive Schlu.

Zweiter Abschnitt. Die Objektivitt.

  Erstes Kapitel. Der Mechanismus.
    A. Das mechanische Objekt.
    B. Der mechanische Proce.
      a. Der formale mechanische Proce.
      b. Der reale mechanische Proce.
      c. Das Produkt des mechanischen Processes.
    C. Der absolute Mechanismus.
      a. Das Centrum.
      b. Das Gesetz.
      c. bergang des Mechanismus.

  Zweites Kapitel. Der Chemismus.
    A. Das chemische Objekt.
    B. Der Proce.
    C. bergang des Chemismus.

  Drittes Kapitel. Teleologie.
    A. Der subjektive Zweck.
    B. Das Mittel.
    C. Der ausgefhrte Zweck.

Dritter Abschnitt. Die Idee.

  Erstes Kapitel. Das Leben.
    A. Das lebendige Individuum.
    B. Der Lebens-Proce.
    C. Die Gattung.

  Zweites Kapitel. Die Idee des Erkennens.
    A. Die Idee des Wahren.
      a. Das analytische Erkennen.
      b. Das synthetische Erkennen.
        1. Die Definition.
        2. Die Eintheilung
        3. Der Lehrsatz.
    B. Die Idee des Guten.

  Drittes Kapitel. Die absolute Idee.



Vorrede zur ersten Ausgabe.

Die vllige Umnderung, welche die philosophische Denkweise seit etwa
fnf und zwanzig Jahren unter uns erlitten, der hhere Standpunkt,
den das Selbstbewutseyn des Geistes in dieser Zeitperiode ber sich
erreicht hat, hat bisher noch wenig Einflu auf die Gestalt der Logik
gehabt.

Dasjenige, was vor diesem Zeitraum Metaphysik hie, ist, so zu sagen,
mit Stumpf und Stiel ausgerottet worden, und aus der Reihe der
Wissenschaften verschwunden.  Wo lassen oder wo drfen sich Laute der
vormaligen Ontologie, der rationellen Psychologie, der Kosmologie
oder selbst gar der vormaligen natrlichen Theologie noch vernehmen
lassen?  Untersuchungen, zum Beispiel ber die Immaterialitt der
Seele, ber die mechanische und die Endursachen, wo sollten sie noch
ein Interesse finden?  Auch die sonstige Beweise vom Daseyn Gottes
werden nur historisch, oder zum Behufe der Erbauung und
Gemthserhebung angefhrt.  Es ist die ein Faktum, da das Interesse
Theils am Inhalte, Theils an der Form der vormaligen Metaphysik,
Theils an beiden zugleich verloren ist.  So merkwrdig es ist, wenn
einem Volke, z.B. die Wissenschaft seines Staatsrechts, wenn ihm
seine Gesinnungen, seine sittlichen Gewohnheiten und Tugenden
unbrauchbar geworden sind, so merkwrdig ist es wenigstens, wenn ein
Volk seine Metaphysik verliert, wenn der mit seinem reinen Wesen sich
beschftigende Geist kein wirkliches Daseyn mehr in demselben hat.

Die exoterische Lehre der kantischen Philosophie,--da der Verstand
die Erfahrung nicht berfliegen drfe, sonst werde das
Erkenntnisvermgen theoretische Vernunft, welche fr sich nichts als
Hirngespinnste gebhre, hat es von der wissenschaftlichen Seite
gerechtfertigt, dem spekulativen Denken zu entsagen.  Dieser
popularen Lehre kam das Geschrei der modernen Pdagogik, die Noth der
Zeiten, die den Blick auf das unmittelbare Bedrfni richtet,
entgegen, da, wie fr die Erkenntni die Erfahrung das Erste, so fr
die Geschicklichkeit im ffentlichen und Privatleben, theoretische
Einsicht sogar schdlich, und bung und praktische Bildung berhaupt
das Wesentliche, allein Frderliche sey.--Indem so die Wissenschaft
und der gemeine Menschenverstand sich in die Hnde arbeiteten, den
Untergang der Metaphysik zu bewirken, so schien das sonderbare
Schauspiel herbeigefhrt zu werden, ein gebildetes Volk ohne
Metaphysik zu sehen;--wie einen sonst mannigfaltig ausgeschmckten
Tempel ohne Allerheiligstes.--Die Theologie, welche in frhern Zeiten
die Bewahrerin der spekulativen Mysterien und der obzwar abhngigen
Metaphysik war, hatte diese Wissenschaft gegen Gefhle, gegen das
Praktisch-populare und gelehrte Historische aufgegeben.  Welcher
Vernderung entsprechend ist, da anderwrts jene Einsamen, die von
ihrem Volke aufgeopfert und aus der Welt ausgeschieden wurden, zu dem
Zwecke, da die Kontemplation des Ewigen und ein ihr allein dienendes
Leben vorhanden sey, nicht um eines Nutzens, sondern um des Segens
willen,--verschwanden; ein Verschwinden, das in einem andern
Zusammenhange, dem Wesen nach als dieselbe Erscheinung, wie das
vorhin Erwhnte, betrachtet werden kann.--So da, nach Vertreibung
dieser Finsternisse, der farblosen Beschftigung des in sich
gekehrten Geistes mit sich selbst, das Daseyn in die heitere Welt der
Blumen verwandelt zu seyn schien, unter denen es bekanntlich keine
schwarze giebt.

Ganz so schlimm als der Metaphysik ist es der Logik nicht ergangen.
Da man durch sie denken lerne, was sonst fr ihren Nutzen und damit
fr den Zweck derselben galt,--gleichsam als ob man durch das Studium
der Anatomie und Physiologie erst verdauen und sich bewegen lernen
sollte--, die Vorurtheil hat sich lngst verloren, und der Geist des
Praktischen dachte ihr wohl kein besseres Schicksal zu, als ihrer
Schwester.  Dessen ungeachtet, wahrscheinlich um einigen formellen
Nutzens willen, wurde ihr noch ein Rang unter den Wissenschaften
gelassen, ja sie wurde selbst als Gegenstand des ffentlichen
Unterrichts beibehalten.  Die bessere Loos betrifft jedoch nur das
uere Schicksal; denn ihre Gestalt und Inhalt ist derselbe geblieben,
als er sich durch eine lange Tradition fortgeerbt, jedoch in dieser
berlieferung immer mehr verdnnt und abgemagert hatte; der neue
Geist, welcher der Wissenschaft nicht weniger als der Wirklichkeit
aufgegangen ist, hat sich in ihr noch nicht verspren lassen.  Es ist
aber ein fr allemal vergebens, wenn die substantielle Form des
Geistes sich umgestaltet hat, die Formen frherer Bildung erhalten zu
wollen; sie sind welke Bltter, welche von den neuen Knospen, die an
ihren Wurzeln schon erzeugt sind, abgestoen werden.

Mit dem Ignoriren der allgemeinen Vernderung fngt es nach gerade an,
auch im Wissenschaftlichen auszugehen.  Unbemerkter Weise sind
selbst den Gegnern die andern Vorstellung gelufig und eigen geworden,
und wenn sie gegen deren Quelle und Principien fortdauernd sprde
thun und sich widersprechend dagegen benehmen, so haben sie dafr die
Konsequenzen sich gefallen lassen, und des Einflusses derselben sich
nicht zu erwehren vermocht; zu ihrem immer unbedeutender werdenden
negativen Verhalten wissen sie sich auf keine andere Weise eine
positive Wichtigkeit und einen Inhalt zu geben, als da sie in den
neuen Vorstellungsweisen mitsprechen.

Von der andern Seite scheint die Zeit der Ghrung, mit der eine neue
Schpfung beginnt, vorbei zu seyn.  In ihrer ersten Erscheinung
pflegt eine solche sich mit fanatischer Feindseligkeit gegen die
ausgebreitete Systematisierung des frhen Princips zu verhalten,
Theils auch furchtsam zu seyn, sich in der Ausdehnung des Besondern
zu verlieren, Theils aber die Arbeit die zur wissenschaftlichen
Ausbildung erfordert wird, zu scheuen, und im Bedrfnisse einer
solchen zuerst zu einem leeren Formalismus zu greifen.  Die
Anforderung der Verarbeitung und Ausbildung des Stoffes wird nun um
so dringender.  Es ist eine Periode in der Bildung einer Zeit, wie in
der Bildung des Individuums, wo es vornehmlich um Erwerbung und
Behauptung des Princips in seiner unentwickelten Intensitt zu thun
ist.  Aber die hhere Forderung geht darauf, da es zur Wissenschaft
werde.

Was nun auch fr die Sache und fr die Form der Wissenschaft bereits
in sonstiger Rcksicht geschehen seyn mag; die logische Wissenschaft,
welche die eigentliche Metaphysik oder reine spekulative Philosophie
ausmacht, hat sich bisher noch sehr vernachlssigt gesehen.  Was ich
unter dieser Wissenschaft und ihrer Standpunkte nher verstehe, habe
ich in der Einleitung vorlufig angegeben.  Die Nothwendigkeit, mit
dieser Wissenschaft wieder einmal von vorne anzufangen, die Natur des
Gegenstandes selbst, und der Mangel an Vorarbeiten, welche fr die
vorgenommen Umbildung htten benutzt werden knnen, mgen bei
billigen Beurtheilern in Rcksicht kommen, wenn auch eine vieljhrige
Arbeit diesem Versuche nicht eine grere Vollkommenheit geben konnte.
--Der wesentliche Gesichtspunkt ist, da es berhaupt um einen neuen
Begriff wissenschaftlicher Behandlung zu thun ist.  Die Philosophie,
indem sie Wissenschaft seyn soll, kann, wie ich anderwrts erinnert
Phnomenologie des Geistes, Vorr. zur ersten Ausg.--Die eigentliche
Ausfhrung ist die Erkenntni der Methode, und hat ihre Stelle in der
Logik selbst, habe, hierzu ihre Methode nicht von einer
untergeordneten Wissenschaft, wie die Mathematik ist, borgen, so
wenig als es bei kategorischen Versicherungen innerer Anschauung
bewenden lassen, oder sich des Raisonnements aus Grnden der uern
Reflexion bedienen.  Sondern es kann nur die Natur des Inhalts seyn,
welche sich im wissenschaftlichen Erkennen bewegt, indem zugleich
diese eigne Reflexion des Inhalts es ist, welche seine Bestimmung
selbst erst setzt und erzeugt.

Der Verstand bestimmt und hlt die Bestimmungen fest; die Vernunft
ist negativ und dialektisch, weil sie die Bestimmungen des Verstands
in Nichts auflst; sie ist positiv, weil sie das Allgemeine erzeugt,
und das Besondere darin begreift.  Wie der Verstand als etwas
Getrenntes von der Vernunft berhaupt, so pflegt auch die
dialektische Vernunft als etwas Getrenntes von der positiven Vernunft
genommen zu werden.  Aber in ihrer Wahrheit ist die Vernunft Geist,
der hher als Beides, verstndige Vernunft, oder vernnftiger
Verstand ist.  Er ist das Negative, dasjenige, welches die Qualitt
sowohl, der dialektischen Vernunft, als des Verstandes ausmacht;--er
negirt das Einfache, so setzt er den bestimmten Unterschied des
Verstandes, er lst ihn eben so sehr auf, so ist er dialektisch.  Er
hlt sich aber nicht im Nichts dieses Resultates, sondern ist darin
ebenso positiv, und hat so das erste Einfache damit hergestellt, aber
als Allgemeines, das in sich konkret ist; unter dieses wird nicht ein
gegebenes Besonderes subsumirt, sondern in jenem Bestimmen und in der
Auflsung desselben hat sich das Besondere schon mit bestimmt.  Diese
geistige Bewegung, die sich in ihrer Einfachheit ihre Bestimmtheit,
und in dieser ihre Gleichheit mit sich selbst giebt, die somit die
immanente Entwickelung des Begriffes ist, ist die absolute Methode
des Erkennens, und zugleich die immanente Seele des Inhalts selbst.
--Auf diesem sich selbst konstruirenden Wege allein, behaupte ich,
ist die Philosophie fhig, objektive, demonstrirte Wissenschaft zu
seyn.--In dieser Weise habe ich das Bewutseyn in der Phnomenologie
des Geistes darzustellen versucht.  Das Bewutseyn ist der Geist als
konkretes und zwar in der uerlichkeit befangenes Wissen; aber die
Formbewegung dieses Gegenstandes beruht allein, wie die Entwickelung
alles natrlichen und geistigen Lebens, auf der Natur der reinen
Wesenheiten, die den Inhalt der Logik ausmachen.  Das Bewutseyn, als
der erscheinende Geist, welcher sich auf seinem Wege von seiner
Unmittelbarkeit und uerlichen Konkretion befreit, wird zum reinen
Wissen, das sich jene reinen Wesenheiten selbst, wie sie an und fr
sich sind, zum Gegenstand giebt.  Sie sind die reinen Gedanken, der
sein Wesen denkende Geist.  Ihre Selbstbewegung ist ihr geistiges
Leben, und ist das, wodurch sich die Wissenschaft konstituirt, und
dessen Darstellung sie ist.

Es ist hiermit die Beziehung der Wissenschaft, die ich Phnomenologie
des Geistes nenne, zur Logik angegeben.--Was das uerliche
Verhltni betrifft, so war dem ersten Theil des Systems der
Wissenschaft, (Bamberg und Wrzburg bei Gbhard 1807).  Dieser Titel
wird der zweiten Ausgabe, die auf nchsten Ostern erscheinen wird,
nicht mehr beigegeben werden.--An die Stelle des im Folgenden
erwhnten Vorhabens eines zweiten Theils, der die smmtlichen andern
philosophischen Wissenschaften enthalten sollte, habe ich seitdem die
Encyklopdie der philosophischen Wissenschaften, voriges Jahr in der
dritten Ausgabe, ans Licht treten lassen (Anmerkung zur zweiten
Ausgabe), der die Phnomenologie enthlt, ein zweiter Theil zu folgen
bestimmt, welcher die Logik und die beiden realen Wissenschaften der
Philosophie, die Philosophie der Natur und die Philosophie des
Geistes, enthalten sollte, und das System der Wissenschaft
beschlossen haben wrde.  Aber die nothwendige Ausdehnung, welche die
Logik fr sich erhalten mute, hat mich veranlat, diese besonders
ans Licht treten zu lassen; sie macht also in einem erweiterten Plane
die erste Folge zur Phnomenologie des Geistes aus.  Spterhin werde
ich die Verarbeitung der beiden genannten realen Wissenschaften der
Philosophie folgen lassen.--Dieser erste Band der Logik aber enthlt
als erstes Buch die Lehre vom Seyn; das zweite Buch, die Lehre vom
Wesen, als zweite Abtheilung des ersten Bandes; der zweite Band aber
wird die subjektive Logik, oder die Lehre vom Begriff enthalten.

Nrnberg, den 22 Mrz 1812



Vorrede zur zweiten Auflage.

An diese neue Bearbeitung der Wissenschaft der Logik, wovon hiermit
der erste Band erscheint, bin ich wohl mit dem ganzen Bewutseyn
sowohl der Schwierigkeit des Gegenstandes fr sich und dann seiner
Darstellung, als der Unvollkommenheit, welche die Bearbeitung
desselben in der ersten Ausgabe an sich trgt, gegangen; so sehr ich
nach weiterer vieljhriger Beschftigung mit dieser Wissenschaft
bemht gewesen, dieser Unvollkommenheit abzuhelfen, so fhle ich noch
Ursache genug zu haben, die Nachsicht des Lesers in Anspruch zu
nehmen.  Ein Titel solchen Anspruchs aber zunchst darf wohl auf den
Umstand gegrndet werden, da sich fr den Inhalt vornehmlich nur
uerliches Material in der frheren Metaphysik und Logik vorgefunden
hat.  So allgemein und hufig dieselben, die letztere noch bis auf
unsere Zeiten fort, getrieben worden, so wenig hat solche Bearbeitung
die spekulative Seite betroffen; vielmehr ist im Ganzen dasselbe
Material wiederholt, abwechselnd bald bis zu trivialer
Oberflchlichkeit verdnnt, bald der alte Ballast umfangsreicher von
Neuem hervorgeholt und mitgeschleppt worden, so da durch solche,
hufig ganz nur mechanische Bemhungen dem philosophischen Gehalt
kein Gewinn zuwachsen konnte.  Das Reich des Gedankens philosophisch,
d.i. in seiner eigenen immanenten Thtigkeit, oder was dasselbe ist,
in seiner nothwendigen Entwickelung darzustellen, mute deswegen ein
neues Unternehmen seyn, und dabei von vorne angefangen werden; jenes
erworbene Material, die bekannten Denkformen, aber ist als eine
hchst wichtige Vorlage, ja eine nothwendige Bedingung, dankbar
anzuerkennende Voraussetzung anzusehen, wenn dieselbe auch nur hier
und da einen drren Faden, oder die leblosen Knochen eines Skeletts,
sogar in Unordnung untereinander geworfen, dargiebt.

Die Denkformen sind zunchst in der Sprache des Menschen
herausgesetzt und niedergelegt, es kann in unseren Tagen nicht oft
genug daran erinnert werden, da das, wodurch sich der Mensch vom
Thiere unterscheidet, das Denken ist.  In Alles, was ihm zu einem
Innerlichen, zur Vorstellung berhaupt, wird, was er zu dem Seinigen
macht, hat sich die Sprache eingedrngt, und was er zur Sprache macht
und in ihr uert, enthlt eingehllter, vermischter, oder
herausgearbeitet, eine Kategorie; so sehr natrlich ist ihm das
Logische, oder vielmehr dasselbige ist seine eigenthmliche Natur
selbst.  Stellt man aber die Natur berhaupt, als das Physikalische,
dem Geistigen gegenber, so mte man sagen, da das Logische
vielmehr das bernatrliche ist, welches sich in alles Naturverhalten
des Menschen, in sein Empfinden, Anschauen, Begehren, Bedrfni,
Trieb eindrngt und es dadurch berhaupt zu einem Menschlichen, wenn
auch nur formell, zu Vorstelllungen und Zwecken, macht.  Es ist der
Vortheil einer Sprache, wenn sie einen Reichthum an logischen
Ausdrcken, nmlich eigenthmlichen und abgesonderten, fr die
Denkbestimmungen selbst besitzt; von den Prpositionen, Artikeln,
gehren schon viele solchen Verhltnissen an, die auf dem Denken
beruhen; die chinesische Sprache soll es in ihrer Ausbildung gar
nicht oder nur drftig bis dahin gebracht haben; aber diese Partikeln
treten ganz dienend, nur etwas weniges abgelster, als die Augmente,
Flexionszeichen und dergl. auf.  Viel wichtiger ist es, da in einer
Sprache die Denkbestimmungen zu Substantiven und Verben
herausgestellt und so zur gegenstndlichen Form gestempelt sind; die
deutsche Sprache hat darin viele Vorzge vor den anderen modernen
Sprachen; sogar sind manche ihrer Wrter von der weiteren Eigenheit,
verschiedene Bedeutungen nicht nur, sondern entgegengesetzte zu haben,
so da darin selbst ein spekulativer Geist der Sprache nicht zu
verkennen ist; es kann dem Denken eine Freude gewhren, auf solche
Wrter zu stoen, und die Vereinigung Entgegengesetzter, welches
Resultat der Spekulation fr den Verstand aber widersinnig ist, auf
naive Weise schon lexikalisch als Ein Wort von den entgegengesetzten
Bedeutungen vorzufinden.  Die Philosophie bedarf daher berhaupt
keiner besonderen Terminologie; es sind wohl aus fremden Sprachen
einige Wrter aufzunehmen, welche jedoch durch den Gebrauch bereits
das Brgerrecht in ihr erhalten haben, ein affektirter Purismus wrde
da, wo es am entschiedensten auf die Sache ankommt, am wenigsten am
Platze seyn.--Das Fortschreiten der Bildung berhaupt und
insbesondere der Wissenschaften, selbst der empirischen und
sinnlichen; indem sie im Allgemeinen sich in den gewhnlichsten
Kategorien (z.B. eines Ganzen und der Theile, eines Dinges und seiner
Eigenschaften und dergleichen) bewegen, frdert nach und nach auch
hhere Denkverhltnisse zu Tage, oder hebt sie wenigstens zu grerer
Allgemeinheit und damit zu nherer Aufmerksamkeit hervor.  Wenn z.B.
in der Physik die Denkbestimmung der Kraft vorherrschend geworden ist,
so spielt in neuerer Zeit die Kategorie der Polaritt, die brigens
zu sehr... tort e... travers in Alles selbst in das Licht eingedrngt
wird, die bedeutendste Rolle,--die Bestimmung von einem Unterschiede,
in welchem die Unterschiedenen untrennbar verbunden sind;--da auf
solche Weise von der Form der Abstraktion, der Identitt, durch
welche eine Bestimmtheit z.B. als Kraft eine Selbststndigkeit erhlt,
fortgegangen, und die Form des Bestimmens, des Unterschiedes,
welcher zugleich als ein Untrennbares in der Identitt bleibt,
herausgehoben und eine gelufige Vorstellung geworden, ist von
unendlicher Wichtigkeit.  Die Naturbetrachtung bringt durch die
Realitt, in welcher ihre Gegenstnde sich festhalten, dieses
Zwingende mit sich, die Kategorien, die in ihr nicht lnger ignorirt
werden knnen, wenn auch mit der grten Inkonsequenz gegen andere,
die auch geltend gelassen werden, zu fixiren, und es nicht zu
gestatten, da, wie im Geistigen leichter geschieht, zu Abstraktionen
von dem Gegensatze und zur Allgemeinheit bergegangen wird.

Aber indem so die logischen Gegenstnde, wie deren Ausdrcke, etwa in
der Bildung Allbekanntes sind, so ist, wie ich anderwrts gesagt, was
bekannt ist, darum nicht erkannt, und es kann selbst die Ungeduld
erregen, sich noch mit Bekanntem beschftigen zu sollen, und was ist
bekannter, als eben die Denkbestimmungen, von denen wir allenthalben
Gebrauch machen, die uns in jedem Satze, den wir sprechen, zum Munde
herausgehen.  ber den Gang des Erkennens von diesem Bekannten aus,
ber das Verhltni des wissenschaftlichen Denkens zu diesem
natrlichen Denken, die allgemeinen Momente anzugeben soll dieses
Vorwort bestimmt seyn, so viel, zusammengenommen mit dem, was die
frhere Einleitung enthlt, wird hinreichend seyn, um eine allgemeine
Vorstellung, wie man eine solche von einer Wissenschaft zum voraus,
vor derselben, welche die Sache selbst ist, zu erhalten fordert, von
dem Sinne des logischen Erkennens zu geben.

Zunchst ist es als ein unendlicher Fortschritt anzusehen, da die
Formen des Denkens von dem Stoffe, in welchen sie im selbstbewuten
Anschauen, Vorstellen, wie in unserem Begehren und Wollen, oder
vielmehr auch in dem vorstellenden Begehren und Wollen (--und es ist
kein menschliches Begehren oder Wollen ohne Vorstellen--) versenkt
sind, befreit, diese Allgemeinheiten fr sich herausgehoben, und wie
Plato, dann aber Aristoteles vornehmlich gethan, zum Gegenstande der
Betrachtung fr sich gemacht worden; die giebt den Anfang des
Erkennens derselben.  "Erst nachdem beinahe alles Nothwendige", sagt
Aristoteles, "und was zur Bequemlichkeit und zum Verkehr des Lebens
gehrt, vorhanden war, hat man angefangen, sich um philosophische
Erkenntni zu bemhen." "In gypten," hatte er vorher bemerkt, "sind
die mathematischen Wissenschaften frh ausgebildet worden, weil
daselbst der Priesterstand frh in die Lage versetzt worden, Mue zu
haben."--In der That setzt das Bedrfni sich mit den reinen Gedanken
zu beschftigen einen weiten Gang voraus, den der Menschengeist
durchgemacht haben mu, es ist, kann man sagen, es ist das Bedrfni
des schon befriedigten Bedrfnisses der Nothwendigkeit der
Bedrfnilosigkeit, zu dem er gekommen seyn mu, der Abstraktion von
dem Stoffe des Anschauens, Einbildens u.s.f. der konkreten Interessen
des Begehrens, der Triebe, des Willens, in welchem Stoffe die
Denkbestimmungen eingehllt stecken.  In den stillen Rumen des zu
sich selbst gekommenen und nur in sich seyenden Denkens schweigen die
Interessen, welche das Leben der Vlker und der Individuen bewegen.
"Nach so vielen Seiten," sagt Aristoteles in demselben Zusammenhange,
"ist die Natur des Menschen abhngig, aber diese Wissenschaft, die
nicht zu einem Gebrauche gesucht wird, ist allein die an und fr sich
freie und sie scheint darum nicht ein menschlicher Besitz zu seyn.
"--Die Philosophie berhaupt hat es noch mit konkreten Gegenstnden,
Gott, Natur, Geist, in ihren Gedanken zu thun, aber die Logik
beschftigt sich ganz nur mit diesen fr sich in ihrer vollstndigen
Abstraktion.  Diese Logik pflegt darum dem Studium der Jugend
zunchst anheim zu fallen, als welche noch nicht in die Interessen
des konkreten Lebens eingetreten ist, in der Mue in Rcksicht
derselben lebt, und nur erst fr ihren subjektiven Zweck mit der
Erwerbung der Mittel und der Mglichkeiten, in den Objekten jener
Interessen thtig zu werden, sich und mit diesen selbst noch
theoretisch sich zu beschftigen hat.  Unter diese Mittel wird im
Widerspiele von der angefhrten Vorstellung des Aristoteles, die
logische Wissenschaft gerechnet, die Bemhung mit derselben ist eine
vorlufige Arbeit, ihr Ort die Schule, auf welche erst der Ernst des
Lebens und die Thtigkeit fr die wahrhaften Zwecke folgen soll.  Im
Leben geht es zum Gebrauch der Kategorien, sie werden von der Ehre,
fr sich betrachtet zu werden, dazu herabgesetzt, in dem geistigen
Betrieb lebendigen Inhalts in dem Erschaffen und Auswechseln der
darauf bezglichen Vorstellungen, zu dienen,--Theils als
Abbreviaturen durch ihre Allgemeinheit;--denn welche unendliche Menge
von Einzelnheiten des uerlichen Daseyns und der Thtigkeit fat die
Vorstellung.  Schlacht, Krieg, Volk, oder Meer, Thier u.s.f. in sich
zusammen;--wie ist in der Vorstellung: Gott oder Liebe u.s.f. in die
Einfachheit solchen Vorstellens eine unendliche Menge von
Vorstellungen, Thtigkeit, Zustnden u.s.f. epitomirt!--Theils zur
nheren Bestimmung und Findung der gegenstndlichen Verhltnisse,
wobei aber Gehalt und Zweck, die Richtigkeit und Wahrheit des sich
einmischenden Denkens ganz von dem Vorhandenen selbst abhngig
gemacht ist und den Denkbestimmungen fr sich keine Inhaltbestimmende
Wirksamkeit zugeschrieben wird.  Solcher Gebrauch der Kategorien, der
vorhin die natrliche Logik genannt worden ist, ist bewutlos, und
wenn ihnen in wissenschaftlicher Reflexion das Verhltni, als Mittel
zu dienen, im Geiste angewiesen wird, so wird das Denken berhaupt zu
etwas den anderen geistigen Bestimmungen Untergeordnetem gemacht.
Von unseren Empfindungen, Trieben, Interessen sagen wir nicht wohl,
da sie uns dienen, sondern sie gelten als selbststndige Krfte und
Mchte, so da wir die selbst sind, so zu empfinden, die zu
begehren und zu wollen, in die unser Interesse zu legen.  Aber
wieder kann es vielmehr unser Bewutseyn werden, da wir im Dienste
unserer Gefhle, Triebe, Leidenschaften, Interessen, ohnehin von
Gewohnheiten stehen, als da wir sie im Besitz haben, noch weniger,
da sie bei unser innigen Einheit mit ihnen uns als Mittel dienen.
Dergleichen Bestimmungen des Gemths und Geistes zeigen sich uns bald
als Besondere im Gegensatze gegen die Allgemeinheit, als die wir uns
bewut werden, in der wir unsere Freiheit haben, und halten dafr, in
diesen Besonderheiten vielmehr befangen zu seyn, von ihnen beherrscht
zu werden.  Sonach knnen wir dann viel weniger dafr halten, da die
Denkformen, die sich durch alle unserer Vorstellungen, diese seyen
blo theoretisch, oder enthalten einen Stoff, der der Empfindung, dem
Triebe, dem Willen angehrt, hindurch ziehen, uns dienen, da wir sie,
und sie nicht vielmehr uns im Besitz haben; was ist uns brig gegen
sie, wie sollen wir, ich mich als das Allgemeinere ber sie
hinausstellen, sie die selbst das Allgemeine als solches sind.  Wenn
wir uns in eine Empfindung, Zweck, Interesse legen, und uns darin
beschrnkt, unfrei fhlen, so ist der Ort, in den wir daraus heraus
und in die Freiheit zurck zu ziehen vermgen, dieser Ort der
Gewiheit seiner selbst, der reinen Abstraktion, des Denkens.  Oder
ebenso, wenn wir von den Dingen sprechen wollen, so nennen wir die
Natur oder das Wesen derselben ihren Begriff, und dieser ist nur fr
das Denken; von den Begriffen der Dinge aber werden wir noch viel
weniger sagen, da wir sie beherrschen oder da die Denkbestimmungen,
von denen sie der Komplex sind, uns dienen, im Gegentheil mu sich
unser Denken nach ihnen beschrnken und unsere Willkr oder Freiheit
soll sie nicht nach sich zurichten wollen.  Insofern also das
subjektive Denken unser eigenstes, innerlichstes Thun ist, und der
objektive Begriff der Dinge die Sache selbst ausmacht, so knnen wir
aus jenem Thun nicht heraus seyn, nicht ber demselben stehen, und
ebenso wenig knnen wir ber die Natur der Dinge hinaus.  Von der
letzteren Bestimmung jedoch knnen wir absehen; sie fllt mit der
ersteren insofern zusammen, da sie eine Beziehung unserer Gedanken
auf die Sache, aber nur etwas Leeres ergbe, weil die Sache damit als
Regel fr unsere Begriffe aufgestellt werden wrde, aber eben die
Sache fr uns nichts Anderes als unsere Begriffe von ihr seyn kann.
Wenn die kritische Philosophie das Verhltni dieser drei Terminorum
so versteht, da wir die Gedanken zwischen uns und zwischen die
Sachen als Mitte stellen in dem Sinne, da diese Mitte uns von den
Sachen vielmehr abschliet, statt uns mit denselben
zusammenzuschlieen, so ist dieser Ansicht die einfache Bemerkung
entgegenzusetzen, da eben diese Sachen, die jenseits unserer und
jenseits der sich auf sie beziehenden Gedanken auf dem anderen
Extreme stehen sollen, selbst Gedankendinge, und als ganz unbestimmte,
nur Ein Gedankending, (--das sogenannte Ding-an-sich) der leeren
Abstraktion selbst sind.

Doch die mag fr den Gesichtspunkt gengen, aus welchem das
Verhltni verschwindet, nach welchem die Denkbestimmungen nur als
zum Gebrauch und als Mittel genommen werden; wichtiger ist das weiter
damit Zusammenhngende, nach welchem sie als uere Formen gefat zu
werden pflegen.--Die uns alle Vorstellungen, Zwecke, Interessen und
Handlungen durchwirkende Thtigkeit des Denkens ist, wie gesagt,
bewutlos geschftig (die natrliche Logik); was unser Bewutseyn vor
sich hat, ist der Inhalt, die Gegenstnde der Vorstellungen, das,
womit das Interesse erfllt ist; die Denkbestimmungen gelten nach
diesem Verhltni als Formen, die nur an dem Gehalt, nicht der Gehalt
selbst seyen.  Wenn es aber an dem ist, was vorhin angegeben worden,
und was sonst im Allgemeinen zugestanden wird, da die Natur, das
eigenthmliche Wesen, das wahrhaft Bleibende und Substantielle bei
der Mannigfaltigkeit und Zuflligkeit des Erscheinens und der
Zuflligkeit des Erscheinens und der vorbergehenden uerung, der
Begriff der Sache, das in ihr selbst Allgemeine ist, wie jedes
menschliche Individuum zwar ein unendlich eigenthmliches, das Prius
aller seiner Eigenthmlichkeit darin Mensch zu seyn in sich hat, wie
jedes einzelne Thier, das Prius, Thier zu seyn: so wre nicht zu
sagen, was, wenn diese Grundlage aus dem mit noch so vielfachen
sonstigen Prdikaten Ausgersteten weggenommen wrde, ob sie gleich
wie die anderen ein Prdikat genannt werden kann, was so ein
Individuum noch seyn sollte.  Die unerlliche Grundlage, der Begriff,
das Allgemeine, das der Gedanke, insofern man nur von der
Vorstellung bei dem Worte: Gedanke, abstrahiren kann, selbst ist,
kann nicht nur als eine gleichgltige Form, die an einem Inhalte sey,
angesehen werden.  Aber diese Gedanken aller natrlichen und
geistigen Dinge, selbst der substantielle Inhalt, sind noch ein
socher, der vielfache Bestimmtheiten enthlt und noch den Unterschied
einer Seele und eines Leibes, des Begriffs und einer relativen
Realitt an ihm hat; die tiefere Grundlage ist die Seele fr sich,
der reine Begriff, der das Innerste der Gegenstnde, ihr einfacher
Lebenspuls, wie selbst des subjektiven Denkens derselben ist.  Diese
logische Natur, die den Geist beseelt, in ihm treibt und wirkt, zum
Bewutseyn zu bringen, die ist die Aufgabe.  Das instinktartige Thun
unterscheidet sich von dem intelligenten und freien Thun dadurch
berhaupt, da dieses mit Bewutseyn geschieht, indem der Inhalt des
Treibenden heraus aus der unmittelbaren Einheit mit dem Subjekte zur
Gegenstndlichkeit vor dieses gebracht ist, beginnt die Freiheit des
Geistes, der in dem instinktweisen Wirken des Denkens befangen in den
Banden seiner Kategorien in einen unendlich mannigfachen Stoff
zersplittert ist.  In diesem Netze schrzen sich hin und wieder
festere Knoten, welche die Anhalts- und Richtungspunkte seines Lebens
und Bewutseyns sind, sie verdanken ihre Festigkeit und Macht eben
dem, da sie vor das Bewutseyn gebracht an und fr sich seyenden
Begriffe seiner Wesenheit sind.  Der wichtigste Punkt fr die Natur
des Geistes ist das Verhltni nicht nur dessen, was er an sich ist,
zu dem was er wirklich ist, sondern dessen, als was er sich wei;
dieses Sichwissen ist darum, weil er wesentlich Bewutseyn,
Grundbestimmung seiner Wirklichkeit.  Diese Kategorien, die nur
instinktmig als Triebe wirksam sind, und zunchst vereinzelt, damit
vernderlich und sich verwirrend in das Bewutseyn des Geistes
gebracht, und ihm so eine vereinzelte und unsichere Wirklichkeit
gewhren, zu reinigen und ihn damit in ihnen zur Freiheit und
Wahrheit zu erheben, die ist also das hhere logische Geschft.

Was wir als Anfang der Wissenschaft, dessen hoher Werth fr sich und
zugleich als Bedingung der wahrhaften Erkenntni vorhin anerkannt
worden ist, angaben, die Begriffe und die Momente des Begriffs
berhaupt, die Denkbestimmungen zunchst als Formen, die von dem
Stoffe verschieden und nur an ihm seyen, zu behandeln, die giebt
sich sogleich an sich selbst als ein zur Wahrheit, die als Gegenstand
und Zweck der Logik angegeben wird, unangemessenes Verhalten kund.
Denn so als bloe Formen, als verschieden von dem Inhalte, werden sie
in einer Bestimmung stehend angenommen, die sie zu endlichen stempelt
und die Wahrheit, die in sich unendlich ist, zu fassen unfhig macht.
Mag das Wahre sonst, in welcher Rcksicht es sey, wieder mit
Beschrnkung und Endlichkeit vergesellschaftet seyn, die ist die
Seite seiner Negation, seiner Unwahrheit und Unwirklichkeit, eben
seines Endes, nicht der Affirmation, welche es als Wahres ist.  Gegen
die Kahlheit der blo formellen Kategorien hat der Instinkt der
gesunden Vernunft sich endlich so erstarkt gefhlt, da er ihre
Kenntni mit Verachtung dem Gebiete einer Schullogik und
Schulmetaphysik berlt, zugleich mit der Miachtung des Werthes,
den schon das Bewutseyn dieser Fden fr sich hat, und mit der
Bewutlosigkeit, in dem instinktartigen Thun natrlicher Logik, noch
mehr in dem reflektirten Verwerfen der Kenntni und Erkenntni der
Denkbestimmungen selbst, im Dienste des ungereinigten und damit
unfreien Denkens gefangen zu seyn.  Die einfache Grundbestimmung oder
gemeinschaftliche Formbestimmung der Sammlung solcher Formen ist die
Identitt, die als Gesetz, als A=A, als Satz des Widerspruchs in der
Logik dieser Sammlung behauptet wird.  Die gesunde Vernunft hat ihre
Ehrerbietung vor der Schule, die im Besitze solcher Gesetze der
Wahrheit und in der sie noch immer so fortgefhrt werden, so sehr
verloren, da sie dieselbe darob verlacht, und einen Menschen, der
nach solchen Gesetzen wahrhaft zu sprechen wei: die Pflanze ist
eine--Pflanze, die Wissenschaft ist--die Wissenschaft, und sofort
ins Unendliche, fr unertrglich hlt.  ber die Formeln auch,
welche die Regeln des Schlieens, das in der That ein Hauptgebrauch
des Verstandes ist, hat sich--so ungerecht es ist zu verkennen, da
sie ihr Feld in der Erkenntni haben, worin sie gelten mssen und
zugleich, da sie wesentliches Material fr das Denken der Vernunft
sind,--das ebenso gerechte Bewutsein festgesetzt, da sie
gleichgltige Mittel wenigstens ebenso sehr des Irrthums und der
Sophisterei sind, und wie man auch sonst die Wahrheit bestimmen mag,
fr die hhere, z.B. die religise Wahrheit unbrauchbar sind; da sie
berhaupt nur eine Richtigkeit der Erkenntnisse, nicht die Wahrheit
betreffen.

Die Unvollstndigkeit dieser Weise, das Denken zu betrachten, welche
die Wahrheit auf der Seite lt, ist allein dadurch zu ergnzen, da
nicht blo das, was zu ueren Form gerechnet zu werden pflegt,
sondern der Inhalt mit in die denkende Betrachtung gezogen wird.  Es
zeigt sich von selbst bald, da was in der nchsten gewhnlichsten
Reflexion als Inhalt von der Form geschieden wird, in der That nicht
formlos, nicht bestimmungslos in sich, seyn soll; so wre er nur das
Leere, etwa die Abstraktion des Dings-an-sich,--da er vielmehr Form
in ihm selbst, ja durch sie allein Beseelung und Gehalt hat und da
sie selbst es ist, die nur in den Schein eines Inhalts, so wie damit
auch in den Schein eines an diesem Scheine uerlichen, umschlgt.
Mit dieser Einfhrung des Inhalts in die logische Betrachtung, sind
es nicht die Dinge, sondern die Sache, der Begriff der Dinge, welcher
Gegenstand wird.

Hierbei kann man aber auch daran erinnert werden, da es eine Menge
Begriffe, eine Menge Sachen giebt.  Wodurch aber diese Menge
beschrnkt wird, ist Theils vorhin gesagt worden, da der Begriff als
Gedanke berhaupt, als Allgemeines, die unermeliche Abbreviatur
gegen die Einzelnheit der Dinge, wie sie ihre Menge dem unbestimmten
Anschauen und Vorstellen vorschweben, ist; Theils aber ist ein
Begriff sogleich erstens der Begriff an ihm selbst, und dieser ist
nur Einer, und ist die substantielle Grundlage; vor's Andere aber ist
er wohl ein bestimmter Begriff, welche Bestimmtheit an ihm das ist,
was als Inhalt erscheint, die Bestimmtheit des Begriffs aber ist eine
Formbestimmung dieser substantiellen Einheit, ein Moment der Form als
Totalitt, des Begriffes selbst, der die Grundlage der bestimmten
Begriffe ist.  Dieser wird nicht sinnlich angeschaut oder vorgestellt;
er ist nur Gegenstand, Produkt und Inhalt des Denkens, und die an
und fr sich seyende Sache, der Logos, die Vernunft dessen, was ist,
die Wahrheit dessen, was den Namen der Dinge fhrt; am wenigsten ist
es der Logos, was auerhalb der logischen Wissenschaft gelassen
werden soll.  Es mu darum nicht ein Belieben seyn, ihn in die
Wissenschaft herein zu ziehen oder ihn drauen zu lassen.  Wenn die
Denkbestimmungen, welche nur uerliche Formen sind, wahrhaft an
ihnen selbst betrachtet werden, kann nur ihre Endlichkeit und die
Unwahrheit ihres Fr-sich-seyn-sollens und als ihre Wahrheit, der
Begriff, hervorgehen.  Daher wird die logische Wissenschaft, indem
sie die Denkbestimmungen, die berhaupt unsern Geist instinktartig
und bewutlos durchziehen, und selbst indem sie in die Sprache
hereintreten, ungegenstndlich, unbeachtet bleiben, abhandelt, auch
die Rekonstruktion derjenigen seyn, welche durch die Reflexion
herausgehoben und von ihr als subjektive, an dem Stoff und Gehalt
uere Formen fixiert sind.

Die Darstellung keines Gegenstandes wre an und fr sich fhig, gar
streng ganz immanent plastisch zu seyn, als die der Entwickelung des
Denkens in seiner Nothwendigkeit; keiner fhrte so sehr diese
Forderung mit sich; seine Wissenschaft mte darin auch die
Mathematik bertreffen, denn kein Gegenstand hat in ihm selbst diese
Freiheit und Unabhngigkeit.  Solcher Vortrag erforderte, wie die in
seiner Art in dem Gange der mathematischen Konsequenz vorhanden ist,
da bei keiner Stufe der Entwickelung eine Denkbestimmung und
Reflexion vorkme, die nicht in dieser Stufe unmittelbar hervorgeht,
und aus den vorhergehenden in sie herbergekommen ist.  Allein auf
solche abstrakte Vollkommenheit der Darstellung mu freilich im
Allgemeinen Verzicht gethan werden; schon indem die Wissenschaft mit
dem rein Einfachen, hiermit dem Allgemeinsten und Leersten, anfangen
mu, liee der Vortrag nur eben diese selbst ganz einfachen Ausdrcke
des Einfachen ohne allen weiteren Zusatz irgend eines Wortes zu;--was
der Sache nach Statt finden drfte, wren negirende Reflexionen, die
das abzuhalten und zu entfernen sich bemhten, was sonst die
Vorstellung oder ein ungeregeltes Denken einmischen knnte.  Solche
Einflle in den einfachen immanenten Gang der Entwickelung sind
jedoch fr sich zufllig, und die Bemhung, sie abzuwehren, wird
somit selbst mit dieser Zuflligkeit behaftet; ohnehin ist es
vergeblich allen solchen Einfllen, eben weil sie auer der Sache
liegen, begegnen zu wollen, und wenigstens wre Unvollstndigkeit das,
was hierbei fr die systematische Befriedigung verlangt wrde.  Aber
die eigenthmliche Unruhe und Zerstreuung unseres modernen
Bewutseyns lt es nicht anders zu, als gleichfalls mehr oder
weniger auf nahe liegende Reflexionen und Einflle Rcksicht zu
nehmen, ein plastischer Vortrag erfordert dann auch einen plastischen
Sinn des Aufnehmens und Verstehens; aber solche plastische Jnglinge
und Mnner so ruhig mit der Selbstverlugnung eigener Reflexionen und
Einflle, womit das Selbstdenken sich zu erweisen ungeduldig ist, nur
der Sache folgende Zuhrer, wie sie Plato dichtet, wrden in einem
modernen Dialoge nicht aufgestellt werden knnen; noch weniger drfte
auf solche Leser gezhlt werden.  Im Gegentheil haben sich mir zu
hufig und zu heftig solche Gegner gezeigt, welche nicht die einfache
Reflexion machen mochten, da ihre Einflle und Einwrfe Kategorien
enthalten, welche Voraussetzungen sind und selbst erst der Kritik
bedrfen, ehe sie gebraucht werden.  Die Bewutlosigkeit hierber
geht unglaublich weit; sie macht das Grund-Miverstndni, das ble d.
h. ungebildete Benehmen, bei einer Kategorie, die betrachtet wird,
etwas Anderes zu denken und nicht diese Kategorie selbst.  Diese
Bewutlosigkeit ist um so weniger zu rechtfertigen, als solches
Anderes andere Denkbestimmungen und Begriffe sind, in einem Systeme
der Logik aber eben diese anderen Kategorien gleichfalls ihre Stelle
mssen gefunden haben, und daselbst fr sich der Betrachtung werden
unterworfen seyn.  Am auffallendsten ist die in der berwiegenden
Menge von Einwrfen und Angriffen, die auf die ersten Begriffe oder
Stze der Logik, das Seyn und Nichts und das Werden, als welches,
selbst eine einfache Bestimmung, wohl unbestritten,--die einfachste
Analyse zeigt die,--jene beiden Bestimmungen als Momente enthlt.
Die Grndlichkeit scheint zu erfordern, den Anfang, als den Grund,
worauf Alles gebaut sey, vor Allem aus zu untersuchen, ja nicht
weiter zu gehen, als bis er sich fest erwiesen hat, im Gegentheil
vielmehr, wenn die nicht der Fall ist, alles noch Folgende zu
verwerfen.  Diese Grndlichkeit hat zugleich den Vortheil, die grte
Erleichterung fr das Denkgeschft zu gewhren, sie hat die ganze
Entwickelung in diesen Keim eingeschlossen vor sich, und hlt sich
fr mit Allem fertig, wenn sie mit diesem fertig ist, der das
Leichteste zum Abthun ist, denn er ist das Einfachste, das Einfache
selbst; es ist die geringe Arbeit, die erforderlich ist, wodurch sich
diese so selbst zufriedene Grndlichkeit wesentlich empfiehlt.  Diese
Beschrnkung auf das Einfache lt der Willkr des Denkens, das fr
sich nicht einfach bleiben will, sondern seine Reflexionen darber
anbringt, freien Spielraum.  Mit dem guten Rechte, sich zuerst nur
mit dem Princip zu beschftigen, und damit sich auf das Weitere nicht
einzulassen, thut diese Grndlichkeit in ihrem Geschfte selbst das
Gegentheil hiervon, vielmehr das Weitere, d.i. andere Kategorien als
nur das Princip ist, andere Voraussetzungen und Vorurtheile
herbeizubringen.  Solche Voraussetzungen, da die Unendlichkeit
verschieden von der Endlichkeit, der Inhalt etwas Anderes als die
Form, das Innere ein Anderes als das uere, die Vermittelung ebenso
nicht die Unmittelbarkeit sey, als ob einer dergleichen nicht wte,
werden zugleich belehrungsweise vorgebracht und nicht sowohl bewiesen,
als erzhlt und versichert.  In solchem Belehren als Benehmen
liegt--man kann es nicht anders nennen,--eine Albernheit; der Sache
nach aber Theils das Unberechtigte, dergleichen nur vorauszusetzen
und geradezu anzunehmen, Theils aber noch mehr die Unwissenheit, da
es das Bedrfni und Geschft des logischen Denkens ist, eben die zu
untersuchen, ob denn so ein Endliches ohne Unendlichkeit etwas Wahres
ist, ebenso solche abstrakte Unendlichkeit, ferner ein formloser
Inhalt und eine inhaltlose Form, so ein Inneres fr sich, das keine
uerung hat, eine uerlichkeit ohne Innerlichkeit u.s.f.--etwas
Wahres, ebenso etwas Wirkliches ist.--Aber diese Bildung und Zucht
des Denkens, durch welche ein plastisches Verhalten desselben bewirkt
und die Ungeduld der einfallenden Reflexion berwunden wrde, wird
allein durch das Weitergehen, das Studium und die Produktion der
ganzen Entwickelung verschafft.

Bei der Erwhnung platonischer Darstellung kann, wer ein
selbststndiges Gebude philosophischer Wissenschaft in modernen
Zeiten neu aufzufhren arbeitet, an die Erzhlung erinnert werden,
da Plato seine Bcher ber den Staat sieben Mal umgearbeitet habe.
Die Erinnerung hieran, eine Vergleichung, insofern sie eine solche in
sich zu schlieen schiene, drfte nur um so mehr bis zu dem Wunsch
treiben, da fr ein Werk, das, als der modernen Welt angehrig, ein
tieferes Princip, einen schwereren Gegenstand und ein Material von
reicherm Umfang zur Bearbeitung vor sich hat, die freie Mue, es
sieben und siebenzig Mal durchzuarbeiten, gewhrt gewesen wre.  So
aber mute der Verfasser, indem er es im Angesicht der Gre der
Aufgabe betrachtet, sich mit dem begngen, was es hat werden mgen,
unter den Umstnden einer uerlichen Nothwendigkeit, der
unabwendbaren Zerstreuung durch die Gre und Vielseitigkeit der
Zeitinteressen, sogar unter dem Zweifel, ob der laute Lrm des Tages
und die betubende Geschwtzigkeit der Einbildung, die auf denselben
sich zu beschrnken eitel ist, noch Raum fr die Theilnahme an der
leidenschaftslosen Stille der nur denkenden Erkenntni offen lasse.

Berlin, den 7. November 1831.



Die subjektive Logik, oder: Die Lehre vom Begriff.

Dieser Theil der Logik, der die _Lehre vom Begriffe_ enthlt, und den
dritten Theil des Ganzen ausmacht, wird auch unter dem besondern
Titel: _System der subjektiven Logik_, zur Bequemlichkeit derjenigen
Freunde dieser Wissenschaft ausgegeben, die fr die hier
abgehandelten, in dem Umfange der gewhnlich so genannten Logik
befaten Materien ein greres Interesse zu haben gewhnt sind, als
fr die weitern logischen Gegenstnde, die in den beiden ersten
Theilen abgehandelt worden.--Fr diese frhern Theile konnte ich auf
die Nachsicht billiger Beurtheiler wegen der wenigen Vorarbeiten
Anspruch machen, die mir einen Anhalt, Materialien und einen Faden
des Fortgangs htten gewhren knnen.  Bei dem gegenwrtigen darf ich
diese Nachsicht vielmehr aus dem entgegengesetzten Grunde ansprechen;
indem sich fr die Logik des _Begriffs_ ein vllig fertiges und
festgewordenes, man kann sagen, verknchertes Material vorfindet, und
die Aufgabe darin besteht, dasselbe in Flssigkeit zu bringen, und
den lebendigen Begriff in solchem todten Stoffe wieder zu entznden;
wenn es seine Schwierigkeiten hat, in einem den Lande eine neue
Stadt zu erbauen, so findet sich zwar Material genug, aber desto mehr
Hindernisse anderer Art, wenn es darum zu thun ist, einer alten,
festgebauten, in fortwhrendem Besitz und Bewohnung erhaltenen Stadt
eine neue Anlage zu geben; man mu sich unter anderem auch
entschlieen, von vielem sonst Werthgeachtetem des Vorraths gar
keinen Gebrauch zu machen.-Vornehmlich aber darf die Gre des
Gegenstandes selbst zur Entschuldigung der unvollkommenen Ausfhrung
angefhrt werden.  Denn welcher Gegenstand ist erhabener fr die
Erkenntni, als die _Wahrheit_ selbst?--Der Zweifel aber, ob nicht
dieser Gegenstand es eben sey, der einer Entschuldigung bedrfe,
liegt nicht aus dem Wege, wenn man sich des Sinns erinnert, in
welchem _Pilatus_ die Frage: _was ist Wahrheit?_ sagte;--nach dem
Dichter:--mit der Miene des Hofmanns, die kurzsichtig, doch lchelnd
des Ernstes Sache verdammet.

Jene Frage schliet dann den Sinn, der als ein Moment der Hflichkeit
angesehen werden kann, und die Erinnerung daran in sich, da das Ziel,
die Wahrheit zu erkennen, etwas bekanntlich Aufgegebenes, lngst
Abgethanes, und die Unerreichbarkeit der Wahrheit auch unter
Philosophen und Logikern von Profession etwas Anerkanntes sey?--Wenn
aber die Frage der _Religion_ nach dem Werthe der Dinge, der
Einsichten und Handlungen, die dem Inhalte nach einen gleichen Sinn
hat, in unsern Zeiten ihr Recht sich wieder mehr vindicirt, so mu
wohl die Philosophie hoffen, da es auch nicht mehr so auffallend
gefunden werde, wenn sie wieder, zunchst in ihrem unmittelbaren
Felde, ihr wahrhaftes Ziel geltend macht, und nachdem sie in die Art
und Weise und in die Anspruchslosigkeit anderer Wissenschaften auf
Wahrheit herabgefallen, sich wieder zu demselben zu erheben strebt.
Wegen dieses Versuchs kann es eigentlich nicht erlaubt seyn, eine
Entschuldigung zu machen; aber wegen der Ausfhrung desselben darf
ich fr eine solche noch erwhnen, da meine Amtsverhltnisse und
andere persnliche Umstnde mir nur eine zerstreute Arbeit in einer
Wissenschaft gestatten, welche einer unzerstreuten und ungetheilten
Anstrengung bedarf und wrdig ist.

Nrnberg, den 21. Jul. 1816.
Vom Begriff im Allgemeinen.



_Was die Natur des Begriffes_ sey, kann so wenig unmittelbar
angegeben werden, als der Begriff irgend eines andern Gegenstandes
unmittelbar aufgestellt werden kann.  Es knnte etwa scheinen, da,
um den Begriff eines Gegenstandes anzugeben, das Logische
vorausgesetzt werde, und dieses somit nicht wieder etwas Anderes zu
seinem Voraus haben, noch ein Abgeleitetes seyn knne, wie in der
Geometrie logische Stze, wie sie in Anwendung auf die Gre
erscheinen und in dieser Wissenschaft gebraucht werden, in der Form
von _Axiomen, unabgeleiteten und unableitbaren_
Erkenntnibestimmungen vorangeschickt werden.  Ob nun wohl der
Begriff nicht nur als eine subjektive Voraussetzung, sondern als
_absolute Grundlage_ anzusehen ist, so kann er die doch nicht seyn,
als insofern er sich zur Grundlage _gemacht_ hat.  Das
abstrakt-Unmittelbare ist wohl ein _Erstes_; als die Abstrakte ist
es aber vielmehr ein Vermitteltes, von dem also, wenn es in seiner
Wahrheit gefat werden soll, seine Grundlage erst zu suchen ist.
Diese mu daher zwar ein Unmittelbares seyn, aber so, da es aus der
Aufhebung der Vermittelung sich zum Unmittelbaren gemacht hat.

_Der Begriff_ ist von dieser Seite zunchst berhaupt als _das
Dritte_ zum _Seyn_ und _Wesen_, zum _Unmittelbaren_ und zur
_Reflexion_ anzusehen.  Seyn und Wesen sind insofern die Momente
seines _Werdens_; er aber ist ihre _Grundlage_ und _Wahrheit_, als
die Identitt, in welcher sie untergegangen und enthalten sind.  Sie
sind in ihm, weil er ihr _Resultat_ ist, enthalten, aber nicht mehr
als _Seyn_ und als _Wesen_; diese Bestimmung haben sie nur, insofern
sie noch nicht in diese ihre Einheit zurckgegangen sind.

_Die objektive Logik_, welche das _Seyn_ und _Wesen_ betrachtet,
macht daher eigentlich die _genetische Exposition des Begriffes_ aus.
Nher ist die _Substanz_ schon das _reale Wesen_, oder das _Wesen_,
insofern es mit dem _Seyn_ vereinigt und in Wirklichkeit getreten ist.
Der Begriff hat daher die Substanz zu seiner unmittelbaren
Voraussetzung, sie ist das _an sich_, was er als _Manifestirtes_ ist.
Die _dialektische Bewegung der Substanz_ durch die Kausalitt und
Wechselwirkung hindurch ist daher die unmittelbare _Genesis_ des
_Begriffes_, durch welche sein _Werden_ dargestellt wird.  Aber sein
_Werden_ hat, wie das Werden berall, die Bedeutung, da es die
Reflexion des bergehenden in seinen _Grund_ ist, und da das
zunchst anscheinend _Andere_, in welches das Erstere bergangen,
dessen _Wahrheit_ ausmacht.  So ist der Begriff die _Wahrheit_ der
Substanz, und indem die bestimmte Verhltniweise der Substanz die
_Nothwendigkeit_ ist, zeigt sich die _Freiheit_ als die _Wahrheit der
Nothwendigkeit_, und als _die Verhltniweise des Begriffs_.

Die eigene, nothwendige Fortbestimmung der Substanz ist das _Setzen_
dessen, was _an und fr sich_ ist; der _Begriff_ nun ist diese
absolute Einheit des _Seyns_ und der _Reflexion_, da das _An- und
Frsichseyn_ erst dadurch ist, da es ebenso sehr _Reflexion_ oder
_Gesetzseyn_ ist, und da das _Geseztseyn_ das _An- und Frsichseyn_
ist.--Die abstrakte Resultat erlutert sich durch die Darstellung
seiner konkreten Genesis; sie enthlt die Natur des Begriffes; sie
mu aber dessen Abhandlung vorangegangen seyn.  Die Haupt-Momente
dieser Exposition (welche im zweiten Buch der objektiven Logik
ausfhrlich abgehandelt worden ist) sind daher hier krzlich zusammen
zu stellen:

Die Substanz ist das _Absolute_, das an- und fr-sichseyende
Wirkliche;--_an sich_ als einfache Identitt der Mglichkeit und
Wirklichkeit, absolutes, alle Wirklichkeit und Mglichkeit in _sich_
enthaltendes Wesen; _fr sich_, diese Identitt als absolute _Macht_
oder schlechthin sich auf sich beziehende _Negativitt_.--Die
Bewegung der Substantialitt, welche durch diese Momente gesetzt ist,
besteht darin,

1. Da die Substanz, als absolute Macht oder sich auf sich beziehende
_Negativitt_, sich zu einem Verhltnisse unterscheidet, worin jene
zunchst nur einfache Momente, als _Substanzen_, und als
ursprngliche _Voraussetzungen_ sind.--Das bestimmte Verhltni
derselben ist das einer _passiven_ Substanz,--der Ursprnglichkeit
des einfachen _An-sich-seyns_, welches machtlos sich nicht selbst
setzend, nur ursprngliches _Gesetztseyn_ ist;--und von _aktiver_
Substanz der _sich auf sich beziehenden_ Negativitt, welche als
solche sich als Anderes gesetzt hat, und _auf die_ Andere bezieht.
Die Andere ist eben die passive Substanz, welche sie sich in der
Ursprnglichkeit ihrer Macht als Bedingung _vorausgesetzt_ hat.--Die
Voraussetzen ist so zu fassen, da die Bewegung der Substanz selbst
zunchst unter der Form des einen Moments ihres Begriffs, des
_An-sich-seyns_ ist, da die Bestimmtheit der einen der im Verhltni
stehenden _Substanzen_ auch Bestimmtheit dieses _Verhltnisses_
selbst ist.

2. Das andere Moment ist das _Frsichseyn_, oder da die Macht _sich
als sich auf sich selbst_ beziehende Negativitt setzt, wodurch sie
das _Vorausgesetzte_ wieder aufhebt.--Die aktive Substanz ist die
_Ursache_; sie _wirkt_; das heit, sie ist nun das _Setzen_, wie sie
vorher das _Voraussetzen_ war, da a) der Macht auch der _Schein_ der
Macht, dem Gesetztseyn auch der _Schein_ des Gesetztseyns gegeben
wird.  Das, was in der Voraussetzung _Ursprngliches_ war, wird in
der Kausalitt _durch die Beziehung auf Anderes_ das, was es an sich
ist; die Ursache bringt eine Wirkung, und zwar an einer andern
Substanz hervor; sie ist nunmehr _Macht in Beziehung auf ein Anderes;
erscheint_ isofern als Ursache, aber ist es erst durch die
_Erscheinen_.--An die passive Substanz tritt die Wirkung, wodurch sie
als _Gesetztseyn_ nun auch erscheint, aber erst darin passive
Substanz ist.

3. Aber es ist noch mehr hierin vorhanden, als nur diese
_Erscheinung_; nmlich a).  Die Ursache wirkt auf die passive
Substanz; sie _verndert_ deren Bestimmung; aber diese ist das
Gesetztseyn, sonst ist nichts an ihr zu verndern; die andere
Bestimmung aber, die sie erhlt, ist die Ursachlichkeit; die passive
Substanz wird also zur Ursache, Macht und Thtigkeit. b) Es wird die
Wirkung an ihr _gesetzt_ von der Ursache; das aber von der Ursache
Gesetzte ist die im Wirken mit sich identische Ursache selbst; es ist
diese, welche sich an die Stelle der passiven Substanzen setzt.
--Ebenso in Ansehung der aktiven Substanz ist a) das Wirken das
bersetzen der Ursache in die Wirkung, in ihr _Anderes_, das
Gesetztseyn, und b) in der Wirkung zeigt sich die Ursache als das,
was sie ist, die Wirkung ist identisch mit der Ursache, nicht ein
Anderes; die Ursache zeigt also im Wirken das Gesetztseyn als das,
was sie wesentlich ist.--Nach beiden Seiten also des identischen
sowohl als des negativen _Beziehens der andern auf sie_, wird jede
das _Gegentheil_ ihrer selbst; die Gegentheil aber wird jede, da
die andere, also auch jede, _identisch mit sich selbst_ bleibt.--Aber
Beides, das identische und das negative Beziehen, ist ein und
dasselbe; die Substanz ist nur in ihrem Gegentheil identisch mit sich
selbst, und die macht die absolute Identitt der als zwei gesetzten
Substanzen aus.  Die aktive Substanz wird durch das Wirken, d. h.
indem sie sich als das Gegentheil ihrer selbst setzt, was zugleich
das Aufheben ihres _vorausgesetzten Anderseyns_, der passiven
Substanz, ist, als Ursache oder ursprngliche Substantialitt
manifestirt.  Umgekehrt wird durch das Einwirken das Gesetztseyn
_als_ Gesetztseyn, das Negative _als_ Negatives, somit die passive
Substanz als _sich auf sich beziehende_ Negativitt, manifestirt; und
die Ursache geht in diesem Andern ihrer selbst schlechthin nur mit
sich zusammen.  Durch die Setzten wird also die _vorausgesetzte_
oder _an sich seyende_ Ursprnglichkeit _fr sich_; aber die An- und
Fr-sichseyn ist nur dadurch, da die Setzen ebenso sehr ein
_Aufheben_ des Vorausgesetzten ist, oder die absolute Substanz nur
_aus_ und _in ihrem Gesetztseyn_ zu sich selbst zurckgekommen, und
dadurch absolut ist.  Diese Wechselwirkung ist hiermit die sich
wieder aufhebende Erscheinung; die Offenbarung des _Scheins_ der
Kausalitt, worin die Ursache _als_ Ursache ist, _da er Schein ist_.
Diese unendliche Reflexion in sich selbst, da das An- und
Frsichseyn erst dadurch ist, da es Gesetztseyn ist, ist die
_Vollendung der Substanz_.  Aber diese Vollendung ist nicht mehr die
_Substanz_ selbst, sondern ist ein Hheres, der _Begriff_ das
_Subjekt_.  Der bergang des Substantialitts-Verhltnisses
geschieht durch seine eigene immanente Nothwendigkeit, und ist weiter
nichts, als die Manifestation ihrer selbst, da der Begriff ihre
Wahrheit, und die Freiheit die Wahrheit der Nothwendigkeit ist.

Es ist schon frher im zweiten Buch der objektiven Logik S. 194 f.
Anm. erinnert worden, da die Philosophie, welche sich auf den
Standpunkt der _Substanz_ stellt und darauf stehen bleibt, das
_System des Spinoza_ ist.  Es ist daselbst zugleich der _Mangel_
dieses Systems sowohl der Form als Materie nach aufgezeigt worden.
Ein Anderes aber ist die _Widerlegung_ desselben.  In Rcksicht auf
die Widerlegung eines philosphischen Systems ist anderwrts
gleichfalls die allgemeine Bemerkung gemacht worden, da daraus die
schiefe Vorstellung zu verbannen ist, als ob das System als durchaus
_falsch_ dargestellt werden solle, und als ob das _wahre_ System
dagegen dem falschen _nur entgegengesetzt_ sey.  Aus dem
Zusammenhange, in welchem hier das spinozistische System vorkommt,
geht von selbst der wahre Standpunkt desselben und der Frage, ob es
wahr oder falsch sey, hervor.  Das Substantialitts-Verhltni
erzeugte sich durch die Natur des _Wesens_; die Verhltni, so wie
seine zu einem Ganzen erweiterte Darstellung in einem Systeme ist
daher ein _nothwendiger Standpunkt_, auf welchen das Absolute sich
stellt.  Ein solcher Standpunkt ist daher nicht als eine Meinung,
eine subjektive, beliebige Vorstellungs- und Denkweise eines
Individuums, als eine Verirrung der Spekulation, anzusehen; diese
findet sich vielmehr auf ihrem Wege nothwendig darauf versetzt, und
insofern ist das System vollkommen wahr.--Aber es _ist nicht der
hchste Standpunkt_.  Allein insofern kann das System nicht als
_falsch_, als der _Widerlegung_ bedrftig und fhig angesehen werden;
sondern nur die daran ist als das _Falsche_ zu betrachten, da es
der hchste Standpunkt sey.  Das _wahre_ System kann daher auch nicht
das Verhltni zu ihm haben, ihm nur _entgegengesetzt_ zu seyn; denn
so wre die Entgegengesetzte selbst ein Einseitiges.  Vielmehr als
das Hhere mu es das Untergeordnete in sich enthalten.

Ferner mu die Widerlegung nicht von Auen kommen, d. h. nicht von
Annahmen ausgehen, welche auer jenem System liegen, denen es nicht
enspricht.  Es braucht jene Annahmen nur nicht anzuerkennen; der
_Mangel_ ist nur fr den ein Mangel, welcher von den auf sie
gegrndeten Bedrfnissen und Forderungen ausgeht.  Insofern ist
gesagt worden, da wer die Freiheit und Selbststndigkeit des
selbstbewuten Subjekts nicht fr sich als entschieden voraussetze,
fr den knne keine Widerlegung des Spinozismus Statt finden.
Ohnehin ignorirt ein so hoher, und in sich schon so _reicher_
Standpunkt, als das Substantialitts-Verhltni, jene Annahmen nicht,
sondern enthlt sie auch; eins der Attribute der spinozistischen
Substanz ist das _Denken_.  Er versteht vielmehr die Bestimmungen,
unter welchen diese Annahmen ihm widerstreiten, aufzulsen und in
sich zu ziehen, so da sie _in demselben_, aber in den ihm
angemessenen Modifikationen, erscheinen.  Der Nerv des uerlichen
Widerlegens beruht dann allein darauf, die entgegengesetzten Formen
jener Annahmen, z.B. das absolute Selbstbestehen des denkenden
Individuums gegen die Form des Denkens, wie es in der absoluten
Substanz mit der Ausdehnung identisch gesetzt wird, seiner Seits
steif und fest zu halten.  Die wahrhafte Widerlegung mu in die Kraft
des Gegners eingehen und sich in den Umkreis seiner Strke stellen;
ihn auerhalb seiner selbst angreifen und da Recht zu behalten, wo er
nicht ist, frdert die Sache nicht.  Die einzige Widerlegung des
Spinozismus kann daher nur darin bestehen, da sein Standpunkt zuerst
als wesentlich und nothwendig anerkannt werde, da aber zweitens
dieser Standpunkt _aus sich selbst_ auf den hhern gehoben werde.
Das Substantialitts-Verhltni, ganz nur _an und fr sich selbst_
betrachtet, fhrt sich zu seinem Gegentheil, dem _Begriffe_, ber.
Die im letzten Buch enthaltene Exposition der Substanz, welche zum
_Begriffe_ berfhrt, ist daher die einzige und wahrhafte Widerlegung
des Spionzismus.  Sie ist die _Enthllung_ der Substanz, und diese
ist die _Genesis des Begriffs_, deren Haupt-Momente oben
zusammengestellt worden.--Die _Einheit_ der Substanz ist ihr
Verhltni der _Nothwendigkeit_; aber so ist sie nur _innere
Nothwendigkeit_; indem sie durch das Moment der absoluten Negativitt
_sich setzt_, wird sie _manifestirte_ oder _gesetzte Identitt_, und
damit die _Freiheit_, welche die Identitt des Begriffs ist.  Dieser,
die aus der Wechselwirkung resultirende Totalitt, ist die Einheit
der _beiden Substanzen_ der Wechselwirkung, so da sie aber nunmehr
der Freiheit angehren, indem sie nicht mehr ihre Identitt als ein
Blindes, das heit _Innerliches_, sondern da sie wesentlich die
Bestimmung haben, als _Schein_ oder Reflexions-Momente zu seyn,
wodurch jede mit ihrem Andern oder ihrem Gesetztseyn ebenso
unmittelbar zusammengegangen und jede ihr Gesetztseyn _in sich_
selbst enthlt, somit in ihrem Andern schlechthin nur als identisch
mit sich gesetzt ist.

Im _Begriffe_ hat sich daher das Reich der _Freiheit_ erffnet.  Er
ist das freie, weil die _an und fr sich seyende Identitt_, welche
die Nothwendigkeit der Substanz ausmacht, zugleich als aufgehoben,
oder als _Gesetztseyn_ ist, und die Gesetztseyn, als sich auf sich
selbst beziehend, eben jene Identit ist.  Die Dunkelheit der im
Kausal-Verhltnisse stehenden Substanzen fr einander ist
verschwunden, denn die Ursprnglichkeit ihres Selbstbestehens ist in
Gesetztseyn bergegangen, und dadurch zur sich selbst durchsichtigen
_Klarheit_ geworden; die _ursprngliche_ Sache ist die indem sie nur
die _Ursache ihrer selbst_ ist, und die ist die _zum Begriffe
befreite Substanz_.

Es ergiebt sich hieraus fr den Begriff sogleich folgende nhere
Bestimmung.  Weil das An- und Frsichseyn unmittelbar als
_Gesetztseyn_ ist, ist der Begriff in seiner einfachen Beziehung auf
sich selbst absolute _Bestimmtheit_; aber welche ebenso als sich nur
auf sich beziehend unmittelbar einfache Identitt ist.  Aber diese
_Beziehung_ der Bestimmtheit _auf sich selbst_, als das
_Zusammengehen_ derselben mit sich, ist ebenso sehr die _Negation_
der _Bestimmtheit_, und der Begriff ist als diese Gleichheit mit sich
selbst das _Allgemeine_.  Aber diese Identitt hat so sehr die
Bestimmung der Negativitt; sie ist die Negation oder Bestimmtheit,
welche sich auf sich bezieht, so ist der Begriff _Einzelnes_.  Jedes
von ihnen ist die Totalitt, jedes enthlt die Bestimmung des Andern
in sich, und darum sind diese Totalitten ebenso schlechthin nur
_Eine_, als diese Einheit die Diremition ihre selbst in den freien
Schein dieser Zweiheit ist;--einer Zweiheit, welche in dem
Unterschied des _Einzelnen_ und _Allgemeinen_ als vollkommener
Gegensatz erscheint, der aber so sehr _Schein_ ist, da, indem das
eine begriffen und ausgesprochen wird, darin das Andere unmittelbar
begriffen und ausgesprochen ist.

Das so eben Vorgetragene ist als der _Begriff des Begriffes_ zu
betrachten.  Wenn derselbe von demjenigen abzuweichen scheinen kann,
was man sonst unter Begriff verstehe, so knnte verlangt werden, da
aufgezeigt wrde, wie dasselbe, was hier als der Begriff sich ergeben
hat, in anderen Vorstellungen oder Erklrungen enthalten sey.  Einer
Seits kann es jedoch nicht um eine durch die _Autoritt_ des
gewhnlichen Verstehens begrndete Besttigung zu thun seyn; in der
Wissenschaft des Begriffes kann dessen Inhalt und Bestimmung allein
durch die _immanenten Deduktion_ bewhrt werden, welche seine Genesis
enthlt, und welche bereits hinter uns liegt.  Auf der andern Seite
mu wohl an sich in demjenigen, was sonst als der Begriff des
Begriffs vorgelegt wird, der hier deducirte zu erkennen seyn.  Aber
es ist nicht so leicht, das aufzufinden, was andere von der Natur des
Begriffes gesagt haben.  Denn meistens befassen sie sich mit dieser
Aufsuchung gar nicht, und setzen voraus, da jeder es schon von
selbst verstehe, wenn man von dem Begriffe spreche.  Neuerlich konnte
man sich der Bemhung mit dem Begriffe um so mehr berhoben glauben,
da, wie es eine Zeit lang Ton war, der Einbildungskraft, dann dem
Gedchtnisse alles mgliche Schlimme nachzusagen, es in der
Philosophie seit geraumer Zeit zur Gewohnheit geworden, und zum Theil
noch gegenwrtig ist, auf den _Begriff_ alle ble Nachrede zu hufen,
ihn, der das Hchste des Denkens ist, verchtlich zu machen und
dagegen fr den hchsten, sowohl scientifischen als moralischen,
Gipfel das _Unbegreifliche_ und das _Nichtbegreifen_ anzusehen.

Ich beschrnke mich hier auf eine Bemerkung, die fr das Auffassen
der hier entwickelten Begriffe dienen kann, und es erleichtern mag,
sich darein zu finden.  Der Begriff, insofern er zu einer solchen
_Existenz_ gediehen ist, welche selbst frei ist, ist nichts Anderes
als _Ich_ oder das reine Selbstbewutseyn.  Ich _habe_ wohl Begriffe,
das heit, bestimmt Begriffe; aber _Ich_ ist der reine Begriff selbst,
der als Begriff zum _Daseyn_ gekommen ist.  Wenn man daher an die
Grundbestimmungen, welche die Natur des Ich ausmachen, erinnert, so
darf man voraussetzen, da an etwas Bekanntes, d. i. der Vorstellung
Gelufiges, erinnert wird. _Ich_ aber ist diese _erstlich_ reine sich
auf sich beziehende Einheit, und die nicht unmittelbar, sondern
indem es von aller Bestimmtheit und Inhalt abstrahirt, und in die
Freiheit der schrankenlosen Gleichheit mit sich selbst zurckgeht.
So ist es _Allgemeinheit_; Einheit, welche nur durch jenes _negative_
Verhalten, welches als das Abstrahiren erscheint, Einheit mit sich
ist, und dadurch alles Bestimmtseyn in sich aufgelst enthlt.
_Zweitens_ ist Ich ebenso unmittelbar als die sich auf sich selbst
beziehende Negativitt, _Einzelnheit absolutes Bestimmtseyn_, welches
sich Anderem gegenberstellt, und es ausschliet; _individuelle
Persnlichkeit_.  Jene absolute _Allgemeinheit_, die ebenso
unmittelbar absolute _Vereinzelung_ ist, und ein An- und Frsichseyn,
welches schlechthin Gesetztseyn und nur die _An- und Frsichseyn_
durch die Einheit mit dem _Gesetztseyn_ ist, macht ebenso die Natur
des _Ich_, als des _Begriffes_ aus; von dem einen und dem Andern ist
nichts zu begreifen, wenn nicht die angegebenen beiden Momente
zugleich in ihrer Abstraktion und zugleich in ihrer vollkommenen
Einheit aufgefat werden.  Wenn nach der gewhnlichen Weise von dem
_Verstande_, den _Ich habe_, gesprochen wird, so versteht man
darunter ein _Vermgen_ oder _Eigenschaft_, die in dem Verhltnisse
zu Ich stehe, wie die Eigenschaft des Dings zum _Dinge_ selbst,
--einem unbestimmten Substrate, welches nicht der wahrhafte Grund und
das Bestimmende seiner Eigenschaft sey.  Nach dieser Vorstellung
_habe_ Ich Begriffe und den Begriff, wie ich auch einen Rock, Farbe
und andere uerliche Eigenschaften habe.

--_Kant_ ist ber diese uerliche Verhltni des Verstandes als des
Vermgens der Begriffe, und der Begriffe selbst, zum Ich,
hinausgegangen.  Es gehrt zu den tiefsten und richtigsten Einsichten,
die sich in der Kritik der Vernunft finden, da die _Einheit_, die
das _Wesen des Begriffs_ ausmacht, als die
_ursprnglich-synthetische_ Einheit _der Apperception_, als Einheit
des: _Ich denke_, oder des Selbstbewutseyns erkannt wird.--Dieser
Satz macht die sogenannte _transcendentale_ Deduktion der Kategorie
aus; sie hat aber von jeher fr eines der schwersten Stcke der
kantischen Philosophie gegolten,--wohl aus keinem andern Grunde, als
weil sie fordert, da ber die bloe _Vorstellung_ des Verhltnisses,
in welchem _Ich und der Verstand_ oder der die _Begriffe_ zu einem
Ding und seinen Eigenschaften oder Accidenzen stehen, zum _Gedanken_
hinausgegangen werden soll.--_Objekt_, sagt Kant, Kritik der r.  V. S.
137, 2. Ausg., ist das, in dessen _Begriff_ das _Mannigfaltige_
einer gegebenen Anschauung _vereinigt_ ist.  Alle Vereinigung der
Vorstellungen erfordert aber _Einheit des Bewutseyns_ in der
_Synthesis_ derselben.  Folglich ist diese _Einheit des Bewutseyns_
dasjenige, was allein die Beziehung der Vorstellungen auf einen
Gegenstand, mithin ihre _objektive Gltigkeit_, ausmacht, und worauf
selbst _die Mglichkeit des Verstandes_ beruht.  Kant unterscheidet
die _subjektive Einheit_ des Bewutseyns hiervon, die Einheit der
Vorstellung, ob ich mir eines Mannigfaltigen als _zugleich_ oder nach
einander bewut bin, was von empirischen Bedingungen abhnge.  Die
Principien dagegen der _objektiven_ Bestimmung der Vorstellungen
seyen allein aus dem Grundsatze der _transcendentalen Einheit der
Apperception_ abzuleiten.  Durch die Kategorien, welche diese
objektiven Bestimmungen sind, werde das Mannigfaltige gegebener
Vorstellungen so bestimmt, da es zur _Einheit des Bewutseyns_
gebracht werde.--Nach dieser Darstellung ist die Einheit des Begriffs
dasjenige, wodurch etwas nicht bloe _Gefhlsbestimmung, Anschauung_
oder auch bloe _Vorstellung_, sondern _Objekt_ ist, welche objektive
Einheit, die Einheit des Ich mit sich selbst ist.--_Das Begreifen_
eines Gegenstandes besteht in der That in nichts Anderem, als da Ich
denselben sich zu _eigen_ macht, ihn durchdringt, und ihn in _seine
eigene Form,_ d. i. in die _Allgemeinheit_, welche unmittelbar
_Bestimmtheit_, oder Bestimmtheit, welche unmittelbar Allgemeinheit
ist, bringt.  Der Gegenstand in der Anschauung oder auch in der
Vorstellung ist noch ein _uerliches, Fremdes_.  Durch das
Begreifen wird das _An- und Frsichseyn_, das er im Anschauen und
Vorstellen hat, in ein _Gesetztseyn_ verwandelt; Ich durchdringt ihn
_denkend_.  Wie er aber im Denken ist, so ist er erst _an und fr
sich_; wie er in der Anschauung oder Vorstellung ist, ist er
_Erscheinung_; das Denken hebt seine _Unmittelbarkeit_, mit der er
zunchst vor uns kommt, auf, und macht so ein _Gesetztseyn_ aus ihm;
die sein _Gesetztseyn_ aber ist _sein An- und Frsichseyn_, oder
seine _Objektivitt_.  Diese Objektivitt hat der Gegenstand somit im
_Begriffe_, und dieser ist die _Einheit des Selbstbewutseyns_, in
die er aufgenommen worden; seine Objektivitt oder der Begriff ist
daher selbst nichts Anderes, als die Natur des Selbstbewutseyns; hat
keine andere Momente oder Bestimmungen, als das Ich selbst.

Hiernach rechtfertigt es sich durch einen Hauptsatz der kantischen
Philosophie, da, um das zu erkennen, was der _Begriff_ sey, an die
Natur des Ich erinnert wird.  Umgekehrt aber ist hierzu nothwendig,
den _Begriff_ des Ich aufgefat zu haben, wie er vorhin angefhrt
worden.  Wenn bei der bloen _Vorstellung_ des Ich stehen geblieben
wird, wie sie unserem gewhnlichen Bewutseyn vorgeschwebt, so ist
Ich nur das einfache _Ding_, welches auch _Seele_ genannt wird, dem
der Begriff als ein Besitz oder Eigenschaft _inhrirt_.  Diese
Vorstellung, welche sich nicht damit einlt, weder Ich noch den
Begriff zu begreifen, kann nicht dazu dienen, das Begreifen des
Begriffs zu erleichtern oder nher zu bringen.

Die angefhrte kantische Darstellung enthlt noch zwei Seiten, die
den Begriff betreffen, und einige weitere Bemerkungen nothwendig
machen.  Vor's Erste sind der _Stufe_ des _Verstandes_ die _Stufen
des Gefhls und der Anschauung_ vorausgeschickt; und es ist ein
wesentlicher Satz der kantischen Transcendentalphilosophie, da die
_Begriffe ohne Anschauung leer_ sind, und allein als _Beziehung_ des
durch die Anschauung gegebenen _Mannigfaltigen_ Gltigkeit haben.
Zweitens ist der Begriff als das _Objektive_ der Erkenntni angegeben
worden, somit als die _Wahrheit_.  Aber auf der andern Seite wird
derselbe als etwas _blo Subjektives_ genommen, aus dem sich die
_Realitt_, unter welcher, da sie der Subjektivitt gegenbergestellt
wird, die Objektivitt zu verstehen ist, nicht _herausklauben_ lasse;
und berhaupt wird der Begriff und das Logische fr etwas nur
_Formelles_ erklrt, das, weil es von dem Inhalt abstrahire, die
Wahrheit nicht enthalte.

Was nun erstens _jenes Verhltni des Verstandes oder Begriffs zu den
ihm vorausgesetzten Stufen_ betrifft, so kommt es darauf an, welches
die Wissenschaft ist, die abgehandelt wird, um die Form jener Stufen
zu bestimmen.  In unserer Wissenschaft, als der reinen _Logik_, sind
diese Stufen _Seyn_ und _Wesen_.  In der _Psychologie_ sind es das
_Gefhl_ und die _Anschauung_, und dann die _Vorstellung_ berhaupt,
welche dem Verstande vorausgeschickt werden.  In der _Phnomenologie_
des Geistes, als der Lehre vom Bewutseyn, wurde durch die Stufen des
_sinnlichen Bewutseyns_ und dann des _Wahrnehmens_ zum Verstande
aufgestiegen.  Kant schickt ihm nur Gefhl und Anschauung voraus.
Wie _unvollstndig_ zunchst diese Stufenleiter ist, giebt er schon
selbst dadurch zu erkennen, da er als _Anhang_ zu der
transcendentalen Logik oder Verstandeslehre noch eine _Abhandlung_
ber die _Reflexions-Begriffe_ hinzufgt;--eine Sphre, welche
zwischen der _Anschauung_ und dem _Verstande_, oder dem _Seyn_ und
_Begriffe_ liegt.  ber die Sache selbst ist _vor's Erste_ zu
bemerken, da jene Gestalten von _Anschauung, Vorstellung_ und
dergleichen dem _selbstbewuten Geiste_ angehren, der als solcher
nicht in der logischen Wissenschaft betrachtet wird.  Die reinen
Bestimmungen von Seyn, Wesen und Begriff machen zwar auch die
Grundlage und das innere einfache Gerste der Formen des Geistes aus;
der Geist als _anschauend_, ebenso als _sinnliches Bewutseyn_, ist
in der Bestimmtheit des unmittelbaren Seyns, so wie der Geist als
_vorstellend_, wie auch als _wahrnehmendes_ Bewutseyn sich vom Seyn
auf die Stufe des Wesens oder der Reflexion erhoben hat.  Allein
diese konkreten Gestalten gehen die logische Wissenschaft so wenig an,
als die konkreten Formen, welche die logischen Bestimmungen in der
Natur annehmen, und welche _Raum und Zeit_, alsdann der sich
erfllende Raum und Zeit, als _unorganische Natur_, und die
_organische Natur_ seyn wrde.  Ebenso ist hier auch der Begriff,
nicht als Aktus des selbstbewuten Verstandes, nicht der _subjektive
Verstand_ zu betrachten, sondern der Begriff an und fr sich, welcher
ebenso wohl eine _Stufe_ der _Natur_, als des _Geistes_ ausmacht.
Das Leben oder die organische Natur ist diese Stufe der Natur, auf
welcher der Begriff hervortritt; aber als blinder, sich selbst nicht
fassender, d. h. nicht denkender Begriff; als solcher kommt er nur
dem Geiste zu.  Von jener ungeistigen aber sowohl, als von dieser
geistigen Gestalt des Begriffes ist seine logische Form unabhngig,
es ist hierber schon in der _Einleitung_ die nthige Vorerinnerung
gemacht worden; es ist die eine Bedeutung, welche nicht erst
innerhalb der _Logik_ zu rechtfertigen ist, sondern mit der man _vor_
derselben im Reinen seyn mu.  Wie nun aber auch die Formen gestaltet
seyn mchten, welche dem Begriffe vorangehen, so kommt es _zweitens_
auf das _Verhltni_ an, in welchem der _Begriff_ zu _denselben
gedacht_ wird.  Die Verhltni wird sowohl in der gewhnlichen
psychologischen Vorstellung, als auch in der kantischen
Transcendentalphilosophie so angenommen, da der empirische _Stoff_,
das Mannigfaltige der Anschauung und Vorstellung zuerst _fr sich da_
ist, und da dann der Verstand dazu _hintrete, Einheit_ in denselben
bringe, und ihn durch _Abstraktion_ in die Form der _Allgemeinheit_
erhebe.  Der Verstand ist auf diese Weise eine fr sich leere _Form_,
welche Theils nur durch jenen _gegebenen_ Inhalt Realitt erhlt,
Theils von ihm _abstrahirt_, nmlich ihn als etwas, aber nur fr den
Begriff Unbrauchbares _weglt_.  Der Begriff ist in dem einen und
dem andern Thun nicht das Unabhngige, nicht das Wesentliche und
Wahre jenes vorausgehenden Stoffes, welches vielmehr die Realitt an
und fr sich ist, die sich aus dem Begriffe nicht herausklauben lt.

Es mu nun allerdings zugegeben werden, da der _Begriff als solcher_
noch nicht vollstndig ist, sondern in die _Idee_ sich erheben mu,
welche erst die Einheit des Begriffs und der Realitt ist; wie _sich_
in dem Verfolge durch die Natur des Begriffes _selbst ergeben_ mu.
Denn die Realitt, die er sich giebt, darf nicht als ein uerliches
aufgenommen, sondern mu nach wissenschaftlicher Forderung aus ihm
selbst abgeleitet werden.  Aber es ist wahrhaftig nicht jener durch
die Anschauung und die Vorstellung gegebene Stoff, welcher gegen den
Begriff als das _Reale_ geltend gemacht werden darf. _"Es ist nur ein
Begriff"_, pflegt man zu sagen, indem man nicht nur die Idee, sondern
das sinnliche, rumliche und zeitliche handgreifliche Daseyn als
etwas gegenberstellt, das vortrefflicher sey, als der Begriff.  Das
_Abstrakte_ hlt man dann darum fr geringer, als das Konkrete, weil
aus jenem so viel dergleichen Stoff weggelassen worden sey.  Das
Abstrahiren hat in dieser Meinung die Bedeutung, da aus dem
Konkreten nur zu _unserem subjektiven Behuf ein_ oder _das andere
Merkmal_ so herausgenommen werden, da mit dem Weglassen so vieler
anderer _Eigenschaften_ und _Beschaffenheiten_ des Gegenstandes
denselben an ihrem _Werthe_ und ihrer _Wrde_ nichts benommen seyn
solle; sondern sie als das _Reelle_, nur auf der andern Seite drben,
noch immer als vllig Geltendes gelassen werden; so da es nur das
_Unvermgen_ des Verstandes sey, solchen Reichthum nicht aufzunehmen,
und sich mit der drftigen Abstraktion begngen zu mssen.  Wenn nun
der gegebene Stoff der Anschauung und das Mannigfaltige der
Vorstellung als das Reelle gegen das Gedachte und den Begriff
genommen wird, so ist die eine Ansicht, welche abgelegt zu haben
nicht nur Bedingung des Philosophirens ist, sondern schon von der
Religion vorausgesetzt wird; wie ist ein Bedrfni und der Sinn
derselben mglich, wenn die flchtige und oberflchliche Erscheinung
des Sinnlichen und Einzelnen noch fr das Wahre gehalten wird?  Die
Philosophie aber giebt die _begriffene_ Einsicht, was es mit der
Realitt des sinnlichen Seyns fr eine Bewandni habe, und schickt
jene Stufen des Gefhls und der Anschauung, des sinnlichen
Bewutseyns u. s. f. insofern dem Verstande voraus, als sie in dessen
Werden seine Bedingungen, aber nur so sind, da der Begriff _aus
ihrer Dialektik_ und _Richtigkeit_ als ihr _Grund_ hervorgeht, nicht
aber, da er durch ihre _Realitt_ bedingt wre.  Das abstrahirende
Denken ist daher nicht als bloes Auf-die-Seite-stellen des
sinnlichen Stoffes zu betrachten, welcher dadurch in seiner Realitt
keinen Eintrag leide, sondern es ist vielmehr das Aufheben und die
Reduktion desselben als bloer _Erscheinung_ auf das _Wesentliche_,
welches nur im _Begriff_ sich manifestirt.

Wenn das freilich nur als ein _Merkmal_ oder _Zeichen_ dienen soll,
was von der konkreten Erscheinung in den Begriff aufzunehmen sey, so
darf es allerdings auch irgend eine nur sinnliche einzelne Bestimmung
des Gegenstandes seyn, die wegen irgend eines uerlichen Interesses
aus den anderen herausgewhlt wird, und von gleicher Art und Natur,
wie die brigen, ist.

Ein hauptschlicher Miverstand, welcher hierbei obwaltet, ist, als
ob das _natrliche_ Princip, oder der _Anfang_, von dem in der
_natrlichen_ Entwickelung oder in der _Geschichte_ des sich
bildenden Individuums ausgegangen wird, das _Wahre_ und im _Begriffe
Erste_ sey.  Anschauung oder Seyn sind wohl der Natur nach das Erste
oder die Bedingung fr den Begriff, aber sie sind darum nicht das an
und fr sich Unbedingte, im Begriffe hebt sich vielmehr ihre Realitt
und damit zugleich der Schein auf, den sie als das bedingende Reelle
hatten.  Wenn es nicht um die _Wahrheit_, sondern nur um die
_Historie_ zu thun ist, wie es im Vorstellen und dem erscheinenden
Denken zugehe, so kann man allerdings bei der Erzhlung stehen
bleiben, da wir mit Gefhlen und Anschauungen anfangen, und der
Verstand aus dem Mannigfaltigen derselben eine Allgemeinheit oder ein
Abstraktes herausziehe, und begreiflich jene Grundlage dazu nthig
habe, welche bei diesem Abstrahiren noch in der ganzen Realitt, mit
welcher sie sich zuerst zeigte, dem Vorstellen stehen bleibe.  Aber
die Philosophie soll keine Erzhlung dessen seyn, was geschieht,
sondern eine Erkenntni dessen, was _wahr_ darin ist, und aus dem
Wahren soll sie ferner das begreifen, was in der Erzhlung als ein
bloes Geschehen erscheint.

Wenn in der oberflchlichen Vorstellung von dem, was der Begriff ist,
alle Mannigfaltigkeit _auer dem Begriffe_ steht, und diesem nur die
Form der abstrakten Allgemeinheit oder der leeren Reflexionsidentitt
zukommt, so kann schon zunchst daran erinnert werden, da auch sonst
fr die Angaben eines Begriffs oder die Definition, zu der Gattung,
welche selbst schon eigentlich nicht rein abstrakte Allgemeinheit ist,
ausdrcklich auch die _specifische Bestimmtheit_ gefordert wird.
Wenn nur mit etwas denkender Betrachtung darauf reflektirt wrde, was
die sagen will, so wrde sich ergeben, da damit das _Unterscheiden_
als ein ebenso wesentliches Moment des Begriffes angesehen wird.
_Kant_ hat diese Betrachtung durch den hchst wichtigen Gedanken
eingeleitet, da es _synthetische Urtheile_ a priori gebe.  Diese
ursprngliche Synthesis der Apperception ist eines der tiefsten
Principien fr die spekulative Entwickelung; sie enthlt den Anfang
zum wahrhaften Auffassen der Natur des Begriffs, und ist jener leeren
Identitt oder abstrakten Allgemeinheit, welche keine Synthesis in
sich ist, vollkommen entgegengesetzt.--Diesem Anfange entspricht
jedoch die weitere Ausfhrung wenig.  Schon der Ausdruck: _Synthesis_
leitet leicht wieder zur Vorstellung einer _uerlichen_ Einheit, und
_bloen Verbindung_ von solchen, die _an und fr sich getrennt_ sind.
Alsdann ist die kantische Philosophie nur bei dem psychologischen
Reflexe des Begriffs stehen geblieben, und ist wieder zur Behauptung
der bleibenden Bedingtheit des Begriffs durch ein Mannigfaltiges der
Anschauung zurck gegangen.  Sie hat die Verstandeserkenntnisse und
die Erfahrung nicht darum als einen _erscheinenden_ Inhalt
ausgesprochen, weil die Kategorien selbst nur endliche sind, sondern
aus dem Grunde eines psychologischen Idealismus, weil sie _nur_
Bestimmungen seyen, die vom Selbstbewutseyn herkommen.  Auch gehrt
hierher, da der Begriff wieder ohne das Mannigfaltige der Anschauung
_inhaltslos_ und _leer_ seyn soll, ungeachtet er a priori eine
_Synthesis_ sey; indem er die ist, hat er ja die Bestimmtheit und
den Unterschied in sich selbst, Indem sie die Bestimmtheit des
Begriffs, damit die _absolute Bestimmtheit_, die _Einzelnheit_, ist,
ist der Begriff Grund und Quelle aller endlichen Bestimmtheit und
Mannigfaltigkeit.  Die formelle Stellung, welche er als Verstand
behlt, wird in der kantischen Darstellung dessen, was _Vernunft_ sey,
vollendet.  In der Vernunft, der hchsten Stufe des Denkens, sollte
man erwarten, der Begriff werde die Bedingtheit, in welcher er auf
der Stufe des Verstandes noch erscheint, verlieren, und zur
vollendeten Wahrheit kommen.  Diese Erwartung wird aber getuscht.
Dadurch, da Kant das Verhalten der Vernunft zu den Kategorien als
nur _dialektisch_ bestimmt, und zwar das Resultat dieser Dialektik
schlechthin nur als das _unendliche Nichts_ auffat, so verliert die
unendliche Einheit der Vernunft auch noch die Synthesis und damit
jenen Anfang eines spekulativen, wahrhaft unendlichen Begriffs, sie
wird zu der bekannten ganz formellen, _blo regulativen Einheit_ des
_systematischen Verstandesgebrauchs_.  Es wird fr einen Mibrauch
erklrt, da die Logik, die blo _ein Kanon der Beurtheilung_ seyn
solle, als ein _Organon_ zur Hervorbringung _objektiver_ Einsichten
angesehen werde.  Die Vernunftbegriffe, in denen man eine hhere
Kraft und tiefern Inhalt ahnen mute, haben nichts _Konstitutives_
mehr, wie noch die Kategorien; sie sind _bloe_ Ideen; es soll _ganz
wohl erlaubt_ seyn, sie zu gebrauchen, aber mit diesen intelligibeln
Wesen, in denen sich alle _Wahrheit_ ganz aufschlieen sollte, soll
weiter nichts gemeint seyn, als _Hypothesen_, denen eine Wahrheit an
und fr sich zuzuschreiben, eine vllige Willkr und Tollkhnheit
seyn wrde, da sie--_in keiner Erfahrung vorkommen knnen._--Htte
man es je denken sollen, da die Philosophie den intelligibeln Wesen
darum die Wahrheit absprechen wrde, weil sie des rumlichen und
zeitlichen Stoffes der Sinnlichkeit entbehren?

Es hngt hiermit unmittelbar der Gesichtspunkt zusammen, in Rcksicht
auf welchen der Begriff und die Bestimmung der Logik berhaupt zu
betrachten ist, und der in der kantischen Philosophie auf die gleiche
Weise, wie insgemein genommen wird; das _Verhltni_ nmlich des
_Begriffs_ und _seiner Wissenschaft_ zur _Wahrheit_ selbst.  Es ist
vorhin aus der kantischen Deduktion der Kategorien angefhrt worden,
da nach derselben das _Objekt_, als in welchem das Mannigfaltige der
Anschauung _vereinigt_ ist, nur diese Einheit ist _durch die Einheit
des Selbstbewutseyns_.  Die _Objektivitt des Denkens_ ist also hier
bestimmt ausgesprochen, eine Identitt des Begriffs und des Dinges,
welche _die Wahrheit_ ist.  Auf gleiche Weise wird auch insgemein
zugegeben, da, indem das Denken einen gegebenen Gegenstand sich
aneignet, dieser dadurch eine Vernderung erleidet, und aus einem
sinnlichen zu einem gedachten gemacht werde; da aber diese
Vernderung nicht nur nichts an seiner Wesentlichkeit ndere, sondern
da er vielmehr erst in seinem Begriffe in seiner _Wahrheit_; in der
Unmittelbarkeit, in welcher er gegeben ist, aber nur _Erscheinung_
und _Zuflligkeit_, da die Erkenntni des Gegenstandes, welche ihn
begreift, die Erkenntni desselben, wie er _an und fr sich_ ist, und
der Begriff seine Objektivitt selbst sey.  Auf der andern Seite wird
aber ebenso wieder behauptet, _wir knnen die Dinge doch nicht
erkennen_, _wie sie an und fr sich seyen_, und die _Wahrheit_ sey
fr _die erkennende Vernunft unzugnglich_; jene Wahrheit, welche in
der Einheit des Objekts und des Begriffs besteht, sey doch nur
Erscheinung; und zwar nun wieder aus dem Grunde, weil der Inhalt nur
das Mannigfaltige der Anschauung sey.  Es ist hierber schon daran
erinnert worden, da eben im Begriffe vielmehr diese Mannigfaltigkeit,
insofern sie der Anschauung im Gegensatze gegen den Begriff angehrt,
aufgehoben werde, und der Gegenstand durch den Begriff in seine
nicht zufllig Wesenheit zurckgefhrt sey; diese tritt in die
Erscheinung, darum eben ist die Erscheinung nicht blo ein Wesenloses,
sondern Manifestation des Wesens.  Die aber ganz frei gewordene
Manifestation desselben ist der Begriff.--Diese Stze, an welche hier
erinnert wird, sind darum keine dogmatische Assertionen, weil sich
aus der ganzen Entwickelung des _Wesens_ durch sich selbst
hervorgegangene Resultate sind.  Der jetzige Standpunkt, auf welchen
diese Entwickelung gefhrt hat, ist, da die Form des _Absoluten_,
welche hher als Seyn und Wesen der _Begriff_ ist.  Indem er nach
dieser Seite, Seyn und Wesen, wozu auch bei anderen Ausgangspunkten
Gefhl und Anschauung und Vorstellung gehren, und welche als seine
vorangehenden Bedingungen erschienen, _sich unterworfen_ und sich
_als ihren unbedingten Grund_ erwiesen hat, so ist nun noch die
_zweite Seite_ brig, deren Abhandlung dieses dritte Buch der Logik
gewidmet ist, die Darstellung nmlich, wie er die Realitt, welche in
ihm verschwunden, in und aus sich bildet.  Es ist daher allerdings
zugegeben worden, da die Erkenntni, welche nur bei dem Begriff rein
als solchem steht, noch unvollstndig ist und nur erst zur
_abstrakten Wahrheit_ gekommen ist.  Aber ihre Unvollstndigkeit
liegt nicht darin, da sie jener vermeintlichen Realitt, die im
Gefhl und Anschauung gegeben sey, entbehre; sondern da der Begriff
noch nicht seine _eigene_ aus ihm selbst erzeugte Realitt sich
gegeben hat.  Darin besteht die gegen und an dem empirischen Stoff
und genauer an seinen Kategorien und Reflexions-Bestimmungen
erwiesene Absolutheit des Begriffes, da derselbe nicht, wie er
_auer_ und _vor_ dem Begriffe erscheint, _Wahrheit_ habe, sondern
allein in seiner Idealitt, oder Identitt mit dem Begriffe.  Die
_Herleitung_ des Reellen aus ihm, wenn man es Herleitung nennen will,
besteht zunchst wesentlich darin, da der Begriff in seiner
formellen Abstraktion sich als unvollendet zeigt, und durch die in
ihm selbst gegrndete Dialektik zur Realitt so bergeht, da er sie
aus sich erzeugt, aber nicht, da er zu einer fertigen, ihm gegenber
gefundenen Realitt wieder zurckfllt, und zu etwas, das sich als
das Unwesentliche der Erscheinung kund gethan, seine Zuflucht nimmt,
weil er, nachdem er sich um ein Besseres umgesehen, doch dergleichen
nicht gefunden habe.--Es wird immer als etwas Verwundernswrdiges
ausgezeichnet werden, wie die kantische Philosophie dasjenige
Verhltni des Denkens zum sinnlichen Daseyn, bei dem sie stehen
blieb, fr ein nur relatives Verhltni der bloen Erscheinung
erkannte, und eine hhere Einheit beider in der _Idee_ berhaupt, und
z.B. in der Idee eines anschauenden Verstandes sehr wohl anerkannte
und aussprach, doch bei jenem relativen Verhltnisse und bei der
Behauptung stehen geblieben ist, da der Begriff schlechthin von der
Realitt getrennt sey und bleibe,--somit als die _Wahrheit_ dasjenige
behauptete, was sie als endliche Erkenntni aussprach, und das fr
berschwenglich, unerlaubt und fr Gedankendinge erklrte, was sie
als _Wahrheit_ erkannte, und wovon sie den bestimmten Begriff
aufstellte.

Indem es zunchst hier die _Logik_, die Wissenschaft berhaupt ist,
von derem Verhltnisse zur Wahrheit die Rede ist, so mu ferner noch
zugegeben werden, da jene als die _formelle Wissenschaft_ nicht auch
diejenige Realitt enthalten knnen und solle, welche der Inhalt
weiterer Theile der Philosophie, der _Wissenschaften der Natur und
des Geistes_, ist.  Diese konkreten Wissenschaften treten allerdings
zu einer reellern Form der Idee heraus als die Logik, aber zugleich
nicht so, da sie zu jener Realitt sich wieder umwendeten, welche
das ber seine Erscheinung zu Wissenschaft erhobene Bewutseyn
aufgegeben, oder auch zum Gebrauch von Formen, wie die Kategorien und
Reflexions-Bestimmungen sind, deren Endlichkeit und Unwahrheit sich
in der Logik dargestellt hat, wieder zurckkehrten.  Vielmehr zeigt
die Logik die Erhebung der _Idee_ zu der Stufe, von daraus sie die
Schpferin der Natur wird und zur Form einer _konkreten
Unmittelbarkeit_ berschreitet, deren Begriff aber auch diese Gestalt
wieder zerbricht, um zu sich selbst, als _konkreter Geist_, zu werden.
Gegen diese konkreten Wissenschaften, welche aber das Logische oder
den Begriff zum innern Bildner haben und behalten, wie sie es zum
Vorbildner hatten, ist die Logik selbst allerdings die _formelle_
Wissenschaft, aber die Wissenschaft der _absoluten Form_, welche in
sich Totalitt ist, und die _reine Idee der Wahrheit selbst_ enthlt.
Diese absolute Form hat an ihr selbst ihren Inhalt oder Realitt;
der Begriff, indem er nicht die triviale, leere Identitt ist, hat in
dem Momente seiner Negativitt oder des absoluten Bestimmens die
unterschiedenen Bestimmungen; der Inhalt ist berhaupt nichts Anderes
als solche Bestimmungen der absoluten Form; der durch sie selbst
gesetzte, und daher auch ihr angemessene Inhalt.--Diese Form ist
darum auch von ganz anderer Natur, als gewhnlich die logische Form
genommen wird.  Sie ist schon _fr sich selbst die Wahrheit_, indem
dieser Inhalt seiner Form, oder diese Realitt ihrem Begriffe
angemessen ist, und die _reine Wahrheit_, weil dessen Bestimmungen
noch nicht die Form eines absoluten Andersseyns oder der absoluten
Unmittelbarkeit haben.--Kant, indem er Kr. der r.  Vern.  S. 83 in
Beziehung auf die Logik, auf die alte und berhmte Frage: _Was die
Wahrheit sey?_ zu reden kommt, _schenkt_ vor's Erste als etwas
Triviales die Namenerklrung, da sie die bereinstimmung der
Erkenntni mit ihrem Gegenstande sey;--eine Definition, die von
groem, ja von dem hchsten Werthe ist.  Wenn man sich derselben bei
der Grundbehauptung des transcendentalen Idealismus erinnert, da die
_Vernunfterkenntni_ die _Dinge an sich zu_ erfassen nicht vermgend
sey, da die _Realitt schlechthin_ auer _dem Begriffe_ liege, so
zeigt sich sogleich, da eine solche _Vernunft_, die sich mit ihrem
Gegenstande, den Dingen an sich, _nicht in bereinstimmung zu
stezen_ vermag, und die _Dinge an sich_, die nicht mit dem
Vernunftbegriffe, der Begriff, der nicht mit der Realitt, eine
Realitt, die nicht mit dem Begriffe in bereinstimmung ist,
_unwahre Vorstellungen_ sind.  Wenn Kant die Idee eines _anschauenden
Verstandes_ an jene Definition der Wahrheit gehalten htte, so wrde
er diese Idee, welche die geforderte bereinstimmung ausdrckt,
nicht als ein Gedankending, sondern vielmehr als Wahrheit behandelt
haben.

"Das, was man zu wissen verlange, giebt Kant ferner an, sey ein
_allgemeines_ und _sicheres Kriterium der Wahrheit einer jeden
Erkenntni_; es wrde ein solches seyn, welches von allen
Erkenntnissen, _ohne Unterschied ihrer Gegenstnde_, gltig wre; da
man aber bei demselben _von allem Inhalt_ der Erkenntni (_Beziehung
auf ihr Objekt) abstrahiert_, und _Wahrheit gerade diesen Inhalt_
angeht, so wrde es ganz _unmglich_ und _ungereimt_ seyn, nach einem
Merkmal der _Wahrheit dieses Inhaltes_ der Erkenntnisse zu fragen.
"--Es ist hier die gewhnliche Vorstellung von der formellen Funktion
der Logik sehr bestimmt ausgedrckt, und das angefhrte Raisonnement
scheint sehr einleuchtend zu seyn.  Vor's Erste aber ist zu bemerken,
da es solchem formellen Raisonnement gewhnlich so geht, in seinem
Reden die Sache zu vergessen, die es zur Grundlage gemacht und von
der es spricht.  Es wrde ungereimt seyn, heit es, nach einem
Kriterium der _Wahrheit des Inhalts_ der Erkenntni zu fragen; --aber
nach der Definition macht nicht der _Inhalt_ die Wahrheit aus,
sondern die _bereinstimmung_ desselben mit dem Begriffe.  Ein
Inhalt, wie von ihm hier gesprochen wird, _ohne den Begriff_, ist ein
Begriffloses, somit Wesenloses; nach dem Kriterium der Wahrheit eines
solchen kann freilich nicht gefragt werden, aber aus dem
entgegengesetzten Grunde; darum nmlich nicht, weil er um seiner
Begrifflosigkeit willen nicht die _geforderte bereinstimmung_ ist,
sondern weiter nichts als ein der wahrheitslosen Meinung Angehriges
seyn kann.--Lassen wir die Erwhnung des Inhalts bei Seite, der hier
die Verwirrung verursacht, in welche aber der Formalismus jedesmal
verfllt, und die ihn das Gegentheil dessen sagen lt, was er
vorbringen will, so oft er sich auf Erluterung einlt, und bleiben
bei der abstrakten Ansicht stehen, da das Logische nur formell sey,
und von allem Inhalt vielmehr abstrahire;--so haben wir eine
einseitige Erkenntni, welche keinen Gegenstand enthalten soll, eine
leere, bestimmungslose Form, die also ebenso wenig eine
_bereinstimmung_, da zur bereinstimmung wesentlich _Zwei_ gehren,
--ebenso wenig Wahrheit ist.--An der a priorischen _Synthesis_ des
Begriffs hatte Kant ein hheres Princip, worin die Zweiheit in der
Einheit, somit dasjenige erkannt werden konnte, was zur Wahrheit
gefordert wird; aber der sinnliche Stoff, das Mannigfaltige der
Anschauung war ihm zu mchtig, um davon weg zur Betrachtung des
Begriffs und der Kategorien _an und fr sich_, und zu einem
spekulativen Philosophiren kommen zu knnen.

Indem die Logik Wissenschaft der absoluten Form ist, so mu die
Formelle, _damit es ein Wahres seye_, an ihm selbst einen _Inhalt_
haben, welcher seiner Form gem sey, und um so mehr, da das logische
Formelle die reine Form, also das logische Wahre, die _reine
Wahrheit_ selbst seyn mu.  Dieses Formelle mu daher in sich viel
reicher an Bestimmungen und Inhalt, so wie auch von unendlich
grerer Wirksamkeit auf das Konkrete gedacht werden, als es
gewhnlich genommen wird.  Die logischen Gesetze fr sich (das
ohnehin Heterogene, die angewandte Logik und brige psychologische
und anthropologische Material weggerechnet) werden gewhnlich auer
dem Satze des Widerspruchs auf einige drftige Stze, die Umkehrung
der Urtheile, und die Formen der Schlsse betreffend, beschrnkt.
Die selbst hierbei vorkommenden Formen, so wie weitere Bestimmungen
derselben werden nur gleichsam historisch aufgenommen, nicht der
Kritik, ob sie an und fr sich ein Wahres sehen, unterworfen.  So
gilt z.B. die Form des positiven Urtheils fr etwas an sich vllig
Richtiges, wobei es ganz allein auf den Inhalt ankomme, ob ein
solches Urtheil wahr sey.  Ob diese Form _an und fr sich_ eine Form
der Wahrheit, ob der Satz, den sie ausspricht, _das Einzelne ist ein
Allgemeines_, nicht in sich dialektisch sey, an diese Untersuchung
wird nicht gedacht.  Es wird geradezu dafr gehalten, da die
Urtheil fr sich fhig, Wahrheit zu enthalten, und jener Satz, den
jedes positive Urtheil ausspricht, ein wahrer sey; obschon
unmittelbar erhellt, da ihn dasjenige fehlt, was die Definition der
Wahrheit fordert, nmlich die bereinstimmung des Begriffs und
seines Gegenstandes; das Prdikat, welches hier das Allgemeine ist,
als den Begriff, das Subjekt, welches das Einzelne ist, als den
Gegenstand genommen, so stimmt das eine mit dem andern nicht berein.
Wenn aber das _abstrakte Allgemeine_, welches das Prdikat ist, noch
nicht einen Begriff ausmacht, als zu welchem allerdings mehr gehrt;
--so wie auch solches Subjekt noch nicht viel weiter als ein
grammatisches ist, wie sollte das Urtheil Wahrheit enthalten knnen,
da sein Begriff und Gegenstand nicht bereinstimmen, oder ihm der
Begriff, wohl auch der Gegenstand, gar fehlt?--Die ist daher
vielmehr das _Unmgliche_ und _Ungereimte_, in dergleichen Formen,
wie ein positives Urtheil und wie das Urtheil berhaupt ist, die
Wahrheit fassen zu wollen.  So wie die kantische Philosophie die
Kategorien nicht an und fr sich betrachtete, sondern sie nur aus dem
schiefen Grunde, weil sie subjektive Formen des Selbstbewutseyns
seyen, fr endliche Bestimmungen, die das Wahre zu enthalten unfhig
seyen, erklrte, so hat sie noch weniger die Formen des Begriffs,
welche der Inhalt der gewhnlichen Logik sind, der Kritik unterworfen;
sie hat vielmehr einen Theil derselben, nmlich die Funktionen der
Urtheile fr die Bestimmung der Kategorie aufgenommen, und sie als
gltige Voraussetzungen gelten lassen.  Soll in den logischen Formen
auch weiter nichts gesehen werden, als formelle Funktionen des
Denkens, so wren sie schon darum der Untersuchung, in wiefern sie
fr sich der _Wahrheit_ entsprechen, wrdig.  Eine Logik, welche die
nicht leistet, kann hchstens auf den Werth einer naturhistorischen
Beschreibung der Erscheinungen des Denkens, wie sie sich vorfinden,
Anspruch machen.  Es ist ein unendliches Verdienst des _Aristoteles_,
welches uns mit der hchsten Bewunderung fr die Strke dieses
Geistes erfllen mu, diese Beschreibung zuerst unternommen zu haben.
Aber es ist nthig, da weiter gegangen, und Theils der
systematische Zusammenhang, Theils aber der Werth der Formen erkannt
werde.


Eintheilung.


Der Begriff zeigt sich obenhin betrachtet als die Einheit des _Seyns_
und _Wesens_.  Das Wesen ist die _erste Negation_ des Seyns, das
dadurch zum _Schein_ geworden ist, der Begriff ist die _zweite_, oder
die Negation dieser Negation; also das wiederhergestellte Seyn, aber
als die unendliche Vermittlung und Negativitt desselben in sich
selbst.--_Seyn_ und _Wesen_ haben daher im Begriffe nicht mehr die
Bestimmung, in welcher sie als _Seyn_ und _Wesen_ sind, noch sind sie
nur in solcher Einheit, da jedes in dem andern _scheine_.  Der
Begriff unterscheidet sich daher nicht in diese Bestimmungen.  Er ist
die Wahrheit des substantiellen Verhltnisses, in welchem Seyn und
Wesen ihre erfllte Selbststndigkeit und Bestimmung durch einander
erreichen.  Als die Wahrheit der Substantialitt erwies sich die
_substantielle Identitt_, welche ebenso sehr und nur als das
_Gesetztseyn_ ist.  Das Gesetztseyn ist das _Daseyn_ und
_Unterscheiden_; das An- und Frsichseyn hat daher im Begriffe ein
sich gemes und wahres Daseyn erreicht, denn jenes Gesetztseyn ist
das An- und Frsichseyn selbst.  Die Gesetztseyn macht den
Unterschied des Begriffes in ihm selbst aus, seine _Unterschiede_,
weil sie unmittelbar das An- und Frsichseyn ist, sind selbst _der
ganze Begriff; in ihrer Bestimmtheit allgemeine, und identisch mit
ihrer Negation_.

Die ist nun der Begriff selbst des Begriffes.  Aber es ist _nur
erst_ sein Begriff;--oder er ist selbst auch _nur_ der Begriff.  Weil
er das An- und Frsichseyn ist, insofern es Gesetztseyn ist, oder die
absolute Substanz, insofern sie die _Nothwendigkeit_ unterschiedener
Substanzen als _Identitt_ offenbart, so mu diese Identitt das, was
sie ist, selbstsetzen.  Die Momente der Bewegung des
Substantialitts-Verhltnisses, wodurch der Begriff _geworden_ ist,
und die dadurch dargestellte Realitt ist erst im bergange zum
Begriffe; sie ist noch nicht als _seine eigene_, aus ihm
hervorgegangene Bestimmung; sie fiel in die Sphre der Nothwendigkeit,
die seinige kann nur seine _freie_ Bestimmung, ein Daseyn seyn, in
welchem er als identisch mit sich dessen Momente Begriffe und durch
ihn selbst _gesetzte_ sind.

_Zuerst_ ist also der Begriff nur _an sich_ die Wahrheit; weil er
_nur_ ein _Inneres_ ist, so ist er ebenso sehr _nur_ ein _ueres_.
Er ist _zuerst_ berhaupt ein _Unmittelbares_, und in dieser Gestalt
haben seine Momente die Form von _unmittelbaren, festen Bestimmungen_.
Er erscheint als der _bestimmte Begriff_, als die Sphre des bloen
_Verstandes_.--Weil diese Form der Unmittelbarkeit ein seiner Natur
noch nicht angemessenes Daseyn ist, da er das sich nur auf sich
selbst beziehende _Freie_ ist, so ist sie eine _uerliche_ Form, in
der der Begriff nicht als An- und Frsichseyendes, sondern als _nur
Gesetztes_ oder ein _Subjektives_ gelten kann.--Die Gestalt des
_unmittelbaren_ Begriffes macht den Standpunkt aus, nach welchem der
Begriff ein subjektives Denken, eine der _Sache_ uerliche Reflexion
ist.  Diese Stufe macht daher die _Subjektivitt_ oder den _formellen
Begriff_ aus.

Die uerlichkeit desselben erscheint in dem _festen Seyn_ seiner
_Bestimmungen_, wodurch jede fr sich als ein Isolirtes, Qualitatives
auftritt, das nur in uerer Beziehung auf sein Anderes ist.  Die
_Identitt_ des Begriffes aber, die eben das _innere_ oder
_subjektive_ Wesen derselben ist, setzt sie in dialektische Bewegung,
durch welche sich ihre Vereinzelung und damit die Trennung des
Begriffs von der Sache aufhebt und als ihre Wahrheit die _Totalitt_
hervorgeht, welche _der objektive Begriff_ ist.

_Zweitens_.  Der Begriff in seiner _Objektivitt_ ist die _an- und
frsichseyende Sache selbst_.  Durch seine nothwendige Fortbestimmung
macht der _formelle_ Begriff sich selbst zur Sache, und verliert
dadurch das Verhltni der Subjektivitt der aus seiner
_Innerlichkeit hervorgetretene_ und in das Daseyn bergangene _reale
Begriff_.--In dieser Identitt mit der Sache hat er somit _eigenes_
und _freies_ Daseyn.  Aber er ist die noch eine _unmittelbare_, noch
nicht _negative_ Freiheit.  Eins mit der Sache ist er in sie
_versenkt_; seine Unterschiede sind objektive Existenzen, in denen er
selbst wieder das _Innere_ ist.  Als die Seele des objektiven Daseyns
mu er _sich_ die Form der _Subjektivitt geben_, die er als
_formeller_ Begriff _unmittelbar_ hatte; so tritt er _in der Form_
des Freien, die er in der Objektivitt noch nicht hatte, ihr
gegenber, und macht darin die Identitt mit ihr, die er _an und fr
sich als objektiver_ Begriff mit ihr hat, zu einer auch _gesetzten_.

In dieser Vollendung, worin er in seiner Objektivitt ebenso die Form
der Freiheit hat, ist der _adquate Begriff_ die _Idee_.  Die
_Vernunft_, welche die Sphre der Idee ist, ist die sich selbst
_enthllte Wahrheit_, worin der Begriff die schlechthin ihm
angemessene Realisation hat, und insofern frei ist, als er diese
seine objektive Welt in seiner Subjektivitt, und diese in jener
erkennt.


Erster Abschnitt.  Die Subjektivitt.


Der Begriff ist zuerst der _formelle_, der Begriff im _Anfang_ oder
der als _unmittelbarer_ ist.--In der unmittelbaren Einheit ist sein
Unterschied oder Gesetztseyn _zuerst_ zunchst selbst einfach und nur
_ein Schein_, so da die Momente des Unterschiedes unmittelbar die
Totalitt des Begriffes sind, und nur der _Begriff als solcher_ sind.

_Zweitens_ aber, weil er die absolute Negativitt ist, so dirimirt er
sich, und setzt sich als das _Negative_ oder als das _Andere_ seiner
selbst; und zwar, weil er erst der _unmittelbare_ ist, hat die
Setzen oder Unterscheiden die Bestimmung, da die Momente
_gleichgltig gegeneinander_ und jedes fr sich wird; seine Einheit
ist in dieser _Theilung_ nur noch uere _Beziehung_.  So als
_Beziehung_ seiner als _selbststndig_ und _gleichgltig_ gesetzten
Momente ist er das _Urtheil_.

_Drittens_ das Urtheil enthlt wohl die Einheit des in seine
selbststndigen Momente verlorenen Begriffs, aber sie ist nicht
_gesetzt_.  Sie wird die durch die dialektische Bewegung des
Urtheils, das hierdurch der _Schlu_ geworden ist, zum vollstndig
gesetzten Begriff; indem im Schlu ebenso wohl die Momente desselben
als _selbststndige_ Extreme, wie auch deren _vermittelnde Einheit_
gesetzt ist.

Indem aber _unmittelbar_ diese _Einheit_ selbst als die vereinigende
_Mitte_, und die _Momente als selbststndige_ Extreme zunchst
einander gegenber stehen, so hebt die widersprechende Verhltni,
das im _formalen Schlusse_ Statt findet, sich auf, und die
_Vollstndigkeit_ des Begriffs geht in die Einheit der _Totalitt_
ber, die _Subjektivitt_ des Begriffes in seine _Objektivitt_.


Erstes Kapitel.  Der Begriff.


Durch den _Verstand_ pflegt das Vermgen der Begriffe berhaupt
ausgedrckt zu werden, er wird insofern von der _Urtheilskraft_ und
dem Vermgen der Schlsse, als der formellen _Vernunft_,
unterschieden.  Vornehmlich aber wird er der _Vernunft_
entgegengesetzt; insofern aber bedeutet er nicht das Vermgen des
Begriffs berhaupt, sondern der _bestimmten_ Begriffe, wobei die
Vorstellung herrscht, als ob der Begriff _nur_ ein _Bestimmtes_ sey.
Wenn der Verstand in dieser Bedeutung von der formellen Urtheilskraft
und der formellen Vernunft unterschieden wird, so ist er als Vermgen
des _einzelnen_ bestimmten Begriffs zu nehmen.  Denn das Urtheil und
der Schlu oder die Vernunft sind selbst, als Formales, nur ein
_Verstndiges_, indem sie unter der Form der abstrakten
Begriffsbestimmtheit stehen.  Der Begriff gilt aber hier berhaupt
nicht als blo abstrakt-Bestimmtes; der Verstand ist daher von der
Vernunft nur so zu unterscheiden, da jener nur das Vermgen des
Begriffes berhaupt sey.

Dieser allgemeine Begriff, der nun hier zu betrachten ist, enthlt
die drei Momente: _Allgemeinheit, Besonderheit_ und _Einzelheit_.
Der Unterschied und die Bestimmungen, die er sich in dem
Unterscheiden giebt, machen die Seite aus, welche vorhin
_Gesetztseyn_ genannt wurde.  Da dieses in dem Begriffe identisch mit
dem An- und Frsichseyn ist, so ist jedes jener Momente so sehr
_ganzer_ Begriff, als _bestimmter Begriff_, und als _eine Bestimmung_
des Begriffs.

Zuerst ist er _reiner Begriff_, oder die Bestimmung der
_Allgemeinheit_.  Der reine oder allgemeine Begriff ist aber auch nur
ein _bestimmter_, oder _besonderer_ Begriff, der sich auf die Seite
neben die anderen stellt.  Weil der Begriff die Totalitt ist, also
in seiner Allgemeinheit oder rein identischen Beziehung auf sich
selbst, wesentlich das Bestimmen und Unterscheiden ist, so hat er in
ihm selbst den Maastab, wodurch diese Form seiner Identitt mit sich,
indem sie alle Momente durchdringt und in sich fat, ebenso
unmittelbar sich bestimmt, _nur_ das _Allgemeine_ gegen die
Unterschiedenheit der Momente zu seyn.

_Zweitens_ ist der Begriff dadurch als dieser _besondere_ oder als
_bestimmte_ Begriff, welcher als gegen andere unterschieden gesetzt
ist.

_Drittens_ die _Einzelheit_ ist der aus dem Unterschiede in die
absolute Negativitt sich reflektirende Begriff.  Die ist zugleich
das Moment, worin er aus seiner Identitt in sein _Andersseyn_
bergetreten ist, und zum _Urtheil_ wird.


A. Der allgemeine Begriff.


Der reine Begriff ist das absolut Unendliche, Unbedingte und Freie.
Es ist hier, wo die Abhandlung, welche den Begriff zu ihrem _Inhalte_
hat, beginnt, noch einmal nach seiner Genesis zurckzusehen.  Das
_Wesen_ ist aus dem _Seyn_, und der Begriff aus dem Wesen, somit auch
aus dem _Seyn geworden._ Die Werden hat aber die Bedeutung des
_Gegenstoes_ seiner selbst, so da das _Gewordene_ vielmehr das
_Unbedingte_ und _Ursprngliche_ ist.  Das _Seyn_ ist in seinem
bergange zum Wesen zu einem _Schein_ oder _Gesetztseyn_, und das
_Werden_ oder das bergehen in _Anderes_ zu einem _Setzen_ geworden,
und umgekehrt hat das _Setzen_ oder die Reflexion des Wesens sich
aufgehoben und sich zu einem Nichtgesetzten, einem _ursprnglichen_
Seyn hergestellt.  Der Begriff ist die Durchdringung dieser Momente,
da das Qualitative, und ursprnglich-Seyende nur als Setzen und nur
als Rckkehr-in-sich ist, und diese reine Reflexion-in-sich
schlechthin das _Anderswerden_ oder die _Bestimmtheit_ ist, welche
ebenso daher unendliche, sich auf sich beziehende _Bestimmtheit_ ist.

Der Begriff ist daher zuerst so die _absolute Identitt mit sich_,
da sie die nur ist, als die Negation der Negation, oder als die
unendliche Einheit der Negativitt mit sich selbst.  Diese _reine
Beziehung_ des Begriffs auf sich, welche dadurch diese Beziehung ist,
als durch die Negativitt sich setzend, ist die _Allgemeinheit_ des
Begriffs.

_Die Allgemeinheit_, das sie die hchst _einfache_ Bestimmung ist,
scheint keiner Erklrung fhig zu seyn; denn eine Erklrung mu sich
auf Bestimmungen und Unterscheidungen einlassen, und von ihrem
Gegenstand prdiciren, das Einfache aber wird hierdurch vielmehr
verndert, als erklrt.  Es ist aber gerade die Natur des Allgemeinen,
ein solches Einfaches zu seyn, welches durch die absolute
Negativitt den hchsten Unterschied und Bestimmtheit _in sich_
enthlt.  Das _Seyn_ ist einfaches, als _unmittelbares_; deswegen ist
es ein nur _Gemeintes_, und kann man von ihm nicht sagen, was es ist;
es ist daher unmittelbar eins mit seinem Andern, dem _Nichtseyn_.
Eben die ist sein Begriff, ein solches Einfaches zu seyn, das in
seinem Gegentheil unmittelbar verschwindet; er ist das _Werden_.  Das
_Allgemeine_ dagegen ist das _Einfache_, welches ebenso sehr das
_Reichste in sich selbst_ ist; weil es der Begriff ist.

Es ist daher _erstens_ die einfach Beziehung auf sich selbst; es ist
nur in sich.  Aber diese Identitt ist _zweitens_ in sich absolute
_Vermittelung_; nicht aber ein _Vermitteltes_.  Vom Allgemeine,
welches ein vermitteltes, nmlich das _abstrakte_, dem Besondern und
Einzelnen entgegengesetzte Allgemeine ist, ist erst bei dem
bestimmten Begriffe zu reden.--Aber auch schon das _Abstrakte_
enthlt die, da, um es zu erhalten, erfordert werde, andere
Bestimmungen des Konkreten _wegzulassen_.  Diese Bestimmungen sind
als Determinationen berhaupt _Negationen_; ebenso ist ferner das
_Weglassen_ derselben ein _Negiren_.  Es kommt also beim Abstrakten
gleichfalls die Negation der Negation vor.  Diese gedoppelte Negation
aber wird vorgestellt, als ob sie demselben _uerlich_ sey, und
sowohl die weggelassenen weiteren Eigenschaften des Konkreten von der
beibehaltenen, welche der Inhalt des Abstrakten ist, verschieden
seyen, als auch diese Operation des Weglassens der brigen und des
Beibehaltens der einen, auer derselben vorgehe.  Zu solcher
_uerlichkeit_ hat sich das Allgemeine gegen jene Bewegung noch
nicht bestimmt; es ist noch selbst in sich jene absolute Vermittelung,
welche eben die Negation der Negation oder absolute Negativitt ist.

Nach dieser ursprnglichen Einheit ist vor's Erste das erste Negative
oder die _Bestimmung_ keine Schranke fr das Allgemeine, sondern es
_erhlt sich darin_, und ist positiv mit sich identisch.  Die
Kategorien des Seyns waren, als Begriffe, wesentlich diese
Identitten der Bestimmungen mit sich selbst, in ihrer Schranke oder
ihrem Andersseyn; diese Identitt war aber nur _an sich_ der Begriff;
sie war noch nicht manifestirt.  Daher die qualitative Bestimmung als
solche in ihrer andern unterging und eine von ihr _verschiedene_
Bestimmung zu ihrer Wahrheit hatte.  Das Allgemeine hingegen, wenn es
sich auch in eine Bestimmung setzt, _bleibt_ es darin, was es ist.
Es ist die _Seele_ des Konkreten, dem es inwohnt, ungehindert und
sich selbst gleich in dessen Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit.
Es wird nicht mit in das _Werden_ gerissen, sonder _kontinuirt sich_
ungetrbt durch dasselbe, und hat die Kraft unvernderlicher,
unsterblicher Selbsterhaltung.

Ebenso _scheint_ es aber nicht nur in sein Anderes, wie die
Reflexions-Bestimmung.  Diese als ein _Relatives_ bezieht sich nicht
nur auf sich, sondern ist ein _Verhalten.  Sie giebt sich_ in ihrem
Andern _kund_; aber _scheint_ nur erst an ihm, und das Scheinen eines
jeden an dem Andern oder ihr gegenseitiges Bestimmen hat bei ihrer
Selbststndigkeit die Form eines uerlichen Thuns.--Das _Allgemeine_
dagegen ist gesetzt als das _Wesen_ seiner Bestimmung, die _eigene
positive Natur_ derselben.  Denn die Bestimmung, die sein Negatives
ausmacht, ist im Begriffe schlechthin nur als ein _Gesetztseyn_, oder
wesentlich nur zugleich als das Negative des Negativen, und sie ist
nur als diese Identitt des Negativen mit sich, welche das Allgemeine
ist.  Dieses ist insofern auch die _Substanz_ seiner Bestimmungen;
aber so, da das, was fr die Substanz als solche ein _Zuflliges_
war, die eigene _Vermittelung_ des Begriffes mit sich selbst, seine
eigene _immanente Reflexion_ ist.  Diese Vermittelung, welche das
Zufllige zunchst zur _Nothwendigkeit_ erhebt, ist aber die
_manifestirte_ Beziehung; der Begriff ist nicht der Abgrund der
formlosen Substanz, oder die Nothwendigkeit, als die _innere_
Identitt von einander verschiedener und sich beschrnkender Dinge
oder Zustnde, sondern als absolute Negativitt das Formirende und
Erschaffende, und weil die Bestimmung nicht als Schranke, sondern
schlechthin so sehr als aufgehobene, als Gesetztseyn ist, so ist der
Schein die Erscheinung als _des Identischen_.

Das Allgemeine ist daher die _freie_ Macht; es ist es selbst und
greift ber sein Anderes ber; aber nicht als ein _Gewaltsames_,
sondern das vielmehr in demselben ruhig und _bei sich selbst_ ist.
Wie es die freie Macht genannt worden, so knnte es auch die _freie
Liebe_ und _schrankenlose Seligkeit_ genannt werden, denn es ist ein
Verhalten seiner zu dem _Unterschiedenen_ nur als _zu sich selbst_,
in demselben ist es zu sich selbst zurckgekehrt.

Es ist so eben der _Bestimmtheit_ erwhnt worden, obgleich der
Begriff nur erst als das Allgemeine und nur mit sich _Identische_
noch nicht dazu fortgegangen ist.  Es kann aber von dem Allgemeinen
nicht ohne die Bestimmtheit, welche nher die Besonderheit und
Einzelnheit ist, gesprochen werden; denn es enthlt sie in seiner
absoluten Negativitt an und fr sich; die Bestimmtheit wird also
nicht von Auen dazu genommen, wenn beim Allgemeinen von ihr
gesprochen wird.  Als Negativitt berhaupt, oder nach der _ersten,
unmittelbaren_ Negation hat es die Bestimmtheit berhaupt als
_Besonderheit_ an ihm; als _Zweites_, als Negation der Negation ist
es _absolute Bestimmtheit_, oder _Einzelnheit_ und _Konkretion_.--Das
Allgemeine ist somit die Totalitt des Begriffes, es ist Konkretes,
ist nicht ein Leeres, sondern hat vielmehr durch seinen Begriff
_Inhalt_;--einen Inhalt, in dem es sich nicht nur erhlt, sondern der
ihm eigen und immanent ist.  Es kann von dem Inhalte wohl abstrahirt
werden; so erhlt man aber nicht das Allgemeine des Begriffs, sondern
das _Abstrakte_, welches ein isolirtes, unvollkommenes Moment des
Begriffes ist, und keine Wahrheit hat.

Nher ergiebt sich das Allgemeine so als diese Totalitt.  Insofern
es die Bestimmtheit in sich hat, ist sie nicht nur die _erste_
Negation, sondern auch die Reflexion derselben in sich.  Mit jener
ersten Negation fr sich genommen, ist es _Besonders_, wie es
sogleich wird betrachtet werden; aber es ist in dieser Bestimmtheit
wesentlich noch Allgemeines; diese Seite mu hier noch aufgefat
werden.--Diese Bestimmtheit ist nmlich als im Begriffe die totale
Reflexion, der _Doppelschein_, einmal der Schein _nach Auen_, die
Reflexion in Anderes; das andere Mal der Schein _nach Innen_, die
Reflexion in sich.  Jenes uerliche Scheinen macht einen Unterschied
gegen _Anderes_; das Allgemeine hat hiernach eine _Besonderheit_,
welche ihre Auflsung in einem hhern Allgemeinen hat.  Insofern es
nun auch nur ein relativ-Allgemeines ist, verliert es seinen
Charakter des Allgemeinen nicht; es erhlt sich in seiner
Bestimmtheit, nicht nur so, da es in der Verbindung mit ihr nur
gleichgltig gegen sie bliebe,--so wre es nur mit ihr
_zusammengesetzt_,--sondern da es das ist, was so eben das _Scheinen
nach Innen_ genannt wurde.  Die Bestimmtheit ist als bestimmter
_Begriff_ aus der uerlichkeit _in sich zurckgebogen_; sie ist der
eigene, immanente _Charakter_, der dadurch ein Wesentliches ist, da
er in die Allgemeinheit aufgenommen und von ihr durchdrungen, von
gleichem Umfange, identisch mit ihr sie ebenso durchdringt; es ist
der Charakter, welcher der _Gattung_ angehrt, als die von dem
Allgemeinen ungetrennte Bestimmtheit.  Er ist insofern nicht eine
nach Auen gehende _Schranke_, sondern _positiv_, indem er durch die
Allgemeinheit in der freien Beziehung auf sich selbst steht.  Auch
der bestimmte Begriff bleibt so in sich unendlich freier Begriff.

In Ansehung der andern Seite aber, nach welcher die Gattung durch
ihren bestimmten Charakter begrenzt ist, ist bemerkt worden, da sie
als niedrigere Gattung in einem hhern Allgemeinen ihre Auflsung
habe.  Dieses kann auch wieder als Gattung, aber als eine abstraktere
aufgefat werden, gehrt aber immer wieder nur der Seite des
bestimmten Begriffes an, die nach Auen geht.  Das wahrhaft hhere
Allgemeine ist, worin diese nach Auen gehende Seite nach Innen
zurckgenommen ist, die zweite Negation, in welcher die Bestimmtheit
schlechthin nur _als_ Gesetztes, oder _als_ Schein ist.  Leben, Ich,
Geist, absoluter Begriff, sind nicht Allgemeine nur als hhere
Gattungen, sondern _Konkrete_, deren Bestimmtheiten auch nicht nur
Arten oder niedrige Gattungen sind, sondern die in ihrer Realitt
schlechthin nur in sich und davon erfllt sind.  Insofern Leben, Ich,
endlicher Geist, wohl auch nur bestimmte Begriffe sind, so ist ihre
absolute Auflsung in demjenigen Allgemeinen, welches als wahrhaft
absoluter Begriff, als Idee des unendlichen Geistes zu fassen ist,
dessen _Gesetztseyn_ die unendliche, durchsichtige Realitt ist,
worin er seine _Schpfung_, und in ihr sich selbst anschaut.

Das wahrhafte, unendliche Allgemeine, welches unmittelbar ebenso sehr
Besonderheit als Einzelnheit in sich ist, ist nun zunchst nher als
_Besonderheit_ zu betrachten.  Es _bestimmt_ sich frei; seine
Verendlichung ist kein bergehen, das nur in der Sphre des Seyns
Statt hat; _es ist schpferische Macht_, als die absolute Negativitt,
die sich auf sich selbst bezieht.  Es ist als solche das
Unterscheiden in sich, und dieses ist _Bestimmen_, dadurch, da das
Unterscheiden mit der Allgemeinheit eins ist.  Somit ist es ein
Setzen der Unterschiede selbst als allgemeiner, sich auf sich
beziehender.  Hierdurch werden sie _fixirte_, isolirte Unterschiede.
Das isolirte _Bestehen_ des Endlichen, das sich frher als sein
Frsichseyn, auch als Dingheit, als Substanz bestimmte, ist in seiner
Wahrheit die Allgemeinheit, mit welcher Form der unendliche Begriff
seine Unterschiede bekleidet,--eine Form, die eben einer seiner
Unterschiede selbst ist.  Hierin besteht das _Schaffen_ des Begriffs,
das nur in diesem Innersten desselben selbst zu begreifen ist.


B. Der besondere Begriff.


_Die Bestimmtheit_ als solche gehrt dem Seyn und dem Qualitativen an;
als Bestimmtheit des Begriffs ist sie _Besonderheit_.  Sie ist keine
_Grenze_, so da sie sich zu einem _Andern_ als einem _Jenseits_
ihrer verhielte, vielmehr, wie sich so eben zeigte, das eigene
immanentes Moment des Allgemeinen; dieses ist daher in der
Besonderheit nicht bei einem Andern, sondern schlechthin bei sich
selbst.

Das Besondere enthlt die Allgemeinheit, welche dessen Substanz
ausmacht; die Gattung ist _unverndert_ in ihren Arten; die Arten
sind nicht von dem Allgemeinen, sondern nur _gegen einander_
verschieden.  Das Besondere hat mit den _anderen_ Besonderen, zu
denen es sich verhlt, eine und dieselbe Allgemeinheit.  Zugleich ist
die Verschiedenheit derselben, um ihrer Identitt mit dem Allgemeinen
willen, _als solche_ allgemein; sie ist _Totalitt._--Das Besondere
_enthlt_ also nicht nur das Allgemeine, sondern stellt dasselbe auch
_durch seine Bestimmtheit_ dar; dieses macht insofern eine _Sphre_
aus, welche das Besondere erschpfen mu.  Diese Totalitt erscheint,
insofern die Bestimmtheit des Besondern als bloe _Verschiedenheit_
genommen wird, als _Vollstndigkeit_.  Vollstndig sind in dieser
Rcksicht die Arten, insofern es deren eben nicht mehrere _giebt_.
Es ist fr sie kein innerer Maastab, oder _Princip_ vorhanden, weil
die _Verschiedenheit_ eben der einheitslose Unterschied ist, an
welchem die Allgemeinheit, die fr sich absolute Einheit ist, blo
uerlicher Reflex, und eine unbeschrnkte, zufllige Vollstndigkeit
ist.  Die Verschiedenheit aber geht in _Entgegensetzung_, in eine
_immanente Beziehung_ der Verschiedenen ber.  Die Besonderheit aber
ist als Allgemeinheit an und fr sich selbst, nicht durch bergehen
solche immanente Beziehung; sie ist Totalitt an ihr selbst, und
_einfache_ Bestimmtheit, wesentlich _Princip_.  Sie hat keine
_andere_ Bestimmtheit, als welche durch das Allgemeine selbst gesetzt
ist, und sich aus demselben folgendermaen ergiebt.

Das Besondere ist das Allgemeine selbst, aber es ist dessen
Unterschied oder Beziehung auf ein _Anderes_, sein _Scheinen nach
Auen_; es ist aber kein Anderes vorhanden, wovon das Besondere
unterschieden wre, als das Allgemeine selbst.--Das Allgemeine
bestimmt _sich_, so ist es selbst das Besondere; die Bestimmtheit ist
_sein_ Unterschied; es ist nur von sich selbst unterschieden.  Seine
Arten sind daher nur a) das Allgemeine selbst und b) das Besondere.
Das Allgemeine als der Begriff ist es selbst und sein Gegentheil, was
wieder es selbst als seine gesetzte Bestimmtheit ist; es greift ber
dasselbe ber, und ist in ihm bei sich.  So ist es die Totalitt und
Princip seiner Verschiedenheit, die ganz nur durch es selbst bestimmt
ist.

Es giebt daher keine andere wahrhafte Eintheilung, als da der
Begriff sich selbst auf die Seite stellt, als die _unmittelbare_,
unbestimmte Allgemeinheit; eben die Unbestimmte macht seine
Bestimmtheit, oder da er ein _Besonderes_ ist. _Beides_ ist das
Besondere, und ist daher _koordinirt_.  Beides ist auch als
Besonderes das _Bestimmte gegen_ das Allgemeine; es heit demselben
insofern _subordinirt_.  Aber eben die Allgemeine, _gegen_ welches
das Besondere bestimmt ist, ist damit vielmehr selbst auch _nur
eines_ der Gegenberstehenden.  Wenn wir von _zwei
Gegenberstehenden_ sprechen, so mssen wir also auch wieder sagen,
da sie beide das Besondere ausmachen, nicht nur _zusammen_, da sie
nur fr die uere Reflexion darin _gleich_ wren, Besondere zu seyn,
sondern ihre Bestimmtheit _gegeneinander_ ist wesentlich zugleich nur
_Eine_ Bestimmtheit, die Negativitt, welche im Allgemeinen _einfach_
ist.

Wie sich der Unterschied hier zeigt, ist er in seinem Begriffe, und
damit in seiner Wahrheit.  Aller frhere Unterschied hat diese
Einheit im Begriffe.  Wie er unmittelbarer Unterschied im Seyn ist,
ist er als die _Grenze_ eines _Andern_; wie er in der Reflexion ist,
ist er relativer, gesetzt als sich auf sein Anderes wesentlich
beziehend; hier beginnt somit die Einheit des Begriffs _gesetzt_ zu
werden; aber zunchst ist sie nur der _Schein_ an einem Andern.--Das
bergehen und die Auflsung dieser Bestimmungen hat nur diesen
wahren Sinn, da sie ihren Begriff, ihre Wahrheit erreichen; Seyn,
Daseyn, Etwas oder Ganzes und Theile u. s. f., Substanz und
Accidenzen, Ursache und Wirkung sind fr sich Gedankenbestimmungen;
als bestimmte _Begriffe_ werden sie aufgefat, insofern jede in der
Einheit mit ihrer andern oder entgegengesetzten erkannt wird.--Das
Ganze und die Theile, Ursache und Wirkung z.B. u. s. f. sind noch
nicht verschiedene, die als _Besondere_ gegeneinander bestimmt wren,
weil sie _an sich_ zwar Einen Begriff ausmachen, aber ihre _Einheit_
noch nicht die Form der _Allgemeinheit_ erreicht hat; so hat auch der
_Unterschied_, der in diesen Verhltnissen ist, noch nicht die Form,
da er _Eine_ Bestimmtheit ist.  Ursache und Wirkung z.B. sind
nicht zwei verschiedene Begriffe, sondern nur _Ein bestimmter_
Begriff, und die Kausalitt ist, wie jeder Begriff, ein _einfacher_.

In Absicht auf Vollstndigkeit hat sich ergeben, da das Bestimmte
der Besonderheit _vollstndig_ in dem Unterschiede des _Allgemeinen_
und _Besondern_ ist, und da nur diese beide die besonderen Arten
ausmachen.  In der _Natur_ finden sich freilich in einer Gattung mehr
als zwei Arten, so wie diese vielen Arten auch nicht das aufgezeigte
Verhltni zu einander haben knnen.  Es ist die die Ohnmacht der
Natur, die Strenge des Begriffs nicht festhalten und darstellen zu
knnen, und in diese begrifflose blinde Mannigfaltigkeit sich zu
verlaufen.  Wir knnen die Natur in der Mannigfaltigkeit ihrer
Gattungen und Arten, und der unendlichen Verschiedenheit ihrer
Gestaltungen _bewundern_, denn die Bewunderung ist _ohne Begriff_,
und ihr Gegenstand ist das Vernunftlose.  Der Natur, weil sie das
Auersichseyn des Begriffes ist, ist es freigegeben, in dieser
Verschiedenheit sich zu ergehen, wie der Geist, ob er gleich den
Begriff in der Gestalt des Begriffes hat, auch auf's Vorstellen sich
einlt, und in einer unendlichen Mannigfaltigkeit desselben sich
herumtreibt.  Die vielfachen Naturgattungen oder Arten mssen fr
nichts Hheres geachtet werden, als die willkrlichen Einflle des
Geistes in seinen Vorstellungen.  Beide zeigen wohl allenthalben
Spuren und Ahnungen des Begriffs, aber stellen ihn nicht in treuem
Abbild dar, weil sie die Seite seines freien Auersichseyns sind; er
ist die absolute Macht gerade darum, da er seinen Unterschied frei
zur Gestalt selbststndiger Verschiedenheit, uerlicher
Nothwendigkeit, Zuflligkeit, Willkr, Meinung entlassen kann, welche
aber fr nicht mehr als die abstrakte Seite der _Nichtigkeit_
genommen werden mu.

Die _Bestimmtheit_ des Besondern ist _einfach_ als _Princip_, wie wir
gesehen haben, aber sie ist es auch als Moment der Totalitt, als
Bestimmtheit gegen die _andere_ Bestimmtheit.  Der Begriff, insofern
er sich bestimmt oder unterscheidet, ist er negativ auf seine Einheit
gerichtet, und giebt sich die Form eines seiner ideellen Momente _des
Seyns_; als bestimmter Begriff hat er ein _Daseyn_ berhaupt.  Die
Seyn hat aber nicht mehr den Sinn der bloen _Unmittelbarkeit_,
sondern der Allgemeinheit, der durch die absolute Vermittelung sich
selbst gleichen Unmittelbarkeit, die ebenso sehr auch das andere
Moment, das Wesen oder die Reflexion in sich enthlt.  Diese
Allgemeinheit, mit welcher das Bestimmte bekleidet ist, ist die
_abstrakte_.  Das Besondere hat die Allgemeinheit in ihm selbst als
sein Wesen; insofern aber die Bestimmtheit des Unterschieds _gesetzt_
ist, und dadurch Seyn hat, ist sie _Form_ an demselben, und die
Bestimmtheit als solche ist der _Inhalt_.  Zur Form wird die
Allgemeinheit, insofern der Unterschied als das Wesentliche ist, wie
er im Gegentheil im rein Allgemeinen nur als absolute Negativitt,
_nicht als_ Unterschied ist, der als solcher _gesetzt_ ist.

Die Bestimmtheit ist nun zwar das _Abstrakte_ gegen die _andere_
Bestimmtheit; die andere ist aber nur die Allgemeinheit selbst, diese
ist insofern auch die _abstrakte_; und die Bestimmtheit des Begriffs,
oder die Besonderheit ist wieder weiter nichts als die bestimmte
Allgemeinheit.  Der Begriff ist in ihr _auer sich_; insofern _er es
ist_, der darin auer sich ist, so enthlt das abstrakt-Allgemeine
alle Momente des Begriffs; es ist [alpha]) Allgemeinheit, [beta])
Bestimmtheit, [gamma]) die _einfache_ Einheit von beiden; aber diese
Einheit ist _unmittelbare_, und die Besonderheit ist darum nicht
_als_ die Totalitt. _An sich_ ist sie auch diese _Totalitt_ und
_Vermittelung_; sie ist wesentlich _ausschlieende_ Beziehung auf
_Anderes_, oder _Aufhebung_ der _Negation_, nmlich der _andern_
Bestimmtheit,--der _andern_, die aber nur als Meinung vorschwebt,
denn unmittelbar verschwindet sie, und zeigt sich als dasselbe, was
die ihr _andere_ seyn sollte.  Die macht also diese Allgemeinheit
zur abstrakten, da die Vermittelung nur _Bedingung_ ist, oder nicht
_an ihr_ selbst _gesetzt_ ist.  Weil sie nicht _gesetzt_ ist, hat die
Einheit des Abstrakten die Form der Unmittelbarkeit, und der Inhalt
die Form der Gleichgltigkeit gegen seine Allgemeinheit, weil er
nicht als diese Totalitt ist, welche die Allgemeinheit der absoluten
Negativitt ist.  Das abstrakt-Allgemeine ist somit zwar der
_Begriff_, aber als _Begriffloses_, als Begriff, der nicht als
solcher gesetzt ist.

Wenn vom _bestimmten Begriffe_ die Rede ist, so ist es gewhnlich
rein nur ein solches _abstrakt-Allgemeines_, was gemeint ist.  Auch
unter dem _Begriffe_ berhaupt wird meist nur dieser _begrifflose_
Begriff verstanden, und der _Verstand_ bezeichnet das Vermgen
solcher Begriffe.  Die _Demonstration_ gehrt diesem Verstande an,
insofern sie an _Begriffen fortgehe_, das heit nur an _Bestimmungen_.
Solches Fortgehen an Begriffen kommt daher nicht ber die
Endlichkeit und Nothwendigkeit hinaus; ihr Hchstes ist das negative
Unendliche, die Abstraktion des hchsten Wesens, welches selbst die
Bestimmtheit der _Unbestimmtheit_ ist.  Auch die absolute Substanz
ist zwar nicht diese leere Abstraktion, dem Inhalte nach vielmehr die
Totalitt, aber sie ist darum abstrakt, weil sie ohne die absolute
Form ist, ihre innerste Wahrheit macht nicht der Begriff aus; ob sie
zwar die Identitt der Allgemeinheit und Besonderheit, oder des
Denkens und des Auereinander ist, so ist diese Identitt nicht die
_Bestimmtheit_ des Begriffes; _auer_ ihr ist vielmehr ein, und zwar
eben weil er auer ihr ist, ein zuflliger Verstand, in und fr
welchen sie in verschiedenen Attributen und Modis ist.

_Leer_ ist brigens die Abstraktion nicht, wie sie gewhnlich genannt
wird; sie ist der _bestimmte_ Begriff; sie hat irgend eine
Bestimmtheit zum Inhalt; auch das hchste Wesen, die reine
Abstraktion hat, wie erinnert, die Bestimmtheit der Unbestimmtheit;
eine Bestimmtheit aber ist die Unbestimmtheit, weil sie dem
Bestimmten _gegenber_ stehen soll.  Indem man aber ausspricht, was
sie ist, hebt sich die selbst auf, was sie seyn soll; sie wird als
eins mit der Bestimmtheit ausgesprochen, und auf diese Weise aus der
Abstraktion der Begriff und ihre Wahrheit hergestellt.--Insofern aber
ist jeder bestimmte Begriff allerdings _leer_, als er nicht die
Totalitt, sondern nur eine einseitige Bestimmtheit enthlt.  Wenn er
auch sonst konkreten Inhalt hat, z.B. Mensch, Staat, Thier u. s. f.,
so bleibt er ein leerer Begriff, insofern seine Bestimmtheit nicht
das _Princip_ seiner Unterschiede ist; das Princip enthlt den Anfang
und das Wesen seiner Entwickelung und Realisation; irgend eine andere
Bestimmtheit des Begriffs aber ist unfruchtbar.  Wenn der Begriff
daher berhaupt als leer gescholten ist, so wird jene absolute
Bestimmtheit desselben verkannt, welche der Begriffsunterschied und
der einzig wahre Inhalt in seinem Element ist.

Hierher gehrt der Umstand, um dessen willen der Verstand in neueren
Zeiten gering geachtet und gegen die Vernunft so sehr zurckgesetzt
wird; es ist die _Festigkeit_, welche er den Bestimmtheiten und somit
den Endlichkeiten ertheilt.  Die Fixe besteht in der betrachteten
Form der abstrakten Allgemeinheit; durch sie werden sie
_unvernderlich_.  Denn die qualitative Bestimmtheit, so wie die
Reflexions-Bestimmung, sind wesentlich als _begrenzte_, und haben
durch ihre Schranke eine Beziehung auf ihr _Anderes_, somit die
_Nothwendigkeit_ des bergehens und Vergehens.  Die Allgemeinheit
aber, welche sie im Verstande haben, giebt ihnen die Form der
Reflexion in sich, wodurch sie der Beziehung auf Anderes entnommen,
und _unvergnglich_ geworden sind.  Wenn nun am reinen Begriffe diese
Ewigkeit zu seiner Natur gehrt, so wren seine abstrakten
Bestimmungen nur _ihrer Form_ nach ewige Wesenheiten; aber ihr Inhalt
ist dieser Form nicht angemessen; sie sind daher nicht Wahrheit und
Unvergnglichkeit.  Ihr Inhalt ist der Form nicht angemessen, weil er
nicht die Bestimmtheit selbst als allgemein, d. i. nicht als
Totalitt des Begriffsunterschieds oder nicht selbst die ganze Form
ist; die Form des beschrnkten Verstandes ist darum aber selbst die
unvollkommene, nmlich _abstrakte_ Allgemeinheit.--Es ist aber ferner
als die unendliche Kraft des Verstandes zu achten, das Konkrete in
die abstrakten Bestimmtheiten zu trennen, und die Tiefe des
Unterschieds zu fassen, welche allein zugleich die Macht ist, die
ihren bergang bewirkt.  Das Konkrete der _Anschauung_ ist
_Totalitt_, aber die _sinnliche_,--ein realer Stoff, der in Raum und
Zeit gleichgltig _auereinander_ besteht; diese Einheitslosigkeit
des Mannigfaltigen, in der es der Inhalt der Anschauung ist, sollte
ihm doch wohl nicht als Verdienst und Vorzug vor dem Verstndigen
angerechnet werden.  Die Vernderlichkeit, die es in der Anschauung
zeigt, deutet schon auf das Allgemeine hin; was davon zur Anschauung
kommt, ist nur ein _anderes_ ebenso Vernderliches, also nur das
Nmliche; es ist nicht das Allgemeine, das an dessen Stelle trte und
erschiene.  Am wenigsten aber sollte der Wissenschaft, z.B. der
Geometrie und Arithmetik, das _Anschauliche_, das ihr Stoff mit sich
bringt, zu einem Verdienste angerechnet, und ihre Stze, als
hierdurch begrndet, vorgestellt werden.  Vielmehr ist der Stoff
solcher Wissenschaften darum von niedrigerer Natur; das Anschauen der
Figuren oder Zahlen verhilft nicht zur Wissenschaft derselben; nur
das _Denken_ darber vermag eine solche hervorzubringen.--Insofern
aber unter Anschauung nicht blo das Sinnliche, sondern die
_objektive Totalitt_ verstanden wird, so ist sie eine
_intellektuelle_, d. i. sie hat das Daseyn nicht in seiner
uerlichen Existenz zum Gegenstande, sondern das, was in ihm
unvergngliche Realitt und Wahrheit ist,--die Realitt, nur insofern
sie wesentlich im Begriffe und durch ihn _bestimmt_ ist, die _Idee_,
deren nhere Natur sich spter zu ergeben hat.  Was die Anschauung
als solche vor dem Begriffe voraushaben soll, ist die uerliche
Realitt, das Begrifflose, das erst einen Werth durch ihn erhlt.

Indem daher der Verstand die unendliche Kraft darstellt, welche das
Allgemeine bestimmt, oder umgekehrt, dem an und fr sich
Haltungslosen der Bestimmtheit durch die Form der Allgemeinheit das
fixe Bestehen ertheilt, so ist es nun nicht Schuld des Verstandes,
wenn nicht weiter gegangen wird.  Es ist eine subjektive _Ohnmacht
der Vernunft_, welche diese Bestimmtheiten so gelten lt und sie
nicht durch die jener abstrakten Allgemeinheit entgegensetzte
dialektische Kraft, d. h. durch die eigenthmliche Natur, nmlich
durch den Begriff jener Bestimmtheiten, zur Einheit zurckzufhren
vermag.  Der Verstand giebt ihnen zwar durch die Form der abstrakten
Allgemeinheit, so zu sagen, eine solche _Hrte_ des _Seyns_, als sie
in der qualitativen Sphre und in der _Sphre_ der Reflexion nicht
haben; aber durch diese Vereinfachung _begeistet_ er sie zugleich,
und schrft sie so zu, da sie eben nur auf dieser Spitze die
Fhigkeit erhalten, sich aufzulsen und in ihr Entgegengesetztes
berzugehen.  Die hchste Reife und Stufe, die irgend Etwas erreichen
kann, ist diejenige, in welcher sein Untergang beginnt, Das Feste der
Bestimmtheiten, in welche sich der Verstand einzurennen scheint, die
Form des Unvergnglichen ist die der sich auf sich beziehenden
Allgemeinheit.  Aber sie gehrt dem Begriffe zu eigen an; und daher
liegt in ihr selbst die _Auflsung_ des Endlichen ausgedrckt, und in
unendlicher Nhe.  Diese Allgemeinheit _arguirt_ unmittelbar die
Bestimmtheit des Endlichen, und _drckt_ seine Unangemessenheit zu
ihr _aus_.--Oder vielmehr ist seine Angemessenheit schon vorhanden;
das abstrakte Bestimmte ist als eins mit der Allgemeinheit gesetzt;
eben darum als nicht fr sich, insofern es nur Bestimmtes wre,
sondern nur als Einheit seiner und des Allgemeinen, d. i. als Begriff.
Es ist daher in jeder Rcksicht zu verwerfen, Verstand und die
Vernunft so, wie gewhnlich geschieht, zu trennen.  Wenn der Begriff
als vernunftlos betrachtet wird, so mu es vielmehr als eine
Unfhigkeit der Vernunft betrachtet werden, sich in ihm zu erkennen.
Der bestimmte und abstrakte Begriff ist die _Bedingung_, oder
vielmehr _wesentliches Moment der Vernunft_; er ist begeistete Form,
in welcher das Endliche durch die Allgemeinheit, in der es sich auf
sich bezieht, sich in sich entzndet, als dialektisch gesetzt und
hiermit der _Anfang_ selbst der Erscheinung der Vernunft ist.

Indem der bestimmte Begriff in dem Bisherigen in seiner Wahrheit
dargestellt ist, so ist nur noch brig, anzuzeigen, als was er
hiermit schon gesetzt ist.--Der Unterschied, welcher wesentliches
Moment des Begriffs, aber im rein Allgemeinen noch nicht als solcher
gesetzt ist, erhlt im bestimmten Begriffe sein Recht.  Die
Bestimmtheit in der Form der Allgemeinheit ist zum Einfachen mit
derselben verbunden; die bestimmte Allgemeine ist die sich auf sich
selbst beziehende Bestimmtheit; die bestimmte Bestimmtheit oder
absolute Negativitt fr sich gesetzt.  Die sich auf sich selbst
beziehende Bestimmtheit aber ist die _Einzelnheit_.  So unmittelbar
die Allgemeinheit schon an und fr sich selbst Besonderheit ist, so
unmittelbar an und fr sich ist die Besonderheit auch _Einzelnheit_,
welche zunchst als drittes Moment des Begriffes, insofern sie
_gegen_ die beiden desselben in sich, und zugleich als der gesetzte
Verlust seiner selbst zu betrachten ist.

_Anmerkung.  Allgemeinheit, Besonderheit_ und _Einzelnheit_ sind nach
dem Bisherigen die _drei_ bestimmten Begriffe, wenn man sie nmlich
_zhlen_ will.  Es ist schon frher gezeigt worden, da die Zahl eine
unpassende Form ist, um Begriffsbestimmungen darein zu fassen, aber
am unpassendsten vollends fr Bestimmungen des Begriffs selbst; die
Zahl, da sie das Eins zum Princip hat, macht die gezhlten zu ganz
abgesonderten und einander ganz gleichgltigen.  Es hat sich im
Bisherigen ergeben, da die verschiedenen bestimmten Begriffe
schlechthin vielmehr nur _Einer_ und derselbe Begriff sind, als da
sie in die Zahl aus einander fallen.

In der sonst gewhnlichen Abhandlung der Logik kommen mancherlei
_Eintheilungen_ und _Arten_ von Begriffen vor.  Es fllt sogleich die
Inkonsequenz daran in die Augen, da die Arten so eingefhrt werden:
_Es giebt_ der Quantitt, Qualitt u. s. f. nach folgende Begriffe.
_Es giebt_, drckt keine andere Berechtigung aus, als die, da man
solche Arten _vorfindet_ und sie sich nach der _Erfahrung_ zeigen.
Man erhlt auf diese Weise eine _empirische Logik_,--eine sonderbare
Wissenschaft, eine _irrationelle_ Erkenntni des _Rationellen_.  Die
Logik giebt hierdurch ein sehr bles Beispiel der Befolgung ihrer
eigenen Lehren; sie erlaubt sich fr sich selbst das Gegentheil
dessen zu thun, was sie als Regel vorschreibt, da die Begriffe
abgeleitet und die wissenschaftlichen Stze (also auch der Satz: es
giebt so und so vielerlei Arten von Begriffen) bewiesen werden sollen.
--Die kantische Philosophie begeht hierin eine weitere Inkonsequenz,
sie _entlehnt_ fr die _transcendentale Logik_ die Kategorien als
sogenannte Stammbegriffe aus der subjektiven Logik, in welcher sie
empirisch aufgenommen werden.  Da sie Letzteres zugiebt, so ist nicht
abzusehen, warum die transcendentale Logik sich zum Entlehnen aus
solcher Wissenschaft entschliet, und nicht gleich selbst empirisch
zugreift.

Um Einiges hiervon anzufhren, so werden die Begriffe vornehmlich
nach ihrer _Klarheit_ eingetheilt, und zwar in _klare_ und _dunkle,
deutliche_ und _undeutliche_, in _adquate_ und _nicht-adquate_.
Auch knnen hierher die _vollstndigen, berflieenden_ und andere
dergleichen berflssigkeiten genommen werden.--Was jene Eintheilung
nach der _Klarheit_ betrifft, so zeigt sich bald, da dieser
Gesichtspunkt und die sich auf ihn beziehenden Unterschiede aus
_psychologischen_, nicht aus _logischen_ Bestimmungen genommen sind.
Der sogenannte _klare_ Begriff soll hinreichen, einen Gegenstand von
einem andern zu unterscheiden ein solches ist noch kein Begriff zu
nennen, es ist weiter nichts als die _subjektive Vorstellung_.  Was
ein _dunkler_ Begriff sey, mu auf sich beruhen bleiben, denn sonst
wre er kein dunkler, er wrde ein deutlicher Begriff.--Der
_deutliche_ Begriff soll ein solcher seyn, von welchem man die
_Merkmale_ angeben knne.  Sonach ist er eigentlich der _bestimmte_
Begriff.  Das Merkmal, wenn nmlich das, was darin Richtiges liegt,
aufgefat wird, ist nichts Anderes als die _Bestimmtheit_ oder der
einfache _Inhalt_ des Begriffs, insofern er von der Form der
Allgemeinheit unterschieden wird.  Aber das _Merkmal_ hat zunchst
nicht gerade diese genauere Bedeutung, sondern ist berhaupt nur eine
Bestimmung, wodurch ein _Dritter_ sich einen Gegenstand oder den
Begriff merkt; es kann daher ein sehr zuflliger Umstand seyn.
berhaupt drcke es nicht sowohl die Immanenz und Wesentlichkeit der
Bestimmung aus, sondern deren Beziehung auf einen _uern_ Verstand.
Ist dieser wirklich ein Verstand, so hat er den Begriff vor sich, und
merkt sich denselben durch nichts Anderes, als durch das, _was im
Begriffe ist_.  Soll es aber hiervon unterschieden seyn, so ist es
ein _Zeichen_ oder sonst eine Bestimmung, welche zur _Vorstellung_
der Sache, nicht zu ihrem Begriffe gehrt.--Was der _undeutliche_
Begriff sey, kann als berflssig bergangen werden.

Der _adquate_ Begriff aber ist ein Hheres; es schwebt dabei
eigentlich die bereinstimmung des Begriffes mit der Realitt vor,
was nicht der Begriff als solcher, sondern die _Idee_ ist.  Wenn das
_Merkmal_ des deutlichen Begriffs wirklich die Begriffsbestimmung
selbst seyn sollte, so wrde die Logik mit den _einfachen_ Begriffen
in Verlegenheit kommen, welche nach einer andern Eintheilung den
_zusammengesetzen_ gegenbergestellt werden.  Denn wenn vom einfachen
Begriff ein wahres, d. i. ein immanentes Merkmal angegeben werden
sollte, so wrde man ihn nicht als einen einfachen ansehen wollen;
insofern aber keines von ihm angegeben wrde, wre er kein deutlicher
Begriff.  Da hilft aber nun der _klare_ Begriff aus.  Einheit,
Realitt und dergleichen Bestimmungen sollen _einfach_ Begriffe seyn,
wohl nur aus dem Grunde, da die Logiker nicht damit zu Stande kamen,
die Bestimmung derselben aufzufinden, sich daher begngten, einen
blo _klaren_ Begriff, d. h. gar keinen davon zu haben.  Zur
_Definition_, d. i. zur Angabe des Begriffs wird allgemein die Angabe
der Gattung und der specifischen Differenz gefordert.  Sie giebt also
den Begriff nicht als etwas Einfaches, sondern in _zwei_ zhlbaren
_Bestandstcken_.  Aber darum wird solcher Begriff doch wohl nicht
_ein Zusammengesetztes_ seyn sollen.--Es scheint beim einfachen
Begriffe die _abstrakte Einfachheit_ vorzuschweben, eine Einheit,
welche den Unterschied und die Bestimmtheit nicht in sich enthlt,
welche daher auch nicht diejenige ist, die dem Begriffe zukommt.
Sofern ein Gegenstand in der Vorstellung, insbesondere im
Gedchtnisse ist, oder auch die abstrakte Gedankenbestimmung ist,
kann er ganz einfach seyn.  Selbst der in sich reichste Gegenstand: z.
B. Geist, Natur, Welt, auch Gott ganz begrifflos in die einfache
Vorstellung des ebenso einfachen Ausdruckes: Geist, Natur, Welt, Gott,
gefat, ist wohl etwas Einfaches, bei dem das Bewutseyn stehen
bleiben kann, ohne sich die eigenthmliche Bestimmung oder ein
Merkmal weiter herauszuheben; aber die Gegenstnde des Bewutseyns
sollen nicht diese einfache, nicht Vorstellungen oder abstrakte
Gedankenbestimmungen bleiben, sondern _begriffen_ werden, d. h. ihre
Einfachheit soll mit ihrem innern Unterschied bestimmt seyn.--Der
_zusammengesetzte_ Begriff aber ist wohl nicht mehr als ein hlzernes
Eisen.  Von etwas Zusammengesetztem kann man wohl einen Begriff haben;
aber ein zusammengesetzter Begriff wre etwas schlimmeres als der
_Materialismus_, welcher nur die _Substanz der Seele_ als ein
Zusammengesetztes annimmt, aber das _Denken_ doch als _einfach_
auffat.  Die ungebildete Reflexion verfllt zunchst auf die
Zusammensetzung als die ganz _uerliche_ Beziehung, die schlechteste
Form, in der die Dinge betrachtet werden knnen; auch die niedrigsten
Naturen mssen eine _innere_ Einheit seyn.  Da vollends die Form des
unwahrsten Daseyns auf Ich, auf den Begriff bergetragen wird, ist
mehr, als zu erwarten war, ist als unschicklich und barbarisch zu
betrachten.

Die Begriffe werden ferner vornehmlich in _kontrre_ und
_kontradiktorische_ eingetheilt.--Wenn es bei der Abhandlung des
Begriffs darum zu thun wre, anzugeben, was es fr _bestimmte_
Begriffe gebe, so wren alle mglichen Bestimmungen anzufhren,--denn
_alle_ Bestimmungen sind Begriffe, somit bestimmte Begriffe,--und
alle Kategorien des _Seyns_, wie alle Bestimmungen des _Wesens_,
wren unter den Arten der Begriffe aufzufhren.  Wie denn auch in den
Logiken, in der einen nach Belieben _mehr_, in der andern _weniger_,
erzhlt wird, da es _bejahende, verneinende, identische, bedingte,
nothwendige u. s. f._ Begriffe gebe.  Da solche Bestimmungen _der
Natur des Begriffes selbst_ schon im Rcken liegen, und daher, wenn
sie bei demselben aufgefhrt werden, nicht in ihrer eigenthmlichen
Stelle vorkommen, so lassen sie nur oberflchliche Worterklrungen zu,
und erscheinen hier ohne alles Interesse.--Den _kontrren_ und
_kontradiktorischen_ Begriffen,--ein Unterschied, der hier
vornehmlich beachtet wird, liegt die Reflexions-Bestimmung der
_Verschiedenheit_ und _Entgegensetzung_ zu Grunde.  Sie werden als
zwei besondere _Arten_ angesehen, d. h. jeder als fest fr sich und
gleichgltig gegen den andern, ohne allen Gedanken der Dialektik und
der innern Nichtigkeit dieser Unterschiede; als ob das, was _kontrr_
ist, nicht ebenso sehr als _kontradiktorisch_ bestimmt werden mte.
Die Natur und der wesentliche bergang der Reflexions-Formen, die
sie ausdrcken, ist an ihrer Stelle betrachtet worden.  In dem
Begriffe ist die Identitt zur Allgemeinheit, der Unterschied zur
Besonderheit, die Entgegensetzung, die in den Grund zurckgeht, zur
Einzelnheit fortgebildet.  In diesen Formen sind jene
Reflexions-Bestimmungen, wie sie in ihrem Begriffe sind.  Das
Allgemeine erwies sich nicht nur als das Identische, sondern zugleich
als das Verschiedene oder _Kontrre_ gegen das Besondere und Einzelne,
ferner auch als ihnen entgegengesetzt, oder _kontradiktorisch_; in
dieser Entgegensetzung aber ist es identisch mit ihnen, und ihr
wahrhafter Grund, in welchem sie aufgehoben sind.  Ein Gleiches gilt
von der Besonderheit und Einzelnheit, welche ebenso die Totalitt der
Reflexions-Bestimmungen sind.  Weiter werden die Begriffe in
_subordinirte_ und _koordinirte_ eingetheilt;--ein Unterschied, der
die Begriffsbestimmung nher angeht, nmlich das Verhltni von
Allgemeinheit und Besonderheit, wo diese Ausdrcke auch beilufig
erwhnt worden sind.  Nur pflegen sie gewhnlich gleichfalls als ganz
feste Verhltnisse betrachtet, und hiernach mehrfache unfruchtbare
Stze von denselben aufgestellt zu werden.  Die weitlufigste
Verhandlung darber betrifft wieder die Beziehung der Kontrariett
und Kontradiktoriett auf die Sub- und Koordination.  Indem das
_Urtheil die Beziehung der bestimmten Begriffe_ ist, so hat sich erst
bei demselben das wahre Verhltni zu ergeben.  Jene Manier, diese
Bestimmungen _zu vergleichen_ ohne Gedanken an ihre Dialektik und um
die fortgehende nderung ihrer Bestimmung, oder vielmehr an die in
ihnen vorhandene Verknpfung entgegengesetzter Bestimmungen, macht
die ganze Betrachtung, was in ihnen _einstimmig sey_ oder nicht,
gleichsam als ob diese Einstimmigkeit oder Nichteinstimmigkeit etwas
Gesondertes und Bleibendes sey, zu etwas nur Unfruchtbarem und
Gehaltlosem.--Der groe, in dem Auffassen und Kombiniren der tieferen
Verhltnisse der algebraischen Gren unendlich fruchtbare und
scharfsinnige _Euler_, besonders der trocken verstndige _Lambert_
und Andere haben fr diese Art von Verhltnissen der
Begriffsbestimmungen eine _Bezeichnung_ durch Linien, Figuren und
dergleichen versucht; man beabsichtigte berhaupt, die logischen
Beziehungsweisen zu einem _Calcul_ zu _erheben_;--oder vielmehr in
der That herabzusetzen.  Schon der Versuch der Bezeichnung stellt
sich sogleich als an und fr sich nichtig dar, wenn man die Natur des
Zeichens und dessen, was bezeichnet werden soll, mit einander
vergleicht.  Die Begriffsbestimmungen, Allgemeinheit, Besonderheit
und Einzelnheit sind allerdings _verschieden_, wie Linien oder die
Buchstaben der Allgebra;--sie sind ferner auch _entgegengesetzt_, und
lieen insofern auch die Zeichen von plus und minus zu.  Aber sie
selbst und vollends deren Beziehungen,--wenn auch nur bei der
_Subsumtion_ und _Inhrenz_ stehen geblieben wird, sind von ganz
anderer wesentlicher Natur, als die Buchstaben und Linien und deren
Beziehungen, die Gleichheit oder Verschiedenheit der Gre, das plus
und minus, oder eine Stellung der Linien bereinander oder ihre
Verbindung zu Winkeln und die Stellungen von Rumen, die sie
einschlieen.  Dergleichen Gegenstnde haben gegen sie das
Eigenthmliche, da sie einander _uerlich_ sind, eine _fixe_
Bestimmung haben.  Wenn Begriffe nun in der Weise genommen worden,
da sie solchen Zeichen entsprechen, so hren sie auf, Begriffe zu
seyn.  Ihre Bestimmungen sind nicht so ein Todtliegendes, wie Zahlen
und Linien, denen ihre Beziehung nicht selbst angehrt; sie sind
lebendige Bewegungen; die unterschiedene Bestimmtheit der einen Seite
ist unmittelbar auch der andern innerlich; was bei Zahlen und Linien
ein vollkommener Widerspruch wre, ist der Natur des Begriffes
wesentlich.--Die hhere Mathematik, welche auch zum Unendlichen
fortgeht, und sich Widersprche erlaubt, kann fr die Darstellung
solcher Bestimmungen ihre sonstigen Zeichen nicht mehr gebrauchen fr
Bezeichnung der noch sehr begrifflosen Vorstellung der _unendlichen
Annherung_ zweier Ordinaten, oder wenn sie einen Bogen einer
unendlichen Anzahl von unendlich kleinen geraden Linien gleichsetzt,
thut sie weiter nichts, als die zwei geraden Linien _auereinander_
zu zeichnen, und in einen Bogen gerade Linien, aber als _verschieden_
von ihm ziehen; fr das Unendliche, worauf es dabei ankommt, verweist
sie an das _Vorstellen_.

Was zu jenem Versuche zunchst verleitet hat, ist vornehmlich das
_quantitative_ Verhltni, in welchem _Allgemeinheit, Besonderheit_
und _Einzelnheit_ zu einander stehen sollen; das Allgemeine heit
_weiter_ als das Besondere und Einzelne, und das Besondere _weiter_
als das Einzelne.  Der Begriff ist das _Konkrete_ und _Reichste_,
weil er der Grund und die _Totalitt_ der frheren Bestimmungen, der
Kategorien des Seyns und der Reflexions-Bestimmungen ist; dieselben
kommen daher wohl auch an ihm hervor.  Aber seine Natur wird gnzlich
verkannt, wenn sie an ihm noch in jener Abstraktion festgehalten
werden; wenn der _weitere Umfang_ des Allgemeinen so genommen wird,
da es ein _Mehreres_ oder ein greres _Quantum_ sey, als das
Besondere und Einzelne.  Als absoluter Grund ist er die _Mglichkeit_
der _Quantitt_, aber ebenso sehr der _Qualitt_, d. h. seine
Bestimmungen sind ebenso wohl qualitativ unterschieden; sie werden
daher dann schon gegen ihre Wahrheit betrachtet, wenn sie unter der
Form der Quantitt allein gesetzt werden.  So ist ferner die
Reflexions Bestimmungen ein _Relatives_, in der ihr Gegentheil
scheint; sie ist nicht im uerlichen Verhltnisse, wie ein Quantum.
Aber der Begriff ist mehr als alles dieses; seine Bestimmungen sind
bestimmte _Begriffe_, wesentlich selbst die _Totalitt_ aller
Bestimmungen.  Es ist daher vllig unpasssend, um solche innige
Totalitt zu fassen, Zahlen- und Raumverhltnisse anwenden zu wollen,
in welchen alle Bestimmungen auseinander fallen; sie sind vielmehr
das letzte und schlechteste Medium, welches gebraucht werden knnte.
Naturverhltnisse, wie z.B. Magnetismus, Farbenverhltnisse, wrden
unendlich hhere und wahrere Symbole dafr seyn.  Da der Mensch die
Sprache hat, als das der Vernunft eigenthmliche Bezeichnungsmittel,
so ist es ein miger Einfall, sich nach einer unvollkommnern
Darstellungsweise umsehen und damit qulen zu wollen.  Der Begriff
kann als solcher wesentlich nur mit dem Geiste aufgefat werden,
dessen Eigenthum nicht nur, sondern dessen reines Selbst er ist.  Es
ist vergeblich, ihn durch Raumfiguren und algebraische Zeichen zum
Behufe des _uerlichen Auges_ und eine _begrifflosen, mechanischen
Behandlungsweise_, eines _Calculs_, festhalten zu wollen.  Auch jedes
Andere, was als Symbol dienen sollte, kann hchstens, wie Symbole fr
die Natur Gottes, Ahnungen und Anklnge des Begriffes erregen; aber
wenn es Ernst seyn sollte, den Begriff dadurch auszudrcken und zu
erkennen, so ist die _uerliche Natur_ aller Symbole unangemessen
dazu und vielmehr ist das Verhltni umgekehrt, da, was in den
Symbolen Anklang einer hhern Bestimmung ist, erst durch den Begriff
erkannt, und allein durch die _Absonderung_ jenes sinnlichen
Beiwesens, das ihn auszudrcken bestimmt ist, ihm genhert werden
sollte.


C. Das Einzelne.


_Die Einzelnheit_ ist, wie sich ergeben, schon durch die Besonderheit
gesetzt; diese ist die _bestimmte Allgemeinheit_; also die sich auf
sich beziehende Bestimmtheit, das _bestimmte Bestimmte_.

1. Zunchst erscheint daher die Einzelnheit als _die Reflexion_ des
Begriffs aus seiner Bestimmtheit _in sich selbst_.  Sie ist die
_Vermittelung_ desselben durch sich, insofern sein _Andersseyn_ sich
wieder zu einem _Andern_ gemacht, wodurch der Begriff als sich selbst
Gleiches hergestellt, aber in der Bestimmung der _absoluten
Negativitt_ ist.--Das Negative am Allgemeinen, wodurch dieses ein
_Besonderes_ ist, wurde vorhin als der Doppelschein bestimmt;
insofern es Scheinen _nach Innen_ ist, bleibt das Besondere ein
Allgemeines; durch das Scheinen nach Auen ist es _Bestimmtes_; die
Rckkehr dieser Seite in das Allgemeine ist die gedoppelte,
_entweder_ durch die _Abstraktion_, welche dasselbe weglt, und zur
_hhern_ und _hchsten Gattung_ aufsteigt, _oder_ aber durch die
_Einzelnheit_, zu welcher das Allgemeine in der Bestimmtheit selbst
heruntersteigt.--Hier geht der Abweg ab, auf welchem die Abstraktion
vom Wege des Begriffs abkommt, und die Wahrheit verlt.  Ihr hheres
und hchstes Allgemeine, zu dem sie sich erhebt, ist nur die immer
inhaltsloser werdende Oberflche; die von ihr verschmhte Einzelnheit
ist die Tiefe, in der der Begriff sich selbst erfat, und als Begriff
gesetzt ist.  Die _Allgemeinheit_ und die _Besonderheit_ erschienen
einer Seits als die Momente des _Werdens_ der Einzelnheit.  Aber es
ist schon gezeigt worden, da sie an ihnen selbst der totale Begriff
sind, somit in der _Einzelnheit_ nicht in ein _Anderes_ bergehen,
sondern da darin nur gesetzt ist, was sie an und fr sich sind.  Das
_Allgemeine_ ist _fr sich_, weil es an ihm selbst die absolute
Vermittelung, Beziehung auf sich nur als absolute Negativitt ist.
Es ist _abstraktes_ Allgemeines, insofern die Aufheben ein
_uerliches_ Thun, und hierdurch ein _Weglassen_ der Bestimmtheit
ist.  Diese Negativitt ist daher wohl an dem Abstrakten, aber sie
bleibt _auerhalb_, als eine bloe _Bedingung_ desselben; sie ist die
Abstraktion selbst, welche ihr Allgemeines sich _gegenber_ hlt, das
daher die Einzelnheit nicht in sich selbst hat, und begrifflos bleibt.
--Leben, Geist, Gott,--so wie den reinen Begriff, vermag die
Abstraktion deswegen nicht zu fassen, weil sie von ihren Erzeugnissen,
die Einzelnheit, das Princip der Individualitt und Persnlichkeit,
abhlt, und so zu nichts, als leb- und geistlosen, farb- und
gehaltlosen Allgemeinheiten kommt.

Aber die Einheit des Begriffs ist so untrennbar, da auch diese
Produkte der Abstraktion, indem sie die Einzelnheit weglassen sollen,
selbst vielmehr _einzelne_ sind.  Indem sie das Konkrete in die
Allgemeinheit erhebt, das Allgemeine aber nur als bestimmte
Allgemeinheit fat, so ist eben die die Einzelnheit, welche sich als
die sich auf sich beziehende Bestimmtheit ergeben hat.  Die
Abstraktion ist daher eine _Trennung_ des Konkreten, und eine
_Vereinzelung_ seiner Bestimmungen; durch sie werden nur _einzelne_
Eigenschaften oder Momente aufgefat; denn ihr Produkt mu das
enthalten, was sie selbst ist.  Der Unterschied aber dieser
Einzelnheit ihrer Produkte, und der Einzelnheit des Begriffs, ist,
da in jenen das Einzelne als _Inhalt_, und das Allgemeine als _Form_
von einander verschieden sind;--weil eben jener nicht als die
absolute Form, als der Begriff selbst, oder diese nicht als die
Totalitt der Form ist.--Diese nhere Betrachtung aber zeigt das
Abstrakte selbst als Einheit des einzelnen Inhalts und der abstrakten
Allgemeinheit, somit als _Konkretes_, als das Gegentheil dessen, was
es seyn will.

Das _Besondere_ ist aus demselben Grunde, weil es nur das bestimmte
Allgemeine ist, auch _Einzelnes_, und umgekehrt, weil das Einzelne
das bestimmte Allgemeine ist, ist es ebenso sehr ein Besonderes.
Wenn an dieser abstrakten Bestimmtheit fest gehalten wird, so hat der
Begriff die drei besonderen Bestimmungen, das Allgemeine, Besondere
und Einzelne; nachdem vorhin nur das Allgemeine und Besondere als die
Arten des Besondern angegeben wurden.  Indem die Einzelnheit als die
Rckkehr des Begriffs als des Negativen in sich ist, so kann diese
Rckkehr selbst von der Abstraktion, die darin eigentlich aufgehoben
ist, als ein gleichgltiges Moment _neben_ die andern gestellt und
gezhlte werden.

Wenn die Einzelnheit als eine der _besonderen_ Begriffsbestimmungen
aufgefhrt wird, so ist die Besonderheit die _Totalitt_, welche alle
in sich begreift; als diese Totalitt eben ist sie das Konkrete
derselben, oder die Einzelnheit selbst.  Sie ist das Konkrete aber
auch nach der vorhin bemerkten Seite als _bestimmte Allgemeinheit_;
so ist sie als die _unmittelbare_ Einheit, in welcher keines dieser
Momente als unterschieden oder als das Bestimmende gesetzt ist, und
in dieser Form wird sie die _Mitte des formalen Schlusses_ ausmachen.

Es fllt von selbst auf, da jede Bestimmung, die in der bisherigen
Exposition des Begriffs gemacht worden, sich unmittelbar aufgelst
und in ihre andere verloren hat.  Jede Unterscheidung konfondirt sich
in der Betrachtung, welche sich isoliren und festhalten soll.  Nur
die bloe _Vorstellung_, fr welche sie das Abstrahiren isolirt hat,
vermag sich das Allgemeine, Besondere und Einzelne fest auseinander
zu halten; so sind sie zhlbar, und fr einen weiteren Unterschied
hlt sie sich an den _vllig uerlichen des Seyns, die Quantitt_,
die nirgend weniger, als hierher gehrt.--In der Einzelnheit ist
jenes wahre Verhltni, die _Untrennbarkeit_ der Begriffsbestimmungen,
_gesetzt_; denn als Negation der Negation enthlt sie den Gegensatz
derselben und ihn zugleich in seinem Grunde oder Einheit; das
Zusammengegangenseyn einer jeden mit ihrer andern Weil in dieser
Reflexion an und fr sich die Allgemeinheit ist, ist sie wesentlich
die Negativitt der Begriffsbestimmungen nicht nur so, da sie nur
ein drittes Verschiedenes gegen sie wre, sondern es ist die nunmehr
_gesetzt_, da das _Gesetztseyn_ das _An- und Frsichseyn_ ist; d. h.
da die dem Unterschiede angehrigen Bestimmungen selbst jede die
_Totalitt_ ist.  Die Rckkehr des bestimmten Begriffes in sich ist,
da er die Bestimmung hat, _in seiner Bestimmtheit_ der _ganze_
Begriff zu seyn.

2. Die Einzelnheit ist aber nicht nur die Rckkehr des Begriffes in
sich selbst, sondern unmittelbar sein Verlust.  Durch die Einzelnheit,
wie er darin _in sich_ ist, wird er _auer sich_, und tritt in
Wirklichkeit.  Die _Abstraktion_, welche als die _Seele_ der
Einzelnheit die Beziehung des Negativen auf das Negative ist, ist,
wie sich gezeigt, dem Allgemeinen und Besondern nichts uerliches,
sondern immanent, und sie sind durch sie Konkretes, Inhalt, Einzelnes.
Die Einzelnheit aber ist als diese Negativitt die bestimmte
Bestimmtheit, das _Unterscheiden_ als solches; durch diese Reflexion
des Unterschiedes in sich wird er ein fester; das Bestimmen des
Besondern ist erst durch die Einzelnheit; denn _sie_ ist jene
Abstraktion, die nunmehr eben als Einzelnheit, _gesetzte Abstraktion_
ist.

Das Einzelne also ist als sich auf sich beziehende Negativitt
unmittelbare Identitt des Negativen mit sich; es ist
_Frsich-seyendes_.  Oder es ist die Abstraktion, welche den Begriff
nach seinem ideellen Momente des _Seyns_ als ein _Unmittelbares_
bestimmt.--So ist das Einzelne ein qualitatives _Eins_ oder _Dieses_.
Nach dieser Qualitt ist es erstlich Repulsion seiner von _sich
selbst_, wodurch die vielen _andern_ Eins vorausgesetzt werden;
_zweitens_ ist es nun gegen diese vorausgesetzten _Anderen_ negative
Beziehung, und das Einzelne insofern _ausschlieend_.  Die
Allgemeinheit auf diese Einzelnen als gleichgltige Eins bezogen,
--und bezogen mu sie darauf werden, weil sie Moment des Begriffes
der Einzelnheit ist,--ist sie nur das _Gemeinsame_ derselben.  Wenn
unter dem Allgemeinen das verstanden wird, was mehreren Einzelnen
_gemeinschaftlich_ ist, so wird von dem _gleichgltigen_ Bestehen
derselben ausgegangen, und in die Begriffsbestimmung die
Unmittelbarkeit des _Seyns_ eingemischt.  Die niedrigste Vorstellung,
welche man vom Allgemeinen haben kann, wie es in der Beziehung auf
das Einzelne ist, ist die uerliche Verhltni desselben, als eines
blo _Gemeinschaftlichen_.

Das Einzelne, welches in der Reflexionssphre der Existenz als
_Dieses_ ist, hat nicht die _ausschlieende_ Beziehung auf anderes
Eins, welche dem qualitativen Frsichseyn zukommt. _Dieses_ ist als
das _in sich reflektirte_ Eins fr sich ohne Repulsion; oder die
Repulsion ist in dieser Reflexion mit der Abstraktion in eins, und
ist die reflektirende _Vermittelung_, welche so an ihm ist, da
dasselbe eine _gesetzte_, von einem uerlichen _gezeigte_
Unmittelbarkeit ist. _Dieses_ ist; es ist unmittelbar; es ist aber
nur _Dieses_, insofern es _monstrirt_ wird.  Das Monstriren ist die
reflektirende Bewegung, welche sich in sich zusammennimmt und die
Unmittelbarkeit setzt, aber als ein sich uerliches.--Das Einzelne
nun ist wohl auch Dieses, als das aus der Vermittelung hergestellte
Unmittelbare; es hat sie aber nicht auer ihm, es ist selbst
repellirende Abscheidung, _die gesetzte Abstraktion_, aber in seiner
Abscheidung selbst positive Beziehung.

Dieses Abstrahiren des Einzelnen ist als die Reflexion des
Unterschiedes in sich erstlich ein Setzen der Unterschiedenen als
_selbststndiger_, in sich reflektirter.  Sie _sind_ unmittelbar;
aber ferner ist dieses Trennen Reflexion berhaupt, das _Scheinen des
einen im Andern_; so stehen sie in wesentlicher Beziehung.  Sie sind
ferner nicht blo _seyende_ Einzelne gegen einander; solche Vielheit
gehrt dem Seyn an; die sich als bestimmt setzende _Einzelnheit_
setzt sich nicht in einem uerlichen, sondern im
Begriffsunterschiede; sie schliet also das _Allgemeine_ von sich aus,
aber da dieses Moment ihrer selbst ist, so bezieht sich ebenso
wesentlich auf sie.

Der Begriff als diese Beziehung seiner _selbststndigen_ Bestimmungen
hat sich verloren; denn so ist er nicht mehr die _gesetzte Einheit_
derselben, und sie nicht mehr als _Momente_, als der Schein desselben,
sondern als an und fr sich bestehende.--Als Einzelnheit kehrt er in
der Bestimmtheit in sich zurck; damit ist das Bestimmte selbst
Totalitt geworden.  Seine Rckkehr in sich ist daher die absolute,
ursprngliche _Theilung seiner_, oder als Einzelnheit ist er als
_Urtheil_ gesetzt.


Zweites Kapitel.  Das Urtheil.


Das Urtheil ist die am _Begriffe_ selbst _gesetzte Bestimmtheit_
desselben.  Die Begriffsbestimmungen, oder was, wie sich gezeigt hat,
dasselbe ist, die bestimmten Begriffe sind schon fr sich betrachtet
worden; aber diese Betrachtung war mehr eine subjektive Reflexion,
oder subjektive Abstraktion.  Der Begriff ist aber selbst dieses
Abstrahiren, das Gegeneinanderstellen seiner Bestimmungen ist sein
eigenes Bestimmen.  Das _Urtheil_ ist die Setzen der bestimmten
Begriffe durch den Begriff selbst.  Das Urtheilen ist insofern _eine
andere_ Funktion als das Begreifen, oder vielmehr _die andere_
Funktion des Begriffes, als es das _Bestimmen_ des Begriffes durch
sich selbst ist, und der weitere Fortgang des Urtheils die
Verschiedenheit der Urtheile ist diese Fortbestimmung des Begriffes.
Was es fr bestimmte Begriffe _giebt_, und wie sich diese
Bestimmungen desselben nothwendig ergeben, die hat sich im Urtheil
zu zeigen.

Das Urtheil kann daher die nchste _Realisirung_ des Begriffs genannt
werden, insofern die Realitt das Treten ins _Daseyn_ als
_bestimmtes_ Seyn berhaupt bezeichnet.  Nher hat sich die Natur
dieser Realisirung so ergeben, da _vor's Erste_ die Momente des
Begriffs durch seine Reflexion-in-sich oder seine Einzelnheit
selbststndige Totalitten sind; _vor's Andere_ aber die Einheit des
Begriffes als deren _Beziehung_ ist.  Die in sich reflektirten
Bestimmungen sind _bestimmte Totalitten_, ebenso wesentlich in
gleichgltigem beziehungslosem Bestehen, als durch die gegenseitige
Vermittelung mit einander.  Das Bestimmen selbst ist nur die
Totalitt, indem es diese Totalitten und deren Beziehung enthlt.
Diese Totalitt ist das Urtheil.--Es enthlt erstlich also die beiden
Selbststndigen, welche _Subjekt_ und _Prdikat_ heien.  Was jedes
ist, kann eigentlich noch nicht gesagt werden; sie sind noch
unbestimmt, denn erst durch das Urtheil sollen sie bestimmt werden.
Indem es der Begriff als bestimmter ist, so ist nur der allgemeine
Unterschied gegen einander vorhanden, da das Urtheil den
_bestimmten_ Begriff gegen den noch _unbestimmten_ enthlt.  Das
Subjekt kann also zunchst gegen das Prdikat als das Einzelne gegen
das Allgemeine, oder auch als das Besondere gegen das Allgemeine,
oder als das Einzelne gegen das Besondere genommen werden; insofern
sie nur berhaupt als das Bestimmtere und das Allgemeinere einander
gegenberstehen.

Es ist daher passend und Bedrfni, fr die Urtheilsbestimmungen
diese _Namen, Subjekt_ und _Prdikat_, zu haben; als Namen sind sie
etwas Unbestimmtes, das erst noch seine Bestimmungen erhalten soll;
und mehr als Namen sind sie daher nicht.  Begriffsbestimmungen selbst
knnten fr die zwei Seiten des Urtheils Theils aus diesem Grunde
nicht gebraucht werden; Theils aber noch mehr darum nicht, weil die
Natur der Begriffsbestimmung sich hervorthut, nicht ein Abstraktes
und Festes zu seyn, sondern ihre entgegengesetzte in sich zu haben,
und an sich zu setzen; indem die Seiten des Urtheils selbst Begriffe,
also die Totalitt seiner Bestimmungen sind, so mssen sie dieselben
alle durchlaufen und an sich zeigen; es sey in abstrakter oder
konkreter Form.  Um nun doch bei dieser Vernderung ihrer Bestimmung
die Seiten des Urtheils doch auf eine allgemeine Weise festzuhalten,
sind Namen am dienlichsten, die sich darin gleich bleiben.--Der Name
aber steht der Sache oder dem Begriffe gegenber; diese
Unterscheidung kommt an dem Urtheile als solchem selbst vor; indem
das Subjekt berhaupt das Bestimmte, und daher mehr das unmittelbar
_Seyende_, das Prdikat aber das _Allgemeine_, das Wesen oder den
Begriff ausdrckt, so ist das Subjekt als solches zunchst nur eine
Art von _Name_; denn _was es ist_, drckt erst das Prdikat aus,
welches das _Seyn_ im Sinne des Begriffs enthlt.  Was ist die, oder
was ist die fr eine Pflanze u. s. f.? unter dem _Seyn_, nach
welchem gefragt wird, wird oft blo der _Name_ verstanden, und wenn
man denselben erfahren, ist man befriedigt und wei nun, was die
Sache ist.  Die ist das _Seyn_ im Sinne des Subjekts.  Aber der
_Begriff_, oder wenigstens das Wesen und das Allgemeine berhaupt
giebt erst das Prdikat, und nach diesem wird im Sinne des Urtheils
gefragt.--_Gott, Geist, Natur_ oder was es sey, ist daher als das
Subjekt eines Urtheils nur erst der Name; was ein solches Subjekt ist,
dem Begriffe nach, ist erst im Prdikate vorhanden.  Wenn gesucht
wird, was solchem Subjekte fr ein Prdikat zukomme, so mte fr die
Beurtheilung schon ein _Begriff_ zu Grunde liegen; aber diesen
spricht erst das Prdikat selbst aus.  Es ist deswegen eigentlich die
bloe _Vorstellung_, welche die vorausgesetzte Bedeutung des Subjekts
ausmacht, und die zu einer Namenerklrung fhrt, wobei es zufllig
und ein historisches Faktum ist, was unter einem Namen verstanden
werde oder nicht.  So viele Streitigkeiten, ob einem gewissen
Subjekte ein Prdikat zukomme oder nicht, sind darum nichts mehr als
Wortstreitigkeiten, weil sie von jener Form ausgehen; das zu Grunde
Liegende (subjectum,...) ist noch nichts weiter als der Name.

Es ist nun nher zu betrachten, wie _zweitens_ die _Beziehung_ des
Subjekts und Prdikats im Urtheile, und wie sie selbst eben dadurch
zunchst bestimmt sind.  Das Urtheil hat zu seinen Seiten berhaupt
Totalitten, welche zunchst als wesentlich selbststndig sind.  Die
Einheit des Begriffes ist daher nur erst eine _Beziehung_ von
Selbststndigen; noch nicht die _konkrete_ aus dieser Realitt in
sich zurckgekehrte, _erfllte_ Einheit, sondern _auer_ der sie, als
_nicht in ihr aufgehobene Extreme_ bestehen.--Es kann nun die
Betrachtung des Urtheils von der ursprnglichen Einheit des Begriffes
oder von der Selbststndigkeit der Extreme ausgehen.  Das Urtheil ist
die Diremtion des Begriffs durch sich selbst; _diese Einheit_ ist
daher der Grund, von welchem aus es nach seiner wahrhaften
_Objektivitt_ betrachtet wird.  Es ist insofern die _ursprngliche
Theilung_ des ursprnglich Einen; das Wort: _Urtheil_ bezieht sich
hiermit auf das, was es an und fr sich ist.  Da aber der Begriff im
Urtheil als _Erscheinung_ ist, indem seine Momente darin
Selbststndigkeit erlangt haben,--an diese Seite der _uerlichkeit_
hlt sich mehr die _Vorstellung_.

Nach dieser _subjektiven_ Betrachtung werden daher Subjekt und
Prdikat, jedes als auer dem andern fr sich fertig, betrachtet; das
Subjekt als ein Gegenstand, der auch wre, wenn er dieses Prdikat
nicht htte; das Prdikat als eine allgemeine Bestimmung, die auch
wre, wenn sie diesem Subjekte nicht zukme.  Mit dem Urtheilen ist
hernach die Reflexion verbunden, ob dieses oder jenes Prdikat, das
im _Kopfe_ ist, dem Gegenstande, der _drauen_ fr sich ist,
_beigelegt_ werden knne und solle; das Urtheilen selbst besteht
darin, da erst durch dasselbe ein Prdikat mit dem Subjekte
_verbunden_ wird, so da, wenn diese Verbindung nicht Statt fnde,
Subjekt und Prdikat, jedes fr sich doch bliebe, was es ist, jenes
ein existirender Gegenstand, dieses eine Vorstellung im Kopfe. --Das
Prdikat, welches dem Subjekte beigelegt wird, soll ihm aber auch
_zukommen_, das heit, an und fr sich identisch mit demselben seyn.
Durch diese Bedeutung des _Beilegens_ wird der _subjektive_ Sinn des
Urtheilens und das gleichgltige uerliche Bestehen des Subjekts und
Prdikats wieder aufgehoben: diese Handlung ist gut; die Copula zeigt
an, da das Prdikat zum _Seyn_ des Subjekts gehrt, und nicht blo
uerlich damit verbunden wird.  Im _grammatischen_ Sinne hat jenes
subjektive Verhltni, in welchem von der gleichgltigen
uerlichkeit des Subjekts und Prdikats ausgegangen wird, sein
vollstndiges Gelten; denn es sind _Worte_, die hier uerlich
verbunden werden.--Bei dieser Gelegenheit kann auch angefhrt werden,
da ein _Satz_ zwar im grammatischen Sinne ein Subjekt und Prdikat
hat, aber darum noch kein _Urtheil_ ist.  Zu Letzterem gehrt, da
das Prdikat sich zum Subjekt nach dem Verhltni von
Begriffsbestimmungen, also als ein Allgemeines zu einem Besondern
oder Einzelnen verhalte.  Drckt das, was vom einzelnen Subjekte
gesagt wird, selbst nur etwas Einzelnes aus, so ist die ein bloer
Satz.  Z. B. Aristoteles ist im 73. Jahre seines Alters, in dem 4.
Jahr der 115. Olympiade gestorben,--ist ein bloer Satz, kein Urtheil.
Es wre von Letzterem nur dann etwas darin, wenn einer der Umstnde,
die Zeit des Todes oder das Alter jenes Philosophen in Zweifel
gestellt gewesen, aus irgend einem Grunde aber die angegebenen Zahlen
behauptet wrden.  Denn in diesem Falle wrden dieselben als etwas
Allgemeines, auch ohne jenen bestimmtem Inhalt des Todes des
Aristoteles bestehende, mit Anderem erfllte oder auch leere Zeit
genommen.

So ist die Nachricht: mein Freund N. ist gestorben, ein Satz; und
wre nur dann ein Urtheil, wenn die Frage wre, ob er wirklich todt,
oder nur scheintodt wre.

Wenn das Urtheil gewhnlich so erklrt wird, da es die _Verbindung
zweier Begriffe_ sey, so kann man fr die uerliche Copula wohl den
unbestimmten Ausdruck: _Verbindung_ gelten lassen, ferner da die
Verbundenen wenigstens Begriffe seyn _sollen_.  Sonst aber ist diese
Erklrung wohl hchst oberflchlich nicht nur da z.B. im
disjunktiven Urtheile mehr als _zwei_ sogenannte Begriffe verbunden
sind, sondern da vielmehr die Erklrung viel besser ist, als die
Sache; denn es sind berhaupt keine Begriffe, die gemeint sind, kaum
Begriffs-, eigentlich nur _Vorstellungsbestimmungen_; beim Begriffe
berhaupt, und beim bestimmten Begriff ist bemerkt worden, da das,
was man so zu benennen pflegt, keineswegs den Namen von Begriffen
verdient; wo sollten nun beim Urtheile Begriffe
herkommen?--Vornehmlich ist in jener Erklrung das Wesentliche des
Urtheils, nmlich der Unterschied seiner Bestimmungen bergangen;
noch weniger das Verhltni des Urtheils zum Begriff bercksichtigt.
Was die weitere Bestimmung des Subjekts und Prdikats betrifft, so
ist erinnert worden, da sie im Urtheil eigentlich erst ihre
Bestimmung zu erhalten haben.  Insofern dasselbe aber die gesetzte
Bestimmtheit des Begriffs ist, so hat sie die angegebenen
Unterschiede _unmittelbar_ und _abstrakt, als Einzelnheit_ und
_Allgemeinheit_.--Insofern es aber berhaupt das _Daseyn_ oder das
_Andersseyn_ des Begriffs, welcher sich noch nicht zu der Einheit,
wodurch er _als Begriff_ ist, wieder hergestellt hat, so tritt auch
die Bestimmtheit hervor, welche begrifflos ist; der Gegensatz des
_Seyns_ und der Reflexion oder _des Ansichseyns_.  Indem aber der
Begriff den wesentlichen _Grund_ des Urtheils ausmacht, so sind jene
Bestimmungen wenigstens so gleichgltig, da jede, indem die eine dem
Subjekte, die andere dem Prdikate zukommt, die Verhltni umgekehrt
ebenso sehr Statt hat.  Das _Subjekt_ als das _Einzelne_ erscheint
zunchst als das _Seyenden_ oder _Frsichseyende_ nach der bestimmten
Bestimmtheit des Einzelnen--als ein wirklicher Gegenstand, wenn er
auch nur Gegenstand in der Vorstellung ist,--wie z.B. die
Tapferkeit, das Recht, bereinstimmung u. s. f.--ber welchen
geurtheilt wird;--das _Prdikat_ dagegen als das _Allgemeine_
erscheint als diese _Reflexion_ ber ihn, oder auch vielmehr als
dessen Reflexion in-sich-selbst, welche ber jene Unmittelbarkeit
hinausgeht und die Bestimmtheiten als blo seyende aufhebt,--_als
sein Ansichseyn_.--Insofern wird vom Einzelnen, als dem Ersten,
Unmittelbaren ausgegangen, und dasselbe durch das Urtheil in _die
Allgemeinheit erhoben_, so wie umgekehrt das nur _an sich_ seyende
Allgemeine im Einzelnen ins Daseyn heruntersteigt oder ein
_Fr-sich-seyendes_ wird.

Diese Bedeutung des Urtheils ist als der _objektive_ Sinn desselben,
und zugleich als die _wahre_ der frheren Formen des bergangs zu
nehmen.  Das Seyende _wird_ und _verndert_ sich, das Endliche _geht_
im Unendlichen _unter_; das Existierende _geht_ aus seinem _Grunde
hervor_ in die Erscheinung, und _geht zu Grunde_; die Accidenz
_manifestirt_ den _Reichthum_ der Substanz, so wie deren _Macht_; im
Seyn ist _bergang_ in Anderes, im Wesen Scheinen an einem Andern,
wodurch die _nothwendige_ Beziehung sich offenbart.  Die bergehen
und Scheinen ist nun in das _ursprngliche Theilen_ des _Begriffes_
bergegangen, welcher, indem er das Einzelne in das _Ansichseyn_
seiner Allgemeinheit zurckfhrt, ebenso sehr das Allgemeine als
_Wirkliches_ bestimmt.  Die Beides ist ein und dasselbe, da die
Einzelnheit in ihre Reflexion-in-sich, und das Allgemeine als
Bestimmtes gesetzt wird.

Zu dieser objektiven Bedeutung gehrt nun aber ebenso wohl, da die
angegebenen Unterschiede, indem sie in der Bestimmtheit des Begriffes
wieder hervortreten, zugleich nur als Erscheinende gesetzt seyen, das
heit, da sie nichts Fixes sind, sondern der einen
Begriffsbestimmung ebenso gut zukommen als der andern.  Das Subjekt
ist daher ebenso wohl als das _Ansichseyn_, das Prdikat dagegen als
das _Daseyn_ zu nehmen.  Das _Subjekt ohne Prdikat_ ist, was in der
Erscheinung das _Ding ohne Eigenschaften_, das _Ding-an-sich_ ist,
ein leerer unbestimmter Grund; es ist so der _Begriff in sich selbst_,
welcher erst am Prdikate eine Unterscheidung und Bestimmtheit
erhlt; dieses macht hiermit die Seite des _Daseyns_ des Subjekts aus.
Durch diese bestimmte Allgemeinheit steht das Subjekt in Beziehung
auf uerliches, ist fr den Einflu anderer Dinge offen, und tritt
dadurch in Thtigkeit gegen sie. _Was da ist_, tritt aus seinem
_In-sich-seyn_ in das _allgemeine_ Element des Zusammenhanges und der
Verhltnisse, in die negativen Beziehungen und das Wechselspiel der
Wirklichkeit, was eine _Kontinuation_ des Einzelnen in andere, und
daher Allgemeinheit ist.

Die so eben aufgezeigte Identitt, da die Bestimmung des Subjekts
ebenso wohl auch dem Prdikat zukommt und umgekehrt, fllt jedoch
nicht nur in unsere Betrachtung; sie ist nicht nur _an sich_, sondern
ist auch im Urtheile gesetzt; denn das Urtheil ist die Beziehung
beider; die Kopula drckt aus, _da das Subjekt das Prdikat_ ist.
Das Subjekt ist die bestimmte Bestimmtheit, und das Prdikat ist
diese _gesetzte_ Bestimmtheit desselben; das Subjekt ist nur in
seinem Prdikat bestimmt, oder nur in demselben ist es Subjekt, es
ist im Prdikat in sich zurckgekehrt, und ist darin das Allgemeine.
--Insofern nun aber das Subjekt das selbststndige ist, so hat jene
Identitt das Verhltni, da das Prdikat nicht ein selbststndiges
Bestehen fr sich, sondern sein Bestehen nur in dem Subjekte hat; es
_inhrirt_ diesem.  Insofern hiernach das Prdikat vom Subjekte
unterschieden wird, so ist es nur eine _vereinzelte_ Bestimmtheit
desselben, nur _Eine_ seiner Eigenschaften; das Subjekt selbst aber
ist das _Konkrete_, die Totalitt von mannigfaltigen Bestimmtheiten,
wie das Prdikat Eine enthlt; es ist das Allgemeine.--Aber anderer
Seits ist auch das Prdikat selbststndige Allgemeinheit, und das
Subjekt umgekehrt nur eine Bestimmung desselben.  Das Prdikat
_subsumirt_ insofern das Subjekt; die Einzelnheit und Besonderheit
ist nicht fr sich, sondern hat ihr Wesen und ihre Substanz im
Allgemeinen.  Das Prdikat drckt das Subjekt in seinem Begriffe aus;
das Einzelne und Besondere sind zufllige Bestimmungen an demselben;
es ist deren absolute Mglichkeit.  Wenn beim _Subsumiren_ an eine
uerliche Beziehung des Subjekts und Prdikats gedacht und das
Subjekt als ein Selbststndiges vorgestellt wird, so bezieht sich das
Subsumiren auf das oben erwhnte subjektive Urtheilen, worin von der
Selbststndigkeit _beider_ ausgegangen wird.  Die Subsumtion ist
hiernach nur die _Anwendung_ des Allgemeinen auf ein Besonderes oder
Einzelnes, das _unter_ dasselbe nach einer unbestimmten Vorstellung,
als von minderer Quantitt gesetzt wird.

Wenn die Identitt des Subjekts und Prdikats so betrachtet worden;
da _das eine Mal_ jenem die eine Begriffsbestimmung zukommt, und
diesem die andere, aber das _andere Mal_ ebenso sehr unmgekehrt, so
ist die Identitt hiermit immer noch erst eine _an sich seyende_; um
der selbststndigen Verschiedenheit der beiden Seiten das Urtheils
willen hat ihre _gesetzte_ Beziehung auch diese Seiten, zunchst als
verschiedene.  Aber die _unterschiedslose Identitt_ macht eigentlich
die _wahre_ Beziehung des Subjekts auf das Prdikat aus.  Die
Begriffsbestimmung ist wesentlich selbst _Beziehung_, denn sie ist
ein _Allgemeines_; dieselben Bestimmungen also, welche das Subjekt
und Prdikat hat, hat damit auch ihre Beziehung selbst.  Sie ist
_allgemein_, denn sie ist die positive Identitt beider, des Subjekts
und Prdikats; sie ist aber auch _bestimmte_, denn die Bestimmtheit
des Prdikats ist die des Subjekts; sie ist ferner auch _einzelne_,
denn in ihr sind die selbststndigen Extreme als in ihrer negativen
Einheit aufgehoben.--Im Urtheile aber ist diese Identitt noch nicht
gesetzt; die Kopula ist als die noch unbestimmte Beziehung des
_Seyns_ berhaupt: A ist B; denn die Selbststndigkeit der
Bestimmtheiten des Begriffs oder Extreme ist im Urtheile die
_Realitt_, welche der Begriff in ihm hat.  Wre das _Ist_ der Kopula
schon _gesetzt_ als jene bestimmte und erfllte _Einheit_ des
Subjekts und Prdikats, als ihr _Begriff_, so wre es bereits _der
Schlu_.

Diese _Identitt_ des Begriffs wieder herzustellen oder vielmehr zu
_setzen_, ist das Ziel der _Bewegung_ des Urtheils.  Was im Urtheil
schon _vorhanden_ ist, ist Theils die Selbststndigkeit, aber auch
die Bestimmtheit des Subjekts und Prdikats gegen einander, Theils
aber ihre jedoch _abstrakte_ Beziehung. _Das Subjekt ist das
Prdikat_, ist zunchst das, was das Urtheil aussagt; aber da das
Prdikat _nicht_ das seyn soll, was das Subjekt ist, so ist ein
_Widerspruch_ vorhanden, der sich _auflsen_, in ein Resultat
_bergehen_ mu.  Vielmehr aber, da _an und fr sich_ Subjekt und
Prdikat die Totalitt des Begriffes sind, und das Urtheil die
Realitt des Begriffes ist, so ist seine Fortbewegung nur
_Entwickelung_; es ist in ihm dasjenige schon vorhanden, was in ihm
hervortritt, und die _Demonstration_ ist insofern nur eine
_Monstration_, eine Reflexion als _Setzen_ desjenigen, was in den
Extremen des Urtheils schon _vorhanden_ ist; aber auch die Setzen
selbst ist schon vorhanden; es ist die _Beziehung_ der Extreme.  Das
Urtheil, wie es _unmittelbar_ ist, ist es _zunchst_ das Urtheil des
_Daseyns_; unmittelbar ist sein Subjekt ein _abstraktes, seyendes
Einzelnes_; das Prdikat eine _unmittelbare Bestimmtheit_ oder
Eigenschaft desselben, ein abstrakt Allgemeines.

Indem sich die Qualitative des Subjekts und Prdikats aufhebt,
_scheint_ zunchst die Bestimmung des einen an dem andern; das
Urtheil ist nun _zweitens_ Urtheil der _Reflexion_.

Dieses mehr uerliche Zusammenfassen aber geht in die _wesentliche
Identitt_ eines substantiellen, _nothwendigen Zusammenhangs_ ber;
so ist es _drittens_ das Urtheil der _Nothwendigkeit_.

_Viertens_, indem in dieser wesentlichen Identitt der Unterschied
des Subjekts und Prdikats zu einer _Form_ geworden, so wird das
Urtheil _subjektiv_; es enthlt den Gegensatz des _Begriffes_ und
seiner _Realitt_, und die _Vergleichung_ beider; es ist das _Urtheil
des Begriffs_.

Dieses Hervortreten des Begriffs begrndet den _bergang des
Urtheils in den Schlu_.


A. Das Urtheil des Daseyns.


Im subjektiven Urtheil will man _einen und denselben_ Gegenstand
_doppelt_ sehen, das eine Mal in seiner einzelnen Wirklichkeit, das
andere Mal in seiner wesentlichen Identitt oder in seinem Begriffe;
das Einzelne in seine Allgemeinheit erhoben, oder, was dasselbe ist,
das Allgemeine in seine Wirklichkeit vereinzelt.  Das Urtheil ist in
dieser Weise _Wahrheit_; denn es ist die bereinstimmung des
Begriffs und der Realitt.  So aber ist _zuerst_ das Urtheil nicht
beschaffen; denn _zuerst_ ist es _unmittelbar_, indem sich an ihm
noch keine Reflexion und Bewegung der Bestimmungen ergeben hat.
Diese _Unmittelbarkeit_ macht das erste Urtheil zu einem _Urtheile
des Daseyns_, das auch das _qualitative_ genannt werden kann, jedoch
nur insofern, als die _Qualitt_ nicht nur der Bestimmtheit des
_Seyns_ zukommt, sondern auch die abstrakte Allgemeinheit darin
begriffen ist, die um ihrer Einfachheit willen gleichfalls die Form
der _Unmittelbarkeit_ hat.

Das Urtheil des Daseyns ist auch das Urtheil der _Inhrenz_; weil die
Unmittelbarkeit seine Bestimmung, im Unterschiede des Subjekts und
Prdikats aber jenes das Unmittelbare, hierdurch das Erste und
Wesentliche in diesem Urtheile ist, so hat das Prdikat die Form
eines Unselbststndigen, das am Subjekte seine Grundlage hat.


a.  Das positive Urtheil.


1. Das Subjekt und Prdikat sind, wie erinnert worden, zunchst Namen,
deren wirkliche Bestimmung erst durch den Verlauf des Urtheils
erhalten wird.  Als Seiten des Urtheil aber, welches der _gesetzte_
bestimmte Begriff ist, haben sie die Bestimmung der Momente desselben,
aber um der Unmittelbarkeit willen, die noch ganz _einfache_, Theils
nicht durch Vermittelung bereicherte, Theils zunchst nach dem
abstrakten Gegensatze, als _abstrakte Einzelnheit_ und
_Allgemeinheit_.--Das Prdikat, um von diesem zuerst zu sprechen, ist
das _abstrakte_ Allgemeine; da das Abstrakte aber durch die
Vermittelung des Aufhebens des Einzelnen oder Besondern bedingt ist,
so ist sie insofern nur eine _Voraussetzung_.  In der Sphre des
Begriffs kann es keine andere _Unmittelbarkeit_ geben, als eine
solche, die _an und fr sich_ die Vermittelung enthlt, und nur durch
deren Aufheben entstanden ist, d. i. die _allgemeine_.  So ist auch
das _qualitative Seyn_ selbst _in seinem Begriffe_ ein Allgemeines;
als _Seyn_ aber ist die Unmittelbarkeit noch nicht _so gesetzt_; erst
als _Allgemeinheit_ ist sie die Begriffsbestimmung, an welcher
_gesetzt_ ist, da ihr die Negativitt wesentlich angehrt.  Diese
Beziehung ist im Urtheil vorhanden, worin sie Prdikat eines Subjekts
ist.--Ebenso ist das Subjekt ein _abstrakt_ Einzelnes; oder das
_Unmittelbare_, das _als solches_ seyn soll; es soll daher das
Einzelne als ein _Etwas_ berhaupt seyn.  Das Subjekt macht insofern
die abstrakte Seite am Urtheil aus, nach welcher in ihm der Begriff
in _die uerlichkeit_ bergegangen ist.--Wie die beiden
Begriffsbestimmungen bestimmt sind, so ist es auch ihre Beziehung,
das: _ist_, Kopula; sie kann ebenso nur die Bedeutung eines
unmittelbaren, abstrakten _Seyns_ haben.  Von der Beziehung, welche
noch keine Vermittelung oder Negation enthlt, wird die Urtheil das
_Positive_ genannt.

2. Der nchste reine Ausdruck des positiven Urtheils ist daher der
Satz:

_Das Einzelne ist allgemein._

Dieser Ausdruck mu nicht gefat werden: A ist B; denn A und B sind
gnzlich formlose und daher bedeutungslose Namen; das Urtheil
berhaupt aber, und daher selbst schon das Urtheil des Daseyns, hat
Begriffsbestimmungen zu seinen Extremen.  A ist B, kann ebenso gut
jeden bloen _Satz_ vorstellen, als ein _Urtheil_.  In jedem auch dem
in seiner Form reicher Bestimmten Urtheile aber wird der Satz von
diesem bestimmten Inhalt behauptet: _das Einzelne_ ist _allgemein_;
insofern nmlich jedes Urtheil auch abstraktes Urtheil berhaupt ist.
Von dem negativen Urtheil, inwiefern es unter diesen Ausdruck
gleichfalls gehre, wird sogleich die Rede seyn.--Wenn sonst eben
nicht daran gedacht wird, da mit jedem zunchst wenigstens positiven
Urtheile die Behauptung gemacht werde, da das Einzelne ein
Allgemeines sey, so geschieht die, weil Theils die _bestimmte Form_,
wodurch sich Subjekt und Prdikat unterscheiden, bersehen wird,
--indem das Urtheil nichts als die Beziehung _zweier_ Begriffe seyn
soll,--Theils etwa auch, weil der sonstige _Inhalt_ des Urtheils:
_Cajus ist gelehrt,_ oder _die Rose ist roth_, dem Bewutseyn
vorschwebt, das mit der Vorstellung des _Cajus_ u. s. f. beschftigt,
auf die Form nicht reflektirt,--obgleich wenigstens solcher Inhalt,
wie der _logische Cajus_, der gewhnlich zum Beispiel herhalten mu,
ein sehr wenig interessanter Inhalt ist, und vielmehr gerade so
uninteressant gewhlt wird, um nicht die Aufmerksamkeit von der Form
ab, auf sich zu ziehen.

Nach der objektiven Bedeutung bezeichnet der Satz: _da das Einzelne
allgemein_ ist, wie vorhin gelegentlich erinnert, Theils die
Vergnglichkeit der einzelnen Dinge, Theils ihr positives Bestehen in
dem Begriffe berhaupt.  Der Begriff selbst ist unsterblich, aber das
in seiner Theilung aus ihm Heraustretende ist der Vernderung und dem
Rckgange in seine _allgemeine_ Natur unterworfen.  Aber umgekehrt
giebt sich das Allgemeine ein _Daseyn_.  Wie das Wesen zum _Schein_
in seinen Bestimmungen, der Grund in die _Erscheinung_ der Existenz,
die Substanz in die Offenbarung, in ihre Accidenzen herausgeht, so
_entschliet_ sich das Allgemeine zum Einzelnen; das Urtheil ist
dieser sein _Aufschlu_, die _Entwickelung_ der Negativitt, die es
an sich schon ist.--Das Letzere drckt der umgekehrte Satz aus: _das
Allgemeine ist einzeln_, der ebenso wohl im positiven Urtheile
ausgesprochen ist.  Das Subjekt, zunchst das _unmittelbar Einzelne_,
ist im Urtheile selbst auf sein _Anderes_, nmlich das Allgemeine,
bezogen; es ist somit als das _Konkrete_ gesetzt; nach dem Seyn als
ein Etwas _von vielen Qualitten_;--oder als das Konkrete der
Reflexion, _ein Ding von mannigfaltigen Eigenschaften_, ein
_Wirkliches_ von _mannigfaltigen Mglichkeiten_, eine _Substanz_ von
eben solchen _Accidenzen_.  Weil diese Mannigfaltigen hier dem
Subjekte des Urtheils angehren, so ist das Etwas oder das Ding u. s.
f. in seinen Qualitten, Eigenschaften oder Accidenzen in sich
reflektirt, oder sich durch dieselben hindurch _kontinuirend_; sich
in ihnen, und sie ebenso in sich erhaltend.  Das Gesetztseyn oder die
Bestimmtheit gehrt zum An- und Frsichseyn.  Das Subjekt ist daher
an ihm selbst das _Allgemeine_.--Das Prdikat dagegen, als diese
nicht reale oder konkrete, sondern _abstrakte Allgemeinheit_, ist
gegen jenes die _Bestimmtheit_, und enthlt nur _Ein Moment_ der
Totalitt desselben, mit Ausschlu der andern.  Um dieser Negativitt
willen, welche zugleich als Extrem des Urtheils sich auf sich bezieht,
ist das Prdikat ein _abstrakt-Einzelnes_.--Es drckt z.B. in dem
Satze: _die Rose ist wohlriechend_, nur _Eine_ der _vielen_
Eigenschaften der Rose aus; es vereinzelt sie, die im Subjekte mit
den andern zusammengewachsen ist, wie in der Auflsung des Dings die
mannigfaltigen Eigenschaften, die ihm inhriren, indem sie sich zu
_Materien_ verselbststndigen, _vereinzelt_ werden.  Der Satz des
Urtheils lautet daher nach dieser Seite so: _das Allgemeine ist
einzeln_.

Indem wir diese _Wechselbestimmung_ des Subjekts und Prdikats im
Urtheile zusammenstellen, so ergiebt sich also das Gedoppelte: 1) da
das Subjekt zwar unmittelbar als das Seyende oder Einzelne, das
Prdikat aber das Allgemeine ist.  Weil aber das Urtheil die
_Beziehung_ beider, und das Subjekt durch das Prdikat als
Allgemeines bestimmt ist, so ist das Subjekt das Allgemeine; 2) ist
das Prdikat im Subjekte bestimmt; denn es ist nicht eine Bestimmung
_berhaupt_, sondern _des Subjekts_; die Rose ist wohlriechend;
dieser Wohlgeruch ist nicht irgend ein unbestimmter Wohlgeruch,
sondern der der Rose; das Prdikat ist also _ein Einzelnes_.--Weil
nun Subjekt und Prdikat im Verhltnisse des Urtheils stehen, sollen
sie nach den Begriffsbestimmungen entgegengesetzt bleiben; wie in der
_Wechselwirkung_ der Kausalitt, ehe sie ihre Wahrheit erreicht, die
beiden Seiten gegen die Gleichheit ihrer Bestimmung noch
selbststndige und entgegengesetzte bleiben sollen.  Wenn daher das
Subjekt als Allgemeines bestimmt ist, so ist vom Prdikate nicht auch
seine Bestimmung der Allgemeinheit aufzunehmen, sonst wre kein
Urtheil vorhanden; sondern nur seine Bestimmung der Einzelnheit; so
wie insofern das Subjekt als Einzelnes bestimmt ist, das Prdikat als
Allgemeines zu nehmen ist.--Wenn auf jene bloe Identitt reflektirt
wird, so stellen sich die zwei identischen Stze dar:

Das Einzelne ist Einzelnes,

Das Allgemeine ist Allgemeines, worin die Urtheilsbestimmungen ganz
auseinander gefallen, nur ihre Beziehung auf sich ausgedrckt, die
Beziehung derselben auf einander aber aufgelst, und das Urtheil
somit aufgehoben wre.--Von jenen beiden Stzen drckt der eine: _das
Allgemeine ist einzeln_, das Urtheil seinem _Inhalte_ nach aus, der
im Prdikate eine vereinzelnte Bestimmung, im Subjekte aber die
Totalitt derselben ist; der andere: _das Einzelne ist allgemein_,
die _Form_, die durch ihn selbst unmittelbar angegeben ist.--Im
unmittelbaren positiven Urtheile sind die Extreme noch einfach: Form
und Inhalt sind daher noch vereinigt.  Oder es besteht nicht aus zwei
Stzen; die gedoppelte Beziehung, welche sich in ihm ergab, macht
unmittelbar das _eine_ positive Urtheil aus.  Denn seine Extreme sind
a) als die selbststndigen, abstrakten Urtheilsbestimmungen, b) ist
jede Seite durch die andere bestimmt, vermge der sie beziehenden
Kopula. _An sich_ aber ist deswegen der Form- und Inhaltsunterschied
in ihm vorhanden, wie sich ergeben hat; und zwar gehrt das, was der
erste Satz: das Einzelne ist allgemein, enthlt, zur Form, weil er
die _unmittelbare Bestimmtheit_ des Urtheils ausdrckt.  Das
Verhltni dagegen, das der andere Satz ausdrckt: _das Allgemeine
ist einzeln_, oder da das Subjekt als Allgemeines, das Prdikat
dagegen als Besonderes oder Einzelnes bestimmt, betrifft den _Inhalt_,
weil sich seine Bestimmungen erst durch die Reflexion-in-sich
erheben, wodurch die unmittelbaren Bestimmtheiten aufgehoben werden,
und hiermit die Form sich zu einer in sich gegangen Identitt, die
gegen den Formunterschied besteht, zum Inhalte macht.

3. Wenn nun die beiden Stze der Form und des Inhalts:

(Subjekt) (Prdikat)

Das Einzelne ist allgemein

Das Allgemeine ist einzeln

darum, weil sie in dem _einen_ positiven Urtheile enthalten sind,
vereinigt wrden, so da somit beide, sowohl das Subjekt als Prdikat,
als Einheit der Einzelnheit und Allgemeinheit bestimmt wren, so
wren beide das _Besondere_; was _an sich_ als ihr innere Bestimmung
anzuerkennen ist.  Allein Theils wre diese Verbindung nur durch eine
uere Reflexion zu Stande gekommen, Theils wre der Satz: _das
Besondere ist das Besondere_, der daraus resultirte, kein Urtheil
mehr, sondern ein leerer identischer Satz, wie die bereits darin
gefundenen Stze: _das Einzelne ist einzeln_, und _das Allgemeine ist
allgemein_, waren.--Einzelnheit und Allgemeinheit knnen noch nicht
in die Besonderheit vereinigt werden, weil sie im positiven Urtheile
noch als _unmittelbare_ gesetzt sind.--Oder es mu das Urtheil seiner
Form und seinem Inhalte nach noch unterschieden werden, weil eben
Subjekt und Prdikat noch als Unmittelbarkeit und Vermitteltes
unterschieden sind, oder weil das Urtheil nach seiner Beziehung
beides ist; Selbststndigkeit der Bezogenen, und ihre
Wechselbestimmung, oder Vermittelung.

Das Urtheil also _erstens_ noch seiner _Form_ betrachtet, heit es:

_Das Einzelne ist allgemein_.  Vielmehr aber ist ein solches
_unmittelbares_ Einzelnes _nicht_ allgemein; sein Prdikat ist von
weitrem Umfang, es entspricht ihm also nicht.  Das _Subjekt_ ist ein
_unmittelbar fr sich seyendes_, und daher das _Gegentheil_ jener
Abstraktion, der durch Vermittelung gesetzten Allgemeinheit, die von
ihm ausgesagt werden sollte.

_Zweitens_ das Urtheil nach seinem _Inhalt_ betrachtet oder als der
Satz: _Das Allgemeine ist einzeln_, so ist das Subjekt ein
Allgemeines von Qualitten, ein Konkretes, das unendlich bestimmt ist,
und indem seine Bestimmtheiten nur erst Qualitten, Eigenschaften
oder Accidenzen sind, so ist seine Totalitt die _schlecht unendliche
Vielheit_ derselben.  Ein solches Subjekt ist daher vielmehr nicht
eine _einzelne_ solche Eigenschaft, als sein Prdikat aussagt.  Beide
Stze mssen daher _verneint_ werden, und das positive Urtheil
vielmehr als _negatives_ gesetzt werden.


b.  Negatives Urtheil.


1. Es ist schon oben von der gewhnlichen Vorstellung die Rede
gewesen, da es nur vom Inhalte des Urtheils abhnge, ob es wahr sey
oder nicht, indem die logische Wahrheit nichts als die Form betreffe
und nichts fordere, als da jener Inhalt sich nicht widerspreche.
Zur Form des Urtheils selbst wird nichts gerechnet, als da es die
Beziehung _zweier_ Begriffe sey.  Es hat sich aber ergeben, da diese
beiden Begriffe nicht blo die verhltnilose Bestimmung einer
_Anzahl_ haben, sondern als _Einzelnes_ und _Allgemeines_ sich
verhalten.  Diese Bestimmungen machen den wahrhaft logischen _Inhalt_,
und zwar in dieser Abstraktion den Inhalt des positiven Urtheils aus;
was fr _anderer Inhalt_ (die _Sonne ist rund_, _Cicero war ein
groer Redner in Rom_, _jetzt_ ist's _Tag u. s.f._) in einem Urtheil
vorkommt, geht das Urtheil als solches nichts an; es spricht nur die
aus: Das _Subjekt_ ist _Prdikat_, oder, da die nur Namen sind,
bestimmter: _das Einzelne ist allgemein und umgekehrt._--um dieses
_rein logischen Inhalts_ willen ist das positive Urtheil _nicht wahr_,
sondern hat seine Wahrheit im negativen Urtheil.--Der Inhalt,
fordert man, soll sich im Urtheile nur nicht widersprechen; er
widerspricht sich aber in jenem Urtheile, wie sich gezeigt hat.--Es
ist jedoch vllig gleichgltig, jenen logischen Inhalt auch Form zu
nennen, und unter Inhalt nur die sonstige empirische Erfllung zu
verstehen, so enthlt die Form nicht blo die leere Identitt, auer
welcher die Inhaltsbestimmung lge.  Das positive Urtheil hat alsdann
durch seine _Form_ als positives Urtheil keine Wahrheit; wer die
_Richtigkeit_ einer _Anschauung_ oder _Wahrnehmung_, die
bereinstimmung der _Vorstellung_ mit dem Gegenstand _Wahrheit_
nennte, hat wenigstens keinen Ausdruck mehr fr fr dasjenige, was
Gegenstand und Zweck der Philosophie ist.  Man mte den letztern
wenigstens Vernunftwahrheit nennen, und man wird wohl zugeben, da
solche Urtheile, da Cicero ein groer Redner gewesen, da es jetzt
Tag ist u. s. f. keine Vernunftwahrheiten sind.  Aber sie sind die
nicht, nicht weil sie gleichsam zufllig einen empirischen Inhalt
haben, sondern weil sie nur positive Urtheile sind, die keinen andern
Inhalt als ein unmittelbar Einzelnes und eine abstrakte Bestimmtheit
zum Inhalte haben knnen und sollen.

Das positive Urtheil hat seine Wahrheit zunchst in dem negativen:
_Das Einzelne ist nicht_ abstrakt _allgemein_--_sondern_ das Prdikat
des Einzelnen ist darum, weil es solches Prdikat oder fr sich ohne
die Beziehung auf das Subjekt betrachtet, weil es
_abstrakt_-Allgemeines ist, selbst ein Bestimmtes; das _Einzelne_ ist
daher _zunchst_ ein _Besonderes_.  Ferner nach dem andern Satze, der
im positiven Urtheile enthalten ist, heit das negative Urtheil, das
_Allgemeine_ ist nicht abstrakt _einzeln, sondern_ die Prdikat,
schon weil es Prdikat ist, oder weil es in Beziehung auf ein
allgemeines Subjekt steht, ist ein Weiteres als bloe Einzelnheit,
und das _Allgemeine_ ist daher gleichfalls _zunchst ein Besonderes_.
--Indem die Allgemeine, als Subjekt, selbst in der
Urtheilsbestimmung der Einzelnheit ist, so reduciren sich beide Stze
auf den einen: _Das Einzelne ist ein Besonderes_.

Es kann bemerkt werden, a) da sich hier die _Besonderheit_ fr das
Prdikat ergiebt, von der vorhin schon die Rede war; allein hier ist
sie nicht durch uerliche Reflexion gesetzt, sondern vermittelst der
am Urtheil aufgezeigten negativen Beziehung entstanden. b) Diese
Bestimmung ergiebt sich hier nur fr das Prdikat.  Im
_unmittelbaren_ Urtheile, dem Urtheile des Daseyns, ist das Subjekt
das zum Grunde Liegende; die _Bestimmung_ schient sich daher zunchst
am _Prdikate_ zu _verlaufen_.  In der That aber kann diese erste
Negation noch keine Bestimmung, oder eigentlich noch kein _Setzen des
Einzelnen_ seyn, da es erst das Zweite, das Negative des Negativen
ist.

_Das Einzelne ist ein Besonderes_, ist der _positive_ Ausdruck des
negativen Urtheils.  Dieser Ausdruck ist insofern nicht positives
Urtheil selbst, als diese um seiner Unmittelbarkeit willen nur das
abstrakte zu seinen Extremen hat, das Besondere aber eben durch das
Setzen der Beziehung des Urtheils sich als die erste _vermittelte_
Bestimmung ergiebt.--Diese Bestimmung ist aber nicht nur als Moment
des Extrems zu nehmen, sondern auch, wie sie eigentlich zunchst ist,
als _Bestimmung_ der _Beziehung_; oder das Urtheil ist auch als
_negatives_ zu betrachten.  Dieser bergang grndet sich auf das
Verhltni der Extreme und ihrer Beziehung im Urtheile berhaupt.
Das positive Urtheil ist die Beziehung des _unmittelbar_ Einzelnen
und Allgemeinen, also solcher, deren das eine zugleich _nicht_ ist,
was das andere; die Beziehung ist daher ebenso wesentlich _Trennung_
oder _negativ_; daher das positive Urtheil als negatives zu setzen
war.  Es war daher von Logikern kein solches Aufheben darber zu
machen, da das _nicht_ des negativen Urtheil zur _Kopula_ gezogen
worden sey.  Was im Urtheile _Bestimmung_ des Extrems ist, ist ebenso
sehr _bestimmte Beziehung_.  Die Urtheilsbestimmung oder das Extrem
ist nicht die rein qualitative des _unmittelbaren_ Seyns, welche nur
einem _Andern auer_ ihm entgegenstehen soll.  Noch ist sie
Bestimmung der Reflexion, die sich nach ihrer allgemeinen Form als
positiv und negativ verhlt, deren jedes als ausschlieend gesetzt,
und nur _an sich_ identisch mit der andern ist.  Die Urtheils- als
Begriffsbestimmung ist an ihr selbst ein Allgemeines, gesetzt als
sich in ihre andere _Kontinuirendes_.  Umgekehrt ist die _Beziehung_
des Urtheils dieselbe Bestimmung, als die Extreme haben; denn sie ist
eben diese Allgemeinheit und Kontinuation derselben in einander;
insofern diese unterschieden sind, hat sie auch die Negativitt an
ihr.

Der oben angegebene bergang von der Form der _Beziehung_ zur Form
der _Bestimmung_ macht die _unmittelbare Konsequenz_ aus, da das
_nicht_ der Kopula ebenso sehr zum Prdikate geschlagen, und dasselbe
als das _Nicht-allgemeine_ bestimmt werden mu.  Das Nichtallgemeine
aber ist durch eine ebenso unmittelbare Konsequenz das _Besondere_.
--Wird das _Negative_ nach der ganz abstrakten Bestimmung des
unmittelbaren _Nichtseyns_ festgehalten, so ist das Prdikat nur das
_ganz unbestimmte_ Nichtallgemeine.  Von dieser Bestimmung wird sonst
in der Logik bei den _kontradiktorischen_ Begriffen gehandelt, und
als etwas Wichtiges eingeschrft, da beim _Negativen_ eines Begriffs
nur am Negativen festgehalten, und es als der blo _unbestimmte_
Umfang des _Andern_ des positiven Begriffs genommen werden soll.  So
wre das bloe _Nicht-weie_ ebenso wohl das Rothe, Gelbe, Blaue u.
als das Schwarze.  Das _Weie_ aber als solches ist die _begrifflose_
Bestimmung der Anschauung; das _Nicht_ des Weien ist dann das ebenso
begrifflose _Nichtseyn_, welche Abstraktion ganz zu Anfang der Logik
betrachtet, und als deren nchste Wahrheit das _Werden_ erkannt
worden ist.  Wenn bei Betrachtung der Urtheilsbestimmungen solcher
begrifflose Inhalt aus der Anschauung und Vorstellung als Beispiel
gebraucht, und die Bestimmungen des _Seyns_ und die der _Reflexion_
fr Urtheilsbestimmungen genommen werden, so ist die dasselbe
_unkritische_ Verfahren, als wenn nach Kant die Verstandesbegriffe
auf die unendliche Vernunftidee oder das sogenannte _Ding-an-sich_
angewendet werden; der _Begriff_, wozu auch das von ihm ausgehende
_Urtheil_ gehrt, ist das wahrhafte _Ding-an-sich_ oder das
_Vernnftige_, jene Bestimmungen aber gehren dem _Seyn_ oder _Wesen_
an, und sind noch nicht zu der Art und Weise fortgebildete Formen,
wie sie in ihrer Wahrheit, im _Begriffe_ sind.--Wenn bei dem Weien,
Rothen, als _sinnlichen_ Vorstellungen, stehen geblieben wird, so
wird, wie gewhnlich, etwas Begriff genannt, was nur
Vorstellungsbestimmung ist, und dann ist freilich das Nicht-weie,
Nicht-rothe kein Positives, so wie vollends das nicht Dreieckigte ein
ganz Unbestimmtes ist, denn die auf der Zahl und dem Quantum
berhaupt beruhende Bestimmung ist die wesentlich _gleichgltige,
begrifflose_.  Aber wie das _Nichtseyn_ selbst, so soll auch solcher
sinnlicher Inhalt _begriffen_ werden, und jene Gleichgltigkeit und
abstrakte Unmittelbarkeit verlieren, die er in der blinden
bewegungslosen Vorstellung hat.  Schon im Daseyn wird das
gedankenlose _Nichts_ zur _Grenze_, wodurch _Etwas_ sich doch auf ein
_Anderes_ auer ihm _bezieht_.  In der Reflexion aber ist es das
_Negative_, das sich _wesentlich_ auf ein _Positives bezieht_, und
somit _bestimmt_ ist; ein Negatives ist schon nicht mehr jenes
_unbestimmte Nichtseyn_, es ist gesetzt, nur zu seyn, indem ihm das
Positive entgegen steht, das Dritte ist ihr _Grund_; das Negative ist
somit in einer umschlossenen Sphre gehalten, worin das, was das eine
_nicht_ ist, etwas _Bestimmtes_ ist.--Noch mehr aber ist in der
absolut flssigen Kontinuitt des Begriffs und seiner Bestimmungen
das _Nicht_ unmittelbar ein Positives, und die _Negation_ nicht nur
Bestimmtheit, sondern in die Allgemeinheit aufgenommen und mit ihr
identisch gesetzt.  Das Nichtallgemeine ist daher sogleich das
_Besondere_.

2. Indem die Negation die Beziehung des Urtheils angeht, und das
_negative Urtheil_ noch als solches betrachtet wird, so ist es _vor's
Erste noch ein Urtheil_; es ist somit das Verhltni von Subjekt und
Prdikat, oder von Einzelnheit und Allgemeinheit vorhanden, und die
Beziehung derselben; _die Form des Urtheils_.  Das Subjekt als das zu
Grunde liegende Unmittelbare bleibt unberhrt von der Negation, es
behlt also seine Bestimmung, ein Prdikat zu haben, oder seine
Beziehung auf die Allgemeinheit.  Was daher negirt wird, ist nicht
die Allgemeinheit berhaupt im Prdikate, sondern die Abstraktion
oder die Bestimmtheit desselben, welche gegen jene Allgemeinheit als
_Inhalt_ erschien.--Das negative Urtheil ist also nicht die totale
Negation; die allgemeine Sphre, welche das Prdikat enthlt, bleibt
noch bestehen; die Beziehung des Subjekts auf das Prdikat ist daher
wesentlich noch _positiv_; die noch gebliebene _Bestimmung_ des
Prdikats ist ebenso sehr _Beziehung_.--Wenn z.B. gesagt wird, die
Rose ist _nicht_ roth, so wird damit nur die _Bestimmtheit_ des
Prdikats negirt, und von der Allgemeinheit, die ihm gleichfalls
zukommt, abgetrennt; die allgemeine Sphre, _die Farbe_, ist erhalten;
wenn die _Rose_ nicht roth ist, so wird dabei angenommen, da sie
eine Farbe und eine andere Farbe habe; nach dieser allgemeinen Sphre
ist das Urtheil noch positiv.

_Das Einzelne ist ein Besonderes_,--diese positive Form des negativen
Urtheils drckt die unmittelbar aus; das Besondere enthlt die
Allgemeinheit.  Es drckt berdem auch aus, da das Prdikat nicht
nur ein Allgemeines sey, sondern auch noch ein Bestimmtes.  Die
negative Form enthlt dasselbe; denn indem z.B. die Rose zwar nicht
roth ist, so soll sie nicht nur die allgemeine Sphre der Farbe zum
Prdikate behalten, sondern auch _irgend eine andere bestimmte Farbe_
haben; die _einzelne_ Bestimmtheit des Rothen ist also nur aufgehoben,
und es ist nicht nur die allgemeine Sphre gelassen, sondern auch
die Bestimmtheit erhalten, aber zu einer _unbestimmten_, zu einer
allgemeinen Bestimmtheit gemacht; somit zur Besonderheit.

3. _Die Besonderheit_, welche sich als die positive Bestimmung des
negativen Urtheils ergeben, ist das Vermittelnde zwischen der
Einzelnheit und Allgemeinheit; so ist das negative Urtheil nun
berhaupt das Vermittelnde, zum dritten Schritte, _der Reflexion des
Urtheils des Daseyns in sich selbst_.  Es ist nach seiner objektiven
Bedeutung nur das Moment der Vernderung der Accidenzen, oder im
Daseyn der vereinzelnten Eigenschaften des Konkreten.  Durch diese
Vernderung tritt die vollstndige Bestimmtheit des Prdikats oder
das _Konkrete_ als gesetzt hervor.

_Das Einzelne ist Besonderes_, nach dem positiven Ausdrucke des
negativen Urtheils.  Aber das Einzelne ist auch _nicht_ Besonderes;
denn die Besonderheit ist von weiterm Umfange als die Einzelnheit;
sie ist also ein Prdikat, das dem Subjekt nicht entspricht, in dem
es also seine Wahrheit noch nicht hat. _Das Einzelne ist nur
Einzelnes_, die sich nicht auf Anderes, sey es positiv oder negativ,
sondern nur sich auf sich selbst beziehende Negativitt.--Die Rose
ist nicht _irgend ein_ Farbiges, sondern sie hat nur die bestimmte
Farbe, welche Rosenfarbe ist.  Das Einzelne ist nicht ein unbestimmt
Bestimmtes, sondern das bestimmte Bestimmte.

Von dieser positiven Form des negativen Urtheils ausgegangen,
erscheint diese Negation desselben nur wieder als eine _erste_
Negation.  Aber sie ist die nicht.  Vielmehr ist schon das negative
Urtheil an und fr sich die zweite, oder Negation der Negation, und
die, was es an und fr sich ist, ist zu setzen.  Nmlich es _negirt
die Bestimmtheit_ des Prdikats des positiven Urtheils, dessen
_abstrakte_ Allgemeinheit, oder als Inhalt betrachtet die einzelne
Qualitt, die es vom Subjekt enthlt.  Die Negation der Bestimmtheit
ist aber schon die zweite, also die unendliche Rckkehr der
Einzelnheit in sich selbst.  Hiermit ist also die _Herstellung_ der
konkreten Totalitt des Subjekts geschehen, oder vielmehr ist es
jetzt erst als Einzelnes _gesetzt_, indem es durch die Negation und
das Aufheben derselben mit sich vermittelt worden.  Das Prdikat
seiner Seits ist damit aus der ersten Allgemeinheit zur absoluten
Bestimmtheit bergegangen, und hat sich mit dem Subjekte ansgeglichen.
Das Urtheil heit insofern: _Das Einzelne ist einzeln_.--Von der
andern Seite, indem das Subjekt ebenso sehr als _allgemeines_
anzunehmen war, und insofern im negativen Urtheile sich das Einzelne
ist, zur _Besonderheit erweiterte_, und indem nun ferner die Negation
dieser _Bestimmtheit_ ebenso sehr die _Reinigung_ der Allgemeinheit
ist, welche es enthlt, so lautet die Urtheil auch so: _Das
Allgemeine ist das Allgemeine_.

In diesen beiden Urtheilen, die sich vorhin durch uere Reflexion
ergeben hatten, ist das Prdikat schon in seiner Positivitt
ausgedrckt.  Zunchst mu aber die Negation des negativen Urtheils
selbst in Form eines negativen Urtheils erscheinen.  Es hatte sich
gezeigt, da in ihm noch eine _positive Beziehung_ des Subjekts auf
das Prdikat, und die _allgemeine Sphre_ des letztern geblieben war.
Es enthielt somit von dieser Seite eine von der Beschrnktheit
gereinigtere Allgemeinheit, als das positive Urtheil, und ist daher
um so mehr von dem Subjekt als Einzelnem zu negiren.  Auf diese Weise
ist der _ganze Umfang_ des Prdikats negirt, und keine positive
Beziehung mehr zwischen ihm und dem Subjekte.  Die ist das
_unendliche Urtheil_.


c.  Unendliches Urtheil.


Das negative Urtheil ist so wenig ein wahres Urtheil, als das
positive.  Das unendliche Urtheil aber, das seine Wahrheit seyn soll,
ist nach seinem negativen Ausdrucke das _Negativ-Unendliche_; ein
Urtheil, worin auch die Form des Urtheils aufgehoben ist.--Die aber
ist ein _widersinniges Urtheil_.  Es soll _ein Urtheil_ seyn, somit
eine Beziehung von Subjekt und Prdikat enthalten; aber eine solche
soll _zugleich nicht_ darin seyn.--Der Name des unendlichen Urtheils
pflegt in den gewhnlichen Logiken zwar aufgefhrt zu werden, aber
ohne da es eben deutlich wrde, was es mit demselben fr eine
Bewandtni habe.--Beispiele von negativ-unendlichen Urtheilen sind
leicht zu haben, indem Bestimmungen zu Subjekt und Prdikat negativ
verbunden werden, deren eine nicht nur die Bestimmtheit der andern
nicht, sondern auch ihre allgemeine Sphre nicht enthlt; also z.B.
der Geist nicht roth, gelb u. s. f., nicht sauer, nicht kalisch u. s.
f., die Rose ist keine Elephant, der Verstand ist kein Tisch und
dergleichen.--Diese Urtheile sind _richtig_ oder _wahr_, wie man es
nennt, aber einer solchen Wahrheit ungeachtet widersinnig und
abgeschmackt.--Oder vielmehr sie sind _keine Urtheile_.--Ein
reelleres Beispiel des unendlichen Urtheils ist die _bse_ Handlung.
Im _brgerlichen Rechtsstreit_ wird Etwas nur als das Eigenthum der
andern Parthei negirt; so da aber eingerumt wird, es sollte das
Ihrige seyn, wenn sie das Recht dazu htte, und es wird nur unter dem
Titel des Rechtes in Anspruch genommen; die allgemeine Sphre, das
Recht, wird also in jenem negativen Urtheile anerkannt und erhalten.
Das _Verbrechen_ aber ist das _unendliche Urtheil_, welches nicht nur
das _besondere_ Recht sondern die allgemeine Sphre zugleich negirt,
das _Recht als Recht_ negirt.  Es hat zwar die _Richtigkeit_ damit,
da es eine wirkliche Handlung ist, aber weil sie sich auf die
Sittlichkeit, welche ihre allgemeine Sphre ausmacht, durchaus
negativ bezieht, ist sie widersinnig.

Das _Positive_ des unendlichen Urtheils, der Negation der Negation,
ist die _Reflexion der Einzelnheit_ in sich selbst, wodurch sie erst
als die _bestimmte Bestimmtheit_ gesetzt ist. _Das Einzelne ist
einzeln_, war der Ausdruck desselben nach jener Reflexion.  Das
Subjekt ist im Urtheile des Daseyns als _unmittelbares_ Einzelnes,
insofern mehr nur als _Etwas_ berhaupt.  Durch die Vermittelung des
negativen und unendlichen Urtheils ist es erst als Einzelnes
_gesetzt_.

Das Einzelne ist hiermit _gesetzt_ als sich, _in sein Prdikat_, das
mit ihm identisch ist, _kontinuirend_; somit ist auch die
Allgemeinheit ebenso sehr nicht mehr als die _unmittelbare_, sondern
als ein _Zusammenfassen_ von Unterschiedenen.  Das positiv-unendliche
Urtheil lautet ebenso wohl: _Das Allgemeine_ ist _allgemein_, so ist
es ebenso wohl als die Rckkehr in sich selbst gesetzt.

Durch diese Reflexion der Urtheilsbestimmungen in sich hat nun sich
das Urtheil aufgehoben; im negativ-unendlichen Urtheil ist der
Unterschied, so zu sagen, _zu gro_ als da es noch ein Urtheil
bliebe; Subjekt und Prdikat haben gar keine positive Beziehung auf
einander; im Gegentheil ist im Positiv-Unendlichen nur die Identitt
vorhanden, und es ist wegen des ganz ermangelnden Unterschiedes kein
Urtheil mehr.

Nher ist es das _Urtheil des Daseyns_; welches sich aufgehoben hat;
es ist damit das _gesetzt_, was die _Kopula_ des Urtheils enthlt,
da die qualitativen Extreme in dieser ihrer Identitt aufgehoben
sind.  Indem aber diese Einheit der Begriff ist, so ist sie
unmittelbar ebenso wieder in ihre Extreme dirimirt, und ist als
Urtheil, dessen Bestimmungen aber nicht mehr unmittelbare, sondern in
sich reflektirte sind. _Das Urtheil des Daseyns_ ist in das _Urtheil
der Reflexion_ bergegangen.


B. Das Urtheil der Reflexion.


Das Subjekt ist in dem nunmehr entstandenen Urtheil ein Einzelnes als
solches; ingleichen das Allgemeine nicht mehr _abstrakte_
Allgemeinheit, oder _einzelne Eigenschaft_, sondern gesetzt als
Allgemeines, das sich durch die Beziehung Unterschiedener als in eins
zusammengefat hat, oder nach dem Inhalt verschiedener Bestimmungen
berhaupt betrachtet, das sich das _Zusammennehmen_ mannigfaltiger
Eigenschaften und Existenzen.--Wenn Beispiele von Prdikaten der
Reflexions-Urtheile gegeben werden sollen, so mssen sie von anderer
Art seyn, als fr Urtheile das Daseyns.  Im Reflexions-Urtheil ist
eigentlich erst ein _bestimmter Inhalt_, d. h. ein Inhalt berhaupt
vorhanden; denn er ist die in die Identitt reflektirte
Formbestimmung, als von der Form, insofern sie unterschiedene
Bestimmtheit ist,--wie sie es noch als Urtheil ist, unterschieden.
Im Urtheil des Daseyns ist der Inhalt nur ein unmittelbarer, oder
abstrakter, unbestimmter.--Als Beispiele von Reflexions-Urtheilen
knnen daher dienen: Der Mensch ist _sterblich_, die Dinge sind
_vergnglich_, die Ding ist _ntzlich, schdlich; Hrte,
Elasticitt_ der Krper, _die Glckseligkeit_ u. s. f. sind solche
eigenthmliche Prdikate.  Sie drcken eine Wesentlichkeit, welche
aber eine Bestimmung im _Verhltnisse_, oder eine _zusammenfassende_
Allgemeinheit ist.  Diese _Allgemeinheit_, die sich in der Bewegung
des Reflexions-Urtheils weiter bestimmen wird, ist noch von der
_Allgemeinheit des Begriffes_ als solcher unterschieden; sie ist zwar
nicht mehr die abstrakte des qualitativen Urtheils, aber hat noch die
Beziehung auf das Unmittelbare, woraus sie herkommt, und hat dasselbe
fr ihre Negativitt zu Grunde liegen.--Der Begriff bestimmt das
Daseyn zunchst zu _Verhltnibestimmungen_, zu Kontinuitten ihrer
selbst in der verschiedenen Mannigfaltigkeit der Existenz,--so da
wohl das wahrhaft Allgemeine ihr inneres Wesen aber _in der
Erscheinung_, und diese _relative_ Natur, oder auch ihr _Merkmal_,
noch nicht das An- und Frsichseyende derselben ist.

Dem Reflexions-Urtheile kann es als nahe liegend erscheinen, als
Urtheil der _Quantitt_ bestimmt zu werden, wie das Urtheil des
Daseyns auch als _qualitatives_ Urtheil bestimmt wurde.  Aber wie die
_Unmittelbarkeit_ in diesem nicht nur die _seyende_, sondern
wesentlich auch die vermittelte und _abstrakte_ war, so ist auch hier
jene aufgehobene Unmittelbarkeit nicht blo die aufgehobene Qualitt,
also nicht blo _Quantitt_; diese ist vielmehr, wie die Qualitt die
uerlichste Unmittelbarkeit, auf dieselbe Weise die _uerlichste_
der Vermittelung angehrige _Bestimmung_.

Noch ist ber die _Bestimmung_, wie sie im Reflexions-Urtheile in
ihrer Bewegung erscheint, die Bemerkung zu machen, da im Urtheile
des Daseyns die _Bewegung_ derselben sich am _Prdikate_ zeigte, weil
dieses Urtheil in der Bestimmung der Unmittelbarkeit war, das Subjekt
daher als das zu Grunde Liegende erschien.  Aus gleichem Grunde
verluft sich im Reflexions-Urtheile die Fortbewegung des Bestimmens
_am Subjekte_, weil dieses Urtheil das _reflektirte Ansichseyn_ zu
seiner Bestimmung hat.  Das Wesentliche ist daher hier das
_Allgemeine_ oder das Prdikat; es macht daher das zu _Grunde
Liegende_ aus, an welchem das Subjekt zu messen, und ihm entsprechend
zu bestimmen ist.--Jedoch erhlt auch das Prdikat durch die weitere
Fortbildung der Form des Subjekts eine weitere Bestimmung, jedoch
_indirekt_, jene dagegen zeigt sich auf dem angegebenen Grunde als
_direkte_ Fortbestimmung.

Was die objektive Bedeutung des Urtheils betrifft, so tritt das
Einzelne durch seine Allgemeinheit in das Daseyn, aber als in einer
wesentlichen Verhltnibestimmung, einer durch die Mannigfaltigkeit
der Erscheinung hindurch sich erhaltenden Wesentlichkeit; das Subjekt
_soll_ das an und fr sich Bestimmte seyn; diese Bestimmtheit hat es
in seinem Prdikate.  Das Einzelne ist anderer Seits in die sein
Prdikat reflektirt, welches dessen allgemeines Wesen; das Subjekt
ist insofern das Existirende und Erscheinende.  Das Prdikat
_inhrirt_ in diesem Urtheile nicht mehr dem Subjekte; es ist
vielmehr das _Ansichseyende_, unter welches jenes Einzelne als ein
Accidentelles _subsumirt_ ist.  Wenn die Urtheile des Daseyns auch
als _Urtheil_ der _Inhrenz_ bestimmt werden knnen, so sind die
Urtheile der Reflexion vielmehr _Urtheile der Subsumtion_.


a.  Das singulare Urtheil.


Das unmittelbare Reflexions-Urtheil ist nun wieder: _Das Einzelne ist
allgemein_; aber Subjekt und Prdikat in der angegebenen Bedeutung;
es kann daher nher so ausgedrckt werden: _Dieses ist ein wesentlich
Allgemeines_.  Jenes seiner allgemeinen Form nach _positive_ Urtheil
berhaupt mu negativ genommen werden.  Aber indem das Urtheil der
Reflexion nicht blo ein Positives ist, so geht die Negation nicht
direkt das Prdikat an, das nicht inhrirt, sondern das
_Ansichseyende_ ist.  Das Subjekt ist vielmehr das Vernderliche und
zu Bestimmende.  Das negative Urtheil ist hier daher so zu fassen:
_Nicht ein Dieses_ ist ein Allgemeines der Reflexion; ein solches
_Ansich_ hat eine allgemeinere Existenz als nur in einem Diesen.  Das
singulre Urtheil hat hiermit seine nchste Wahrheit im
_partikularen_.


b.  Das partikulare Urtheil.


Die Nichteinzelnheit des Subjekts, welche statt seiner Singularitt
im ersten Reflexions-Urtheile gesetzt werden mu, ist die
_Besonderheit_.  Aber die Einzelnheit ist im Reflexions-Urtheile als
_wesentliche Einzelnheit_ bestimmt; die Besonderheit kann daher nicht
_einfache, abstrakte_ Bestimmung seyn, in welcher das Einzelne
aufgehoben, das Existirende zu Grunde gegangen wre, sondern nur als
eine Erweiterung desselben in uerer Reflexion; das Subjekt ist
daher: _Einige Diese_, oder eine _besondere Menge_ von _Einzelnen_.

Die Urtheil: _Einige Einzelne sind ein Allgemeines der Reflexion_,
erscheint zunchst als positives Urtheil, aber ist ebenso wohl auch
negativ; denn _Einiges_ enthlt die Allgemeinheit; nach dieser kann
es als _komprehensiv_ betrachtet werden; aber insofern es
Besonderheit ist, ist es ihr ebenso sehr nicht angemessen.  Die
_negative_ Bestimmung, welche das Subjekt durch den bergang des
singularen Urtheils erhalten hat, ist, wie oben gezeigt, auch
Bestimmung der Beziehung, der Kopula.--In dem Urtheile, _einige_
Menschen sind glckselig, liegt _die unmittelbare Konsequenz: einige_
Menschen sind _nicht_ glckselig.  Wenn _einige_ Dinge ntzlich sind,
so sind eben deswegen _einige_ Dinge _nicht_ ntzlich.  Das positive
und negative Urtheil fallen nicht mehr auereinander, sondern das
partikulare enthlt unmittelbar beide zugleich, eben weil es ein
Reflexions-Urtheil ist.--Aber das partikulare Urtheil ist darum
_unbestimmt_.

Betrachten wir weiter in dem Beispiele eines solchen Urtheils das
Subjekt, _einige Menschen, Thiere u. s. f_, so enthlt es auer der
partikularen Formbestimmung. _Einige_, auch noch die
Inhaltsbestimmung: _Mensch_ u. s. f.  Das Subjekt des singularen
Urtheils konnte heien: _Dieser Mensch_, eine Singularitt, die
eigentlich dem uerlichen Monstriren angehrt; es soll daher
vielmehr lauten, etwa _Cajus_.  Aber das Subjekt des partikularen
Urtheils kann nicht mehr seyn: _Einige Caji_; denn Cajus soll ein
Einzelner als solcher seyn. _Dem Einigen_ wird daher ein
allgemeinerer _Inhalt_ beigegeben, etwa _Menschen, Thieren u. s. f._.
Die ist nicht blo ein empirischer, sondern durch die Form des
Urtheils bestimmter Inhalt; er ist nmlich ein _Allgemeines_, weil
_Einige_ die Allgemeinheit enthlt, und sie zugleich von den
Einzelnen, da die reflektirte Einzelnheit zu Grunde liegt, getrennt
seyn mu.  Nher ist sie auch die _allgemeine Natur_, oder die
_Gattung_ Mensch, Thier;--diejenige Allgemeinheit, welche das
Resultat des Reflexions-Urtheils ist, _anticipirt_; wie auch das
positive Urtheil, indem es _das Einzelne_ zum Subjekt hat, die
Bestimmung anticipirte, welche Resultat des Urtheils des Daseyns ist.

Das Subjekt, das die Einzelnen, deren Beziehung zur Besonderheit, und
die allgemeine Natur enthlt, ist insofern schon gesetzt als die
Totalitt der Begriffsbestimmungen.  Aber diese Betrachtung ist
eigentlich eine uerliche.  Was im Subjekte schon in _Beziehung_ auf
einander durch seiner Form zunchst gesetzt ist, ist die
_Erweiterung_ des _Diesen_ zur Besonderheit; allein diese
Verallgemeinerung ist ihm nicht angemessen; _Dieses_ ist ein
vollkommen Bestimmtes, _einiges Dieses_ aber ist unbestimmt.  Die
Erweiterung soll dem Diesen zukommen, also ihm entsprechend,
_vollkommen bestimmt_ seyn; eine solche ist die Totalitt, oder
zunchst _Allgemeinheit_ berhaupt.

Diese Allgemeinheit hat das _Dieses_ zu Grunde liegen, denn das
Einzelne ist hier das in sich Reflektirte; seine weiteren
Bestimmungen verlaufen sich daher _uerlich_ an ihm, und wie die
Besonderheit sich deswegen als _Einige_ bestimmte, so ist die
Allgemeinheit, die das Subjekt erlangt hat, Allheit, und das
partikulare Urtheil ist in das _universelle_ bergegangen.


c.  Das universelle Urtheil.


Die Allgemeinheit, wie sie am Subjekte des universellen Urtheils ist,
ist die uere Reflexions-Allgemeinheit, _Allheit; Alle_ sind alle
_Einzelne_; das Einzelne ist unverndert darin.  Diese Allgemeinheit
ist daher nur ein _Zusammenfassen_ der fr sich bestehenden Einzelnen;
sie ist eine _Gemeinschaftlichkeit_, welche ihnen nur in der
_Vergleichung_ zukommt.--Diese Gemeinschaftlichkeit pflegt dem
subjektiven _Vorstellen_ zunchst einzufallen, wenn von Allgemeinheit
die Rede ist.  Als der zunchst liegende Grund, warum eine Bestimmung
als eine allgemeine angesehen werden soll, wird angegeben, _weil sie
Mehreren zukomme_.  In der _Analysis_ schwebt vornehmlich auch dieser
Begriff von Allgemeinheit vor, indem z.B. die Entwickelung einer
Funktion an einem _Polynomium_ fr das _Allgemeinere_ gilt, als die
Entwickelung derselben an einem _Binomium_; weil das _Polynomium
mehrere Einzelnheiten_ darstellt, als das _Binomium_.  Die Forderung,
da die Funktion in ihrer Allgemeinheit dargestellt wrde, verlangt
eigentlich ein _Pantonomium_, die erschpfte Unendlichkeit; aber hier
stellt sich von selbst die Schranke jener Forderung ein, und die
Darstellung der _unendlichen_ Menge mu sich mit dem _Sollen_
derselben, und daher auch mit einem _Polynomium_ begngen.  In der
That aber ist in den Fllen des Binomium schon das Pantonomium, in
denen die _Methode_ oder _Regel_ nur die Abhngigkeit Eines Gliedes
von Einem andern betrifft, und die Abhngigkeit Mehrerer Glieder von
ihren vorhergehenden sich nicht partikularisirt, sondern eine und
dieselbe Funktion zu Grunde liegen bleibt.  Die _Methode_ oder
_Regel_ ist als das wahrhaft _Allgemeine_ anzusehen; in der
Fortsetzung der Entwickelung, oder in der Entwickelung eines
Polynomiums wird sie nur _wiederholt_; sie gewinnt somit durch die
vergrerte Mehrheit der Glieder nichts an Allgemeinheit.  Es ist von
der schlechten Unendlichkeit und deren Tuschung schon frher die
Rede gewesen; die Allgemeinheit des Begriffs ist das _erreichte
Jenseits_; jene Unendlichkeit aber bleibt mit dem Jenseits als einem
Unerreichbaren behaftet, insofern sie der bloe _Progre_ ins
Unendliche bleibt.  Wenn bei der Allgemeinheit nur die _Allheit_
vorschwebt, eine Allgemeinheit, welche in den Einzelnen als Einzelnen
erschpft werden soll, so ist die ein Rckfall in jene schlechte
Unendlichkeit; oder aber es wird auch nur die _Vielheit_ fr Allheit
genommen.  Die Vielheit jedoch, so gro sie auch sey, bleibt
schlechthin nur Partikularitt, und ist nicht Allheit.--Es schwebt
aber dabei die an und fr sich seyende Allgemeinheit des _Begriffs_
dunkel vor; er ist es, der gewaltsam ber die beharrliche Einzelnheit,
woran sich die Vorstellung hlt, und ber das uerliche ihrer
Reflexion hinaustreibt, und die Allheit _als Totalitt_, oder
vielmehr das kategorische An- und Frsichseyn unterscheidet.

Die zeigt sich auch sonst an der Allheit, welche berhaupt die
_empirische_ Allgemeinheit ist.  Insofern das Einzelne als ein
Unmittelbares vorausgesetzt ist, daher _vorgefunden_ und uerlich
_aufgenommen_ wird, ist ihm die Reflexion, welche es zur Allheit
zusammenfat, ebenso uerlich.  Weil aber das einzelne als _Dieses_
schlechthin gleichgltig gegen diese Reflexion ist, so knnen sich
die Allgemeinheit und solches Einzelnes nicht zu einer Einheit
vereinigen.  Die empirische Allheit _bleibt_ darum eine _Aufgabe_;
ein _Sollen_, welches so nicht als Seyn dargestellt werden kann.  Ein
empirisch-allgemeiner Satz, denn es werden deren doch aufgestellt,
beruht nun auf der stillschweigenden bereinkunft, da wenn nur
keine _Instanz_ des Gegentheils angefhrt werden knne, die
_Mehrheit_ von Fllen fr _Allheit_ gelten solle; oder da die
_subjektive_ Allheit, nmlich die der _zur Kenntni gekommenen_ Flle,
fr eine _objektive_ Allheit genommen werden drfe.

Nher nun das _universelle Urtheil_, bei dem wir stehen, betrachtet,
so hat das Subjekt, das, wie vorhin bemerkt worden, die an- und
frsichseyende Allgemeinheit _als vorausgesetzt_ enthlt, dieselbe
nun auch als _gesetzte_ an ihm. _Alle Menschen_ drckt _erstlich_ die
_Gattung_ Mensch aus, _zweitens_ diese Gattung in ihrer Vereinzelung,
aber so, da die Einzelnen zugleich zur Allgemeinheit der Gattung
erweitert sind; umgekehrt ist die Allgemeinheit durch diese
Verknpfung mit der Einzelnheit ebenso vollkommen bestimmt, als die
Einzelnheit; hierdurch ist die _gesetzte_ Allgemeinheit _der
vorausgesetzten gleich_ geworden.

Eigentlich aber ist nicht auf das _Vorausgesetzte_ zum Voraus
Rcksicht zu nehmen, sondern das Resultat an der Formbestimmung fr
sich zu betrachten.--Die Einzelnheit, indem sie sich zur Allheit
erweitert hat, ist _gesetzt_ als Negativitt, welche identische
Beziehung auf sich ist.  Sie ist damit nicht jene erste Einzelnheit
geblieben, wie z.B. die eines Cajus, sondern ist die mit der
Allgemeinheit identische Bestimmung, oder das absolute Bestimmtseyn
des Allgemeinen.--Jene _erste_ Einzelnheit des singularen Urtheils
war nicht die _unmittelbare_ des positiven Urtheils des Daseyns
berhaupt entstanden; sie war schon bestimmt, die _negative
Identitt_ der Bestimmungen jenes Urtheils zu seyn.  Die ist die
wahrhafte Voraussetzung im Reflexions-Urtheil; gegen das an diesem
sich verlaufende Setzen war jene _erste_ Bestimmtheit der Einzelnheit
das _Ansich_ derselben; was sie somit _ansich_ ist, ist nun durch die
Bewegung des Reflexions-Urtheils _gesetzt_, nmlich die Einzelnheit
als identische Beziehung des Bestimmten auf sich selbst.  Dadurch ist
jene _Reflexion_, welche die Einzelnheit zur Allheit erweitert, eine
ihr nicht uerliche; sondern es wird dadurch nur _fr sich_, was sie
schon _an sich_ ist.--Das Resultat ist somit in Wahrheit die
_objektive Allgemeinheit_.  Das Subjekt hat insofern die
Formbestimmung des Reflexions-Urtheils, welche vom _Diesen_ durch
_Einiges_ zur _Allheit_ hindurchging abgestreift; statt _Alle
Menschen_ ist nunmehr zu sagen: _der Mensch_.

Die Allgemeinheit, welche hierdurch entstanden ist, ist _die Gattung_;
die Allgemeinheit, welche an ihr selbst Konkretes ist.  Die Gattung
_inhrirt_ dem Subjekte nicht, oder ist nicht eine _einzelne_
Eigenschaft, berhaupt nicht eine Eigenschaft desselben; sie enthlt
alle vereinzelnte Bestimmtheit in ihrer substantiellen Gediegenheit
aufgelst.--Sie ist darum, weil sie als diese negative Identitt mit
sich gesetzt ist, wesentlich Subjekt; aber ist ihrem Prdikate nicht
mehr _subsumirt_.  Hiermit verndert sich nun berhaupt die Natur des
Reflexions-Urtheils.

Dasselbe war wesentlich Urtheil der _Subsumtion_.  Das Prdikat war
als das _ansichseyende_ Allgemeiner gegen sein Subjekt bestimmt;
seinem Inhalte nach konnte es als wesentliche Verhltnibestimmung
oder auch als Merkmal genommen werden;--eine Bestimmung, nach welcher
das Subjekt nur eine wesentliche _Erscheinung_ ist.  Aber zur
_objektiven Allgemeinheit_ bestimmt, hrt es auf, unter solche
Verhltnibestimmung, oder zusammenfassende Reflexion subsumirt zu
seyn; solches Prdikat ist gegen dies Allgemeinheit vielmehr ein
Besonderes.  Das Verhltni von Subjekt und Prdikat hat sich somit
umgekehrt, und das Urtheil sich insofern zunchst aufgehoben.

Diese Aufhebung des Urtheils fllt mit dem zusammen, was die
_Bestimmung der Kopula_ wird, die wir noch zu betrachten haben; die
Aufhebung der Urtheilsbestimmungen und ihr bergang in die Kopula
ist dasselbe.--Insofern nmlich das Subjekt sich in die Allgemeinheit
erhoben hat, ist es in dieser Bestimmung dem Prdikate gleich
geworden, welches als die reflektirte Allgemeinheit auch die
Besonderheit in sich begreift; Subjekt und Prdikat sind daher
identisch, d. i. sie sind in die Kopula zusammengegangen.  Diese
Identitt ist die Gattung, oder an und fr sich seyende Natur eines
Dings.  Insofern dieselbe also sich wieder in ein Urtheil dirimirt,
ist es die _innere Natur_, wodurch sich Subjekt und Prdikat auf
einander beziehen:--eine Beziehung der _Nothwendigkeit_, worin jene
Urtheilsbestimmungen nur unwesentliche Unterschiede sind. _Was allen
Einzelnen einer Gattung zukommt, kommt durch ihre Natur der Gattung
zu_,--ist eine unmittelbare Konsequenz, und der Ausdruck dessen, was
sich vorhin ergab, da das Subjekt z.B. _alle Menschen_, seine
Formbestimmung abstreift, und _der Mensch_ dafr zu sagen ist.
--Dieser an und fr sich seyende Zusammenhang macht die Grundlage
eines neuen Urtheils aus;--_des Urtheils der Nothwendigkeit_.


C. Das Urtheil der Nowthwendigkeit.


Die Bestimmung, zu der sich die Allgemeinheit fortgebildet hat, ist,
wie sich ergeben, die _an- und frsichseyende_ oder _objektive
Allgemeinheit_, der in der Sphre des Wesens die _Substantialitt_
entspricht.  Sie unterscheidet sich von dieser dadurch, da sie dem
_Begriffe_ angehrt, und dadurch nicht nur die _innere_, sondern auch
die _gesetzte_ Nothwendigkeit ihrer Bestimmungen, oder da _der
Unterschied_ ihr immanent ist, wogegen die Substanz den ihrigen nur
in ihren Accidenzen, nicht aber als Princip in sich selbst hat.

Im Urtheil ist nun diese objektive Allgemeinheit _gesetzt_; somit
_erstlich_ mit dieser ihrer wesentlichen Bestimmtheit, als ihr
immanent, zweitens als von ihr als _Besonderheit_ verschieden, von
der jene Allgemeinheit die substantielle Grundlage ausmacht.  Sie ist
auf diese Weise als _Gattung_ und _Art_ bestimmte.


a.  Das kategorische Urtheil.


Die _Gattung theilt_ sich, oder stt sich wesentlich in _Arten_ ab;
sie ist Gattung, nur insofern sie Arten unter sich begreift; die Art
ist Art nur, insofern sie einer Seits in Einzelnen existirt, anderer
Seits in der Gattung eine hhere Allgemeinheit ist.--Das
_kategorische Urtheil_ hat nun eine solche Allgemeinheit zum
Prdikate, an dem das Subjekt seine _immanente_ Natur hat.  Es ist
aber selbst das erste oder _unmittelbare_ Urtheil der Nothwendigkeit;
daher die Bestimmtheit des Subjekts, wodurch es gegen die Gattung
oder Art ein Besonderes oder Einzelnes ist, insofern der
Unmittelbarkeit uerlicher Existenz angehrt.--Die objektive
Allgemeinheit aber hat ebenso hier nur erst ihre _unmittelbare_
Partikularisation; einer Seits ist sie darum selbst eine bestimmte,
gegen welche es hhere Gattungen giebt;--anderer Seits ist sie nicht
gerade die _nchste_, d. h. deren Bestimmtheit nicht gerade das
Princip der specifischen Besonderheit des Subjekts ist.  Was aber
daran _nothwendig_ ist, ist die _substantielle Identitt_ des
Subjekts und Prdikates, gegen welche das Eigene, wodurch sich jenes
von diesem unterscheidet, nur als ein unwesentliches Gesetztseyn,
--oder auch nur ein Namen ist; das Subjekt ist in seinem Prdikate in
sein An- und Frsichseyn reflektirt.--Ein solches Prdikat sollte mit
den Prdikaten der bisherigen Urtheile nicht zusammengestellt werden;
wenn z.B. die Urtheile:

die Rose ist roth,

die Rose ist eine Pflanze,

oder: dieser Ring ist gelb,

er ist Gold,

in Eine Klasse zusammengeworfen, und eine so uerliche Eigenschaft,
wie die Farbe einer Blume als ein gleiches Prdikat mit ihrer
vegetabilischen Natur genommen wird, so wird ein Unterschied
bersehen, der dem gemeinsten Auffassen auffallen mu.--Das
kategorische Urtheil ist daher bestimmt von dem positiven und
negativen Urtheile zu unterscheiden; in diesen ist das, was vom
Subjekt ausgesagt wird, ein _einzelner zuflliger_ Inhalt, in jenem
ist er die Totalitt der in sich reflektirten Form.  Die Kopula hat
daher in ihm die Bedeutung der _Nothwendigkeit_, in jenen nur des
abstrakten, unmittelbaren _Seyns_.

Die _Bestimmtheit_ des Subjekts, wodurch es ein _Besonderes_ gegen
das Prdikat ist, ist zunchst noch ein _Zuflliges_; Subjekt und
Prdikat sind nicht durch die _Form_ oder _Bestimmtheit_ als
nothwendige bezogen; die Nothwendigkeit ist daher noch als _innere_.
--Das Subjekt aber ist Subjekt nur als _Besonderes_, und insofern es
objektive Allgemeinheit hat, soll es sie wesentlich nach jener erst
unmittelbaren Bestimmtheit haben.  Das Objektiv-Allgemeine, indem es
sich _bestimmt_, d. i. sich ins Urtheil setzt, ist wesentlich in
identischer Beziehung mit dieser aus ihm abgestoenen _Bestimmtheit_
als solcher, d. i. sie ist wesentlich, nicht als blo Zuflliges zu
setzen.  Das kategorische Urtheil entspricht erst durch diese
_Nothwendigkeit_ seines unmittelbaren Seyns seiner objektiven
Allgemeinheit, und ist auf diese Weise in das _hypothetische Urtheil_
bergegangen.


b.  Das hypothetische Urtheil.


_Wenn A ist, so ist B_; oder _das Seyn des A ist nicht sein eigenes
Seyn, sondern das Seyn eines Andern, des B_.--Was in diesem Urtheil
gesetzt ist, ist der _nothwendige Zusammenhang_ von unmittelbaren
Bestimmtheiten, welcher im kategorischen Urtheile noch nicht gesetzt
ist.--Es sind hier _zwei_ unmittelbare Existenzen, oder uerlich
zufllige, deren im kategorischen Urtheile zunchst nur eine, das
Subjekt, ist; indem aber das eine uerlich gegen das andere ist, so
ist unmittelbar die andere auch uerlich gegen das erste.--Nach
dieser Unmittelbarkeit ist der _Inhalt_ beider Seiten noch ein
gleichgltiger gegen einander; die Urtheil ist daher zunchst ein
Satz der leeren Form.  Nun ist die Unmittelbarkeit _erstlich_ zwar
als solche ein selbststndiges, konkretes _Seyn_; aber _zweitens_ ist
die Beziehung desselben das wesentliche; jenes Seyn ist daher ebenso
sehr als bloe _Mglichkeit_; das hypothetische Urtheil enthlt nicht,
_da A ist_, oder da B _ist_, sondern nur _wenn_ eines ist, so ist
das andere; nur der Zusammenhang der Extreme ist gesetzt als seyend,
nicht sie selbst.  Vielmehr ist in dieser Nothwendigkeit jedes
gesetzt, als ebenso sehr das _Seyn eines Andern_.--Der Satz der
Identitt sagt aus: A ist nur A, nicht B; und B ist nur B, nicht A;
im hypothetischen Urtheil ist dagegen das Seyn der endlichen Dinge
nach ihrer formellen Wahrheit durch den Begriff gesetzt, da nmlich
das Endliche sein eigenes Seyn, aber ebenso sehr nicht das _seinige_,
sondern das Seyn eines Andern ist.  In der Sphre des Seyns
_verndert_ sich das Endliche, es wird zu einem Andern; in der Sphre
des Wesens ist es _Erscheinung_ und gesetzt, da sein Seyn darin
besteht, da ein Anderes an ihm _scheint_, und die _Nothwendigkeit_
ist die _innere_, noch nicht als solche gesetzte, Beziehung.  Der
Begriff aber ist die, da diese Identitt _gesetzt_ ist, und da das
Seyende nicht die abstrakte Identitt mit sich, sondern die
_konkrete_ ist, und unmittelbar an ihm selbst das Seyn eines Andern.

Das hypothetische Urtheil kann durch die Reflexions-Verhltnisse in
nherer Bestimmtheit genommen werden, als Verhltni von _Grund_ und
_Folge, Bedingung_ und _Bedingtem, Kausalitt_ u. s. f.  Wie im
kategorischen Urtheile die Substantialitt, so ist im hypothetischen
der Zusammenhang der Kausalitt in seiner Begriffsform.  Dieses und
die andern Verhltnisse stehen smmtlich unter ihm, sind aber hier
nicht mehr als Verhltnisse von _selbststndigen Seiten_, sondern
diese sind wesentlich nur als Momente Einer und derselben Identitt.
--Jedoch sind sie in ihm noch nicht nach den Begriffsbestimmungen als
Einzelnes oder Besonderes und Allgemeines entgegengesetzt, sondern
nur erst als _Momente berhaupt_.  Das hypothetische Urtheil hat
insofern mehr die Gestalt eines Satzes; wie das partikulare Urtheil
von unbestimmtem Inhalte ist, so ist das hypothetische von
unbestimmter Form, indem sein Inhalt sich nicht in der Bestimmung von
Subjekt und Prdikat verhlt.--Doch _an sich_ ist das Seyn, da es das
Seyn des Andern ist, eben dadurch _Einheit seiner selbst_ und _des
Andern_, und hiermit _Allgemeinheit_; es ist damit zugleich
eigentlich nur ein _Besonderes_, da es Bestimmtes, und in seiner
Bestimmtheit sich nicht blo auf sich Beziehendes ist.  Es ist aber
nicht die _einfache_ abstrakte Besonderheit gesetzt, sondern durch
die _Unmittelbarkeit_, welche die _Bestimmtheiten haben_, sind die
Momente derselben als unterschiedene; zugleich durch die Einheit
derselben, die ihre Beziehung ausmacht, ist die Besonderheit auch als
die Totalitt derselben.--Was in Wahrheit daher in diesem Urtheile
gesetzt ist, ist die Allgemeinheit, als die konkrete Identitt des
Begriffs, dessen Bestimmungen kein Bestehen fr sich haben, sondern
nur in ihr gesetzte Besonderheiten sind.  So ist es das _disjunktive
Urtheil_.


c.  Das disjunktive Urtheil.


Im kategorischen Urtheil ist der Begriff als objektive Allgemeinheit,
und eine uerliche Einzelnheit.  Im hypothetischen tritt an dieser
uerlichkeit der Begriff in seiner negativen Identitt hervor;
durch diese erhalten sie die nun im disjunktiven Urtheile gesetzte
Bestimmtheit, welche sie im ersten unmittelbar haben.  Das
disjunktive Urtheil ist daher die objektive Allgemeinheit zugleich in
der Vereinigung mit der Form gesetzt.  Es enthlt also _erstens_ die
konkrete Allgemeinheit oder die Gattung, in _einfacher_ Form, als das
Subjekt; _zweitens dieselbe_ aber als Totalitt ihrer unterschiedenen
Bestimmungen.  A ist entweder B oder C. Die ist die _Nothwendigkeit
des Begriffs_, worin _erstens_ die Dieselbigkeit beider Extreme
einerlei Umfang, Inhalt und Allgemeinheit ist; _zweitens_ sind sie
nach der Form der Begriffsbestimmungen unterschieden, so da aber um
jener Identitt willen diese als _bloe Form_ ist.  Drittens
erscheint die identische objektive Allgemeinheit deswegen als das in
sich Reflektirte gegen die unwesentliche Form, als _Inhalt_, der aber
an ihm selbst die Bestimmtheit der Form hat; das eine Mal als die
einfache Bestimmtheit der _Gattung_; das andere Mal eben diese
Bestimmtheit als in ihren Unterschied entwickelt,--auf welche Weise
sie die Besonderheit der _Arten_, und deren _Totalitt_, die
Allgemeinheit der Gattung, ist.--Die Besonderheit in ihrer
Entwickelung macht das _Prdikat_ aus, weil sie insofern das
_Allgemeinere_ ist, als sie die ganze allgemeine Sphre des Subjekts,
aber auch dieselbe in der Auseinandersetzung der Besonderung enthlt.

Diese Besonderung nher betrachtet, so macht _vor's Erste_ die
Gattung die substantielle Allgemeinheit der Arten aus; das Subjekt
ist daher _sowohl B als C_; dieses _sowohl als_ bezeichnet die
_positive_ Identitt des Besondern mit dem Allgemeinen; die
objektive Allgemeine erhlt sich vollkommen in seiner Besonderheit.
Die Arten _zweitens schlieen sich gegenseitig aus; A ist entweder B
oder C_; denn sie sind der _bestimmte Unterschied_ der allgemeinen
Sphre.  Die _Entweder-Oder_ ist die _negative_ Beziehung derselben.
In dieser sind sie aber ebenso identisch als in jener; die Gattung
ist ihre _Einheit_ als _bestimmter_ Besonderen.--Wre die Gattung
eine abstrakte Allgemeinheit, wie in den Urtheilen des Daseyns, so
wren die Arten auch nur als _verschiedene_ und gegen einander
gleichgltige zu nehmen; sie ist aber nicht jene uere, nur durch
_Vergleichung_ und _Weglassung_ entstandene Allgemeinheit, sondern
ihre immanente und konkrete.--Ein empirisches disjunktives Urtheil
ist ohne Nothwendigkeit; A ist entweder B oder C oder D u. s. f.,
weil die Arten B, C, D u. s. f. sich _vorgefunden_ haben; es kann
eigentlich kein _Entweder-Oder_ dadurch ausgesprochen werden; denn
solche Arten machen nur etwa eine subjektive Vollstndigkeit aus; die
_eine_ Art schliet zwar die _andere_ aus, aber _Entweder Oder_
schliet _jede weitere_ aus, und schliet eine totale Sphre in sich
ab.  Diese Totalitt hat ihre _Nothwendigkeit_ in der negativen
Einheit des Objektiv-Allgemeinen, welches die Einzelnheit in sich
aufgelst, und als einfaches _Princip_ des Unterschieds immanent in
sich hat, wodurch die Arten _bestimmt_ und _bezogen_ sind.  Die
empirischen Arten dagegen haben ihre Unterschiede an irgend einer
Zuflligkeit, die ein uerliches Princip, oder daher nicht _ihr_
Princip, somit auch nicht die immanente Bestimmtheit der Gattung ist;
sie sind darum nach ihrer Bestimmtheit auch nicht auf einander
bezogen.--Durch die _Beziehung_ ihrer Bestimmtheit machen die Arten
aber die Allgemeinheit des Prdikats aus.--Die sogenannten
_kontrren_ und _kontradiktorischen_ Begriffe sollten hier eigentlich
erst ihre Stelle finden; denn im disjunktiven Urtheile ist der
wesentliche Begriffsunterschied gesetzt; aber sie haben darin auch
zugleich ihre Wahrheit, da nmlich das Kontradiktorisch
unterschieden ist.  Kontrr sind die Arten, insofern sie nur
_verschieden_ sind, nmlich durch die Gattung als ihre objektive
Natur haben sie ein an- und frsichseynendes Bestehen;
_kontradiktorisch_, insofern sie sich ausschlieen.  Jede dieser
Bestimmungen fr sich ist aber einseitig und ohne Wahrheit; im
_Entweder-Oder_ des disjunktiven Urtheils ist ihre Einheit als ihre
Wahrheit gesetzt, nach welcher jenes selbststndiges Bestehen als
_konkrete Allgemeinheit_ selbst auch das _Princip_ der negativen
Einheit ist, wodurch sie sich gegenseitig ausschlieen.

Durch die so eben aufgezeigte Identitt des Subjekts und Prdikats
nach der negativen Einheit ist die Gattung im disjunktiven Urtheile
als die _nchste_ bestimmt.  Dieser Ausdruck deutet zunchst auf
einen bloen Quantitts-Unterschied von _Mehr_ oder _Weniger_
Bestimmungen, die ein Allgemeines gegen eine unter ihm stehende
Besonderheit enthalte.  Es bleibt hiernach zufllig, was eigentlich
die nchste Gattung ist.  Insofern aber die Gattung als ein blo
durch Weglassen von Bestimmungen gebildetes Allgemeines genommen wird,
kann sie eigentlich kein disjunktives Urtheil bilden; denn es ist
zufllig, ob die Bestimmtheit etwa in ihr noch geblieben sey, welche
das Princip des _Entweder-Oder_ ausmacht; die Gattung wre berhaupt
nicht nach ihrer _Bestimmtheit_ in den Arten dargestellt, und diese
knnten nur eine zufllige Vollstndigkeit haben.  In dem
kategorischen Urtheile ist die Gattung zunchst nur in dieser
abstrakten Form gegen das Subjekt, daher nicht nothwendig die ihm
nchste Gattung, und insofern uerlich.  Indem aber die Gattung als
konkrete wesentlich _bestimmte_ Allgemeinheit ist, so ist sie als die
einfache Bestimmtheit die Einheit von den _Begriffs-Momenten_, welche
in jener Einfachheit nur aufgehoben sind, aber ihren realen
Unterschied in den Arten haben.  Die Gattung ist daher insofern die
_nchste_ einer Art, als diese ihre specifische Unterscheidung an der
wesentlichen Bestimmtheit jener, und die Arten berhaupt ihre
unterschiedene Bestimmung als Princip in der Natur der Gattung haben.

Die so eben betrachtete Seite macht die Identitt des Subjekts und
Prdikats nach der Seite des _Bestimmtseyns_ berhaupt aus; eine
Seite, die durch das hypothetische Urtheil gesetzt worden, dessen
Nothwendigkeit eine Identitt Unmittelbarer und Verschiedener, daher
wesentlich als negative Einheit ist.  Diese negative Einheit ist es
berhaupt, welche das Subjekt und Prdikat abscheidet, die aber
nunmehr selbst als unterschieden gesetzt ist, im Subjekte als
_einfache_ Bestimmtheit, im Prdikate als _Totalitt_.  Jenes
Abscheiden des Subjekts und Prdikats ist der _Begriffsunterschied_;
die _Totalitt_ der _Arten_ im Prdikat kann aber eben _so kein
anderer_ seyn.--Die _Bestimmung_ der _disjunktiven_ Glieder gegen
einander ergiebt sich also hierdurch.  Sie reducirt sich auf den
Unterschied des Begriffes, denn es ist nur dieser, der sich
disjungirt, und in seiner Bestimmung seine negative Einheit offenbart.
brigens kommt die Art hier nur in Betracht nach ihrer einfachen
Begriffsbestimmtheit, nicht nach der _Gestalt_, wie sie aus der Idee
in weitere selbststndige _Realitt_ getreten ist; diese _fllt_
allerdings in dem einfachen Princip der Gattung _weg_; aber die
_wesentliche_ Unterscheidung mu Moment des Begriffs seyn.  In dem
hier betrachteten Urtheil ist eigentlich durch die _eigene_
Fortbestimmung des Begriffs nunmehr selbst seine Disjunktion
_gesetzt_, dasjenige, was sich beim Begriff als seine an- und
frsichseyende Begriff, als seine Unterscheidung in bestimmte
Begriffe ergeben hat.--Weil er nun das Allgemeine, die positive
ebenso sehr, wie die negative Totalitt der Besondern ist, so ist _er
selbst_ eben dadurch auch unmittelbar _eines seiner disjunktiven
Glieder_; das _andere_ aber ist diese Allgemeinheit in _ihre
Besonderheit_ aufgelst, oder die Bestimmtheit des Begriffs, _als
Bestimmtheit_; in welcher eben die Allgemeinheit sich als die
Totalitt darstellt.--Wenn die Disjunktion einer Gattung in Arten
noch nicht diese Form erreicht hat, so ist die ein Beweis, da sie
sich nicht zur Bestimmtheit des Begriffes erhoben, und nicht aus ihm
hervorgegangen ist.--Die _Farbe_ ist entweder violet, indigoblau,
hellblau, grn, gelb, orange, oder roth;--solcher Disjunktion ist
ihre auch empirische Vermischung und Unreinheit sogleich anzusehen;
sie ist von dieser Seite, fr sich betrachtet, schon barbarisch zu
nennen.  Wenn die Farbe als die _konkrete Einheit_ von Hell und
Dunkel begriffen worden, so hat diese _Gattung_ die _Bestimmtheit_ an
ihr, welche das _Princip_ ihrer Besonderung in Arten ausmacht.  Von
diesen aber mu die eine die schlechthin einfache Farbe seyn, welche
den Gegensatz gleichschwebend und in ihre Intensitt eingeschlossen
und negirt enthlt; ihr gegenber mu der Gegensatz des Verhltnisses
des Hellen und Dunkeln sich darstellen, wozu, da es ein
Natur-Phnomen betrifft, noch die gleichgltige Neutralitt des
Gegensatzes kommen mu.--Vermischungen, wie Violet und Orange, und
Gradunterschiede, wie Indigoblau und Hellblau, fr Arten zu halten,
kann nur in einem ganz unberlegten Verfahren seinen Grund haben, das
selbst fr den Empirismus zu wenig Reflexion zeigt.--Was brigens die
Disjunktion, je nachdem sie im Elemente der Natur oder des Geistes
geschieht, fr unterschiedene und noch nher bestimmte Formen habe,
gehrt nicht hierher auszufhren.

Das disjunktive Urtheil hat zunchst in seinem Prdikate die Glieder
der Disjunktion; aber ebenso sehr ist es selbst disjungirt; sein
Subjekt und Prdikat sind die Glieder der Disjunktion; sie sind die
in ihrer Bestimmtheit aber zugleich als identisch gesetzten
Begriffs-Momente, als _identisch_ ) in der objektiven Allgemeinheit,
welche in dem Subjekte als die einfache _Gattung_, und in dem
Prdikat als die allgemeine Sphre und als Totalitt der
Begriffs-Momente ist, und ) in der _negativen_ Einheit, dem
entwickelten Zusammenhange der Nothwendigkeit, nach welchem die
_einfache Bestimmtheit_ im Subjekte in den _Unterschied der Arten_
auseinandergegangen, und eben darin deren wesentliche Beziehung und
das mit sich selbst Identische ist.

Diese Einheit, die Kopula dieses Urtheils, worin die Extreme durch
ihre Identitt zusammen gegangen sind, ist somit der Begriff selbst,
und zwar _als gesetzt_; das bloe Urtheil der Nothwendigkeit hat sich
damit zum _Urtheil des Begriffs_ erhoben.


D. Das Urtheil des Begriffs.


_Urtheile des Daseyns_ fllen zu wissen: _Die Rose_ ist _roth_, der
Schnee ist wei u. s. f., wird schwerlich dafr gelten, da es groe
Urtheilskraft zeige.  Die _Urtheile der Reflexion_ sind mehr _Stze_;
in dem Urtheile der Nothwendigkeit ist der Gegenstand zwar in seiner
objektiven Allgemeinheit, aber erst im jetzt zu betrachtenden Urtheil
ist _seine Beziehung auf den Begriff vorhanden_.  Dieser ist darin zu
Grund gelegt, und da er in Beziehung auf den Gegenstand ist als _ein
Sollen_, dem die Realitt angemessen seyn kann oder auch nicht.
--Solches Urtheil enthlt daher erst eine wahrhafte Beurtheilung; die
Prdikate _gut, schlecht, wahr schn, richtig u. s. f._ drcken aus,
da die Sache an ihrem allgemeinen _Begriffe_, als dem schlechthin
vorausgesetzten _Sollen gemessen_, und in _bereinstimmung_ mit
demselben ist, oder nicht.

Man hat das Urtheil des Begriffs Urtheil der _Modalitt_ genannt, und
sieht es dafr an, da es die Form enthalte, wie die Beziehung des
Subjekts und Prdikats sich in einem _uerlichen Verstande_ verhalte,
und da es den Werth der Kopula nur in _Beziehung auf das Denken_
angehe.  Das _problematische_ Urtheil bestehe hiernach darin, wenn
man das Bejahen oder Verneinen als _beliebig_ oder als _mglich_;
--das _assertorische_, wenn man es als _wahr, d. h. wirklich_, und
das _apodiktische_, wenn man es als _nothwendig_ annehme.--Man sieht
leicht, warum es so nahe liegt, bei diesem Urtheil aus dem Urtheile
selbst herauszutreten, und seine Bestimmung als etwas blo
_Subjektives_ zu betrachten.  Es ist hier nmlich der Begriff, das
Subjekte, welches am Urtheil wieder hervortritt, und sich zu einer
unmittelbaren Wirklichkeit verhlt.  Allein die Subjektive ist nicht
mit der _uerlichen Reflexion_ zu verwechseln, die freilich auch
etwas Subjektives ist, aber in anderem Sinne als der Begriff selbst;
dieser, der aus dem disjunktiven Urtheil wieder hervortritt, ist
vielmehr das Gegentheil einer bloen _Art_ und _Weise_.  Die frheren
Urtheile sind in diesem Sinne nur ein Subjektes, denn sie beruhen auf
einer Abstraktion und Einseitigkeit, in der der Begriff verloren ist.
Das Urtheil des Begriffs ist vielmehr das objektive und die Wahrheit
gegen sie, eben weil ihm der Begriff, aber nicht in uerer Reflexion
oder in _Beziehung auf_ ein subjektives, d. h. zuflliges _Denken_,
in seiner Bestimmtheit als Begriff zu Grunde liegt.

In disjunktiven Urtheile war der Begriff als Identitt der
allgemeinen Natur mit ihrer Besonderung gesetzt; hiermit hatte sich
das Verhltni des Urtheils aufgehoben.  Dieses _Konkrete_ der
Allgemeinheit und der Besonderung ist zunchst einfaches Resultat; es
hat sich nun weiter zur Totalitt auszubilden, indem die Momente, die
es enthlt, darin zunchst untergegangen, und noch nicht in
bestimmter Selbststndigkeit einander gegenberstehen.--Der Mangel
des Resultats kann bestimmter auch so ausgedrckt werden, da im
disjunktiven Urtheile die objektive _Allgemeinheit_ zwar in _ihrer
Besonderung_ vollkommen geworden ist, da aber die negative Einheit
der letztern nur _in jene_ zurckgeht, und noch nicht zum Dritten,
_zur Einzelnheit_, sich bestimmt hat.--Insofern aber das Resultat
selbst die _negative Einheit_ ist, so ist es zwar schon diese
_Einzelnheit_; aber so ist es nur diese _Eine_ Bestimmtheit, die nun
ihre Negativitt _zu setzen_, sich in die _Extreme_ zu dirimiren, und
auf diese Weise vollends _zum Schlusse_ zu entwickeln hat.

Die nchste Diremtion dieser Einheit ist das Urtheil, in welchem sie
das eine Mal als Subjekt, als ein _unmittelbar Einzelnes_, und dann
als Prdikat, als bestimmte Beziehung ihrer Momente gesetzt ist.


a.  Das assertorische Urtheil.


Das Urtheil des Begriffs ist zuerst _unmittelbar_; so ist es das
_assertorische_ Urtheil.  Das Subjekt ist ein konkretes Einzelnes
berhaupt, das Prdikat drckt dasselbe als die _Beziehung_ seiner
_Wirklichkeit_, Bestimmtheit oder _Beschaffenheit_, auf seinen
_Begriff_ aus.  (Die Haus ist _schlecht_, diese Handlung ist _gut_.)
Nher enthlt es also, a) da das Subjekt etwas seyn _soll_; seine
_allgemeine Natur_ hat sich als der selbststndige Begriff gesetzt;
b) die _Besonderheit_, welche nicht nur um ihrer Unmittelbarkeit,
sondern um ihrer ausdrcklichen Unterscheidung willen von ihrer
selbststndigen allgemeinen Natur, als _Beschaffenheit_ und
_uerliche Existenz_ ist; diese ist um der Selbststndigkeit des
Begriffs willen ihrer Seits auch gleichgltig gegen das Allgemeine,
und kann ihm angemessen oder auch nicht seyn.--Diese Beschaffenheit
ist die _Einzelnheit_, welche ber die notwendige _Bestimmung_ des
Allgemeinen im disjunktiven Urtheil hinausliegt, eine Bestimmung,
welche nur als die Besonderung der _Art_ und als negatives _Princip_
der Gattung ist.  Insofern ist die konkrete Allgemeinheit, die aus
dem disjunktiven Urtheil hervorgegangen ist, in dem assertorischen
Urtheil in die Form von _Extremen_ entzweit, denen der Begriff selbst
als _gesetzte_, sie beziehende Einheit noch fehlt.

Das Urtheil ist darum nur erst _assertorisch_; seine _Bewhrung_ ist
eine subjektive _Versicherung_.  Da Etwas gut oder schlecht, richtig,
passend oder nicht u. s. f. ist, hat seinen Zusammenhang in einem
uern Dritten.  Da er aber _uerlich gesetzt_ ist, ist dasselbe,
da er nur erst _an sich_ oder _innerlich_ ist.--Wenn Etwas gut oder
schlecht u. s. f. ist, wird daher wohl Niemand meinen, da es nur im
_subjektiven Bewutseyn_ etwa gut, aber an sich vielleicht schlecht,
oder da gut und schlecht, richtig, passend u. s. f. nicht Prdikate
der Gegenstnde selbst seyen.  Das blo Subjektive der Assertion
dieses Urtheils besteht also darin, da der _an sich_ seyende
Zusammenhang des Subjekts und Prdikats noch nicht _gesetzt_, oder
was dasselbe ist, da er nur _uerlich_ ist; die Kopula ist noch ein
unmittelbares, _abstraktes Seyn_.

Der Versicherung des assertorischen Urtheils steht daher mit eben dem
Rechte die entgegengesetzte gegenber.  Wenn versichert wird: Diese
Handlung ist gut; so hat die entgegengesetzte: Diese Handlung ist
schlecht, noch gleiche Berechtigung.--Oder _an sich_ betrachtet, weil
das Subjekt des Urtheils _unmittelbares Einzelnes_ ist, hat es in
dieser Abstraktion noch die _Bestimmtheit_ nicht _an ihm_ gesetzt,
welche seine Beziehung auf den allgemeinen Begriff enthielte; es ist
so noch ein Zuflliges, ebenso wohl dem Begriffe zu entsprechen, oder
auch nicht.  Das Urtheil ist daher wesentlich _problematisch_.


b.  Das problematische Urtheil.


Das _problematische_ Urtheil ist das assertorische, insofern dieses
ebenso wohl positiv als negativ genommen werden mu.--Nach dieser
qualitativen Seite ist das _partikulare_ Urtheil gleichfalls ein
problematisches; denn es gilt ebenso sehr positiv als negativ;
--ingleichen ist am _hypothetischen_ Urtheil das Seyn des Subjekts
und Prdikats problematisch;--auch durch sie ist es gesetzt, da das
singulare und das kategorische Urtheil noch etwas blo Subjektives
ist.  Im problematischen Urtheile als solchem ist aber die Setzen
immanenter als in den erwhnten Urtheilen, weil in jenem der _Inhalt
des Prdikats die Beziehung des Subjekts auf den Begriff ist_, hier
hiermit _die Bestimmung des Unmittelbaren als eines Zuflligen_
selbst _vorhanden_ ist.

Zunchst erscheint es nur als problematisch, ob das Prdikat mit
einem gewissen Subjekte verbunden werden soll oder nicht, und die
Unbestimmtheit fllt insofern in die Kopula.  Fr das _Prdikat_ kann
daraus keine Bestimmung hervorgehen, denn es ist schon die objektive,
konkrete Allgemeinheit.  Das Problematische geht also die
Unmittelbarkeit des Subjekts an, welche hierdurch als _Zuflligkeit_
bestimmt wird.--Ferner aber ist darum nicht von der Einzelnheit des
Subjekts zu abstrahiren; von dieser berhaupt gereinigt, wre es nur
ein Allgemeines; Das Prdikat enthlt eben die, da der Begriff des
Subjekts in Beziehung auf seine Einzelnheit gesetzt seyn soll.--Es
kann nicht gesagt werden: _Das Haus oder ein Haus_ ist gut, sondern:
_je nachdem es beschaffen ist_.--Das Problematische des Subjekts an
ihm selbst macht seine _Zuflligkeit_ als _Moment_ aus; die
_Subjektivitt_ der _Sache_, ihrer objektiven Natur oder ihrem
Begriffe gegenber gestellt, die bloe _Art und Weise_, oder die
_Beschaffenheit_.  Somit ist das _Subjekt_ selbst in seine
Allgemeinheit oder objektive Natur, sein _Sollen_, und in die
besondere Beschaffenheit des Daseyns unterschieden.  Hiermit enthlt
es den _Grund_, ob es so ist, wie es _seyn soll_.  Auf diese Weise
ist es mit dem Prdikate ausgeglichen.--Die _Negativitt_ des
Problematischen, insofern sie gegen die Unmittelbarkeit des
_Subjekts_ gerichtet ist, heit hiernach nur diese ursprngliche
Theilung desselben, welches _an sich_ schon als Einheit des
Allgemeinen und Besondern ist, _in diese seine Momente_;--eine
Theilung, welche das Urtheil selbst ist.

Es kann noch die Bemerkung gemacht werden, da jede der _beiden_
Seiten des Subjekts, sein Begriff und seine Beschaffenheit, dessen
_Subjektivitt_ genannt werden knne.  Der _Begriff_ ist das in sich
gegangene allgemeine Wesen einer Sache, ihre negative Einheit mit
sich selbst; diese macht ihre Subjektivitt aus.  Aber eine Sache ist
auch wesentlich _zufllig_, und hat eine _uerliche Beschaffenheit_;
diese heit ebenso sehr deren bloe Subjektivitt, jener Objektivitt
gegenber.  Die Sache selbst ist eben die, da ihr Begriff als die
negative Einheit seiner selbst seine Allgemeinheit negirt, und in die
uerlichkeit der Einzelnheit sich heraussetzt.--Als dieses
Gedoppelte ist das Subjekt des Urtheils hier gesetzt; jene
entgegenstehenden Bedeutungen der Subjektivitt sind ihrer Wahrheit
nach in einem.--Die Bedeutung des Subjektiven ist dadurch selbst
problematisch geworden, da es die unmittelbare _Bestimmtheit_,
welche es im unmittelbaren Urtheile hatte, und seinen bestimmten
_Gegensatz_ gegen das _Prdikat verloren hat_.--Jene auch in dem
Raisonnement der gewhnlichen Reflexion vorkommende entgegengesetzte
Bedeutung des Subjektiven knnte fr sich wenigstens darauf
aufmerksam machen, da es in _einer_ derselben keine Wahrheit hat.
Die gedoppelte Bedeutung ist die Erscheinung hiervon, da jede
einzeln fr sich einseitig ist.

Das Problematische, so als Problematisches der _Sache_, die Sache mit
ihrer _Beschaffenheit_, gesetzt, so ist das Urtheil selbst nicht mehr
problematisch, sondern _apodiktisch_.


c.  Das apodiktische Urtheil.


Das Subjekt des apodiktischen Urtheils (das Haus so und so beschaffen
ist _gut_, die die Handlung so und so _beschaffen_ ist recht) hat an
ihm _erstens_ das Allgemeine, was es _seyn soll, zweitens_ seine
_Beschaffenheit_; diese enthlt den _Grund_, warum dem _ganzen
Subjekt_ ein Prdikat des Begriffurtheils zukommt oder nicht, d. i.
ob das Subjekt seinem Begriffe entspricht oder nicht.--Dieses Urtheil
ist nun _wahrhaft_ objektiv; oder es ist die _Wahrheit_ des
_Urtheils_ berhaupt.  Subjekt und Prdikat entsprechen sich, und
haben denselben Inhalt, und dieser _Inhalt_ ist selbst die gesetzte
_konkrete Allgemeinheit_; er enthlt nmlich die zwei Momente, das
objektive Allgemeine oder die _Gattung_, und das _Vereinzelnte_.  Es
ist hier also das Allgemeine, welches _es selbst_ ist, und durch
_sein Gegentheil_ sich kontinuirt, und als _Einheit_ mit diesem erst
Allgemeines ist.--Ein solches Allgemeines, wie das Prdikat: gut,
passend, richtig u. s. w., hat ein _Sollen_ zu Grunde liegen, und
enthlt das _Entsprechen_ des _Daseyns_ zugleich; nicht jenes Sollen
oder die Gattung fr sich, sondern die _Entsprechen_ ist die
_Allgemeinheit_, welche das Prdikat des apodiktischen Urtheils
ausmacht.

Das _Subjekt_ enthlt gleichfalls diese beiden Momente in
_unmittelbarer_ Einheit als die _Sache_.  Es ist aber die Wahrheit
derselben, da sie in sich _gebrochen_ ist in ihr _Sollen_ und ihr
_Seyn_; die ist das _absolute Urtheil ber alle Wirklichkeit_.--Da
diese ursprngliche Theilung, welche die Allmacht des Begriffes ist,
ebenso sehr Rckkehr in seine Einheit und absolute Beziehung des
Sollens und Seyns aufeinander ist, macht das Wirkliche zu _einer
Sache_; ihre innere Beziehung, diese konkrete Identitt, macht die
_Seele_ der Sache aus.

Der bergang von der unmittelbaren Einfachheit der Sache zu dem
_Entsprechen_, welches die _bestimmte_ Beziehung ihres Sollens und
ihres Seyns ist,--oder die _Kopula_, zeigt sich nun nher in der
besondern _Bestimmtheit_ der Sache zu liegen.  Die Gattung ist das
_an und fr sich seyende_ Allgemeine; Das insofern als das unbezogene
erscheint; die Bestimmtheit aber dasjenige, was sich in jener
Allgemeinheit _in sich_, aber sich zugleich _in ein Anderes_
reflektirt.  Das Urtheil hat daher an der Beschaffenheit des Subjekts
seinen _Grund_, und ist dadurch _apodiktisch_.  Es ist damit nunmehr
die _bestimmte_ und _erfllte Kopula_ vorhanden, die vorher in dem
abstrakten _Ist_ bestand, jetzt aber zum _Grunde_ berhaupt sich
weiter gebildet hat.  Sie ist zunchst als _unmittelbare_
Bestimmtheit an dem Subjekte, aber ist ebenso sehr die _Beziehung_
auf das Prdikat, welches keinen andern _Inhalt_ hat, als die
_Entsprechen_ selbst, oder die Beziehung des Subjekts auf die
Allgemeinheit.

So ist die Form des Urtheils untergegangen, erstens, weil Subjekt und
Prdikat _an sich_ derselbe Inhalt sind; aber zweitens, weil das
Subjekt durch seine Bestimmtheit ber sich hinausweist, und sich auf
das Prdikat bezieht, aber ebenso drittens ist _die Beziehen_ in das
Prdikat bergegangen, macht nur dessen Inhalt aus, und ist so die
_gesetzte_ Beziehung oder das Urtheil selbst.--So ist die konkrete
Identitt des Begriffs, welche das _Resultat_ des disjunktiven
Urtheils war, und welche die _innere_ Grundlage des Begriffsurtheils
ausmacht, _im Ganzen_ hergestellt, die zunchst nur im Prdikate
gesetzt war.

Das Positive dieses Resultats, das den bergang des Urtheils in eine
andere Form macht, nher betrachtet, so zeigen sich, wie wir gesehen,
Subjekt und Prdikat im apodiktischen Urtheile, jedes als der ganze
Begriff.--Die Begriffs_einheit_ ist als die _Bestimmtheit_, welche
die sie beziehende Kopula ausmacht, zugleich von ihnen
_unterschieden_.  Zunchst steht sie nur auf der andern Seite des
Subjekts als dessen _unmittelbare Beschaffenheit_.  Aber indem sie
wesentlich das _Beziehende_ ist, ist sie nicht nur solche
unmittelbare Beschaffenheit, sondern das durch Subjekt und Prdikat
_Hindurchgehende_ und _Allgemeine_.--Indem Subjekt und Prdikat
denselben _Inhalt_ haben, so ist dagegen durch jene Bestimmtheit die
_Formbeziehung_ gesetzt; _die Bestimmtheit als ein Allgemeines_ oder
die _Besonderheit_.--So enthlt sie die beiden Formbestimmungen der
Extreme in sich; und ist die _bestimmte_ Beziehung des Subjekts und
Prdikats; sie ist die _erfllte oder inhaltsvolle Kopula_ des
Urtheils, die aus dem _Urtheil_, worin sie in die Extreme verloren
war, wieder hervorgetretene Einheit des Begriffs.--_Durch diese
Erfllung der Kopula_ ist das Urtheil zum _Schlusse_ geworden.


Drittes Kapitel.  Der Schlu.


Der _Schlu_ hat sich als die Wiederherstellung des _Begriffes_ im
_Urtheile_, und somit als die Einheit und Wahrheit beider ergeben.
Der Begriff als solcher hlt seine Momente in der _Einheit_
aufgehoben; im Urtheil ist diese Einheit ein Innerliches, oder was
dasselbe ist, ein uerliches, und die Momente sind zwar bezogen,
aber sie sind als _selbststndige Extreme_ gesetzt.  Im _Schlusse_
sind die Begriffsbestimmungen wie die Extreme des Urtheils, zugleich
ist die bestimmte _Einheit_ derselben gesetzt.

Der Schlu ist somit der vollstndig gesetzte Begriff; er ist daher
das _Vernnftige_.--Der Verstand wird als das Vermgen des
_bestimmten_ Begriffes genommen, welcher durch die Abstraktion und
Form der Allgemeinheit _fr sich_ festgehalten wird.  In der Vernunft
aber sind die _bestimmten_ Begriffe in ihrer _Totalitt_ und
_Einheit_ gesetzt.  Der Schlu ist daher nicht nur vernnftig,
sondern _alles Vernnftige ist ein Schlu_.  Das Schlieen ist von
langer Zeit her der Vernunft zugeschrieben worden; auf der andern
Seite aber wird von der Vernunft an und fr sich, vernnftigen
Grundstzen und Gesetzen so gesprochen, da nicht erhellt, wie jene
Vernunft, welche schliet, und diese Vernunft, welche die Quelle von
Gesetzen und sonstigen ewigen Wahrheiten und absoluten Gedanken ist,
mit einander zusammenhngen.  Wenn jene nur die formale Vernunft seyn,
diese aber Inhalt erzeugen soll, so mte nach diesem Unterschiede
an der letztern gerade die _Form_ der Vernunft, der Schlu, nicht
fehlen knnen.  Dessen ungeachtet pflegen beide so auseinander
gehalten und bei keiner der andern erwhnt zu werden, da die
Vernunft absoluter Gedanken gleichsam sich der Vernunft des Schlusses
zu schmen, und der Schlu fast nur hergebrachtermaen auch als ein
Thun der Vernunft aufgefhrt zu werden scheint.  Es mu aber, wie so
eben bemerkt worden, offenbar die logische Vernunft, wenn sie als die
_formelle_ betrachtet wird, wesentlich auch in der Vernunft, die es
mit einem Inhalte zu thun hat, zu erkennen seyn; ja vielmehr kann
aller Inhalt, nur durch die vernnftige Form, vernnftig seyn.  An
ein sehr gewhnliches Gerede von Vernunft kann man sich hierber
nicht wenden, denn dasselbe enthlt sich, anzugeben, was denn unter
der Vernunft zu verstehen sey; diese vernnftig seyn sollende
Erkenntni ist meist mit ihren Gegenstnden so beschftigt, da sie
vergit, die Vernunft selbst zu erkennen, und sie nur durch die
Gegenstnde, die sie habe, unterscheidet und bezeichnet.  Wenn die
Vernunft das Erkennen seyn soll, welches von Gott, der Freiheit, dem
Recht und der Pflicht, dem Unendlichen, Unbedingten, bersinnlichen
wisse, oder auch nur Vorstellungen und Gefhle davon gebe, so sind
Theils diese letzteren nur negative Gegenstnde, Theils bleibt
berhaupt die erste Frage brig, was es in allen jenen Gegenstnden
ist, um dessen willen sie vernnftig sind?--Es ist die, da das
Unendliche derselben nicht die leere Abstraktion vom Endlichen und
die inhalts- und bestimmungslose Allgemeinheit ist, sondern die
erfllte Allgemeinheit, der Begriff, der _bestimmt_ ist, und seine
Bestimmtheit auf diese wahrhafte Weise an ihm hat, da er sich in
sich unterscheidet, und als die Einheit von diesen seinen
verstndigen und bestimmten Unterschieden ist.  Nur so _erhebt_ sich
die Vernunft ber das Endliche, Bedingte, Sinnliche, oder wie es
sonst bestimmt werden mag, und ist in dieser Negativitt wesentlich
_Inhaltsvoll_, denn sie ist die Einheit als von bestimmten Extremen;
so aber ist _das Vernnftige_ nur _der Schlu_.

Zunchst ist nun der Schlu wie das Urtheil _unmittelbar_; so sind
die Bestimmungen (termini) desselben _einfache, abstrakte_
Bestimmtheiten; es ist so _Verstandesschlu_.  Wenn bei dieser
Gestalt desselben festgeblieben wird, so ist freilich die
Vernnftigkeit in ihm, ob zwar vorhanden und gesetzt, unscheinbar.
Das Wesentliche desselben ist die _Einheit_ der Extreme, die sie
vereinigende _Mitte_ und haltende _Grund_.  Die Abstraktion, indem
sie die _Selbststndigkeit_ der Extreme festhlt, setzt ihnen diese
_Einheit_ als eine ebenso feste _fr sich seyende_ Bestimmtheit
entgegen, und fat dieselbe auf diese Art vielmehr als _Nichteinheit_,
denn als Einheit.  Der Ausdruck: _Mitte_ ( medius terminus) ist von
rumlicher Vorstellung hergenommen, und trgt das seinige dazu bei,
da beim _Auereineinander_ der Bestimmungen stehen geblieben wird.
Wenn nun der Schlu darin besteht, da die _Einheit der Extreme_ in
ihm _gesetzt_ ist, wenn diese Einheit aber schlechthin einer Seits
als ein Besonderes fr sich, anderer Seits als nur uerliche
Beziehung genommen, und zum wesentlichen Verhltnisse des Schlusses
die _Nichteinheit_ gemacht wird, so hilft die Vernunft, die er ist,
nicht zur Vernnftigkeit.

Der _Schlu des Daseyns erstens_, in welchem die Bestimmungen so
unmittelbar und abstrakt bestimmt sind, zeigt an ihm selbst, weil er,
wie das Urtheil, die _Beziehung_ derselben ist, die auf, da sie
nicht solche abstrakte Bestimmungen, sondern jede die _Beziehung auf
die andere_, und die Mitte nicht nur die Besonderheit gegen die
Bestimmungen der Extreme, sondern diese an ihr _gesetzt_ enthlt.

Durch diese seine Dialektik macht er sich zum _Schlusse der
Reflexion_, dem _zweiten_ Schlusse,--mit Bestimmung, als solchen, in
welchen wesentlich _die andere scheint_, oder die als _vermittelte_
gesetzt sind, was sie nach dem Schlusse berhaupt seyn sollen.

_Drittens_ indem die _Scheinen_ oder Vermitteltseyn sich in sich
selbst reflektirt, so ist der Schlu als _Schlu der Nothwendigkeit_
bestimmt, worin das Vermittlende die objektive Natur der Sache ist.
Indem dieser Schlu die Extreme des Begriffs ebenso sehr als
Totalitten bestimmt, so ist der _Schlu_ zum Entsprechen seines
Begriffs oder der Mitte, und seines Daseyns oder der extremen
Unterschiede, zu seiner Wahrheit gelangt, und ist damit aus der
Subjektivitt in die _Objektivitt_ bergetreten.


A. Der Schlu des Daseyns.


1. Der Schlu, wie er _unmittelbar_ ist, hat zu seinen Momenten die
Begriffsbestimmungen als _unmittelbare_.  Sie sind somit die
abstrakten Bestimmtheiten der Form, welche noch nicht durch
Vermittelung zur _Konkretion_ gebildet, sondern nur die _einzelnen_
Bestimmtheiten sind.  Der _erste_ Schlu ist daher der eigentlich
_formelle_.  Der _Formalismus_ des Schlieens besteht darin, bei der
Bestimmung dieses ersten Schlusses stehen zu bleiben.  Der Begriff,
in seine _abstrakten_ Momente dirimirt, hat die _Einzelnheit_ und
_Allgemeinheit_ zu seinen Extremen, und er selbst erscheint als die
zwischen ihnen stehende _Besonderheit_.  Sie sind um ihrer
Unmittelbarkeit willen als sich nur auf sich beziehende
Bestimmtheiten, insgesammt ein _einzelner Inhalt_.  Die Besonderheit
macht zunchst insofern die Mitte aus, als sie die beiden Momente der
Einzelnheit und Allgemeinheit _unmittelbar_ in sich vereinigt.  Um
ihrer Bestimmtheit willen ist sie einer Seits unter das Allgemeine
subsumirt, anderer Seits ist das Einzelne, gegen welches sie
Allgemeinheit hat, unter sie subsumirt.  Diese _Konkretion_ ist aber
zunchst nur _eine Zweiseitigkeit_; um der Unmittelbarkeit willen, in
der der Medius Terminus in dem unmittelbaren Schlusse ist, ist er als
_einfache_ Bestimmtheit, und die _Vermittelung_, die er ausmacht,
_noch nicht gesetzt_.  Die dialektische Bewegung des Schlusses des
Daseyns besteht nun darin, da die Vermittelung, die den Schlu
allein ausmacht, an seinen Momenten gesetzt werde.


a.  Erste Figur des Schlusses.


E-B-A ist das allgemeine Schema des bestimmten Schlusses.  Die
Einzelnheit schliet sich durch die Besonderheit mit der
Allgemeinheit zusammen; das Einzelne ist nicht unmittelbar allgemein,
sondern durch die Besonderheit; und umgekehrt ist ebenso das
Allgemeine nicht unmittelbar einzeln, sondern es lt sich durch die
Besonderheit dazu herab.--Diese Bestimmungen stehen als _Extreme_
einander gegenber, und sind in einem _verschiedenen_ Dritten eins.
Sie sind beide Bestimmtheit; darin sind sie _identisch_; diese ihre
allgemeine Bestimmtheit ist die _Besonderheit_.  Sie sind aber ebenso
_Extreme_ gegen diese, als gegen einander, weil jedes in seiner
_unmittelbaren_ Bestimmtheit ist.

Die allgemeine Bedeutung dieses Schlusses ist, da das Einzelne, das
als solches unendliche Beziehung auf sich ist, und somit nur ein
_inneres_ wre, durch die Besonderheit in das _Daseyn_, als in die
Allgemeinheit, heraustritt, worin es nicht mehr nur sich selbst
angehrt, sondern _in uerem Zusammenhange_ steht; umgekehrt indem
das Einzelne sich in seine Bestimmtheit als Besonderheit abscheidet,
so ist es in dieser Trennung ein konkretes, und als Beziehung der
Bestimmtheit auf sich selbst ein _allgemeines_, sich auf sich
beziehendes, und somit auch ein wahrhaft einzelnes; es ist in dem
Extreme der Allgemeinheit aus der uerlichkeit _in sich_ gegangen.
--Die objektive Bedeutung des Schlusses ist in dem ersten Schlusse
nur erst _oberflchlich_ vorhanden, indem darin die Bestimmungen noch
nicht als die Einheit, welche das Wesen des Schlusses ausmacht,
gesetzt sind.  Insofern ist er noch ein Subjektives, als die
abstrakte Bedeutung, welche seine Termini haben, nicht an und fr
sich, sondern nur im subjektiven Bewutseyn, so isolirt ist.
--brigens ist das Verhltni von Einzelnheit, Besonderheit und
Allgemeinheit, wie sich ergeben, das _nothwendige und wesentliche
Formverhltni_ der Bestimmungen des Schlusses; der Mangel besteht
nicht in dieser Bestimmtheit der Form, sondern da nicht _unter
dieser Form_ jede einzelne Bestimmung zugleich _reicher_ ist.
--_Aristoteles_ hat sich mehr an das bloe Verhltni der _Inhrenz_
gehalten, indem er die Natur des Schlusses so angiebt: _Wenn drei
Bestimmungen sich so zu einander verhalten, da das eine Extrem in
der ganzen mittleren Bestimmung ist, und diese mittlere Bestimmung in
dem ganzen andern Extreme, so sind diese beiden Extreme nothwendig
zusammengeschlossen_.  Es ist hier mehr nur die Wiederholung des
_gleichen Verhltnisses_ der Inhrenz des einen Extrems zur Mitte,
und dieser wieder zum andern Extrem ausgedrckt, als die Bestimmtheit
der drei Terminorum zu einander.--Indem nun auf der angegebenen
Bestimmtheit derselben gegen einander der Schlu beruht, so zeigt
sich sogleich, da andere Verhltnisse der Terminorum, welche die
anderen Figuren geben, nur insofern eine Gltigkeit als
Verstandesschlsse haben knnen, als sie sich auf jenes ursprngliche
Verhltni _zurckfhren_ lassen; es sind nicht _verschiedene Arten_
von Figuren, die _neben der ersten_ stehen, sondern einer Seits,
insofern sie richtige Schlsse seyn sollen, beruhen sie nur auf der
wesentlichen Form des Schlusses berhaupt, welches die erste Figur
ist; anderer Seits aber, insofern sie davon abweichen, sind sie
Umformungen, in welche jene erste abstrakte Form nothwendig bergeht,
und sich dadurch weiter und zur Totalitt bestimmt.  Es wird sich
sogleich nher ergeben, welche Bewandtni es damit hat.

E-B-A ist also das allgemeine Schema des Schlusses in seiner
Bestimmtheit.  Das Einzelne ist unter das Besondere subsumirt, dieses
aber unter das Allgemeine; daher ist auch das Einzelne unter das
Allgemeine subsumirt.  Oder dem Einzelnen inhrirt das Besondere, dem
Besondern aber das Allgemeine; _daher_ inhrirt dieses auch dem
Einzelnen.  Das Besondere ist nach der einen Seite, nmlich gegen das
Allgemeine, Subjekt; gegen das Einzelne ist es Prdikat; oder gegen
jenes ist es Einzelnes, gegen dieses ist es Allgemeines.  Weil in ihm
die beiden Bestimmtheiten vereinigt sind, sind die Extreme durch
diese ihre Einheit zusammengeschlossen.  Das: _Daher_, erscheint als
die im Subjekte vorgegangene Folgerung, welche aus der _subjektiven_
Einsicht in das Verhltni der beiden _unmittelbaren_ Prmissen
abgeleitet werde.  Indem die subjektive Reflexion die beiden
Beziehungen der Mitte auf die Extreme, als besondere und zwar
unmittelbare _Urtheile_ oder _Stze_ ausspricht, so ist der
Schlusatz, als die _vermittelte_ Beziehung, allerdings auch ein
besonderer Satz, und das: _Daher_ oder _Also_ ist der Ausdruck, da
er der vermittelte ist.  Die _Daher_ ist aber nicht als eine an
diesem Satze uerliche Bestimmung, welche nur ihren Grund und Sitz
in der subjektiven Reflexion htte, zu betrachten, sondern vielmehr
als in der Natur der Extreme selbst gegrndet, deren _Beziehung_ nur
zum Behuf und durch die abstrahirende Reflexion wieder als _bloes
Urtheil_ oder _Satz_ ausgesprochen wird, deren _wahrhafte Beziehung_
aber als der Terminus Medius gesetzt ist.--_Also E ist A_, da die
ein _Urtheil_ ist, ist ein blo subjektiver Umstand; der Schlu ist
eben dieses, da die nicht blo ein _Urtheil_ sey, d. h. nicht eine
durch die _bloe Kopula_ oder das leere: _ist_, gemachte Beziehung,
sondern durch die bestimmte, inhaltsvolle Mitte.  Wenn deswegen der
Schlu blo angesehen wird, als _aus drei Urtheilen_ bestehend, so
ist die eine formelle Ansicht, welche das Verhltni der
Bestimmungen, worauf es im Schlu einzig ankommt, nicht erwhnt.  Es
ist berhaupt eine blo subjektive Reflexion, welche die Beziehung
der Terminorum in abgesonderte Prmissen und einen davon
verschiedenen Schlusatz trennt:

Alle Menschen sind sterblich,

Cajus ist ein Mensch,

Also ist er sterblich.

Man wird sogleich von Langeweile befallen, wenn man einen solchen
Schlu heranziehen hrt;--die rhrt von jener unntzen Form her, die
einen Schein von Verschiedenheit durch die abgesonderten Stze giebt,
der sich in der Sache selbst sogleich auflst.  Das Schlieen
erscheint vornehmlich durch diese subjektive Gestaltung als ein
subjektiver _Nothbehelf_, zu dem die Vernunft oder der Verstand da
ihre Zuflucht nehme, wo sie nicht _unmittelbar_ erkennen knne.--Die
Natur der Dinge, das Vernnftige, geht allerdings nicht so zu Werke,
da sich zuerst ein Obersatz aufstellte, die Beziehung einer
Besonderheit auf ein bestehendes Allgemeines, und dann sich zweitens
eine abgesonderte Beziehung einer Einzelnheit auf die Besonderheit
vorfnde, woraus endlich drittens ein neuer Satz zu Tage kme.--Die
durch abgesonderte Stze fortschreitende Schlieen ist nichts als
eine subjektive Form; die Natur der Sache ist, da die
unterschiedenen Begriffsbestimmungen der Sache in der wesentlichen
Einheit vereinigt sind.  Diese Vernnftigkeit ist nicht ein
Nothbehelf, vielmehr ist sie gegen die _Unmittelbarkeit_ der
Beziehung, die im _Urtheil_ noch Statt findet, das _Objektive_, und
jene Unmittelbarkeit des Erkennens ist vielmehr das blo Subjektive,
der Schlu dagegen ist die Wahrheit des Urtheils.--Alle Dinge sind
der _Schlu_, ein Allgemeines, das durch die Besonderheit mit der
Einzelnheit zusammengeschlossen ist; aber freilich sind sie nicht aus
_drei Stzen_ bestehende Ganzes.

2. In dem _unmittelbaren_ Verstandesschlu haben die Termini die Form
von _unmittelbaren Bestimmung_; von dieser Seite, nach der sie
_Inhalt_ sind, ist er nun zu betrachten.  Er kann insofern als der
_qualitative_ Schlu angesehen, wie das Urtheil des Daseyns dieselbe
Seite von qualitativer Bestimmung hat.  Die Termini dieses Schlusses
sind, wie die Termini jenes Urtheils, hierdurch _einzelne_
Bestimmtheiten; indem die Bestimmtheit durch ihre Beziehung auf sich,
als gleichgltig gegen die _Form_, somit als Inhalt gesetzt ist.  Das
_Einzelne_ ist irgend ein unmittelbarer konkreter Gegenstand, die
_Besonderheit_ eine einzelne von dessen Bestimmtheiten, Eigenschaften,
oder Verhltnissen, die _Allgemeinheit_ wieder eine noch abstrakter,
einzelnere Bestimmtheit an dem Besondern.--Da das Subjekt als ein
_unmittelbar_ bestimmtes noch nicht in seinem Begriffe gesetzt ist,
so ist seine Konkretion nicht auf die wesentlichen
Begriffsbestimmungen zurckgefhrt; seine sich auf sich beziehende
Bestimmtheit ist daher unbestimmte, unendliche _Mannigfaltigkeit_.
Das Einzelne hat in dieser Unmittelbarkeit eine unendliche Menge von
Bestimmtheiten, welche zu seiner Besonderheit gehren, deren jede
daher einen Medius Terminus fr dasselbe in einem Schlusse ausmachen
kann.  Durch _jeden andern_ Medius Terminus aber schliet es sich
_mit einem andern Allgemeinen_ zusammen; durch jede seiner
Eigenschaften ist es in einer andern Berhrung und Zusammenhange des
Daseyns.--Ferner ist auch der Medius Terminus ein Konkretes in
Vergleichung gegen das Allgemeine; er enthlt selbst mehrere
Prdikate, und das Einzelne kann durch denselben Medius Terminus
wieder mit mehreren Allgemeinen zusammengeschlossen werden.  Es ist
daher berhaupt _vllig zufllig_ und _willkrlich_, welche der
vielen Eigenschaften eines Dinges aufgefat, und von der aus es mit
einem Prdikate verbunden werde; andere Medii Termini sind die
bergnge zu anderen Prdikaten, und selbst derselbe Medius Terminus
mag fr sich ein bergang zu verschiedenen Prdikaten seyn, da er
als Besonderes gegen das Allgemeine mehrere Bestimmungen enthlt.

Nicht nur aber ist fr ein Subjekt eine unbestimmte Menge von
Schlssen gleich mglich, und ein einzelner Schlu seinem Inhalte
nach _zufllig_, sondern diese Schlsse, die dasselbe Subjekt
betreffen, mssen auch in den _Widerspruch_ bergehen.  Denn der
Unterschied berhaupt, der zunchst gleichgltige _Verschiedenheit_
ist, ist ebenso wesentlich _Entgegensetzung_.  Das Konkrete ist nicht
mehr ein blo Erscheinendes, sondern es ist konkret durch die Einheit
der Entgegengesetzten, welche sich zu Begriffs-Momenten bestimmt
haben, im Begriffe.  Indem nun nach der qualitativen Natur der
Terminorum, im formellen Schlusse, das Konkrete nach einer einzelnen
der Bestimmungen aufgefat wird, die ihm zukommt, so theilt ihm der
Schlu das diesem Medius Terminus korrespondirende Prdikat zu; aber
indem von einer andern Seite auf die entgegengesetzte Bestimmtheit
geschossen wird, so zeigt sich jener Schlusatz dadurch als falsch,
obgleich fr sich dessen Prmissen und ebenso dessen Konsequenz ganz
richtig sind.--Wenn aus dem Medius Terminus, da eine Wand blau
angestrichen worden, geschlossen wird, da sie hiermit blau ist, so
ist die richtig geschlossen; aber die Wand kann dieses Schlusses
unerachtet grn seyn, wenn sie auch mit gelber Farbe berzogen worden,
aus welchem letztern Umstande fr sich folgen wrde, da sie gelb
sey.--Wenn aus dem Medius Terminus der Sinnlichkeit geschlossen wird,
da der Mensch weder gut noch bse sey, weil vom Sinnlichen weder das
eine noch das andere prdicirt werden kann, so ist der Schlu richtig,
der Schlusatz aber falsch; weil vom Menschen, als dem Konkreten,
ebenso sehr auch der Medius Terminus der Geistigkeit gilt.--aus dem
Medius Terminus der Schwere der Planeten, Trabanten und Kometen gegen
die Sonne folgt richtig, da diese Krper in die Sonne fallen; aber
sie fallen nicht in sie, da sie ebenso sehr fr sich ein eigenes
Centrum der Schwere sind, oder, wie man es nennt, von der
Centrifugalkraft getrieben werden.  So wie aus dem Medius Terminus
der Socialitt die Gtergemeinschaft der Brger gefolgert werden kann;
aus dem Medius Terminus der Individualitt aber, wenn er ebenso
abstrakt verfolgt wird, die Auflsung des Staates folgt, wie sie z.
B. im deutschen Reich erfolgt ist, indem sich an letztern Medius
Terminus gehalten worden.--Es wird billig nichts fr so unzureichend
gehalten, als ein solcher formeller Schlu, weil er auf dem Zufall
oder der Willkr beruht, welcher Medius Terminus gebraucht wird.
Wenn eine solche Deduktion noch so schne durch Schlsse sich
verlaufen hat, und ihre Richtigkeit vllig zugegeben ist, so fhrt
die noch im geringsten zu nichts, indem es immer brig bleibt, da
noch andere Medii Termini sich finden, aus denen das gerade
Gegentheil ebenso richtig abgeleitet werden kann.--Die kantischen
Antinomien der Vernunft sind nichts Anderes, als da aus einem
Begriffe einmal die eine Bestimmung desselben zu Grunde gelegt wird,
das andere Mal aber ebenso nothwendig die andere.

--Diese Unzureichenheit und Zuflligkeit eines Schlusses mu dabei
nicht insofern blo auf den Inhalt geschoben werden, als ob sie von
der Form unabhngig sey, und diese allein die Logik angehe.  Es liegt
vielmehr in der Form des formalen Schlusses, da der Inhalt eine so
einseitige Qualitt ist; er ist zu dieser Einseitigkeit durch jene
_abstrakte_ Form bestimmt.  Er ist nmlich eine einzelne Qualitt von
den vielen Qualitten oder Bestimmungen eines konkreten Gegenstandes,
oder Begriffs, weil er _nach der Form_ nichts weiter als eine so
unmittelbare, einzelne Bestimmtheit seyn soll.  Das Extrem der
Einzelnheit ist als die _abstrakte Einzelnheit_ das _unmittelbare_
Konkrete, daher das unendlich oder unbestimmbar Mannigfaltige; die
Mitte ist die ebenso _abstrakte Besonderheit_, daher eine _einzelne_
dieser mannigfaltigen Qualitten, und ebenso das andere Extrem ist
das _abstrakte Allgemeine_.  Der formale Schlu ist daher wesentlich
um seiner Form willen ein seinem Inhalte nach ganz Zuflliges und
zwar nicht insofern, da es fr den Schlu zufllig sey, ob ihm
_dieser_ oder ein _anderer_ Gegenstand unterworfen werde; von diesem
Inhalte abstrahirt die Logik; sondern insofern ein Subjekt zu Grunde
liegt, ist es zufllig, was der Schlu von ihm fr
Inhaltsbestimmungen folgere.

3. Die Bestimmungen des Schlusses sind nach der Seite
Inhaltsbestimmungen, insofern die unmittelbare, abstrakte in sich
reflektirte Bestimmungen sind.  Das Wesentliche derselben aber ist
vielmehr, da sie nicht solche in sich reflektirte, gegen einander
gleichgltige, sondern da sie _Formbestimmungen_ sind; insofern sind
sie _Beziehungen_.  Diese Beziehungen sind _erstens_ die der Extreme
auf die Mitte,--Beziehungen, welche _unmittelbar_ sind; die
propositiones praemissae, und zwar Theils die des Besondern auf das
Allgemeine, propositio major; Theils die des Einzelnen auf das
Besondere, propositio minor. _Zweitens_ ist die Beziehung der Extreme
auf einander vorhanden, welches die _vermittelte_ ist, conclusio.
Jene _unmittelbaren_ Beziehungen, die Prmissen, sind Stze oder
Urtheile berhaupt, und _widersprechen der Natur des Schlusses_, nach
welcher die unterschiedenen Begriffsbestimmungen nicht unmittelbar
bezogen, sondern ebenso deren Einheit gesetzt seyn soll; die Wahrheit
des Urtheils ist der Schlu.  Unmittelbare Beziehungen knnen die
Prmissen um so weniger bleiben, als ihr Inhalt unmittelbar
_unterschiedene_ Bestimmungen, sie also nicht unmittelbar an und fr
sich identisch sind; auer sie seyen reine identische Stze, d. i.
leere zu nichts fhrende Tautologien.

Die Forderung an die Prmissen lautet daher gewhnlich, sie sollen
_bewiesen, d. h. sie sollen gleichfalls als Schlustze dargestellt_
werden.  Die zwei Prmissen geben somit zwei weiter Schlsse.  Aber
diese _zwei_ neuen Schlsse geben wieder zusammen _vier_ Prmissen,
welche _vier_ neue Schlsse erfordern; diese haben _acht_ Prmissen,
deren _acht_ Schlsse wieder fr ihre _sechzehn_ Prmissen _sechzehn_
Schlsse geben, und _so fort_ in einer geometrischen Progression _ins
Unendliche_.

Es thut sich hier also _der Progre ins Unendliche_ wieder hervor,
der in der niedrigern _Sphre des Seyns_ frher vorkam, und der im
Felde des Begriffes, der absoluten Reflexion aus dem Endlichen in
sich, im Gebiete der freien Unendlichkeit und Wahrheit, nicht mehr zu
erwarten war.  Es ist in der Sphre des Seyns gezeigt worden, da, wo
die schlechte Unendlichkeit, die in den Progre hinausluft, sich
hervorthut, der Widerspruch eines _qualitativen Seyns_, und eines
darber hinausgehenden, _unmchtigen Sollens_ vorhanden ist; der
Progre selbst ist die Wiederholung der gegen das Qualitative
eingetretenen Forderung der Einheit, und des bestndigen Rckfalls in
die der Forderung nicht geme Schranke.  Im formalen Schlusse nun
ist die _unmittelbare_ Beziehung oder das qualitative Urtheil die
Grundlage, und die _Vermittelung_ des Schlusses, das als die hhere
Wahrheit dagegen Gesetzte.  Das ins Unendliche fortgehende Beweisen
der Prmissen lst jenen Widerspruch nicht, sondern erneuert ihn nur
immer, und ist die Wiederholung eines und desselben ursprnglichen
Mangels.--Die Wahrheit des unendlichen Progresses ist vielmehr, da
er selbst und die durch ihn schon als mangelhaft bestimmte Form
aufgehoben werde.--Diese Form ist die der Vermittelung als E-B-A. Die
beiden Beziehungen E-B und B-A sollen vermittelt seyn; geschieht die
auf dieselbe Weise, so wird nur die mangelhafte Form E-B-A
verzweifacht, und so ins Unendliche fort.  B hat zu E auch die
Formbestimmung eines _Allgemeinen_, und zu A die Formbestimmung eines
_Einzelnen_, weil diese Beziehungen berhaupt Urtheile sind.  Sie
bedrfen daher der Vermittelung, durch jene Gestalt derselben tritt
aber nur das Verhltni wieder ein, das aufgehoben werden soll.  Die
Vermittelung mu daher auf eine andere Weise geschehen.  Fr die
Vermittelung von B-A ist E vorhanden;

es mu daher die Vermittelung die Gestalt

B-E-A

erhalten.  E-B zu vermitteln, ist A vorhanden; diese Vermittelung
wird daher zum Schlusse:

E-A-B.

Diese bergang nher seinem Begriffe nach betrachtet, so ist
_erstlich_ die Vermittelung des formalen Schlusses nach seinem
_Inhalte_, wie vorhin gezeigt worden, _zufllig_.  Das unmittelbare
_Einzelne_ hat an seinen Bestimmtheiten eine unbestimmbare Menge von
Mediis Terminis, und diese haben wieder ebenso viele Bestimmtheiten
berhaupt; so da es ganz in einer uerlichen _Willkr_, oder
berhaupt in einem _uerlichen Umstande_ und zuflligen Bestimmung
liegt, mit was fr einem Allgemeinen das Subjekt des Schlusses
zusammengeschlossen werden soll.  Die Vermittelung ist daher dem
Inhalte nach nichts Nothwendiges, noch Allgemeines, sie ist nicht im
_Begriffe der Sache_ gegrndet; der _Grund_ des Schlusses ist
vielmehr das an ihr uerliche, d. i. das _Unmittelbare_; das
Unmittelbare aber ist unter den Begriffsbestimmungen das _Einzelne_.

In Ansehung der _Form_ hat ebenso die _Vermittelung_ zu ihrer
_Voraussetzung_ die _Unmittelbarkeit der Beziehung_; jene ist daher
selbst vermittelt, und zwar durch das _Unmittelbare_, d. i. das
_Einzelne_.--Nher ist durch den _Schlusatz_ das ersten Schlusses
das Einzelne zum Vermittelnden geworden.  Der Schlusatz ist E-A; das
_Einzelne_ ist hierdurch als _Allgemeines_ gesetzt.  In der einen
Prmisse, dem Untersatze E-B ist es schon als _Besonderes_; es ist
somit als das, in welchem diese beiden Bestimmungen vereinigt sind.
--Oder der Schlusatz an und fr sich drckt das Einzelne als
Allgemeines aus; und zwar nicht auf eine unmittelbare Weise, sondern
durch die Vermittelung; also als eine nothwendige Beziehung.  Die
_einfache_ Besonderheit war Medius Terminus; im Schlusatze ist diese
Besonderheit _entwickelt_ als die _Beziehung des Einzelnen und
Allgemeinheit gesetzt_.  Aber noch ist das Allgemeine eine
qualitative Bestimmtheit, Prdikat des _Einzelnen_; indem das
Einzelne als Allgemeines bestimmt ist, ist es _gesetzt_ als die
Allgemeinheit der Extreme oder als Mitte; es ist fr sich Extrem der
Einzelnheit, aber weil es nunmehr als Allgemeines bestimmt ist, ist
es zugleich die Einheit beider Extreme.


b.  Die zweite Figur: B-E-A.


1. Die Wahrheit des ersten qualitativen Schlusses ist, da Etwas mit
einer qualitativen Bestimmtheit als einer allgemeinen nicht an und
fr sich zusammengeschlossen ist, sondern durch eine Zuflligkeit,
oder in einer Einzelnheit. _Das Subjekt_ des Schlusses ist in solcher
Qualitt nicht in seinen Begriff zurckgekehrt, sondern nur in seiner
_uerlichkeit_ begriffen; die Unmittelbarkeit macht den Grund der
Beziehung, somit die Vermittelung aus; insofern ist das Einzelne in
Wahrheit die Mitte.

Ferner aber ist die Schlubeziehung die _Aufhebung_ der
Unmittelbarkeit; der Schlusatz ist nicht eine unmittelbare Beziehung,
sondern als durch ein Drittes; er enthlt daher eine _negative_
Einheit; die Vermittelung ist daher nunmehr bestimmt, ein _negatives_
Moment in sich zu enthalten.

In diesem zweiten Schlusse sind die Prmissen: B-E, und E-A; nur die
erstere dieser Prmissen ist noch eine unmittelbare; die zweite E-A
ist schon eine vermittelte, nmlich durch den ersten Schlu; der
zweite Schlu setzt daher den ersten voraus; so wie umgekehrt der
erste den zweiten voraussetzt.--Die beiden Extreme sind hierin als
Besonderes und Allgemeines gegeneinander bestimmt; das letztere hat
insofern noch seine _Stelle_; es ist Prdikat; aber das Besondere hat
die seinige vertauscht, es ist Subjekt, oder unter der _Bestimmung
des Extrems der Einzelnheit gesetzt_, so wie das _Einzelne mit der
Bestimmung der Mitte_ oder der Besonderheit gesetzt ist.  Beide sind
daher nicht mehr die abstrakten Unmittelbarkeiten, welche sie im
ersten Schlusse waren.  Sie sind jedoch noch nicht als Konkrete
gesetzt; da jedes an der _Stelle_ des andern steht, dadurch ist es
in seiner eigenen und zugleich, jedoch nur _uerlich_, in der
_andern_ Bestimmung gesetzt.

Der _bestimmte_ und _objektive Sinn_ dieses Schlusses ist, da das
Allgemeine nicht _an und fr sich_ ein bestimmtes Besonderes ist;
Denn es ist vielmehr die Totalitt seiner Besondern; sondern so
_eine_ seiner Arten ist _durch die Einzelnheit_; die andern seiner
Arten sind durch die unmittelbare uerlichkeit von ihm
ausgeschlossen.  Anderer Seits ist das Besondere ebenso nicht
unmittelbar und an und fr sich das Allgemeine, sondern die negative
Einheit streift ihm die Bestimmtheit ab, und erhebt es dadurch in die
Allgemeinheit.--Die Einzelnheit verhlt sich insofern zum Besondern
_negativ_, als sie dessen Prdikat seyn soll; es ist _nicht_ Prdikat
des Besondern.

2. Zunchst aber sind die Termini noch unmittelbare Bestimmtheiten;
sie haben sich durch sich selbst zu keiner objektiven Bedeutung
fortgebildet; die vernderte _Stellung_, welche zwei derselben
erhalten, ist die Form, die nur erst uerlich an ihnen ist; sie sind
daher noch wie im ersten Schlusse berhaupt ein gegeneinander
gleichgltiger Inhalt; zwei Qualitten, die nicht an und fr sich
selbst, sondern durch eine zufllige Einzelnheit verknpft sind.

Der Schlu der ersten Figur war der _unmittelbare_, oder ebenso sehr
der Schlu, insofern er in seinem Begriffe als _abstrakte Form_ ist,
die sich an ihren Bestimmungen noch nicht realisirt hat.  Indem diese
reine Form in eine andere Figur bergegangen, ist die einer Seits
die begonnene Realisation des Begriffs, indem das _negative_ Moment
der Vermittelung und dadurch eine weitere Formbestimmtheit an der
zunchst unmittelbaren, qualitativen Bestimmtheit der Terminorum
gesetzt wird.--Zugleich ist die aber ein _Anderswerden_ der reinen
Form des Schlusses; er entspricht ihr nicht mehr vollstndig, und die
an seinen Terminis gesetzte Bestimmtheit ist verschieden von jener
ursprnglichen Formbestimmung.--Insofern er nur als ein subjektiver
Schlu betrachtet wird, der in einer uern Reflexion vor sich geht,
so gilt er als eine _Art_ des Schlusses, welche der Gattung, nmlich
dem allgemeinen Schema E-B-A entsprechen sollte.  Diesem entspricht
er aber zunchst nicht; die zwei Prmissen desselben sind B-E, oder
E-B und E-A; der Medius Terminus ist daher beide Mal subsumirt, oder
beide Mal Subjekt, dem also die beiden andern Termini inhriren; also
nicht eine Mitte, die das eine Mal subsumirend oder Prdikat, und das
andere Mal subsumirt oder Subjekt seyn, oder der der eine Terminus
inhriren, die aber selbst dem andern inhriren soll.--Da dieser
Schlu nicht der allgemeinen Form des Schlusses entspricht, hat den
wahrhaften Sinn, da diese in ihn bergegangen ist, indem ihre
Wahrheit darin besteht, ein subjektives zuflliges Zusammenschlieen
zu seyn.  Wenn der Schlusatz in der zweiten Figur (nmlich ohne die
gleich zu erwhnende Beschrnkung, die ihn zu etwas Unbestimmtem
macht, zu Hlfe zu nehmen) richtig ist, so ist er es, weil er es fr
sich ist, nicht weil er Schlusatz dieses Schlusses ist.  Aber
dasselbe ist der Fall bei dem Schlusatze der ersten Figur; diese
seine Wahrheit ist es, die durch die zweite Figur gesetzt ist.--In
der Ansicht, da die zweite Figur nur _eine Art_ seyn soll, wird der
nothwendige bergang der ersten in diese zweite Form bersehen, und
bei jener als wahrhafter Form stehen geblieben.  Insofern daher in
der zweiten Figur (welche aus alter Gewohnheit, ohne weitern Grund,
als _die dritte_ aufgefhrt wird) gleichfalls ein in diesem
subjektiven Sinne _richtiger_ Schlu Statt finden soll, so mte er
dem ersten angemessen seyn, somit da die eine Prmisse E-A das
Verhltni der Subsumtion des Medius Terminus unter das eine Extrem
hat, so mte die andere Prmisse B-E das entgegengesetzte Verhltni,
das sie hat, erhalten, und B unter E subsumirt werden knnen.  Ein
solches Verhltni aber wre die Aufhebung des bestimmten Urtheils: E
ist B, und knnte nur in einem unbestimmten Urtheile Statt finden,
--in einem partikularen; daher der Schlusatz in dieser Figur nur
partikular seyn kann.  Das partikulare Urtheil ist aber, wie oben
bemerkt, sowohl positiv als negativ;--ein Schlusatz, dem daher eben
kein groer Werth zugeschrieben werden kann.--Insofern auch das
Besondere und Allgemeine die Extreme, und unmittelbare, gleichgltige
Bestimmtheiten gegen einander sind, so ist ihr Verhltni selbst
gleichgltig; es kann beliebig die eine oder die andere als Terminus
Major oder Minor, daher auch die eine oder die andere Prmisse als
Ober--oder als Untersatz genommen werden.

3. Der Schlusatz, indem er ebenso sehr positiv als negativ ist, ist
somit eine gegen diese Bestimmtheiten gleichgltige, somit
_allgemeine_ Beziehung.  Nher betrachtet, so war die Vermittelung
des ersten Schlusses _an sich_ eine zufllige; in dem zweiten ist
diese Zuflligkeit _gesetzt_.  Sie ist somit sich selbst aufhebende
Vermittelung; die Vermittelung hat die Bestimmung der Einzelnheit und
Unmittelbarkeit; was durch diesen Schlu zusammengeschlossen ist, mu
vielmehr _an sich_ und _unmittelbar_ identisch seyn; denn jene Mitte,
_die unmittelbar Einzelnheit_, ist das unendlich mannigfaltige und
_uerliche_ Bestimmtseyn.  Es ist in ihr also vielmehr die sich
_uerliche_ Vermittelung gesetzt.  Die uerlichkeit der
Einzelnheit aber ist die Allgemeinheit; jene Vermittelung durch das
unmittelbare Einzelne weist ber sich selbst hinaus auf die _ihr
andere_, welche somit durch das _Allgemeine_ geschieht.--Oder was
durch den zweiten Schlu vereinigt seyn soll, mu _unmittelbar_
zusammengeschlossen seyn; durch die _Unmittelbarkeit_, die ihm zu
Grunde liegt, kommt ein bestimmtes Zusammenschlieen nicht zu Stande.
Die Unmittelbarkeit, auf welche er fortweist, ist die andere gegen
die seinige,--die aufgehobene erste Unmittelbarkeit des Seyns,--also
die in sich reflektirte, oder _an sich seyende_, das _abstrakte
Allgemeine_.

Der bergang dieses Schlusses war nach der betrachteten Seite ein
_Anderswerden_, wie das bergehen des Seyns, weil ihm das
Qualitative, und zwar die unmittelbare Einzelnheit zu Grunde liegt.
Dem Begriffe nach aber schliet die Einzelnheit das Besondere und
Allgemeine insofern zusammen, als sie die _Bestimmtheit_ des
Besondern _aufhebt_; was sich als die Zuflligkeit dieses Schlusses
darstellt; die Extreme werden nicht durch ihre bestimmte Beziehung,
welche sie zum Medius Terminus haben, zusammengeschlossen; er ist
daher _nicht_ ihre _bestimmte Einheit_, und die positive Einheit, die
ihm noch zukommt, ist nur _die abstrakte Allgemeinheit_.  Indem die
Mitte in dieser Bestimmung, welche ihre Wahrheit ist, gesetzt wird,
ist die aber eine andere Form des Schlusses.


c.  Die dritte Figur: E-A-B.


1. Dieser dritte Schlu hat keine einzige unmittelbare Prmisse mehr;
die Beziehung E-A ist durch den ersten, die Beziehung B-A durch den
zweiten Schlu vermittelt worden.  Er setzt daher die beiden ersten
Schlsse voraus; aber umgekehrt setzen beide ihn voraus, so wie
berhaupt jeder die beiden brigen voraussetzt.  In ihm ist somit
berhaupt die Bestimmung des Schlusse vollendet.--Diese gegenseitige
Vermittelung enthlt eben die, da jeder Schlu, ob zwar fr sich
die Vermittelung, zugleich nicht an ihm selbst die Totalitt
derselben ist, sondern eine Unmittelbarkeit an ihm hat, deren
Vermittelung sich auer ihm befindet.

Der Schlu E-A-B an ihm selbst betrachtet, ist die Wahrheit des
formalen Schlusses, er drckt die aus, da dessen Vermittelung die
abstrakt allgemeine ist, und die Extreme nach ihrer wesentlichen
Bestimmtheit, nicht in der Mitte, sondern nur nach ihrer
Allgemeinheit enthalten, vielmehr also das gerade nicht darin
zusammengeschlossen ist, was vermittelt seyn sollte.  Es ist also
hier das gesetzt, worin der Formalismus des Schlusses besteht, dessen
Termini einen umittelbaren gegen die Form gleichgltigen Inhalt haben,
oder was dasselbe ist, solche Formbestimmungen sind, die sich noch
nicht zu Inhaltsbestimmungen reflektirt haben.

2. Die Mitte dieses Schlusses ist zwar die Einheit der Extreme, aber
worin von ihrer Bestimmtheit abstrahirt ist, das _unbestimmte_
Allgemeine.  Insofern aber die Allgemein zugleich als das Abstrakte
von den Extremen als den _Bestimmten_ unterschieden ist, ist es auch
selbst noch ein _Bestimmtes_ gegen sie, und das Ganze ein Schlu,
dessen Verhltni zu seinem Begriffe zu betrachten ist.  Die Mitte
ist als das Allgemeine gegen ihre _beiden_ Extreme subsumirend oder
Prdikat, nicht auch das eine Mal subsumirt oder Subjekt.  Insofern
er daher als _eine Art_ des Schlusses diesem entsprechen soll, so
kann die nur geschehen, da, indem die eine Beziehung E-A schon das
gehrige Verhltni hat, auch die andere A-B dasselbe erhalte.  Die
geschieht in einem Urtheil, worin das Verhltni von Subjekt und
Prdikat gleichgltig ist, in einem _negativen_ Urtheil.  So wird der
Schlu legitim; aber die Konklusion notwendig negativ.

Damit ist es nun auch gleichgltig, welche von den beiden
Bestimmungen dieses Satzes als Prdikat oder als Subjekt, und im
Schlusse ob als Extrem der Einzelnheit oder als das der Besonderheit,
hiermit ob als Terminus Minor oder als Terminus Major genommen werde.
Indem es hiervon nach dem gewhnlichen Annahme abhngt, welche von
den Prmissen die Major oder Minor seyn soll, so ist die hier
gleichgltig geworden.--Die ist der Grund der gewhnlichen _vierten
Figur_ des Schlusses, die Aristoteles nicht gekannt, und die vollends
einen ganz leere, interesselosen Unterschied betrifft.  Die
unmittelbare Stellung der Terminorum ist darin die _umgekehrte_ der
Stellung der ersten Figur; das Subjekt und Prdikat des negativen
Schlusatzes nach der formalen Betrachtung des Urtheils das bestimmte
Verhltni von Subjekt und Prdikat nicht haben, sondern eines die
Stelle des andern einnehmen kann, so ist es gleichgltig, welcher
Terminus als Subjekt, und welcher als Prdikat genommen werden; daher
ebenso gleichgltig, welche Prmisse als Major oder Minor genommen
wird.--Diese Gleichgltigkeit, zu der auch die Bestimmung der
Partikularitt (insbesondere insofern bemerkt wird, da sie im
komprehensiven Sinne genommen werden kann) verhilft, macht jene
vierte Figur zu etwas ganz Migem.

3. Die objektive Bedeutung des Schlusses, worin das Allgemeine die
Mitte ist, ist, da das Vermittelnde als Einheit der Extreme
_wesentlich Allgemeines_ ist.  Indem die Allgemeinheit aber zunchst
nur die qualitative oder abstrakte Allgemeinheit ist, so ist die
Bestimmtheit der Extreme darin nicht enthalten; ihr Zusammenschlieen,
wenn es Statt finden soll, mu ebenso in einer auer diesem Schlusse
liegenden Vermittelung ihren Grund haben, und ist in Rcksicht auf
diesen ganz so zufllig, als bei den vorhergehenden Formen der
Schlsse.  Indem nun aber das Allgemeine als die Mitte bestimmt, und
darin die Bestimmtheit der Extreme nicht enthalten ist, so ist diese
als eine vllig gleichgltige und uerliche gesetzt.--Es ist hiermit
zunchst nach dieser bloen Abstraktion allerdings eine _vierte
Figur_ des Schlusses entstanden, nmlich die des _verhltnilosen_
Schlusses: A-A-A, welcher von dem Qualitativen Unterschiede der
Terminourm abstrahirt, und somit die blo uerliche Einheit
derselben, nmlich die _Gleichheit_ derselben zur Bestimmung hat.


d.  Die vierte Figur: A-A-A, oder der mathematische Schlu.


1. Der mathematische Schlu heit: Wenn _zwei Dinge oder Bestimmungen
einem Dritten gleich sind, so sind sie unter sich gleich_.--Das
Verhltni von Inhrenz oder Subsumtion der Terminorum ist darin
ausgelscht.

Ein _Drittes_ berhaupt ist das Vermittelnde; aber es hat ganz und
gar keine Bestimmung gegen seine Extreme.  Jedes der dreien kann
daher gleich gut das dritte Vermittelnde seyn.  Welches dazu
gebraucht, welche der drei Beziehungen daher als die unmittelbaren,
und welche als die vermittelte genommen werden soll, hngt von uern
Umstnden und sonstigen Bedingungen ab;--nmlich davon, welche zwei
derselben die unmittelbar _gegebenen_ sind.  Aber diese Bestimmung
geht den Schlu selbst nichts an, und ist vllig uerlich.

2. Der mathematische Schlu gilt als ein _Axiom_ in der Mathematik;
--_als ein an und fr sich einleuchtender, erster_ Satz, der keines
Beweises, d. h. keiner Vermittelung fhig sey, noch bedrfe, nichts
Anderes voraussetze, noch daraus hergeleitet werden knne.--Wenn der
Vorzug desselben, unmittelbar _einleuchtend_ zu seyn, nher
betrachtet wird, so zeigt es sich, da er in dem Formalismus dieses
Schlusses liegt, der von aller qualitativen Verschiedenheit der
Bestimmungen abstrahirt, und nur ihre quantitative Gleichheit oder
Ungleichheit aufnimmt.  Aus eben diesem Grunde ist er aber nicht ohne
Voraussetzung oder unvermittelt; die quantitative Bestimmung, die in
ihm allein in Rcksicht kommt, ist nur _durch die Abstraktion_ von
dem qualitativen Unterschiede und den Begriffsbestimmungen.--Linien,
Figuren, die einander gleich gesetzt werden, werden nur nach ihrer
Gre verstanden; ein Dreieck wird einem Quadrate gleich gesetzt,
aber nicht als Dreieck dem Quadrat, sondern allein der Gre nach u.
s. f.  Ebenso tritt der Begriff und seine Bestimmungen nicht in
dieses Schlieen ein; es wird damit berhaupt nicht _begriffen_; auch
hat der Verstand nicht einmal die formalen, abstrakten
Begriffsbestimmungen vor sich; das Einleuchtende dieses Schlusses
beruht daher nur darauf, da er an Gedankenbestimmung so drftig und
abstrakt ist.

3. Aber das _Resultat des Schlusses des Daseyns_ ist nicht blo diese
Abstraktion von aller Begriffsbestimmtheit; die _Negativitt_ der
unmittelbaren, abstrakten Bestimmungen, welche daraus hervorging, hat
noch eine andere _positive_ Seite, da nmlich in die abstrakte
Bestimmtheit _ihre andere gesetzt_, und sie dadurch _konkret_
geworden ist.

Vor's Erste haben die smmtlichen Schlsse des Daseyns sich
gegenseitig zur _Voraussetzung_, und die im Schlusatze
zusammengeschlossenen Extreme sind nur insofern wahrhaft und an und
fr sich zusammengeschlossen, als sie _sonst_ durch eine anderswo
gegrndete Identitt vereinigt sind; der Medius Terminus, wie er in
den betrachteten Schlssen beschaffen ist, _soll_ ihre
Begriffseinheit seyn, aber ist nur eine formale Bestimmtheit, die
nicht als ihre konkrete Einheit gesetzt ist.  Aber die
_Vorausgesetzte_ einer jeden jener Vermittelungen ist nicht blo eine
_gegebene Unmittelbarkeit_ berhaupt, wie im mathematischen Schlusse,
sondern es ist selbst eine Vermittelung, nmlich fr jeden die beiden
andern Schlsse.  Was also wahrhaft vorhanden ist, ist nicht die auf
eine gegebene Unmittelbarkeit, sondern die auf Vermittelung sich
grndende Vermittelung.  Die ist somit nicht die quantitative, von
der Form der Vermittelung abstrahirende, sondern vielmehr die sich
_auf Vermittelung beziehende Vermittelung_, oder die _Vermittelung
der Reflexion_.  Der Kreis des gegenseitigen Voraussetzens, den diese
Schlsse mit einander schlieen, ist die Rckkehr dieses
Voraussetzens in sich selbst, welches darin eine Totalitt bildet,
und das _Andere_, worauf jeder einzelne Schlu hinweist, nicht
vermge der Abstraktion _auerhalb_ hat, sondern _innerhalb_ des
Kreises befat.

Ferner von Seiten der _einzelnen Formbestimmungen_ hat sich gezeigt,
da in diesem ganzen der formalen Schlsse jede einzelne zur _Stelle_
der _Mitte_ gekommen ist.  Unmittelbar war diese als die
_Besonderheit_ bestimmt; hierauf bestimmte sie sich durch die
dialektische Bewegung als _Einzelnheit_ und _Allgemeinheit_.  Ebenso
ging jede dieser Bestimmungen _die Stellen der beiden Extreme_
hindurch. _Das blo negative Resultat_ ist das Auslschen der
qualitativen Formbestimmungen im blo quantitativen, mathematischen
Schlusse.  Aber was wahrhaft vorhanden ist, ist das _positive
Resultat_, da die Vermittelung nicht durch eine _einzelne_,
qualitative Formbestimmtheit geschieht, sondern durch die _konkrete
Identitt_ derselben.  Der Mangel und Formalismus der drei
betrachteten Figuren der Schlsse besteht eben darin, da eine solche
einzelne Bestimmtheit die Mitte in ihnen ausmachen sollte.--Die
Vermittelung hat sich also als die Gleichgltigkeit der unmittelbaren
oder abstrakten Formbestimmungen und als positive _Reflexion_ der
einen in die andere bestimmt.  Der unmittelbare Schlu des Daseyns
ist hiermit in den _Schlu der Reflexion_ bergegangen.


Anmerkung.


In der hier gegebenen Darstellung der Natur des Schlusses und seiner
verschiedenen Formen ist auch beilufig auf dasjenige Rcksicht
genommen worden, was in der gewhnlichen Betrachtung und Behandlung
der Schlsse das Haupt-Interesse ausmacht, nmlich wie in jeder Figur
ein richtiger Schlu gemacht werden knne; doch ist dabei nur das
Haupt-Moment angegeben und die Flle und Verwickelungen bergangen
worden, welche entstehen, wenn der Unterschied von positiven und
negativen Urtheilen nebst der quantitativen Bestimmung, besonders der
Partikualritt, mit dazu gezogen wird.--Einige Bemerkungen ber die
gewhnliche Ansicht und Behandlungsweise des Schlusses in der Logik
werden hier noch an ihrem Orte stehen.--Bekanntlich wurde diese Lehre
so ins Genaue ausgebildet, bis ihre sogenannten Spitzfindigkeiten zum
allgemeinen Verdrusse und Ekel geworden sind.  Indem der _natrliche
Verstand_ sich gegen die substanzlosen Reflexions-Formen nach allen
Seiten der Geistesbildung geltend machte, kehrte er sich auch gegen
jene knstliche Kenntni der Vernunftformen, und meinte solche
Wissenschaft aus dem Grunde entbehren zu knnen, weil er die darin
verzeichneten einzelnen Denk-Operationen von Natur ohne besonderes
Erlernen schon von selbst verrichte.  Der Mensch wre in der That in
Ansehung des vernnftigen Denkens ebenso bel daran, wenn die
Bedingung desselben das mhselige Studium der Schluformeln wre, als
er (wie in der Vorrede schon bemerkt worden) bel daran seyn wrde,
wenn er nicht gehen und verdauen knnte, ohne Anatomie und
Physiologie studirt zu haben.  Wie auch das Studium dieser
Wissenschaften fr das ditetische Verhalten nicht ohne Nutzen seyn
mag, so wird auch dem Studium der Vernunftformen ohne Zweifel ein
noch wichtigerer Einflu auf die Richtigkeit des Denkens
zuzuschreiben seyn; aber ohne in diese Seite, welche die Bildung des
subjektiven Denkens, daher eigentlich die Pdagogik angeht, hier
einzugehen, so wird zugegeben werden mssen, da das Studium, welches
die Operations-Weisen und Gesetze der Vernunft zum Gegenstand habe,
an und fr sich vom grten Interesse seyn msse,--von einem
wenigstens nicht geringerem, als die Kenntni der Gesetze der Natur
und der besonderen Gestaltungen derselben.  Wenn es nicht gering
geachtet wird, etliche und sechzig Arten von Papageyen, hundert und
sieben und dreiig Arten der Veronica u. s. f. aufgefunden zu haben,
so wird es noch viel weniger fr gering geachtet werden drfen, die
Vernunftformen auszufinden; ist nicht eine Figur des Schlusses ein
unendlich Hheres, als eine Papageyoder eine Veronica-Art?

So sehr es daher fr nichts mehr als Rohheit anzusehen ist, die
Kenntnisse der Vernunftformen berhaupt zu verachten, so sehr ist
zuzugeben, da die gewhnliche Darstellung des Schlusses und seiner
besonderen Gestaltungen nicht eine _vernnftige_ Erkenntni, nicht
eine Darstellung derselben als _Vernunftformen_ ist, und die
syllogistische Weisheit sich durch ihren Unwerth die Geringschtzung
zugezogen hat, die sie erfuhr.  Ihr Mangel besteht darin, da sie
schlechterdings bei der _Verstandesform_ des Schlusses stehen bleibt,
nach welcher die Begriffsbestimmungen als _abstrakte_ formelle
Bestimmungen genommen werden.  Es ist um so inkonsequenter, sie als
abstrakte Qualitten fest zu halten, da im Schlusse die _Beziehungen_
derselben das Wesentliche ausmachen, und die Inhrenz und Subsumtion
es schon enthlt, da das Einzelne, weil ihm das Allgemeine inhrirt,
selbst Allgemeines, und das Allgemeine, weil es das Einzelne
subsumirt, selbst Einzelnes ist, und nher der Schlu eben diese
_Einheit_ als _Mitte_ ausdrcklich setzt, und seine Bestimmung gerade
die _Vermittelung_ ist, d. i. da die Begriffsbestimmungen nicht mehr
wie im Urtheile ihre uerlichkeit gegen einander, sondern vielmehr
ihre Einheit zur Grundlage haben.--Es ist somit durch den Begriff des
Schlusses die Unvollkommenheit des formalen Schlusses ausgesprochen,
in welchem die Mitte, nicht als Einheit der Extreme, sondern als eine
formale, von ihnen qualitativ verschiedene, abstrakte Bestimmung
festgehalten werden soll.--Die Betrachtung wird noch dadurch
gehaltleerer, da auch solche Beziehungen oder Urtheile, worin selbst
die formellen Bestimmungen gleichgltig werden, wie im negativen und
partikularen Urtheile, und die sich daher den Stzen nhern, noch als
vollkommene Verhltnisse angenommen werden.--Indem nun berhaupt die
qualitative Form E-B-A als das Letzte und Absolute gilt, so fllt die
dialektische Betrachtung des Schlusses ganz hinweg, die brigen
Schlsse werden somit nicht als _nothwendige Vernderungen_ jener
Form, sondern als _Arten_ betrachtet.--Es ist hierbei gleichgltig,
ob der erste formale Schlu selbst nur als eine Art _neben_ den
brigen, oder aber als _Gattung_ und Art zugleich betrachtet wird;
letzteres geschieht, indem die brigen Schlsse auf den ersten
zurckgebracht werden.  Geschieht diese Reduktion nicht ausdrcklich,
so liegt immer dasselbe formelle Verhltni der uerlichen
Subsumtion zu Grunde, welche die erste Figur ausdrckt.

Dieser formelle Schlu ist der Widerspruch, da die Mitte die
bestimmte Einheit der Extreme seyn soll, aber nicht als diese Einheit,
sondern als eine von denen, deren Einheit sie seyn soll, qualitativ
verschiedene Bestimmung ist.  Weil der Schlu dieser Widerspruch ist,
ist er an ihm selbst dialektisch.  Seine dialektische Bewegung stellt
ihn in den vollstndigen Begriffs-Momenten dar, da nicht nur jenes
Verhltni der Subsumtion, oder die Besonderheit, sondern _ebenso
wesentlich_ die negative Einheit und die Allgemeinheit Momente des
Zusammenschlieens sind.  Insofern jedes derselben fr sich ebenso
nur ein einseitiges Moment der Besonderheit ist, sind sie gleichfalls
unvollkommene Mitten, aber zugleich machen sie die entwickelten
Bestimmungen derselben aus; der ganze Verlauf durch die drei Figuren
stellt die Mitte in jeder dieser Bestimmungen nach einander dar, und
das wahre Resultat, das daraus hervorgeht, ist, da die Mitte nicht
eine einzelne, sondern die Totalitt derselben ist.

Der Mangel des formalen Schlusses liegt daher nicht in der _Form des
Schlusses_,--sie ist vielmehr die Form der Vernnftigkeit,--sondern
da sie nur als _abstrakte_, daher begrifflose Form ist.  Es ist
gezeigt worden, da die abstrakte Bestimmung um ihrer abstrakten
Beziehung auf sich willen ebenso sehr als Inhalt betrachtet werden
kann; insofern leistet der formale Schlu weiter nichts, als da eine
Beziehung eines Subjekts auf ein Prdikat _nur aus diesem Medius
Terminus _folge oder nicht folge.  Es hilft nichts, einen Satz durch
einen solchen Schlu erwiesen zu haben; um der abstrakten
Bestimmtheit des Medius Terminus willen, der eine begrifflose
Qualitt ist, kann es ebenso gut andere Medius Terminos geben, aus
denen das Gegentheil folgt, ja aus demselben Medius Terminus knnen
auch wieder entgegengesetzte Prdikate durch weitere Schlsse
abgeleitet werden.--Auerdem, da der formale Schlu nicht viel
leistet, ist er auch etwas sehr Einfaches; die vielen Regeln, welche
erfunden worden, sind schon darum lstig, weil sie mit der einfachen
Natur der Sache so sehr kontrastiren, dann aber auch, weil sie sich
auf die Flle beziehen, wo der formale Gehalt des Schlusses durch die
uerliche Formbestimmung, besonders der Partikularitt, vornehmlich
insofern sie zu diesem Behuf in komprehensivem Sinne genommen werden
mu, vollends vermindert, und auch der Form nach nur ganz gehaltlose
Resultate herausgebracht werden.--Die gerechteste und wichtigste
Seite der Ungunst, in welche die Syllogistik verfallen, ist aber, da
sie eine so weitlufige _begrifflose_ Beschftigung mit einem
Gegenstande sind, dessen einziger Inhalt der _Begriff_ selbst ist.
--Die vielen syllogistischen Regeln erinnern an das Verfahren der
Rechnmeister, welche gleichfalls eine Menge Regeln ber die
arithmetischen Operationen geben, welche alle voraus setzen, da man
den _Begriff_ der Operation nicht habe.--Aber die Zahlen sind ein
begriffloser Stoff, die Rechen-Operation ist ein uerliches
Zusammenfassen oder Trennen, ein mechanisches Verfahren, wie denn
Rechenmaschinen erfunden worden sind, welche diese Operationen
vollbringen; das Hrteste und Grellste dagegen ist, wenn die
Formbestimmungen des Schlusses, welche Begriffe sind, als ein
begriffloser Stoff behandelt werden.

Das uerste von diesem begrifflosen Nehmen der Begriffsbestimmungen
des Schlusses ist wohl, da Leibnitz (Opp.  Tom.  II. P. I.) den
Schlu dem kombinatorischen Calcul unterworfen, und durch denselben
berechnet hat, wie viele Stellungen des Schlusses mglich sind;--mit
Rcksicht nmlich auf die Unterschiede von positiven und negativen,
dann von allgemeinen, partikularen, unbestimmten und singularen
Urtheilen; es finden sich solcher Verbindungen 2048 mglich, wovon
nach Ausschlieung der unbrauchbaren 24 brauchbare Figuren brig
bleiben.--Leibnitz macht sehr viel von der Ntzlichkeit der
kombinatorischen Analysis, um nicht nur die Formen des Schlusses,
sondern auch die Verbindungen von anderen Begriffen zu finden.  Die
Operation, wodurch die gefunden wird, ist dieselbe, wodurch
berechnet wird, wie viele Verbindungen von Buchstaben ein Alphabet
zult, wie vielerlei Wrfe in einem Wrfelspiel, Spiele mit einer
L'hombre-Charte mglich sind u. s. f.  Man findet hier also die
Bestimmungen des Schlusses in Eine Klasse mit den Punkten des Wrfels
und der L'hombre-Charte gesetzt, das Vernnftige als ein todtes und
begriffloses genommen, und das Eigenthmliche des Begriffs und seiner
Bestimmungen, als geistige Wesen _sich zu beziehen_, und durch die
Beziehen ihre _unmittelbare_ Bestimmung _aufzuheben_, auf der Seite
gelassen.--Diese leibnitzische Anwendung des kombinatorischen Calculs
auf den Schlu und auch die Verbindung anderer Begriffe unterschied
sich von der verrufenen _lullianischen Kunst_ durch nichts, als da
sie von Seiten der _Anzahl_ methodischer war, brigens an
Sinnlosigkeit ihr gleich kam.--Es hing hiermit ein Lieblingsgedanke
Leibnitzens zusammen, den er in der Jugend gefat, und der Unreifheit
und Seichtigkeit desselben unerachtet auch spterhin nicht aufgab,
von einer _allgemeinen Charakterisitk_ der Begriffe,--einer
Schriftsprache, worin jeder Begriff dargestellt werde, wie er eine
Beziehung aus andern ist, oder sich auf andere beziehe--als ob in der
vernnftigen Verbindung, welche wesentlich dialektisch ist, ein
Inhalt noch dieselben Bestimmungen behielte, die er hat, wenn er fr
sich fixirt ist.

Der _ploucquetsche Calcul_ hat ohne Zweifel die konsequenteste
Verfahrungsweise ergriffen, wodurch das Verhltni des Schlusses
fhig wird, dem Calcul unterworfen zu werden.  Er beruht darauf, da
von dem Verhlntiunterschiede, dem Unterschiede der Einzelnheit,
Besonderheit und Allgemeinheit im Urtheile abstrahirt, und die
_abstrakte Identitt_ des Subjekts und Prdikats festgehalten wird,
wodurch sie in _mathematischer Gleichheit_ sind;--einer Beziehung,
welche das Schlieen zu einer vllig gehaltleeren und tautologischen
Formirung von Stzen macht.--Im Satze: _Die Rose ist roth_, soll das
Prdikat nicht das allgemeine Roth, sondern nur das bestimmte _Roth
der Rose_ bedeuten; im Satze Alle Christen sind Menschen, soll das
Prdikat nur diejenigen Menschen bedeuten, welche Christen sind; aus
diesem und dem Satze: die Juden sind keine Christen, folgt dann der
Schlusatz, der diesen syllogistischen Calcul bei _Mendelssohn_ nicht
gut empfohlen hat: _Also sind die Juden keine Menschen_ (nmliche
diejenigen Menschen nicht, welche die Christen sind).--_Ploucquet_
giebt als eine Folge seiner Erfindung an, _posse etiam urdes
mechanice totam logicam doceri_, uti pueri arithmeticam docentur, ita
quidem, ut nulla formidine in rationciniis suis errandi torqueri, vel
fallaciis circumveniri possint, si in calculo non errant.--Diese
Empfehlung, da Ungebildeten durch den Calcul _mechanisch_ die ganze
Logik beigebracht werden knne, ist wohl das Schlimmste, was von
einer Erfindung ber die Darstellung der logischen Wissenschaft
gesagt werden kann.


B. Der Schlu der Reflexion.


Der Verlauf des qualitativen Schlusses hat das _Abstrakte_ der
Bestimmungen desselben aufgehoben; der Terminus hat sich dadurch als
eine solche Bestimmtheit gesetzt, in welcher auch die andere
_scheint_.  Auer den abstrakten Terminis ist im Schlusse auch die
_Beziehung_ derselben vorhanden, und im Schlusatz ist sie als eine
vermittelte und nothwendige gesetzt; daher ist jede Bestimmtheit in
Wahrheit nicht als eine einzelne fr sich, sondern als Beziehung der
andern, als _konkrete_ Bestimmtheit, gesetzt.  Die _Mitte_ war die
abstrakte Besonderheit, fr sich eine einfache Bestimmtheit, und
Mitte nur uerlich und relativ gegen die selbststndigen Extreme.
Nunmehr ist sie gesetzt als die _Totalitt_ der Bestimmungen; so ist
sie die _gesetzte_ Einheit der Extreme; zunchst aber die Einheit der
Reflexion, welche sie in sich befat;--ein Befassen, welches als
_erstes_ Aufheben der Unmittelbarkeit und erstes Beziehen der
Bestimmungen noch nicht die absolute Identitt des Begriffes ist.

Die Extreme sind die Bestimmungen des Urtheils der Reflexion;
eigentliche _Einzelnheit_ und _Allgemeinheit_ als
Verhltnibestimmung, oder eine Mannigfaltiges in sich
zusammenfassende Reflexion.  Aber das einzelne Subjekt enthlt auch,
wie beim Urtheile der Reflexion gezeigt worden, auer der bloen
Einzelnheit, die der Form angehrt, die Bestimmtheit, als schlechthin
in sich reflektirte Allgemeinheit, als vorausgesetze, d. h. hier noch
unmittelbar angenommene, _Gattung_.

Aus dieser Bestimmtheit der Extreme, welche dem Verlauf der
Urtheilsbestimmung angehrt, ergiebt sich der nhere Inhalt der
_Mitte_, auf die es wesentlich beim Schlusse ankommt, da sie ihn vom
Urtheile unterscheidet.  Sie enthlt 1) die _Einzelnheit_, 2) aber
zur Allgemeinheit erweitert, als _Alle_, 3) die zum Grunde liegende,
Einzelnheit und abstrakte Allgemeinheit schlechthin in sich
vereinigende Allgemeinheit, _die Gattung_.--Der Schlu der Reflexion
hat auf diese Weise erst die _eigentliche Bestimmtheit_ der Form,
indem die Mitte als die Totalitt der Bestimmungen _gesetzt_ ist; der
unmittelbare Schlu ist gegen ihn deswegen der _unbestimmte_, als die
Mitte erst noch die abstrakte Besonderheit ist, in welcher die
Momente ihres Begriffs noch nicht gesetzt sind.--Dieser erste Schlu
der Reflexion kann der _Schlu der Allheit_ genannt werden.


a.  Schlu der Allheit.


1. Der Schlu der Allheit ist der Verstandesschlu in seiner
Vollkommenheit, mehr aber noch nicht.  Da die Mitte in ihm nicht
_abstrakte_ Besonderheit, sondern in ihre Momente entwickelt und
daher als konkrete ist, ist zwar ein wesentliches Erforderni fr den
Begriff, allein die Form der _Allheit_ fat das Einzelne zunchst nur
uerlich in die Allgemeinheit zusammen, und umgekehrt erhlt sie das
Einzelne noch als ein unmittelbar fr sich bestehendes in der
Allgemeinheit.  Die Negation der Unmittelbarkeit der Bestimmungen,
die das Resultat des Schlusses des Daseyns war, ist nur die _erste_
Negation, noch nicht die Negation der Negation, oder absolute
Reflexion in sich.  Jener die einzelnen Bestimmungen in sich
befassenden Allgemeinheit der Reflexion liegen sie daher noch zu
Grunde,--oder die Allheit ist noch nicht die Allgemeinheit des
Begriffs, sondern die uere der Reflexion.

Der Schlu des Daseyns war darum zufllig, weil der Medius Terminus
desselben als eine einzelne Bestimmtheit des konkreten Subjekts eine
unbestimmbare Menge anderer solcher Mediorum Terminorum zult, und
damit das Subjekt mit unbestimmbar anderen, und mit entgegengesetzten
Prdikaten zusammen geschlossen seyn konnte.  Indem die Mitte aber
nunmehr _die Einzelnheit_ enthlt, und hierdurch selbst konkret ist,
so kann durch sie mit dem Subjekt nur ein Prdikat verbunden werden,
das ihm als konkreten zukommt.--Wenn z.B. aus dem Medius Terminus :
_Grn_, geschlossen werden sollte, da ein Gemlde angenehm sey, weil
das Grn dem Auge angenehm ist, oder ein Gedicht, ein Gebude u. s. f.
schn sey, weil er _Regelmigkeit_ besitze, so knnte das Gemlde u.
s. f. dessen ungeachtet hlich seyn, um anderer Bestimmungen willen,
aus denen auf die letztere Prdikat geschlossen werden knnte.
Indem hingegen der Medius Terminus die Bestimmung der _Allheit_ hat,
so enthlt er das Grne, die Regelmigkeit als _ein Konkretes_, das
eben darum nicht die Abstraktion eines blo Grnen, Regelmigen u. s.
f. ist; mit diesem _Konkreten_ knnen nun nur Prdikate verbunden
seyn, die der _Totalitt des Konkreten_ gem sind.--In dem Urtheil:
_Das Grne_ oder _Regelmige ist angenehm_, ist das Subjekt nur die
Abstraktion von Grn, Regelmigkeit; in dem Satze: _Alles Grne oder
Regelmige ist angenehm_, ist das Subjekt dagegen: alle wirklichen
konkreten Gegenstnde, die grn oder regelmig sind, die also _als
konkrete_ mit _allen ihren Eigenschaften_, die sie auer dem Grnen
oder der Regelmigkeit noch haben, genommen werden.

2. Diese Reflexions-Vollkommenheit des Schlusses macht ihn aber eben
hiermit zu einem bloen Blendwerk.  Der Medius Terminus hat die
Bestimmtheit: _Alle_; diesen kommt im Obersatze das Prdikat
_unmittelbar_ zu, das mit dem Subjekte zusammen geschlossen wird.
Aber _Alle_ sind _alle Einzelne_; darin hat also das einzelne Subjekt
jenes Prdikat schon unmittelbar, und _erhlt es nicht erst durch den
Schlu_.--Oder das Subjekt erhlt durch den Schlusatz ein Prdikat
als eine Folge; der Obersatz aber enthlt in sich schon diesen
Schlusatz; _der Obersatz ist also nicht fr sich richtig_, oder ist
nicht ein unmittelbares, vorausgesetztes Urtheil, sondern _setzt
selbst schon den Schlusatz voraus_, dessen Grund er seyn sollte.--In
dem beliebten vollkommenen Schlusse:

Alle Menschen sind sterblich,

_Nun ist Cajus ein Mensch_,

Ergo ist Cajus sterblich,

ist der Obersatz nur darum und insofern richtig, als der _Schlusatz
richtig_ ist; wre Cajus zuflligerweise nicht sterblich, so wre der
Obersatz nicht richtig.  Der Satz, welcher Schlusatz seyn sollte,
mu schon unmittelbar fr sich richtig seyn, weil der Obersatz sonst
nicht Alle Einzelne befassen knnte; ehe der Obersatz als richtig
gelten kann, ist _vorher_ die Frage, ob nicht jener Schlusatz selbst
eine _Instanz_ gegen ihn sey.

3. Beim Schlusse des Daseyns ergab sich aus dem Begriffe des
Schlusses, da die Prmissen als _unmittelbare_ dem Schlusatze,
nmlich der durch den Begriff des Schlusses geforderten
_Vermittelung_, widersprachen, da der erste Schlu daher andere, und
umgekehrt diese anderen ihn voraussetzen.

Im Schlusse der Reflexion ist die an ihm selbst gesetzt, da der
Obersatz seinen Schlusatz voraussetzt, indem jener die Verbindung
des Einzelnen mit einem Prdikate enthlt, welche eben erst
Schlusatz seyn soll.

Was also in der That vorhanden ist, kann zunchst so ausgedrckt
werden: da der Reflexions-Schlu nur ein uerlicher leerer _Schein
des Schlieens_ ist,--da somit das Wesen hiermit die Mitte ausmacht,
und als solche zu setzen ist;--die Einzelnheit, welche als solche ist,
und nur uerlich die Allgemeinheit an ihr hat.--Oder nach dem
nhern Inhalt des Reflxions-Schlusses zeigte sich, da das Einzelne
in _unmittelbarer_, nicht einer erschlossenen Beziehung auf sein
Prdikat steht, und da der Obersatz, die Verbindung eines Besondern
mit einem Allgemeinen, oder nher eines formell Allgemeinen mit einem
an sich Allgemeinen, durch die Beziehung der Einzelnheit, die in
jenem vorhanden ist,--der Einzelnheit als Allheit,--vermittelt ist.
Die aber ist _der Schlu der Induktion_.


b.  Schlu der Induktion.


1. Der Schlu der Allheit steht unter dem Schema der ersten Figur:
E-B-A; der Schlu der Induktion unter dem der zweiten A-E-B, da er
wieder die Einzelnheit zur Mitte hat, nicht die _abstrakte_
Einzelnheit, sondern als _vollstndig_, nmlich gesetzt mit der ihr
entgegengesetzen Bestimmung, der Allgemeinheit.--Das _eine Extrem_
ist irgend ein Prdikat, das allen diesen Einzelnen gemeinschaftlich
ist; die Beziehung desselben auf sie macht die unmittelbaren
Prmissen aus, dergleichen eine im vorhergehenden Schlusse Schlusatz
seyn sollte.--Das _andere Extrem_ kann die unmittelbare _Gattung_
seyn, wie sie in der Mitte des vorigen Schlusses, oder im Subjekte
des universellen Urtheils vorhanden ist, und welche in den
smmtlichen Einzelnen oder auch Arten der Mitte erschpft ist.  Der
Schlu hat hiernach die Gestalt:

e

e

A--B.

e

e

ins

Unendliche

2. Die zweite Figur des formalen Schlusses A-E-B entsprach dem Schema
darum nicht, weil in der einen Prmisse E, das die Mitte ausmacht,
nicht subsumirend oder Prdikat war.  In der Induktion ist dieser
Mangel gehoben; die Mitte ist hier: _Alle Einzelne_; der Satz: A-E,
welcher das objektive Allgemeine oder Gattung als zum Extrem
ausgeschieden, als Subjekt enthlt, hat ein Prdikat, das mit ihm
wenigstens von gleichem Umfange, hiermit fr die uere Reflexion
identisch ist.  Der Lwe, Elephant u. s. f. machen die _Gattung_ des
vierfigen Thiers aus; der Unterschied, da _derselbe_ Inhalt das
eine Mal in der Einzelnheit, das andere Mal in der Allgemeinheit
gesetzt ist, ist hiermit bloe _gleichgltige Formbestimmung_,--eine
Gleichgltigkeit, welche das im Reflexions-Schlusse gesetzte Resultat
des formalen Schlusses, und hierdurch die Gleichheit des Umfangs
gesetzt ist.

Die Induktion ist daher nicht der Schlu der bloen _Wahrnehmung_
oder des zuflligen Daseyns, wie die ihm entsprechende zweite Figur,
sondern Schlu der _Erfahrung_;--des subjektiven Zusammenfassens der
Einzelnen in die Gattung, und des Zusammenschlieens der Gattung mit
einer allgemeinen Bestimmtheit, weil sie in allen Einzelnen
angetroffen wird.  Er hat auch die objektive Bedeutung, da die
unmittelbare Gattung sich durch die Totalitt der Einzelnheit zu
einer allgemeinen Eigenschaft bestimmt, in einem allgemeinen
Verhltnisse oder Merkmal ihr Daseyn hat.--Allein die objektive
Bedeutung dieses, wie der anderen Schlsse ist nur erst ihr innerer
Begriff, und hier noch nicht gesetzt.

3. Die Induktion ist vielmehr noch wesentlich ein subjektiver Schlu.
Die Mitte sind die Einzelnen in ihrer Unmittelbarkeit, das
Zusammenfassen derselben in die Gattung durch die Allheit ist eine
_uerliche_ Reflexion.  Um der bestehenden _Unmittelbarkeit_ der
Einzelnen, und um der daraus flieenden _uerlichkeit_ willen ist
die Allgemeinheit nur Vollstndigkeit, oder bleibt vielmehr _eine
Aufgabe_.--Es kommt an ihr daher wieder der _Progre_ in die
schlechte Unendlichkeit zum Vorschein; die _Einzelnheit_ soll als
_identisch_ mit der _Allgemeinheit_ gesetzt werden, aber indem die
_Einzelnen_ ebenso sehr als _unmittelbare_ gesetzt sind, so bleibt
jene Einheit nur ein perennirendes _Sollen_; sie ist eine Einheit der
_Gleichheit_; die identisch seyn sollen, sollen es zugleich _nicht_
seyn.  Die a, b, c, d, e, nur ins _Unendliche_ fort machen die
Gattung aus, und geben die vollendete Erfahrung.  Der _Schlusatz_
der Induktion bleibt insofern _problematisch_.

Indem sie aber die ausdrckt, da die Wahrnehmung, um zur Erfahrung
zu werden, _ins Unendliche_ fortgesetzt werden _soll_, setzt sie
voraus, da die Gattung mit ihrer Bestimmtheit _an und fr sich_
zusammengeschlossen sey.  Sie setzt damit eigentlich ihren Schlusatz
vielmehr als ein Unmittelbares voraus, wie der Schlu der Allheit fr
eine seiner Prmissen den Schlusatz voraussetzt.--Eine Erfahrung,
die auf Induktion beruht, wird als gltig angenommen, _obgleich_ die
Wahrnehmung zugestandenermaen _nicht vollendet_ ist; es kann aber
nur angenommen werden, da sich keine _Instanz gegen_ jene Erfahrung
ergeben knne, insofern diese _an und fr sich_ wahr sey.  Der Schlu
durch Induktion grndet sich daher wohl auf eine Unmittelbarkeit,
aber nicht auf die, auf die er sich grnden sollte, auf die _seyende_
Unmittelbarkeit der _Einzelnheit_, sondern _auf die an und fr sich
seyende_, auf die _allgemeine_.-Die Grundbestimmung der Induktion ist,
ein Schlu zu seyn; wenn die Einzelnheit als wesentliche, die
Allgemeinheit aber nur als uerliche Bestimmung der Mitte genommen
wird, so fiele die Mitte in zwei unverbundene Theile aus einander,
und es wre kein Schlu vorhanden; diese uerlichkeit gehrt
vielmehr den Extremen an. _Die Einzelnheit_ kann nur Mitte seyn, _als
unmittelbar identisch_ mit der Allgemeinheit; eine solche
Allgemeinheit ist eigentlich die _objektive, die Gattung_.--Die kann
auch so betrachtet werden: die Allgemeinheit ist an der Bestimmung
der Einzelnheit, welche der Mitte der Induktion zu Grunde liegt,
_uerlich, aber wesentlich_; ein solches _uerliche_ ist so sehr
unmittelbar sein Gegentheil, das _Innerliche_.--Die Wahrheit des
Schlusses der Induktion ist daher ein solcher Schlu, der eine
Einzelnheit zur Mitte hat, die unmittelbar _an sich selbst_
Allgemeinheit ist;--_der Schlu der Analogie_.


c.  Der Schlu der Analogie.


1. Dieser Schlu hat die dritte Figur des unmittelbaren Schlusses:
E-A-B zu seinem abstrakten Schema.  Aber seine Mitte ist nicht mehr
irgend eine einzelne Qualitt, sondern eine Allgemeinheit, welche
_die Reflexion-in-sich eines Konkreten_, somit die _Natur_ desselben
ist;--und umgekehrt, weil sie so die Allgemeinheit als eines
Konkreten ist, ist sie zugleich an sich selbst die _Konkrete_.--Es
ist hier also ein Einzelnes die Mitte, aber nach seiner allgemeinen
Natur; ferner ist ein anderes Einzelnes Extrem, welches mit jenem
dieselbe allgemeine Natur hat.  Z. B.:

_Die Erde_ hat Bewohner,

Der Mond ist _eine Erde_,

Also hat der Mond Bewohner.

2. Die Analogie ist um so oberflchlicher, je mehr das Allgemeine, in
welchem die beiden Einzelnen eins sind, und nach welchem das eine,
Prdikat des andern wird, eine bloe _Qualitt_, oder wie die
Qualitt subjektiv genommen wird, ein oder anderes _Merkmal_ ist,
wenn die Identitt beider hierin als eine bloe _hnlichkeit_
genommen wird.  Dergleichen Oberflchlichkeit aber, zu der eine
Verstandes- oder Vernunftform dadurch gebracht wird, da man sie in
die Sphre der bloen _Vorstellung_ herabsetzt, sollte in der Logik
gar nicht angefhrt werden.--Auch ist es unpassend, den Obersatz
dieses Schlusses so darzustellen, da er lauten solle: _Was einem
Objekte in einigen Merkmalen hnlich ist, das ist ihm auch in andern
hnlich_.  Auf solche Weise wird _die Form des Schlusses_ in Gestalt
eines Inhalts ausgedrckt, und der empirische, eigentlich so zu
nennende, Inhalt zusammen in den Untersatz verlegt.  So knnte auch
die ganze Form z.B. des ersten Schlusses als sein Obersatz
ausgedrckt werden: _Was unter ein Anderes subsumirt ist, welchem ein
Drittes inhrirt, dem inhrirt auch die Dritte; Nun aber_ und so
fort.  Aber beim Schlusse selbst kommt es nicht auf den empirischen
Inhalt an, und seine eigene Form zum Inhalt eines Obersatzes zu
machen, ist so gleichgltig, als ob jeder andere empirische Inhalt
dafr genommen wrde.  Insofern es aber beim Schlu der Analogie auf
jenen Inhalt, der nichts als die eigenthmliche Form des Schlusses
enthlt, nicht ankommen sollte, so kme es auch bei dem ersten Schlu
ebenso sehr nicht darauf an, d. h. nicht auf das, was den Schlu zum
Schlusse macht.--Worauf es ankommt, ist immer die Form des Schlusses,
er mag nun diese selbst, oder etwas Anderes zu seinem empirischen
Inhalte haben.  So ist der Schlu der Analogie eine eigenthmliche
Form, und es ist ein ganz leerer Grund, ihn nicht fr eine solche
ansehen zu wollen, weil seine Form zum Inhalt oder Materie eines
Obersatzes gemacht werden knne, die Materie aber das Logische nicht
angehe.--Was beim Schlusse der Analogie, etwa auch beim Schlusse der
Induktion zu diesem Gedanken verleiten kann, ist da in ihnen die
Mitte und auch die Extreme weiter bestimmt sind, als in dem blo
formalen Schlusse, und daher die Formbestimmung, weil sie nicht mehr
einfach und abstrakt ist, auch als _Inhaltsbestimmung_ erscheinen mu.
Aber die, da die Form sich so zum Inhalte bestimmt, ist erstlich
ein nothwendiges Fortgehen des Formalen, und betrifft daher die Natur
des Schlusses wesentlich; daher kann aber _zweitens_ eine solche
Inhaltsbestimmung nicht als eine solche wie ein anderer empirischer
Inhalt angesehen und davon abstrahirt werden.

Wenn die Form des Schlusses der Analogie in jenem Ausdruck seines
Obersatzes betrachtet wird, da _wenn zwei Gegenstnde in einer oder
auch einigen Eigenschaften bereinkommen, so kommt dem einen auch
eine weitere Eigenschaft zu, die der andere hat_, so kann es scheinen,
da dieser Schlu _vier Bestimmungen_, die quaternionem terminorum
enthalte;--ein Umstand, der die Schwierigkeit mit sich fhrte, die
Analogie in die Form eines formalen Schlusses zu bringen.--Es sind
_zwei_ Einzelne, _drittens_ eine unmittelbar als gemeinschaftlich
angenommene Eigenschaft, und _viertens_ die andere Eigenschaft, die
das eine Einzelne unmittelbar hat, die das andere aber erst durch den
Schlu erhlt.--Die rhrt daher, da, wie sich ergeben hat, in dem
analogischen Schlusse _die Mitte_ als Einzelnheit, aber unmittelbar
_auch_ als deren wahre Allgemeinheit gesetzt ist.--_In der Induktion_
ist auer den beiden Extremen die Mitte eine unbestimmbare Menge von
Einzelnen; in diesem Schlusse sollte daher eine unendliche Menge von
Terminis gezhlt werden.--Im Schlusse der Allheit ist die
Allgemeinheit an der Mitte nur erst als die uerliche Formbestimmung
der Allheit; im Schlusse der Analogie dagegen als wesentliche
Allgemeinheit.  Im obigen Beispiel ist der Medius Terminus : _die
Erde_, als ein Konkretes genommen, das nach seiner Wahrheit ebenso
sehr eine allgemeine Natur oder Gattung, als ein Einzelnes ist.

Nach dieser Seite machte die Quaternio terminorum die Analogie nicht
zu einem unvollkommenen Schlu.  Aber er wird es durch sie nach einer
andern Seite; denn wenn zwar das eine Subjekt dieselbe allgemeine
Natur hat, als das andere, so ist es unbestimmt, ob dem einen Subjekt
die Bestimmtheit, die auch fr das andere erschlossen wird, vermge
seiner _Natur_, oder vermge seiner _Besonderheit_ zukommt, ob z.B.
die Erde als Weltkrper _berhaupt_, oder nur als dieser _besondere_
Weltkrper Bewohner hat.--Die Analogie ist insofern noch ein Schlu
der Reflexion, als Einzelnheit und Allgemeinheit in dessen Mitte
_unmittelbar_ vereinigt sind.  Um dieser Unmittelbarkeit willen ist
noch die _uerlichkeit_ der Reflexions-Einheit vorhanden; das
Einzelne ist nur _an sich_ die Gattung, es ist nicht in dieser
Negativitt gesetzt, wodurch seine Bestimmtheit als die eigene
Bestimmtheit der Gattung wre.  Darum ist das Prdikat, das dem
Einzelnen der Mitte zukommt, nicht auch schon Prdikat des andern
Einzelnen, obgleich diese beide einerlei Gattung angehren.

3. E-B (der Mond hat Bewohner) ist der Schlusatz; aber die eine
Prmisse (die Erde hat Bewohner) ist ein eben solches E-B; insofern
E-B ein Schlusatz seyn soll, so liegt darin die Forderung, da auch
jene Prmisse ein solcher sey.  Dieser Schlu ist somit in sich
selbst die Forderung seiner gegen die Unmittelbarkeit, die er enthlt;
oder er setzt seinen Schlusatz voraus.  Ein Schlu des Daseyns hat
seine Voraussetzung an den _andern_ Schlssen des Daseyns; bei den so
eben betrachteten ist sie in sie hinein gerckt, weil sie Schlsse
der Reflexion sind.  Indem also der Schlu der Analogie die Forderung
seiner Vermittelung gegen die Unmittelbarkeit ist, mit welcher seine
Vermittelung behaftet ist, so ist es das Moment der _Einzelnheit_,
dessen Aufhebung er fordert.  So bleibt fr die Mitte das objektive
Allgemeine, die _Gattung_ gereinigt von der Unmittelbarkeit.--Die
Gattung war im Schlusse der Analogie Moment der Mitte nur als
_unmittelbare Voraussetzung_; indem der Schlu selbst die Aufhebung
der vorausgesetzten Unmittelbarkeit fordert, so ist die Negation der
Einzelnheit, und hiermit das Allgemeine nicht mehr unmittelbar
sondern _gesetzt_.--Der Schlu der Reflexion enthielt erst die
_erste_ Negation der Unmittelbarkeit; es ist nunmehr die zweite
eingetreten, und damit die uerliche Reflexions-Allgemeinheit zur an
und fr sich seyenden bestimmt.--Von der positiven Seite betrachtet,
so zeigt sich der Schlusatz identisch mit der Prmisse, die
Vermittelung mit ihrer Voraussetzung zusammengegangen, hiermit eine
Identitt der Reflexions-Allgemeinheit, wodurch sie hhere
Allgemeinheit geworden.

bersehen wir den Gang der Schlsse der Reflexion, so ist die
Vermittelung berhaupt die _gesetzte_, oder _konkrete_ Einheit der
Formbestimmungen der Extreme; die Reflexion besteht in diesem Setzen
der einen Bestimmung in der andern; das Vermittelnde ist so die
_Allheit_.  Als der wesentliche Grund derselben aber zeigt sich die
_Einzelnheit_, und die Allgemeinheit nur als uerliche Bestimmung an
ihr, als _Vollstndigkeit_.  Die Allgemeinheit ist aber dem Einzelnen
_wesentlich_, da es zusammenschlieende Mitte sey; es ist daher als
_an sich_ seyendes Allgemeines zu nehmen.  Es ist aber mit ihr nicht
auf diese blo positive Weise vereinigt, sondern in ihr aufgehoben,
und negative Moment; so ist das Allgemeine, das an und fr sich
Seyende, gesetzte Gattung, und das einzelne als Unmittelbares ist
vielmehr die uerlichkeit derselben, oder es ist _Extrem_.--Der
Schlu der Reflexion steht berhaupt genommen unter den Schema B-E-A,
das Einzelne ist darin noch als solches wesentliche Bestimmung der
Mitte; indem sich seine Unmittelbarkeit aber aufgehoben hat, und die
Mitte als an und fr sich seyende Allgemeinheit bestimmt hat, so ist
der Schlu unter das formelle Schema: E-A-B getreten, und der Schlu
der Reflexion in den _Schlu der Nothwendigkeit_ bergegangen.


C. Der Schlu der Nothwendigkeit.


Das Vermittelnde hat sich nunmehr bestimmt 1) als _einfache_
bestimmte Allgemeinheit, wie die Besonderheit in dem Schlusse des
Daseyns ist; aber 2) als _objektive_ Allgemeinheit, das heit, welche
die ganze Bestimmtheit der unterschiedenen Extreme enthlt, wie die
Allheit des Schlusses der Reflexion; eine _erfllte_, aber _einfache_
Allgemeinheit; die _allgemeine Natur_ der Sache, die _Gattung_.

Dieser Schlu ist _inhaltsvoll_, weil die _abstrakte_ Mitte des
Schlusses des Daseyns sich zum _bestimmten Unterschiede_ gesetzt, wie
sie als Mitte des Reflexions-Schlusses ist, aber dieser Unterschied
wieder in die einfache Identitt sich reflektirt hat.--Dieser Schlu
ist daher Schlu der _Nothwendigkeit_, da seine Mitte kein sonstiger
unmittelbarer Inhalt, sondern die Reflexion der Bestimmtheit der
Extreme in sich ist.  Diese haben an der Mitte ihre innere Identitt,
deren Inhaltsbestimmungen die Formbestimmungen der Extreme sind.
--Damit ist das, wodurch sich die Termini unterscheiden, als
_uerliche_ und _unwesentliche_ Form, und sie sind als Momente
_eines nothwendigen_ Daseyns.

Zunchst ist dieser Schlu der unmittelbare, und insofern so formale,
da der _Zusammenhang_ der Terminorum die _wesentliche Natur_ ist als
_Inhalt_, und dieser an den unterschiedenen Terminis nur in
_verschiedener Form_, und die Extreme fr sich nur als ein
_unwesentliches_ Bestehen sind.--Die Realisirung dieses Schlusses hat
ihn so zu bestimmen, da die _Extreme_ gleichfalls als diese
_Totalitt_, welche zunchst die Mitte ist, _gesetzt_ werden, und die
_Nothwendigkeit_ der Beziehung, welche zunchst nur der substantielle
_Inhalt_ ist, eine Beziehung der _gesetzten Form_ sey.


a.  Der kategorische Schlu.


1. Der kategorische Schlu hat das kategorische Urtheil zu einer oder
zu seinen beiden Prmissen.--Es wird hier mit diesem Schlusse, wie
mit dem Urtheil, die bestimmtere Bedeutung verbunden, da die Mitte
desselben die _objektive Allgemeinheit_ ist.  Oberflchlicher Weise
wird auch der kategorische Schlu fr nicht mehr genommen, als fr
einen bloen Schlu der Inhrenz.

Der kategorische Schlu ist nach seiner gehaltvollen Bedeutung der
_erste Schlu der Nothwendigkeit_, worin ein Subjekt mit einem
Prdikat durch _seine Substanz_ zusammen geschlossen ist.  Die
Substanz aber in die Sphre des Begriffs erhoben, ist das Allgemeine,
gesetzt so an und fr sich zu seyn, da sie nicht, wie in ihrem
eigenthmlichen Verhltnisse, die Accidentalitt, sondern die
Begriffsbestimmung zur Form, zur Weise ihres Seyns hat.  Ihre
Unterschiede sind daher die Extreme des Schlusses, und bestimmt die
Allgemeinheit und Einzelnheit.  Jene ist gegen die _Gattung_, wie die
_Mitte_ nher bestimmt ist, abstrakte Allgemeinheit oder allgemeine
Bestimmtheit;--die Accidentalitt der Substanz in die einfache
Bestimmtheit, die aber ihr wesentlicher Unterschied, die _specifische
Differenz_ ist, zusammengefat.--Die Einzelnheit aber ist das
Wirkliche, an sich die konkrete Einheit der Gattung und der
Bestimmtheit, hier aber als im unmittelbaren Schlusse zunchst
unmittelbare Einzelnheit, die in die Form _fr sich seyenden_
Bestehens zusammengefate Accidentalitt.--Die Beziehung dieses
Extrems auf die Mitte macht ein kategorisches Urtheil aus; insofern
aber auch das andere Extrem nach der angegebenen Bestimmung die
specifische Differenz der Gattung, oder ihr bestimmtes Princip
ausdrckt, so ist auch diese andere Prmisse kategorisch.

2. Dieser Schlu steht zunchst als erster, somit unmittelbarer
Schlu der Nothwendigkeit unter dem Schema des ersten formalen
Schlusses E-B-A.--Da aber die Mitte die wesentliche _Natur_ des
Einzelnen, nicht _irgend eine_ der Bestimmtheiten oder Eigenschaften
desselben ist, und ebenso das Extrem der Allgemeinheit nicht irgend
ein abstraktes Allgemeines, auch wieder nur eine einzelne Qualitt,
sondern die allgemeine Bestimmtheit, das _Specifische des
Unterschiedes_ der Gattung ist, so fllt die Zuflligkeit weg, da
das Subjekt nur durch _irgend einen_ Medius Terminus mit _irgend
einer Qualitt_ zusammen geschlossen wre.--Indem somit auch die
_Beziehungen_ der Extreme auf die Mitte nicht diejenige uerliche
Unmittelbarkeit haben, wie im Schlusse des Daseyns; so tritt die
Forderung des Beweises nicht in dem Sinne ein, der dort Statt fand
und zum unendlichen Progresse fhrte.

Dieser Schlu setzt ferner nicht, wie ein Schlu der Reflexion, fr
seine Prmissen seinen Schlusatz voraus.  Die Termini stehen nach
dem substantiellen Inhalt in identischer, als _an und fr sich_
seyender Beziehung auf einander; es ist _ein_ die drei Terminos
durchlaufendes Wesen vorhanden, an welchem die Bestimmungen der
Einzelnheit, Besonderheit und Allgemeinheit nur _formelle_ Momente
sind.

Der kategorische Schlu ist daher insofern nicht mehr subjektiv; in
jener Identitt fngt die Objektivitt an; die Mitte ist die
inhaltsvolle Identitt ihrer Extreme, welche in derselben nach ihrer
Selbststndigkeit enthalten sind, denn ihre Selbststndigkeit ist
jene substantielle Allgemeinheit, die Gattung.  Das Subjektive des
Schlusses besteht in dem gleichgltigen Bestehen der Extreme gegen
den Begriffe, oder die Mitte.

3. Es ist aber noch an diesem Schlusse die subjektiv, da jene
Identitt noch als die substantielle oder als _Inhalt_, noch nicht
zugleich als _Identitt der Form_ ist.  Daher ist die Identitt des
Begriffes noch _inneres_ Band, somit als Beziehung noch
_Nothwendigkeit_; die Allgemeinheit der Mitte ist gediegene,
_positive_ Identitt, nicht ebenso sehr als _Negativitt ihrer
Extreme_.

Nher ist die Unmittelbarkeit dieses Schlusses, welche noch nicht als
das, was sie _an sich ist, gesetzt ist_, so vorhanden.  Das
eigentlich Unmittelbare des Schlusses ist das _Einzelne_.  Die ist
unter seine Gattung als Mitte subsumirt; aber unter derselben stehen
noch andere, _unbestimmt viele_ Einzelne; es ist daher _zufllig_,
da nur _dieses_ Einzelne darunter als subsumirt gesetzt ist.--Diese
Zuflligkeit gehrt aber ferner nicht blo der _ueren Reflexion_ an,
die das im Schlusse gesetzte Einzelne, durch die _Vergleichung_ mit
andern, zufllig findet; vielmehr darin, da es selbst auf die Mitte
als seine objektive Allgemeinheit bezogen ist, ist es als _zufllig_,
als eine subjektive Wirklichkeit gesetzt.  Auf der andern Seite,
indem das Subjekt ein _unmittelbares_ Einzelnes ist, enthlt es
Bestimmungen, welche nicht in der Mitte, als der allgemeinen Natur
enthalten sind; es hat somit auch eine dagegen gleichgltige, fr
sich bestimmte Existenz, die von eigenthmlichen Inhalt ist.  Damit
hat auch umgekehrt dieser andere Terminus eine gleichgltige
Unmittelbarkeit und verschiedenen Existenz von jenem.--Dasselbe
Verhltni findet auch zwischen der Mitte und dem andern Extreme
Statt; denn die hat gleichfalls die Bestimmung der Unmittelbarkeit,
somit eines zuflligen Seyn gegen seine Mitte.

Was hiermit im kategorischen Schlusse gesetzt ist, sind _einer Seits_
Extreme in solchem Verhltni zur Mitte, da sie _an sich_ objektive
Allgemeinheit oder selbststndige Natur haben und zugleich als
Unmittelbare sind, also gegen einander _gleichgltige Wirklichkeiten.
Anderer Seits_ aber sind sie ebenso sehr als _zufllige_, oder ihre
Unmittelbarkeit als _aufgehoben_ in ihrer Identitt bestimmt.  Diese
aber ist um jener Selbststndigkeit und Totalitt der Wirklichkeit
willen nur die formelle, innere; hierdurch hat der Schlu der
Nothwendigkeit sich zum _hypothetischen_ bestimmt.


b.  Der hypothetische Schlu.


1. Das hypothetische Urtheil enthlt nur die nothwendige _Beziehung_
ohne die Unmittelbarkeit der Bezogenen. _Wenn A ist, so ist B_, oder
das Seyn des A ist auch ebenso sehr das Seyn _eines Andern_, des B;
damit ist noch nicht gesagt, weder da A ist, noch da B ist.  Der
hypothetische Schlu fgt diese _Unmittelbarkeit_ des Seyns hinzu:

Wenn A ist, so ist B,

Nun ist A,

Also ist B.

Der Untersatz fr sich spricht das unmittelbare Seyn des A aus.  Aber
es ist nicht blo die zum Urtheil hinzugekommen.  Der Schlu enthlt
die Beziehung des Subjekts und Prdikats nicht als die abstrakte
Kopula, sondern als die erfllte _vermittelnde_ Einheit.  Das _Seyn_
des A ist daher _nicht als bloe Unmittelbarkeit_, sondern wesentlich
als _Mitte des Schlusses_ zu nehmen.  Die ist nher zu betrachten.

2. Zunchst ist die Beziehung des hypothetischen Urtheils die
_Nothwendigkeit_, oder innere _substantielle Identitt_ bei
uerlicher Verschiedenheit der Existenz, oder der Gleichgltigkeit
des erscheinenden Seyns gegeneinander;--ein identischer _Inhalt_, der
innerlich zu Grunde liegt.  Die beiden Seiten des Urtheils sind daher
nicht als ein unmittelbares, sondern in der Nothwendigkeit gehaltenes
Seyn, also zugleich _aufgehobenes_, oder nur erscheinendes Seyn.  Sie
verhalten sich ferner als Seiten des Urtheils, als _Allgemeinheit_
und _Einzelnheit_; das eine ist daher jener Inhalt als _Totalitt der
Bedingungen_, das andere als _Wirklichkeit_.  Es ist jedoch
gleichgltig, welche Seite als Allgemeinheit, welche als Einzelnheit
genommen werde.  Insofern nmlich die Bedingungen noch das _Innere,
Abstrakte_ einer Wirklichkeit sind, sind sie das _Allgemeine_, und es
ist das _Zusammengefatseyn_ derselben in eine _Einzelnheit_, wodurch
sie in _Wirklichkeit_ getreten sind.  Umgekehrt sind die Bedingungen
eine _vereinzelnte zerstreute_ Erscheinung, welche erst in der
_Wirklichkeit Einheit_ und Bedeutung, und ein _allgemeingltiges
Daseyn_ gewinnt.

Das nhere Verhltni, das hier zwischen den beiden Seiten als
Verhltni von Bedingung zum Bedingten angenommen worden, kann jedoch
auch als Ursache und Wirkung, Grund und Folge genommen werden; die
ist hier gleichgltig; aber das Verhltni der Bedingung entspricht
insofern der in dem hypothetischen Urtheile und Schlusse vorhandenen
Beziehung nher, als die Bedingung wesentlich als eine gleichgltige
Existenz, Grund und Ursache dagegen durch sich selbst bergehend ist;
auch ist die Bedingung eine allgemeinere Bestimmung, indem sie beide
Seiten jener Verhltnisse begreift, da die Wirkung, Folge u. s. f.
ebenso sehr Bedingung der Ursache, des Grundes ist, als diese von
jenen.-A ist nun das _vermittelnde_ Seyn, insofern es _erstens_ ein
unmittelbares Seyn, eine gleichgltige Wirklichkeit, aber zweitens
insofern es ebenso sehr als ein _an sich selbst zuflliges_, sich
aufhebendes Seyn ist.  Was die Bedingungen in die Wirklichkeit der
neuen Gestalt, deren Bedingungen sie sind, bersetzt, ist, da sie
nicht das Seyn als das abstrakte Unmittelbare sind, sondern das _Seyn
in seinem Begriffe, zunchst das Werden_; aber, da der Begriff nicht
mehr das bergehen ist, bestimmter die _Einzelnheit_, als sich auf
sich beziehende _negative_ Einheit.--Die Bedingungen sind ein
zerstreutes, seine Verwendung erwartendes und forderndes Material;
diese _Negativitt_ ist das Vermittelnde, die freie Einheit des
Begriffes.  Sie bestimmt sich als _Thtigkeit_, da diese Mitte der
Widerspruch der _objektiven Allgemeinheit_, oder der Totalitt des
identischen Inhalts, und der _gleichgltigen Unmittelbarkeit_ ist.
--Diese Mitte ist daher nicht mehr blo innere, sondern _seyende
Nothwendigkeit_; die objektive Allgemeinheit enthlt die Beziehung
auf sich selbst als _einfache Unmittelbarkeit_, als Seyn;--im
kategorischen Schlusse ist die Moment zunchst Bestimmung der
Extreme; aber gegen die objektive Allgemeinheit der Mitte bestimmt es
sich als _Zuflligkeit_, damit als ein nur _gesetztes_, auch
aufgehobenes, das ist, in den Begriff oder in die Mitte als Einheit
zurckgegangenes, welche selbst nun in ihrer Objektivitt auch Seyn
ist.

Der Schlusatz: _Also ist B_, drckt denselben Widerspruch aus, da B
ein _unmittelbar_ Seyendes, aber ebenso durch ein Anderes oder
_vermittelt_ ist.  Seiner Form nach ist er daher derselbe Begriff,
welcher die Mitte ist; nur als das _Nothwendige_ unterschieden von
der _Nothwendigkeit_,--in der ganz oberflchlichen Form der
Einzelnheit gegen die Allgemeinheit.  Der absolute _Inhalt_ von A und
B ist derselbe; es sind nur zwei verschiedene Namen derselben
Grundlage fr die _Vorstellung_, insofern sie die Erscheinung der
verschiedenen Gestalt des Daseyns festhlt, und vom Nothwendigen
seiner Nothwendigkeit unterscheidet; insofern diese aber von B
getrennt seyn sollte, so wre es nicht das Nothwendige.  Es ist somit
die Identitt des _Vermittelnden_ und des _Vermittelten_ darin
vorhanden.

3. Der hypothetische Schlu stellt zunchst _die nothwendige
Beziehung_ als Zusammenhang durch _die Form_ oder _negative Einheit_
dar, wie der kategorische durch die positive Einheit den gediegenen
_Inhalt_, die objektive Allgemeinheit.  Aber die _Nothwendigkeit_
geht in _das Nothwendige_ zusammen; _die Formthtigkeit_ des
bersetzens der bedingenden Wirklichkeit in die bedingte ist _an
sich_ die Einheit, in welcher die vorher zum gleichgltigen Daseyn
befreiten Bestimmtheiten des Gegensatzes _aufgehoben_ sind, und der
Unterschied des A und B ein leerer Name ist.  Sie ist daher in sich
reflektirte Einheit,--somit ein _identischer_ Inhalte; und ist die
nicht nur _an sich_, sondern es ist durch diesen Schlu auch
_gesetzt_, indem das Seyn des A auch nicht sein eigenes, sondern des
B, und umgekehrt berhaupt das Seyn des Einen das Seyn des Andern ist,
und im Schlusatze bestimmt das unmittelbare Seyn oder gleichgltige
Bestimmtheit als eine vermittelte ist,--also die uerlichkeit sich
aufgehoben, und deren _in sich gegangene Einheit gesetzt_ ist.

Die Vermittelung des Schlusses hat sich hierdurch bestimmt als
_Einzelnheit, Unmittelbarkeit_ und als _sich auf sich beziehende
Negativitt_, oder unterscheidende und aus diesem Unterschiede sich
in sich zusammennehmende Identitt,--als absolute Form, und eben
dadurch als objektive _Allgemeinheit_, mit sich identisch seyender
_Inhalt_.  Der Schlu ist in dieser Bestimmung der _disjunktive
Schlu_.


c.  Der disjunktive Schlu.


Wie der hypothetische Schlu im Allgemeinen unter dem Schema der
zweiten Figur A-E-B steht, so steht der disjunktive unter dem Schema
der dritten Figur des formalen Schlusses: E-A-B. Die Mitte ist aber
die _mit der Form erfllte Allgemeinheit_; sie hat sich als die
_Totalitt_, als _entwickelte_ objektive Allgemeinheit bestimmt.  Der
Medius Terminus ist daher sowohl Allgemeinheit, als Besonderheit und
Einzelnheit.  Als jene ist er erstlich die substantielle Identitt
der Gattung, aber zweitens als eine solche, in welche die
_Besonderheit_, aber _als ihr gleich, aufgenommen_ ist, also als
allgemeine Sphre, die ihre totale Besonderung enthlt,--die in ihre
Arten zerlegte Gattung; A, welches _sowohl B als C als D_ ist.  Die
Besonderung ist aber als Unterscheidung ebenso sehr das _Entweder
Oder_ des B, C und D, _negative_ Einheit, _das gegenseitige_
Ausschlieen der Bestimmung.--Die Ausschlieen ist nun ferner nicht
nur ein gegenseitiges und die Bestimmung blo eine relative, sondern
ebenso sehr wesentlich sich _auf sich beziehende_ Bestimmung; das
Besondere als _Einzelnheit_ mit Ausschlieung der _anderen_.

A ist entweder B oder C oder D,

A ist aber B;

also ist A nicht C noch D.

Oder auch:

A ist entweder B oder C oder D,

A ist aber nicht C noch D;

also ist es B.

A ist nicht nur in den beiden Prmissen Subjekt, sondern auch im
Schlusatz.  In der ersten ist es allgemeines und in seinem Prdikate
die in die Totalitt ihrer Arten besonderte _allgemeine_ Sphre; in
der zweiten ist es als _Bestimmtes_, oder als eine Art; im Schlusatz
ist es als die ausschlieende, _einzelne_ Bestimmtheit gesetzt.--Oder
auch ist es schon im Untersatze als ausschlieende Einzelnheit, und
im Schlusatze als das Bestimmte, was es ist, positiv gesetzt.

Was hiermit berhaupt als das _Vermittelte_ erscheint, ist die
_Allgemeinheit_ des A mit der _Einzelnheit_.  Das _Vermittelnde_ aber
ist dieses A, welches die _allgemeine_ Sphre seiner Besonderungen
und ein als _Einzelnes_ Bestimmtes ist.  Was sie Wahrheit des
hypothetischen Schlusses ist, die Einheit des Vermittelnden und
Vermittelten, ist somit im disjunktiven Schlusse _gesetzt_, der aus
diesem Grunde ebenso sehr _kein Schlu_ mehr ist.  Die Mitte, welche
in ihm als die Totalitt des Begriffes gesetzt ist, enthlt nmlich
selbst die beiden Extreme in ihrer vollstndigen Bestimmtheit.  Die
Extreme, im Unterschiede von dieser Mitte, sind nur als ein
Gesetztseyn, dem keine eigenthmliche Bestimmtheit gegen die Mitte
mehr zukommt.

Die noch in bestimmterer Rcksicht auf den hypothetischen Schlu
betrachtet, so war in ihm eine _substantielle Identitt_, als das
_innere_ Band der Nothwendigkeit, und eine davon unterschiedene
_negative Einheit_--nmlich die Thtigkeit oder die Form, welche ein
Daseyn in ein anderes bersetzte,--vorhanden.  Der disjunktive Schlu
ist berhaupt in der Bestimmung der _Allgemeinheit_, seine Mitte ist
das A als _Gattung_ und als vollkommen _Bestimmtes_; durch diese
Einheit ist jener vorher innere Inhalt auch _gesetzt_, und umgekehrt
das Gesetztseyn oder die Form ist nicht die uerliche negative
Einheit dagegen ein gleichgltiges Daseyn, sondern identisch mit
jenem gediegenen Inhalte.  Die ganze Formbestimmung des Begriffs ist
in ihrem bestimmten Unterschied und zugleich in der einfachen
Identitt des Begriffes gesetzt.

Dadurch hat sich nun der _Formalismus des Schlieens_, hiermit die
Subjektivitt des Schlusses und des Begriffes berhaupt aufgehoben.
Die Formelle oder Subjektive bestand darin da das Vermittelnde der
Extreme, der Begriff als _abstrakte_ Bestimmung, und dadurch von
ihnen, deren Einheit sie ist, _verschieden_ ist.  In der Vollendung
des Schlusses dagegen, worin die objektive Allgemeinheit ebenso sehr
als Totalitt der Formbestimmungen gesetzt ist, ist der Unterschied
des Vermittelnden und Vermittelten weggefallen.  Das, was vermittelt
ist, ist selbst wesentliches Moment seines Vermittelnden, und jedes
Moment ist als die Totalitt der Vermittelten.  Die Figuren des
Schlusses stellen jede Bestimmtheit des Begriffs _einzeln_ als die
Mitte dar, welche zugleich der Begriff als _Sollen_ ist, als
Forderung, da das Vermittelnde seine Totalitt sey.  Die
verschiedenen Gattungen der Schlsse aber stellen die Stufen der
_Erfllung_ oder Konkretion der Mitte dar.  In dem formalen Schlusse
wird die Mitte nur dadurch als Totalitt gesetzt, da alle
Bestimmtheiten, aber jede _einzeln_, die Funktion der Vermittelung
durchlaufen.  In den Schlssen der Reflexion ist die Mitte als die,
die Bestimmungen der Extreme _uerlich_ zusammenfassende Einheit.
Im Schlusse der Nothwendigkeit hat sie sich zur ebenso entwickelten
und totalen, als einfachen Einheit bestimmt, und die Form des
Schlusses, der in dem Unterschiede der Mitte gegen seine Extreme
bestand hat sich dadurch aufgehoben.

Damit ist der Begriff berhaupt realisirt worden; bestimmter hat er
eine solche Realitt gewonnen, welche _Objektivitt_ ist.  Die
_nchste Realitt_ war, da der _Begriff_ als die in sich negative
Einheit sich dirimirt, und als _Urtheil_ seine Bestimmungen in
bestimmtem und gleichgltigem Unterschiede setzt, und im Schlusse
sich selbst ihnen entgegenstellt.  Indem er so noch das Innerliche
dieser seiner uerlichkeit ist, so wird durch den Verlauf der
Schlssse diese Aueerlichkeit mit der innerlichen Einheit
ausgeglichen; die verschiedenen Bestimmungen kehren durch die
Vermittelung, in welcher sie zunchst nur in einem Dritten eins sind,
in diese Einheit zurck, und die uerlichkeit stellt dadurch den
Begriff an ihr selbst dar, der hiermit ebenso sehr nicht mehr als
innerliche Einheit von ihr unterschieden ist.

Jene Bestimmung des Begriffs aber, welche als _Realitt_ betrachtet
worden, ist umgekehrt ebenso sehr ein _Gesetztseyn_.  Denn nicht nur
in diesem Resultate hat sich als die Wahrheit des Begriffs die
Identitt seiner Innerlichkeit und uerlichkeit dargestellt,
sondern schon die Momente des Begriffs im Urtheile bleiben auch in
ihrer Gleichgltigkeit gegen einander, Bestimmungen, die ihre
Bedeutung nur in ihrer Beziehung haben.  Der Schlu ist
_Vermittelung_, der vollstndige Begriff in seinem _Gesetztseyn_.
Seine Bewegung ist das Aufheben dieser Vermittelung, in welcher
nichts an und fr sich, sondern jedes nur vermittelst eines Andern
ist.  Das Resultat ist daher eine _Unmittelbarkeit_, die durch
_Aufheben der Vermittelung_ hervorgegangen, ein _Seyn_, das ebenso
sehr identisch mit der Vermittelung und der Begriff ist, der aus und
in seinem Andersseyn sich selbst hergestellt hat.  Die _Seyn_ ist
daher eine _Sache_, die _an und fr sich_ ist,--die _Objektivitt_.


Zweiter Abschnitt.  Die Objektivitt.


Im ersten Buche der objektiven Logik wurde das abstrakte _Seyn_
dargestellt als bergehend in das _Daseyn_, aber ebenso zurckgehend
in das _Wesen_.  Im zweiten zeigt sich das Wesen, da es sich zum
_Grunde_ bestimmt, dadurch in die _Existenz_ tritt und sich zur
_Substanz_ realisirt, aber wieder in den _Begriff_ zurckgeht.  Vom
Begriffe ist nun zunchst gezeigt worden, da er sich zur
_Objektivitt_ bestimmt.  Es erhellt von selbst, da dieser letztere
bergang seiner Bestimmung nach dasselbe ist, was sonst in der
_Metaphysik_ als der _Schlu_ vom _Begriffe_, nmlich vom _Begriffe
Gottes_ auf _sein Daseyn_, oder als der sogenannte _ontologische
Beweis_ vom _Daseyn Gottes_ vorkam.--Es ist ebenso bekannt, da der
erhabenste Gedanke Deskartes, da der Gott das ist, _dessen Begriff
sein Seyn in sich schliet_, nachdem er in die schlechte Form des
formalen Schlusses, nmlich in die Form jenes Beweises herabgesunken,
endlich der Kritik der Vernunft, und dem Gedanken, da sich _das
Daseyn nicht aus dem Begriffe herausklauben_ lasse, unterlegen ist.
Einiges diesen Beweis Betreffende ist schon frher beleuchtet worden;
im ersten Theile S. 83 ff., indem das _Seyn_ in seinem nchsten
Gegensatze dem _Nichtseyn_ verschwunden und als die Wahrheit beider
sich das _Werden_ gezeigt hat, ist die Verwechslung bemerklich
gemacht worden, wenn bei einem bestimmten Daseyn nicht das _Seyn_
desselben, sondern sein _bestimmter Inhalt_ festgehalten und daher
gemeint wird, wenn _dieser bestimmte Inhalt_, z.B. hundert Thaler,
mit einem andern _bestimmten Inhalte_, z.B. dem Kontexte meiner
Wahrnehmung, meinem Vermgenszustand verglichen und dabei ein
Unterschied gefunden wird, ob jener Inhalt zu diesem hinzukomme oder
nicht,--als ob dann vom Unterschiede des Seyns und Nichtseyns, oder
gar vom Unterschiede des Seyns und des Begriffes gesprochen werde.
Ferner ist daselbst S. 116 und II. Th.  S. 71 die in dem
ontologischen Beweise vorkommende Bestimmung _eines Inbegriffs aller
Realitten_ beleuchtet worden.--Den wesentlichen Gegenstand jenes
Beweises, _den Zusammenhang des Begriffes und des Daseyns_, betrifft
aber die eben geschlossene Betrachtung des _Begriffs_ und des ganzen
Verlaufs, durch den er sich zu _Objektivitt_ bestimmt.  Der Begriff
ist als absolut mit sich identische Negativitt das sich selbst
Bestimmende; es ist bemerkt worden, da er schon, indem er sich in
der Einzelnheit zum _Urtheil_ entschliet, sich als _Reales,
Seyendes_ setzt; diese noch abstrakte Realitt vollendet sich in der
_Objektivitt_.

Wenn es nun scheinen mchte, als ob der bergang des Begriffs in die
Objektivitt etwas Anderes sey, als der bergang vom Begriff Gottes
zu dessen Daseyn, so wre einer Seits zu betrachten, da der
bestimmte _Inhalt_, Gott, im logischen Gange keinen Unterschied
machte, und der ontologische Beweis nur eine Anwendung dieses
logischen Ganges auf jenen besondern Inhalt wre.  Auf der andern
Seite aber ist sich wesentlich an die oben gemachte Bemerkung zu
erinnern, da das Subjekt erst in seinem Prdikate Bestimmtheit und
Inhalt erhlt, vor demselben aber, er mag fr das Gefhl, Anschauung
und Vorstellung so der Bestimmtheit aber zugleich die _Realisation_
berhaupt.--Die Prdikate mssen aber gefat werden, als selbst noch
in den Begriff eingeschlossen, somit als etwas Subjektives, mit dem
noch nicht zum Daseyn herausgekommen ist; insofern ist einer Seits
allerdings die _Realisation_ des Begriffs im Urtheil noch nicht
vollendet.  Anderer Seits bleibt aber auch die bloe Bestimmung eines
Gegenstandes durch Prdikate, ohne da sie zugleich die Realisation
und Objektivierung des Begriffes ist, etwas so Subjektives, da sie
auch nicht einmal die wahrhafte Erkenntni und _Bestimmung des
Begriffs_ des Gegenstandes ist;--ein Subjektives in dem Sinne von
abstrakter Reflexion und unbegriffenen Vorstellungen.--Gott als
lebendiger Gott, und noch mehr als absoluter Geist wird nur in seinem
_Thun_ erkannt.  Frh ist der Mensch angewiesen worden, ihn in seinen
_Werken_ zu erkennen; aus diesen knnen erst die _Bestimmungen_
hervorgehen, welche seine _Eigenschaften_ genannt werden; so wie
darin auch sein _Seyn_ enthalten ist.  So fat das begreifende
Erkennen seines _Wirkens_, d. i. seiner selbst, den _Begriff_ Gottes
in seinem _Seyn_, und sein Seyn in seinem Begriffe.  Das _Seyn_ fr
sich oder gar das _Daseyn_ ist eine so arme und beschrnkte
Bestimmung, da die Schwierigkeit, sie im Begriffe zu finden, wohl
nur daher hat kommen knnen, da nicht betrachtet worden ist, was
denn das _Seyn_ oder _Daseyn_ selbst ist.--Das _Seyn_, als die ganz
_abstrakte, unmittelbare Beziehung auf sich selbst_, ist nichts
Anderes als das abstrakte Moment des Begriffs, welches abstrakte
Allgemeinheit ist, die auch das, was man an das Seyn verlangt,
leistet, _auer_ dem Begriff zu seyn; denn so sehr sie Moment des
Begriffs ist, ebenso sehr ist sie der Unterschied, oder das abstrakte
Urtheil desselben, indem er sich selbst sich gegenberstellt.  Der
Begriff, auch als formaler, enthlt schon unmittelbar das _Seyn_ in
einer _wahrern_ und _reichern_ Form, indem er als sich auf sich
beziehende Negativitt, _Einzelnheit_ ist.

Unberwindlich aber wird allerdings die Schwierigkeit, im Begriffe
berhaupt, und ebenso im Begriffe Gottes das _Seyn_ zu finden, wenn
es ein solches seyn soll, das im _Kontexte der uern Erfahrung_ oder
_in der Form der sinnlichen Wahrnehmung_, wie _die hundert Thaler in
meinem Vermgenszustande_, nur als ein mit der Hand, nicht mit dem
Geiste Begriffenes, wesentlich dem uern, nicht dem innern Auge
Sichtbares vorkommen soll--wenn dasjenige Seyn, Realitt, Wahrheit
genannt wird, was die Dinge als sinnliche, zeitliche und vergngliche
haben.--Wenn ein Philosophiren sich beim Seyn nicht ber die Sinne
erhebt, so gesellt sich dazu, da es auch beim Begriffe nicht den
blo abstrakten Gedanken verlt; dieser steht dem Seyn gegenber.

Die Gewhnung, den Begriff nur als etwas so Einseitiges, wie der
abstrakte Gedanke ist, zu nehmen, wird schon Anstand finden, das, was
vorhin vorgeschlagen wurde, anzuerkennen, nmlich den bergang vom
_Begriffe Gottes_ zu seinem _Seyn_, als eine _Anwendung_ von dem
dargestellten logischen Verlauf der Objektivirung des Begriffs,
anzusehen.  Wenn jedoch wie gewhnlich geschieht, zugegeben wird, da
das Logische als das Formale die Form fr das Erkennen jedes
bestimmten Inhalts ausmache, so mte wenigstens jenes Verhltni
zugestanden werden, wenn nicht berhaupt eben bei dem Gegensatze des
Begriffes gegen die Objektivitt, bei dem unwahren Begriffe und einer
ebenso unwahren Realitt, als einem Letzten stehen geblieben wird.
--Allein bei der Exposition _des reinen Begriffes_ ist noch weiter
angedeutet worden, da derselbe der absolute, gttliche Begriff
selbst ist, so da in Wahrheit nicht das Verhltni einer _Anwendung_
Statt finden wrde, sondern jener logische Verlauf die unmittelbare
Darstellung der Selbstbestimmung Gottes zum Seyn wre.  Es ist aber
hierber zu bemerken, da, indem der Begriff als der Begriff Gottes
dargestellt werden soll, er aufzufassen ist, wie er schon in die
_Idee_ aufgenommen ist.  Jener reine Begriff durchluft die endlichen
Formen des Urtheils und des Schlusses darum, weil er noch nicht als
an und fr sich eins mit der Objektivitt gesetzt, sondern erst im
Werden zu ihr begriffen ist.  So ist auch diese Objektivitt noch
nicht die gttliche Existenz, noch nicht die in der Idee scheinende
Realitt.  Doch ist die Objektivitt gerade um so viel reicher und
hher als das _Seyn oder Daseyn_ des ontologischen Beweises, als der
reine Begriff reicher und hher ist, als jene metaphysische Leere des
_Inbegriffs_ aller _Realitt_.--Ich erspare es jedoch auf eine andere
Gelegenheit, den vielfachen Miverstand, der durch den logischen
Fomalismus in den ontologischen, so wie in die brigen sogenannten
Beweise vom Daseyn Gottes gebracht worden ist, wie auch die kantische
Kritik derselben nher zu beleuchten, und durch Herstellen ihrer
wahren Bedeutung die dabei zu Grunde liegenden Gedanken in ihren
Werth und Wrde zurckzufhren.

Es sind, wie bereits erinnert worden, schon mehrere Formen der
Unmittelbarkeit vorgekommen; aber in verschiedenen Bestimmungen.  In
der Sphre des Seyns ist sie das Seyn selbst und das Daseyn; in der
Sphre des Wesens die Existenz und dann die Wirklichkeit und
Substantialitt, in der Sphre des Begriffs auer der Unmittelbarkeit,
als abstrakter Allgemeinheit, nunmehr die Objektivitt.--Diese
Ausdrcke mgen, wenn es nicht um die Genauigkeit philosophischer
Begriffsunterschiede zu thun ist, als synonym gebraucht werden; jene
Bestimmungen sind aus der Nothwendigkeit des Begriffs hervorgegangen;
--_Seyn_ ist berhaupt die _erste_ Unmittelbarkeit, und _Daseyn_
dieselbe mit der ersten Bestimmtheit.  Die _Existenz_ mit dem Dinge
ist die Unmittelbarkeit, welche aus dem _Grunde_ hervorgeht,--aus der
sich aufhebenden Vermittelung der einfachen Reflexion des Wesens.
Die _Wirklichkeit_ aber und die _Substantialitt_ ist die aus dem
aufgehobenen Unterschiede der noch unwesentlichen Existenz als
Erscheinung und ihrer Wesentlichkeit hervorgegangene Unmittelbarkeit.
Die _Objektivitt_ endlich ist die Unmittelbarkeit, zu der sich der
Begriff durch Aufhebung seiner Abstraktion und Vermittelung bestimmt.
--Die Philosophie hat das Recht aus der Sprache des gemeinen Lebens,
welche fr die Welt der Vorstellungen gemacht ist, solche Ausdrcke
zu whlen, welche den Bestimmungen des Begriffs _nahe zu kommen
scheinen_.  Es kann nicht darum zu thun seyn, fr ein aus der Sprache
des gemeinen Lebens gewhltes Wort zu _erweisen_, da man auch im
gemeinen Leben denselben Begriff damit verbinde, fr welchen es die
Philosophie gebraucht, denn das gemeine Leben hat keine Begriffe,
sondern Vorstellungen, und es ist die Philosophie selbst, den Begriff
dessen zu erkennen, was sonst bloe Vorstellung ist.  Es mu daher
gengen, wenn der Vorstellung bei ihren Ausdrcken, die fr
philosophische Begriffen gebraucht werden, so etwas Ungefhres von
ihrem Unterschiede vorschwebt; wie es bei jenen Ausdrcken der Fall
seyn mag, da man in ihnen Schattirungen der Vorstellung erkennt,
welche sich nher auf die entsprechenden Begriffe beziehen.--Man wird
vielleicht schwerer zugeben, da Etwas _seyn_ knne, ohne zu
_existiren_: aber wenigstens wird man z.B. das _Seyn_ als Kopula
des Urtheils nicht wohl mit dem Ausdruck _existiren_ vertauschen, und
nicht sagen: diese Waare _existirt_ theuer, passend u. s. f., das
Geld _existirt_ Metall, oder metallisch, statt: diese Waare _ist_
theuer, passend u. s. f., das Geld _ist_ Metall; In einem
franzsischen Berichte, worin der Befehlshaber angiebt, da er den
sich bei der Insel gewhnlich gegen Morgen erhebenden Wind erwartete,
um ans Land zu steuern, kommt der Ausdruck vor: le vent _ayant t_
longtems sans _exister_; hier ist der Unterschied blo aus der
sonstigen Redensart, z.B. il a t longtems sans m'crire,
entstanden. _Seyn_ aber und _Erscheinen, Erscheinung_ und
_Wirklichkeit_, wie auch bloes _Seyn_ gegen _Wirklichkeit_, werden
auch wohl sonst unterschieden, so wie alle diese Ausdrcke noch mehr
von der _Objektivitt_.--Sollten sie aber auch synonym gebraucht
werden, so wird die Philosophie ohnehin die Freiheit haben, solchen
leeren berflu der Sprache fr ihre Unterschiede zu benutzen.

Es ist beim apodiktischen Urtheil, wo, als in der Vollendung des
Urtheils, das Subjekt seine Bestimmtheit gegen das Prdikat verliert,
an die daher stammende gedoppelte Bedeutung der _Subjektivitt_
erinnert worden, nmlich des Begriffs und ebenso der ihm sonst
gegenberstehenden uerlichkeit und Zuflligkeit.  So erscheint
auch fr die Objektivitt die gedoppelte Bedeutung, dem
selbststndigen _Begriffe gegenber_ zu stehen, aber auch _das An-
und Frsichseyende_ zu seyn.  Indem das Objekt in jenem Sinne dem im
subjektiven Idealismus als das absolute Wahre ausgesprochenen Ich =
Ich gegenbersteht, ist es die mannigfaltige Welt in ihrem
unmittelbaren Daseyn, mit welcher Ich oder der Begriff sich nur in
den unendlichen Kampf setzt, um durch die Negation dieses _an sich
nichtigen_ Andern der ersten Gewiheit seiner selbst die _wirkliche
Wahrheit_ seiner Gleichheit mit sich zu geben.--In unbestimmterem
Sinne bedeutet es so einen Gegenstand berhaupt fr irgend ein
Interesse und Thtigkeit des Subjekts.

In dem entgegengesetzten Sinne aber bedeutet das Objektive das _An-
und Frsichseyende_, das ohne Beschrnkung und Gegensatz ist.
Vernnftige Grundstze, vollkommene Kunstwerke u. s. f. heien
insofern _objektive_, als sie frei und ber aller Zuflligkeit sind.
Obschon vernnftige, theoretische oder sittliche Grundstze nur dem
Subjektiven, dem Bewutseyn angehren, so wird das An- und
Frsichseyende desselben doch objektiv genannt; die Erkenntni der
Wahrheit wird darein gesetzt, das Objekt, wie es als Objekt frei von
Zuthat subjektiver Reflexion, zu erkennen, und das Rechtthun in
Befolgung von objektiven Gesetzen, die ohne subjektiven Ursprung und
keiner Willkr und ihre Nothwendigkeit verkehrenden Behandlung fhig
sind.

Auf dem gegenwrtigen Standpunkte unserer Abhandlung hat zunchst die
Objektivitt die Bedeutung des _an- und frsichseyenden Seyns des
Begriffes_, des Begriffes, der die in seiner Selbstbestimmung
gesetzte _Vermittelung_, zur _unmittelbaren_ Beziehung auf sich
selbst, aufgehoben hat.  Diese Unmittelbarkeit ist dadurch selbst
unmittelbar und ganz vom Begriffe durchdrungen, so wie seine
Totalitt unmittelbar mit seinem Seyn identisch ist.  Aber indem
ferner der Begriff ebenso sehr das freie Frsichseyn seiner
Subjektivitt herzustellen hat, so tritt ein Verhltni desselben als
_Zwecks_ zur Objektivitt ein, worin deren Unmittelbarkeit das gegen
ihn Negative, und durch seine Thtigkeit zu Bestimmende wird, hiermit
die andere Bedeutung, das an und fr sich Nichtige, insofern es dem
Begriff gegenbersteht, zu seyn, erhlt.

_Vor's Erste_ nun ist die Objektivitt in ihrer Unmittelbarkeit,
deren Momente, um der Totalitt aller Momente willen, in
selbststndiger Gleichgltigkeit als _Objekte auereinander_ bestehen,
und in ihrem Verhltnisse die _subjektive Einheit_ des Begriffs nur
als _innere_ oder als _uere_ haben; _der Mechanismus_.--Indem in
ihm aber

_Zweitens_ jene Einheit sich als _immanentes_ Gesetz der Objekte
selbst zeigt, so wird ihr Verhltni ihre _eigenthmliche_ durch ihr
Gesetz begrndete Differenz, und eine Beziehung, in welcher ihre
bestimmte Selbststndigkeit sich aufhebt; der _Chemismus_.

_Drittens_ diese wesentliche Einheit der Objekte ist eben damit als
unterschieden von ihrer Selbststndigkeit gesetzt, sie ist der
subjektive Begriff aber gesetzt als an und fr sich selbst bezogen
auf die Objektivitt, als _Zweck_; die _Teleologie_.

Indem der Zweck der Begriff ist, der gesetzt ist, als an ihm selbst
sich auf die Objektivitt zu beziehen, und seinen Mangel, subjektiv
zu seyn, durch sich aufzuheben, so wird die zunchst _uere_
Zweckmigkeit durch die Realisirung des Zwecks zur _innern_ und zur
_Idee_.


Erstes Kapitel.  Der Mechanismus.


Da die Objektivitt die in ihre Einheit zurckgegangene Totalitt des
Begriffes ist, so ist damit ein Unmittelbares gesetzt, das an und fr
sich jene Totalitt und auch als solche _gesetzt_ ist, in der aber
die negative Einheit des Begriffs sich noch nicht von der
Unmittelbarkeit dieser Totalitt abgeschieden hat;--oder die
Objektivitt ist noch nicht als _Urtheil_ gesetzt.  Insofern sie den
Begriff immanent in sich hat, so ist der Unterschied desselben an ihr
vorhanden; aber um der objektiven Totalitt willen sind die
Unterschiedenen _vollstndige_ und _selbststndige Objekte_, die sich
daher auch in ihrer Beziehung nur als _selbststndige_ zu einander
verhalten, und sich in jeder Verbindung _uerlich_ bleiben.--Die
macht den Charakter des _Mechanismus_ aus, da, welche Beziehung
zwischen den Verbunden Statt findet, diese Beziehung ihnen eine
_fremde_ ist, welche ihre Natur nichts angeht, und wenn sie auch mit
dem Schein eines Eins verknpft ist, nichts weiter als
_Zusammensetzung, Vermischung, Haufen u. s. f._ bleibt.  Wie der
_materielle_ Mechanismus, so besteht auch der _geistige_ darin, da
die im Geiste bezogenen sich einander und ihm selbst uerlich
bleiben.  Eine _mechanisch Vorstellungsweise_, ein _mechanisches
Gedchtni_, die _Gewohnheit, eine mechanische Handlungsweise_
bedeuten, da die eigenthmliche Durchdringung und Gegenwart des
Geistes bei demjenigen fehlt, was er auffat oder thut.  Ob zwar sein
theoretischer oder praktischer Mechanismus nicht ohne seine
Selbsthtigkeit, einen Trieb und Bewutseyn Statt finden kann, so
fehlt darin doch die Freiheit der Individualitt, und weil sie nicht
darin erscheint, erscheint solches Thun als ein blo uerliches.


A. Das mechanische Objekt.


1. Das Objekt ist, wie sich ergeben hat, der _Schlu_, dessen
Vermittelung ausgeglichen und daher unmittelbare Identitt geworden
ist.  Es ist daher an und fr sich Allgemeines; die Allgemeinheit
nicht im Sinne einer Gemeinschaftlichkeit von Eigenschaften, sondern
welche die Besonderheit durchdringt, und in ihr unmittelbare
Einzelnheit ist.

1. Vor's Erste unterscheidet sich daher das Objekt nicht in _Materie_
und _Form_, deren jene selbststndige Allgemeine des Objekts, diese
aber das Besondere und Einzelne seyn wrde; ein solcher abstrakter
Unterschied von Einzelnheit und Allgemeinheit ist nach seinem
Begriffe an ihm nicht vorhanden; wenn es als Materie betrachtet wird,
so mu es als an sich selbst geformte Materie genommen werden.
Ebenso kann es als Ding mit Eigenschaften, als Ganzes aus Theilen
bestehend, als Substanz mit Accidenzen und nach den anderen
Verhltnissen der Reflexion bestimmt werden; aber diese Verhltnisse
sind berhaupt schon im Begriffe untergegangen; das Objekt hat daher
nicht Eigenschaften noch Accidenzen, denn solche sind vom Dinge oder
der Substanz trennbar; im Objekt ist aber die Besonderheit
schlechthin in die Totalitt reflektirt.  In den Theilen eines Ganzen
ist zwar diejenige Selbststndigkeit vorhanden, welche den
Unterschieden des Objekts zukommt, aber diese Unterschiede sind
sogleich wesentlich selbst Objekte, Totalitten, welche nicht, wie
die Theile, diese Bestimmtheit gegen das Ganze haben.

Das Objekt ist daher zunchst insofern _unbestimmt_, als es keinen
bestimmten Gegensatz an ihm hat; denn es ist die zur unmittelbaren
Identitt zusammengegangene Vermittelung.  Insofern der _Begriff
wesentlich bestimmt_ ist, hat es die Bestimmtheit als eine zwar
vollstndige, brigens aber _unbestimmte, d. i. verhltnilose
Mannigfaltigkeit_ an ihm, welche eine ebenso zunchst nicht weiter
bestimmte Totalitt ausmacht; _Seiten, Theile_, die an ihm
unterschieden werden knnen, gehren einer uern Reflexion an.
Jener ganz unbestimmte Unterschied ist daher nur, da es _mehrere_
Objekte giebt, deren jedes seine Bestimmtheit nur in seine
Allgemeinheit reflektirt enthlt, und nicht _nach Auen_ scheint.
--Weil ihm diese unbestimmte Bestimmtheit wesentlich ist, ist es in
sich selbst eine solche _Mehrheit_, und mu daher als
_Zusammengesetztes_ als _Aggregat_ betrachtet werden.--Es besteht
jedoch nicht aus _Atomen_, denn diese sind keine Objekte, weil sie
keine Totalitten sind.  Die _leibnitzische Monade_ wrde mehr ein
Objekt seyn, weil sie eine Totalitt der Weltvorstellung ist, aber in
ihre _intensive Subjektivitt_ eingeschlossen, soll sie wenigstens
wesentlich _Eins_ in sich seyn.  Jedoch ist die Monade, als
_ausschlieendes Eins_ bestimmt, nur ein von der _Reflexion
angenommenes_ Princip.  Sie ist aber Theils insofern Objekt, als der
Grund ihrer mannigfaltigen Vorstellungen, der entwickelten, d. h. der
_gesetzten_ Bestimmungen ihrer blo _an sich_ seyenden Totalitt,
_auer ihr_ liegt, Theils insofern es der Monade ebenso gleichgltig
ist, _mit anderen zusammen_ ein ausschlieendes, fr sich selbst
bestimmtes.

2. Indem das Objekt nun Totalitt des _Bestimmtseyns_ ist, aber um
seiner Unbestimmtheit und Unmittelbarkeit willen nicht die _negative
Einheit_ desselben, so ist es gegen die _Bestimmungen_ als _einzelne_,
an und fr sich bestimmte, so wie diese selbst gegeneinander
_gleichgltig_.  Diese sind daher nicht aus ihm, noch auseinander
begreiflich; seine Totalitt ist die Form des allgemeinen
Reflektirtseyns seiner Mannigfaltigkeit in die an sich selbst nicht
bestimmte Einzelnheit berhaupt.  Die Bestimmtheiten, die es an ihm
hat, kommen ihm also zwar zu; aber die _Form_, welche ihren
Unterschied ausmacht, und sie zu einer Einheit verbindet, ist eine
uerliche gleichgltige; sie sey eine _Vermischung_, oder weiter
eine _Ordnung_, ein gewisses _Arrangement_ von Theilen und Seiten, so
sind die Verbindungen, die denen so bezogenen gleichgltig sind.

Das Objekt hat hiermit, wie ein Daseyn berhaupt, die Bestimmtheit
seiner Totalitt _auer ihm_, in _anderen_ Objekten, diese ebenso
wieder _auer ihnen_, und sofort ins Unendliche.  Die Rckkehr dieses
Hinausgehens ins Unendliche in sich mu zwar gleichfalls angenommen
und als eine _Totalitt_ vorgestellt werden, als eine _Welt_, die
aber nichts als die durch die unbestimmte Einzelnheit in sich
abgeschlossene Allgemeinheit, ein _Universum_ ist.

Indem also das Objekt in seiner Bestimmtheit ebenso gleichgltig
gegen sie ist, weist es durch sich selbst fr sein Bestimmtseyn
_auer sich hinaus_, wieder zu Objekten, denen es aber auf gleiche
Weise _gleichgltig_ ist, _bestimmend zu seyn_.  Es ist daher nirgend
ein Princip der Selbstbestimmung vorhanden;--_der Determinismus_,
--der Standpunkt, auf dem das Erkennen steht, insofern ihm das Objekt,
wie es sich hier zunchst ergeben hat, das Wahre ist,--giebt fr
jede Bestimmung desselben die eines andern Objekts an, aber dieses
Andere ist gleichfalls indifferent, sowohl gegen sein Bestimmtseyn,
als gegen sein aktives Verhalten.--Der Determinismus ist darum selbst
auch so unbestimmt, ins Unendliche fortzugehen; er kann beliebig
allenthalben stehen bleiben, und befriedigt seyn, weil das Objekt, zu
welchem er bergegangen, als eine formale Totalitt in sich
beschlossen und gleichgltig gegen das Bestimmtseyn durch ein anderes
ist.  Darum ist das _Erklren_ der Bestimmung eines Objekts, und das
zu diesem Behufe gemachte Fortgehen dieser Vorstellung nur ein
_leeres Wort_, weil in dem andern Objekt, zu dem sie fortgeht, keine
Selbstbestimmung liegt.

3. Indem nun die _Bestimmtheit_ eines Objekts _in einem andern liegt_,
so ist keine bestimmte Verschiedenheit zwischen ihnen vorhanden; die
Bestimmtheit ist nur _doppelt_, einmal an dem einen, dann an dem
andern Objekt, ein schlechthin nur _Identisches_, und die Erklrung
oder das Begreifen insofern _tautologisch_.  Diese Tautologie ist das
uerliche, leere Hinund Hergehen; da die Bestimmtheit von den
dagegen gleichgltigen Objekten keine eigenthmliche
Unterschiedenheit erhlt, und deswegen nur identisch ist, ist nur
_Eine_ Bestimmtheit vorhanden; und da sie doppelt sey, drckt eben
diese uerlichkeit und Nichtigkeit eines Unterschiedes aus.  Aber
zugleich sind die Objekte _selbststndig_ gegeneinander; sie bleiben
sich darum in jener Identitt schlechthin _uerlich_.--Es ist
hiermit der _Widerspruch_ vorhanden zwischen der vollkommenen
_Gleichgltigkeit_ der Objekte gegen einander, und zwischen der
_Identitt der Bestimmtheit_ derselben, oder ihrer vollkommenen
_uerlichkeit_ in der _Identitt_ ihrer Bestimmtheit.  Dieser
Widerspruch ist somit die _negative Einheit_ mehrerer sich in ihr
schlechthin abstoender Objekte,--der _mechanische Proce_.


B. Der mechanische Proce.


Wenn die Objekte nur als in sich abgeschlossene Totalitten
betrachtet werden, so knnen sie nicht auf einander wirken.  Sie sind
in dieser Bestimmung dasselbe, was die _Monaden_, die eben deswegen
ohne alle Einwirkung auf einander gedacht worden.  Aber der Begriff
einer Monade ist eben darum eine mangelhafte Reflexion.  Denn
erstlich ist sie eine _bestimmte_ Vorstellung ihrer nur _an sich_
seyenden Totalitt; als ein _gewisser Grad_ der Entwickelung und des
_Gesetztseyns_ ihrer Weltvorstellung ist sie ein _Bestimmtes_; indem
sie nun die in sich geschlossene Totalitt ist, so ist sie gegen
diese Bestimmtheit auch gleichgltig; es ist daher nicht ihre eigene,
sondern eine durch ein _anders_ Objekt _gesetzte_ Bestimmtheit.
_Zweitens_ ist sie ein _Unmittelbares_ berhaupt, insofern sie ein
nur _Vorstellendes_ seyn soll; ihre Beziehung auf sich ist daher die
_abstrakte Allgemeinheit_; dadurch ist sie ein _fr Andere offenes
Daseyn_.--Es ist nicht hinreichend, um die Freiheit der Substanz zu
gewinnen, sie als eine Totalitt vorzustellen, die _in sich
vollstndig_, nichts _von Auen her_ zu erhalten habe.  Vielmehr ist
gerade die begrifflose, blo vorstellende Beziehung auf sich selbst
eine _Passivitt_ gegen Anderes.--Ebenso ist die _Bestimmtheit_, sie
mag nun als die Bestimmtheit eines _Seyenden_, oder eines
_Vorstellenden_, als ein _Grad_ eigener aus dem Innern kommenden
Entwickelung gefat werden, ein _uerliches_;--der _Grad_, welchen
die Entwickelung erreicht, hat seine _Grenze_ in einem _Andern_.  Die
Wechselwirkung der Substanzen in eine _vorherbestimmte Harmonie_
hinauszuschieben, heit weiter nichts, als sie zu einer
_Voraussetzung_ machen, d. i. zu Etwas, das dem Begriffe entzogen
wird.--Das Bedrfni, der _Einwirkung_ der Substanzen zu entgehen,
grndete sich auf das Moment der absoluten _Selbststndigkeit_ und
_Ursprnglichkeit_, welches zu Grunde gelegt wurde.  Aber da diesem
_Ansichseyn_ des _Gesetztseyn_, der Grad der Entwickelung, nicht
entspricht, so hat es eben darum seinen Grund in einem _Andern_.

Vom Substantialitts-Verhltnisse ist seiner Zeit gezeigt worden, da
es in das Kausalitts-Verhltni bergeht.  Aber das Seyende hat hier
nicht mehr die Bestimmung einer _Substanz_, sondern eines _Objekts_;
das Kausalitts-Verhltni ist im Begriffe untergegangen; die
Ursprnglichkeit einer Substanz gegen die andere hat sich als ein
Schein, ihr Wirken als ein bergehen in das Entgegengesetzte gezeigt.
Die Verhltni hat daher keine Objektivitt.  Insofern daher das
eine Objekt in der Form der subjektiven Einheit als wirkende Ursache
gesetzt ist, so gilt die nicht mehr fr eine _ursprngliche_
Bestimmung, sondern als etwas _Vermitteltes_; das wirkende Objekt hat
diese seine Bestimmung nur vermittelst eines andern Objekts.--Der
_Mechanismus_, da er der Sphre des Begriffs angehrt, hat an ihm
dasjenige gesetzt, was sich als die Wahrheit des
Kausalitts-Verhltnisses erwies; da die Ursache, die das An- und
Frsichseyende seyn soll, wesentlich ebenso wohl Wirkung, Gesetztseyn
ist.  Im Mechanismus ist daher unmittelbar die Ursachlichkeit des
Objekts eine Nichtursprnglichkeit; es ist gleichgltig gegen diese
seine Bestimmung; da es Ursache ist, ist ihm daher etwas Zuflliges.
--Insofern knnte man wohl sagen, da die Kausalitt der Substanzen
_nur ein Vorgestelltes_ ist.  Aber eben diese vorgestellte Kausalitt
ist der _Mechanismus_, indem er die ist, da die Kausalitt, als
_identische_ Bestimmtheit verschiedener Substanzen, somit als das
Untergehen ihrer Selbststndigkeit in dieser Identitt, ein _bloes
Gesetztseyn_ ist; die Objekte sind gleichgltig gegen diese Einheit,
und erhalten sich gegen sie.  Aber ebenso sehr ist auch diese ihre
gleichgltige _Selbststndigkeit_ ein bloes _Gesetztseyn_; sie sind
darum fhig, sich zu _vermischen_ und zu _aggregiren_, und als
_Aggregat_ zu _Einem Objekte_ zu werden. durch diese Gleichgltigkeit,
ebenso wohl gegen ihren bergang, als gegen ihre Selbststndigkeit,
sind die Substanzen _Objekte_.


a.  Der formale mechanische Proce.


Der mechanische Proce ist das Setzen dessen, was im Begriffe der
Mechanismus enthalten ist, zunchst also eines _Widerspruchs_.

1. Das Einwirken der Objekte ergiebt sich aus dem aufgezeigten
Begriffe so, da es das _Setzen der identischen_ Beziehung der
Objekte ist.  Die besteht nur darin, da der Bestimmtheit, welche
bewirkt wird, die Form der _Allgemeinheit_ gegeben wird;--was die
_Mittheilung_ ist, welche ohne bergehen ins Entgegengesetzte ist.
--Die _geistige Mittheilung_, die ohnehin in dem Elemente vorgeht,
welches das Allgemeine in der Form der Allgemeinheit ist, ist fr
sich selbst eine _ideelle_ Beziehung, worin sich ungetrbt _eine
Bestimmtheit_ von einer Person in die andere _kontinuirt_, und ohne
alle Vernderung sich verallgemeinert,--wie ein Duft in der
widerstandslosen Atmosphre sich frei verbreitet.  Aber auch in der
Mittheilung zwischen materiellen Objekten macht sich ihre
Bestimmtheit auf eine ebenso ideelle Weise, so zu sagen, _breit_; die
Persnlichkeit ist eine unendlich intensivere _Hrte_, als die
Objekte haben.  Die formelle Totalitt des Objekts berhaupt, welche
gegen die Bestimmtheit gleichgltig, somit keine Selbstbestimmung ist,
macht es zum Ununterschiedenen vom andern, und die Einwirkung daher
zunchst zu einer ungehinderten Kontinuirung der Bestimmtheit des
einen in dem andern.

Im Geistigen ist es nun ein unendlich mannigfaltiger Inhalt, der
mittheilungsfhig ist, indem er in die Intelligenz aufgenommen, diese
_Form_ der Allgemeinheit erhlt, in der er ein Mittheilbares wird.
Aber das nicht nur durch die Form, sondern an und fr sich Allgemeine
ist das _Objektive_ als solches, sowohl im Geistigen als im
Krperlichen, wogegen die Einzelnheit der ueren Objekte, wie auch
der Personen, ein Unwesentliches ist, das ihm keinen Widerstand
leisten kann.  Die Gesetze, Sitten, vernnftige Vorstellungen
berhaupt, sind im Geistigen solche Mittheilbare, welche die
Individuen auf eine bewutlose Weise durchdringen, und sich in ihnen
geltend machen.  Im Krperlichen sind es Bewegung, Wrme, Magnetismus,
Elektricitt und dergleichen--die, wenn man sie auch als Stoffe oder
Materien sich vorstellen will, als _imponderable_ Agentien bestimmt
werden mssen,--Agentien, die dasjenige der Materialitt nicht haben,
was _ihre Vereinzelung_ begrndet.

2. Wenn nun im Einwirken der Objekte auf einander zuerst ihre
_identische_ Allgemeinheit gesetzt wird, so ist ebenso nothwendig das
andere Begriffs-Moment, die _Besonderheit_ zu setzen; die Objekte
beweisen daher auch ihre _Selbststndigkeit_, erhalten sich als
einander uerlich, und stellen die _Einzelnheit_ in jener
Allgemeinheit her.  Diese Herstellung ist die _Reaktion_ berhaupt.
Zunchst ist sie nicht zu fassen, als ein _bloes Aufheben_ der
Aktion und der mitgetheilten Bestimmtheit; das Mitgetheilte ist als
Allgemeines positiv in den besondern Objekten und _besondert_ sich
nur an ihrer Verschiedenheit.  Insofern bleibt also das Mitgetheilte,
was es ist; nur _vertheilt_ es sich an die Objekte, oder wird durch
deren Partikularitt bestimmt.--Die Ursache geht in ihrem Andern, der
Wirkung, die Aktivitt der ursachlichen Substanz in ihrem Wirken
verloren; das _einwirkende Objekt_ aber wird nur ein _Allgemeines_;
sein Wirken ist zunchst nicht ein Verlust seiner Bestimmtheit,
sondern eine _Partikularisation_, wodurch es, welches zuerst jene
ganze, an ihm _einzelne_ Bestimmtheit war, nun eine _Art_ derselben,
und die _Bestimmtheit_ erst dadurch als ein Allgemeines gesetzt wird.
Beides, die Erhebung der einzelnen Bestimmtheit zur Allgemeinheit,
in der Mittheilung, und die Partikularisation derselben oder die
Herabsetzung derselben, die nur Eine war, zu einer Art, in der
Vertheilung, ist ein und dasselbe.

Die _Reaktion_ ist nun der _Aktion_ gleich.--Die erscheint
_zunchst_ so, da das andere Objekt das ganze Allgemeine in _sich
aufgenommen_, und nun so Aktives gegen das Erste ist.  So ist seine
Reaktion dieselbe als die Aktion, ein _gegenseitiges Abstoen_ des
_Stoes_. _Zweitens_ ist das Mitgetheilte das Objektive; es _bleibt_
also substantielle Bestimmung der Objekte bei der Voraussetzung ihrer
Verschiedenheit; das Allgemeine specificirt sich somit zugleich in
ihnen, und jedes Objekt giebt daher nicht die ganze Aktion nur zurck,
sondern hat seinen specifischen Antheil.  Aber _drittens_ ist die
Reaktion insofern _ganz negative Aktion_, als jedes durch die
_Elasticitt seiner Selbststndigkeit_ das Gesetztseyn eines Andern
in ihm ausstt, und seine Beziehung auf sich erhlt.  Die
specifische _Besonderheit_ der mitgetheilten Bestimmtheit in den
Objekten, was vorhin Art genannt wurde, geht zur _Einzelnheit_ zurck,
und das Objekt behauptet seine uerlichkeit gegen die
_mitgetheilte Allgemeinheit_.  Die Aktion geht dadurch in _Ruhe_ ber.
Sie erweist sich als eine an der in sich geschlossenen
gleichgltigen Totalitt des Objekts nur _oberflchliche_, transiente
Vernderung.

3. Dieses Rckgehen macht das _Produkt_ des mechanischen Processes
aus. _Unmittelbar_ ist das Objekt _vorausgesetzt_ als Einzelnes,
ferner als Besonderes gegen andere, drittens aber als Gleichgltiges
gegen seine Besonderheit, als Allgemeines.  Das _Produkt_ ist jene
_vorausgesetzte_ Totalitt des Begriffes nun als eine _gesetzte_.  Er
ist der Schlusatz, worin das mitgetheilte Allgemeine durch die
Besonderheit des Objekts mit der Einzelnheit zusammengeschlossen ist;
aber zugleich ist in der Ruhe die _Vermittelung_ als eine solche
gesetzt, die sich _aufgehoben_ hat, oder da das Produkt gegen die
sein Bestimmtwerden gleichgltig und die erhaltene Bestimmtheit eine
uerliche an ihm ist.

Sonach ist das Produkt dasselbe, was das in den Proce erst
eingehende Objekt.  Aber zugleich ist es erst durch diese Bewegung
_bestimmt_; das mechanische Objekt ist _berhaupt nur Objekt als
Produkt_, weil das, was es ist erst _durch Vermittelung eines Andern_
an ihm ist.  So als Produkt ist es, was es an und fr sich seyn
sollte, ein _zusammengesetztes vermischtes_, eine gewisse _Ordnung_
und _Arrangement_ der Theile, berhaupt ein solches, dessen
Bestimmtheit nicht Selbstbestimmung, sondern ein _gesetztes_ ist.

Auf der andern Seite ist ebenso sehr das _Resultat_ des mechanischen
Processes _nicht schon vor ihm selbst vorhanden_; sein _Ende ist
nicht_ in seinem _Anfang_, wie beim Zwecke.  Das Produkt ist eine
Bestimmtheit am Objekt als _uerlich_ gesetzte.  Dem _Begriffe_ nach
ist daher die Produkt wohl dasselbe, was das Objekt schon von Anfang
ist.  Aber im Anfange ist die uerliche Bestimmtheit noch nicht als
_gesetzte_.  Das Resultat ist insofern ein _ganz anderes_, als das
erste Daseyn des Objekts, und ist als etwas schlechthin fr dasselbe
zuflliges.


b.  Der reale mechanische Proce.


Der mechanische Proce geht in _Ruhe_ ber.  Die Bestimmtheit nmlich,
welche das Objekt durch ihn erhlt, ist nur eine _uerliche_.  Ein
ebenso uerliches ist ihm diese Ruhe selbst, indem die die dem
_Wirken_ des Objekts entgegengesetzte Bestimmtheit, aber jede dem
Objekte gleichgltig ist; die Ruhe kann daher auch angesehen werden,
als durch eine _uerliche_ Ursache hervorgebracht, so sehr es dem
Objekte gleichgltig war, wirkendes zu seyn.

Indem nun ferner die Bestimmtheit eine _gesetzte_, und der Begriff
des Objekts durch _die Vermittelung hindurch zu sich selbst
zurckgegangen_ ist, so hat das Objekt die Bestimmtheit als eine in
sich reflektirte an ihm.  Die Objekte haben daher nunmehr im
mechanischen Processe und dieser selbst ein nher bestimmtes
Verhltni.  Sie sind nicht blo verschiedene, sondern _bestimmt
unterschiedene_ gegen einander.  Das Resultat des formalen Processes,
welches einer Seits die bestimmungslose Ruhe ist, ist somit anderer
Seits durch die in sich reflektirte Bestimmtheit die _Vertheilung des
Gegensatzes_, den das Objekt berhaupt an ihm hat, unter mehrere sich
mechanisch zu einander verhaltende Objekte.  Das Objekt, einer Seits
das Bestimmungslose, das sich _unelastisch_ und _unselbststndig_
verhlt, hat anderer Seits eine fr andere _undurchbrechbare
Selbststndigkeit_.  Die Objekte haben nun auch _gegen einander_
diesen bestimmteren Gegensatz der _selbststndigen Einzelnheit_ und
_unselbststndigen Allgemeinheit_.--Der nhere Unterschied kann als
ein blo _quantitativer_ der verschiedenen Gre der _Masse_ im
krperlichen, oder der _Intensitt_, oder auf vielfache andere Weise
gefat werden.  berhaupt aber ist er nicht blo in jener
Abstraktion festzuhalten; beide sind auch als Objekte _positive_
Selbststndige.

Das erste Moment dieses realen _Processes_ ist nun wie vorhin die
_Mittheilung_.  Das _Schwchere_ kann vom _Strkeren_ nur insofern
gefat und durchdrungen werden, als es dasselbe aufnimmt und Eine
_Sphre_ mit ihm ausmacht.  Wie im Materiellen das Schwache gegen das
unverhltnimig Starke gesichert ist (wie ein in der Luft
freihngendes Leintuch von einer Flintenkugel nicht durchschossen;
eine schwache organische Receptivitt nicht sowohl von den starken
als von den schwachen Reizmitteln angegriffen wird), so ist der ganz
schwache Geist sicherer gegen den starken als ein solcher, der diesem
nher steht; wenn man sich ein ganz Dummes, Unedles vorstellen will,
so kann auf dasselbe hoher Verstand, kann das Edle keinen Eindruck
machen; das einzig konsequente Mittel _gegen_ die Vernunft ist, sich
mit ihr gar nicht einzulassen.--Insofern das Unselbststndige mit dem
Selbststndigen nicht zusammengehen und keine Mittheilung zwischen
ihnen Statt finden kann, kann das Letztere auch keinen _Widerstand_
leisten, d. h. das mitgetheilte Allgemeine nicht fr sich
specificiren.--Wenn sie sich nicht in Einer Sphre befnden, so wre
ihre Beziehung auf einander ein unendliches Urtheil, und kein Proce
zwischen ihnen mglich.

Der _Widerstand_ ist das nhere Moment der berwltigung des einen
Objekts durch das andere, indem er das beginnende Moment der
Vertheilung des mitgetheilten Allgemeinen, und des Setzens der sich
auf sich beziehenden Negativitt, der herzustellenden Einzelnheit,
ist.  Der Widerstand wird _berwltigt_, insofern seine Bestimmtheit
dem mitgetheilten Allgemeinen, welches vom Objekte aufgenommen worden,
und sich in ihm singularisiren soll, nicht _angemessen_ ist.  Seine
relative Unselbststndigkeit manifestirt sich darin, da seine
_Einzelnheit_ nicht die _Kapacitt fr das Mitgetheilte_ hat, daher
von demselben zersprengt wird, weil es sich an diesem Allgemeinen
nicht als _Subjekt_ konstituiren, dasselbe nicht zu seinem
_Prdikate_ machen kann.--Die _Gewalt_ gegen ein Objekt ist nur nach
dieser zweiten Seite _Fremdes_ fr dasselbe.  Die _Macht_ wird
dadurch zur _Gewalt_, da sie, eine objektive Allgemeinheit, mit der
_Natur_ des Objekts _identisch_ ist, aber ihre Bestimmtheit oder
Negativitt nicht dessen eigene _negative Reflexion_ in sich ist,
nach welcher es ein Einzelnes ist.  Insofern die Negativitt des
Objekts nicht an der Macht sich in sich reflektirt, die Macht nicht
dessen eigene Beziehung auf sich ist, ist sie gegen dieselbe nur
_abstrakte_ Negativitt, deren Manifestation der Untergang ist.

Die Macht, als die _objektive Allgemeinheit_ und als Gewalt _gegen_
das Objekt, ist, was _Schicksal_ genannt wird;--ein Begriff, der
innerhalb des Mechanismus fllt, insofern es _blind_ genannt, d. h.
dessen _objektive Allgemeinheit_ vom Subjekte in seiner specifischen
Eigenheit nicht erkannt wird.--Um einiges Weniges hierber zu
bemerken, so ist das Schicksal des Lebendigen berhaupt die _Gattung_,
welche sich durch die Vergnglichkeit der lebendigen Individuen, die
sie in ihrer _wirklichen Einzelnheit_ nicht als Gattung haben,
manifestirt.

Als bloe Objekte haben die nur lebendigen Naturen wie die brigen
Dinge von niedrigerer Stufe kein Schicksal; was ihnen widerfhrt, ist
eine Zuflligkeit; aber sie sind in _ihrem Begriffe als Objekte sich
uerliche_; die fremde Macht des Schicksals ist daher ganz nur ihre
_eigene unmittelbare Natur_, die uerlichkeit und Zuflligkeit
selbst.  Ein eigentliches Schicksal hat nur das Selbstbewutseyn;
weil es _frei_, in der _Einzelnheit_ seines Ich daher schlechthin _an
und fr sich_ ist, und seiner objektiven Allgemeinheit sich
gegenberstellen, und sich gegen sie _entfremden_ kann.  Aber durch
diese Trennung selbst erregt es gegen sich das mechanische Verhltni
eines Schicksals.  Damit also ein solches Gewalt ber dasselbe haben
knne, mu es irgend eine Bestimmtheit gegen die wesentliche
Allgemeinheit sich gegeben, eine _That_ begangen haben.  Hierdurch
hat es sich zu einem _Besondern_ gemacht, und die Daseyn ist als die
abstrakte Allgemeinheit zugleich die fr die Mittheilung seines ihm
entfremdeten Wesens offene Seite; an dieser wird es in den Proce
gerissen.  Das thatlose Volk ist tadellos; es ist in die objektive,
sittliche Allgemeinheit eingehllt und darin aufgelst, ohne die
Individualitt, welche das Unbewegte bewegt, sich ein Bestimmtheit
nach Auen, und eine von der objektiven abgetrennte abstrakte
Allgemeinheit giebt, womit aber auch das Subjekt zu einem seines
Wesens Entuerten, einem _Objekte_ wird, und in das Verhltni der
_uerlichkeit_ gegen seine Natur und des Mechanismus getreten ist.


c.  Das Produkt des mechanischen Processes.


Das Produkt des _formalen_ Mechanismus ist das Objekt berhaupt, eine
gleichgltige Totalitt, an welcher die _Bestimmtheit_ als _gesetzte_
ist.  Indem hierdurch das Objekt als _Bestimmtes_ in den Proce
eingetreten ist, so ist einer Seits in dem Untergange desselben die
_Ruhe_ als der ursprngliche Formalismus des Objekts, die Negativitt
seines Fr-sich-bestimmtseyns, das Resultat.  Anderer Seits aber ist
es das Aufheben des Bestimmtseyns, als _positive Reflexion desselben_
in sich, die in sich gegangene Bestimmtheit oder die _gesetzte
Totalitt des Begriffs_; die _wahrhafte Einzelnheit_ des Objekts.
Das Objekt, zuerst in seiner unbestimmten Allgemeinheit, dann als
_Besonderes_, ist nun als _objektiv Einzelnes_ bestimmt; so da darin
jener _Schein von Einzelnheit_, welche nur eine sich der
substantiellen Allgemeinheit _gegenberstellende_ Selbststndigkeit
ist, aufgehoben worden.

Diese Reflexion in sich ist nun, wie sie sich ergeben hat, das
objektive Einsseyn der Objekte, welches individuelle
Selbststndigkeit,--das _Centrum_ ist. _Zweitens_ ist die Reflexion
der Negativitt die Allgemeinheit, die nicht ein der Bestimmtheit
gegenberstehendes, sondern in sich bestimmtes, vernnftiges
Schicksal ist,--eine Allgemeinheit, die sich _an ihr selbst
besondert_, der ruhige, in der unselbststndigen Besonderheit der
Objekte und ihrem Processe feste Unterschied, das _Gesetz_.  Die
Resultat ist die Wahrheit, somit auch die Grundlage des mechanischen
Processes.


C. Der absolute Mechanismus.



a.  Das Centrum.


Die leere Mannigfaltigkeit des Objekts ist nun erstens in die
objektive Einzelnheit, in den einfachen selbst bestimmenden
_Mittelpunkt_ gesammelt.  Insofern zweitens das Objekt als
unmittelbare Totalitt seine Gleichgltigkeit gegen die Bestimmtheit
behlt, so ist diese an ihm auch als unwesentliche oder als ein
_Auereinander_ von vielen Objekten vorhanden.  Die erstere, die
wesentliche Bestimmtheit macht dagegen die _reelle Mitte_ zwischen
den vielen mechanisch auf einander wirkenden Objekten aus, durch
welche sie _an und fr sich_ zusammen geschlossen sind, und ist deren
objektive Allgemeinheit.  Die Allgemeinheit zeigte sich zuerst im
Verhltnisse der _Mittheilung_ als eine nur durchs _Setzen_
vorhandene; als _objektive_ aber ist sie das durchdringende,
immanente Wesen der Objekte.

In der materiellen Welt ist es der _Central-Krper_, der die
_Gattung_, aber _individuelle_ Allgemeinheit der einzelnen Objekte
und ihres mechanischen Processes ist.  Die unwesentlichen einzelnen
Krper verhalten sich _stoend_ und _drckend_ zu einander; solches
Verhltni findet nicht zwischen dem Central-Krper und den Objekten
Statt, deren Wesen er ist; denn ihre uerlichkeit macht nicht mehr
ihre Grundbestimmung aus.  Ihre Identitt mit ihm ist also vielmehr
die Ruhe, nmlich das _Seyn in ihrem Centrum_; diese Einheit ist ihr
an und fr sich seyender Begriff.  Sie bleibt jedoch nur ein _Sollen_,
da die zugleich noch gesetzte uerlichkeit der Objekte jener
Einheit nicht entspricht.  Das _Streben_, das sie daher nach dem
Centrum haben, ist ihre absolute, nicht durch _Mittheilung_ gesetzte
Allgemeinheit; sie macht die wahre, selbst _konkrete_, nicht _von
Auen gesetzte Ruhe_ aus, in welche der Proce der
Unselbststndigkeit zurckgehen mu.--Es ist deswegen eine leere
Abstraktion, wenn in der Mechanik angenommen wird, da ein in
Bewegung gesetzter Krper berhaupt sich in gerader Linie ins
Unendliche fortbewegen wrde, wenn er nicht durch uerlichen
Widerstand seine Bewegung verlre.  Die _Reibung_, oder welche Form
der Widerstand sonst hat, ist nur die Erscheinung der _Centralitt_;
diese ist es welche ihn absolut zu sich zurckbringt; denn das, woran
sich der bewegte Krper reibt, hat allein die Kraft eines Widerstands
durch sein Einsseyn mit dem Centrum.--Im _Geistigen_ nimmt das
Centrum und das Einsseyn mit demselben hhere Formen an; aber die
Einheit des Begriffs und deren Realitt, welche hier zunchst
mechanische Centralitt ist, mu auch dort die Grundbestimmung
ausmachen.

Der Central-Krper hat insofern aufgehrt, ein bloes _Objekt_ zu
seyn, da an diesem die Bestimmtheit ein Unwesentliches ist; denn er
hat nicht nicht mehr nur das _An-sich-_, sondern auch das
_Fr-sichseyn_ der objektiven Totalitt.  Er kann deswegen als ein
_Individuum_ angesehen werden.  Seine Bestimmtheit ist wesentlich von
einer bloen _Ordnung_ oder _Arrangement_ und _uerlichen
Zusammenhang_ von Theilen verschieden; sie ist als an und fr sich
seyende Bestimmtheit eine _immanente_ Form, selbst bestimmendes
Princip, welchem die Objekte inhriren, und wodurch sie zu einem
wahrhaften Eins verbunden sind.

Dieses Central-Individuum ist aber so nur erst _Mitte_, welche noch
keine wahrhaften Extreme hat; als negative Einheit des totalen
Begriffs dirimirt es sich aber in solche.  Oder: die vorhin
unselbststndigen sich uerlichen Objekte werden durch den Rckgang
des Begriffs gleichfalls zu Individuen bestimmt; die Identitt des
Central-Krpers mit sich, die noch ein _Streben_ ist, ist mit
_uerlichkeit_ behaftet, welcher, da sie in seine _objektive
Einzelnheit_ aufgenommen ist, diese mitgetheilt ist.  Durch diese
eigene Centralitt sind sie, auer jenem ersten Centrum gestellt,
selbst Centra fr die unselbststndigen Objekte.  Diese zweiten
Centra und die unselbststndigen Objekte sind durch jene absolute
Mitte zusammengeschlossen.

Die relativen Central-Individuen machen aber auch selbst die Mitte
_eines zweiten Schlusses_ aus, welche einer Seits unter ein hheres
Extrem, die objektive _Allgemeinheit_ und _Macht_ des absoluten
Centrums, subsumirt ist, auf der andern Seite die unselbststndigen
Objekte unter sich subsumirt, deren oberflchliche oder formale
Vereinzelung von ihr getragen werden.--Auch diese Unselbststndigen
sind die Mitte eines _dritten_, des _formalen Schlusses_; indem sie
das Band zwischen der absoluten und der relativen
Centralindividualitt insofern sind, als die letztere in ihnen ihre
uerlichkeit hat, durch welche die _Beziehung auf sich_ zugleich
ein _Streben_ nach einem absoluten Mittelpunkt ist.  Die formalen
Objekte haben zu ihrem Wesen die identische _Schwere_ ihres
unmittelbaren Central-Krpers, dem sie als ihrem Subjekte und Extreme
der Einzelnheit inhriren; durch die uerlichkeit, welche sie
ausmachen, ist er unter den absoluten Central-Krper subsumirt; sie
sind also die formale Mitte der _Besonderheit_.--Das absolute
Individuum aber ist die objektiv-allgemeine Mitte, welche das
Insichseyn des relativen Individuums und seine uerlichkeit
zusammenschliet und festhlt.--So sind auch die _Regierung_, die
_Brger-Individuen_ und die _Bedrfnisse_ oder _das uerliche Leben_
der Einzelnen drei Termini, deren jeder die Mitte der zwei andern ist.
Die _Regierung_, die _Brger-Individuen_ und die _Bedrfnisse_ oder
_das uerliche Leben_ der Einzelnen drei Termini, deren jeder die
Mitte der zwei andern ist.  Die _Regierung_ ist das absolute Centrum,
worin das Extrem der Einzelnen mit ihrem uerlichen Bestehen
zusammengeschlossen wird; ebenso sind die _Einzelnen_ Mitte, welche
jenes allgemeine Individuum zur uerlichen Existenz bethtigen, und
ihr sittliches Wesen in das Extrem der Wirklichkeit bersetzen.  Der
dritte Schlu ist der formale, der Schlu des Scheins, da die
einzelnen durch ihre _Bedrfnisse_ und des uerlichen Daseyn an
diese allgemeine absolute Individualitt geknpft sind; ein Schlu,
der als der blo subjektive in die anderen bergeht, und in ihnen
seine Wahrheit hat.

Diese Totalitt, deren Momente selbst die vollstndigen Verhltnisse
des Begriffes, die _Schlsse_, sind, worin jedes der drei
unterschiedenen Objekte die Bestimmung der Mitte und der Extreme
durchluft, macht den _freien Mechanismus_ aus.  In ihm haben die
unterschiedenen Objekte die objektive Allgemeinheit, die
_durchdringende_ in der _Besonderung_ sich _identisch_ erhaltende
Schwere, zu ihrer Grundbestimmung.  Die Beziehung von _Druck, Sto,
Anziehen_ und dergleichen, so wie _Aggregirungen_ oder
_Vermischungen_, gehren dem Verhltnisse der uerlichkeit an, die
den dritten der zusammengestellten Schlsse begrndet.  Die _Ordnung_,
welches die blo uerliche Bestimmtheit der Objekt ist, ist in die
immanente und objektive Bestimmung bergegangen; diese ist das
_Gesetz_.


b.  Das Gesetz.


In dem Gesetze thut sich der bestimmtere Unterschied von _ideeller
Realitt_ der Objektivitt gegen die _uerliche_ hervor.  Das Objekt
hat als _unmittelbare_ Totalitt des Begriffs die uerlichkeit noch
nicht als von dem Begriffe unterschieden, der nicht fr sich gesetzt
ist.  Indem es durch den Proce in sich gegangen, ist der Gegensatz
der _einfachen Centralitt_ gegen eine _uerlichkeit_ eingetreten,
welche nun _als_ uerlichkeit bestimmt, d. i. als nicht An- und
Fr-sich- seyendes _gesetzt_ ist.  Jenes Identische oder Ideelle der
Individualitt ist um der Beziehung auf die uerlichkeit willen ein
_Sollen_; es ist die an- und fr-sich bestimmte und selbstbestimmende
Einheit des Begriffs, welcher jene uerliche Realitt nicht
entspricht, und daher nur bis zum _Streben_ kommt.  Aber die
Individualitt ist _an und fr sich das konkrete Princip der
negativen Einheit, als solches_ selbst _Totalitt_; eine Einheit, die
sich in die _Bestimmten Begriffsunterschiede_ dirimirt, und in ihrer
sich selbst gleichen Allgemeinheit bleibt; somit der innerhalb seiner
reinen Idealitt _durch den Unterschied erweiterte_ Mittelpunkt.
--Diese Realitt, die dem Begriffe entspricht, ist die _ideelle_, von
jener nur strebenden unterschieden; der Unterschied, der zunchst
eine Vielheit von Objekten ist, in seiner Wesentlichkeit und in die
reine Allgemeinheit aufgenommen.  Diese reelle Idealitt ist die
_Seele_ der vorhin entwickelten, objektiven Totalitt, _die an und
fr sich bestimmte Identitt_ des Systems.

Das objektive _An- und Fr-sichseyn_ ergiebt sich daher in seiner
Totalitt bestimmter als die negative Einheit des Centrums, welche
sich in die _subjektive Individualitt_ und die _uerliche
Objektivitt_ theilt, in dieser jene erhlt und in ideellem
Unterschiede bestimmt.  Diese selbstbestimmende, die uerliche
Objektivitt in die Idealitt absolut zurckfhrende Einheit ist
Princip von _Selbstbewegung_; die _Bestimmtheit_ dieses Beseelenden,
welche der Unterschied des Begriffes selbst ist, ist das _Gesetz_.
--Der todte Mechanismus war der betrachtete mechanische Proce von
Objekten, die unmittelbar als selbststndig erschienen, aber eben
deswegen in Wahrheit unselbststndig sind, und ihr Centrum auer
ihnen haben; dieser Proce, der in _Ruhe_ bergeht, zeigt entweder
_Zuflligkeit_ und unbestimmte Ungleichheit, oder _formale
Gleichfrmigkeit_.  Diese Gleichfrmigkeit ist wohl eine _Regel_,
aber nicht _Gesetz_.  Nur der freie Mechanismus hat ein _Gesetz_, die
eigene Bestimmung der reinen Individualitt oder _des fr sich
seyenden Begriffes_; es ist als Unterschied an sich selbst
unvergngliche Quelle sich selbst entzndender Bewegung; indem es in
der Idealitt seines Unterschiedes sich nur auf sich bezieht, _freie
Nothwendigkeit_.


c.  bergang des Mechanismus.


Diese Seele ist jedoch in ihren Krper noch versenkt; der _nunmehr
bestimmte_, aber _innere_ Begriff der objektiven Totalitt ist so; so
freie Nothwendigkeit, da das Gesetz seinem Objekte noch nicht
gegenber getreten ist; es ist die _konkrete_ Centralitt als in ihre
Objektivitt _unmittelbar_ verbreitete Allgemeinheit.  Jene Idealitt
hat daher nicht die _Objekte selbst_ zu ihrem bestimmten Unterschied;
diese sind _selbststndige Individuen_ der Totalitt, oder auch, wenn
wir auf die formale Stufe zurcksehen, nicht individuelle, uerliche
_Objekte_.  Das Gesetz ist ihnen wohl immanent und macht ihre Natur
und Macht aus; aber sein Unterschied ist in seine Idealitt
eingeschlossen, und die Objekte sind nicht selbst in die ideelle
Differenz des Gesetzes unterschieden.  Aber das Objekt hat an der
ideellen Centralitt und deren Gesetze allein seine wesentliche
Selbststndigkeit; es hat daher keine Kraft, dem Urtheile des
Begriffs Widerstand zu thun, und sich in abstrakter, unbestimmter
Selbststndigkeit und Verschlossenheit zu erhalten.  Durch den
ideellen, ihm immanenten Unterschied ist sein Daseyn eine _durch den
Begriff gesetzte Bestimmtheit_.  Seine Unselbststndigkeit ist auf
diese Weise nicht mehr nur ein _Streben_ nach dem _Mittelpunkte_,
gegen den es eben, weil seine Beziehung nur ein Streben ist, noch die
Erscheinung eines selbststndigen uerlichen Objektes hat; sondern
es ist ein Streben nach dem _bestimmt ihm entgegengesetzten Objekt_;
so wie das Centrum dadurch selbst auseinander, und seine negative
Einheit in den _objektivirten Gegensatz_ bergegangen ist.  Die
Centralitt ist daher jetzt _Beziehung_ dieser gegen einander
negativen und gespannten Objektivitten.  So bestimmt sich der freie
Mechanismus zum _Chemismus_.


Zweites Kapitel.  Der Chemismus.


Der Chemismus macht im Ganzen der Objektivitt das Moment des
Urtheils, der objektiv gewordenen Differenz und des Processes aus.
Da er mit der Bestimmtheit und dem Gesetztseyn schon beginnt, und das
chemische Objekt zugleich objektive Totalitt ist, ist sein nchster
Verlauf einfach, und durch seine Voraussetzung vollkommen bestimmt.


A. Das chemische Objekt.


Das chemische Objekt unterscheidet sich von dem mechanischen dadurch,
da das letztere eine Totalitt ist, welche gegen die Bestimmtheit
gleichgltig ist; bei dem chemischen dagegen gehrt die
_Bestimmtheit_, somit die _Beziehung auf Anderes_, und die Art und
Weise dieser Beziehung, seiner Natur an.--Diese Bestimmtheit ist
wesentlich zugleich _Besonderung_, d. h. in die Allgemeinheit
aufgenommen; sie ist so _Princip_--die _allgemeine Bestimmtheit_,
nicht nur die des _eines einzelnen Objekts_, sondern auch die des
_andern_.  Es unterscheidet sich daher nun an demselben sein Begriff,
als die innere Totalitt beider Bestimmtheiten, und die Bestimmtheit,
welche die Natur des einzelnen Objekts in seiner _uerlichkeit_ und
_Existenz_ ausmacht.  Indem es auf diese Weise _an sich_ der ganze
Begriff ist, so hat es an ihm selbst die _Nothwendigkeit_ und den
_Trieb_, sein entgegengesetztes, _einseitiges Bestehen_ aufzuheben,
und sich zu dem _realen Ganzen_ im Daseyn zu machen, welches es
seinem Begriffe nach ist.

ber den Ausdruck: _Chemismus_, fr das Verhltni der Differenz der
Objektivitt, wie es sich ergeben hat, kann brigens bemerkt werden,
da er hier nicht so verstanden werden mu, als ob sich die
Verhltni nur in derjenigen Form der elementarischen Natur
darstellte, welche der eigentliche sogenannte Chemismus heit.  Schon
das meteorologische Verhltni mu als ein Proce angesehen werden,
dessen Parthien mehr die Natur von physikalischen als chemischen
Elementen haben.  Im Lebendigen steht das Geschlechtsverhltni unter
diesem Schema; so wie es auch fr die geistigen Verhltnisse der
Liebe, Freundschaft u. s. f. die _formale_ Grundlage ausmacht.

Nher betrachtet ist das chemische Objekt zunchst, als eine
_selbststndige_ Totalitt berhaupt, ein in sich reflektirtes, das
insofern von seinem Reflektirt-Seyn nach Auen unterschieden ist,
--eine gleichgltige _Basis_, das noch nicht als different bestimmte
Individuum; auch die Person ist eine solche sich erst nur auf sich
beziehende Basis.  Die immanente Bestimmtheit aber, welche seine
_Differenz_ ausmacht, ist _erstlich_ so in sich reflektirt, da diese
Zurcknahme der Beziehung nach Auen nur formale abstrakte
Allgemeinheit ist; so ist die Beziehung nach Auen Bestimmung seiner
Unmittelbarkeit und Existenz.  Nach dieser Seite geht es nicht _an
ihm selbst_ in die individuelle Totalitt zurck; und die negative
Einheit hat die beiden Momente ihres Gegensatzes an zwei _besonderen
Objekten_.  Sonach ist ein chemisches Objekt nicht aus ihm selbst
begreiflich, und das Seyn des Einen ist das Seyn des Andern.
--_Zweitens_ aber ist die Bestimmtheit absolut in sich reflektirt,
und das konkrete Moment des individuellen Begriffs des Ganzen, der
das allgemeine Wesen, die _reale Gattung_ des besondern Objekts ist.
Das chemische Objekt, hiermit der Widerspruch seines unmittelbaren
Gesetztseyns und seines immanenten individuellen Begriffs, ist ein
_Streben_, die Bestimmtheit seines Daseyns aufzuheben, und der
objektiven Totalitt des Begriffes die Existenz zu geben.  Es ist
daher zwar gleichfalls ein unselbststndiges, aber so, da es
hiergegen durch seine Natur selbst gespannt ist, und den _Proce_
selbstbestimmend anfngt.


B. Der Proce.


1. Er beginnt mit der Voraussetzung, da die gespannten Objekte, so
sehr sie es gegen sich selbst, es zunchst eben damit gegen einander
sind;--ein Verhltni, welches ihre _Verwandtschaft_ heit.  Indem
jedes durch seinen Begriff im Widerspruch gegen die eigene
Einseitigkeit seiner Existenz steht, somit diese aufzuheben strebt,
ist darin unmittelbar das Streben gesetzt, die Einseitigkeit des
andern aufzuheben, und durch diese gegenseitige Ausgleichung und
Verbindung die Realitt dem Begriffe, der beide Momente enthlt,
gem zu setzen.  Insofern jedes gesetzt ist, als an ihm selbst sich
widersprechend und aufhebend, so sind sie nur durch _uere Gewalt_
in der Absonderung von einander und von ihrer gegenseitigen Ergnzung
gehalten.  Die Mitte, wodurch nun diese Extreme zusammengeschlossen
werden, ist _erstlich_ die _ansichseyende_ Natur beider, der ganze
beide in sich haltende Begriff.  Aber _zweitens_, da sie in der
Existenz gegeneinander stehen, so ist ihre absolute Einheit auch ein
_unterschieden_ von ihnen _existirendes_, noch formales Element;--das
Element der _Mittheilung_, worin sie in uerliche _Gemeinschaft_
miteinander treten.  Da der reale Unterschied den Extremen angehrt,
so ist diese Mitte nur die abstrakte Neutralitt, die reale
Mglichkeit derselben;--gleichsam das _theoretische Element_ der
Existenz von den chemischen Objekten, ihres Processes und seines
Resultats;--im Krperlichen hat das _Wasser_ die Funktion dieses
Mediums; im Geistigen, insofern in ihm das Analogon eines solchen
Verhltnisses Statt findet, ist das _Zeichen_ berhaupt, und nher
die _Sprache_ dafr anzusehen.

Das Verhltni der Objekte ist als bloe Mittheilung in diesem
Elemente einer Seits ein ruhiges Zusammengehen, aber anderer Seits
ebenso sehr ein _negatives Verhalten_, indem der konkrete Begriff,
welcher ihre Natur ist, in der Mittheilung in Realitt gesetzt,
hiermit die _realen Unterschiede_ der Objekte zu seiner Einheit
reducirt werden.  Ihre vorherige selbststndige _Bestimmtheit_ wird
damit in der dem Begriffe, der in beiden ein und derselbe ist,
gemen Vereinigung aufgehoben, ihr Gegensatz und Spannung hierdurch
abgestumpft; womit das Streben in dieser gegenseitigen Ergnzung
seine ruhige _Neutralitt_ erlangt.

Der Proce ist auf diese Weise _erloschen_; indem der Widerspruch des
Begriffes und der Realitt ausgeglichen, haben die Extreme des
Schlusses ihren Gegensatz verloren, hiermit aufgehrt, Extreme
gegeneinander und gegen die Mitte zu seyn.  Das _Produkt_ ist ein
_neutrales_, d. h. ein solches, in welchem die Ingredienzien, die
nicht mehr Objekte genannt werden knnen, ihre Spannung und damit die
Eigenschaften nicht mehr haben, die ihnen als gespannten zukamen,
worin sich aber die _Fhigkeit_ ihrer vorigen Selbststndigkeit und
Spannung erhalten hat.  Die negative Einheit des Neutralen geht
nmlich von einer _vorausgesetzten_ Differenz aus; die _Bestimmtheit_
des chemischen Objekts ist identisch mit seiner Objektivitt, sie ist
ursprnglich.  Durch den betrachteten Proce ist diese Differenz nur
erst _unmittelbar_ aufgehoben, die Bestimmtheit ist daher noch nicht
als absolut in sich reflektirte, somit das Produkt des Processes nur
eine formale Einheit.

2. In diesem Produkte ist nun zwar die Spannung des Gegensatzes und
die negative Einheit als Thtigkeit des Processes erloschen.  Da
diese Einheit aber dem Begriffe wesentlich, und zugleich selbst zur
Existenz gekommen ist, so ist sie noch vorhanden, aber _auer_ dem
neutralen Objekte getreten.  Der Proce facht sich nicht von selbst
wieder an, insofern er die Differenz nur zu seiner _Voraussetzung_
hatte, nicht sie selbst _setzte_.--Diese auer dem Objekte
selbststndige Negativitt, die Existenz der _abstrakten_ Einzelnheit,
deren Frsichseyn seine Realitt an dem _indifferenten Objekte_ hat,
ist nun in sich selbst gegen ihre Abstraktion gespannt, eine in sich
unruhige Thtigkeit, die sich verzehrend nach Auen kehrt.  Sie
bezieht sich _unmittelbar_ auf das Objekt, dessen ruhige Neutralitt
die reale Mglichkeit ihres Gegensatzes ist; dasselbe ist nunmehr die
_Mitte_ der vorhin blo formalen Neutralitt, nun in sich selbst
konkret, und bestimmt.

Die nhere unmittelbare Beziehung des _Extrems_ der _negativen
Einheit_ auf das Objekt ist, da dieses durch sie bestimmt und
hierdurch dirimirt wird.  Diese Diremtion kann zunchst fr die
Herstellung des Gegensatzes der gespannten Objekte angesehen werden,
mit welchem der Chemismus begonnen.  Aber diese Bestimmung macht
nicht das andere Extrem des Schlusses aus, sondern gehrt zur
unmittelbaren Beziehung des differentiirenden Princips auf die Mitte,
an der sich dieses seine unmittelbare Realitt giebt; es ist die
Bestimmtheit, welche im disjunktiven Schlusse die Mitte, auer dem,
da sie allgemeine Natur des Gegenstandes ist, zugleich hat, wodurch
dieser ebenso wohl objektive Allgemeinheit als bestimmte Besonderheit
ist.  Das _andere Extrem_ des Schlusses steht dem uern
_selbststndigen Extrem_ der Einzelnheit gegenber; es ist daher das
ebenso selbststndige Extrem der _Allgemeinheit_ die Diremtion,
welche die reale Neutralitt der Mitte daher in ihm erfhrt, ist, da
sie nicht in gegeneinander differente, sondern _indifferente_ Momente
zerlegt wird.  Diese Momente sind hiermit die abstrakte,
gleichgltige _Basis_ einer Seits, und das _begeistende_ Princip
derselben anderer Seits, welches durch seine Trennung von der Basis
ebenfalls die Form gleichgltiger Objektivitt erlangt.

Dieser disjunktive Schlu ist die Totalitt des Chemismus, in welcher
dasselbe objektive Ganze sowohl, als die selbsstndige _negative_
Einheit, dann in der Mitte als _reale_ Einheit,--endlich aber die
chemische Realitt in ihre _abstrakten_ Momente aufgelst,
dargestellt ist.  In diesen letzteren ist die Bestimmtheit, nicht wie
im Neutralen, an _einem Andern_ zu ihrer _Reflexion-in-sich_ gekommen,
sondern ist an sich in ihre Abstraktion zurckgegangen, ein
_ursprnglich bestimmtes Element_.

3. Diese elementarischen Objekte sind hiermit von der chemischen
Spannung befreit; es ist ihn ihnen die ursprngliche Grundlage
derjenigen _Voraussetzung_, mit welcher der Chemismus begann, durch
den realen Proce _gesetzt_ worden.  Insofern nun weiter einer Seits
ihre innerliche _Bestimmtheit_ als solche, wesentlich der Widerspruch
ihres _einfachen gleichgltigen Bestehens_, und ihrer als
_Bestimmtheit_, und der Trieb nach Auen ist, der sich dirimirt, und
an ihrem Objekte und an einem _Andern_ die Spannung setzt, _um ein
solches zu haben_, wogegen es sich als differentes verhalten, an dem
es sich neutralisiren und seiner einfachen Bestimmtheit die daseyende
Realitt geben knne, so ist damit der Chemismus in seinen Anfang
zurckgegangen, in welchem gegeneinander gespannte Objekte einander
suchen, und dann durch eine formale, uerliche Mitte zu einem
Neutralen sich vereinigen.  Auf der andern Seite hebt der Chemismus
durch diesen Rckgang in seinen _Begriff_ sich auf, und ist in eine
hhere Sphre bergegangen.


C. bergang des Chemismus.


Die gewhnliche Chemie schon zeigt Beispiele von chemischen
Vernderungen, worin ein Krper z.B. einem Theil seiner Masse eine
hhere Oxydation zutheilt, und dadurch einen andern Theil in einen
geringern Grad derselben herabsetzt, in welchem er erst mit einem an
ihn gebrachten andern differenten Krper eine neutrale Verbindung
eingehen kann, fr die er in jenem ersten unmittelbaren Grade nicht
empfnglich gewesen wre.  Was hier geschieht, ist, da sich das
Objekt nicht nach einer unmittelbaren, einseitigen Bestimmtheit auf
ein Anderes bezieht, sondern nach der innern Totalitt eines
ursprnglichen _Verhltnisses_ die _Voraussetzung_, deren es zu einer
realen Beziehung bedarf, _setzt_, und dadurch sich eine Mitte giebt,
durch welche es seinen Begriff mit seiner Realitt zusammenschliet;
es ist die an und fr sich bestimmte Einzelnheit, der konkrete
Begriff als Princip der _Disjunktion_ in Extreme, deren
_Wiedervereinigung_ die Thtigkeit _desselben_ negativen Princips ist,
das dadurch zu seiner ersten Bestimmung, aber _objektivirt_
zurckkehrt.  Der Chemismus selbst ist _die erste Negation_ der
_gleichgltigen_ Objektivitt, und der _uerlichkeit_ der
Bestimmtheit; er ist also noch mit der unmittelbaren
Selbststndigkeit des Objekts und mit der uerlichkeit behaftet.
Er ist daher fr sich noch nicht jene Totalitt der Selbstbestimmung,
welche aus ihm hervorgeht, und in welcher er sich vielmehr aufhebt.
--Die drei Schlsse, welche sich ergeben haben, machen seine
Totalitt aus; der erste hat zur Mitte die formale Neutralitt und zu
den Extremen die gespannten Objekte, der zweite hat das Produkt des
ersten, die reelle Neutralitt zur Mitte und die dirimirende
Thtigkeit, und ihr Produkt, das gleichgltige Element, zu den
Extremen; der dritte aber ist der sich realisirende Begriff, der sich
die Voraussetzung setzt, durch welche der Proce seiner Realisirung
bedingt ist,--ein Schlu, der das Allgemeine zu seinem Wesen hat.  Um
der Unmittelbarkeit und uerlichkeit willen jedoch, in deren
Bestimmung die chemische Objektivitt steht, _fallen diese Schlsse
noch auseinander_.  Der erste Proce, dessen Produkt die Neutralitt
der gespannten Objekte ist, erlischt in seinem Produkte, und es ist
eine uerlich hinzukommende Differentiirung, welche ihn wieder
anfacht; bedingt durch eine unmittelbare Voraussetzung, erschpft er
sich in ihr.--Ebenso mu die Ausscheidung der differenten Extreme aus
dem Neutralen, ingleichen ihre Zerlegung in ihre abstrakten Elemente,
von _uerlich hinzukommenden Bedingungen_ und Erregungen der
Thtigkeit ausgehen.  Insofern aber auch die beiden wesentlichen
Momente des Processes, einer Seits die Neutralisirung, anderer Seits
die Scheidung und Reduktion, in einem und demselben Processe
verbunden sind, und _Vereinigung_ und Abstumpfung der gespannten
Extreme auch eine _Trennung_ in solche ist, so machen sie um der noch
zu Grunde liegenden uerlichkeit willen _zwei verschiedene_ Seiten
aus; die Extreme, welche in demselben Processe ausgeschieden werden,
sind andere Objekte oder Materien, als diejenigen, welche sich in ihm
einigen; insofern jene daraus wieder different hervorgehen, mssen
sie sich nach Auen wenden; ihre neue Neutralisirung ist ein anderer
Proce, als die, welche in dem ersten Statt hatte.

Aber diese verschiedenen Processe, welche sich als nothwendig ergeben
haben, sind ebenso viele _Stufen_, wodurch die _uerlichkeit_ und
das _Bedingtseyn_ aufgehoben wird, woraus der Begriff als an und fr
sich bestimmte, und von der uerlichkeit nicht bedingte Totalitt
hervorgeht.  Im ersten hebt sich die uerlichkeit der die ganze
Realitt ausmachenden, differenten Extreme gegeneinander, oder die
Unterschiedenheit des _ansich_ seyenden bestimmten Begriffes von
seiner _daseyenden_ Bestimmtheit auf; im zweiten wird die
uerlichkeit der realen Einheit, die Vereinigung als blo
_neutrale_ aufgehoben;--nher hebt sich die formale Thtigkeit
zunchst in ebenso formalen Basen, oder indifferenten Bestimmtheiten
auf, deren _innerer Begriff_ nun die in sich gegangene, absolute
Thtigkeit, als an ihr selbst sich realisirend ist, d. i. die in sich
die bestimmten Unterschiede _setzt_, und durch diese _Vermittelung_
sich als reale Einheit konstituirt,--eine Vermittelung, welche somit
die _eigene_ Vermittelung des Begriffs, seine Selbstbestimmung, und
in Rcksicht auf seine Reflexion daraus in sich, immanentes
_Voraussetzen_ ist.  Der dritte Schlu, der einer Seits die
Wiederherstellung der vorhergehenden Processe ist, hebt anderer Seits
noch das letzte Moment _gleichgltiger_ Basen auf,--die ganz
abstrakte uerliche _Unmittelbarkeit_, welche auf diese Weise
_eigenes_ Moment der Vermittelung des Begriffes durch sich selbst
wird.  Der Begriff, welcher hiermit alle Momente seines objektiven
Daseyns als uerliche aufgehoben und in seine einfache Einheit
gesetzt hat, ist dadurch von der objektiven uerlichkeit
vollstndig befreit, auf welche er sich nur als eine unwesentliche
Realitt bezieht; dieser objektive freie Begriff ist der _Zweck_.


Drittes Kapitel.  Teleologie.


Wo _Zweckmigkeit_ wahrgenommen wird, wird ein _Verstand_ als
Urheber derselben angenommen, fr den Zweck also die eigene, freie
Existenz des Begriffes gefordert.  Die _Teleologie_ wird vornehmlich
dem _Mechanismus_ entgegengestellt, in welchem die an dem Objekt
gesetzte Bestimmtheit wesentlich als uerliche eine solche ist, an
der sich keine _Selbstbestimmung_ manifestirt.  Der Gegensatz von
Causis efficientibus und Causis finalibus, blo _wirkenden_ und
_Endursachen_, bezieht sich auf jenen Unterschied, auf den, in
konkreter Form genommen, auch die Untersuchung zurckgeht, ob das
absolute Wesen der Welt als blinder Natur-Mechanismus, oder als ein
nach Zwecken sich bestimmender Verstand zu fassen sey.  Die Antinomie
des _Fatalismus_ mit dem _Determinismus_ und der _Freiheit_ betrifft
ebenfalls den Gegensatz des Mechanismus und der Teleologie; denn das
Freie ist der Begriff in seiner Existenz.

Die vormalige Metaphysik ist mit diesen Begriffen, wie mit ihren
anderen verfahren; sie hat Theils eine Weltvorstellung vorausgesetzt,
und sich bemht, zu zeigen, da der eine oder der andere Begriff auf
sie passe, und der entgegengesetzte mangelhaft sey, weil sich nicht
aus ihm _erklren_ lasse; Theils hat sie dabei den Begriff der
mechanischen Ursache und des Zwecks nicht untersucht, welcher _an und
fr sich_ Wahrheit habe.  Wenn die fr sich festgestellt ist, so mag
die objektive Welt mechanische und Endursachen darbieten; ihre
Existenz ist nicht der Maastab des _Wahren_, sondern das Wahre
vielmehr das Kriterium, welche von diesen Existenzen ihre wahrhafte
sey.  Wie der subjektive Verstand auch Irrthmer an ihm zeigt, so
zeigt die objektive Welt auch diejenigen Seiten und Stufen der
Wahrheit, welche fr sich erst einseitig, unvollstndig, und nur
Erscheinungsverhltnisse sind.  Wenn Mechanismus und Zweckmigkeit
sich gegenber stehen, so knnen sie eben deswegen nicht als
_gleich-gltige_ genommen, deren jedes fr sich ein richtiger Begriff
sey und so viele Gltigkeit habe als der andere, wobei es nur darauf
ankomme, wo der eine oder der andere angewendet werden knne.  Diese
gleiche Gltigkeit beider beruht nur darauf, weil sie _sind_, nmlich
weil wir beide _haben_.  Aber die nothwendige erste Frage ist, weil
sie entgegengesetzt sind, welcher von beiden der wahre sey; und die
hhere eigentliche Frage ist, _ob nicht ein Drittes ihre Wahrheit,
oder ob einer die Wahrheit des andern ist_.--Die _Zweckbeziehung_ hat
sich aber als die Wahrheit des _Mechanismus_ erwiesen.--Das, was sich
als _Chemismus_ darstellte, wird mit dem _Mechanismus_ insofern
zusammengenommen, als der Zweck der Begriff in freier Existenz ist,
und ihm berhaupt die Unfreiheit desselben, sein Versenktseyn in die
uerlichkeit gegenbersteht; beides, Mechanismus so wie Chemismus,
wird also unter der Naturnothwendigkeit zusammengefat, indem im
ersten der Begriff nicht am Objekte existirt, weil es als
mechanisches die Selbstbestimmung nicht enthlt, im andern aber der
Begriff entweder eine gespannte, einseitige Existenz hat, oder,
insofern er als die Einheit hervortritt, welche das neutrale Objekt
in die Extreme spannt, sich selbst, insofern er diese Trennung
aufhebt, uerlich ist.

Je mehr das teleologische Princip mit dem Begriffe eines
_auerweltlichen_ Verstandes zusammengehngt und insofern von der
Frmmigkeit begnstigt wurde, desto mehr schien es sich von der
wahren Naturforschung zu entfernen, welche die Eigenschaften der
Natur nicht als fremdartige, sondern als _immanente Bestimmtheiten_
erkennen will, und nur solches Erkennen als ein _Begreifen_ gelten
lt.  Da der Zweck der Begriff selbst in seiner Existenz ist, so
kann es sonderbar scheinen, da das Erkennen der Objekte aus ihrem
Begriffe vielmehr als ein unberechtigter berschritt in ein
_heterogenes_ Element erscheint, der Mechanismus dagegen, welchem die
Bestimmtheit eines Objekts als ein uerlich an ihm und durch ein
Anderes gesetzte Bestimmtheit ist, fr eine _immanentere_ Ansicht
gilt, als die Teleologie.  Der Mechanismus, wenigstens der gemeine
unfreie, so wie der Chemismus, mu allerdings insofern als ein
immanentes Princip angesehen werden, als das bestimmende
_uerliche_, selbst _wieder nur ein solches Objekt_, ein uerlich
bestimmtes und gegen solche Bestimmtwerden gleichgltiges, oder im
Chemismus das andere Objekt ein gleichfalls chemisch bestimmtes ist,
berhaupt ein wesentliches Moment der Totalitt immer in einem
uern liegt.  Diese Principien bleiben daher innerhalb derselben
Naturform der Endlichkeit stehen; ob sie aber gleich das Endliche
nicht berschreiten wollen, und fr die Erscheinungen nur zu
endlichen Ursachen, die selbst das Weitergehen verlangen, fhren, so
erweitern sie sich doch zugleich Theils zu einer formellen Totalitt
in dem Begriffe von Kraft, Ursache und dergleichen
Reflexions-Bestimmungen, die eine _Ursprnglichkeit_ bezeichnen
sollen, Theils aber durch die abstrakte _Allgemeinheit_ von einem
_All der Krfte_, einem _Ganzen_ von gegenseitigen Ursachen.  Der
Mechanismus zeigt sich selbst dadurch als ein Streben der Totalitt,
da er die Natur _fr sich_ als ein _Ganzes_ zu fassen sucht, das zu
_seinem_ Begriffe keines Andern bedarf,--eine Totalitt, die sich in
dem Zwecke und dem damit zusammenhngenden auerweltlichen Verstand
nicht findet.

Die Zweckmigkeit nun zeigt sich zunchst als ein _Hheres_
berhaupt; als ein _Verstand_ der _uerlich_ die Mannigfaltigkeit
der Objekte _durch eine an und fr sich seyende Einheit_ bestimmt, so
da die gleichgltigen Bestimmtheiten der Objekte _durch diese
Beziehung wesentlich_ werden.  Im Mechanismus werden sie es durch die
_bloe Form der Nothwendigkeit_, wobei ihr _Inhalt_ gleichgltig ist,
denn sie sollen uerliche bleiben, und nur der Verstand als solcher
sich befriedigen, indem er seinen Zusammenhang, die abstrakte
Identitt, erkennt.  In der Teleologie dagegen wird der Inhalt
wichtig, weil sie einen Begriff, ein _an und fr sich Bestimmtes_ und
damit Selbstbestimmendes voraussetzt, also von der _Beziehung_ der
Unterschiede und ihres Bestimmtseyns durcheinander, von der _Form_,
die _in sich reflektirte Einheit, ein an und fr sich Bestimmtes_,
somit _einen Inhalt_ unterschieden hat.  Wenn dieser aber sonst ein
_endlicher_ und unbedeutender ist, so widerspricht er dem, was er
seyn soll, denn der Zweck ist seiner Form eine _in sich unendliche
Totalitt_;--besonders wenn das nach Zwecken wirkende Handeln als
_absoluter_ Willen und Verstand angenommen ist.  Die Teleologie hat
sich den Vorwurf des Lppischen deswegen so sehr zugezogen, weil die
Zwecke, die sie aufzeigte, wie es sich trifft, bedeutender oder auch
geringfgiger sind, und die Zweckbeziehung der Objekte mute so
hufig als eine Spielerei erscheinen, weil diese Beziehung so
uerlich und daher zufllig erscheint.  Der Mechanismus dagegen lt
den Bestimmtheiten der Objekte dem Gehalte nach ihren Werth von
Zuflligen, gegen welche das Objekt gleichgltig ist, und die weder
fr sie, noch fr den subjektiven Verstand ein hheres Gelten haben
sollen.  Die Princip giebt daher in seinem Zusammenhange von uerer
Nothwendigkeit das Bewutseyn unendlicher Freiheit gegen die
Teleologie, welche die Geringfgigkeiten, und selbst
Verchtlichkeiten ihres Inhalts als etwas Absolutes aufstellt, in dem
sich der allgemeinere Gedanke nur unendlich beengt, und selbst
ekelhaft afficirt finden kann.

Der formelle Nachtheil, in welchem diese Teleologie zunchst steht,
ist, da sie nur bis zur _uern Zweckmigkeit_ kommt.  Indem der
Begriff hierdurch als ein Formelles gesetzt ist, so ist ihr der
Inhalt auch ein ihm uerlich in der Mannigfaltigkeit der objektiven
Welt Gegebenes,--in eben jenen Bestimmtheiten, welche auch Inhalt des
Mechanismus, aber als ein uerliches, Zuflliges sind.  Um dieser
Gemeinschaftlichkeit willen macht die _Form der Zweckmigkeit_ fr
sich allein das Wesentliche des Teleologischen aus.  In dieser
Rcksicht, ohne noch auf den Unterschied von uerer und innerer
Zweckmigkeit zu sehen, hat sich die Zweckbeziehung berhaupt an und
fr sich als die _Wahrheit des Mechanismus_ erwiesen.--Die Teleologie
hat im Allgemeinen das hhere Princip, den Begriff in seiner Existenz,
der an und fr sich das Unendliche und Absolute ist;--ein Princip
der Freiheit, das seiner Selbstbestimmung schlechthin gewi, dem
_uerlichen Bestimmtwerden_ des Mechanismus absolut entrissen ist.

Eines der groen Verdienste _Kant's_ um die Philosophie besteht in
der Unterscheidung, die er zwischen relativer oder _uerer_ und
zwischen _innerer_ Zweckmigkeit aufgestellt hat; in letzterer hat
er den Begriff des _Lebens_, die _Idee_, aufgeschlossen und damit die
Philosophie, was die Kritik der Vernunft nur unvollkommen, in einer
sehr schiefen Wendung und nur _negativ_ thut, _positiv_ ber die
Reflexions-Bestimmungen und die relative Welt der Metaphysik erhoben.
--Es ist erinnert worden, da der Gegensatz der Teleologie und des
Mechanismus zunchst der allgemeinere Gegensatz von _Freiheit_ und
_Nothwendigkeit_ ist.  Kant hat den Gegensatz in dieser Form unter
den _Antinomien_ der Vernunft, und zwar als den _dritten Widerstreit
der transcendentalen Ideen_ aufgefhrt.--Ich fhre seine Darstellung,
auf welche frher verwiesen worden, ganz kurz an, indem das
Wesentliche derselben so einfach ist, da es keiner weitlufigen
Auseinandersetzung bedarf, und die Art und Weise der kantischen
Antinomien anderwrts ausfhrlicher beleuchtet worden ist.

Die _Thesis_ der hier zu betrachtenden lautet: die Kausalitt nach
Gesetzen der Natur ist nicht die einzige, aus welcher die
Erscheinungen der Welt insgesammt abgeleitet werden knnen.  Es ist
noch eine Kausalitt durch Freiheit zu Erklrung derselben anzunehmen
nothwendig.

Die _Antithesis_: Es ist keine Freiheit, sondern Alles in der Welt
geschieht lediglich nach Gesetzen der Natur.

Der Beweis geht wie bei den brigen Antinomien erstens apagogisch zu
Werke, es wird das Gegentheil jeder Thesis angenommen; zweitens, um
das Widersprechende dieser Annahme zu zeigen, wird umgekehrt das
Gegentheil derselben, das ist somit der zu beweisende Satz,
angenommen und als geltend vorausgesetzt;--der ganze Umweg des
Beweisens konnte daher erspart werden; es besteht in nichts als der
assertorischen Behauptung der beiden gegenberstehenden Stze.

Zum Beweise der _Thesis_ soll nmlich zuerst angenommen werden: es
gebe _keine andere Kausalitt_, als nach _Gesetzen der Natur_, d. i.
nach der Nothwendigkeit des Mechanismus berhaupt, den Chemismus mit
eingeschlossen.  Dieser Satz widerspreche sich aber darum, weil das
Gesetz der Natur gerade darin bestehe, da _ohne hinreichend a priori
bestimmte Ursache_, welche somit eine absolute Spontaneitt in sich
enthalte, nichts geschehe;--d. h. die der Thesis entgegengesetzte
Annahme ist darum widersprechend, weil sie der Thesis widerspricht.

Zum Behufe des Beweises _der Antithesis solle_ man setzen: es gebe
eine _Freiheit_ als eine besondere Art von Kausalitt, einen Zustand,
mithin auch eine Reihe von Folgen desselben schlechthin anzufangen.
Da nun aber ein solches Anfangen einen Zustand _voraussetzt_, der mit
dem vorhergehenden derselben gar _keinen Zusammenhang der Kausalitt_
hat, so widerspricht es _dem Gesetze der Kausalitt_, nach welchem
allein Einheit der Erfahrung und Erfahrung berhaupt mglich ist;--d.
h. die Annahme der Freiheit, die der Antithesis entgegen ist, kann
darum nicht gemacht werden, weil sie der Antithesis widerspricht.

Dem Wesen nach kehrt dieselbe Antinomie in der _Kritik_ der
_teleologischen Urtheilskraft_ als der Gegensatz wieder, da _Alle
Erzeugung materieller Dinge nach blo mechanischen Gesetzen_
geschieht und da _einige Erzeugung derselben nach solchen Gesetzen
nicht mglich ist_.  Die kantische Auflsung dieser Antinomie ist
dieselbige, wie die allgemeine Auflsung der brigen; da nmlich die
Vernunft weder den einen noch den andern Satz beweisen knne, weil
wir von Mglichkeit der Dinge nach blo empirischen Gesetzen der
Natur _kein bestimmendes Princip a priori haben knnen_;--da daher
ferner beide nicht _als objektive Stze_, sondern _als subjektive
Maximen_ angesehen werden mssen; da _ich einer Seits_ jederzeit
ber alle Naturereignisse nach dem Princip des bloen
Natur-Mechanismus _reflektiren_ solle, da aber die nicht hindere,
bei _gelegentlicher Veranlassung_ einigen Naturformen nach einer
_andern Maxime_, nmlich nach dem Princip der Endursachen,
_nachzuspren_;--als ob nun diese _zwei Maximen_, die brigens blo
fr die _menschliche Vernunft_ nthig seyn sollen, nicht in demselben
Gegensatze wren, in dem sich jene _Stze_ befinden.--Es ist, wie
vorhin bemerkt, auf diesem ganzen Standpunkte dasjenige nicht
untersucht, was allein das philosophische Interesse fordert, nmlich
welches von beiden Principien an und fr sich Wahrheit habe; fr
diesen Gesichtspunkt aber macht es keinen Unterschied, ob die
Principien als _objektive_, das heit hier uerlich existirende
Bestimmungen der Natur, oder als bloe _Maximen_ eines _subjektiven_
Erkennens betrachtet werden sollen;--es ist vielmehr die ein
subjektives, d. h. zuflliges Erkennen, welches auf _gelegentliche
Veranlassung_ die eine oder andere Maxime anwendet, je nachdem es sie
fr gegebene Objekte fr passend hlt, brigens nach der _Wahrheit_
dieser Bestimmungen selbst, sie seyen beide Bestimmungen der Objekte
oder des Erkennens, nicht fragt.  So ungengend daher die kantische
Errterung des teleologischen Princips in Ansehung des wesentlichen
Gesichtspunkts ist, so ist immer die Stellung bemerkenswerth, welche
Kant demselben giebt.  Indem er es einer _reflektirenden
Urtheilskraft_ zuschreibt, macht er es zu einem verbindenden
_Mittelgliede_ zwischen _dem Allgemeinen der Vernunft_ und _dem
Einzelnen der Anschauung_;--er unterscheidet ferner jene
_reflektirende_ Urtheilskraft von der _bestimmenden_, welche letztere
das Besondere blo unter das Allgemeine _subsumire_.  Solches
Allgemeine, welches nur _subsumirend_ ist, ist ein _Abstraktes_,
welches erst an einem _Andern_, am Besondern, _konkret_ wird.  Der
Zweck dagegen ist das _konkrete Allgemeine_, das in ihm selbst das
Moment der Besonderheit und uerlichkeit hat, daher thtig und der
Trieb ist, sich von sich selbst abzustoen.  Der Begriff ist als
Zweck allerdings ein _objektives Urtheil_, worin die eine Bestimmung
das Subjekt, nmlich der konkrete Begriff als durch sich selbst
bestimmt, die andere aber nicht nur ein Prdikat, sondern die
uerliche Objektivitt ist.  Aber die Zweckbeziehung ist darum nicht
ein _reflektirendes_ Urtheilen, das die uerlichen Objekte nur nach
einer Einheit betrachtet, _als ob_ ein Verstand sie _zum Behuf unsers
Erkenntnivermgens_ gegeben htte, sondern sie ist das an und fr
sich seyende Wahre, das _objektiv_ urtheilt, und die uerliche
Objektivitt absolut bestimmt.  Die Zweckbeziehung ist dadurch mehr
als _Urtheil_, sie ist der _Schlu_ des selbststndigen freien
Begriffs, der sich durch die Objektivitt mit sich selbst
zusammenschliet.

Der Zweck hat sich als das _Dritte_ zum Mechanismus und Chemismus
ergeben; er ist ihre Wahrheit.  Indem er selbst noch innerhalb der
Sphre der Objektivitt, oder der Unmittelbarkeit des totalen
Begriffs steht, ist er von der uerlichkeit als solcher noch
afficirt, und hat eine objektive Welt sich gegenber, auf die er sich
bezieht.  Nach dieser Seite erscheint die mechanische Kausalitt,
wozu im Allgemeinen auch der Chemismus zu nehmen ist, noch bei dieser
_Zweckbeziehung_, welche die _uerliche_ ist, aber als _ihr
untergeordnet_, als an und fr sich aufgehoben.  Was das nhere
Verhltni betrifft, so ist das mechanische Objekt als unmittelbare
Totalitt gegen sein Bestimmtseyn, und damit dagegen, ein
Bestimmendes zu seyn, gleichgltig.  Die uerliche Bestimmtseyn ist
nun zur Selbstbestimmung fortgebildet, und damit der im Objekte nur
_innere_, oder was dasselbe ist, nur _uere Begriff_ nunmehr
_gesetzt_; der Zweck ist zunchst eben dieser dem mechanischen
uerliche Begriff selbst.  So ist der Zweck auch fr den Chemismus
das Selbstbestimmende, welches das uerliche Bestimmtwerden, durch
welches er bedingt ist, zur Einheit des Begriffes zurckbringt.--Die
Natur der Unterordnung der beiden vorherigen Formen des objektiven
Processes ergiebt sich hieraus; das Andere, das an ihnen in dem
unendlichen Progre liegt, ist der ihnen zunchst als uerlich
gesetzte Begriff, welcher Zweck ist; der Begriff ist nicht nur ihre
Substanz, sondern auch die uerlichkeit ist das ihnen wesentliche,
ihre Bestimmtheit ausmachende Moment.  Die mechanische oder chemische
Technik bietet sich also durch ihren Charakter, uerlich bestimmt zu
seyn, von selbst der Zweckbeziehung dar, die nun nher zu betrachten
ist.


A. Der subjektive Zweck.


_Der subjektive_ Begriff hat in der _Centralitt_ der objektiven
Sphre, die eine Gleichgltigkeit gegen die Bestimmtheit ist,
zunchst den _negativen Einheitspunkt_ wieder gefunden und gesetzt;
in dem Chemismus aber die Objektivitt der _Begriffsbestimmungen_,
wodurch er erst als _konkreter objektiver Begriff_ gesetzt ist.
Seine Bestimmtheit oder sein einfacher Unterschied hat nunmehr an ihm
selbst die _Bestimmtheit der uerlichkeit_, und seine einfache
Einheit ist dadurch die sich von sich selbst abstoende und darin
sich erhaltende Einheit.  Der Zweck ist daher der subjektive Begriff,
als wesentliches Streben und Trieb sich uerlich zu setzen.  Er ist
dabei dem bergehen entnommen.  Er ist weder eine Kraft, die sich
uert, noch eine Substanz und Ursache, die in Accidenzen und
Wirkungen sich manifestirt.  Die Kraft ist nur ein abstrakt Inneres,
indem sie sich nicht geuert hat; oder sie hat erst in der uerung,
zu der sie sollicitirt werden mu, Daseyn; ebenso die Ursache und
die Substanz; weil sie nur in den Accidenzen und in der Wirkung
Wirklichkeit haben, ist ihre Thtigkeit der bergang, gegen den sie
sich nicht in Freiheit erhalten.  Der Zweck kann wohl auch als Kraft
und Ursache bestimmt werden, aber diese Ausdrcke erfllen nur eine
unvollkommene Seite seiner Bedeutung; wenn sie von ihm nach seiner
Wahrheit ausgesprochen werden sollen, so knnen sie es nur auf eine
Weise, welche ihren Begriff aufhebt; als eine Kraft, welche sich
selbst zur uerung sollicitirt, als eine Ursache, welche Ursache
ihrer selbst, oder deren Wirkung unmittelbar die Ursache ist.

Wenn das Zweckmige einem _Verstande_ zugeschrieben wird, wie vorhin
angefhrt wurde, so ist dabei auf _das Bestimmte des Inhaltes_
Rcksicht genommen.  Er ist aber berhaupt als das _Vernnftige in
seiner Existenz_ zu nehmen.  Er manifestirt darum _Vernnftigkeit_,
weil er der konkrete Begriff ist, der den _objektiven Unterschied in
seiner absoluten Einheit_ hlt.  Er ist daher wesentlich der _Schlu_
an ihm selbst.  Er ist das sich gleiche _Allgemeine_, und zwar als
die sich von sich abstoende Negativitt enthaltend; zunchst die
allgemeine, insofern noch _unbestimmte Thtigkeit_; aber weil diese
die negative Beziehung auf sich selbst ist, _bestimmt_ sie sich
unmittelbar, und giebt sich das Moment der _Besonderheit_, welche als
die gleichfalls _in sich reflektirte Totalitt_ der _Form Inhalt
gegen_ die _gesetzten_ Unterschiede der Form ist.  Eben unmittelbar
ist diese Negativitt durch ihre Beziehung auf sich selbst absolute
Reflexion der Form in sich und _Einzelnheit_.  Einer Seits ist diese
Reflexion die _innere Allgemeinheit_ des _Subjekts_, anderer Seits
aber _Reflexion nach Auen_; und insofern ist der Zweck noch ein
Subjektives und seine Thtigkeit gegen uerliche Objektivitt
gerichtet.

Der Zweck ist nmlich der an der Objektivitt zu sich selbst
gekommene Begriff; die Bestimmtheit, die er sich an ihr gegeben, ist
die der _objektiven Gleichgltigkeit_ und _uerlichkeit_ des
Bestimmtseyns; seine sich von sich abstoende Negativitt ist daher
eine solche, deren Momente, indem sie nur die Bestimmungen des
Begriffs selbst sind, auch die Form von objektiver Gleichgltigkeit
gegen einander haben.--Im formellen _Urtheile_ sind _Subjekt_ und
_Prdikat_ schon als selbststndige gegen einander bestimmt; aber
ihre Selbststndigkeit ist nur erst abstrakte Allgemeinheit; sie hat
nunmehr die Bestimmung von _Objektivitt_ erlangt; aber als Moment
des Begriffs ist diese vollkommene Verschiedenheit in die einfache
Einheit des Begriffs eingeschlossen.  Insofern nun der Zweck diese
totale _Reflexion_ der Objektivitt _in sich_ und zwar _unmittelbar_
ist, so ist _erstlich_ die Selbstbestimmung oder die Besonderheit als
_einfache_ Reflexion in sich von der _konkreten_ Form unterschieden,
und ist ein _bestimmter Inhalt_.  Der Zweck ist hiernach _endlich_,
ob er gleich seiner Form nach unendliche Subjektivitt ist.  Zweitens,
weil seine Bestimmtheit die Form objektiver Gleichgltigkeit hat,
hat sie die Gestalt einer _Voraussetzung_, und seine Endlichkeit
besteht nach dieser Seite darin, da er eine _objektive_, mechanische
und chemische _Welt_ vor sich hat, auf welche sich seine Thtigkeit,
als auf ein _Vorhandenes_ bezieht, seine selbstbestimmende Thtigkeit
ist so in ihrer Identitt unmittelbar _sich selbst uerlich_ und so
sehr als Reflexion in sich, so sehr Reflexion nach Auen.  Insofern
hat er noch eine wahrhaft _auerweltliche_ Existenz, insofern ihm
nmlich jene Objektivitt gegenbersteht, so wie diese dagegen als
ein mechanisches und chemisches, noch nicht vom Zweck bestimmtes und
durchdrungenes Ganzes ihm gegenbersteht.

Die Bewegung des Zwecks kann daher nun so ausgedrckt werden, da sie
darauf gehe, seine _Voraussetzung_ aufzuheben, das ist die
Unmittelbarkeit des Objekts, und es zu _setzen_ als durch den Begriff
bestimmt.  Dieses negative Verhalten gegen das Objekt ist ebenso sehr
ein negatives gegen sich selbst, ein Aufheben der Subjektivitt des
Zwecks.  Positiv ist es die Realisation des Zwecks, nmlich die
Vereinigung des objektiven Seyns mit demselben, so da dasselbe,
welches als Moment des Zwecks unmittelbar die mit ihm identische
Bestimmtheit ist, _als uerliche_ sey, und umgekehrt das Objektive
als _Voraussetzung_ vielmehr als durch Begriff bestimmt, _gesetzt_
werde.--Der Zweck ist in ihm selbst der Trieb seiner Realisirung; die
Bestimmtheit der Begriffs-Momente ist die uerlichkeit, die
_Einfachheit_ derselben in der Einheit des Begriffes ist aber dem,
was sie ist, unangemessen und der Begriff stt sich daher von sich
selbst ab.  Die Abstoen ist der _Entschlu_ berhaupt, der
Beziehung der negativen Einheit auf sich, wodurch sie
_ausschlieende_ Einzelnheit ist; aber durch die _Ausschlieen
entschliet_ sie sich, oder schliet sich _auf_, weil es
_Selbstbestimmen_, Setzen _seiner selbst_ ist.  Einer Seits, indem
die Subjektivitt sich bestimmt, macht sie sich zur Besonderheit,
giebt sich einen Inhalt, der in die Einheit des Begriffs
eingeschlossen noch ein innerlicher ist; die _Setzen_, die einfache
Reflexion in sich, ist aber, wie sich ergeben, unmittelbar zugleich
ein _Voraussetzen_; und in demselben Momente, in welchem das Subjekt
des Zwecks _sich_ bestimmt, ist es auf eine gleichgltige, uerliche
Objektivitt bezogen, die von ihm jener innern Bestimmtheit gleich
gemacht, d. h. als ein durch den _Begriff Bestimmtes_ gesetzt werden
soll, zunchst als _Mittel_.


B. Das Mittel.


Das erste unmittelbare Setzen im Zwecke ist zugleich das Setzen eines
_Innerlichen_, d. h. als _gesetzt_ Bestimmten, und zugleich das
Voraussetzen einer objektiven Welt, welche gleichgltig gegen die
Zweckbestimmung ist.  Die Subjektivitt des Zwecks ist aber die
_absolute negative Einheit_; ihr _zweites_ Bestimmen ist daher das
Aufheben dieser Voraussetzung berhaupt; die Aufheben ist insofern
_die Rckkehr in sich_, als dadurch jenes Moment der _ersten
Negation_, das Setzen des Negativen gegen das Subjekt, das uerliche
Objekt, aufgehoben wird.  Aber gegen die Voraussetzung oder gegen die
Unmittelbarkeit des Bestimmens, gegen die objektive Welt ist es nur
erst die _erste_, selbst unmittelbare und daher uerliche Negation.
Die Setzen ist daher noch nicht der ausgefhrte Zweck selbst,
sondern erst der _Anfang_ dazu.  Das so bestimmte Objekt ist erst das
_Mittel_.

Der Zweck schliet sich durch ein Mittel mit der Objektivitt und in
dieser mit sich selbst zusammen.  Das Mittel ist die Mitte des
Schlusses.  Der Zweck bedarf eines Mittels zu seiner Ausfhrung, weil
er endlich ist;--eines Mittels, das heit einer Mitte, welche
zugleich die Gestalt eines _uerlichen_ gegen den Zweck selbst und
dessen Ausfhrung gleichgltigen Daseyns hat.  Der absolute Begriff
hat in sich selbst so die Vermittelung, da das erste Setzen
desselben nicht ein Voraussetzen ist, in dessen Objekt die
gleichgltige uerlichkeit die Grundbestimmung wre; sondern die
Welt als Geschpf hat nur die Form solcher uerlichkeit, aber ihre
Negativitt und das Gesetztseyn macht vielmehr deren Grundbestimmung
aus.--Die Endlichkeit des Zweckes besteht sonach darin, da sein
Bestimmen berhaupt sich selbst uerlich ist, somit sein erstes, wie
wir gesehen, in ein Setzen und in ein Voraussetzen zerfllt; die
_Negation_ dieses Bestimmens ist daher auch nur nach einer Seite
schon Reflexion in sich, nach der andern ist sie vielmehr nur _erste_
Negation;--oder: die Reflexion-in-sich ist selbst auch sich uerlich
und Reflexion nach Auen.

Das Mittel ist daher die _formale_ Mitte eines _formalen_ Schlusses;
es ist ein _uerliches_ gegen das _Extrem_ des subjektiven Zwecks,
so wie daher auch gegen das Extrem des objektiven Zwecks; wie die
Besonderheit im formalen Schlusse ein gleichgltiger medius terminus
ist, an dessen Stelle auch andere treten knnen.  Wie dieselbe ferner
Mitte nur dadurch ist, da sie in Beziehung auf das eine Extrem
Bestimmtheit, in Beziehung aber auf das andere Extrem Allgemeines ist,
ihre vermittelnde Bestimmung also relativ durch Andere hat, so ist
auch das Mittel die vermittelnde Mitte nur erstlich, da es ein
unmittelbares Objekt ist, zweitens da es Mittel durch die ihm
_uerliche_ Beziehung auf das Extrem des Zweckes;--welche Beziehung
fr dasselbe eine Form ist, wogegen es gleichgltig ist.

Begriff und Objektivitt sind daher im Mittel nur uerlich verbunden;
es ist insofern ein blo _mechanisches Objekt_.  Die Beziehung des
Objekts auf den Zweck ist eine Prmisse, oder die unmittelbare
Beziehung, welche in Ansehung des Zwecks, wie gezeigt, _Reflexion in
sich selbst_ ist, das Mittel ist inhrirendes Prdikat; seine
Objektivitt ist unter die Zweckbestimmung, welche ihrer Konkretion
willen Allgemeinheit ist, subsumirt.  Durch diese Zweckbestimmung,
welche an ihm ist, ist es nun auch gegen das andere Extrem, der
vorerst noch unbestimmten Objektivitt, subsumirend.--Umgekehrt hat
das Mittel gegen den subjektiven Zweck, als _unmittelbare
Objektivitt_, _Allgemeinheit_ des _Daseyns_, welches die subjektive
Einzelnheit des Zweckes noch entbehrt.--Indem so zunchst der Zweck
nur als uerliche Bestimmtheit am Mittel ist, ist er selbst als die
negative Einheit auer demselben, so wie das Mittel mechanisches
Objekt, das ihn nur als eine Bestimmtheit, nicht als einfache
Konkretion der Totalitt an ihm hat.  Als das Zusammenschlieende
aber mu die Mitte selbst die Totalitt des Zwecks seyn.  Es hat sich
gezeigt, da die Zweckbestimmung am Mittel zugleich Reflexion in sich
selbst ist; insofern ist sie _formelle_ Beziehung auf sich, da die
_Bestimmtheit, als reale Gleichgltigkeit_, als die _Objektivitt_
des Mittels gesetzt ist.  Aber eben deswegen ist diese einer Seits
reine Subjektivitt zugleich auch _Thtigkeit_.--Im subjektiven Zweck
ist die negative Beziehung auf sich selbst noch identisch mit der
Bestimmtheit als solcher, dem Inhalt und der uerlichkeit.  In der
beginnenden Objektivirung des Zweckes aber, einem Anderswerden des
einfachen Begriffes treten jene Momente auseinander, oder umgekehrt
besteht hierin die Anderswerden, oder die uerlichkeit selbst.

Diese ganze Mitte ist somit selbst die Totalitt des Schlusses, worin
die abstrakte Thtigkeit und das uere Mittel die Extreme ausmachen,
deren Mitte die Bestimmtheit des Objekts durch den Zweck, durch
welche es Mittel ist, ausmacht.--Ferner aber ist die _Allgemeinheit_
die _Beziehung_ der Zweckthtigkeit und des Mittels.  Das Mittel ist
Objekt, _an sich_ die Totalitt des Begriffs; es hat keine Kraft des
Widerstands gegen den Zweck, wie es zunchst gegen ein anderes
unmittelbares Objekt hat.  Dem Zweck, welcher der gesetzte Begriff
ist, ist es daher schlechthin durchdringlich, und dieser Mittheilung
empfnglich, weil es _an sich_ identisch mit ihm ist.  Es ist aber
nunmehr auch _gesetzt_ als das dem Begriffe Durchdringliche, denn in
der Centralitt ist es ein Strebendes nach der negativen Einheit;
ebenso im Chemismus ist es als Neutrales so wie als Differentes ein
Unselbststndiges geworden.--Seine Unselbststndigkeit besteht eben
darin, da es nur _an sich_ die Totalitt des Begriffs ist; dieser
aber ist das Frsichseyn.  Das Objekt hat daher gegen den Zweck den
Charakter, machtlos zu seyn, und ihm zu dienen; er ist dessen
Subjektivitt oder Seele, die an ihm ihre uerliche Seite hat.

Das Objekt, auf diese Weise dem Zwecke _unmittelbar_ unterworfen, ist
nicht ein Extrem des Schlusses; sondern diese Beziehung macht eine
Prmisse desselben aus.  Aber das Mittel hat auch eine Seite, nach
welcher es noch Selbststndigkeit gegen den Zweck hat.  Die im Mittel
mit ihm verbundene Objektivitt ist, weil sie es nur unmittelbar ist,
ihm noch uerlich; und die _Voraussetzung_ besteht daher noch.  Die
Thtigkeit des Zwecks durch das Mittel ist deswegen noch gegen diese
gerichtet, und der Zweck ist eben insofern Thtigkeit, nicht mehr
blo Trieb und Streben, als im Mittel das Moment der Objektivitt in
seiner Bestimmtheit als uerliches gesetzt ist, und die einfache
Einheit des Begriffs sie _als solche_ nun an sich hat.


C. Der ausgefhrte Zweck.


1. Der Zweck ist in seiner Beziehung auf das Mittel schon in sich
reflektirt; aber es ist seine _objektive_ Rckkehr in sich noch nicht
gesetzt.  Die Thtigkeit des Zwecks durch sein Mittel ist noch gegen
die Objektivitt als ursprngliche Voraussetzung gerichtet; _sie_ ist
eben die, gleichgltig gegen die Bestimmtheit zu seyn.  Insofern die
Thtigkeit wieder blo darin bestnde, die unmittelbare Objektivitt
zu bestimmen, so wrde das Produkt wieder nur ein Mittel seyn und so
fort ins Unendliche; es kme nur ein zweckmiges Mittel heraus, aber
nicht die Objektivitt des Zweckes selbst.  Der in seinem Mittel
thtige Zweck mu daher nicht _als ein uerliches_ das unmittelbare
Objekt bestimmen, somit dieses durch sich selbst zur Einheit des
Begriffes zusammengehen; oder jene uerliche Thtigkeit des Zwecks
durch sein Mittel mu sich _als Vermittelung_ bestimmen und selbst
aufheben.

Die Beziehung der Thtigkeit des Zwecks durch das Mittel auf das
uerliche Objekt ist zunchst die _zweite Prmisse_ des Schlusses,
--eine _unmittelbare_ Beziehung der Mitte auf das andere Extrem.
_Unmittelbar_ ist sie, weil die Mitte ein uerliches Objekt an ihr
hat, und das andere Extrem ein eben solches ist.  Das Mittel ist
wirksam und mchtig gegen letzteres, weil sein Objekt mit der
selbstbestimmenden Thtigkeit verbunden, diesem aber die unmittelbare
Bestimmtheit, welche es hat, eine gleichgltige ist.  Ihr Proce in
dieser Beziehung ist kein anderer als der mechanische oder chemische;
es treten in dieser objektiven uerlichkeit die vorigen
Verhltnisse, aber unter der Herrschaft des Zweckes hervor.--Diese
Processe aber gehen durch sich selbst, wie sich an ihnen gezeigt, in
den Zweck zurck.  Wenn also zunchst die Beziehung des Mittels auf
das zu bearbeitende uere Objekt eine unmittelbare ist, so hat sie
sich schon frher als ein Schlu dargestellt, indem sich der Zweck
als ihre wahrhafte Mitte und Einheit erwiesen hat.  Indem das Mittel
also das Objekt ist, welches auf der Seite des Zwecks steht und
dessen Thtigkeit in sich hat, so ist der Mechanismus, der hier Statt
findet, zugleich die Rckkehr der Objektivitt in sich selbst, in den
Begriff, der aber schon als der Zweck vorausgesetzt ist; das negative
Verhalten der zweckmigen Thtigkeit gegen das Objekt ist insofern
nicht ein _uerliches_, sondern die Vernderung und der bergang
der Objektivitt an ihr selbst in ihn.

Da der Zweck sich unmittelbar auf ein Objekt bezieht, und dasselbe
zum Mittel macht, wie auch da er durch dieses ein anderes bestimmt,
kann als _Gewalt_ betrachtet werden, insofern der Zweck als von ganz
anderer Natur erscheint, als das Objekt, und die beiden Objekte
ebenso gegen einander selbststndige Totalitten sind.  Da der Zweck
sich aber in die _mittelbare_ Beziehung mit dem Objekt setzt, und
_zwischen_ sich und dasselbe ein anderes Objekt _einschiebt_, kann
als die _List_ der Vernunft angesehen werden.  Die Endlichkeit die
Vernnftigkeit hat, wie bemerkt, diese Seite, da der Zweck sich zu
der Voraussetzung, d. h. zur uerlichkeit des Objekts verhlt.  In
der _unmittelbaren Beziehung_ auf dasselbe trte er selbst in den
Mechanismus oder Chemismus und wre damit der Zuflligkeit und dem
Untergange seiner Bestimmung, an und fr sich seyender Begriff zu
seyn, unterworfen.  So aber stellt er ein Objekt als Mittel hinaus,
lt dasselbe statt seiner sich uerlich abarbeiten, giebt es der
Aufreibung Preis, und erhlt sich hinter ihm gegen die mechanische
Gewalt.

Indem der Zweck endlich ist, hat er ferner einen endlichen Inhalt;
hiernach ist er nicht ein Absolutes, oder schlechthin an und fr sich
ein _Vernnftiges_.  Das _Mittel_ aber ist die uerliche Mitte des
Schlusses, welcher die Ausfhrung des Zweckes ist; an demselben giebt
sich daher die Vernnftigkeit in ihm als solche kund, in _diesem
uerlichen Andern_ und gerade _durch_ diese uerlichkeit sich zu
erhalten.  Insofern ist das _Mittel_ ein _Hheres_ als die
_endlichen_ Zwecke der _uern_ Zweckmigkeit;--der _Pflug_ ist
ehrenvoller, als unmittelbar die Gensse sind, welche durch ihn
bereitet werden und die Zwecke sind.  Das _Werkzeug_ erhlt sich,
whrend die unmittelbaren Gensse vergehen und vergessen werden.  An
seinen Werkzeugen besitzt der Mensch die Macht ber die uerliche
Natur, wenn er auch nach seinen Zwecken ihr vielmehr unterworfen ist.

Der Zweck hlt sich aber nicht nur auerhalb des mechanischen
Processes, sondern erhlt sich in demselben und ist dessen Bestimmung.
Der Zweck als der Begriff, der frei gegen das Objekt und dessen
Proce existirt, und sich selbst bestimmende Thtigkeit ist, geht, da
er ebenso sehr die an und fr sich seyende Wahrheit des Mechanismus
ist, in demselben nur mit sich selbst zusammen.  Die Macht des Zwecks
ber das Objekt ist diese fr sich seyende Identitt; und seine
Thtigkeit ist die Manifestation derselben.  Der Zweck als _Inhalt_
ist die an und fr sich seyende _Bestimmtheit_, welche am Objekt als
gleichgltige und uerliche ist, die Thtigkeit desselben aber ist
einer Seits die _Wahrheit_ des Processes und als negative Einheit das
_Aufheben des Scheins_ der _uerlichkeit_.  Nach der _Abstraktion_
ist es die gleichgltige Bestimmtheit des Objekts, welche ebenso
uerlich durch eine andere ersetzt wird; aber die einfach
_Abstraktion_ der Bestimmtheit ist in ihrer _Wahrheit_ die Totalitt
des Negativen, der konkrete und in sich die uerlichkeit setzende
Begriff.

Der _Inhalt_ des Zwecks ist seine Negativitt als _einfache in sich
reflektirte Besonderheit_, von seiner Totalitt als _Form_
unterschieden.  Um dieser _Einfachheit_ willen, deren Bestimmtheit an
und fr sich die Totalitt des Begriffes ist, erscheint der Inhalt
als das _identisch Bleibende_ in der Realisirung des Zweckes.  Der
teleologische Proce ist _bersetzung_ des distinkt als Begriffs
existirenden Begriffs in die Objektivitt; es zeigt sich, da dieses
bersetzen in ein vorausgesetztes Anderes das Zusammengehen des
Begriffes _durch sich selbst, mit sich selbst_ ist.  Der Inhalt des
Zwecks ist nun diese in der Form des Identischen existirende
Identitt.  In allem bergehen erhlt sich der Begriff, z.B. indem
die Ursache zur Wirkung wird, ist es die Ursache, die in der Wirkung
nur mit sich selbst zusammengeht; im teleologischen bergehen ist es
aber der Begriff, der als solcher schon _als Ursache_ existirt, als
die absolute gegen die Objektivitt und ihre uerliche
Bestimmbarkeit _freie_ konkrete Einheit.  Die uerlichkeit, in
welche sich der Zweck bersetzt, ist, wie wir gesehen, schon selbst
als Moment des Begriffs, als Form seiner Unterscheidung in sich,
gesetzt.  Der Zweck hat daher an der uerlichkeit _sein eigenes
Moment_; und der Inhalt, als Inhalt der konkreten Einheit, ist seine
_einfache Form_, welche sich in den unterschiedenen Momenten des
Zwecks, als subjektiver Zweck, als Mittel und vermittelte Thtigkeit,
und als objektiver, sich nicht nur _an sich_ gleich bleibt, sondern
auch als das sich Gleichbleibende existirt.

Man kann daher von der teleologischen Thtigkeit sagen, da in ihr
das Ende der Anfang, die Folge der Grund, die Wirkung die Ursache sey,
da sie ein Werden des Gewordenen sey, da in ihr nur das schon
Existirende in die Existenz komme u. s. f., das heit, da berhaupt
alle Verhltnibestimmungen, die der Sphre der Reflexion oder des
unmittelbaren Seyns angehren, ihre Unterschiede verloren haben, und
was als ein _Anderes_ wie Ende, Folge, Wirkung u. s. f. ausgesprochen
wird, in der Zweckbeziehung nicht mehr die Bestimmung eines _Andern_
habe, sondern vielmehr als identisch mit dem einfachen Begriffe
gesetzt ist.

2. Das Produkt der teleologischen Thtigkeit nun nher betrachtet, so
hat es den Zweck nur uerlich an ihm, insofern es absolute
Voraussetzung gegen den subjektiven Zweck ist, insofern nmlich dabei
stehen geblieben wird, da die zweckmige Thtigkeit durch ihr
Mittel sich nur mechanisch gegen das Objekt verhlt, und statt einer
gleichgltigen Bestimmtheit desselben eine _andere_, ihm ebenso
uerliche setzt.  Eine solche Bestimmtheit, welche ein Objekt durch
den Zweck hat, unterscheidet sich im Allgemeinen von einer andern
blo mechanischen, da jenes Moment eine _Einheit_, somit ob sie wohl
dem Objekte uerlich, doch in sich selbst nicht ein blo uerliches
ist.  Das Objekt, das eine solche Einheit zeigt, ist ein Ganzes,
wogegen seine Theile, seine eigene uerlichkeit, gleichgltig ist;
eine bestimmte, _konkrete_ Einheit, welche unterschiedenen
Beziehungen und Bestimmtheiten in sich vereinigt.  Diese Einheit,
welche aus der specifischen Natur des Objekts nicht begriffen werden
kann, und dem bestimmten Inhalte nach ein anderer ist, als der
eigenthmliche Inhalt des Objekts, ist _fr sich_ selbst nicht eine
mechanische Bestimmtheit, aber sie ist am Objekte noch mechanisch.
Wie an diesem Produkte der zweckmigen Thtigkeit der Inhalt des
Zwecks und der Inhalt des Objekts sich uerlich sind, so verhalten
sich auch in den anderen Momenten des Schlusses die Bestimmungen
derselben gegeneinander,--in _der_ zusammenschlieenden Mitte die
zweckmige Thtigkeit und das Objekt, welches Mittel ist, und im
subjektiven Zweck, dem andern Extreme, die unendliche Form als
Totalitt des Begriffes, und sein Inhalt.  Nach der _Beziehung_,
durch welche der subjektive Zweck mit der Objektivitt
zusammengeschlossen wird, ist sowohl die eine Prmisse, nmlich die
Beziehung des als Mittel bestimmten Objekts auf das noch uerliche
Objekt, als die andere, nmlich des subjektiven Zwecks auf das Objekt,
welches zum Mittel gemacht wird, eine unmittelbare Beziehung.  Der
Schlu hat daher den Mangel des formalen Schlusses berhaupt, da die
Beziehungen, aus welchen er besteht, nicht selbst Schlustze oder
Vermittelungen sind, da sie vielmehr den Schlusatz, zu dessen
Hervorbringung sie als Mittel dienen sollen, schon voraussetzen.

Wenn wir die eine _Prmisse_, die unmittelbare Beziehung des
subjektiven Zwecks auf das Objekt, welches dadurch zum Mittel wird,
betrachten, so kann jener sich nicht unmittelbar auf dieses beziehen;
denn dieses ist ein ebenso Unmittelbares, als das des andern Extrems,
in welchem der Zweck _durch Vermittelung_ ausgefhrt werden soll.
Insofern sie so als _Verschiedene_ gesetzt sind, mu zwischen diese
Objektivitt und den subjektiven Zweck ein Mittel ihrer Beziehung
eingeschoben werden; aber dieses Mittel ist ebenso ein schon durch
den Zweck bestimmtes Objekt, zwischen dessen Objektivitt und
teleologische Bestimmung ist ein neues Mittel und so fort ins
Unendliche einzuschieben.  Damit ist der _unendliche Progre der
Vermittelung_ gesetzt.--Dasselbe findet statt in Ansehung der andern
Prmisse, der Beziehung des Mittels auf das noch unbestimmte Objekt.
Da sie schlechthin Selbststndige sind, so knnen sie nur in einem
Dritten, und so fort ins Unendliche, vereinigt seyn.--Oder umgekehrt,
da die Prmissen den _Schlusatz_ schon voraussetzen, so kann dieser,
wie er durch jene nur unmittelbare Prmissen ist, nur unvollkommen
seyn.  Der Schlusatz oder das _Produkt_ des zweckmigen Thuns ist
nichts als ein durch einen ihm uerlichen Zweck bestimmtes Objekt;
_es ist somit dasselbe, was das Mittel_.  Es ist daher in solchem
Produkt selbst _nur ein Mittel_, nicht _ein ausgefhrter Zweck_
herausgekommen; oder: der Zweck hat in ihm keine Objektivitt
wahrhaft erreicht.--Es ist daher ganz gleichgltig, ein durch den
uern Zweck bestimmtes Objekt als ausgefhrten Zweck, oder nur als
Mittel zu betrachten; es ist die eine relative, dem Objekte selbst
uerliche, nicht objektive Bestimmung.  Alle Objekte also, an
welchen ein uerer Zweck ausgefhrt ist, sind ebenso wohl nur Mittel
des Zwecks.  Was zur Ausfhrung eines Zwecks gebraucht und wesentlich
als Mittel genommen werden soll, ist Mittel, nach seiner Bestimmung
aufgerieben zu werden.  Aber auch das Objekt, das den ausgefhrten
Zweck enthalten, und sich als dessen Objektivitt darstellen soll,
ist vergnglich; es erfllt seinen Zweck ebenfalls nicht durch ein
ruhiges, sich selbst erhaltendes Daseyn, sondern nur, insofern es
aufgerieben wird, denn nur insofern entspricht es der Einheit des
Begriffs, indem sich seine uerlichkeit, d. i. seine Objektivitt
in derselben aufhebt.--Ein Haus, eine Uhr knnen als die Zwecke
erscheinen gegen die zu ihrer Hervorbringung gebrauchten Werkzeuge;
aber die Steine, Balken, oder Rder, Axen u. s. f., welche die
Wirklichkeit des Zweckes ausmachen, erfllen ihn nur durch den Druck,
den sie erleiden, durch die chemischen Processe, denen sie mit Luft,
Licht, Wasser preis gegeben sind, und die sie dem Menschen abnehmen
durch ihre Reibung u. s. f.  Sie erfllen also ihre Bestimmung nur
durch ihren Gebrauch und Abnutzung, und entsprechen nur durch ihre
Negation dem, was sie seyn sollen.  Sie sind nicht positiv mit dem
Zwecke vereinigt, weil sie die Selbstbestimmung nur uerlich an
ihnen haben, und sind nur relative Zwecke, oder wesentlich auch nur
Mittel.  Diese Zwecke haben berhaupt, wie gezeigt, einen
beschrnkten Inhalt; ihre Form ist die unendliche Selbstbestimmung
des Begriffs, der sich durch ihn zur uerlichen Einzelnheit
beschrnkt hat.  Der beschrnkte Inhalt macht diese Zwecke der
Unendlichkeit des Begriffes unangemessen und zur Unwahrheit; solche
Bestimmtheit ist schon durch die Sphre der Nothwendigkeit, durch das
Seyn, dem Werden und der Vernderung preis gegeben und ein
Vergngliches.

3. Als Resultat ergiebt sich hiermit, da die uere Zweckmigkeit,
welche nur erst die Form der Teleologie hat, eigentlich nur zu
Mitteln, nicht zu einem objektiven Zwecke kommt,--weil der subjektive
Zweck als eine uerliche, subjektive Bestimmung bleibt,--oder
insofern er thtig ist und sich, ob zwar nur in einem Mittel,
vollfhrt, ist er noch _unmittelbar_ mit der Objektivitt verbunden,
in sie versenkt; er ist selbst ein Objekt, und der Zweck, kann man
sagen, kommt insofern nicht zum Mittel, weil es die Ausfhrung des
Zwecks schon vorher bedarf, ehe sie durch ein Mittel zu Stande kommen
knnte.

In der That aber ist das Resultat nicht nur eine uere
Zweckbeziehung, sondern die Wahrheit derselben, innere Zweckbeziehung
und ein objektiver Zweck.  Die gegen den Begriff selbststndige
uerlichkeit des Objekts, welche der Zweck sich voraussetzt, ist in
dieser Voraussetzung als ein unwesentlicher Schein _gesetzt_, und
auch an und fr sich schon aufgehoben; die Thtigkeit des Zwecks ist
daher eigentlich nur Darstellung dieses Scheins und Aufheben
desselben.--Wie sich durch den Begriff gezeigt hat, wird das erste
Objekt durch die Mittheilung Mittel, weil es an sich Totalitt des
Begriffes ist, und seine Bestimmtheit, welche keine andere als die
uerlichkeit selbst ist, nur _als_ uerliches, Unwesentliches
gesetzt, daher im Zwecke selbst als dessen eigenes Moment, nicht als
ein gegen ihn selbststndiges ist.  Dadurch ist Bestimmung des
Objekts zum Mittel schlechthin eine unmittelbare.  Es bedarf fr den
subjektiven Zweck daher keiner Gewalt, oder sonstigen Bekrftigung
gegen dasselbe, als der Bekrftigung seiner selbst, um es zum Mittel
zu machen; der _Entschlu_, Aufschlu, diese Bestimmung seiner selbst
ist die _nur gesetzte_ uerlichkeit des Objekts, welches darin
unmittelbar als dem Zwecke unterworfen ist, und keine andere
Bestimmung gegen ihn hat, als die der Nichtigkeit des An- und
Frsichseyns.

Das zweite Aufheben der Objektivitt durch die Objektivitt ist
hiervon so verschieden, da jenes als das erste, der Zweck in
objektiver _Unmittelbarkeit_ ist, dieses daher nicht nur das Aufheben
von einer ersten Unmittelbarkeit, sondern von beiden, dem Objektiven
als einem nur Gesetzten, und dem Unmittelbaren.  Die Negativitt
kehrt auf diese Weise so in sich selbst zurck, da sie ebenso
Wiederherstellen der Objektivitt, aber als einer mit ihr identischen,
und darin zugleich auch Setzen der Objektivitt als einer, vom
Zwecke nur bestimmten uerlichen ist.  Durch Letzteres bleibt die
Produkt, wie vorhin, auch Mittel; durch Ersteres ist es die mit dem
Begriffe identische Objektivitt, der realisirte Zweck, in dem die
Seite, Mittel zu seyn, die Realitt des Zwecks selbst ist.  Im
ausgefhrten Zwecke verschwindet das Mittel darum, weil es die nur
erst unmittelbar unter den Zweck subsumirte Objektivitt wre, die im
realisirten Zwecke als Rckkehr des Zwecks in sich selbst ist; es
verschwindet ferner damit auch die Vermittelung selbst, als welche
ein Verhalten von uerlichen ist, Theils in die konkrete Identitt
des objektiven Zwecks, Theils in dieselbe als abstrakte Identitt und
Unmittelbarkeit des Daseyns.

Hierin ist auch die Vermittelung enthalten, welche fr die erste
Prmisse, die unmittelbare Beziehung des Zwecks auf das Objekt,
gefordert wurde.  Der ausgefhrte Zweck ist auch Mittel, und
umgekehrt ist die Wahrheit des Mittels ebenso die, realer Zweck
selbst zu seyn, und das erste Aufheben der Objektivitt ist schon
auch das zweite; wie sich das zweite zeigte, auch das erste zu
enthalten.  Der Begriff _bestimmt sich_ nmlich, seine Bestimmtheit
ist die uerliche Gleichgltigkeit, die unmittelbar in dem
Entschlusse als _aufgehobene_, nmlich als _innerliche, subjektive_,
und zugleich als _vorausgesetztes Objekt_ bestimmt ist.  Sein
weiteres Hinausgehen aus sich, welches nmlich als _unmittelbare_
Mittheilung und Subsumtion des vorausgesetzten Objekts unter ihn
erschien, ist zugleich Aufheben jener innerlichen, _in den Begriff
eingeschlossenen_, d. i. als aufgehoben gesetzten Bestimmtheit der
uerlichkeit, und zugleich der Voraussetzung eines Objekts; somit
ist dieses anscheinend erste Aufheben der gleichgltigen Objektivitt
auch schon das zweite, eine durch die Vermittelung hindurch gegangene
Reflexion-in-sich und der ausgefhrte Zweck.

Indem hier der Begriff in der Sphre der Objektivitt, wo seine
Bestimmtheit die Form _gleichgltiger uerlichkeit_ hat, in
Wechselwirkung mit sich selbst ist, so wird die Darstellung seiner
Bewegung hier doppelt schwierig und verwickelt, weil sie unmittelbar
selbst das Gedoppelte, und immer ein Erstes auch ein Zweites ist.  Im
Begriff fr sich, d. h. in seiner Subjektivitt, ist der Unterschied
seiner von sich als _unmittelbare_ identische Totalitt fr sich; da
hier aber seine Bestimmtheit gleichgltige uerlichkeit ist, so ist
die Identitt darin mit sich selbst auch unmittelbar wieder das
Abstoen von sich, da das als ihr uerliches und Gleichgltiges
Bestimmte, vielmehr sie selbst, und sie als sie selbst, als in sich
reflektirt, vielmehr ihr Anderes ist.  Nur indem die festgehalten
wird, wird die objektive Rckkehr des Begriffs in sich, d. i. die
wahrhafte Objektivirung desselben aufgefat;--aufgefat, da jedes
der einzelnen Momente, durch welche sie sich diese Vermittelung
verluft, selbst der ganze Schlu derselben ist.  So ist die
ursprngliche _innere_ uerlichkeit des Begriffs, durch welche er
die sich von sich abstoende Einheit, Zweck und dessen Hinausstreben
zur Objektivirung ist, das unmittelbare Setzen, oder die
Voraussetzung eines uerlichen Objekts; die _Selbstbestimmung_ ist
auch Bestimmung eines als nicht durch den Begriff bestimmten
_uerlichen_ Objekts; und umgekehrt ist sie Selbstbestimmung, d. i.
die aufgehobene, als _innere gesetzte_ uerlichkeit;--oder die
_Gewiheit_ der _Unwesentlichkeit_ des uern Objekts.--Von der
zweiten Beziehung, der Bestimmung des Objekts als Mittel, ist so eben
gezeigt worden, wie sie an ihr selbst die Vermittelung des Zwecks in
dem Objekte mit sich ist.--Ebenso ist das Dritte, der Mechanismus,
welcher unter der Herrschaft des Zwecks vor sich geht, und das Objekt
durch das Objekt aufhebt, einer Seits Aufheben des Mittels, des schon
als aufgehoben gesetzten Objekts, somit zweites Aufheben und
Reflexion-in-sich, anderer Seits erstes Bestimmen des uerlichen
Objekts.  Letzteres ist, wie bemerkt worden, wieder im ausgefhrten
Zwecke die Hervorbringung nur eines Mittels; indem die Subjektivitt
des endlichen Begriffs das Mittel verchtlich wegwirft, hat sie in
ihrem Ziel nichts besseres erreicht.  Diese Reflexion aber, da der
Zweck in dem Mittel erreicht, und im erfllten Zwecke das Mittel und
die Vermittelung erhalten ist, ist das _letzte Resultat der
uerlichen Zweckbeziehung_, worin sie selbst sich aufgehoben und das
sie als ihre Wahrheit dargestellt hat.--Der zuletzt betrachtete
dritte Schlu ist dadurch unterschieden, da er erstens die
subjektive Zweckthtigkeit der vorhergehenden Schlsse, aber auch die
Aufhebung der uerlichen Objektivitt, und damit der uerlichkeit
berhaupt, _durch sich selbst_, hiermit _die Totalitt in ihrem
Gesetztseyn_ ist.

Nachdem wir nun die _Subjektivitt_, das _Frsichseyn_ des Begriffes,
in das _Ansichseyn_ desselben, die _Objektivitt_ bergehen gesehen,
so hat sich ferner in der letztern die Negativitt seines
Frsichseyns wieder hervorgethan; der Begriff hat sich in ihr so
bestimmt, da seine _Besonderheit uerliche Objektivitt_ ist, oder
als die einfache konkrete Einheit, deren uerlichkeit ihre
Selbstbestimmung ist.  Die Bewegung des Zweckes hat nun die erreicht,
da das Moment der uerlichkeit nicht nur im Begriff gesetzt, er
nicht nur ein _Sollen_ und _Streben_, sondern als konkrete Totalitt
identisch mit der unmittelbaren Objektivitt ist.  Diese Identitt
ist einer Seits der einfache Begriff, und ebenso _unmittelbare_
Objektivitt, aber anderer Seits gleich wesentlich _Vermittelung_,
und nur durch sie, als sich selbst aufhebende Vermittelung, jene
einfache Unmittelbarkeit; so ist er wesentlich die, als
frsichseyende Identitt von seiner _ansichseyenden_ Objektivitt
unterschieden zu seyn, und dadurch uerlichkeit zu haben, aber in
dieser uerlichen Totalitt die selbstbestimmende Identitt
derselben zu seyn.  So ist der Begriff nun _die Idee_.


Dritter Abschnitt.  Die Idee.


Die Idee ist der _adquate Begriff_, das objektive _Wahre_, oder das
_Wahre als solches_.  Wenn irgend Etwas Wahrheit hat, hat es sie
durch seine Idee, oder _Etwas hat nur Wahrheit, insofern es Idee ist_.
--Der Ausdruck _Idee_ ist sonst oft in der Philosophie, wie im
gemeinen Leben, auch fr _Begriff_, ja gar fr eine bloe
_Vorstellung_ gebraucht worden; ich habe noch keine _Idee_ von diesem
Rechtshandel, Gebude, Gegend, will weiter nichts ausdrcken, als die
_Vorstellung_.  Kant hat den Ausdruck: _Idee_ wieder dem
_Vernunftbegriff_ vindicirt.--Der Vernunftbegriff soll nun nach Kant
der Begriff vom _Unbedingten_, in Ansehung der Erscheinungen aber
_transcendent_ seyn, d. h. von ihm _kein ihm adquater empirischer
Gebrauch_ gemacht werden knnen.  Die Vernunftbegriffe sollen zum
_Begreifen_, die Verstandesbegriffe zum _Verstehen_ der Wahrnehmungen
dienen.--In der That aber, wenn die letzteren wirklich _Begriffe_
sind, _so sind sie Begriffe_,--es wird durch sie begriffen, und ein
_Verstehen_ der Wahrnehmungen durch Verstandesbegriffe wird ein
_Begreifen_ seyn.  Ist aber das Verstehen nur ein Bestimmen der
Wahrnehmungen durch solche Bestimmungen, z.B. Ganzes und Theile,
Kraft, Ursache und dergleichen, so bedeutet es nur ein Bestimmen
durch die Reflexion, so wie auch mit dem _Verstehen_ nur das bestimme
_Vorstellen_ von ganz bestimmten sinnlichem Inhalte gemeint seyn kann;
wie wenn einer, dem man den Weg bezeichnet, da er am Ende des
Waldes links gehen msse, etwa erwiedert: ich _verstehe_, so will das
_Verstehen_ weiter nichts sagen, als das Fassen in die Vorstellung
und ins Gedchtni.--Auch _Vernunftbegriff_ ist ein etwas
Vernnftiges; und insofern die Vernunft vom Verstande und dem Begriff
als solchem unterschieden wird, so ist sie die Totalitt des Begriffs
und der Objektivitt.--In diesem Sinne ist die Idee das _Vernnftige_;
--sie ist das Unbedingte darum, weil nur dasjenige Bedingungen hat,
was sich wesentlich auf eine Objektivitt bezieht, aber eine nicht
durch es selbst bestimmte, sondern eine solche, die noch in der Form
der Gleichgltigkeit und uerlichkeit dagegen ist, wie noch der
uerliche Zweck hatte.

Indem nun der Ausdruck _Idee_ fr den objektiven oder realen Begriff
zurckbehalten, und von dem Begriff selbst, noch mehr aber von der
bloen Vorstellung unterschieden wird, so ist ferner noch mehr
diejenige Schtzung der Idee zu verwerfen, nach welcher sie fr etwas
nur Unwirkliches genommen und von wahren Gedanken gesagt wird, _es
seyen nur Ideen_.  Wenn die _Gedanken_ etwas blo _Subjektives_ und
Zuflliges sind, so haben sie allerdings keinen weitern Werth, aber
sie stehen den zeitlichen und zuflligen _Wirklichkeiten_ darin nicht
nach, welche ebenfalls keinen weitern Werth als den von
_Zuflligkeiten_ und Erscheinungen haben.  Wenn dagegen umgekehrt die
Idee darum den Werth der Wahrheit nicht haben soll, weil sie in
Ansehung der Erscheinungen _transcendent_, weil ihr kein
kongruirender Gegenstand in der Sinnenwelt gegeben werden knne, so
ist die ein sonderbarer Miverstand, indem der Idee deswegen
objektive Gltigkeit abgesprochen wird, weil ihr dasjenige fehle, was
die Erscheinung, das _unwahre Seyn_ der objektiven Welt, ausmacht.
In Ansehung der praktischen Ideen erkennt es Kant, da "nichts
Schdlicheres und eines Philosophen Unwrdigeres gefunden werden
knne, als die _pbelhafte_ Berufung auf vorgeblich gegen die Idee
widerstreitende _Erfahrung_.  Diese wrde selbst gar nicht existiren,
wenn z.B. Staatsanstalten zu rechter Zeit nach den Ideen getroffen
wren, und an deren Statt nicht _rohe Begriffe_, eben darum, _weil
sie aus Erfahrung geschpft worden_, alle gute Absicht vereitelt
htten." Kant sieht die Idee als etwas Nothwendiges, als das Ziel an,
das als das _Urbild_ fr ein Maximum aufzustellen und dem den Zustand
der Wirklichkeit immer nher zu bringen, das Bestreben seyn msse.

Indem sich aber das Resultat ergeben hat, da die Idee die Einheit
des Begriffs und der Objektivitt, das Wahre, ist, so ist sie nicht
nur als ein _Ziel_ zu betrachten, dem sich anzunhern sey, das aber
selbst immer eine Art von _Jenseits_ bleibe, sondern da alles
Wirkliche nur insofern ist, als es die Idee in sich hat, und sie
ausdrckt.  Der Gegenstand, die objektive und subjektive Welt,
berhaupt _sollen_ mit der Idee nicht blo _kongruiren_, sondern sie
sind selbst die Kongruenz des Begriffs und der Realitt; diejenige
Realitt, welche dem Begriffe nicht entspricht, ist bloe
_Erscheinung_, das Subjektive, Zufllige, Willkrliche, das nicht die
Wahrheit ist.  Wenn gesagt wird, es finde sich in der Erfahrung kein
Gegenstand, welcher der _Idee_ vollkommen kongruire, so wird diese
als ein subjektiver Maastab dem Wirklichen gegenbergestellt; was
aber ein Wirkliches wahrhaft _seyn_ solle, wenn nicht sein Begriff in
ihm, und seine Objektivitt diesem Begriffe gar nicht angemessen ist,
ist nicht zu sagen; denn es wre das Nichts.  Das mechanische und
chemische Objekt, wie das geistlose Subjekt, und der nur des
Endlichen, nicht seines Wesens bewute Geist, haben zwar, nach ihrer
verschiedenen Natur, ihren Begriff nicht _in seiner eigenen freien
Form_ an ihnen existirend.  Aber sie knnen berhaupt nur insofern
etwas Wahres seyn, als sie die Vereinigung ihres Begriffs und der
Realitt, ihrer Seele und ihres Leibes, sind.  Ganze, wie der Staat,
die Kirche, wenn die Einheit ihres Begriffs und ihrer Realitt
aufgelst ist, hren auf zu existiren; der Mensch, das Lebendige ist
todt, wenn Seele und Leib sich in ihm trennen; die todte Natur, die
mechanische und chemische Welt, wenn nmlich das Todte fr die
unorganische Welt genommen wird, sonst htte es gar keine positive
Bedeutung,--die todte Natur also, wenn sie in ihren Begriff und ihre
Realitt geschieden wird, ist nichts als die subjektive Abstraktion
einer gedachten Form und einer formlosen Materie.  Der Geist, der
nicht Idee, Einheit des Begriffs selbst mit sich,--der Begriff, der
den Begriff selbst zu seiner Realitt htte, wre der todte,
geistlose Geist, ein materielles Objekt.

_Seyn_ hat die Bedeutung der _Wahrheit_ erreicht, indem die _Idee_
die Einheit des Begriff und der Realitt ist; es _ist_ also nunmehr
nur das, was Idee ist.  Die endlichen Dinge sind darum endlich,
insofern sie die Realitt ihres Begriffs nicht vollstndig an ihnen
selbst haben, sondern dazu anderer bedrfen;--oder umgekehrt,
insofern sie als Objekte vorausgesetzt sind, somit den Begriff als
eine uerliche Bestimmung an ihnen haben.  Das Hchste, was sie nach
der Seite dieser Endlichkeit erreichen, ist die uere Zweckmigkeit.
Da die wirklichen Dinge mit der Idee nicht kongruiren, ist die
Seite ihrer _Endlichkeit, Unwahrheit_, nach welcher sie _Objekte_,
jedes nach seiner verschiedenen Sphre, und in den Verhltnissen der
Objektivitt mechanisch, chemisch oder durch einen uerlichen Zweck
bestimmt ist.  Da die Idee ihre Realitt nicht vollkommen
durchgearbeitet, sie unvollstndig dem Begriffe unterworfen hat,
davon beruht die Mglichkeit darauf, da sie selbst einen
_beschrnkten Inhalt_ hat, da sie, so wesentlich sie Einheit des
Begriffs und der Realitt, ebenso wesentlich auch deren Unterschied
ist; denn nur das Objekt ist die unmittelbare, d. h. nur _ansich_
seyende Einheit.  Wenn aber ein Gegenstand, z.B. der Staat seiner
Idee _gar nicht_ angemessen, das heit, vielmehr gar nicht die Idee
des Staates wre, wenn seine Realitt, welche die selbstbewuten
Individuen ist, dem Begriffe ganz nicht entsprche, so htten seine
Seele und sein Leib sich getrennt; jene entflhe in die
abgeschiedenen Regionen des Gedankens, dieser wre in die einzelnen
Individualitten zerfallen; aber indem der Begriff des Staates so
wesentlich ihre Natur ausmacht, so ist er als ein so mchtiger Trieb
in ihnen, da sie ihn, sey es auch nur in der Form uerer
Zweckmigkeit, in Realitt zu versetzen oder ihn so sich gefallen zu
lassen gedrungen sind, oder sie mten zu Grunde gehen.  Der
schlechteste Staat, dessen Realitt dem Begriffe am wenigsten
entspricht, insofern er noch existirt, ist er noch Idee, die
Individuen gehorchen noch einem Machthabenden Begriffe.

Die Idee hat aber nicht nur den allgemeineren Sinn des _wahrhaften
Seyns_, der Einheit von _Begriff_ und _Realitt_, sondern den
bestimmteren von _subjektivem Begriffe_ und _der Objektivitt_.  Der
Begriff als solcher ist nmlich selbst schon die Identitt seiner und
der _Realitt_; denn der unbestimmte Ausdruck Realitt heit
berhaupt nichts Anderes als das _bestimmte Seyn_; die aber hat der
Begriff an seiner Besonderheit und Einzelnheit.  Ebenso ist ferner
die _Objektivitt_ der aus seiner Bestimmtheit in die _Identitt_ mit
sich zusammengegangene, totale _Begriff_.  In jener Subjektivitt ist
die Bestimmtheit oder der Unterschied des Begriffes ein _Schein_, der
unmittelbar aufgehoben und in das Frsichseyn, oder die negative
Einheit zurckgegangen ist, _inhrirendes_ Prdikat.  In dieser
Objektivitt aber ist die Bestimmtheit als unmittelbare Totalitt,
als uerliches Ganzes gesetzt.  Die Idee hat sich nun gezeigt als
der wieder von der Unmittelbarkeit, in die er im Objekte versenkt ist,
zu seiner Subjektivitt befreite Begriff, welcher sich von seiner
Objektivitt unterscheidet, die aber ebenso sehr von ihm bestimmt und
ihre Substantialitt nur in jenem Begriffe hat.  Diese Identitt ist
daher mit Recht als das _Subjekt-Objekt_ bestimmt worden; da sie
_ebenso wohl_ der formelle oder subjektive Begriff, _als_ sie das
Objekt als solches ist.  Aber die ist bestimmter aufzufassen.  Der
Begriff, indem er wahrhaft seine Realitt erreicht hat, ist die
absolute Urtheil, dessen _Subjekt_ als die sich auf sich beziehende
negative Einheit sich von seiner Objektivitt unterscheidet, und das
An- und Frsichseyn derselben ist, aber wesentlich sich durch sich
selbst auf sie bezieht,--daher _Selbstzweck_ und _Trieb_ ist;--die
Objektivitt aber hat das Subjekt eben darum nicht unmittelbar an ihm,
es wre so nur die in sie verlorene Totalitt des Objekts als
solchen; sondern sie ist die Realisation des Zwecks, eine durch die
Thtigkeit des Zweckes _gesetzte_ Objektivitt, welche als
_Gesetztseyn_ ihr Bestehen und ihre Form nur als durchdrungen von
ihrem Subjekt hat.  Als Objektivitt hat sie das Moment der
_uerlichkeit_ des Begriffs an ihr, und ist daher berhaupt die
Seite der Endlichkeit, Vernderlichkeit und Erscheinung, die aber
ihren Untergang darin hat, in die negative Einheit des Begriffes
zurckzugehen; die Negativitt, wodurch ihr gleichgltiges
Auereinanderseyn sich als Unwesentliches und Gesetztseyn zeigt, ist
der Begriff selbst.  Die Idee ist daher, dieser Objektivitt
ungeachtet, schlechthin _einfach_ und _immateriell_, denn die
uerlichkeit ist nur als durch den Begriff bestimmt, und in seine
negative Einheit aufgenommen; insofern sie als gleichgltige
uerlichkeit besteht, ist sie dem Mechanismus berhaupt nicht nur
preisgegeben, sondern ist nur als das Vergngliche und Unwahre.--Ob
die Idee also gleich ihre Realitt in einer Materiatur hat, so ist
diese nicht ein abstraktes, gegen den Begriff fr sich bestehendes
_Seyn_, sondern nur als _Werden_ durch die Negativitt des
gleichgltigen Seyns als einfache Bestimmtheit des Begriffes.

Es ergeben sich hieraus folgende nhere Bestimmungen der Idee.--Sie
ist _erstlich_ die einfache Wahrheit, die Identitt des Begriffes und
der Objektivitt als _Allgemeines_, in welchem der Gegensatz und das
Bestehen des Besondern in seine mit sich identische Negativitt
aufgelst, und als Gleichheit mit sich selbst ist. _Zweitens_ ist sie
die _Beziehung_ der frsichseyenden Subjektivitt des einfachen
Begriffs und seiner davon _unterschiedenen_ Objektivitt; jene ist
wesentlich der _Trieb_, diese Trennung aufzuheben, und diese das
gleichgltige Gesetztseyn, das an und fr sich nichtige Bestehen.
Sie ist als diese Beziehung der _Proce_, sich in die Individualitt
und in deren unorganische Natur zu dirimiren, und wieder diese unter
die Gewalt des Subjekts zurckzubringen und zu der ersten einfachen
Allgemeinheit zurckzukehren.  Die _Identitt_ der Idee mit sich
selbst ist eins mit dem _Processe_; der Gedanke, der die Wirklichkeit
von dem Scheine der zwecklosen Vernderlichkeit befreit und zur
_Idee_ verklrt, mu diese Wahrheit der Wirklichkeit nicht als die
todte Ruhe, als ein bloes _Bild_, matt, ohne Trieb und Bewegung, als
einen Genius, oder Zahl, oder einen abstrakten Gedanken vorstellen;
die Idee hat, um der Freiheit willen, die der Begriff in ihr erreicht,
auch den _hrtesten Gegensatz_ in sich; ihre Ruhe besteht in der
Sicherheit und Gewiheit, womit sie ihn ewig erzeugt und ewig
berwindet, und in ihm mit sich selbst zusammengeht.

Zunchst aber ist die Idee auch wieder erst nur _unmittelbar_ oder
nur in ihrem _Begriffe_; die objektive Realitt ist dem Begriffe zwar
angemessen, aber noch nicht zum Begriffe befreit, und er existirt
nicht _fr sich als der Begriff_.  Der Begriff ist so zwar _Seele_,
aber die Seele ist in der Weise eines _Unmittelbaren_, d. h. ihre
Bestimmtheit ist nicht als sie selbst, sie hat sich nicht als Seele
erfat, nicht in ihr selbst ihre objektive Realitt; der Begriff ist
als eine Seele, die noch nicht _seelenvoll_ ist.  So ist die Idee
_erstlich_ das _Leben_; der Begriff, der unterschieden von seiner
Objektivitt einfach in sich seine Objektivitt durchdringt, und als
Selbstzweck an ihr sein Mittel hat und sie als sein Mittel setzt,
aber in diesem Mittel immanent und darin der realisirte mit sich
identische Zweck ist.--Diese Idee hat um ihrer Unmittelbarkeit willen
die _Einzelnheit_ zur Form ihrer Existenz.  Aber die Reflexion ihres
absoluten Processes in sich selbst ist das Aufheben dieser
unmittelbaren Einzelnheit; dadurch macht der Begriff, der in ihr als
Allgemeinheit das _Innere_ ist, die uerlichkeit zur Allgemeinheit,
oder setzt seine Objektivitt als Gleichheit mit sich selbst.  So ist
die Idee.

_Zweitens_ die Idee des _Wahren_ und des _Guten_, als _Erkennen_ und
_Wollen_.  Zunchst ist sie endliches Erkennen und endliches Wollen,
worin das Wahre und Gute sich noch unterscheiden, und beide nur erst
als _Ziel_ sind.  Der Begriff hat _sich_ zunchst zu sich selbst
befreit und sich nur erst eine _abstrakte Objektivitt_ zur Realitt
gegeben.  Aber der Proce dieses endlichen Erkennens und Handelns
macht die zunchst abstrakte Allgemeinheit zur Totalitt, wodurch sie
_vollkommene Objektivitt_ wird.--Oder von der andern Seite
betrachtet, _macht_ der endliche, das ist der subjektive Geist, sich
die _Voraussetzung_ einer objektiven Welt, wie das Leben eine solche
Voraussetzung _hat_; aber seine Thtigkeit ist, diese Voraussetzung
aufzuheben und sie zu einem Gesetzten zu machen.  So ist seine
Realitt fr ihn die objektive Welt, oder umgekehrt, die objektive
Welt ist die Idealitt, in der er sich selbst erkennt.

_Drittens_ erkennt der Geist die Idee als seine _absolute Wahrheit_,
als die Wahrheit, die an und fr sich ist; die unendliche Idee, in
welcher Erkennen und Thun sich ausgeglichen hat, und die das
_absolute Wissen ihrer selbst_ ist.


Erstes Kapitel.  Das Leben.


Die Idee des Lebens betrifft einen so konkreten und, wenn man will,
reellen Gegenstand, da mit derselben nach der gewhnlichen
Vorstellung der Logik ihr Gebiet berschritten zu werden scheinen
kann.  Sollte die Logik freilich nichts als leere, todte
Gedankenformen enthalten, so knnte in ihr berhaupt von keinem
solchen Inhalte, wie die Idee, oder das Leben ist, die Rede seyn.
Wenn aber die absolute Wahrheit der Gegenstand der Logik, und _die
Wahrheit_ als solche wesentlich _im Erkennen_ ist, so mte das
_Erkennen_ wenigstens abgehandelt werden.--Der sogenannten reinen
Logik pflegt man denn auch gewhnlich eine _angewandte_ Logik folgen
zu lassen,--eine Logik, welche es mit dem _konkreten Erkennen_ zu
thun hat; die viele _Psychologie_ und _Anthropologie_ nicht
mitgerechnet, deren Einflechtung in die Logik hufig fr nthig
erachtet wird.  Die anthropologische und psychologische Seite des
Erkennens aber betrifft dessen _Erscheinung_, in welcher der Begriff
fr sich selbst noch nicht dieses ist, eine ihm gleiche Objektivitt,
d. i. sich selbst zum Objekte zu haben.  Der Theil der Logik, der
dasselbe betrachtet, gehrt nicht zur _angewandten Logik_ als solchen;
so wre jede Wissenschaft in die Logik hereinzuziehen, denn jede ist
insofern eine angewandte Logik, als sie darin besteht, ihren
Gegenstand in Formen des Gedankens und Begriffs zu fassen.--Der
subjektive Begriff hat Voraussetzungen, die in psychologischer,
anthropologischer und sonstiger Form sich darstellen.  In die Logik
aber gehren nur die Voraussetzungen des reinen Begriffs, insofern
sie die Form von reinen Gedanken, von abstrakten Wesenheiten haben,
die Bestimmungen des _Seyns_ und _Wesens_.  Ebenso sind vom
_Erkennen_, dem sich selbst Erfassen des Begriffs, nicht die anderen
Gestalten seiner Voraussetzung, sondern nur diejenige, welche selbst
Idee ist, in der Logik abzuhandeln; aber diese ist nothwendig in ihr
zu betrachten.  Diese Voraussetzung nun ist die _unmittelbare_ Idee;
denn indem das Erkennen der Begriff ist, insofern er fr sich selbst
aber als Subjektives in Beziehung auf Objektives ist, so bezieht er
sich auf die Idee als _vorausgesetzte_ oder _unmittelbare_.  Die
unmittelbare Idee aber ist das Leben.

Insofern wrde sich die Nothwendigkeit, die Idee des Lebens in der
Logik zu betrachten, auf die auch sonst anerkannte Nothwendigkeit,
den konkreten Begriff des Erkennens hier abzuhandeln, grnden.  Diese
Idee hat sich aber durch die eigene Nothwendigkeit des Begriffes
herbeigefhrt; die _Idee_, das an und fr sich _Wahre_, ist
wesentlich Gegenstand der Logik; da sie zuerst in ihrer
Unmittelbarkeit zu betrachten ist, so ist sie in dieser Bestimmtheit,
in welcher sie _Leben_ ist, aufzufassen und zu erkennen, damit ihre
Betrachtung nicht etwas Leeres und Bestimmungsloses sey.  Es kann nur
etwa zu bemerken seyn, inwiefern die logische Ansicht des Lebens von
anderer wissenschaftlicher Ansicht desselben unterschieden ist;
jedoch gehrt hierher nicht, wie in unphilosophischen Wissenschaften
von ihm gehandelt wird, sondern nur wie das logische Leben als reine
Idee von dem Naturleben, das in der _Natur-Philosophie_ betrachtet
wird, und von dem Leben, insofern es mit dem _Geiste_ in Verbindung
steht, zu unterscheiden ist.--Das Erstere ist als das Leben der Natur
das Leben, insofern es in die _uerlichkeit des Bestehens_
hinausgeworfen ist, an der unorganischen Natur seine _Bedingung_ hat,
und wie die Momente der Idee eine Mannigfaltigkeit wirklicher
Gestaltungen sind.  Das Leben in der Idee ist ohne solche
_Voraussetzungen_, welche als Gestalten der Wirklichkeit sind; seine
Voraussetzung ist der _Begriff_, wie er betrachtet worden ist, einer
Seits als subjektiver, anderer Seits als objektiver.  In der Natur
erscheint das Leben als die hchste Stufe, welche von ihrer
uerlichkeit dadurch erreicht wird, da sie in sich gegangen ist
und sich in der Subjektivitt aufhebt.  In der Logik ist es das
einfache Insichseyn, welches in der Idee des Lebens seine ihm
wahrhaft entsprechende uerlichkeit erreicht hat; der Begriff, der
als subjektiver frher auftritt, ist die Seele des Lebens selbst; er
ist der Trieb, der sich durch die Objektivitt hindurch seine
Realitt vermittelt.  Indem die Natur von ihrer uerlichkeit aus
diese Idee erreicht, geht sie ber sich hinaus, ihr Ende ist nicht
als ihr Anfang, sondern als ihre Grnze, worin sie sich selbst
aufhebt.--Ebenso erhalten in der Idee des Lebens die Momente seiner
Realitt nicht die Gestalt uerlicher Wirklichkeit, sondern bleiben
in die Form des Begriffes eingeschlossen.

Im _Geiste_ aber erscheint das Leben Theils ihm gegenber, Theils als
mit ihm in eins gesetzt, und diese Einheit wieder durch ihn rein
herausgeboren.  Das Leben ist hier nmlich berhaupt in seinem
eigentlichen Sinne als _natrliches Leben_ zu nehmen, denn was das
_Leben des Geistes_ als Geistes genannt wird, ist seine
Eigenthmlichkeit, welche dem bloen Leben gegenbersteht; wie auch
von der _Natur_ des Geistes gesprochen wird, obgleich der Geist kein
Natrliches, und vielmehr der Gegensatz zur Natur ist.  Das Leben als
solches also ist fr den Geist Theils _Mittel_, so stellt er es sich
gegenber; Theils ist er lebendiges Individuum, und das Leben sein
Krper, Theils wird diese Einheit seiner mit seiner lebendigen
Krperlichkeit aus ihm selbst zum _Ideal_ herausgeboren.  Keine
dieser Beziehungen auf den Geist geht das logische Leben an, und es
ist hier weder als Mittel eines Geistes, noch als sein lebendiger
Leib, noch als Moment des Ideals und der Schnheit zu betrachten.
--Das Leben hat in beiden Fllen, wie es _natrliches_ und wie es mit
dem _Geiste_ in Beziehung steht, eine _Bestimmtheit seiner
uerlichkeit_, dort durch seine Voraussetzungen, welches anderer
Gestaltungen der Natur sind, hier aber durch die Zwecke und
Thtigkeit des Geistes.  Die Idee des Lebens fr sich ist frei von
jener vorausgesetzten und bedingenden Objektivitt, so wie von der
Beziehung auf diese Subjektivitt.

Das Leben, in seiner Idee nun nher betrachtet, ist an und fr sich
absolute _Allgemeinheit_; die Objektivitt, welche es an ihm hat, ist
vom Begriffe schlechthin durchdrungen, sie hat nur ihn zur Substanz.
Was sich als Theil oder nach sonstiger uerer Reflexion
unterscheidet, hat den ganzen Begriff in sich selbst; er ist die
darin _allgegenwrtige_ Seele, welche einfache Beziehung auf sich
selbst, und Eins in der Mannigfaltigkeit bleibt, die dem objektiven
Seyn zukommt.  Diese Mannigfaltigkeit hat als die sich uerliche
Objektivitt ein gleichgltiges Bestehen, das im Raume und in der
Zeit, wenn diese hier schon erwhnt werden knnten, ein ganz
verschiedenes und selbststndiges Auereinander ist.  Aber die
uerlichkeit ist im Leben zugleich als die _einfache Bestimmtheit_
seines Begriffs; so ist die Seele allgegenwrtig in diese
Mannigfaltigkeit ausgegossen, und bleibt zugleich schlechthin das
einfache Einsseyn des konkreten Begriffs mit sich selbst.--Am Leben,
an dieser Einheit seines Begriffs in der uerlichkeit der
Objektivitt, in der absoluten Vielheit der atomistischen Materie,
gehen dem Denken, das sich an die Bestimmungen der
Reflexions-Verhltnisse und des formalen Begriffes hlt, schlechthin
alle seine Gedanken aus; die Allgegenwart des Einfachen in der
vielfachen uerlichkeit ist fr die Reflexion ein absoluter
Widerspruch, und insofern sie dieselbe zugleich aus der Wahrnehmung
des Lebens auffassen, hiermit die Wirklichkeit dieser Idee zugeben
mu, ein _unbegreifliches Geheimnis_, weil sie den Begriff nicht
erfat, und den Begriff nicht als die Substanz des Lebens.--Das
einfache Leben ist aber nicht nur allgegenwrtig, sondern schlechthin
das _Bestehen_ und die _immanente Substanz_ seiner Objektivitt, aber
als subjektive Substanz _Trieb_, und zwar der _specifische Trieb_ des
_besondern_ Unterschiedes, und ebenso wesentlich der Eine und
allgemeine Trieb des Specifischen, der diese seine Besonderung in die
Einheit zurckfhrt und darin erhlt.  Das Leben ist nur als diese
_negative Einheit_ seiner Objektivitt und Besonderung sich auf sich
beziehendes, fr sich seyendes Leben, eine Seele.  Es ist damit
wesentlich _Einzelnes_, welches auf die Objektivitt sich als auf ein
Anderes, eine unlebendige Natur bezieht.  Das ursprngliche _Urtheil_
des Lebens besteht daher darin, da es sich als individuelles Subjekt
gegen das Objektive abscheidet, und indem es sich als die negative
Einheit des Begriffs konstituirt, die _Voraussetzung_ einer
unmittelbaren Objektivitt macht.

Das Leben ist daher _erstlich_ zu betrachten als _lebendiges
Individuum_, das fr sich die subjektive Totalitt, und als
gleichgltig vorausgesetzt ist gegen eine ihm als gleichgltig
gegenberstehende Objektivitt.

_Zweitens_ ist es _der Lebens-Proce_, seine Voraussetzung aufzuheben,
die gegen dasselbe gleichgltige Objektivitt als negativ zu setzen,
und sich als ihre Macht und negative Einheit zu verwirklichen.  Damit
macht es sich zum Allgemeinen, das die Einheit seiner selbst und
seines Andern ist.  Das Leben ist daher

_Drittens der Proce der Gattung_, seine Vereinzelung aufzuheben, und
sich zu seinem objektiven Daseyn als zu sich selbst zu verhalten.
Dieser Proce ist hiermit einer Seits die Rckkehr zu seinem Begriffe,
und die Wiederholung der ersten Diremtion, das Werden einer neuen,
und der Tod der ersten unmittelbaren Individualitt; anderer Seits
aber ist der _in sich gegangene Begriff_ des Lebens das Werden des
sich zu sich selbst verhaltenden, als allgemein und frei fr sich
existirenden Begriffes, der bergang in _das Erkennen_.


A. Das lebendige Individuum.


1. Der Begriff des Lebens oder das allgemeine Leben ist die
unmittelbare Idee, der Begriff, dem seine Objektivitt angemessen ist;
aber sie ist ihm nur angemessen, insofern er die negative Einheit
dieser uerlichkeit ist, das heit, sie sich angemessen _setzt_.
Die unendliche Beziehung des Begriffes auf sich selbst ist als die
Negativitt das Selbstbestimmen, die Diremtion seiner in sich _als
subjektive Einzelnheit, und in sich als gleichgltige Allgemeinheit_.
Die Idee des Lebens in ihrer Unmittelbarkeit ist nur erst die
schpferische allgemeine Seele.  Um dieser Unmittelbarkeit willen ist
ihre erste negative Beziehung der Idee in sich selbst,
Selbstbestimmung ihrer als _Begriff_,--das Setzen _an sich_, welches
erst als Rckkehr in sich Fr-sich-seyn ist; das schpferische
_Voraussetzen_.  Durch die Selbstbestimmen ist das _allgemeine_
Leben ein _Besonderes_; es hat sich damit in die beiden Extreme des
Urtheils, das unmittelbar Schlu wird, entzweit.

Die Bestimmungen des Gegensatzes sind die allgemeinen _Bestimmungen_
des _Begriffs_, denn es ist der Begriff, dem die Entzweiung zukommt;
aber die _Erfllung_ derselben ist die Idee.  Das eine ist die
_Einheit_ des Begriffs und der Realitt, welche die Idee ist, als die
_unmittelbare_, die sich frher als die _Objektivitt_ gezeigt hat.
Allein sie ist hier in anderer Bestimmung.  Dort war sie die Einheit
des Begriffs und der Realitt, insofern der Begriff in sie
bergegangen und nur in sie verloren ist; er stand ihr nicht
gegenber, oder weil er ihr nur _Inneres_ ist, ist er nur eine ihr
_uerliche_ Reflexion.  Jene Objektivitt ist daher das Unmittelbare
selbst auf unmittelbare Weise.  Hier hingegen ist sie nur das aus dem
Begriffe Hervorgegangene, so da ihr Wesen das Gesetztseyn, da sie
als _Negatives_ ist.--Sie ist als die _Seite_ der _Allgemeinheit des
Begriffes_ anzusehen, somit als _abstrakte_ Allgemeinheit, wesentlich
nur dem Subjekte _inhrirend_, und in der Form des unmittelbaren
_Seyns_, das fr sich gesetzt, gegen das Subjekt gleichgltig sey.
Die Totalitt des Begriffs, welche der Objektivitt zukommt, ist
insofern gleichsam nur eine _geliehene_; die letzte Selbststndigkeit,
die sie gegen das Subjekt hat, ist jenes _Seyn_, welches seiner
Wahrheit nach nur jenes Moment des Begriffes ist, der als
_voraussetzend_ in der ersten Bestimmtheit eines _an sich_ seyenden
_Setzens_ ist, welches noch nicht _als_ Setzen, als die in sich
reflektierte Einheit ist.  Aus der Idee hervorgegangen ist also die
selbststndige Objektivitt unmittelbares Seyn, nur als das
_Prdikat_ des Urtheils der Selbstbestimmung des Begriffs,--ein zwar
vom Subjekte verschiedenes Seyn, aber zugleich wesentlich gesetzt als
_Moment_ des Begriffs.

Dem Inhalte nach ist diese Objektivitt die Totalitt des Begriffes,
die aber dessen Subjektivitt oder negative Einheit sich
gegenberstehen hat, welche die wahrhafte Centralitt ausmacht,
nmlich seine freie Einheit mit sich selbst.  Dieses _Subjekt_ ist
die Idee in der Form der _Einzelnheit_; als einfache aber negative
Identitt mit sich; das _lebendige Individuum_.

Dieses ist erstlich das Leben als _Seele_; als der Begriff seiner
selbst, der in sich vollkommen bestimmt ist, das anfangende, sich
selbst bewegende _Princip_.  Der Begriff enthlt in seiner
Einfachheit die bestimmte uerlichkeit als _einfaches_ Moment in
sich eingeschlossen.--aber ferner ist diese Seele _in ihrer
Unmittelbarkeit_ unmittelbar uerlich, und hat ein objektives Seyn
an ihr selbst;--die dem Zwecke unterworfene Realitt, das
unmittelbare _Mittel_, zunchst die Objektivitt als _Prdikat_ des
Subjekts, aber fernerhin ist sie auch die _Mitte_ des Schlusses; die
Leiblichkeit der Seele ist das, wodurch sie sich mit der uerlichen
Objektivitt zusammenschliet.Die Leiblichkeit hat das Lebendige
zunchst als die unmittelbar mit dem Begriff identische Realitt; sie
hat dieselbe insofern berhaupt von _Natur_.

Weil nun diese Objektivitt Prdikat des Individuums und in die
subjektive Einheit aufgenommen ist, so kommen ihr nicht die frheren
Bestimmungen des Objekts, das mechanische oder chemische Verhltni,
noch weniger die abstrakten Reflexions-Verhltnisse von Ganzem und
Theilen u. drgl. zu.  Als uerlichkeit ist sie solcher Verhltnisse
zwar _fhig_, aber insofern ist sie nicht lebendiges Daseyn; wenn das
Lebendige als ein Ganzes, das aus Theilen besteht, als ein solches,
auf welches mechanische oder chemische Ursachen einwirken, als
mechanisches oder chemisches Produkt, es sey blo als solches, oder
auch durch einen uerlichen Zweck Bestimmtes, genommen wird, so wird
der Begriff ihm als uerlich, es wird als ein _Todtes_ genommen.  Da
ihm der Begriff immanent ist, so ist die _Zweckmigkeit_ des
Lebendigen als _innere_ zu fassen; er ist in ihm als bestimmter, von
seiner uerlichkeit unterschiedener, und in seinem Unterscheiden
sie durchdringender und mit sich identischer Begriff.  Diese
Objektivitt des Lebendigen ist _Organismus_; sie ist das _Mittel und
Werkzeug_ des Zwecks, vollkommen zweckmig, da der Begriff ihre
Substanz ausmacht; aber eben deswegen ist die Mittel und Werkzeug
selbst der ausgefhrte Zweck, in welchem der subjektive Zweck
insofern unmittelbar mit sich selbst zusammen geschlossen ist.  Nach
der uerlichkeit des Organismus ist er ein Vielfaches nicht von
_Theilen_, sondern von _Gliedern_, welche als solche a) nur in der
Individualitt bestehen; sie sind trennbar, insofern sie uerliche
sind, und an dieser uerlichkeit gefat werden knnen; aber
insofern sie getrennt werden, kehren sie unter die mechanischen und
chemischen Verhltnisse der gemeinen Objektivitt zurck. b) Ihre
uerlichkeit ist der negativen Einheit der lebendigen
Individualitt entgegen; diese ist daher _Trieb_, das abstrakte
Moment der Bestimmtheit des Begriffes als reellen Unterschied zu
setzen; indem dieser Unterschied _unmittelbar_ ist, ist er _Trieb_
jedes _einzelnen_, _specifischen Moments_, sich zu produciren, und
ebenso seine Besonderheit zur Subjektheit zu erheben, die anderen ihm
uerlichen aufzuheben, sich auf ihre Kosten hervorzubringen, aber
ebenso sehr sich selbst aufzuheben und sich zum Mittel fr die
anderen zu machen.

2. Dieser _Proce_ der lebendigen Individualitt ist auf sie selbst
beschrnkt, und fllt noch ganz innerhalb ihrer.--Im Schlusse der
uerlichen Zweckmigkeit ist vorhin die erste Prmisse desselben,
da sich der Zweck unmittelbar auf die Objektivitt bezieht und sie
zum Mittel macht, so betrachtet worden, da in ihr zwar der Zweck
sich darin gleich bleibt, und in sich zurckgegangen ist, aber die
Objektivitt _an ihr selbst_ sich noch nicht aufgehoben, der Zweck
daher in ihr insofern nicht _an_ und _fr sich_ ist, und die erst im
Schlusatze wird.  Der Proce des Lebendigen mit sich selbst ist jene
Prmisse, insofern sie aber zugleich Schlusatz, insofern die
unmittelbare Beziehung des Subjekts auf die Objektivitt, welche
dadurch Mittel und Werkzeug wird, zugleich als die _negative Einheit_
des Begriffs an sich selbst ist; der Zweck fhrt sich in dieser
seiner uerlichkeit dadurch aus, da er ihre subjektive Macht und
der Proce ist, worin sie ihre Selbstauflsung und Rckkehr in diese
seine negative Einheit aufzeigt.  Die Unruhe und Vernderlichkeit der
uerlichen Seite des Lebendigen ist die Manifestation des Begriffs
an ihm, der als die Negativitt an sich selbst nur Objektivitt hat,
insofern sich ihr gleichgltiges Bestehen als sich aufhebend zeigt.
Der Begriff producirt also durch seinen Trieb sich so, da das
Produkt, indem er dessen Wesen ist, selbst das Producirende ist, da
es nmlich Produkt nur als die sich ebenso negativ setzende
uerlichkeit, oder als der Proce der Producirens ist.

3. Die so eben betrachtete Idee ist nun der _Begriff_ des _lebendigen
Subjekts_ und _seines Processes_; die Bestimmungen, die im
Verhltnisse zu einander sind, sind die sich auf sich beziehende
_negative Einheit_ des Begriffs und die _Objektivitt_, welche sein
_Mittel_, in welcher er aber in sich selbst _zurckgekehrt_ ist.
Aber indem die Momente der Idee des Lebens _innerhalb seines
Begriffes_ sind, so sind es nicht die bestimmten Begriffs-Momente des
_lebendigen Individuums in seiner Realitt_.  Die Objektivitt oder
Leiblichkeit desselben ist konkrete Totalitt; jene Momente sind
daher nicht die Momente dieser schon durch die Idee konstituirten
Lebendigkeit.  Die lebendige _Objektivitt_ des Individuums aber als
solche, da sie vom Begriffe beseelt und ihn zur Substanz hat, hat
auch an ihr zu wesentlichem Unterschiede solche, welche seine
Bestimmungen sind, _Allgemeinheit, Besonderheit_ und _Einzelnheit_;
die _Gestalt_, als in welcher sie uerlich unterschieden sind, ist
daher nach denselben eingetheilt, oder eingeschnitten (insectum).

Sie ist hiermit _erstlich Allgemeinheit_, das rein nur in sich selbst
Erzittern der Lebendigkeit, die _Sensibilitt_.  Der Begriff der
Allgemeinheit, wie er sich oben ergeben hat, ist die einfache
Unmittelbarkeit, welche die aber nur ist als absolute Negativitt in
sich.  Dieser Begriff des _absoluten Unterschiedes_, wie seine
Negativitt in der _Einfachheit aufgelst_ und sich selbst gleich ist,
ist in der Sensibilitt zur Anschauung gebracht.  Sie ist das
Insichseyn, nicht als abstrakte Einfachheit, sondern eine unendliche
_bestimmbare_ Receptivitt, welche in ihrer _Bestimmtheit_ nicht ein
Mannigfaltiges und uerliches wird, sondern schlechthin in sich
reflektirt ist.  Die _Bestimmtheit_ ist in dieser Allgemeinheit als
einfaches _Princip_; die einzelne uerliche Bestimmtheit, ein
sogenannter _Eindruck_, geht aus seiner uerlichen und
mannigfaltigen Bestimmung in diese Einfachheit des _Selbstgefhls_
zurck.  Die Sensibilitt kann somit als das Daseyn der in sich
seyenden Seele betrachtet werden, da sie alle uerlichkeit in sich
aufnimmt, dieselbe aber in die vollkommene Einfachheit der sich
gleichen Allgemeinheit zurckfhrt.

Die zweite Bestimmung des Begriffs ist die _Besonderheit_, das Moment
des _gesetzten_ Unterschiedes; die Erffnung der Negativitt, welche
im einfachen Selbstgefhl eingeschlossen, oder in ihm ideelle, noch
nicht reelle Bestimmtheit ist;--die _Irritabilitt_.  Das Gefhl ist
um der Abstraktion seiner Negativitt willen Trieb; es _bestimmt_
sich; die Selbstbestimmung des Lebendigen ist sein Urtheil oder
Verendlichung, wonach es sich auf das uerliche als auf eine
_vorausgesetzte_ Objektivitt bezieht, und in Wechselwirkung damit
ist.--Nach seiner Besonderheit ist es nun Theils _Art_ neben anderen
Arten von Lebendigen, die _formale_ Reflexion dieser _gleichgltigen
Verschiedenheit_ in sich ist die formale _Gattung_ und deren
Systematisirung; die individuelle Reflexion aber ist, da die
Besonderheit die Negativitt ihrer Bestimmtheit, als einer Richtung
nach Auen, die sich auf sich beziehende Negativitt des Begriffes
ist.

Nach dieser _dritten_ Bestimmung ist das Lebendige _als Einzelnes_.
Nher bestimmt sich diese Reflexion-in-sich so, da das Lebendige in
der Irritabilitt uerlichkeit seiner gegen sich selbst, gegen die
Objektivitt ist, welche es als sein Mittel und Werkzeug unmittelbar
an ihm hat, und die uerlich bestimmbar ist.  Die Reflexion-in-sich
hebt diese Unmittelbarkeit auf,--einer Seits als theoretische
Reflexion; insofern nmlich die Negativitt als einfaches Moment der
Sensibilitt ist, das in derselben betrachtet wurde, und welches das
_Gefhl_ ausmacht,--anderer Seits als reelle, indem sich die Einheit
des Begriffes _in seiner uerlichen Objektivitt_ als negative
Einheit setzt, die _Reproduktion_.--Die beiden ersten Momente, die
Sensibilitt und Irritabilitt, sind abstrakte Bestimmungen; in der
Reproduktion ist das Leben _Konkretes_ und Lebendigkeit, es hat in
ihr, als seiner Wahrheit, erst auch Gefhl und Widerstandskraft.  Die
Reproduktion ist die Negativitt als einfaches Moment der
Sensibilitt, und die Irritabilitt ist nur lebendige
Widerstandskraft, da das Verhltni zum uerlichen Reproduktion
und individuelle Identitt mit sich ist.  Jedes der einzelnen Momente
ist wesentlich die Totalitt aller, ihren Unterschied macht die
ideelle Formbestimmtheit aus, welche in der Reproduktion als konkrete
Totalitt des Ganzen gesetzt ist.  Die Ganze ist daher einer Seits
als Drittes, nmlich als _reelle_ Totalitt jenen bestimmten
Totalitten entgegengesetzt, anderer Seits aber ist es deren
ansichseyende Wesenheit, zugleich das, worin sie als Momente
zusammengefat sind, und ihr Subjekt und Bestehen haben.

Mit der Reproduktion, als dem Momente der Einzelnheit, setzt sich das
Lebendige als _wirkliche_ Individualitt, ein sich auf sich
beziehendes Frsichseyn; ist aber zugleich reelle _Beziehung nach
Auen_; die Reflexion der _Besonderheit_ oder Irritabilitt _gegen
ein Anderes_, gegen die _objektive_ Welt.  Der innerhalb des
Individuums eingeschlossene Proce des Lebens geht in die Beziehung
zur vorausgesetzten Objektivitt als solcher dadurch ber, da das
Individuum, indem es sich als _subjektive_ Totalitt setzt, auch das
_Moment seiner Bestimmtheit_ als _Beziehung_ auf die uerlichkeit
zur _Totalitt_ wird.


B. Der Lebens-Proce.


Da das lebendige Individuum sich in sich selbst gestaltet, damit
spannt es sich gegen sein ursprngliches Voraussetzen, und stellt
sich als an und fr sich seyendes Subjekt der vorausgesetzten
objektiven Welt gegenber.  Das Subjekt ist der Selbstzweck, der
Begriff, welcher an der ihm unterworfenen Objektivitt sein Mittel
und subjektive Realitt hat; hierdurch ist es als die an und fr sich
seyende Idee und als das wesentliche Selbststndige konstituirt,
gegen welches die vorausgesetzte uerliche Welt nur den Werth eines
Negativen und Unselbststndigen hat.  In seinem Selbstgefhle hat das
Lebendige diese _Gewiheit_ von der an sich seyenden _Nichtigkeit_
des ihm gegenberstehenden _Andersseyns_.  Sein Trieb ist das
Bedrfni, die Andersseyn aufzuheben, und sich die Wahrheit jener
Gewiheit zu geben.  Das Individuum ist als Subjekt zunchst erst der
_Begriff_ der Idee des Lebens; sein subjektiver Proce in sich, in
welchem es aus sich selbst zehrt, und die unmittelbare Objektivitt,
welche es als natrliches Mittel seinem Begriffe gem setzt, ist
vermittelt durch den Proce, der sich auf die vollstndig gesetzte
uerlichkeit, auf die _gleichgltig_ neben ihm stehende objektive
Totalitt bezieht.

Dieser Proce fngt mit dem _Bedrfnisse_ an, das ist dem Momente,
da das Lebendige _erstlich_ sich bestimmt, sich somit als verneint
setzt, und hierdurch auf eine gegen sich _andere_, die gleichgltige
Objektivitt bezieht;--da es aber _zweitens_ ebenso sehr in diesen
Verlust seiner nicht verloren ist, sich darin erhlt und die
Identitt des sich selbst gleichen Begriffes bleibt; hierdurch ist es
der Trieb, jene ihm _andere_ Welt _fr sich_, sich gleich zu setzen,
sie aufzuheben und _sich_ zu objektiviren.  Dadurch hat seine
Selbstbestimmung die Form von objektiver uerlichkeit, und da es
zugleich identisch mit sich ist, ist es der absolute _Widerspruch_.
Die unmittelbare Gestaltung ist die Idee in ihrem einfachen Begriffe,
die dem Begriff geme Objektivitt; so ist sie _gut_ von Natur.
Aber indem ihr negatives Moment sich zur objektiven Besonderheit, d.
i. indem die wesentlichen Momente ihrer Einheit jedes fr sich zur
Totalitt realisirt ist, so ist der Begriff in die absolute
Ungleichheit seiner mit sich _entzweit_, und indem er ebenso die
absolute Identitt in dieser Entzweiung ist, so ist das Lebendige fr
sich selbst diese Entzweiung und hat das Gefhl dieses Widerspruchs,
welches der _Schmerz_ ist.  Der _Schmerz_ ist daher das Vorrecht
lebendiger Naturen; weil sie der existirende Begriff sind, sind sie
eine Wirklichkeit von der unendlichen Kraft, da sie in sich die
_Negativitt_ ihrer selbst sind, da diese _ihre Negativitt fr sie_
ist, da sie sich in ihrem Andersseyn erhalten.--Wenn man sagt, da
der Widerspruch nicht denkbar sey, so ist er vielmehr im Schmerz des
Lebendigen sogar eine wirkliche Existenz.

Diese Diremtion des Lebendigen in sich ist _Gefhl_, indem sie in die
einfache Allgemeinheit des Begriffs, in die Sensibilitt aufgenommen
ist.  Von dem Schmerz fngt das _Bedrfni_ und der _Trieb_ an, die
den bergang ausmachen, da das Individuum, wie es als Negation
seiner fr sich ist, so auch als Identitt fr sich werde,--eine
Identitt, welche nur als die Negation jener Negation ist.--Die
Identitt, die im Triebe als solchem ist, ist die subjektive
Gewiheit seiner selbst, nach welcher es sich zu seiner uerlichen,
gleichgltig existirenden Welt als zu einer Erscheinung, einer an
sich begrifflosen und unwesentlichen Wirklichkeit verhlt.  Sie soll
den Begriff in sich erst durch das Subjekt erhalten, welches der
immanente Zweck ist.  Die Gleichgltigkeit der objektiven Welt gegen
die Bestimmtheit, und damit gegen den Zweck, macht ihre uerliche
Fhigkeit aus, dem Subjekt angemessen zu seyn; welche Specifikationen
sie sonst an ihr habe, ihre mechanische Bestimmbarkeit, der Mangel an
der Freiheit des immanenten Begriffs macht ihre Ohnmacht aus, sich
gegen das Lebendige zu erhalten.--Insofern das Objekt gegen das
Lebendige zunchst als ein gleichgltiges uerliches ist, kann es
mechanisch auf dasselbe einwirken; so aber wirkt es nicht als auf ein
Lebendiges; insofern es sich zu diesem verhlt, wirkt es nicht als
Ursache, sondern _erregt_ es.  Weil das Lebendige Trieb ist, kommt
die uerlichkeit an und in dasselbe, nur insofern sie schon an und
fr sich _in ihm_ ist; die Einwirkung auf das Subjekt besteht daher
nur darin, da dieses die sich darbietende uerlichkeit
_entsprechend findet_;--sie mag seiner Totalitt auch nicht
angemessen seyn, so mu sie wenigstens einer besondern Seite an ihm
entsprechen, und diese Mglichkeit liegt darin, da es eben als sich
uerlich verhaltend ein Besonderes ist.

Das Subjekt bt nun, insofern es in seinem Bedrfni bestimmt sich
auf das uerliche bezieht, und damit selbst uerliches oder
Werkzeug ist, _Gewalt_ ber das Objekt aus.  Sein besonderer
Charakter, seine Endlichkeit berhaupt, fllt in die bestimmtere
Erscheinung dieses Verhltnisses.--Das uerliche daran ist der
Proce der Objektivitt berhaupt, Mechanismus und Chemismus.
Derselbe wird aber unmittelbar abgebrochen und die uerlichkeit in
Innerlichkeit verwandelt.  Die uerliche Zweckmigkeit, welche
durch die Thtigkeit des Subjekts in dem gleichgltigen Objekt
zunchst hervorgebracht wird, wird dadurch aufgehoben, da das Objekt
gegen den Begriff keine Substanz ist, der Begriff daher nicht nur
dessen uere Form werden kann, sondern sich als dessen Wesen und
immanente, durchdringende Bestimmung, seiner ursprnglichen Identitt
gem, setzen mu.

Mit der Bemchtigung des Objekts geht daher der mechanische Proce in
den innern ber, durch welchen das Individuum sich das Objekt so
_aneignet_, da es ihm die eigenthmliche Beschaffenheit benimmt, es
zu seinem Mittel macht, und seine Subjektivitt ihm zur Substanz
giebt.  Diese Assimilation tritt damit in Eins zusammen mit dem oben
betrachteten Reproduktionsproce des Individuums; es zehrt in diesem
zunchst aus sich, indem es seine eigene Objektivitt sich zum
Objekte macht; der mechanische und chemische Konflikt seiner Glieder
mit den uerlichen Dingen ist ein objektives Moment seiner.  Das
Mechanische und Chemische des Processes ist ein Beginnen der
Auflsung des Lebendigen.  Da das Leben die Wahrheit dieser Processe,
hiermit als Lebendiges die Existenz dieser Wahrheit und die Macht
derselben ist, greift es ber sie ber, durchdringt sie als ihre
Allgemeinheit, und ihr Produkt ist durch dasselbe vollkommen bestimmt.
Diese ihre Verwandlung in die lebendige Individualitt macht die
Rckkehr dieser letztern in sich selbst aus, so da die Produktion,
welche als solche das bergehen in ein Anderes seyn wrde, zur
Reproduktion wird, in der das Lebendige sich _fr sich_ identisch mit
sich setzt.

Die unmittelbare Idee ist auch die unmittelbare, nicht als _fr sich_
seyende Identitt des Begriffes und der Realitt; durch den
objektiven Proce giebt sich das Lebendige sein _Selbstgefhl_; denn
es _setzt_ sich darin als das, was es an und fr sich ist, in seinem
als gleichgltig gesetzten Andersseyn, das Identische mit sich selbst,
die negative Einheit des Negativen zu seyn.  In diesem Zusammengehen
des Individuums mit seiner zunchst ihm als gleichgltig
vorausgesetzten Objektivitt hat es, so wie auf einer Seite sich als
wirkliche Einzelnheit konstituirt, so sehr _seine Besonderheit
aufgehoben_ und sich zur _Allgemeinheit_ erhoben.  Seine Besonderheit
bestand in der Diremtion, wodurch das Leben als seine Arten das
individuelle Leben und die ihm uerliche Objektivitt setzte.  Durch
den uern Lebens-Proce hat es sich somit als reelles, allgemeines
Leben, als _Gattung_ gesetzt.


C. Die Gattung.


Das lebendige Individuum zuerst aus dem allgemeinen Begriffe des
Lebens abgeschieden, ist eine Voraussetzung, die noch nicht durch sie
selbst bewhrt ist.  Durch den Proce mit der zugleich damit
vorausgesetzten Welt hat es sich selbst gesetzt _fr sich_ als die
negative Einheit seines Andersseyns, als die Grundlage seiner selbst;
es ist so die Wirklichkeit der Idee, so da das Individuum nun aus
_der Wirklichkeit_ sich hervorbringt, wie es vorher nur aus dem
_Begriffe_ hervorging, und da seine Entstehung, die ein
_Voraussetzen_ war, nun seine Produktion wird.

Die weitere Bestimmung aber, welche es durch die Aufhebung des
Gegensatzes erlangt hat, ist, _Gattung_ zu seyn, als Identitt seiner
mit seinem vorherigen gleichgltigen Andersseyn.  Diese Idee des
Individuums ist, da sie diese wesentliche Identitt ist, wesentlich
die Besonderung ihrer selbst.  Diese ihre Diremtion ist nach der
Totalitt, aus der sie hervorgeht, die Verdoppelung des Individuums,
--ein Voraussetzen einer Objektivitt, welche mit ihm identisch ist,
und ein Verhalten des Lebendigen zu sich selbst, als einem andern
Lebendigen.

Die Allgemeine ist die dritte Stufe, die Wahrheit des Lebens,
insofern es noch innerhalb seiner Sphre eingeschlossen ist.  Diese
Stufe ist der sich auf sich beziehende Proce des Individuums, wo die
uerlichkeit sein immanentes Moment ist, _zweitens_ diese
uerlichkeit ist selbst als lebendige Totalitt eine Objektivitt,
die fr das Individuum es selbst ist;--in der es nicht als
_aufgehobener_, sondern als _bestehender_ die Gewiheit seiner selbst
hat.

Weil nun das Verhltni der Gattung die Identitt des individuellen
Selbstgefhls in einem solchen ist, welches zugleich ein anderes
selbststndiges Individuum ist, ist es der _Widerspruch_; das
Lebendige ist somit wieder Trieb.--Die Gattung ist nun zwar die
Vollendung der Idee des Lebens, aber zunchst ist sie noch innerhalb
der Sphre der Unmittelbarkeit; diese Allgemeinheit ist daher in
_einzelner_ Gestalt _wirklich_; der Begriff, dessen Realitt die Form
unmittelbarer Objektivitt hat.  Das Individuum ist daher _an sich_
zwar Gattung, aber es ist die Gattung nicht _fr sich_; was fr es
ist, ist nur erst ein anderes lebendiges Individuum; der von sich
unterschiedene Begriff hat zum Gegenstande, mit dem er identisch ist,
nicht sich als Begriff, sondern einen Begriff, der als Lebendiges
zugleich uerliche Objektivitt fr ihn hat, eine Form, die daher
unmittelbar gegenseitig ist.

Die Identitt mit dem andern, die Allgemeinheit des Individuums ist
somit nur erst _innerliche_ oder _subjektive_; es hat daher das
Verlangen, dieselbe zu setzen und sich als Allgemeines zu realisiren.
Dieser Trieb der Gattung aber kann sich nur realisiren durch
Aufheben der noch gegen einander besonderen, einzelnen
Individualitten.  Zunchst insofern es diese sind, welche _an sich_
allgemein die Spannung ihres Verlangens befriedigen und in ihre
Gattungsallgemeinheit sich auflsen, so ist ihre realisirte Identitt
die negative Einheit der aus der Entzweiung sich in sich
reflektirenden Gattung.  Sie ist insofern die Individualitt des
Lebens selbst, nicht mehr aus seinem Begriffe, sondern aus der
_wirklichen_ Idee _erzeugt_.  Zunchst ist sie selbst nur der Begriff,
der erst sich zu objektiviren hat, aber _der wirkliche Begriff;--der
Keim eines lebendigen Individuums_.  In ihm ist es fr _die gemeine
Wahrnehmung vorhanden_, was der Begriff ist, und da der _subjektive
Begriff uerliche Wirklichkeit_ hat.  Denn der Keim des Lebendigen
ist die vollstndige Konkretion der Individualitt, in welcher alle
seine verschiedenen Seiten, Eigenschaften und gegliederte
Unterschiede in ihrer _ganzen Bestimmtheit_ enthalten und die
zunchst _immaterielle_, subjektive Totalitt unentwickelt, einfach
und nichtsinnlich ist; der Keim ist so das ganze Lebendige in der
innerlichen Form des Begriffes.  Die Reflexion der Gattung-in-sich
ist nach dieser Seite die, wodurch sie _Wirklichkeit_ erhlt, indem
das Moment der negativen Einheit und Individualitt in ihr _gesetzt_
wird,--die _Fortpflanzung_ der lebenden Geschlechter.  Die Idee, die
als Leben noch in der Form der Unmittelbarkeit ist, fllt insofern in
die Wirklichkeit zurck, und diese ihre Reflexion ist nur die
Wiederholung und der unendliche Progre, in welchem sie nicht aus der
Endlichkeit ihrer Unmittelbarkeit heraustritt.

Aber diese Rckkehr in ihren ersten Begriff hat auch die hhere Seite,
da die Idee nicht nur die Vermittelung ihrer Processe innerhalb der
Unmittelbarkeit durchlaufen, sondern eben damit diese aufgehoben, und
sich dadurch in eine hhere Form ihres Daseyns erhoben hat.

Der Proce der Gattung nmlich, in welchem die einzelnen Individuen
ihre gleichgltige, unmittelbare Existenz in einander aufheben und in
dieser negativen Einheit ersterben, hat ferner zur andern Seite
seines Produkts die _realisirte Gattung_, welche mit dem Begriffe
sich identisch gesetzt hat.--In dem Gattungs-Proce gehen die
abgesonderten Einzelnheiten des individuellen Lebens unter; die
negative Identitt, in der die Gattung in sich zurckkehrt, ist, wie
einer Seits das _Erzeugen der Einzelnheit_, so anderer Seits _das
Aufheben derselben_, ist somit mit sich zusammengehende Gattung, die
_fr sich werdende Allgemeinheit_ der Idee.  In der Begattung
erstirbt die Unmittelbarkeit der lebendigen Individualitt; der Tod
dieses Lebens ist das Hervorgehen des Geistes.  Die Idee, die als
Gattung _an sich_ ist, ist _fr sich_, indem sie ihre Besonderheit,
welche die lebendigen Geschlechter ausmachte, aufgehoben, und damit
sich eine _Realitt_ gegeben hat, welche _selbst einfache
Allgemeinheit_ ist; so ist sie die Idee, welche _sich zu sich_ als
_Idee verhlt_, das Allgemeine, das die Allgemeinheit zu seiner
Bestimmtheit und Daseyn hat;--die _Idee des Erkennens_.


Zweites Kapitel.  Die Idee des Erkennens.


Das Leben ist die unmittelbare Idee, oder die Idee als ihr noch nicht
an sich selbst realisirter _Begriff_.  In ihrem _Urtheil_ ist sie das
_Erkennen_ berhaupt.

Der Begriff ist als Begriff _fr sich_, insofern er _frei_ als
abstrakte Allgemeinheit oder als Gattung existirt.  So ist er seine
reine Identitt mit sich, welche sich so in sich selbst unterscheidet,
da das Unterschiedene nicht eine _Objektivitt_, sondern
gleichfalls zur Subjektivitt oder zur Form der einfachen Gleichheit
mit sich befreit, hiermit der Gegenstand des Begriffes, der Begriff
selbst ist.  Seine _Realitt_ berhaupt ist die _Form seines Daseyns_;
auf Bestimmung dieser Form kommt es an; auf ihr beruht der
Unterschied dessen, was der Begriff an _sich_, oder als _subjektiver_
ist, was er ist in die Objektivitt versenkt, dann in der Idee des
Lebens.  In der letztern ist er zwar von seiner uerlichen Realitt
unterschieden und _fr sich_ gesetzt, doch die sein Frsichseyn hat
er nur als die Identitt, welche eine Beziehung auf sich als versenkt
in seine ihm unterworfene Objektivitt oder auf sich als inwohnende,
substantielle Form ist.  Die Erhebung des Begriffs ber das Leben ist,
da seine Realitt die zur Allgemeinheit befreite Begriffsform ist.
Durch dieses Urtheil ist die Idee verdoppelt, in den subjektiven
Begriff, dessen Realitt er selbst, und in den objektiven, der als
Leben ist.--_Denken, Geist, Selbstbewutseyn_ sind Bestimmungen der
Idee, insofern sie sich selbst zum Gegenstand hat, und ihr _Daseyn_,
d. i. die Bestimmtheit ihres Seyns ihr eigener Unterschied von sich
selbst ist.

Die _Metaphysik des Geistes_, oder wie man sonst mehr gesprochen hat,
der _Seele_ drehte sich um die Bestimmungen von Substanz, Einfachheit,
Immaterialitt;--Bestimmungen, bei welchen die _Vorstellung_ des
Geistes aus dem _empirischen_ Bewutseyn als Subjekt zu Grunde gelegt,
und nun gefragt wurde, was fr Prdikate mit den Wahrnehmungen
bereinstimmen;--ein Verfahren, das nicht weiter gehen konnte, als
das Verfahren der Physik, die Welt der Erscheinung auf allgemeine
Gesetze und Reflexions-Bestimmungen zu bringen, da der Geist auch nur
in seiner _Erscheinung_ zu Grunde lag; ja es mute noch hinter der
physikalischen Wissenschaftlichkeit zurckbleiben, da der Geist nicht
nur unendlich reicher als die Natur ist, sondern da auch die absolute
Einheit des Entgegengesetzem im _Begriffe_ sein Wesen ausmacht, so
zeigt er in seiner Erscheinung und Beziehung auf die uerlichkeit
den Widerspruch in seiner hchsten Bestimmtheit auf, daher fr jede
der entgegengesetzten Reflexions-Bestimmungen eine Erfahrung
angefhrt, oder aus den Erfahrungen auf die entgegengesetzten
Bestimmungen nach der Weise des formalen Schlieens mu gekommen
werden knnen.  Weil die an der Erscheinung unmittelbar sich
ergebenden Prdikate zunchst noch der empirischen Psychologie
angehren, so bleiben eigentlich nur ganz drftige
Reflexions-Bestimmungen fr die metaphysische Betrachtung brig.
--_Kant_ in seiner Kritik der _rationalen Seelenlehre_ hlt diese
Metaphysik daran fest, da, insofern sie eine rationale Wissenschaft
seyn soll, durch das Mindeste, was man von der Wahrnehmung zu der
_allgemeinen Vorstellung_ des Selbstbewutseyns _hinzunhme_, sich
jene Wissenschaft in eine _empirische_ verwandelte und ihre rationale
Reinigkeit und Unabhngigkeit von aller Erfahrung verderbt wrde.--Es
bleibe somit nichts als die einfache, fr sich an Inhalt ganz leere,
Vorstellung: _Ich_, von der man nicht einmal sagen kann, da sie ein
_Begriff_ sey, sondern ein _bloes Bewutseyn_, das _alle Begriffe
begleitet_.  Durch dieses _Ich_, oder auch _Es (das Ding)_, welches
denket, wird nun nach den weiteren kantischen Folgerungen nichts
weiter als ein transcendentales Subjekt der Gedanken vorgestellt = x,
welches nur durch die Gedanken, die seine _Prdikate_ sind, erkannt
wird, und wovon wir, abgesondert, _niemals_ den _mindesten Begriff_
haben knnen; die Ich hat dabei, nach Kants eigenem Ausdruck, die
_Unbequemlichkeit_, da _wir_ uns jederzeit _seiner schon bedienen
mssen_, um irgend etwas von ihm zu urtheilen; denn es ist nicht
sowohl _eine Vorstellung_, wodurch ein besonderes Objekt
unterschieden wird, sondern eine _Form_ derselben berhaupt, insofern
sie Erkenntni genannt werden soll.--Der _Paralogismus_, den die
rationale Seelenlehre begehe, bestehe nun darin, da _Modi_ des
Selbstbewutseyns im Denken zu _Verstandesbegriffen_ als von einem
_Objekte_ gemacht, da jenes: Ich _denke_ als ein _denkendes Wesen_,
ein _Ding-an-sich_ genommen werde; auf welche Weise daraus, da Ich
im Bewutseyn immer als _Subjekt_ und zwar als _singulares_, bei
aller Mannigfaltigkeit der Vorstellung _identisches_, und von ihr als
uerlicher mich unterscheidendes vorkomme, unberechtigt abgeleitet
wird, da Ich eine _Substanz_, ferner ein qualitativ _Einfaches_, und
ein _Eins_, und ein von den rumlichen und zeitlichen Dingen
_unabhngig Existirendes_ sey.-Ich habe diese Darstellung
ausfhrlicher ausgezogen, weil sich sowohl die Natur der vormaligen
_Metaphysik ber die Seele_, als besonders auch _der Kritik_, wodurch
sie zu Grunde gegangen ist, bestimmt daraus erkennen lt.--Jene ging
darauf, das _abstrakte Wesen_ der Seele zu bestimmen; sie ging dabei
von der Wahrnehmung ursprnglich aus und verwandelte deren empirische
Allgemeinheit und die an der Einzelnheit des Wirklichen berhaupt
_uerliche_ Reflexions-Bestimmung in die Form von den angefhrten
_Bestimmungen des Wesens_.--Kant hat dabei berhaupt nur den Zustand
der Metaphysik seiner Zeit vor sich, welche vornehmlich bei solchen
abstrakten, einseitigen Bestimmungen ohne alle Dialektik stehen blieb;
die wahrhaft _spekulativen_ Ideen lterer Philosophen ber den
Begriff des Geistes beachtete und untersuchte er nicht.  In seiner
_Kritik_ ber jene Bestimmungen folgte er nun ganz einfach der
humeschen Manier des Skepticismus; da er nmlich das festhlt, wie
Ich im Selbstbewutseyn erscheint, wovon aber, da das _Wesen_
desselben, _das Ding an sich_, erkannt werden solle, alles Empirische
wegzulassen sey; nun bleibe nicht brig, als diese Erscheinung des:
_Ich denke_, das alle Vorstellungen begleite,--wovon man _nicht den
geringsten Begriff_ habe.--Gewi mu es zugegeben werden, da man
weder von Ich, noch von irgend Etwas, auch von dem Begriff selbst den
mindesten Begriff hat, insofern man nicht _begreift_, und nur bei der
einfachen, fixen _Vorstellung_ und dem _Namen_ stehen bleibt.
--Sonderbar ist der Gedanken,--wenn es anders ein Gedanke genannt
werden kann,--da Ich mich des Ich schon _bedienen_ msse, um von Ich
zu urtheilen; das Ich, das sich des Selbstbewutseyns als eines
Mittels _bedient_, um zu urtheilen, die ist wohl ein x, von dem man,
so wie vom Verhltnisse solchen Bedienens, nicht den geringsten
Begriff haben kann.  Aber lcherlich ist es wohl, diese Natur des
Selbstbewutseyns, da Ich sich selbst denkt, da Ich nicht gedacht
werden kann, ohne da es Ich ist, welches denkt,--eine
_Unbequemlichkeit_ und als etwas Fehlerhaftes einen _Cirkel_ zu
nennen;--ein Verhltni, wodurch sich im unmittelbaren empirischen
Selbstbewutseyn die absolute, ewige Natur desselben und des
Begriffes offenbart, deswegen offenbart, weil das Selbstbewutseyn
eben der _daseyende_, also _empirisch wahrnehmbare_, reine _Begriff_,
die absolute Beziehung auf sich selbst ist, welche als trennendes
Urtheil sich zum Gegenstande macht und allein die ist, sich dadurch
zum Cirkel zu machen.--Ein Stein hat jene _Unbequemlichkeit_ nicht;
wenn er gedacht oder wenn ber ihn geurtheilt werden soll, so steht
er sich selbst dabei nicht im Wege;--er ist der Beschwerlichkeit,
sich seiner selbst zu diesem Geschfte zu bedienen, enthoben; es ist
ein Anderes auer ihm, welches diese Mhe bernehmen mu.

Der Mangel, den diese barbarisch zu nennenden Vorstellungen darein
setzen, da bei dem Denken des Ich dasselbe als _Subjekt_ nicht
weggelassen werden knne, erscheint dann umgekehrt auch so, da Ich
_nur_ als _Subjekt des Bewutseyns_ vorkomme, oder Ich mich nur als
_Subjekt_ eines Urtheils _brauchen_ knne, und die _Anschauung_ fehle,
wodurch es als ein _Objekt gegeben_ wrde; da aber der Begriff
eines Dings, das nur als Subjekt existiren knne, noch gar keine
objektive Realitt bei sich fhre.--Wenn zur Objektivitt die
uerliche, in Zeit und Raum bestimmte Anschauung gefordert, und sie
es ist, welche vermit wird, so sieht man wohl, da unter
Objektivitt nur diejenige sinnliche Realitt gemeint ist, ber
welche sich erhoben zu haben Bedingung des Denkens und der Wahrheit
ist.  Aber allerdings wenn Ich begrifflos als bloe einfache
Vorstellung nach der Weise genommen wird, wie wir im alltglichen
Bewutseyn Ich aussprechen, so ist es die abstrakte Bestimmung, nicht
die sich selbst zum Gegenstand habende Beziehung seiner selbst;--es
ist so nur _Eins_ der Extreme, einseitiges Subjekt ohne seine
Objektivitt, oder es wre auch nur Objekt ohne Subjektivitt, wenn
nmlich die berhrte Unbequemlichkeit hierbei nicht wre, da sich
von dem Ich als Objekt das denkende Subjekt nicht wegbringen lt.
Aber in der That findet dieselbe Unbequemlichkeit auch bei der
erstern Bestimmung, dem Ich als Subjekte, Statt; das Ich denkt
_etwas_, sich oder etwas Anderes.  Diese Untrennbarkeit der zwei
Formen, in denen es sich selbst entgegensetzt, gehrt zur eigensten
Natur seines Begriffs und des Begriffs selbst; sie ist gerade das,
was Kant abhalten will um nur die sich in sich nicht unterscheidende,
und somit ja nur die _begrifflose Vorstellung_ fest zu erhalten.  Ein
solches Begriffloses darf sich nun zwar wohl den abstrakten
Reflexions-Bestimmungen oder Kategorien der vorigen Metaphysik
gegenberstellen;--denn an Einseitigkeit steht es auf gleicher Linie
mit ihnen, obwohl diese doch ein Hheres des Gedankens sind; dagegen
erscheint es desto drftiger und leerer gegen die tieferen Ideen
lterer Philosophie vom Begriff der Seele oder des Denkens, z.B.
die wahrhaft spekulativen Ideen des Aristoteles.  Wenn die kantische
Philosophie jene Reflexions-Bestimmungen untersuchte, so htte sie
noch mehr die festgehaltene Abstraktion des leeren Ich, die vermeinte
Idee des Dings-an-sich untersuchen mssen, das sich eben um seiner
Abstraktion willen vielmehr als ein ganz Unwahres zeigt; die
Erfahrung der beklagten Unbequemlichkeit ist selbst das empirische
Faktum, worin die Unwahrheit jener Abstraktion sich ausspricht.

Nur des mendelssohnschen Beweises von der Beharrlichkeit der Seele
erwhnt die kantische Kritik der rationalen Psychologie, und ich
fhre ihre Widerlegung desselben noch um der Merkwrdigkeit
desjenigen willen an, was ihm entgegengestellt wird.  Jener Beweis
grndet sich auf die _Einfachheit_ der Seele, vermge der sie der
Vernderung, _des bergehens in ein Anderes_ in der Zeit nicht fhig
sey.  Die qualitative Einfachheit ist die oben betrachtete Form der
_Abstraktion_ berhaupt; als _qualitative_ Bestimmtheit ist sie in
der Sphre des Seyns untersucht und bewiesen worden, da das
Qualitative als solche sich abstrakt auf sich beziehende Bestimmtheit
vielmehr eben darum dialektisch und nur das bergehen in ein Anderes
ist.  Beim Begriffe aber wurde gezeigt, da wenn er in Beziehung auf
Beharrlichkeit, Unzerstrbarkeit, Unvergnglichkeit betrachtet wird,
er vielmehr darum das An- und Frsichseyende und Ewige ist, weil er
nicht die _abstrakte_, sondern _konkrete_ Einfachheit, nicht sich auf
sich abstrakt beziehendes Bestimmtseyn, sondern die Einheit _seiner
selbst und seines Andern_ ist, in das er also nicht so bergehen kann,
als ob er sich darin vernderte, eben darum, weil das _andere_, das
Bestimmtseyn, er selbst ist, und er in diesem bergehen daher nur zu
sich selbst kommt.--Die kantische Kritik setzt nun jener
_qualitativen_ Bestimmung der Begriffseinheit die _quantitative_
entgegen.  Obgleich die Seele nicht ein mannigfaltiges Auereinander
sey und keine _extensive_ Gre enthalte, so habe das Bewutseyn doch
_einen Grad_, und die Seele wie _jedes Existirende_ eine _intensive
Gre_; dadurch sey aber die Mglichkeit des bergehens in Nichts
durch das _allmhlige Verschwinden_ gesetzt.--Was ist nun diese
Widerlegung anders, als die Anwendung einer Kategorie _des Seyns_,
der _intensiven Gre_, auf den Geist?--einer Bestimmung, die keine
Wahrheit an sich hat, und im Begriffe vielmehr aufgehoben ist.

Die Metaphysik,--auch selbst die, welche sich auf fixe
Verstandesbegriffe beschrnkte und sich zum Spekulativen, und zur
Natur des Begriffes und der Idee nicht erhob, hatte zu ihrem Zwecke,
_die Wahrheit zu erkennen_, und untersuchte ihre Gegenstnde danach,
ob sie ein _Wahrhaftes_ seyen oder nicht, Substanzen oder Phnomene.
Der Sieg der kantischen Kritik ber dieselbe besteht aber vielmehr
darin, die Untersuchung, welche das _Wahre_ zum Zwecke hat, und
diesen Zweck selbst zu beseitigen; sie macht die Frage, die allein
Interesse hat, gar nicht, ob ein bestimmtes Subjekt, hier das
_abstrakte Ich der Vorstellung_, an und fr sich Wahrheit habe.  Es
heit aber auf den Begriff und die Philosophie Verzicht leisten, wenn
man bei der Erscheinung und bei demjenigen stehen bleibt, was sich im
alltglichen Bewutseyn fr die bloe Vorstellung ergiebt.  Was
darber hinausgeht, heit in der kantischen Kritik etwas
berfliegendes, und zu dem die Vernunft keineswegs berechtigt sey.
In der That berfliegt der Begriff das Begrifflose, und die nchste
Berechtigung, darber hinauszugehen, ist eines Theils er selbst,
andern Theils nach der negativen Seite die Unwahrheit der Erscheinung
und der Vorstellung, so wie solcher Abstraktionen, wie die
Dinge-an-sich und jenes Ich ist, das sich nicht Objekt seyn soll.

In dem Zusammenhang dieser logischen Darstellung ist es die _Idee des
Lebens_, aus der die Idee des Geistes hervorgegangen, oder was
dasselbe ist, als deren Wahrheit sie sich erwiesen hat.  Als dieses
Resultat hat diese Idee an und fr sich selbst ihre Wahrheit, mit der
dann auch das Empirische oder die Erscheinung des Geistes verglichen
werden mag, wie es damit bereinstimme; das Empirische kann jedoch
selbst auch nur durch und aus der Idee gefat werden.  Von dem
_Leben_ haben wir gesehen, da es die Idee ist, aber es hat sich
zugleich gezeigt, noch nicht die wahrhafte Darstellung oder Art und
Weise ihres Daseyns zu seyn.  Denn im Leben ist die Realitt der Idee
als _Einzelnheit_, die _Allgemeinheit_ oder die Gattung ist das
_Innere_; die Wahrheit des Lebens als absolute negative Einheit ist
daher, die abstrakte, oder was dasselbe ist, die unmittelbare
Einzelnheit aufzuheben, und _als Identisches_ mit sich identisch, als
Gattung sich selbst gleich zu seyn.  Diese Idee ist nun der _Geist_.
--Es kann aber hierber noch bemerkt werden, da er hier in
derjenigen Form betrachtet wird, welche dieser Idee als logische
zukommt.  Die hat nmlich noch andere Gestalten, die hier beilufig
angefhrt werden knnen, in welchen sie in den konkreten
Wissenschaften des Geistes zu betrachten ist, nmlich als _Seele,
Bewutseyn und Geist als solcher_.

Der Name: _Seele_ wurde sonst vom einzelnen endlichen Geiste
berhaupt gebraucht, und die rationale oder empirische _Seelenlehre_
sollte so viel bedeuten als _Geisteslehre_.  Bei dem Ausdruck:
_Seele_ schwebt die Vorstellung vor, da sie ein _Ding_ ist, wie die
anderen Dinge; man fragt nach ihrem _Sitze_, der _rumlichen_
Bestimmung, von der aus ihre _Krfte_ wirken; noch mehr danach, wie
dieses Ding _unvergnglich_ sey, den Bedingungen der _Zeitlichkeit_
unterworfen, der Vernderung darin aber entnommen sey.  Das System
der _Monaden_ hebt die Materie zur Seelenhaftigkeit herauf; die Seele
ist in dieser Vorstellung ein Atom wie die Atome der Materie
berhaupt; das Atom, das als Dunst aus der Kaffeetasse aufsteige, sey
durch glckliche Umstnde fhig, sich zur Seele zu entwickeln, nur
die _grere_ Dunkelheit seines Vorstellens unterscheide es von einem
solchen Dinge, das als Seele erscheint.--_Der fr sich selbst seyende
Begriff_ ist nothwendig auch in _unmittelbarem Daseyn_; in dieser
substantiellen Identitt mit dem Leben, in seinem Versenktseyn in
seine uerlichkeit ist er in der _Anthropologie_ zu betrachten.
Aber auch ihr mu jene Metaphysik fremd bleiben, worin diese Form der
_Unmittelbarkeit_ zu einem _Seelending_, zu einem _Atom_, den Atomen
der Materie gleich wird.--Der Anthropologie mu nur die dunkle Region
berlassen werden, worin der Geist unter, wie man es sonst nannte,
_siderischen_ und _terrestrischen_ Einflssen steht, als ein
Naturgeist in der _Sympathie_ mit der Natur lebt, und ihre
Vernderungen in _Trumen_ und _Ahnungen_ gewahr wird, dem Gehirn,
dem Herzen, den Ganglien, der Leber u. s. w. inwohnt, welcher
letztern nach Plato der Gott, damit auch der _unvernnftige_ Theil
von seiner Gte bedacht und des Hhern theilhaftig sey, die Gabe des
_Weissagens_ gegeben habe, ber welche der selbstbewute Mensch
erhoben sey.  Zu dieser unvernnftigen Seite gehrt ferner das
Verhltni des Vorstellens und der hhern geistigen Thtigkeit,
insofern sie im einzelnen Subjekte dem Spiele ganz zuflliger
krperlicher Beschaffenheit, uerlicher Einflsse und einzelner
Umstnde unterworfen ist.

Diese unterste der konkreten Gestalten, worin der Geist in die
Materiatur versenkt ist, hat ihre unmittelbar hhere im _Bewutseyn_.
In dieser Form ist der freie Begriff als _frsichseyendes_ Ich
zurckgezogen aus der Objektivitt, aber sich auf sie als _sein
Anderes_, als gegenberstehenden Gegenstand beziehend.  Indem der
Geist hier nicht mehr als Seele ist, sondern in der _Gewiheit_
seiner selbst die _Unmittelbarkeit_ des _Seyns_ vielmehr die
Bedeutung _eines Negativen_ fr ihn hat, so ist die Identitt, in der
er im Gegenstndlichen mit sich selbst ist, zugleich nur noch ein
_Scheinen_, indem das Gegenstndliche auch noch die Form eines
_Ansichseyenden_ hat.

Diese Stufe ist der Gegenstand _der Phnomenologie des Geistes_,
--einer Wissenschaft, welche zwischen der Wissenschaft des
Naturgeistes und des Geistes als solches inne steht, und den _fr
sich_ seyenden Geist zugleich in seiner _Beziehung auf sein Anderes_,
welches hierdurch sowohl, wie erinnert, als _an sich_ seyendes Objekt
wie auch als negirtes bestimmt ist,--den Geist also als _erscheinend_
am Gegentheil seiner selbst sich darstellend betrachtet.

Die hhere Wahrheit dieser Form ist aber _der Geist fr sich_, fr
welchen der dem Bewutseyn _an sich_ seyende Gegenstand die Form
seiner eigenen Bestimmung, der _Vorstellung_ berhaupt hat; dieser
Geist, der auf die Bestimmungen als auf seine eigenen, auf Gefhle,
Vorstellungen und Gedanken, thtig ist, ist insofern in sich und in
seiner Form unendlich.  Die Betrachtung dieser Stufe gehrt der
eigentlichen _Geisteslehre_ an, die dasjenige umfassen wrde, was
Gegenstand der gewhnlich _empirischen Psychologie_ ist, die aber, um
die Wissenschaft des Geistes zu seyn, nicht empirisch zu Werke gehen,
sondern wissenschaftlich gefat werden mu.--Der Geist ist auf dieser
Stufe _endlicher_ Geist, insofern der _Inhalt_ seiner Bestimmtheit
ein unmittelbarer gegebener ist; die Wissenschaft desselben hat den
Gang darzustellen, worin er sich von dieser seiner Bestimmtheit
befreit, und zum Erfassen seiner Wahrheit, des unendlichen Geistes,
fortgeht.

Die _Idee des Geistes_ dagegen, welche _logischer_ Gegenstand ist,
steht schon innerhalb der reinen Wissenschaft; sie hat daher ihn
nicht den Gang durchmachen zu sehen, wie er mit der Natur, der
unmittelbaren Bestimmtheit und dem Stoffe oder der Vorstellung,
verwickelt ist, was in jenen drei Wissenschaften betrachtet wird; sie
hat diesen Gang bereits hinter sich, oder, was dasselbe ist, vielmehr
vor sich,--jenes insofern die Logik, als die _die letzte_
Wissenschaft, dieses insofern sie als _die erste_ genommen wird, aus
welcher die Idee erst in die Natur bergeht.

In der logischen Idee des Geistes ist Ich daher sogleich, wie es aus
dem Begriffe der Natur als deren Wahrheit sich gezeigt hat, der freie
Begriff, der in seinem Urtheile sich selbst der Gegenstand ist, _der
Begriff als seine Idee_.  Aber auch in dieser Gestalt ist die Idee
noch nicht vollendet.

Indem sie der zwar freie, sich selbst zum Gegenstande habende Begriff
ist, so ist sie _unmittelbar_, ebendarum weil sie unmittelbar ist,
noch die Idee in ihrer _Subjektivitt_, und damit in ihrer
Endlichkeit berhaupt.  Sie ist der _Zweck_, der sich realisiren soll,
oder es ist die _absolute Idee_ selbst noch in ihrer _Erscheinung_.
Was sie _sucht_, ist das _Wahre_, diese Identitt des Begriffs selbst
und der Realitt, aber sie sucht es nur erst; denn sie ist hier, wie
sie _zuerst_ ist, noch ein _Subjektives_.  Der Gegenstand, der fr
den Begriff ist, ist daher hier zwar auch ein gegebener, aber er
tritt nicht als einwirkendes Objekt, oder als Gegenstand, wie er als
solcher fr sich selbst beschaffen sey, oder als Vorstellung in das
Subjekt ein, sondern dieses verwandelt ihn in _eine
Begriffsbestimmung_; es ist der Begriff, der im Gegenstand sich
bethtigt, darin sich auf sich bezieht, und dadurch, da er sich an
dem Objekte seine Realitt giebt, _Wahrheit_ findet.

Die Idee ist also zunchst das eine Extrem eines Schlusses als der
Begriff, der als Zweck zunchst sich selbst zur subjektiven Realitt
hat; das andere Extrem ist die Schranke des Subjektiven, die
objektive Welt.  Die beiden Extreme sind darin identisch, da sie die
Idee sind; erstlich ist ihre Einheit die des Begriffs, welcher in dem
einen nur _fr sich_, in dem andern nur _an sich_ ist; zweitens ist
die Realitt in dem einen abstrakt, in dem andern in ihrer konkreten
uerlichkeit.--Diese Einheit wird nun durch das Erkennen _gesetzt_;
sie ist, weil es die subjektive Idee ist, die als Zweck von sich
ausgeht, zunchst nur als _Mitte_.--Das Erkennende bezieht sich
durch die Bestimmtheit seines Begriffs, nmlich das abstrakte
Frsichseyn, zwar auf eine Auenwelt; aber in der absoluten Gewiheit
seiner selbst, um die Realitt seiner an sich selbst, diese formelle
Wahrheit zur reellen Wahrheit zu erheben.  Es hat an seinem Begriff
die _ganze Wesenheit_ der objektiven Welt, sein Proce ist, den
konkreten Inhalt derselben fr sich als identisch mit dem _Begriffe_,
und umgekehrt diesen als identisch mit der Objektivitt zu setzen.

Unmittelbar ist die Idee der Erscheinung _theoretische_ Idee, das
_Erkennen_ als solches.  Denn unmittelbar hat die objektive Welt die
Form der _Unmittelbarkeit_ oder des _Seyns_ fr den fr sich seyenden
Begriff, so wie dieser zuerst sich nur als der abstrakte noch in ihm
eingeschlossene Begriff seiner selbst ist; er ist daher nur als
_Form_; seine Realitt, die er an ihm selbst hat, sind nur seine
einfachen Bestimmungen von _Allgemeinheit_ und _Besonderheit_; die
Einzelnheit aber oder die _bestimmte Bestimmtheit_, den Inhalt erhlt
diese Form von Auen.


A. Die Idee des Wahren.


Die subjektive Idee ist zunchst _Trieb_.  Denn sie ist der
Widerspruch des Begriffs, sich zum _Gegenstand_ zu haben und sich die
Realitt zu seyn, ohne da doch der Gegenstand als _anderes_ gegen
ihn Selbststndiges wre, oder ohne da der Unterschied seiner selbst
von sich zugleich die wesentliche Bestimmung der _Verschiedenheit_
und des gleichgltigen Daseyns htte.  Der Trieb hat daher die
Bestimmtheit, seine eigene Subjektivitt aufzuheben, seine erst
abstrakte Realitt zur konkreten zu machen, und sie mit dem _Inhalte_
der von seiner Subjektivitt vorausgesetzten Welt zu erfllen.--Von
der andern Seite bestimmt er sich hierdurch so: der Begriff ist zwar
die absolute Gewiheit seiner selbst; seinem _Frsichseyn_ steht aber
seine Voraussetzung einer _an sich_ seyenden Welt gegenber, deren
gleichgltiges _Andersseyn_ aber fr die Gewiheit seiner selbst den
Werth nur eines _Unwesentlichen_ hat; er ist insofern der Trieb, die
Andersseyn aufzuheben, und in dem Objekte die Identitt mit sich
selbst anzuschauen.  Insofern diese Reflexion-in-sich der
aufgehobenen Gegensatz und die _gesetzte_, fr das Subjekt bewirkte
_Einzelnheit_ ist, welche zunchst als das vorausgesetzte
_Ansichseyn_ erscheint, ist es die aus dem Gegensatz hergestellte
Identitt der Form mit sich selbst,--eine Identitt, welche damit als
gleichgltig gegen die Form in deren Unterschiedenheit, bestimmt und
_Inhalt_ ist.  Dieser Trieb ist daher der Trieb der _Wahrheit_,
insofern sie im _Erkennen_ ist, also der _Wahrheit_ als
_theoretischer_ Idee, in ihrem eigentlichen Sinne.--Wenn die
_objektive_ Wahrheit zwar die Idee selbst ist, als die dem Begriffe
entsprechende Realitt, und ein Gegenstand insofern an ihm Wahrheit
haben kann oder nicht, so ist dagegen der bestimmtere Sinn die
Wahrheit dieser, da sie es _fr_ oder _im_ subjektiven Begriff, im
_Wissen_ sey.  Sie ist das Verhltni des _Begriffsurtheils_, welches
als das formelle Urtheil der Wahrheit sich gezeigt hat; in demselben
ist nmlich das Prdikat nicht nur die Objektivitt des Begriffes,
sondern die beziehende Vergleichung des Begriffs der Sache und der
Wirklichkeit derselben.--_Theoretisch_ ist diese Realisirung des
Begriffs, insofern er als _Form_ noch die Bestimmung eines
_subjektiven_, oder die Bestimmung fr das Subjekt hat, die seinige
zu seyn.  Weil das Erkennen die Idee als Zweck oder als subjektive,
ist, so ist die Negation der als _an sich seyend_ vorausgesetzten
Welt die _erste_; der Schlusatz, worin das Objektive in das
Subjektive gesetzt ist, hat daher zunchst auch nur die Bedeutung,
da das Ansichseyende nur als ein Subjektives, oder in der
Begriffsbestimmung nur _gesetzt_, darum aber nicht so an und fr sich
sey.  Der Schlusatz kommt insofern nur zu einer _neutralen_ Einheit,
oder einer _Synthesis_, d. h. einer Einheit von solchen, die
ursprnglich geschieden, nur uerlich so verbunden seyen.--Indem
daher in diesem Erkennen der Begriff das Objekt als _das seinige_
setzt, giebt sich die Idee zunchst nur einen Inhalt, dessen
Grundlage _gegeben_ und an dem nur die Form der uerlichkeit
aufgehoben worden.  Die Erkennen behlt insofern in seinem
ausgefhrten Zwecke noch seine _Endlichkeit_, es hat in ihn denselben
zugleich _nicht_ erreicht, und ist _in seiner Wahrheit_ noch _nicht_
zur _Wahrheit_ gekommen.  Denn insofern im Resultate der Inhalt noch
die Bestimmung eines _gegebenen_ hat, so ist das vorausgesetzte
_Ansichseyn_ gegen den Begriff nicht aufgehoben; die Einheit des
Begriffs und der Realitt, die Wahrheit, ist somit ebenso sehr auch
nicht darin enthalten.--Sonderbarer Weise ist in neueren Zeiten diese
Seite der _Endlichkeit_ festgehalten und als das _absolute_
Verhltni des Erkennens angenommen worden;--als ob das Endliche als
solches das Absolute seyn sollte!  Auf diesem Standpunkte wird dem
Objekte eine unbekannte _Dingheit-an-sich hinter_ dem Erkennen
zugeschrieben, und dieselbe und damit auch die Wahrheit als ein
absolutes _Jenseits_ fr das Erkennen betrachtet.  Die
Denkbestimmungen berhaupt, die Kategorien, die
Reflexions-Bestimmungen, so wie der formale Begriff und dessen
Momente erhalten darin die Stellung, nicht da sie an und fr sich
endliche Bestimmungen, sondern da sie es in dem Sinne sind, als sie
ein Subjektives gegen jene leere _Dingheit-an-sich_ sind; die
Verhltni der Unwahrheit des Erkennens als das wahrhafte anzunehmen,
ist der zur allgemeinen Meinung neuerer Zeit gewordene Irrthum.  Aus
diese Bestimmung des endlichen Erkennens erhellt unmittelbar, da es
ein Widerspruch ist, der sich selbst aufhebt;--der Widerspruch einer
Wahrheit, die zugleich nicht Wahrheit seyn soll;--eines Erkennens
dessen, was ist, welches zugleich das Ding-an-sich nicht erkennt.  In
dem Zusammenfallen dieses Widerspruchs fllt sein Inhalt, das
subjektive Erkennen und das Ding-an-sich zusammen, d. h. erweist sich
als ein Unwahres, Aber das Erkennen hat durch seinen eigenen Gang
seine Endlichkeit und damit seinen Widerspruch aufzulsen; jene
Betrachtung, welche wir ber dasselbe machen, ist eine uerliche
Reflexion; es ist aber selbst der Begriff, der sich Zweck ist, der
also durch seine Realisirung sich ausfhrt, und eben in dieser
Ausfhrung seine Subjektivitt und das vorausgesetzte Ansichseyn
aufhebt.--Es ist daher an ihm selbst in seiner positiven Thtigkeit
zu betrachten.  Da diese Idee, wie gezeigt, der Trieb des Begriffes
ist, sich _fr sich selbst_ zu realisiren, so ist seine Thtigkeit,
das Objekt zu bestimmen, und durch die Bestimmen sich in ihm
identisch auf sich zu beziehen.  Das Objekt ist berhaupt das
schlechthin Bestimmbare, und in der Idee hat es diese wesentliche
Seite, nicht an und fr sich gegen den Begriff zu seyn.  Weil die
Erkennen noch das endliche, nicht spekulative ist, so hat die
vorausgesetzte Objektivitt noch nicht die Gestalt fr dasselbe, da
sie schlechthin nur der Begriff an ihr selbst ist, und nichts
Besonderes fr sich gegen ihn enthlt.  Aber damit, da sie als ein
an-sich-seyendes Jenseits gilt, hat sie die Bestimmung der
_Bestimmbarkeit durch den Begriff_ darum wesentlich, weil _die Idee_
der fr sich seyende Begriff und das schlechthin in sich Unendliche
ist, worin das Objekt _an sich_ aufgehoben, und der Zweck nur noch
ist, es _fr sich_ aufzuheben; das Objekt ist daher zwar von der Idee
des Erkennens als _an sich seyend_ vorausgesetzt, aber wesentlich in
dem Verhltni, da sie ihrer selbst und der Nichtigkeit dieses
Gegensatzes gewi, zu Realisirung ihres Begriffes in ihm komme.

In dem Schlusse, wodurch sich die subjektive Idee nun mit der
Objektivitt zusammenschliet, ist die _erste Prmisse_ dieselbe Form
der unmittelbaren Bemchtigung und Beziehung des Begriffs auf das
Objekt, als wir in der Zweckbeziehung sahen.  Die bestimmende
Thtigkeit des Begriffs auf das Objekt ist eine unmittelbare
_Mittheilung_ und widerstandslose _Verbreitung_ seiner auf dasselbe.
Der Begriff bleibt hierin in der reinen Identitt mit sich selbst;
aber diese seine unmittelbare Reflexion-in-sich hat ebenso die
Bestimmung der objektiven Unmittelbarkeit; das was _fr ihn_ seine
eigene Bestimmung ist, ist ebenso sehr ein _Seyn_, denn es ist die
_erste_ Negation der Voraussetzung.  Die gesetzte Bestimmung gilt
daher ebenso sehr als eine nur _gefundene_ Voraussetzung, als ein
_Auffassen_ eines _Gegebenen_, worin die Thtigkeit des Begriffs
vielmehr nur darin bestehe, negativ gegen sich selbst zu seyn, sich
gegen das Vorhandene zurckzuhalten und passiv zu machen, damit
dasselbe nicht bestimmt vom Subjekte, sondern sich, wie es in sich
selbst ist, _zeigen_ knne.

Die Erkennen erscheint daher in dieser Prmisse nicht einmal als
eine _Anwendung_ der logischen Bestimmungen, sondern als ein
Empfangen und Auffassen derselben als Vorgefundener, und seine
Thtigkeit erscheint als darauf beschrnkt, nur ein subjektives
Hinderni, eine uerliche Schaale von dem Gegenstande zu entfernen.
Die Erkennen ist das _Analytische_.


a.  Das analytische Erkennen.


Den Unterschied des analytischen und synthetischen Erkennens findet
man zuweilen so angegeben, da das eine vom Bekannten zum Unbekannten,
das andere vom Unbekannten zum Bekannten fortgehe.  Es wird aber,
wenn man diesen Unterschied nher betrachtet, schwer seyn, in ihm
einen bestimmten Gedanken, vielweniger einen Begriff zu entdecken.
Man kann sagen, das Erkennen fange berhaupt mit der Unbekanntschaft
an, denn etwas, womit man schon bekannt ist, lernt man nicht kennen.
Umgekehrt auch fngt es mit dem Bekannten an; die ist ein
tautologischer Satz;--das, womit es anfngt, was es also wirklich
erkennt, ist eben dadurch ein Bekanntes; was noch nicht erkannt
worden, und erst spter erkannt werden soll, ist noch ein Unbekanntes.
Man mu insofern sagen, da das Erkennen, wenn es einmal angefangen
hat, immer vom Bekannten zum Unbekannten fortgehe.

Das Unterscheidende des analytischen Erkennens hat sich bereits dahin
bestimmt, da ihm als der ersten Prmisse des ganzen Schlusses die
Vermittelung noch nicht angehrt, sondern da es die unmittelbare,
das Andersseyn noch nicht enthaltende Mittheilung des Begriffes ist,
worin die Thtigkeit sich ihrer Negativitt entuert.  Jene
Unmittelbarkeit der Beziehung ist jedoch darum selbst Vermittelung,
denn sie ist die negative Beziehung des Begriffs auf das Objekt, die
sich aber selbst vernichtet und sich dadurch einfach und identisch
macht.  Diese Reflexion-in-sich ist nur ein Subjektives, weil in
ihrer Vermittelung der Unterschied nur noch als der vorausgesetzte
_ansichseyende_, als Verschiedenheit _des Objekts_ in sich, vorhanden
ist.  Die Bestimmung, die daher durch diese Beziehung zu Stande kommt,
ist die Form einfacher _Identitt_, der _abstrakten Allgemeinheit_.
Das analytische Erkennen hat daher berhaupt diese Identitt zu
seinem Princip und der bergang in Anderes, die Verknpfung
Verschiedener ist aus ihm selbst, aus seiner Thtigkeit
ausgeschlossen.

Das analytische Erkennen nun nher betrachtet, so wird von einem
_vorausgesetzten_, somit einzelnen, _konkreten_ Gegenstande
angefangen, er sey nun ein fr die Vorstellung schon _fertiger_ oder
er sey eine _Aufgabe_, nmlich nur in seinen Umstnden und
Bedingungen gegeben, aus ihnen noch nicht fr sich herausgehoben und
in einfacher Selbststndigkeit dargestellt.  Die Analyse desselben
kann nun nicht darin bestehen, da er blo in die besonderen
_Vorstellungen_, die er enthalten kann, _aufgelst_ werde; eine
solche Auflsung und das Auffassen derselben ist ein Geschft, das
nicht zum Erkennen gehrte, sondern nur eine nhere _Kenntni_, eine
Bestimmung innerhalb der Sphre des _Vorstellens_ betrfe.  Die
Analyse, da sie den Begriff zum Grunde hat, hat zu ihren Produkten
wesentlich die Begriffsbestimmungen, und zwar als solche, welche
_unmittelbar_ in dem Gegenstande _enthalten_ sind.  Es hat sich aus
der Natur der Idee des Erkennens ergeben, da die Thtigkeit des
subjektiven Begriffs von der einen Seite nur als _Entwickelung_
dessen, _was im Objekt schon ist_, angesehen werden mu, weil das
Objekt selbst nichts als die Totalitt des Begriffs ist.  Es ist
ebenso einseitig, die Analyse so vorzustellen, als ob im Gegenstande
nichts sey, was nicht in ihm _hineingelegt_ werde, als es einseitig
ist, zu meinen, die sich ergebenden Bestimmungen werden nur aus ihm
_herausgenommen_.  Jene Vorstellung spricht bekanntlich der
subjektive Idealismus aus, der in der Analyse die Thtigkeit des
Erkennens allein fr ein einseitiges _Setzen_ nimmt, jenseits dessen
das _Ding-an-sich_ verborgen bleibt; die andere Vorstellung gehrt
dem sogenannten Realismus an, der den subjektiven Begriff als eine
leere Identitt erfat, welche die Gedankenbestimmungen _von Auen_
in sich _aufnehme_.--Da das analytische Erkennen, die Verwandlung des
gegebenen Stoffes in logische Bestimmungen, sich gezeigt hat, beides
in Einem zu seyn, ein _Setzen_, welches sich ebenso unmittelbar als
_Voraussetzen_ bestimmt, so kann um des letztern willen das Logische
als ein schon im Gegenstande _Fertiges_, so wie wegen des erstern als
_Produkt_ einer blo subjektiven Thtigkeit erscheinen.  Aber beide
Momente sind nicht zu trennen; das Logische ist in seiner abstrakten
Form, in welche es die Analyse heraushebt, allerdings nur im Erkennen
vorhanden, so wie es umgekehrt nicht nur ein _Gesetztes_, sondern ein
_An-sich-seyendes_ ist.

Insofern nun das analytische Erkennen die aufgezeigte Verwandlung ist,
geht es durch keine weiteren _Mittelglieder_ hindurch, sondern die
Bestimmung ist insofern _unmittelbar_ und hat eben diese Sinn, dem
Gegenstand eigen und an sich anzugehren, daher ohne subjektive
Vermittelung aus ihm aufgefat zu seyn.--aber das Erkennen soll
ferner auch ein _Fortgehen_, eine _Entwickelung von Unterschieden_
seyn.  Weil es aber nach der Bestimmung, die es hier hat, begrifflos
und undialektisch ist, hat es nur einen _gegebenen Unterschied_, und
sein Fortgehen geschieht allein an den Bestimmungen des _Stoffes_.
Nur insofern scheint es ein _immanentes_ Fortgehen zu haben, als die
abgeleiteten Gedankenbestimmungen von Neuem analysirt werden knnen,
insofern scheint es ein _immanentes_ Fortgehen zu haben, als die
abgeleiteten Gedankenbestimmungen von Neuem analysirt werden knnen,
insofern sie noch ein Konkretes sind; das Hchste und Letze dieses
Analysirens ist das abstrakte hchste Wesen,--oder die abstrakte
subjektive Identitt, und ihr gegenber die Verschiedenheit.  Dieses
Fortgehen ist jedoch nichts Anderes, als nur die Wiederholung des
einen ursprnglichen Thuns der Analyse, nmlich die Wiederbestimmung
des schon in die abstrakte Begriffsform Aufgenommenen als eines
_Konkreten_ und hierauf die Analyse desselben, dann von Neuem die
Bestimmung des aus ihr hervorgehenden Abstrakten als eines Konkreten
und sofort.--Die Gedankenbestimmungen scheinen aber in ihnen selbst
auch einen bergang zu enthalten.  Wenn der Gegenstand als Ganzes
bestimmt worden, so wird davon allerdings zur _andern_ Bestimmung:
_des Theils_; von der _Ursache_ zur andern Bestimmung der _Wirkung_ u.
s. f. fortgegangen.  Aber die ist hier insofern kein Fortgehen, als
Ganzes und Theile, Ursache und Wirkung, _Verhltnisse_ sind, und zwar
fr dieses formale Erkennen so _fertige_ Verhltnisse, da die eine
Bestimmung an die andere wesentlich geknpft _vorgefunden_ wird.  Der
Gegenstand, der als _Ursache_ oder als _Theil_ bestimmt worden, ist
damit durch das _ganze_ Verhltni, schon durch beide Seiten
desselben bestimmt.  Ob es schon _an sich_ etwas Synthetisches ist,
so ist dieser Zusammenhang fr das analytische Erkennen ebenso sehr
nur ein _Gegebenes_, als anderer Zusammenhang seines Stoffes, und
gehrt daher nicht seinem eigenthmlichen Geschfte an.  Ob solcher
Zusammenhang sonst als ein Priorisches oder Aposteriorisches bestimmt
werde, die ist dabei gleichgltig insofern er als ein
_vorgefundener_ gefat wird, oder wie man es auch genannt hat, als
eine _Thatsache_ des Bewutseyns, da mit der Bestimmung: _Ganzes_
die Bestimmung: _Theil_ verknpft sey und so fort.  Indem Kant die
tiefe Bemerkung von _synthetischen_ Grundstzen a priori aufgestellt
und als deren Wurzel die Einheit des Selbstbewutseyns, also die
Identitt des Begriffes mit sich, erkannt hat, nimmt er doch den
_bestimmten_ Zusammenhang, die Verhltnibegriffe und synthetischen
Grundstze selbst, _von der formalen Logik_ als _gegeben_ auf; die
Deduktion derselben htte die Darstellung des bergangs jener
einfachen Einheit des Selbstbewutseyns in diese ihre Bestimmungen
und Unterschiede seyn mssen; aber die Aufzeigung dieses wahrhaft
synthetischen Fortgehens, des sich selbst producirenden Begriffs, hat
Kant sich erspart, zu leisten.

Bekanntlich wird die _Arithmetik_ und die allgemeineren
_Wissenschaften der diskreten Gre_ vorzugsweise _analytische
Wissenschaft_ und _Analysis_ genannt.  Die Erkenntniweise derselben
ist in der That am immanentesten analytisch und es ist krzlich zu
betrachten, worauf sich die grndet.--Das sonstige analytische
Erkennen fngt von einem konkreten Stoffe an, der eine zufllige
Mannigfaltigkeit an sich hat; aller Unterschied der Inhalts und das
Fortgehen zu weiterem Inhalt hngt von demselben ab.  Der
arithmetische und algebraische Stoff dagegen ist ein schon ganz
abstrakt und unbestimmt Gemachtes, an dem alle Eigenthmlickeit des
Verhltnisses getilgt, dem somit nun jede Bestimmung und Verknpfung
ein uerliches ist.  Ein solches ist das Princip der diskreten
Gre, das _Eins_.  Die verhltnilose Atome kann zu einer
_Vielheit_ vermehrt und uerlich zu einer Anzahl bestimmt und
vereinigt werden, dieses Vermehren und Begrenzen ist ein leeres
Fortgehen und Bestimmen, welches bei demselben Princip des abstrakten
Eins stehen bleibt.  Wie die _Zahlen_ ferner zusammengefat und
getrennt werden, hngt allein von dem Setzen des Erkennenden ab.  Die
_Gre_ ist berhaupt die Kategorie, innerhalb welcher diese
Bestimmungen gemacht werden;--was die _gleichgltig_ gewordenen
Bestimmtheit ist, so da der Gegenstand keine Bestimmtheit hat,
welche ihm immanent, also dem Erkennen _gegeben_ wre.  Insofern sich
das Erkennen zunchst eine zufllige Verschiedenheit von Zahlen
gegeben hat, so machen sie nun den Stoff fr eine weitere Bearbeitung
und mannigfaltige Verhltnisse aus.  Solche Verhltnisse, deren
Erfindung und Bearbeitung, scheinen zwar nichts dem analytischen
Erkennen Immanentes, sondern ein Zuflliges und Gegebenes zu seyn;
wie denn auch diese Verhltnisse und die sich auf sie beziehenden
Operationen gewhnlich _nacheinander_ als _verschiedene_ ohne
Bemerkung eines innern Zusammenhanges vorgetragen werden.  Allein es
ist leicht, ein fortleitendes Princip zu erkennen, und zwar ist es
das Immanente der analytischen Identitt, die am Verschiedenen als
_Gleichheit_ erscheint; der Fortschritt ist die Reduktion des
Ungleichen auf immer grere Gleichheit.  Um ein Beispiel an den
ersten Elementen zu geben, so ist die Addition das Zusammenfassen
ganz zufllig _ungleicher_ Zahlen, die Multiplikation dagegen von
_gleichen_, worauf noch das Verhltni der _Gleichheit_ von der
_Anzahl_ und der _Einheit_ folgt, und das Potenzen-Verhltni
eintritt.

Weil nun die Bestimmtheit des Gegenstandes und der Verhltnisse eine
_gesetzte_ ist, so ist die weitere Operation mit ihnen auch ganz
analytisch, und die analytische Wissenschaft hat daher nicht sowohl
_Lehrstze_, als _Aufgaben_.  Der anlytische Lehrsatz enthlt die
Aufgabe schon fr sich selbst als gelst, und der ganz uerliche
Unterschied, der den beiden Seiten, die er gleich setzt, zukommt, ist
so unwesentlich, da ein solcher Lehrsatz als eine triviale Identitt
erscheinen wrde.  Kant hat zwar den Satz 5+7=12 fr einen
_synthetischen_ Satz erklrt, weil auf einer Seite Dasselbe, in der
Form von Mehreren, von 5 und 7, auf der anderen in der Form von Einem,
von 12, dargestellt ist.  Allein wenn das Analytische nicht das
abstrakt Identische und Tautologische 12=12 bedeuten und ein Fortgang
in demselben berhaupt seyn soll, so mu irgend ein Unterschied
vorhanden seyn, jedoch ein solcher, der sich auf keine Qualitt,
keine Bestimmtheit der Reflexion und noch weniger des Begriffs
grndet. 5+7 und 12 sind durchaus ganz derselbe Inhalt; in jener
Seite ist auch die _Forderung_ ausgedrckt, da 5 und 7 in _Einen_
Ausdruck zusammengefat, das heit, da wie fnf ein
Zusammengezhltes ist, wobei das Abbrechen ganz willkrlich war, und
ebenso gut weiter gezhlt werden konnte, nun auf dieselbe Weise
fortgezhlt werden soll mit der Bestimmung, da die hinzuzusetzenden
Eins sieben seyn sollen.  Das 12 ist also ein Resultat von 5 und 7
und von einer Operation, welche schon gesetzt, ihrer Natur nach auch
ein ganz uerliches, gedankenloses Thun ist, da es daher auch eine
Maschine verrichten kann.  Hier ist im Geringsten kein bergang zu
einem _Andern_; es ist ein bloes Fortsetzen, d. h. _Wiederholen_
derselben Operation, durch welche 5 und 7 entstanden ist.

Der _Beweis_ eines solchen Lehrsatzes,--einen solchen erforderte er,
wenn er ein synthetischer Satz wre--wrde nur in der Operation des
durch 7 bestimmten Fortzhlens von 5 an, und in dem Erkennen der
bereinstimmung dieses Fortgezhlten mit dem bestehen, was man sonst
12 nennt, und was wieder weiter nichts, als eben jenes bestimmte
Fortzhlen selbst ist.  Statt der Form der Lehrstze whlt man daher
sogleich die Form der _Aufgabe, der Forderung_ der Operation, nmlich
das Aussprechen nur der _Einen_ Seite von der Gleichung, die den
Lehrsatz ausmachen wrde, und deren andere Seite nun gefunden werden
soll.  Die Aufgabe enthlt den Inhalt, und giebt die bestimmte
Operation an, die mit ihm vorgenommen werden soll.  Die Operation ist
durch keinen sprden, mit specifischen Verhltnissen begabten Stoff
beschrnkt, sondern ein uerliches, subjektives Thun, dessen
Bestimmungen der Stoff gleichgltig annimmt, an welchem sie gesetzt
werden.  Der ganze Unterschied der in der Aufgabe gemachten
Bedingungen und des Resultates in der _Auflsung_ ist nur der, da in
diesem _wirklich_ auf die bestimmte Weise vereinigt oder getrennt ist,
wie in jener angegeben war.

Es ist daher ein hchst berflssiges Gerste, hier die Form der
geometrischen Methode, welche sich auf synthetische Stze bezieht,
anzuwenden und der Aufgabe auer der _Auflsung_ auch noch einen
_Beweis_ folgen zu lassen.  Er kann nichts als die Tautologie
ausdrcken, da die Auflsung richtig ist, weil man operirt hat, wie
aufgegeben war.  Wenn die Aufgabe ist, man soll mehrere Zahlen
addiren; so ist die Auflsung: man addire sie; der Beweis zeigt, da
die Auflsung richtig ist, darum weil aufgegeben war zu addiren, und
man addirt hat.  Wenn die Aufgabe zusammengesetztere Bestimmungen und
Operationen, z.B. etwa Decimal-Zahlen zu multipliciren enthlt, und
die Auflsung giebt nichts, als das mechanische Verfahren an, so wird
wohl ein Beweis nthig; dieser aber kann weiter nichts seyn, als die
Analyse jener Bestimmungen und der Operation, woraus die Auflsung
von selbst hervorgeht.  Durch diese Absonderung der _Auflsung_ als
eines mechanischen Verfahrens, und des _Beweises_ als der
Rckerinnerung an die Natur des zu behandelnden Gegenstandes und der
Operation selbst, geht gerade der Vortheil der analytischen Aufgabe
verloren, da nmlich die _Konstruktion_ unmittelbar aus der Aufgabe
abgeleitet, und daher an und fr sich als _verstndig_ dargestellt
werden kann; auf die andere Weise wird der Konstruktion ausdrcklich
ein Mangel gegeben, welcher der synthetischen Methode eigen ist.--In
der hhern Analysis, wo mit dem Potenzen-Verhltnisse Verhltnisse
vornehmlich qualitative und von Begriffsbestimmtheiten abhngende
Verhltnisse der diskreten Gren eintreten, enthalten die Aufgaben
und Lehrstze allerdings wohl synthetische Bestimmungen; es mssen
daselbst _andere_ Bestimmungen und Verhltnisse zu Mittelgliedern
genommen werden, als _unmittelbar_ durch die Aufgabe oder den
Lehrsatz _angegeben_ sind.  brigens mssen auch diese zu Hlfe
genommenen Bestimmungen von der Art seyn, da sie in der
Bercksichtigung und Entwickelung einer Seite der Aufgabe oder des
Lehrsatzes gegrndet sind; das synthetische Aussehen kommt allein
daher, da die Aufgabe oder der Lehrsatz diese Seite nicht selbst
schon nahmhaft macht.--Die Aufgabe, z.B. die Summe der Potenzen der
Wurzeln einer Gleichung zu finden, wird durch die Betrachtung und
dann Verknpfung der Funktionen gelst, welche die Koefficienten der
Gleichung von den Wurzeln sind.  Die hier zu Hlfe genommene
Bestimmung der Funktionen der Koefficienten und deren Verknpfung ist
nicht in der Aufgabe schon ausgedrckt, brigens ist die Entwickelung
selbst ganz analytisch.  So ist die Auflsung der Gleichung x[hoch
(m-1)]=0 mit Hlfe der Sinus, auch die immanente bekanntlich durch
Gau gefundene algebraische Auflsung mit Hlfe der Betrachtung des
_Residuums_ von x[hoch (m-1)]-1 durch m dividirt, und der sogenannten
primitiven Wurzeln,--eine der wichtigsten Erweiterungen der Analysis
der neueren Zeit,--eine synthetische Auflsung, weil die zu Hlfe
genommenen Bestimmungen, die Sinus oder die Betrachtung der Residuen,
nicht eine Bestimmung der Aufgabe selbst ist.

ber die Natur der Analysis, welche sogenannte unendliche
Differenzen vernderlicher Gren betrachtet, der Differential- und
Integral-Rechnung, ist im _ersten Theile_ dieser Logik ausfhrlicher
gehandelt worden.  Daselbst wurde gezeigt, da hier eine qualitative
Grenbestimmung zu Grunde liegt, welche allein durch den Begriff
gefat werden kann.  Der bergang zu derselben von der Gre als
solcher ist nicht mehr analytisch; die Mathematik hat daher bis
diesen Tag nicht dahin kommen knnen, die Operationen, welche auf
jenem bergange beruhen, durch sich selbst, d. h. auf mathematische
Weise, zu rechtfertigen, weil er nicht mathematischer Natur ist.
_Leibnitz_, dem der Ruhm zugeschrieben wird, die Rechnung mit den
unendlichen Differenzen zu einem _Calcul_ geschaffen zu haben, hat,
wie ebendaselbst angefhrt worden, den bergang auf eine Art gemacht,
welche die unzulnglichste, ebenso vllig begrifflos als
unmathematisch, ist; den bergang aber einmal vorausgesetzt,--und er
im gegenwrtigen Stande der Wissenschaft mehr nicht als eine
Voraussetzung,--so ist der weitere Verfolg allerdings nur eine Reihe
gewhnlicher analytischer Operationen.

Es ist erinnert worden, da die Analysis synthetisch wird, insofern
sie auf _Bestimmungen_ kommt, welche nicht mehr durch die Aufgaben
selbst _gesetzt_ sind.  Der allgemeine bergang aber vom
analytischen zum synthetischen Erkennen liegt in dem nothwendigen
bergange von der Form der Unmittelbarkeit zur Vermittelung, der
abstrakten Identitt zum Unterschiede.  Das Analytische bleibt in
seiner Thtigkeit bei den Bestimmungen berhaupt stehen, insofern sie
sich auf sich selbst beziehen; durch ihre _Bestimmtheit_ aber sind
sie wesentlich auch von dieser Natur, da sie sich auf _ein Anderes
beziehen_.  Es ist schon erinnert worden, da wenn das analytische
Erkennen auch an Verhltnissen fortgeht, die nicht ein uerlich
gegebener Stoff, sondern Gedankenbestimmungen sind, so bleibt es doch
analytisch, insofern fr dasselbe auch diese Verhltnisse _gegebene_
sind.  Weil aber die abstrakte Identitt, welche die Erkennen allein
als das seinige wei, wesentlich _Identitt des Unterschiedenen_ ist,
so mu sie auch als solche die seinige seyn, und fr den subjektiven
Begriff auch der _Zusammenhang_ als durch ihn gesetzt und mit ihm
identisch werden.


b.  Das synthetische Erkennen.


Das analytische Erkennen ist die erste Prmisse des ganzen Schlusses,
--die _unmittelbare_ Beziehung des Begriffs auf das Objekt, die
_Identitt_ ist daher die Bestimmung, welche es als die seinige
erkennt, und es ist nur das _Auffassen_ dessen, was ist.  Das
synthetische Erkennen geht auf das _Begreifen_ dessen, was ist, das
heit, die Mannigfaltigkeit von Bestimmungen in ihrer Einheit zu
fassen.  Es ist daher die zweite Prmisse des Schlusses, in welchem
das _Verschiedene_ als solches bezogen wird.  Sein Ziel ist deswegen
die _Nothwendigkeit_ berhaupt.--Die Verschiedenen, welche verbunden
sind, sind es Theils in einem _Verhltnisse_; in solchem sind sie
ebenso wohl bezogen, als gleichgltig und selbststndig gegeneinander;
Theils aber sind sie im _Begriffe_ verknpft, dieser ist ihre
einfache, aber bestimmte Einheit.  Insofern nun das synthetische
Erkennen zunchst von der _abstrakten Identitt_ zum _Verhltnisse_,
oder vom _Seyn_ zur _Reflexion_ bergeht, so ist es nicht die
absolute Reflexion des Begriffes, welche der Begriff in seinem
Gegenstande erkennt; die Realitt, welche er sich giebt, ist die
nchste Stufe, nmlich die angegebene Identitt der Verschiedenen als
solcher, die daher zugleich noch _innere_ und nur Nothwendigkeit,
nicht die subjektive, fr sich selbst seyende, daher noch nicht der
Begriff als solcher ist.  Das synthetische Erkennen hat daher wohl
auch die Begriffsbestimmungen zu seinem Inhalt, das Objekt wird in
denselben gesetzt; aber sie stehen erst im _Verhltnisse_ zu einander,
oder sind in _unmittelbarer_ Einheit, aber damit eben nicht in
derjenigen, wodurch der Begriff als Subjekt ist.  Die macht die
Endlichkeit dieses Erkennens aus; weil diese reelle Seite der Idee in
ihm noch die Identitt als _innere_ hat, so sind deren Bestimmungen
sich noch als _uerliche_; da sie nicht als Subjektivitt ist, so
fehlt dem Eigenen, das der Begriff in seinem Gegenstande hat, noch
die _Einzelnheit_, und es ist zwar nicht mehr die abstrakte, sondern
die _bestimmte_ Form, also das _Besondere_ des Begriffes, was ihm im
Objekte entspricht, aber das _Einzelne_ desselben ist noch _ein
gegebener_ Inhalt.  Die Erkennen verwandelt die objektive Welt daher
zwar in Begriffe, aber giebt ihr nur die Form nach den
Begriffsbstimmungen, und mu das Objekt nach seiner _Einzelnheit_,
der bestimmten Bestimmtheit, _finden_; es ist noch nicht selbst
bestimmend.  Ebenso _findet_ es Stze und Gesetze, und beweist deren
_Nothwendigkeit_, aber nicht als eine Nothwendigkeit der Sache an und
fr sich selbst, d. i. aus dem Begriffe, sondern des Erkennens, das
an den gegebenen Bestimmungen, den Unterschieden der Erscheinung
fortgeht, und _fr sich_ den Satz als Einheit und Verhltni, oder
aus der _Erscheinung_ deren Grund erkennt.

Die nheren Momente des synthetischen Erkennens sind nun zu
betrachten.


1. Die Definition.


Das Erste ist, da die noch gegebene Objektivitt in die einfache,
als erste Form, somit die Form _des Begriffes_ verwandelt wird; die
Momente dieses Auffassens sind daher keine anderen, als die Momente
des Begriffs; die _Allgemeinheit, Besonderheit_ und _Einzelnheit_.
--Das _Einzelne_ ist das Objekt selbst als _unmittelbare Vorstellung_,
dasjenige, was definirt werden soll.  Das Allgemeine des Objekts
desselben hat sich in der Bestimmung des objektiven Urtheils, oder
des Urtheils der Nothwendigkeit, als die _Gattung_, und zwar als die
_nchste_ ergeben, das Allgemeine nmlich mit dieser Bestimmtheit,
welche zugleich Princip fr den Unterschied des Besondern ist.
Diesen Unterschied hat der Gegenstand an der _specifischen Differenz_,
welche ihn zu der bestimmten Art macht, und welche seine Disjunktion
gegen die brigen Arten begrndet.

Die Definition, indem sie auf diese Weise den Gegenstand auf seinen
_Begriff_ zurckfhrt, streift seine uerlichkeiten, welche zur
Existenz erforderlich sind, ab; sie abstrahirt von dem, was zum
Begriffe in seiner Realisation hinzukommt, wodurch er erstlich zur
Idee, und zweitens zur uerlichen Existenz heraustritt.  Die
_Beschreibung_ ist fr die _Vorstellung_ und nimmt diesen weitern der
Realitt angehrigen Inhalt auf.  Die Definition reducirt aber diesen
Reichthum der mannigfaltigen Bestimmungen des angeschauten Daseyns
auf die einfachsten Momente; welches die Form dieser einfachen
Elemente, und wie sie gegen einander bestimmt ist, die ist in dem
Begriff enthalten.  Der Gegenstand wird hiermit, wie angegeben, als
Allgemeines gefat, welches zugleich wesentlich Bestimmtes ist.  Der
Gegenstand selbst ist das Dritte, das Einzelne, in welchem die
Gattung und die Besonderung in Eins gesetzt ist, und ein
_Unmittelbares_, welches _auer_ dem Begriffe, da er noch nicht
selbstbestimmend ist, gesetzt ist.

In jenen Bestimmungen, dem Formunterschiede der Definition, findet
der Begriff sich selbst, und hat darin die ihm entsprechende Realitt.
Aber weil die Reflexion der Begriffs-Momente in sich selbst, die
Einzelnheit, in dieser Realitt noch nicht enthalten, weil somit das
Objekt, insofern es im Erkennen ist, noch nicht als ein subjektives
bestimmt ist, so ist das Erkennen dagegen ein subjektives und hat
einen uerlichen Anfang, oder wegen seines uerlichen Anfangs am
Einzelnen ist es ein subjektives.  Der Inhalt des Begriffs ist daher
ein gegebenes und ein Zuflliges nach der gedoppelten Seite, einmal
nach seinem Inhalte berhaupt, das andere Mal danach, welche
Inhaltsbestimmungen von den mannigfaltigen Qualitten, die der
Gegenstand im uerlichen Daseyn hat, fr den Begriff ausgewhlt
werden, und die Momente desselben ausmachen sollen.

Die letztere Rcksicht bedarf nherer Betrachtung.  Es ist nmlich,
da die Einzelnheit als das an und fr sich Bestimmtseyn auer der
eigenthmlichen Begriffsbestimmung des synthetischen Erkennens liegt,
kein Princip vorhanden, welche Seiten des Gegenstandes als zu seiner
Begriffsbestimmung und welche nur zu der uerlichen Realitt gehrig
angesehen werden sollen.  Die macht eine Schwierigkeit bei den
Definitionen aus, die fr dieses Erkennen nicht zu beseitigen ist.
Doch mu dabei ein Unterschied gemacht werden.--_Vor's Erste_ von
Produkten der selbstbewuten Zweckmigkeit lt sich leicht die
Definition auffinden, denn der Zweck, fr welchen sie dienen sollen,
ist eine Bestimmung, die aus dem subjektiven Entschlusse erzeugt ist,
und die wesentlichen Besonderung, die Form des Existirenden ausmacht,
auf welche es hier allein ankommt.  Die sonstige Natur seines
Materials oder andere uere Eigenschaften sind, insofern sie dem
Zweck entsprechen in seiner Bestimmung enthalten, die brigen sind
dafr unwesentlich.

_Zweitens_ die geometrischen Gegenstnde sind abstrakte
Raumbestimmungen; die zum Grunde liegende Abstraktion, der sogenannte
absolute Raum, hat alle weitern konkreten Bestimmungen verloren, und
hat nun ferner nur solche Gestalten und Figurationen, als in ihm
gesetzt werden; _sie sind_ daher wesentlich nur, was sie seyn
_sollen_; ihre Begriffsbestimmung berhaupt, und nher die
specifische Differenz hat an ihnen ihre einfache ungehinderte
Realitt; sie sind insofern dasselbe, was die Produkte der uern
Zweckmigkeit, wie sie auch mit den arithmetischen Gegenstnden
darin bereinkommen, in welchen gleichfalls nur die Bestimmung zum
Grunde liegt, die in ihnen gesetzt worden.--Der Raum hat zwar noch
weitere Bestimmungen, die Dreiheit seiner Dimensionen, seine
Kontinuitt und Theilbarkeit, welche nicht durch die uerliche
Bestimmung an ihm erst gesetzt werden.  Diese gehren aber zu dem
aufgenommenen Material, und sind unmittelbar Voraussetzungen; erst
die Verknpfung und Verwickelung jener subjektiven Bestimmungen mit
dieser eigenthmlichen Natur ihres Bodens, in welchen sie eingetragen
worden, bringt synthetische Verhltnisse und Gesetze hervor.--Bei den
Zahlbestimmungen, da ihnen das einfache Princip des _Eins_ zu Grunde
liegt, ist die Verknpfung und weitere Bestimmung ganz nur ein
Gesetztes, die Bestimmungen hingegen im Raume, der fr sich ein
kontinuirliches _Auereinander_ ist, verlaufen sich noch weiter, und
haben eine von ihrem Begriffe verschiedene Realitt, die aber nicht
mehr zur unmittelbaren Definition gehrt.

_Drittens_ aber sieht es mit den Definitionen _konkreter_ Objekte der
Natur sowohl als auch des Geistes ganz anders aus.  Solche
Gegenstnde sind berhaupt fr die Vorstellung _Dinge von vielen
Eigenschaften_.  Es kommt hier zunchst darauf an, aufzufassen, was
ihre nchste Gattung, und dann, was ihre specifische Differenz ist.
Es ist daher zu bestimmen, welche der vielen Eigenschaften dem
Gegenstande als Gattung, und welche ihm als Art zukomme, ferner
welche unter diesen Eigenschaften die wesentliche sey; und zu dem
Letztern gehrt, zu erkennen, in welchem Zusammenhange sie mit
einander stehen, ob die eine schon mit der andern gesetzt sey.  Dafr
aber ist kein anderes Kriterium noch vorhanden, als das _Daseyn_
selbst.--Die Wesentlichkeit der Eigenschaft ist fr die Definiton,
worin sie als einfache, unentwickelte Bestimmtheit gesetzt seyn soll,
ihre Allgemeinheit.  Diese aber ist im Daseyn die blo empirische;
--Allgemeinheit in der Zeit, ob die Eigenschaft dauernd ist, whrend
die anderen sich als vergnglich in dem Bestehen des Ganzen zeigen;
--oder eine Allgemeinheit, die aus Vergleichung mit anderen konkreten
Ganzen hervorgeht, und insofern nicht ber die Gemeinschaftlichkeit
hinauskommt.  Wenn nun die Vergleichung den totalen Habitus, wie er
sich empirisch darbietet, als gemeinschaftliche Grundlage angiebt, so
hat die Reflexion denselben in eine einfache Gedankenbestimmung
zusammenzubringen, und den einfachen Charakter solcher Totalitt
aufzufassen.  Aber die Beglaubigung, da eine Gedankenbestimmung oder
eine einzelne der unmittelbaren Eigenschaften das einfache und
bestimmte Wesen des Gegenstandes ausmachte, kann nur eine _Ableitung_
solcher Bestimmung aus der konkreten Beschaffenheit seyn.  Die
erforderte aber eine Analyse, welche die unmittelbaren
Beschaffenheiten in Gedanken verwandelt, und das Konkrete derselben
auf ein Einfaches zurckfhrt; eine Analyse, die hher ist als die
betrachtete, weil sie nicht abstrahirend seyn, sondern in dem
Allgemeinen das Bestimmte des Konkreten noch erhalten, dasselbe
vereinigen und von der einfachen Gedankenbestimmung abhngig zeigen
sollte.

Die Beziehungen der mannigfaltigen Bestimmungen des unmittelbaren
Daseyns auf den einfachen Begriff wren aber Lehrstze, die des
Beweises bedrften.  Die Definition aber als der erste, noch
unentwickelte Begriff, indem sie die einfache Bestimmtheit des
Gegenstandes auffassen, und die Auffassen etwas Unmittelbares seyn
soll, kann dazu nur eine seiner _unmittelbaren_ sogenannten
Eigenschaften,--eine Bestimmung des sinnlichen Daseyns oder der
Vorstellung, gebrauchen; ihre durch die Abstraktion geschehene
Vereinzelung macht dann die Einfachheit aus, und fr die
Allgemeinheit und Wesentlichkeit ist der Begriff an die empirische
Allgemeinheit, das Beharren unter vernderten Umstnden und die
Reflexion verwiesen, die im uerlichen Daseyn und in der Vorstellung,
d. h. da die Begriffsbestimmung sucht, wo sie nicht zu finden ist.
--Das Definiren thut daher auch auf eigentliche Begriffsbestimmungen,
die wesentlich die Principien der Gegenstnde wren, von selbst
Verzicht, und begngt sich mit _Merkmalen_, d. i.  Bestimmungen, bei
denen die _Wesentlichkeit_ fr den Gegenstand selbst gleichgltig ist,
und die vielmehr nur den Zweck haben, da sie fr eine uere
Reflexion _Merkzeichen_ sind.--Eine solche einzelne, _uerliche_
Bestimmtheit steht mit der konkreten Totalitt und mit der Natur
ihres Begriffs zu sehr in Unangemessenheit, als da sie fr sich
gewhlt und dafr genommen werden knnte, da ein konkretes Ganzes
seinen wahrhaften Ausdruck und Bestimmung in ihr htte.--Nach
_Blumenbachs_ Bemerkung z.B. ist das Ohrlppchen etwas, das allen
anderen Thieren fehlt, das also nach den gewhnlichen Redensarten von
gemeinsamen und unterscheidenden Merkmalen mit allem Recht als der
distinktive Charakter in der Definition des physischen Menschen
gebraucht werden knnte.  Aber wie unangemessen zeigt sich sogleich
eine solche ganz uerliche Bestimmung mit der Vorstellung des
totalen Habitus des physischen Menschen, und mit der Forderung, da
die Begriffsbestimmung etwas Wesentliches seyn soll!  Es ist etwas
ganz Zuflliges, wenn die in die Definition aufgenommenen Merkmale
nur solche reine Nothbehelfe sind, oder aber sich der Natur eines
Princips mehr nhern.  Es ist ihnen um ihrer uerlichkeit willen
auch anzusehen, da von ihnen in der Begriffserkenntni nicht
angefangen worden ist; vielmehr ist ein dunkles Gefhl, ein
unbestimmter aber tieferer Sinn, eine Ahnung des Wesentlichen, der
Erfindung der Gattungen in der Natur und im Geiste vorangegangen, und
darum erst fr den Verstand eine bestimme uerlickeit aufgesucht
worden.--Der Begriff, indem er im Daseyn in die uerlichkeit
getreten ist, ist er in seine Unterschiede entfaltet, und kann nicht
an eine einzelne solcher Eigenschaften schlechthin gebunden seyn.
Die Eigenschaften als die uerlichkeit des Dinges sind sich selbst
uerlich; es ist in der Sphre der Erscheinung bei dem Dinge von
vielen Eigenschaften aufgezeigt worden, da sie deswegen wesentlich
sogar zu selbststndigen Materien werden; der Geist wird, von
demselben Standpunkte der Erscheinung aus betrachtet, zu einem
Aggregate von vielen selbststndigen Krften.  Die einzelne
Eigenschaft oder Kraft hrt durch diesen Standpunkt selbst, wo sie
gleichgltig gegen die andern gesetzt wird, auf, charakterisirendes
Princip zu seyn, womit mit der Bestimmtheit, als Bestimmtheit des
Begriffs, berhaupt verschwindet.

Noch tritt an den konkreten Dingen neben der Verschiedenheit der
Eigenschaften gegeneinander der Unterschied zwischen _Begriff_ und
seiner _Verwirklichung_ ein.  Der Begriff in der Natur und im Geiste
hat eine uerliche Darstellung, worin seine Bestimmtheit sich als
Abhngigkeit von uerem, Vergnglichkeit und Unangemessenheit zeigt.
Etwas Wirkliches zeigt daher wohl an sich, was es seyn _soll_, aber
es kann auch nach dem negativen Begriffsurtheil ebenso sehr zeigen,
da seine Wirklichkeit diesem Begriffe nur unvollstndig entspricht,
da sie _schlecht_ ist.  Indem die Definition nun in einer
unmittelbaren Eigenschaft die Bestimmtheit des Begriffes angeben soll,
so giebt es keine Eigenschaft, gegen welche nicht eine Instanz
beigebracht werden knne, in der der ganze Habitus zwar das zu
definirende Konkrete erkennen lt, die Eigenschaft aber, welche fr
dessen Charakter genommen wird, sich unreif oder verkmmert zeigt.
In einer schlechten Pflanze, einer schlechten Thiergattung, einem
verchtlichen Menschen, einem schlechten Staate sind Seiten der
Existenz mangelhaft oder ganz obliterirt, welche sonst fr die
Definition als das Unterscheidende und die wesentliche Bestimmtheit
in der Existenz eines solchen Konkreten genommen werden konnten.
Eine schlechte Pflanze, Thier u. s. f. bleibt aber immer noch eine
Pflanze, Thier u. s. f.  Soll daher auch das Schlechte in die
Definition aufgenommen seyn, so entgehen den empirischen Herumsuchen
alle Eigenschaften, welche es als wesentlich ansehen wollte, durch
die Instanzen von Migeburten, denen dieselben fehlen, z.B. die
Wesentlichkeit des Gehirns fr den physischen Menschen, durch die
Instanz der Akephalen, die Wesentlichkeit des Schutzes von Leben und
Eigenthum fr den Staat, durch die Instanz despotischer Staaten und
tyrannischer Regierungen.--Wenn gegen die Instanz der Begriff
behauptet, und sie an demselben gemessen fr ein schlechtes Exemplar
ausgegeben wird, so hat er seine Beglaubigung nicht mehr an der
Erscheinung.  Die Selbststndigkeit des Begriffes ist aber dem Sinne
der Definition zuwider, welche der _unmittelbare_ Begriff seyn soll,
daher ihre Bestimmungen fr die Gegenstnde nur aus der
Unmittelbarkeit des Daseyns aufnehmen und sich nur an dem
Vorgefundenen rechtfertigen kann.--Ob ihr Inhalt _an und fr sich_
Wahrheit oder Zuflligkeit sey, die liegt auer ihrer Sphre; die
formelle Wahrheit aber, die bereinstimmung des in der Definition
subjektiv gesetzten Begriffs und eines auer ihm wirklichen
Gegenstandes kann darum nicht ausgemacht werden, weil der einzelne
Gegenstand auch schlecht seyn kann.

Der Inhalt der Definition ist berhaupt aus dem unmittelbaren Daseyn
genommen, und weil er unmittelbar ist, hat er keine Rechtfertigung;
die Frage nach dessen Nothwendigkeit ist durch den Ursprung beseitigt;
darin, da sie den Begriff als ein blo Unmittelbares ausspricht,
ist darauf Verzicht gethan, ihn selbst zu begreifen.  Sie stellt
daher nichts dar als die Formbestimmung des Begriffs an einem
gegebenen Inhalt, ohne die Reflexion des Begriffes in sich selbst, d.
h. _ohne sein Frsichseyn_.

Aber die Unmittelbarkeit berhaupt geht nur aus der Vermittelung
hervor, sie mu daher zu dieser bergehen.  Oder die
Inhaltsbestimmtheit, welche die Definition enthlt, ist darum, weil
sie Bestimmtheit ist, nicht nur ein Unmittelbares, sondern durch ihre
andere Vermitteltes; die Definition kann daher ihren Gegenstand nur
durch die entgegengesetzte Bestimmung fassen, und mu daher zur
_Eintheilung_ bergehen.


2. Die Eintheilung


Das Allgemeine mu sich _besondern_; insofern liegt die
Nothwendigkeit der Eintheilung in dem Allgemeinen.  Indem aber die
Definition schon selbst mit dem Besondern anfngt, so liegt ihre
Nothwendigkeit, zur Eintheilung berzugehen, im Besondern, das fr
sich auf ein anderes Besonderes hinweist.  Umgekehrt scheidet sich
eben darin das Besondere, indem die Bestimmtheit im Bedrfnisse ihres
Unterschiedes von der ihr andern festgehalten wird, von dem
Allgemeinen ab; dieses wird hiermit fr die Eintheilung
_vorausgesetzt_.  Der Gang ist daher zwar dieser, da er der einzelne
Inhalt der Definition durch die Besonderheit zum Extrem der
Allgemeinheit aufsteigt, aber diese mu nunmehr als die objektive
Grundlage angenommen werden, und von ihr aus stellt sich die
Eintheilung als Disjunktion des Allgemeinen, als des Ersten, dar.

Hiermit ist ein bergang eingetreten, der, da er vom Allgemeinen zum
Besondern geschieht, durch die Form des Begriffs bestimmt ist.  Die
Definition fr sich ist etwas Einzelnes; eine Mehrheit von
Definitionen gehrt der Mehrheit der Gegenstnde an.  Der dem Begriff
angehrige Fortgang vom Allgemeinen zum Besondern ist Grundlage und
Mglichkeit einer _synthetischen Wissenschaft_, eines _Systems und
systematischen Erkennens_.

Die erste Erforderni hierfr ist, wie gezeigt, da der Anfang mit
dem Gegenstande in der Form eines _Allgemeinen_ gemacht werde.  Wenn
in der Wirklichkeit, es sey der Natur oder des Geistes, die konkrete
Einzelnheit dem subjektiven, natrlichen Erkennen als das Erste
gegeben ist, so mu dagegen in dem Erkennen, das wenigstens insofern
ein Begreifen ist, als es die Form des Begriffes zur Grundlage hat,
das _Einfache_, von dem Konkreten _Ausgeschiedene_ das Erste seyn,
weil der Gegenstand nur in dieser Form die Form des sich auf sich
beziehenden Allgemeinen und des dem Begriffe nach Unmittelbaren hat.
Gegen diesen Gang im Wissenschaftlichen kann etwa gemeint werden,
weil das Anschauen leichter sey als das Erkennen, so sey auch das
Anschaubare, also die konkrete Wirklichkeit zum Anfang der
Wissenschaft zu machen, und dieser Gang sey _naturgemer_ als der,
welcher vom Gegenstand in seiner Abstraktion beginnt, und von da
umgekehrt zu dessen Besonderung und konkreten Vereinzelung fortgeht.
--Indem aber _erkannt_ werden soll, so ist die Vergleichung mit der
_Anschauung_ bereits entschieden und aufgegeben; und es kann nur die
Frage seyn, was _innerhalb des Erkennens_ das Erste und wie die Folge
beschaffen seyn soll; es wird nicht mehr ein _naturgemer_, sondern
ein _erkenntnigemer_ Weg verlangt.--Wenn blo nach der
_Leichtigkeit_ gefragt wird, so erhellt ohnehin von selbst, da es
dem Erkennen leichter ist, die abstrakte einfache Gedankenbestimmung
zu fassen, als das Konkrete, welches eine vielfache Verknpfung von
solchen Gedankenbestimmungen und deren Verhltnissen ist; und in
dieser Art, nicht mehr wie es in der Anschauung ist, soll es
aufgefat werden.  An und fr sich ist das _Allgemeine_ das erste
Begriffs-Moment, weil es das _Einfache_ ist, und das Besondere erst
das nachfolgende, weil es das Vermittelte ist; und umgekehrt ist das
_Einfache_ das Allgemeinere, und das Konkrete als das in sich
Unterschiedene, hiermit Vermittelte, dasjenige, das den bergang von
einem Ersten schon voraussetzt.--Diese Bemerkung betrifft nicht nur
die Ordnung des Ganges in den bestimmten Formen von Definitionen,
Eintheilungen und Stzen, sondern auch die Ordnung des Erkennens im
Allgemeinen, und blo in Rcksicht auf den Unterschied von Abstrakten
und Konkreten berhaupt.--Daher wird auch z.B. beim _Lesenlernen_
vernnftigerweise nicht mit dem Lesen ganzer Worte oder auch der
Sylben der Anfang gemacht, sondern mit den _Elementen_ der Wrter und
Sylben, und den Zeichen der _abstrakten_ Tne; in der
Buchstabenschrift ist die Analyse des konkreten Wortes in seine
abstrakten Tne und deren Zeichen schon vollbracht, das Lesenlernen
wird ebendadurch eine erste Beschftigung mit abstrakten Gegenstnden.
In der _Geometrie_ ist nicht der Anfang mit einer konkreten
Raumgestalt, sondern mit dem Punkte und der Linie und dann weiter mit
ebenen Figuren zu machen, und unter diesen nicht mit Polygonen,
sondern mit dem Dreiecke, unter den krummen Linien mit dem Kreise.
In der _Physik_ sind die einzelnen Natureigenschaften oder Materien
von ihren mannigfaltigen Verwickelungen, in denen sie sich in
konkreter Wirklichkeit befinden, zu befreien, und mit den einfachen,
nothwendigen Bedingungen darzustellen; auch sie, wie die Raumfiguren,
sind ein Anschaubares, aber ihre Anschauung ist so vorzubereiten, da
sie zuerst von allen Modifikationen durch Umstnde, die ihrer eigenen
Bestimmtheit uerlich sind, befreit erscheinen und festgehalten
werden.  Magnetismus, Elektricitt, Gasarten u. s. f. sind solche
Gegenstnde, deren Erkenntni allein dadurch ihre Bestimmtheit erhlt,
da sie aus den konkreten Zustnden, in denen sie an der
Wirklichkeit erscheinen, herausgenommen, aufgefat werden.  Das
Experiment stellt sie fr die Anschauung freilich in einem konkreten
Falle dar; aber Theils mu es, um wissenschaftlich zu seyn, nur die
nothwendigen Bedingungen dazu nehmen, Theils sich vervielfltigen, um
das untrennbare Konkrete dieser Bedingungen als unwesentlich zu
zeigen, dadurch da sie in einer andern konkreten Gestalt und wieder
in anderer erscheinen, hiermit fr die Erkenntni nur ihre abstrakte
Form brig bleibt.--Um noch eines Beispiels zu erwhnen, so konnte es
als naturgem und sinnreich erscheinen, die _Farbe_ zuerst in der
konkreten Erscheinung des animalischen subjektiven Sinnes, alsdann
auer dem Subjekt als eine gespenstartige, schwebende Erscheinung,
und endlich in uerlicher Wirklichkeit an Objekten fixirt, zu
betrachten.  Allein fr das Erkennen ist die allgemeine, und hiermit
wahrhaft erste Form, die mittlere unter den genannten, wie die Farbe
auf der Schwebe zwischen der Subjektivitt und Objektivitt als das
bekannte Spektrum steht, noch ohne alle Verwickelung mit subjektiven
und objektiven Umstnden.  Letztere sind fr die reine Betrachtung
der Natur dieses Gegenstandes zunchst nur strend, weil sie als
wirkende Ursachen sich verhalten und es daher unentschieden machen,
ob die bestimmten Vernderungen, bergnge und Verhltnisse der
Farbe in deren eigener specifischen Natur gegrndet, oder vielmehr
der krankhaften specifischen Beschaffenheit jener Umstnde, den
gefunden und krankhaften besonderen Affektionen und Wirkungen der
Organe des Subjekts, oder den chemischen, vegetabilischen,
animalischen Krften der Objekte zuzuschreiben sind.--Mehrere und
anderer Beispiele knnten aus der Erkenntni der organischen Natur
und der Welt des Geistes angefhrt werden; allenthalben mu das
Abstrakte den Anfang und das Element ausmachen, in welchem und von
welchem aus sich die Besonderheiten und die reichen Gestalten des
Konkreten ausbreiten.

Bei der Eintheilung oder dem Besondern tritt nun zwar eigentlich der
Unterschied desselben von dem Allgemeinen ein, aber die Allgemeine
ist schon selbst ein Bestimmtes, und damit nur ein Glied einer
Eintheilung.  Es giebt daher ein hheres Allgemeines fr dasselbe;
fr die aber von neuem ein hheres, und so zunchst fort ins
Unendliche.  Fr das hier betrachtete Erkennen ist keine immanente
Grenze, da es vom Gegebenen ausgeht, und die Form der abstrakten
Allgemeinheit seinem Ersten eigenthmlich ist.  Irgend ein Gegenstand
also, welcher eine elementarische Allgemeinheit zu haben scheint,
wird zum Gegenstande einer bestimmten Wissenschaft gemacht, und ist
ein absoluter Anfang insofern, als die Bekanntschaft der
_Vorstellung_ mit ihm _vorausgesetzt_ wird, und er fr sich als
keiner Ableitung bedrftig genommen wird.  Die Definition nimmt ihn
als einen unmittelbaren.

Der weitere Fortgang von ihm ist zunchst _die Eintheilung_.  Fr
diesen Fortgang wrde nur ein immanentes Princip, d. h. ein Anfang
aus dem Allgemeinen und dem Begriffe erfordert; das hier betrachtete
Erkennen ermangelt aber eines solchen, weil es nur der Formbestimmung
des Begriffes ohne ihre Reflexion-in-sich nachgeht, daher die
Inhaltsbestimmtheit aus dem Gegebenen nimmt.  Fr das Besondere, das
in der Eintheilung eintritt, ist kein eigener Grund vorhanden, weder
in Ansehung dessen, was den Eintheilungsgrund ausmachen, noch in
Ansehung des bestimmten Verhltnisses, das die Glieder der
Disjunktion zu einander haben sollen.  Das Geschft des Erkennens
kann daher in dieser Rcksicht nur darin bestehen, Theils das im
empirischen Stoffe aufgefundene Besondere zu ordnen, Theils auch
allgemeine Bestimmungen desselben durch die Vergleichung zu finden.
Die letzteren gelten alsdann als Eintheilungsgrnde, deren
vielfltige seyn knnen, so wie auch der Eintheilungen ebenso
mannigfaltige danach Statt haben.  Das Verhltni der Glieder einer
Eintheilung zu einander, der Arten, hat nur diese allgemeine
Bestimmung, da _sie nach dem angenommenen Eintheilungsgrund_
bestimmt gegen einander seyen; beruhte ihre Verschiedenheit auf einer
andern Rcksicht, so wrden sie nicht auf gleicher Linie einander
koordinirt seyn.

Wegen des ermangelnden Princips des Frsich-selbst-Bestimmtseyns
knnen die Gesetze fr dieses Eintheilungsgeschft nur in formellen,
leeren Regeln bestehen, die zu nichts fhren.--So sehen wir als Regel
aufgestellt, da die Eintheilung den Begriff _erschpfen_ solle; aber
in der That mu jedes einzelne Eintheilungsglied _den Begriff_
erschpfen.  Es ist aber eigentlich die _Bestimmtheit_ desselben
gemeint, welche erschpft werden soll; allein bei der empirischen, in
sich bestimmungslosen Mannigfaltigkeit der Arten trgt es zur
Erschpfung des Begriffs nichts bei, ob deren mehr oder weniger
vorgefunden werden; ob z.B. zu den 67 Arten von Papageyen noch ein
Dutzend weiter aufgefunden werden, ist fr die Erschpfung der
Gattung gleichgltig.  Die Forderung der Erschpfung kann nur den
tautologischen Satz bedeuten, da alle Arten _vollstndig_ aufgefhrt
werden sollen.--Bei der Erweiterung der empirischen Kenntnisse kann
es sich nun sehr wohl zutragen, da sich Arten finden, welche nicht
unter die angenommene Bestimmung der Gattung passen, weil diese
hufig mehr nach einer dunkeln Vorstellung des ganzen Habitus
angenommen wird, als nach dem mehr oder weniger einzelnen Merkmal,
welches ausdrcklich fr ihre Bestimmung dienen soll.--In solchem
Falle mte die Gattung gendert, und es mte gerechtfertigt werden,
da eine andere Anzahl von Arten als Arten Einer neuen Gattung
anzusehen seyen, das heit, die Gattung bestimmte sich aus dem, was
man aus irgend einer Rcksicht, die man als Einheit annehmen will,
zusammenstellt; diese Rcksicht selbst wrde dabei der
Eintheilungsgrund.  Umgekehrt, wenn an der zuerst angenommenen
Bestimmtheit als dem Eigenthmlichen der Gattung festgehalten wird,
schlsse sich jener Stoff, den man als Arten mit frhern in Eins
zusammenstellen wollte, aus.  Dieses Treiben ohne Begriff, welches
das eine Mal eine Bestimmtheit als wesentliches Moment der Gattung
annimmt, und die Besonderen danach ihr unterstellt oder davon
ausschliet, das andere Mal bei dem Besonderen anfngt und in dessen
Zusammenstellung sich wieder von einer andern Bestimmtheit leiten
lt, giebt die Erscheinung eines Spiels der Willkr, der es
anheimgestellt sey, welchen Theil oder welche Seite des Konkreten sie
festhalten, und hienach ordnen will.--Die physische Natur bietet von
selbst eine solche Zuflligkeit in den Principien der Eintheilung dar;
vermge ihrer abhngigen, uerlichen Wirklichkeit steht sie in dem
mannigfaltigen, fr sie gleichfalls gegebenen Zusammenhange; daher
sich eine Menge Principien vorfinden, nach denen sie sich zu bequemen
hat, in einer Reihe ihrer Formen also dem einen, in anderen Reihen
aber anderen nachfolgt, und ebenso wohl auch vermischte Zwitterwesen,
die nach den verschiedenen Seiten zugleich hingehen, hervorbringt,
Hierdurch geschieht es, da an einer Reihe von Naturdingen Merkmale
als sehr bezeichnend und wesentlich hervortreten, die an andern
unscheinbar und zwecklos werden, und damit das Festhalten an einem
Eintheilungs-Princip dieser Art unmglich wird.

Die allgemeine _Bestimmtheit_ der empirischen Arten kann nur diese
seyn, da sie von einander _verschieden_ berhaupt sind, ohne
entgegengesetzt zu seyn.  Die _Disjunktion_ des _Begriffs_ ist frher
in ihrer Bestimmtheit aufgezeigt worden; wenn die Besonderheit ohne
die negative Einheit des Begriffs als eine unmittelbare und gegebene
aufgenommen wird, so bleibt der Unterschied nur bei der frher
betrachteten Reflexions-Form der Verschiedenheit berhaupt.  Die
uerlichkeit, in welcher der Begriff in der Natur vornehmlich ist,
bringt die gnzliche Gleichgltigkeit des Unterschiedes herein; eine
hufige Bestimmung fr die Eintheilung wird daher von der _Zahl_
hergenommen.

So zufllig das Besondere hier gegen das Allgemeine und daher die
Eintheilung berhaupt ist, so kann es einem _Instinkte_ der Vernunft
zugeschrieben werden, wenn man Eintheilungsgrnde und Eintheilungen
in diesem Erkennen findet, welche, so weit sinnliche Eigenschaften es
zulassen, sich dem Begriffe gemer zeigen.  Z. B. bei den _Thieren_
werden die Frewerkzeuge, Zhne und Klauen, als ein
weitdurchgreifender Eintheilungsgrund in den Systemen gebraucht; sie
werden zunchst nur als Seiten genommen, an denen sich die Merkmale
fr den subjektiven Behuf des Erkennens leichter auszeichnen lassen.
In der That liegt aber in jenen Organen nicht nur ein Unterscheiden,
das einer uern Reflexion zukommt, sondern sie sind der Lebenspunkt
der animalischen Individualitt, wo sie sich selbst von dem Andern
der ihr uerlichen Natur als sich auf sich beziehende und von der
Kontinuitt mit Anderem ausscheidende Einzelnheit setzt.--Bei der
_Pflanze_ machen die Befruchtungstheile denjenigen hchsten Punkt des
vegetabilischen Lebens aus, wodurch sie auf den bergang in die
Geschlechts-Differenz, und damit in die individuelle Einzelnheit
hindeutet.  Das System hat sich daher mit Recht fr einen zwar nicht
aus-, doch weitreichenden Eintheilungsgrund an diesen Punkt gewendet,
und dadurch eine Bestimmtheit zu Grunde gelegt, welche nicht blo
eine Bestimmtheit fr die uerliche Reflexion zur Vergleichung,
sondern die hchste an und fr sich ist, deren die Pflanze fhig ist.


3. Der Lehrsatz.


1. Die dritte Stufe dieses nach den Begriffsbestimmungen
fortschreitenden Erkennens ist der bergang der Besonderheit in die
Einzelnheit; diese macht den Inhalt des _Lehrsatzes_ aus.  Was hier
also zu betrachten ist, ist _die sich auf sich beziehende
Bestimmtheit_, der Unterschied des Gegenstandes in sich selbst, und
die Beziehung der unterschiedenen Bestimmtheiten auf einander.  Die
Definition enthlt nur _Eine Bestimmtheit_, die Eintheilung die
Bestimmtheit _gegen andere_; in der Vereinzelung ist der Gegenstand
in sich selbst aus einander gegangen.  Insofern die Definition beim
allgemeinen Begriffe stehen bleibt, so ist dagegen in den Lehrstzen
der Gegenstand in seiner Realitt, in den Bedingungen und Formen
seines reellen Daseyns erkannt.  Mit der Definition zusammen stellt
er daher die _Idee_ dar, welche die Einheit des Begriffs und der
Realitt ist.  Aber das hier betrachtete, noch im Suchen begriffene
Erkennen kommt zu dieser Darstellung insofern nicht, als die Realitt
bei demselben nicht aus dem Begriffe hervorgeht, also ihre
Abhngigkeit hiervon und damit die Einheit selbst nicht erkannt wird.

Der Lehrsatz nun nach der angegebenen Bestimmung ist das eigentlich
_Synthetische_ eines Gegenstandes, insofern die Verhltnisse seiner
Bestimmtheiten _nothwendig_, das ist, in _der innern Identitt_ des
Begriffes gegrndet sind.  Das Synthetische in der Definition und
Eintheilung ist eine uerlich aufgenommene Verknpfung; das
Vorgefundene wird in die Form des Begriffes gebracht, aber als
vorgefunden wird der ganze Inhalt nur _monstrirt_; der Lehrsatz aber
soll _demonstrirt_ werden.  Da dieses Erkennen den Inhalt seiner
Definitionen und der Eintheilungsbestimmungen _nicht deducirt_, so
scheint es, knnte es sich auch das _Beweisen_ derjenigen
Verhltnisse ersparen, welche die Lehrstze ausdrcken, und sich in
dieser Rcksicht gleichfalls mit der Wahrnehmung begngen.  Allein
wodurch sich das Erkennen von der bloen Wahrnehmung und der
Vorstellung unterscheidet, ist die _Form des Begriffs_ berhaupt, die
es dem Inhalte ertheilt; die wird in der Definition und Eintheilung
geleistet; aber da der Inhalt des Lehrsatzes von dem Begriffs-Momente
der _Einzelnheit_ herkommt, so besteht er in Realitts-Bestimmungen,
welche nicht mehr blo die einfachen und unmittelbaren
Begriffsbestimmungen zu ihrem Verhltnisse haben; in der Einzelnheit
ist der Begriff zum _Andersseyn_, zur Realitt, wodurch er Idee wird,
bergegangen.  Die Synthesis, die im Lehrsatze enthalten ist, hat
somit nicht mehr die Form des Begriffs zu ihrer Rechtfertigung; sie
ist eine Verknpfung als von _Verschiedenen_; die noch nicht damit
gesetzte Einheit ist daher erst aufzuzeigen, das Beweisen wird also
hier diesem Erkennen selbst nothwendig.

Zunchst bietet sich hierbei nun die Schwierigkeit dar, bestimmt zu
_unterschieden_, welche von den _Bestimmungen des Gegenstandes in die
Definitionen_ aufgenommen werden knnen, oder aber in die _Lehrstze_
zu verweisen sind.  Es kann hierber kein Princip vorhanden seyn; ein
solches scheint etwa darin zu liegen, da das, was einem Gegenstande
unmittelbar zukomme, der Definition angehre, von dem brigen aber
als einem Vermittelten die Vermittelung erst aufzuzeigen sey.  Allein
der Inhalt der Definition ist ein bestimmter berhaupt, und dadurch
selbst wesentlich ein vermittelter; er hat nur eine _subjektive_
Unmittelbarkeit; das heit das Subjekt macht einen willkrlichen
Anfang, und lt einen Gegenstand als Voraussetzung gelten.  Indem
die nun ein in sich konkreter Gegenstand berhaupt ist, und auch
eingetheilt werden mu, so ergiebt sich eine Menge von Bestimmungen,
welche ihrer Natur nach vermittelte sind, und nicht durch ein Princip,
sondern nur nach subjektiver Bestimmung als unmittelbare und
unerwiesene angenommen werden.--Auch bei _Euklid_, welcher von jeher
als der Meister in dieser synthetischen Art des Erkennens mit Recht
anerkannt worden, findet sich unter dem Namen eines _Axioms_ eine
_Voraussetzung_ ber die _Parallel-Linien_, welche man fr des
Beweises bedrftig gehalten, und den Mangel auf verschiedene Weise zu
ergnzen versucht hat.  In manchen anderen Lehrstzen hat man
Voraussetzungen zu entdecken geglaubt, welche nicht unmittelbar
htten angenommen werden sollen, sondern zu beweisen gewesen wren.
Was jenes Axiom ber die Parallel-Linien betrifft, so lt sich
darber bemerken, da wohl darin gerade der richtige Sinn Euklides zu
erkennen ist, der das Element, so wie die Natur seiner Wissenschaft
genau gewrdigt hatte; der Beweis jenes Axioms wre aus dem
_Begriffe_ der Parallel-Linien zu fhren gewesen; aber ein solches
Beweisen gehrt so wenig in seine Wissenschaft, als die Deduktion
seiner Definitionen, Axiome und berhaupt seines Gegenstandes, des
Raums selbst und der nchsten Bestimmungen desselben, der Dimensionen;
--weil eine solche Deduktion nur aus dem Begriffe gefhrt werden kann,
dieser aber auerhalb des Eigenthmlichen der euklidischen
Wissenschaft liegt, so sind es fr dieselbe nothwendig
_Voraussetzungen_, relative Erste.

Die _Axiome_, um derselben bei dieser Gelegenheit zu erwhnen,
gehren zu derselben Klasse.  Sie pflegen mit Unrecht gewhnlich als
absolut-Erste genommen zu werden, als ob sie an und fr sich keines
Beweises bedrften.  Wre die in der That der Fall, so wrden sie
bloe Tautologien seyn, da nur in der abstrakten Identitt keine
Verschiedenheit Statt findet, also auch keine Vermittelung
erforderlich ist.  Sind die Axiome aber mehr als Tautologien, so sind
sie _Stze_ aus irgend _einer andern Wissenschaft_, weil sie fr
diejenige Wissenschaft, der sie als Axiome dienen, Voraussetzungen
seyn sollen.  Sie sind daher eigentlich _Lehrstze_, und zwar meist
aus der Logik.  Die Axiome der Geometrie sind dergleichen Lemmen,
logische Stze, die sich brigens den Tautologien darum nhern, weil
sie nur die Gre betreffen und daher die qualitativen Unterschiede
in ihnen ausgelscht sind; von dem Haupt-Axiome, dem rein
quantitativen Schlusse ist oben die Rede gewesen.--Die Axiome
bedrfen daher, so gut als die Definitionen und Eintheilungen, an und
fr sich betrachtet eines Beweises, und werden nur darum nicht zu
Lehrstzen gemacht, weil sie als relativ erste fr einen gewissen
Standpunkt als Voraussetzungen angenommen werden.

In Ansehung _des Inhaltes der Lehrstze_ ist nun der nhere
Unterschied zu machen, da da derselbe in einer _Beziehung_ von
_Bestimmtheiten_ der Realitt des Begriffes besteht, diese
Beziehungen mehr oder weniger unvollstndige und einzelne
Verhltnisse des Gegenstandes, oder aber ein solches Verhltni seyn
knnen, das den _ganzen Inhalt_ der Realitt befat, und dessen
bestimmte Beziehung ausdrckt.  Die _Einheit der vollstndigen
Inhaltsbestimmtheiten_ ist aber _dem Begriffe_ gleich; ein Satz, der
sie enthlt, ist daher selbst wieder die Definition, aber die nicht
nur den unmittelbar aufgenommenen, sondern den in seine bestimmten,
realen Unterschiede entwickelten Begriff, oder das vollstndige
Daseyn desselben ausdrckt.  Beides zusammen stellt daher die _Idee_
dar.

Wenn man die Lehrstze einer synthetischen Wissenschaft, und
_namentlich der Geometrie_, nher vergleicht, so wird sich dieser
Unterschied zeigen, da einige ihrer Lehrstze nur einzelne
Verhltnisse des Gegenstandes enthalten, andere aber solche
Verhltnisse, in welchen die vollstndige Bestimmtheit des
Gegenstandes ausgedrckt ist.  Es ist eine sehr oberflchliche
Ansicht, wenn die smmtlichen Stze an Werth einander gleichgeachtet
werden, weil berhaupt jeder eine Wahrheit enthalte, und im formellen
Gange, im Zusammenhange des Beweisens, gleich wesentlich sey.  Der
Unterschied in Ansehung des Inhalts der Lehrstze hngt mit diesem
Gange selbst auf's Engste zusammen; einige weitere Bemerkungen ber
den letztern werden dazu dienen, jenen Unterschied wie die Natur des
synthetischen Erkennens nher aufzuhellen.  Zunchst ist von jeher an
der euklidischen Geometrie, welche als Reprsentant der synthetischen
Methode, wovon sie das vollkommenste Muster liefert, als Beispiel
dienen soll, die Anordnung in der Folge der Lehrstze angerhmt
worden, wodurch fr jeden Lehrsatz diejenigen Stze, die zu seiner
Konstruktion und Beweis erforderlich sind, sich immer schon als
frher bewiesen vorfinden.  Dieser Umstand betrifft die formelle
Konsequenz; so wichtig diese ist, so betrifft er doch mehr die
uerliche Anordnung der Zweckmigkeit, und hat fr sich keine
Beziehung auf den wesentlichen Unterschied von Begriff und Idee, in
dem ein hheres Princip der Nothwendigkeit des Fortgangs liegt.--Die
Definitionen, mit welchen angefangen wird, fassen nmlich den
sinnlichen Gegenstand als unmittelbar gegeben auf, und bestimmen ihn
nach seiner nchsten Gattung und specifischen Differenz; welches
gleichfalls die einfachen, _unmittelbaren_ Bestimmtheiten des
Begriffs, die Allgemeinheit und Besonderheit sind, deren Verhltni
weiter nicht entwickelt ist.  Die anfnglichen Lehrstze nun knnen
selbst sich an nichts als solche unmittelbare Bestimmungen halten,
wie die in den Definitionen enthaltene sind; ingleichen kann ihre
gegenseitige _Abhngigkeit_ zunchst nur die Allgemeine betreffen,
da die eine durch die andere _bestimmt_ berhaupt ist.  So betreffen
die ersten Stze Euklid's ber die Dreiecke nur die _Kongruenz, d. h.
wie viele_ Stcke in einem Dreiecke _bestimmt seyn mssen_, damit
auch die _brigen_ Stcke eines und desselben Dreiecks, oder das
ganze _bestimmt berhaupt_ sey.  Da _zwei_ Dreiecke mit einander
verglichen und die Kongruenz auf das _Decken_ gesetzt wird, ist ein
Umweg, dessen die Methode bedarf, die das _sinnliche Decken_ statt
des _Gedankens: Bestimmtseyn_, gebrauchen mu.  Sonst fr sich
betrachtet, enthalten jene Lehrstze selbst _zwei_ Theile, deren der
eine als der _Begriff_, der andere als die _Realitt_, als das jenen
zur Realitt Vollendende angesehen werden kann.  Das vollstndig
Bestimmende nmlich, z.B. die zwei Seiten und der eingeschlossene
Winkel, ist bereits das ganze Dreieck _fr den Verstand_; es bedarf
zur vollstndigen Bestimmtheit desselben nichts weiter; die brigen
zwei Winkel und die dritte Seite ist der berflu der Realitt ber
die Bestimmtheit des Begriffs.  Was jene Lehrstze daher thun, ist
eigentlich die, da sie das sinnliche Dreieck, das allerdings dreier
Seiten und dreier _Winkel_ bedarf, auf die einfachsten Bedingungen
reduciren; die Definition hatte nur der drei Linien berhaupt erwhnt,
welche die ebene Figur einschlieen und zu einem Dreieck machen; ein
Lehrsatz enthlt erst ausdrcklich das _Bestimmtseyn_ der Winkel
durch das Bestimmtseyn der Seiten, so wie die brigen Lehrstze die
Abhngigkeit anderer dreier Stcke von dreien solchen Stcken.--Die
vllige Bestimmtheit aber der Gre des Dreiecks nach seinen Seiten
_in sich selbst_ enthlt der _pythagorische Lehrsatz_; dieser ist
erst die Gleichung der Seiten des Dreiecks, da die vorhergehenden
Seiten es nur im Allgemeinen zu einer _Bestimmtheit_ seiner Stcke
gegeneinander, nicht zu einer _Gleichung_ bringen.  Dieser Satz ist
daher die vollkommene, _reelle Definition_ des Dreiecks, nmlich
zunchst des rechtwinklichten, des in seinen Unterschieden
einfachsten und daher regelmigsten.--Euklid schliet mit diesem
Satze das erste Buch, indem er in der That eine erreichte vollkommene
Bestimmtheit ist.  So beschliet er auch das zweite, nachdem er
vorher die mit grerer Ungleichheit behafteten, nicht
rechtwinklichten Dreiecke auf das Gleichfrmige zurckgefhrt hat,
mit der Reduktion des Rektangels auf das Quadrat,--einer Gleichung
zwischen dem sich selbst Gleichen, dem Quadrat, mit dem in sich
Ungleichen, dem Rechteck; so macht die Hypotenuse, die dem rechten
Winkel, dem sich selbst Gleichen entspricht, im pythagorischen
Lehrsatze die eine Seite der Gleichung aus, und die andere das sich
Ungleiche, nmlich die _zwei_ Katheten.  Jene Gleichung zwischen dem
Quadrat und dem Rechteck liegt der _zweiten_ Definition des Kreises
zu Grunde,--die wieder der pythaorische Lehrsatz ist, nur insofern
die Katheten als vernderliche Gren angenommen werden; die erste
Gleichung des Kreises ist in eben dem Verhltnisse der _sinnlichen_
Bestimmtheit zur _Gleichung_, als die zwei verschiedenen Definitionen
der Kegelschnitte berhaupt zu einander sind.

Dieser wahrhafte synthetische Fortgang ist ein bergang vom
_Allgemeinen_ zur _Einzelnheit_, nmlich _zum an und fr sich
Bestimmten_ oder der Einheit des Gegenstandes _in sich selbst_,
insofern dieser in seine wesentlichen reellen Bestimmtheiten aus
einander gegangen und unterschieden worden ist.  Der ganz
unvollkommene, gewhnliche Fortgang aber in anderen Wissenschaften
pflegt zu seyn, da der Anfang zwar von einem Allgemeinen gemacht
wird, die _Vereinzelung_ und Konkretion desselben aber nur eine
_Anwendung_ des Allgemeinen auf anders woher hereinkommenden Stoff
ist; das eigentliche _Einzelne_ der Idee ist auf diese Weise eine
_empirische_ Zuthat.

Von welchem unvollkommenern oder vollkommenern Inhalte nun auch der
Lehrsatz sey, so mu er _bewiesen_ werden.  Er ist ein Verhltni von
reellen Bestimmungen, die nicht das Verhltni von
Begriffsbestimmungen haben; wenn sie dieses haben, wie es in den
Stzen, welche wir die _zweiten_ oder reellen _Definitionen_ genannt
haben, aufgezeigt werden kann, so sind diese eben darum einer Seits
Definitionen, aber weil ihr Inhalt zugleich aus Verhltnissen reeller
Bestimmungen, nicht blo in dem Verhltnisse eines Allgemeinen und
der einfachen Bestimmtheit besteht, sind sie im Vergleich mit solcher
ersten Definition auch des Beweises bedrftig und fhig.  Als reelle
Bestimmtheiten haben sie die Form _gleichgltig bestehender_ und
_verschiedener_; sie sind daher nicht unmittelbar eins; es ist
deswegen ihre Vermittelung aufzuzeigen.  Die unmittelbare Einheit in
der ersten Definition ist die, nach welcher das besondere im
Allgemeinen ist.

2. Die _Vermittelung_, die jetzt nher zu betrachten ist, kann nun
einfach seyn, oder durch mehrere Vermittlungen hindurch gehen.  Die
vermittelnden Glieder hngen mit den zu vermittelnden zusammen; aber
indem es nicht der Begriff ist, aus welchem die Vermittelung und der
Lehrsatz in diesem Erkennen zurckgefhrt wird, dem berhaupt der
bergang ins Entgegengesetzte fremd ist, so mssen die vermittelnden
Bestimmungen, ohne den Begriff des Zusammenhangs, als ein vorlufiges
Material zum Gerste des Beweises irgendwoher herbeigebracht werden.
Diese Vorbereitung ist die _Konstruktion_.

Unter den Beziehungen des Inhalts des Lehrsatzes, die sehr
mannigfaltig seyn knnen, mssen nun nur diejenigen angefhrt und
vorstellig gemacht werden, welche dem Beweise dienen.  Diese
Herbeischaffung des Materials hat erst ihren Sinn in diesem; an ihr
selbst erscheint sie als blind und ohne Begriff.  Hintennach beim
Beweise sieht man wohl ein, da es zweckmig war, an der
geometrischen Figur z.B. solche weitere Linien zu ziehen, als die
Konstruktion angiebt; aber bei dieser selbst mu man blindlings
gehorchen; fr sich ist diese Operation daher ohne Verstand, da der
Zweck, der sie leitet, noch nicht ausgesprochen ist.--Es ist
gleichgltig, ob es ein eigentlicher Lehrsatz oder eine Aufgabe ist,
zu deren Behuf sie vorgenommen wird; so wie sie zunchst _vor dem_
Beweis erscheint, ist sie etwas aus der im Lehrsatze oder der Aufgabe
gegebenen Bestimmung nicht Abgeleitetes, daher ein sinnloses Thun fr
denjenigen, der den Zweck noch nicht kennt, immer aber ein nur von
einem uerlichen Zwecke Dirigirtes.

Dieses zuerst noch Geheime kommt im _Beweise_ zum Vorschein.  Er
enthlt, wie angegeben, die Vermittelung dessen, was im Lehrsatze als
verbunden ausgesprochen ist; durch diese Vermittelung _erscheint_
diese Verknpfung erst als eine _nothwendige_.  Wie die Konstruktion
fr sich ohne die Subjektivitt des Begriffes ist, so ist der Beweis
ein subjektives Thun ohne Objektivitt.  Weil nmlich die
Inhaltsbestimmungen des Lehrsatzes nicht zugleich als
Begriffsbestimmungen gesetzt sind, sondern als gegebene
_gleichgltige Theile_, die in mannigfaltigen uerlichen
Verhltnissen zu einander stehen, so ist es nur der _formelle,
uerliche_ Begriff, in welchem sich die Nothwendigkeit ergiebt.  Der
Beweis ist nicht eine _Genesis_ des Verhltnisses, welches den Inhalt
des Lehrsatzes ausmacht; die Nothwendigkeit ist nur fr die Einsicht,
und der ganze Beweis zum _subjektiven Behufe des Erkennens_.  Er ist
deswegen berhaupt eine _uerliche_ Reflexion, die _von Auen nach
Innen geht_, d. h. aus uerlichen Umstnden auf die innere
Beschaffenheit des Vehltnisses schliet.  Diese Umstnde, welche die
Konstruktion dargestellt hat, sind eine _Folge_ der Natur des
Gegenstandes, hier werden sie umgekehrt zum _Grunde_ und zu den
_vermittelnden_ Verhltnissen gemacht.  Der Medius Terminus, das
Dritte, worin die im Lehrsatze verbundenen sich in ihrer Einheit
darstellen, und welches den Nerv des Beweises abgiebt, ist deswegen
nur ein solches, woran diese Verknpfung _erscheint_ und _uerlich_
ist.  Weil die _Folge_, der dieses Beweisen nachgeht, vielmehr die
umgekehrte der Natur der Sache ist, so ist das, was als _Grund_ darin
angesehen wird, ein subjektiver Grund, woraus nur fr das Erkennen
die Natur der Sache hervorgeht.

Aus dem Bisherigen erhellt die nothwendige Grenze dieses Erkennens,
welche sehr hufig verkannt worden ist.  Das glnzende Beispiel der
synthetischen Methode ist die _geometrische_ Wissenschaft,--aber
unpassender Weise ist sie auch auf andere Wissenschaften, selbst auf
die Philosophie angewendet worden.  Die Geometrie ist eine
Wissenschaft der _Gre_, daher ist das _formelle_ Schlieen ihr
auf's Passendste angehrig; da die blo quantitative Bestimmung in
ihr betrachtet und von der qualitativen abstrahirt wird, so kann sie
sich innerhalb der _formellen Identitt_, der begrifflosen Einheit
halten, welche die _Gleichheit_ ist, und der uerlichen
abstrahirenden Reflexion angehrt.  Der Gegenstand, die
Raumbestimmungen, sind schon solche abstrakte Gegenstnde, die fr
den Zweck zubereitet worden, eine vollkommene endliche, uerliche
Bestimmtheit zu haben.  Diese Wissenschaft hat durch ihren abstrakten
Gegenstand einer Seits das Erhabene, da in diesen leeren stillen
Rumen die Farbe ausgelscht, ebenso die anderen sinnlichen
Eigenschaften verschwunden sind, da ferner jedes andere Interesse
darin schweigt, das an die lebendige Individualitt nher anspricht.
Anderer Seits ist der abstrakte Gegenstand noch der _Raum,--ein
unsinnlich Sinnliches_; die _Anschauung_ ist in ihre Abstraktion
erhoben, er ist eine _Form_ der Anschauung, aber ist noch Anschauung,
--ein Sinnliches, das _Auereinander_ der Sinnlichkeit selbst; ihre
reine _Begrifflosigkeit_.--Man hat in neueren Zeiten genug von der
Vortrefflichkeit der Geometrie aus dieser Seite sprechen gehrt;--man
hat die, da sie sinnliche Anschauung zum Grunde liegen habe, fr
ihren hchsten Vorzug erklrt, und gemeint, ihre hohe
Wissenschaftlichkeit Grnde sich sogar hierauf, und ihre Beweise
beruhen auf der Anschauung.  Es ist gegen diese Flachheit die flache
Erinnerung zu machen nthig, da durch das Anschauen keine
Wissenschaft zu Stande komme, sondern allein _durchs Denken_.  Die
Anschaulichkeit, welche die Geometrie durch ihren noch sinnlichen
Stoff hat, giebt ihr allein diejenige Seite der Evidenz, welche das
_Sinnliche_ berhaupt fr den gedankenlosen Geist hat.
Klglicherweise daher hat man diese Sinnlichkeit des Stoffs ihr fr
einen Vorzug angerechnet, welche vielmehr die Niedrigkeit ihres
Standpunkts bezeichnet.  Nur der _Abstraktion_ ihres sinnlichen
Gegenstandes verdankt sie ihre Fhigkeit zu einer hhern
Wissenschaftlichkeit, und den groen Vorzug vor denjenigen Sammlungen
von Kenntnissen, die man gleichfalls Wissenschaften zu nennen beliebt,
und die konkretes, empfindbares Sinnliches zu ihrem Inhalte haben,
und nur durch die Ordnung, die sie hinein zu bringen suchen, eine
ferne Ahnung und Anspielung an die Forderungen des Begriffes zeigen.

Dadurch, da der Raum der Geometrie die Abstraktion und Leere des
Auereinanderseyns ist, ist es nur mglich, da in seine
Unbestimmtheit die Figurationen so hineingezeichnet werden, da ihre
Bestimmungen in fester Ruhe auereinander verbleiben und keinen
bergang in das Entgegengesetzte in sich haben.  Ihre Wissenschaft
ist dadurch einfache Wissenschaft _des Endlichen_, das nach der Gre
verglichen wird, und dessen Einheit die uerliche, die _Gleichheit_,
ist.  Aber indem nun bei diesem Figurieren zugleich von verschiedenen
Seiten und Principien ausgegangen wird, und die verschiedenen Figuren
fr sich entstehen, so zeigt sich bei ihrer Vergleichung doch auch
die _qualitative_ Ungleichheit und _Inkommensurabilitt_.  Die
Geometrie wird an derselben ber die _Endlichkeit_, in der sie so
geregelt und sicher fortschritt, zur _Unendlichkeit_ getrieben,--zum
Gleichsetzen solcher, die qualitativ verschieden sind.  Hier hrt
ihre Evidenz von der Seite auf, als ihr sonst die feste Endlichkeit
zu Grunde liegt, und sie nichts mit dem Begriffe und dessen
Erscheinung, jenem bergange, zu thun hat.  Die endliche
Wissenschaft ist hier an ihre Grenze gekommen, da die Nothwendigkeit
und Vermittelung des Synthetischen nicht mehr nur in der _positiven
Identitt_, sondern in der _negativen_ gegrndet ist.

Wenn die Geometrie, wie die Algebra bei ihren abstrakten, blo
verstndigen Gegenstnden bald auf ihre Grenze stt, so zeigt sich
die synthetische Methode fr _andere Wissenschaften_ von Anfang an um
so ungengender, am ungengendsten aber bei der Philosophie.  In
Ansehung der Definition und Eintheilung hat sich das Gehrige schon
ergeben; hier wre nur noch vom Lehrsatze und Beweise zu sprechen,
aber auer der Voraussetzung der Definition und Eintheilung, die den
Beweis schon fordert und voraussetzt, besteht ferner in der
_Stellung_ derselben berhaupt zu den Lehrstzen das Ungengende.
Diese Stellung ist vornehmlich merkwrdig bei den
Erfahrungswissenschaften, wie z.B. die Physik, wenn sie sich die
Form von synthetischen Wissenschaften geben wollen.  Der Weg ist dann
dieser, da die _Reflexions-Bestimmungen_ von besonderen _Krften_,
oder sonst innerlichen und wesenhaften Formen, welche aus der Weise,
die Erfahrung zu analysiren, hervorgehen, und die sich nur als
_Resultate_ rechtfertigen knnen, _an die Spitze gestellt_ werden
mssen, um an denselben die allgemeine _Grundlage_ zu haben, welche
nachher auf das _Einzelne angewendet_ und in ihm aufgezeigt wird.
Indem diese allgemeinen Grundlagen fr sich keinen Halt haben, so
soll man sie sich einstweilen _gefallen_ lassen; an den abgeleiteten
_Folgerungen_ aber merkt man erst, da diese den eigentlichen _Grund_
jener _Grundlagen_ ausmachen.  Es zeigt sich die sogenannte
_Erklrung_, und der Beweis des in Lehrstze gebrachten Konkreten
Theils als eine Tautologie, Theils als eine Verwirrung des wahren
Verhltnisses, Theils auch, da diese Verwirrung dazu diente, die
Tuschung des Erkennens zu verstecken, das Erfahrungen einseitig
aufgenommen hat, wodurch es allein seine einfachen Definitionen und
Grundstze erlangen konnte, und die Widerlegung aus der Erfahrung
damit beseitigt, da es diese nicht in ihrer konkreten Totalitt,
sondern als Beispiel und zwar nach der fr die Hypothesen und Theorie
brauchbaren Seite vornimmt und gelten lt.  In dieser Unterordnung
der konkreten Erfahrung unter die vorausgesetzten Bestimmungen wird
die Grundlage der Theorie verdunkelt und nur nach der Seite gezeigt,
welche der Theorie gem ist; so wie es berhaupt dadurch sehr
erschwert wird, die konkreten Wahrnehmungen unbefangen fr sich zu
betrachten.  Nur indem man den ganzen Verlauf auf den Kopf stellt,
erhlt das Ganze das rechte Verhltni, worin sich der Zusammenhang
von Grund und Folge, und die Richtigkeit der Umbildung der
Wahrnehmung in Gedanken bersehen lt.  Eine der
Hauptschwierigkeiten beim Studium solcher Wissenschaften ist daher,
_in sie hineinzukommen_; was nur dadurch geschehen kann, da man sich
die Voraussetzung _blindlings gefallen_ lt, und ohne weiter einen
Begriff, selbst oft kaum eine bestimmte Vorstellung, hchstens ein
verworrenes Bild der Phantasie davon sich machen zu knnen, die
Bestimmung von den angenommenen Krften, Materien und deren
hypothetischen Gestaltungen, Richtungen und Drehungen vor der Hand
ins Gedchtni einprgt.  Wenn man die Nothwendigkeit und den Begriff
der Voraussetzungen, um sie anzunehmen und gelten zu lassen, fordert,
so ist nicht ber den Anfang hinauszukommen.

ber das Unpassende der Anwendung der synthetischen Methode auf die
streng analytische Wissenschaft ist oben die Gelegenheit gewesen, zu
sprechen.  Durch _Wolf_ ist diese Anwendung auf alle mgliche Arten
von Kenntnissen ausgedehnt worden, die er zur Philosophie und
Mathematik zog,--Kenntnisse, die zum Theil ganz analytischer Natur,
zum Theil auch einer zuflligen, und blo handwerkmigen Art sind.
Der Kontrast eines solchen leicht faliche, seiner Natur nach keiner
strengen und wissenschaftlichen Behandlung fhigen Stoffes mit dem
steifen wissenschaftlichen Umwege und berzuge hat fr sich selbst
das Ungeschickte solcher Anwendung gezeigt, und um den Kredit
gebracht.  Z.B. in _Wolf's Anfangsgrnden der Baukunst heit der
achte Lehrsatz_: Ein Fenster mu so breit seyn, da zwei Personen
gemchlich neben einander in demselben liegen knnen._Beweis_: Denn
man pflegt sich fters mit einer andern Person an das Fenster zu
legen, und sich umzusehen.  Da nun der Baumeister den Hauptabsichten
des Bauherrn in Allem ein Genge thun soll (_. 1); so mu er auch das
Fenster so breit machen, da zwei Personen gemchlich neben einander
in demselb en liegen knnen.  W.z.E._Desselben Anfangsgrnde der
Fortifikation, der zweite Lehrsatz_: Wenn der Feind in der Nhe
kampirt, und man vermuthet, er werde durch einen Sukkurs die Festung
zu entsetzen suchen: so mu eine Circumvallations-Linie um die ganze
Festung herumgezogen werden._Beweis_: Die Circumvallations-Linie
hindern, da Niemand in das Lager von Auen hineindringen kann (_.
311).  Diejenigen aber, welche die Festung entsetzen wollen,
verlangen in das Lager von Auen hineinzudringen.  Wenn man sie also
abhalten will, mu eine Circumvallations-Linie um das Lager gezogen
werden.  Derowegen wenn der Feind in der Nhe kampirt, und man
vermuthet, er werde durch Sukkurs die Festung zu entsetzen suchen, so
mu das Lager in Circumvallations-Linien eingeschlossen werden.  W.z.
E.

Den Glauben an die Tauglichkeit und Wesentlichkeit dieser Methode fr
eine wissenschaftliche Strenge in der _Philosophie_ konnte jedoch
jener Mibrauch nicht benehmen; _Spinoza's_ Beispiel in Darstellung
seiner Philosophie hat noch lange als ein Muster gegolten.  In der
That aber ist durch _Kant_ und _Jacobi_ die ganze Weise der
vormaligen Metaphysik und damit ihre Methode ber den Haufen geworfen
worden.  Kant hat von dem Inhalte jener Metaphysik nach seiner Weise
gezeigt, da derselbe durch die strenge Demonstration auf
_Antinomien_, deren brige Beschaffenheit an den gehrigen Orten
beleuchtet worden ist, fhre; aber auf die Natur dieses Demonstrirens
selbst, das an einen endlichen Inhalt geknpft ist, hat er nicht
reflektirt; das eine aber mu mit dem andern fallen.  In seinen
_Anfangsgrnden der Naturwissenschaft_ hat er selbst ein Beispiel
gegeben, eine Wissenschaft, welche er auf diese Weise der Philosophie
zu vindiciren gedachte, als eine Reflexions-Wissenschaft und in der
Methode derselben zu behandeln.--Wenn Kant mehr der Materie nach die
vormalige Metaphysik angriff, so hat sie _Jacobi_ vornehmlich von
Seiten ihrer Weise zu demonstrieren angegriffen, und den Punkt,
worauf es ankommt, auf's Lichteste und Tiefste herausgehoben, da
nmlich solche Methode der Demonstration schlechthin in den Kreis der
starren Notwendigkeit des Endlichen gebunden ist, und die _Freiheit_,
das ist _der Begriff_, und damit _Alles was wahrhaft ist_, jenseits
derselben liegt, und von ihr unerreichbar ist.--Nach dem kantischen
Resultate ist es der eigenthmliche Stoff der Metaphysik, der sie in
Widersprche fhrt, und das Unzureichende des Erkennens besteht in
seiner _Subjektivitt_, nach dem jacobischen ist es die Methode und
ganze Natur des Erkennens selbst, das nur einen _Zusammenhang der
Bedingtheit_ und _Abhngigkeit_ erfat, und daher dem, was an und fr
sich und das absolut-Wahre ist, sich unangemessen zeigt.  In der That,
indem das Princip der Philosophie der _unendliche freie Begriff_ ist,
und aller ihr Inhalt allein auf demselben beruht, so ist die Methode
der begrifflosen Endlichkeit nicht auf jenen passend.  Die Synthese
und Vermittelung dieser Methode, das _Beweisen_ bringt es nicht
weiter als zu einer der Freiheit gegenberstehenden _Nothwendigkeit_,
--nmlich einer _Identitt_ des Abhngigen, welche nur _an sich_ ist,
es seyn, da sie als _innerliche_ oder als _uerliche_ aufgefat
werde, worin dasjenige, was die Realitt daran ausmacht, das
Unterschiedene und in die Existenz Extreme schlechthin ein
_selbststndig-Verschiedenes_ und daher _Endliches_ bleibt.  Darin
kommt also diese _Identitt_ selbst nicht _zur Existenz_ und bleibt
das _nur Innerliche_, oder sie ist das nur _uerliche_, indem ihr
bestimmter Inhalt ihr gegeben ist;--in beiden Ansichten ist sie ein
Abstraktes und hat die reelle Seite nicht an ihr selbst, und ist
nicht als an und fr sich _bestimmte Identitt_ gesetzt; der
_Begriff_, um welchen es allein zu thun, und der das an und fr sich
Unendliche ist, ist somit aus diesem Erkennen ausgeschlossen.

In dem synthetischen Erkennen gelangt also die Idee nur insoweit zu
ihrem Zweck, da der _Begriff_ nach seinen _Momenten_ der _Identitt_
und den _realen Bestimmungen_, oder nach der _Allgemeinheit_ und den
_besonderen_ Unterschieden,ferner auch _als Identitt_, welche
_Zusammenhang_ und _Abhngigkeit_ des Verschiedenen ist,--_fr den
Begriff_ wird.  Aber dieser sein Gegenstand ist ihm nicht angemessen;
denn der Begriff wird nicht als _Einheit seiner mit sich selbst in
seinem Gegenstande oder seiner Realitt_; in der Nothwendigkeit ist
seine Identitt fr ihn, in der aber nicht selbst die _Bestimmtheit_,
sondern als ein ihr uerlicher, d. i. nicht durch den Begriff
bestimmter Stoff ist, in welchem er also nicht sich selbst erkennt.
berhaupt ist also der Begriff nicht fr sich, nach seiner Einheit
nicht zugleich an und fr sich bestimmt.  Die Idee erreicht deswegen
in diesem Erkennen die Wahrheit noch nicht wegen der Unangemessenheit
des Gegenstandes zu dem subjektiven Begriffe.--Aber die Sphre der
Nothwendigkeit ist die hchste Spitze des Seyns und der Reflexion;
sie geht an und fr sich selbst in die Freiheit des Begriffes, die
innere Identitt geht in ihre Manifestation, die der Begriff als
Begriff ist, ber.  Wie dieser _bergang_ aus der Sphre der
Nothwendigkeit in den Begriff _an sich_ geschieht, ist bei
Betrachtung der erstern gezeigt worden, so wie er auch als die
_Genesis des Begriffs_ zu Anfang dieses Buchs sich dargestellt hat.
Hier hat die _Nothwendigkeit_ die Stellung, die _Realitt_ oder der
_Gegenstand_ des Begriffes zu seyn, wie auch der Begriff, in den sie
bergeht, nunmehr als Gegenstand desselben ist.  Aber der bergang
selbst ist derselbe.  Er ist auch hier nur erst _an sich_ und liegt
noch auer dem Erkennen in unserer Reflexion, d. h. ist dessen noch
innere Nothwendigkeit selbst.  Nur das Resultat ist fr ihn.  Die
Idee, insofern der Begriff nun _fr sich_ der an und fr sich
bestimmte ist ist die _praktische_ Idee, _das Handeln_.


B. Die Idee des Guten.


Indem der Begriff, welcher Gegenstand seiner selbst ist, an und fr
sich bestimmt ist, ist das Subjekt sich als _Einzelnes_ bestimmt.  Er
hat als Subjektives wieder die Voraussetzung eines an sich-seyenden
Andersseyns; er ist der _Trieb_, sich zu realisiren, der Zweck der
sich _durch sich selbst_ in der objektiven Welt Objektivitt geben
und sich ausfhren will.  In der theoretischen Idee steht der
subjektive Begriff, als das _Allgemeine_, an- und fr sich
_Bestimmungs-lose_, der objektiven Welt entgegen, aus der er sich den
bestimmten Inhalt und die Erfllung nimmt.  In der praktischen Idee
aber steht er als Wirkliches dem Wirklichen gegenber; die Gewiheit
seiner selbst, die das Subjekt in seinem An- und
Fr-sich-Bestimmt-seyn hat, ist aber eine Gewiheit seiner
Wirklichkeit und der _Unwirklichkeit_ der Welt; nicht nur das
Andersseyn derselben als abstrakte Subjektheit ist ihm das Nichtige,
sondern deren Einzelnheit und die Bestimmungen ihrer Einzelnheit.
Die _Objektivitt_ hat das Subjekt hier sich selbst vindicirt; seine
Bestimmtheit in sich ist das Objektive, denn es ist die Allgemeinheit,
welche ebenso wohl schlechthin bestimmt ist; die vorhin objektive
Welt ist dagegen nur noch ein Gesetztes, ein _unmittelbar_ auf
mancherlei Weise Bestimmtes, aber das, weil es nur unmittelbar ist,
der Einheit des Begriffes in sich entbehrt, und fr sich nichtig ist.

Diese in dem Begriffe enthaltene, ihm gleiche, und die Forderung der
einzelnen uerlichen Wirklichkeit in sich schlieende Bestimmtheit
ist das _Gute_.  Es tritt mit der Wrde auf, absolut zu seyn, weil es
die Totalitt des Begriffes in sich, das Objektive zugleich in der
Form der freien Einheit und Subjektivitt ist.  Diese Idee ist hher
als die Idee des betrachteten Erkennens, denn sie hat nicht nur die
Wrde des Allgemeinen, sondern auch des schlechthin Wirklichen:--Sie
ist _Trieb_, insofern dieses Wirkliche noch subjektiv, sich selbst
setzend ist, nicht die Form zugleich der unmittelbaren Voraussetzung
hat; ihr Trieb, sich zu realisiren ist eigentlich nicht, sich
Objektivitt zu geben, diese hat sie an sich selbst, sondern nur
diese leere Form der Unmittelbarkeit.--Die Thtigkeit des Zwecks ist
daher nicht gegen sich gerichtet, um eine gegebene Bestimmung in sich
aufzunehmen und sich zu eigen zu machen, sondern vielmehr die eigene
Bestimmung zu setzen, und sich vermittelst des Aufhebens der
Bestimmungen der uerlichen Welt die Realitt in Form uerlicher
Wirklichkeit zu geben.--Die Willensidee hat als das Selbstbestimmende
_fr sich_ den _Inhalt_ in sich selbst.  Dieser ist nun zwar
_bestimmter_ Inhalt, und insofern ein _Endliches_ und _Beschrnktes_;
die Selbstbestimmung ist wesentlich _Besonderung_, da die Reflexion
des Willens in sich als negative Einheit berhaupt auch Einzelnheit
im Sinne des Ausschlieens und des Voraussetzens eines Andern ist.
Die Besonderheit des Inhalts ist jedoch zunchst unendlich durch die
Form des Begriffs, dessen eigene Bestimmtheit er ist, und der in ihm
die negative Identitt seiner mit sich selbst, hiermit nicht nur ein
Besonderes, sondern seine unendliche Einzelnheit hat.  Die erwhnte
_Endlichkeit_ des Inhalts in der praktischen Idee ist damit eins und
dasselbe, da sie zunchst noch unausgefhrte Idee ist; der Begriff
ist _fr ihn_ das An- und Frsichseyende; er ist hier die Idee in der
Form der _fr sich selbst_ seyenden Objektivitt; eines Theils ist
das Subjektive darum nicht mehr nur ein _Gesetztes_, Willkrliches
oder Zuflliges, sondern ein Absolutes; aber andern Theils hat diese
_Form der Existenz, das Frsichseyn_, noch nicht auch die des
_Ansichseyns_.  Was so der Form als solcher nach als Gegensatz
erscheint, erscheint an der zur _einfachen Identitt_ reflektirten
Form des Begriffes, d. i. am Inhalt, als einfache Bestimmtheit
desselben; das Gute, ob zwar an und fr sich geltend, ist dadurch
irgend ein besonderer Zweck, der aber durch die Realisirung nicht
erst seine Wahrheit erhalten soll, sondern schon fr sich das Wahre
ist.

Der Schlu der unmittelbaren _Realisirung_ selbst bedarf hier keiner
nhern Ausfhrung; er ist ganz nur der oben betrachtete Schlu der
_uerlichen Zweckmigkeit_; nur der Inhalt macht den Unterschied
aus.  In der uerlichen als der formellen Zweckmigkeit war er ein
unbestimmter endlicher Inhalt berhaupt, hier ist er zwar auch ein
endlicher, aber als solcher zugleich absolut geltender.  Aber in
Ansehung des Schlusatzes, des ausgefhrten Zwecks, tritt ein
weiterer Unterschied ein.  Der endliche Zweck kommt in seiner
_Realisirung_ ebenso sehr nur bis zum _Mittel_; da er nicht in seinem
Anfange schon an und fr sich bestimmter Zweck ist, bleibt er auch
als ausgefhrt ein solches, das nicht an und fr sich ist.  Ist das
Eine auch wieder als ein _Endliches_ fixirt, und wesentlich ein
solches, so kann es auch, seiner innerlichen Unendlichkeit unerachtet,
dem Schicksale der Endlichkeit nicht entgehen;--ein Schicksal, das
in mehreren Formen erscheint.  Das ausgefhrte Gute ist gut durch das,
was es schon im subjektiven Zweck, in seiner Idee ist; die
Ausfhrung giebt ihm ein uerliches Daseyn; aber da die Daseyn nur
bestimmt ist als die an und fr sich nichtige uerlichket, so hat
das Gute in ihr nur ein zuflliges, zerstrbares Daseyn, nicht eine
seiner Idee entsprechende Ausfhrung erreicht.--Ferner da es seinem
Inhalte nach ein Beschrnktes ist, so giebt es auch des Guten
mehrerlei; das existirende Gute ist nicht nur der Zerstrung durch
uerliche Zuflligkeit und durch das Bse unterworfen, sondern durch
die Kollision und den Widerstreit des Guten selbst.  Von Seiten der
ihm vorausgesetzten objektiven Welt, in deren Voraussetzung die
Subjektivitt und Endlichkeit des Guten besteht, und die als eine
andere ihren eigenen Gang geht, ist selbst die Ausfhrung des Guten
Hindernissen, ja sogar der Unmglichkeit ausgesetzt.

Das Gute bleibt so ein _Sollen_; es ist _an und fr sich_, aber das
_Seyn_ als die letzte, abstrakte Unmittelbarkeit bleibt gegen
dasselbe _auch_ als ein _Nichtseyn_ bestimmt.  Die Idee des
vollendeten Guten ist zwar ein _absolutes Postulat_, aber mehr nicht
als ein Postulat, d. i. das Absolute mit der Bestimmtheit der
Subjektivitt behaftet.  Es sind noch die zwei Welten im Gegensatze,
die eine ein Reich der Subjektivitt in den reinen Rumen des
durchsichtigen Gedankens, die andere ein Reich der Objektivitt in
dem Elemente einer uerlich mannigfaltigen Wirklichkeit, die ein
unaufgeschlossenes Reich der Finsterni ist.  Die vollstndige
Ausbildung des unaufgelsten Widerspruchs, jenes _absoluten_ Zwecks,
dem die _Schranke_ dieser Wirklichkeit _unberwindlich_
gegenbersteht, ist in der Phnomenologie des Geistes S. 453 ff.
nher betrachtet worden.--Indem die Idee das Moment der vollkommenen
Bestimmtheit in sich enthlt, so hat der andere Begriff, zu dem der
Begriff sich in ihr verhlt, in seiner Subjektivitt zugleich das
Moment eines Objekts; die Idee tritt daher hier in die Gestalt des
_Selbstbewutseyns_, und trifft nach dieser einen Seite mit dessen
Darstellung zusammen.

Was aber der praktischen Idee noch mangelt, ist das Moment des
eigentlichen Bewutseyns selbst, da nmlich das Moment der
Wirklichkeit im Begriffe fr sich die Bestimmung des _uerlichen
Seyns_ erreicht htte.--Dieser Mangel kann auch so betrachtet werden,
da der _praktischen_ Idee noch das Moment der _theoretischen_ fehlt.
In der letztern nmlich steht auf der Seite des subjektiven, vom
Begriffe in sich angeschaut werdenden Begriffs nur die Bestimmung der
_Allgemeinheit_; das Erkennen wei sich nur als Auffassen, als die
fr sich selbst _unbestimmte_ Identitt des Begriffs mit sich selbst;
die Erfllung, d. i. die an und fr sich bestimmte Objektivitt ist
ihr ein _Gegebenes_, und das _wahrhaft-Seyende_ die unabhngig vom
subjektiven Setzen vorhandene Wirklichkeit.

Der praktischen Idee. dagegen gilt diese Wirklichkeit, die ihr
zugleich als unberwindliche Schranke gegenbersteht, als das an und
fr sich Nichtige, das erst seine wahrhafte Bestimmung und einzigen
Werth durch die Zwecke des Guten erhalten solle.  Der Wille steht
daher der Erreichung seines Ziels nur selbst im Wege dadurch, da er
sich von dem Erkennen trennt, und die uerliche Wirklichkeit fr ihn
nicht die Form des wahrhaft-Seyenden erhlt; die Idee des Guten kann
daher ihre Ergnzung allein in der Idee des Wahren finden.

Sie macht aber diesen bergang durch sich selbst.  In dem Schlusse
des Handelns ist die eine Prmisse die _unmittelbare Beziehung_ des
_guten Zweckes auf die Wirklichkeit_, deren er sich bemchtigt und in
der zweiten Prmisse als uerliches _Mittel_ gegen die uerliche
Wirklichkeit richtet.  Das Gute ist fr den subjektiven Begriff das
Objektive; die Wirklichkeit in ihrem Daseyns steht ihm nur insofern
als die unberwindliche Schranke gegenber, als sie noch die
Bestimmung _unmittelbaren Daseyns_, nicht eines Objektiven nach dem
Sinne des An- und Frsichseyns hat; sie ist vielmehr entweder das
Bse oder Gleichgltige, nur Bestimmbare, welches seinen Werth nicht
in sich selbst hat.  Dieses abstrakte Seyn, das dem Guten in der
zweiten Prmisse gegenbersteht, hat aber die praktische Idee bereits
selbst aufgehoben; die erste Prmisse ihres Handelns ist die
_unmittelbare Objektivitt_ des Begriffes, wonach der Zweck ohne
allen Widerstand sich der Wirklichkeit mittheilt, und in einfacher,
identischer Beziehung mit ihr ist.  Es sind insofern also nur die
Gedanken ihrer beiden Prmissen zusammen zu bringen.  Zu dem, was in
der ersten von dem objektiven Begriffe unmittelbar schon vollbracht
ist, kommt in der zweiten zunchst nur die hinzu, da es durch
Vermittelung, hiermit _fr ihn_ gesetzt wird.  Wie nun in der
Zweckbeziehung berhaupt der ausgefhrte Zweck zwar auch wieder nur
ein Mittel, aber umgekehrt das Mittel auch der ausgefhrte Zweck ist,
so ist gleichfalls in dem Schlusse des Guten die zweite Prmisse
schon unmittelbar in der ersten _an sich_ vorhanden; allein diese
Unmittelbarkeit ist nicht hinreichend, und die zweite wird schon fr
das erste postulirt;--die Ausfhrung des Guten gegen eine
gegenberstehende andere Wirklichkeit ist die Vermittelung, welche
wesentlich fr die unmittelbare Beziehung und das Verwirklichtseyn
des Guten nothwendig ist.  Denn sie ist nur die erste Negation oder
das Andersseyn des Begriffs, eine Objektivitt, welche ein
Versenktseyn des Begriffs in die uerlichkeit wre; die zweite ist
das Aufheben dieses Andersseyns, wodurch die unmittelbare Ausfhrung
des Zwecks erst Wirklichkeit des Guten als des fr sich seyenden
Begriffes wird, indem er darin identisch mit sich selbst, nicht mit
einem Andern, hiermit allein als freier gesetzt wird.  Wenn nun der
Zweck des Guten dadurch doch nicht ausgefhrt seyn sollte, so ist
die ein Rckfall des Begriffs in den Standpunkt, den der Begriff vor
seiner Thtigkeit hat,--den Standpunkt der als nichtig bestimmten und
doch als reell vorausgesetzten Wirklichkeit;--ein Rckfall, welcher
zum Progre in die schlecht Unendlichkeit wird, seinen Grund allein
darin hat, da in dem Aufheben jener abstrakten Realitt die
Aufheben ebenso unmittelbar vergessen wird, oder da vergessen wird,
da diese Realitt vielmehr schon als die an und fr sich nichtige,
nicht objektive Wirklichkeit vorausgesetzt ist.  Diese Wiederholung
der Voraussetzung des nicht ausgefhrten Zweckes nach der wirklichen
Ausfhrung des Zweckes bestimmt sich daher auch so, da _die
subjektive Haltung_ des objektiven Begriffes reproducirt und
perennirend gemacht wird, womit _die Endlichkeit_ des Guten seinem
Inhalte, so wie seiner Form nach als die bleibende Wahrheit, so wie
seine Verwirklichung schlechthin immer nur als ein _einzelner Akt_,
nicht als ein _allgemeiner_ erscheint.--In der That hat sich diese
Bestimmtheit in der Verwirklichung des Guten aufgehoben; was den
objektiven Begriff noch _begrenzt_, ist seine eigene _Ansicht_ von
sich, die durch die Reflexion auf das, was seine Verwirklichung _an
sich_ ist, verschwindet; er steht nur sich selbst durch diese Ansicht
im Wege, und hat sich darber nicht gegen eine uere Wirklichkeit,
sondern gegen sich selbst zu richten.

Die Thtigkeit in der zweiten Prmisse nmlich, die nur ein
einseitiges _Frsichseyn_ hervorbringt, daher das Produkt als ein
_Subjektives_ und _Einzelnes_ erschient, darin somit die erste
Voraussetzung wiederholt wird,--ist in Wahrheit ebenso sehr das
Setzen der _an sich seyenden_ Identitt des objektiven Begriffs und
der unmittelbaren Wirklichkeit.  Diese letztere ist durch die
Voraussetzung bestimmt, nur eine Realitt der Erscheinung zu haben,
an und fr sich nichtig, und schlechthin vom objektiven Begriff
bestimmbar zu seyn.  Indem durch die Thtigkeit des objektiven
Begriffs die uere Wirklichkeit verndert, ihre Bestimmung hiermit
aufgehoben wird, so wird ihr eben dadurch die blo erscheinenden
Realitt, uerliche Bestimmbarkeit und Nichtigkeit genommen, sie
wird hiermit _gesetzt_ als an und fr sich seyend.  Es wird darin die
Voraussetzung berhaupt aufgehoben, nmlich die Bestimmung des Guten
als eines blo subjektiven und seinem Inhalte nach beschrnkten
Zwecks, die Nothwendigkeit, ihn durch subjektive Thtigkeit erst zu
realisiren, und diese Thtigkeit selbst.  In dem Resultate hebt die
Vermittelung sich selbst auf, es ist eine _Unmittelbarkeit_, welche
nicht die Wiederherstellung der Voraussetzung, sondern vielmehr deren
Aufgehobenseyn ist.  Die Idee des an und fr sich bestimmten Begriffs
ist hiermit gesetzt, nicht mehr blo im thtigen Subjekt, sondern
ebenso sehr als eine unmittelbare Wirklichkeit, und umgekehrt diese,
wie sie im Erkennen ist, als wahrhaftseyende Objektivitt zu seyn.
Die Einzelnheit des Subjekts, mit der es durch seine Voraussetzung
behaftete wurde, ist mit dieser verschwunden; es ist hiermit jetzt
als _freie, allgemeine Identitt mit sich selbst_, fr welche die
Objektivitt des Begriffs ebenso sehr eine _gegebene_, unmittelbar
fr dasselbe _vorhandene_ ist, als es sich als den an und fr sich
bestimmten Begriff wei.  In diesem Resultate ist hiermit das
_Erkennen_ hergestellt, und mit der praktischen Idee vereinigt, die
vorgefundene Wirklichkeit ist zugleich als der ausgefhrte absolute
Zweck bestimmt, aber nicht wie im suchenden Erkennen blo als
objektive Welt, deren innerer Grund und wirkliches Bestehen der
Begriff ist.  Die ist die absolute Idee


Drittes Kapitel.  Die absolute Idee.


Die absolute Idee, wie sich ergeben hat, ist die Identitt der
theoretischen und der praktischen, welche jede fr sich noch
einseitig, die Idee selbst nur als ein gesuchtes Jenseits und
unerreichtes Ziel in sich hat;--jede daher eine _Synthese des
Strebens_ ist, die Idee sowohl in sich hat als auch _nicht_ hat, von
einem zum andern bergeht, aber beide Gedanken nicht zusammenbringt,
sondern in deren Widerspruche stehen bleibt.  Die absolute Idee als
der vernnftige Begriff, der in seiner Realitt nur mit sich selbst
zusammengeht, ist um dieser Unmittelbarkeit seiner objektiven
Identitt willen einer Seits die Rckkehr zum _Leben_; aber sie hat
diese Form ihrer Unmittelbarkeit ebenso sehr aufgehoben, und den
hchsten Gegensatz in sich.  Der Begriff ist nicht nur _Seele_,
sondern freier subjektiver Begriff, der fr sich ist und daher die
Persnlichkeit hat,--der praktische, an und fr sich bestimmte,
objektive Begriff, der als Person undurchdringliche, atome
Subjektivitt ist,--der aber ebenso sehr nicht ausschlieende
Einzelnheit, sondern fr sich _Allgemeinheit_ und _Erkennen_ ist, und
in seinem Andern _seine eigene_ Objektivitt zum Gegenstande hat.
Alles brige ist Irrthum, Trbheit, Meinung, Streben, Willkr und
Vergnglichkeit; die absolute Idee allein ist _Seyn_, unvergngliches
_Leben, sich wissende Wahrheit_, und ist _alle Wahrheit_.

Sie ist der einzige Gegenstand und Inhalt der Philosophie Indem sie
_alle Bestimmtheit_ in sich enthlt, und ihr Wesen die ist, durch
ihre Selbstbestimmung oder Besonderung zu sich zurckzukehren, so hat
sie verschiedene Gestaltungen, und das Geschft der Philosophie ist,
sie in diesen zu erkennen.  Die Natur und der Geist sind berhaupt
unterschiedene Weisen, _ihr Daseyn_ darzustellen; Kunst und Religion
ihre verschiedenen Weisen, sich zu erfassen und ein sich angemessenes
Daseyn zu geben; die Philosophie hat mit Kunst und Religion denselben
Inhalt und denselben Zweck; aber sie ist die hchste Weise, die
absolute Idee zu erfassen, weil ihre Weise die hchste, der Begriff,
ist.  Sie fat daher jene Gestaltungen der reellen und ideellen
Endlichkeit, so wie der Unendlichkeit und Heiligkeit in sich, und
begreift sie und sich selbst.  Die Ableitung und Erkenntni dieser
besonderen Weisen ist nun das fernere Geschft der besonderen
philosophischen Wissenschaften. _Das Logische_ der absoluten Idee
kann auch eine _Weise_ derselben genannt werden; aber indem die
_Weise_ eine _besondere_ Art, eine _Bestimmtheit_ der Form bezeichnet,
so ist das Logische dagegen die allgemeine Weise, in der alle
besonderen aufgehoben und eingehllt sind.  Die logische Idee ist sie
selbst in ihrem reinen Wesen, wie sie in einfacher Identitt in ihren
Begriff eingeschlossen, und in das _Scheinen_ in einer
Formbestimmtheit noch nicht eingetreten ist.  Die Logik stellt daher
die Selbstbewegung der absoluten Idee nur als das ursprngliche
_Wort_ dar, das eine _uerung_ ist, aber eine solche, die als
ueres unmittelbar wieder verschwunden ist, indem sie ist; die Idee
ist also nur in dieser Selbstbestimmung, _sich zu vernehmen_, sie ist
in dem _reinen Gedanken_, worin der Unterschied noch kein
_Andersseyn_, sondern sich vollkommen durchsichtig ist und bleibt.
--Die logische Idee hat somit sich als die _unendliche Form_ zu ihrem
Inhalte;--die _Form_, welche insofern den Gegensatz zum _Inhalt_
ausmacht, als dieser die in sich gegangene und in der Identitt
aufgehobene Formbestimmung so ist, da diese konkrete Identitt
gegenber der als Form entwickelten steht; er hat die Gestalt eines
Andern und Gegebenen gegen die Form, die als solche schlechthin in
_Beziehung_ steht, und deren Bestimmtheit zugleich als Schein gesetzt
ist.--Die absolute Idee selbst hat nher nur die zu ihrem Inhalt,
da die Formbestimmung ihre eigene vollendete Totalitt, der reine
Begriff, ist.  Die _Bestimmtheit_ der Idee und der ganze Verlauf
dieser Bestimmtheit nun hat den Gegenstand der logischen Wissenschaft
ausgemacht, aus welchem Verlauf die absolute Idee selbst _fr sich_
hervorgegangen ist; fr sich aber hat sie sich als die gezeigt, da
die Bestimmtheit nicht die Gestalt eines _Inhalts_ hat, sondern
schlechthin als _Form_, da die Idee hiernach als die schlechthin
_allgemeine Idee_ ist.  Was also hier noch zu betrachten kommt, ist
somit nicht ein Inhalt als solcher, sondern das Allgemeine seiner
Form,--das ist die _Methode_.

Die _Methode_ kann zunchst als die bloe _Art und Weise_ des
Erkennens erscheinen, und sie hat in der That die Natur einer solchen.
Aber die Art und Weise ist als Methode nicht nur eine _an und fr
sich bestimmte_ Modalitt des _Seyns_, sondern als Modalitt des
Erkennens gesetzt als durch den _Begriff_ bestimmt, und als die Form,
insofern sie die Seele aller Objektivitt ist, und aller sonst
bestimmte Inhalt seine Wahrheit allein in der Form hat.  Wenn der
Inhalt wieder der Methode als gegeben und als von eigenthmlicher
Natur angenommen wird, so ist sie wie das Logische berhaupt in
solcher Bestimmung eine blo _uerliche_ Form.  Aber es kann
hiergegen nicht nur auf den Grundbegriff vom Logischen sich berufen
werden, sondern der ganze Verlauf desselben, worin alle Gestalten
eines gegebenen Inhalts und der Objekte vorgekommen sind, hat ihren
bergang und Unwahrheit gezeigt, und statt da ein gegebenes Objekt
die Grundlage seyn knnte, zu der sich die absolute Form nur als
uerliche und zufllige Bestimmung verhielte, hat sich diese
vielmehr als die absolute Grundlage und letzte Wahrheit erwiesen.
Die Methode ist daraus als _der sich selbst wissende, sich_ als das
Absolute, sowohl Subjektive als Objektive, _zum Gegenstande habende
Begriff_, somit als das reine Entsprechen des Begriffs und seiner
Realitt, als eine Existenz, die er selbst ist, hervorgegangen.

Was hiermit als Methode hier zu betrachten ist, ist nur die Bewegung
des _Begriffs_ selbst, deren Natur schon erkannt worden, aber
_erstlich_ nunmehr mit der _Bedeutung_, da der _Begriff Alles_, und
seine Bewegung die _allgemeine absolute Thtigkeit_, die sich selbst
bestimmende und selbst realisirende Bewegung ist.  Die Methode ist
deswegen als die ohne Einschrnkung allgemeine, innerliche und
uerliche Weise, und als die schlechthin unendliche Kraft
anzuerkennen, welcher kein Objekt, insofern es sich als ein
uerliches, der Vernunft fernes und von ihr unabhngiges prsentirt,
Widerstand leisten, gegen sie von einer besondern Natur seyn, und
von ihr nicht durchdrungen werden knnte.  Sie ist darum die _Seele
und Substanz_, und irgend etwas ist nur begriffen und in seiner
Wahrheit gewut, als es der _Methode vollkommen unterworfen_ ist; sie
ist die eigene Methode jeder Sache selbst, weil ihre Thtigkeit der
Begriff ist.  Die ist auch der wahrhaftere Sinn ihrer
_Allgemeinheit_; nach der Reflexions-Allgemeinheit wird sie nur als
die Methode fr _Alles_ genommen; nach der Allgemeinheit der Idee
aber ist sie sowohl die Art und Weise des Erkennens, des _subjektiv_
sich wissenden Begriffs, als die _objektive_ Art und Weise, oder
vielmehr die _Substantialitt_ der _Dinge_,--d. h. der Begriffe,
insofern sie der _Vorstellung_ und der _Reflexion_ zunchst als
_Andere_ erscheinen.  Sie ist darum die hchste _Kraft_ oder vielmehr
die _einzige_ und absolute _Kraft_ der Vernunft nicht nur, sondern
auch ihr hchster und einziger _Trieb, durch sich selbst in Allem
sich selbst_ zu finden und zu erkennen.--Hiermit ist _zweitens_ auch
der _Unterschied der Methode von dem Begriffe als solchem_, das
_Besondere_ derselben, angegeben.  Wie der Begriff fr sich
betrachtet wurde, erschien er in seiner Unmittelbarkeit; die
_Reflexion oder der ihn betrachtende Begriff_ fiel in _unser_ Wissen.
Die Methode ist die Wissen selbst, fr das er nicht nur als
Gegenstand, sondern als dessen eigenes, subjektives Thun ist, als das
_Instrument_ und Mittel der erkennenden Thtigkeit, von ihr
unterschieden, aber als deren eigene Wesenheit.  In dem suchenden
Erkennen ist die Methode gleichfalls als _Werkzeug_ gestellt, als ein
auf der subjektiven Seite stehendes Mittel, wodurch sie sich auf das
Objekt bezieht.  Das Subjekt ist in diesem Schlusse das eine und das
Objekt das andere Extrem, und jenes schliet sich durch seine Methode
mit diesem, aber darin fr sich nicht _mit sich selbst zusammen_.
Die Extreme bleiben verschiedene, weil Subjekt, Methode und Objekt
nicht als _der eine identische Begriff_ gesetzt sind, der Schlu ist
daher immer der formelle; die Prmisse, in welcher das Subjekt die
Form als seine Methode auf seine Seite setzt, ist eine _unmittelbare_
Bestimmung und enthlt deswegen die Bestimmungen der Form, wie wir
gesehen, der Definition, Eintheilung u. s. f. als im _Subjekte
vorgefundene_ Thatsachen.  Im wahrhaften Erkennen dagegen ist die
Methode nicht nur eine Menge gewisser Bestimmungen, sondern das An-
und Fr-sich-Bestimmtseyn des Begriffs, der die Mitte nur darum ist,
weil er ebenso sehr die Bedeutung des Objektiven hat, das im
Schlusatze daher nicht nur eine uere Bestimmtheit durch die
Methode erlangt, sondern in seiner Identitt mit dem subjektiven
Begriffe gesetzt ist.

1. Das, was die Methode hiermit ausmacht, sind die Bestimmungen des
Begriffes selbst und deren Beziehungen, die in der Bedeutung als
Bestimmungen der Methode nun zu betrachten sind.--Es ist dabei
_erstens_ von dem _Anfange_ anzufangen.  Von demselben ist bereits
bei dem Anfange der Logik selbst, wie auch vorhin beim subjektiven
Erkennen gesprochen und gezeigt worden, da wenn er nicht willkrlich
und mit einer kategorischen Bewutlosigkeit gemacht wird, zwar viele
Schwierigkeiten zu machen scheinen kann, jedoch von hchst einfacher
Natur ist.  Weil er der Anfang ist, ist sein Inhalt ein
_Unmittelbares_, aber ein solches, das den Sinn und die Form
_abstrakter Allgemeinheit_ hat.  Er sey sonst ein Inhalt des _Seyns_
oder des _Wesens_ oder des _Begriffes_, so ist er insofern ein
_Aufgenommenes, Vorgefundenes, Assertorisches_, als er ein
_Unmittelbares_ ist. _Vor's Erste_ aber ist er nicht ein
Unmittelbares _der sinnlichen Anschauung_ oder _der Vorstellung_,
sondern des _Denkens_, das man wegen seiner Unmittelbarkeit auch ein
bersinnliches, _innerliches Anschauen_ nennen kann.  Das
Unmittelbare der sinnlichen Anschauung ist ein _Mannigfaltiges_ und
Einzelnes.  Das Erkennen ist aber begreifendes Denken, sein Anfang
daher auch _nur im Elemente des Denkens_; ein _Einfaches_ und
_Allgemeines_.--Von dieser Form ist vorhin bei der Definition die
Rede gewesen.  Bei dem Anfang des endlichen Erkennens wird die
Allgemeinheit als wesentliche Bestimmung gleichfalls anerkannt, aber
nur als Denk- und Begriffsbestimmung im Gegensatze gegen das Seyn
genommen.  In der That ist diese _erste_ Allgemeinheit eine
_unmittelbare_, und hat darum ebenso sehr die Bedeutung des _Seyns_;
denn das Seyn ist eben diese abstrakte Beziehung auf sich selbst.
Das Seyn bedarf keiner andern Ableitung, als ob es dem Abstrakten der
Definition nur daraus zukomme, weil es aus der sinnlichen Anschauung
oder sonst woher genommen sey, und insofern es monstrirt werde.
Dieses Monstriren und Herleiten betrifft eine _Vermittelung_, die
mehr als ein bloer Anfang ist, und ist eine solche Vermittelung, die
nicht dem denkenden Begreifen gehrt, sondern die Erhebung der
Vorstellung, des empirischen und raisonnirenden Bewutseyns, zu dem
Standpunkte des Denkens ist.  Nach dem gelufigen Gegensatze von
Gedanken oder Begriff und Seyn erscheint es als eine wichtige
Wahrheit, da jenem fr sich noch kein Seyn zukomme, und da die
einen eigenen, vom Gedanken selbst unabhngigen Grund habe.  Die
einfache Bestimmung von _Seyn_ ist aber so arm an sich, da schon
darum nicht viel Aufhebens davon zu machen ist; das Allgemeine ist
unmittelbar selbst die Unmittelbare, weil es als Abstraktes auch nur
die abstrakte Beziehung auf sich ist, die das Seyn ist.  In der That
hat die Forderung, das Seyn aufzuzeigen, einen weitern innern Sinn,
worin nicht blo diese abstrakte Bestimmung liegt, sondern es ist
damit die Forderung der _Realisirung des Begriffs_ berhaupt gemeint,
welche nicht im _Anfange_ selbst liegt, sondern vielmehr das Ziel und
Geschft der ganzen weitern Entwickelung des Erkennens ist.  Ferner
indem der _Inhalt_ des Anfangs durch das Monstriren in der innern
oder uern Wahrnehmung gerechtfertigt und als etwas Wahres oder
Richtiges beglaubigt werden soll, so ist damit nicht mehr die _Form_
der Allgemeinheit als solche gemeint, sondern ihre _Bestimmtheit_,
wovon gleich zu sprechen nothwendig ist.  Die Beglaubigung des
_bestimmten Inhalts_, mit dem der Anfang gemacht wird, scheint
_rckwrts_ desselben zu liegen; in der That aber ist sie als
Vorwrtsgehen zu betrachten, wenn sie nmlich zum begreifenden
Erkennen gehrt.

Der Anfang hat somit fr die Methode keine andre Bestimmtheit, als
die, das Einfache und Allgemeine zu seyn; die ist selbst die
_Bestimmtheit_, wegen der er mangelhaft ist.  Die Allgemeinheit ist
der reine, einfache Begriff, und die Methode als das Bewutseyn
desselben wei, da die Allgemeinheit nur Moment und der Begriff in
ihr noch nicht an und fr sich bestimmt ist.  Aber mit diesem
Bewutseyn, das den Anfang nur um der Methode willen weiter fhren
wollte, wre diese ein Formelles, in uerlicher Reflexion Gesetztes.
Da sie aber die objektive, immanente Form ist, so mu das
Unmittelbare des Anfangs _an ihm selbst_ das Mangelhafte, und mit dem
_Triebe_ begabt seyn, sich weiter zu fhren.  Das Allgemeine gilt
aber in der absoluten Methode nicht als blo Abstraktes, sondern als
das objektiv-Allgemeine, d. h. das _an sich_ die _konkrete Totalitt_,
aber die noch nicht _gesetzt_, noch nicht _fr sich_ ist.  Selbst
das abstrakte Allgemeine als solches, im Begriffe, d. i. nach seiner
Wahrheit betrachtet, ist nicht nur das _Einfache_, sondern als
_Abstraktes_ ist es schon _gesetzt_ als mit einer _Negation_ behaftet.
Es _giebt_ deswegen auch, es sey in der _Wirklichkeit_ oder im
_Gedanken_, kein so Einfaches und so Abstraktes, wie man es sich
gewhnlich vorstellt.  Solches Einfache ist eine bloe _Meinung_, die
allein in der Bewutlosigkeit dessen, was in der That vorhanden ist,
ihren Grund hat.--Vorhin wurde das Anfangende als das Unmittelbare
bestimmt; die _Unmittelbarkeit des Allgemeinen_ ist dasselbe, was
hier als das _Ansichseyn_ ohne _Frsichseyn_ ausgedrckt ist.--Man
kann daher wohl sagen, da mit dem _Absoluten_ aller Anfang gemacht
werden msse, so wie aller Fortgang nur die Darstellung desselben ist,
insofern das _Ansichseyende_ der Begriff ist.  Aber darum, weil es
nur erst _an sich_ ist, ist es ebenso sehr _nicht_ das Absolute, noch
der gesetzte Begriff, auch nicht die Idee; denn diese sind eben die,
da das _Ansichseyn_ nur ein abstraktes, einseitiges Moment ist.  Der
Fortgang ist daher nicht eine Art von _berflu_; er wre die, wenn
das Anfangende in Wahrheit schon das Absolute wre; das Fortgehen
besteht vielmehr darin, da das Allgemeine sich selbst bestimmt, und
_fr sich_ das Allgemeine, d. i. ebenso sehr Einzelnes und Subjekt
ist.  Nur in seiner Vollendung ist es das Absolute.

Es kann daran erinnert werden, da der Anfang, der _an sich_ konkrete
Totalitt ist, als solcher auch _frei_ seyn, und seine
Unmittelbarkeit die Bestimmung eines _uerlichen Daseyns_ haben kann;
der _Keim_ des _Lebendigen_ und der _subjektive Zweck_ berhaupt
haben sich als solche Anfnge gezeigt, beide sind daher selbst
_Triebe_: Das Nicht-Geistige und Nicht-Lebendige dagegen ist der
konkrete Begriff nur als _reale Mglichkeit_; die _Ursache_ ist die
hchste Stufe, in der der konkrete Begriff als Anfang in der Sphre
der Nothwendigkeit ein unmittelbares Daseyn hat; aber sie ist noch
kein Subjekt, das als solches sich auch in seiner wirklichen
Realisirung erhlt.  Die _Sonne_ z.B. und berhaupt alles
Nichtlebendige sind bestimmte Existenzen, in welchen die reale
Mglichkeit eine _innere_ Totalitt bleibt, und die Momente derselben
wieder in subjektiver Form in ihnen _gesetzt_ sind, und insofern sie
sich realisiren, eine Existenz durch _andere_ Krper-Individuen
erlangen.

2. Die konkrete Totalitt, welche den Anfang macht, hat als solche in
ihr selbst den Anfang des Fortgehens und der Entwickelung.  Sie ist
als Konkretes _in sich unterschieden_; wegen ihrer _ersten
Unmittelbarkeit_ aber sind die ersten Unterschiedenen zunchst
_Verschiedene_.  Das Unmittelbare ist aber als sich auf sich
beziehende Allgemeinheit, als Subjekt, auch die _Einheit_ dieser
Verschiedenen.--Diese Reflexion ist die erste Stufe des Weitergehens,
--das Hervortreten der _Differenz, das Urtheil_, das _Bestimmen_
berhaupt.  Das Wesentliche ist, da die absolute Methode die
_Bestimmung_ des Allgemeinen in ihm selbst findet und erkennt.  Das
verstndige endliche Erkennen verfhrt so dabei, da es von dem
Konkreten das, was es bei dem abstrahirenden Erzeugen jenes
Allgemeinen weggelassen, nun ebenso uerlich wieder aufnimmt.  Die
absolute Methode dagegen verhlt sich nicht als uerliche Reflexion,
sondern nimmt das Bestimmte aus ihrem Gegenstande selbst, da sie
selbst dessen immanentes Princip und Seele ist.--Die ist es, was
_Plato_ von dem Erkennen forderte, die _Dinge an und fr sich selbst
zu betrachten_, Theils in ihrer Allgemeinheit, Theils aber nicht von
ihnen abzuirren, und nach Umstnden, Exempeln und Vergleichungen zu
greifen, sondern sie allein vor sich zu haben, und was in ihnen
immanent ist, zum Bewutseyn zu bringen.--Die Methode des absoluten
Erkennens ist insofern _analytisch_.  Da sie die weitere Bestimmung
ihres anfnglichen Allgemeinen ganz allein in ihm _findet_, ist die
absolute Objektivitt des Begriffes, deren Gewiheit sie ist.--sie
ist aber ebenso sehr _synthetisch_, indem ihr Gegenstand, unmittelbar
als _einfaches Allgemeines_ bestimmt, durch die Bestimmtheit, die er
in seiner Unmittelbarkeit und Allgemeinheit selbst hat, als ein
_Anderes_ sich zeigt.  Diese Beziehung eines Verschiedenen, die er so
in sich ist, ist jedoch das nicht mehr, was als die Synthese beim
endlichen Erkennen gemeint ist; schon durch seine ebenso sehr
analytische Bestimmung berhaupt, da sie die Beziehung im _Begriffe_
ist, unterschiedet sie sich vllig von diesem Synthetischen.

Dieses so sehr synthetische als analytische Moment des _Urtheils_,
wodurch das anfngliche Allgemeine aus ihm selbst als das _Andere
seiner_ sich bestimmt, ist das _dialektische_ zu nennen.  Die
_Dialektik_ ist eine derjenigen alten Wissenschaften, welche in der
Metaphysik der Modernen, und dann berhaupt durch die
Popularphilosophie, sowohl der Alten als der Neuern, am meisten
verkannt worden.  Von _Plato_ sagt Diogenes Laertius, wie Thales der
Urheber der Natur-Philosophie, Sokrates der Moral-Philosophie, so sey
Plato der Urheber der dritten zur Philosophie gehrigen Wissenschaft,
der _Dialektik_ gewesen;--ein Verdienst, das ihm vom Alterthume
hiermit als das Hchste angerechnet worden, das aber von solchen oft
gnzlich unbeachtet bleibt, die ihn am meisten im Munde fhren.  Man
hat die Dialektik oft als eine _Kunst_ betrachtet, als ob sie auf
einem subjektiven _Talente_ beruhe, und nicht der Objektivitt des
Begriffes angehre.  Welche Gestalt und welches Resultat sie in der
kantischen Philosophie erhalten, ist an den bestimmten Beispielen
ihrer Ansicht schon gezeigt worden.  Es ist als ein unendlich
wichtiger Schritt anzusehen, da die Dialektik wieder als der
Vernunft nothwendig anerkannt worden, obgleich das entgegengesetzte
Resultat gegen das, welches daraus hervorgegangen, gezogen werden mu.

Auerdem, da die Dialektik gewhnlich als etwas Zuflliges erscheint,
so pflegt sie diese nhere Form zu haben, da von irgend einem
Gegenstande, z.B. Welt, Bewegung, Punkt u. s. f. gezeigt wird, es
komme demselben irgend eine Bestimmung zu, z.B. nach der Ordnung
der genannten Gegenstnde, Endlichkeit im Raume oder der Zeit, an
_diesem_ Orte seyn, absolute Negation des Raumes; aber ferner ebenso
nothwendig auch die entgegengesetzte, z.B. Unendlichkeit im Raume
und der Zeit, nicht an diesem Orte seyn, Beziehung auf den Raum,
somit Rumlichkeit.  Die ltere elatische Schule hat vornehmlich ihre
Dialektik gegen die Bewegung angewendet, Plato hufig gegen die
Vorstellungen und Begriffe seiner Zeit, insbesondere der Sophisten,
aber auch gegen die reinen Kategorien und Reflexions-Bestimmungen;
der gebildete sptere Skepticismus hat sie nicht nur auf die
unmittelbaren sogenannten Thatsachen des Bewutseyns und Maximen des
gemeinen Lebens, sondern auch auf alle wissenschaftlichen Begriffe
ausgedehnt.  Die Folgerung nun, die aus solcher Dialektik gezogen
wird, ist berhaupt der _Widerspruch_ und die _Nichtigkeit_ der
aufgestellten Behauptungen.  Die kann aber in doppeltem Sinne Statt
haben,--entweder im objektiven Sinne, da der _Gegenstand_, der
solchermaen sich in sich selbst widerspreche, sich aufhebe und
nichtig sey;--die war z.B. die Folgerung der Eleaten, nach welcher
z.B. der Welt, der Bewegung, dem Punkte die _Wahrheit_ abgesprochen
wurde;--oder aber im subjektiven Sinne, da _das Erkennen mangelhaft
sey_.  Unter der letztern Folgerung wird nun entweder verstanden, da
es nur diese Dialektik sey, welche das Kunststck eines falschen
Scheines vormache.  Die ist die gewhnliche Ansicht des sogenannten
gesunden Menschenverstandes, der sich an die _sinnliche_ Evidenz und
die _gewohnten Vorstellungen_ und _Aussprche_ hlt,--zuweilen
ruhiger, wie Diogenes der Hund, die Dialektik der Bewegung durch ein
stummes Auf- und Abgehen in ihrer Ble zeigt, oft aber in Harnisch
darber gerth, es sey blo als ber eine Narrheit, oder wenn es
sittlich wichtige Gegenstnde betrifft, als ber einen Frevel, der
das wesentliche Feste wankend zu machen suche, und dem Laster Grnde
an die Hand zu geben lehre,--eine Ansicht, die in der sokratischen
Dialektik gegen die sophistische vorkommt, und ein Zorn, der
umgekehrt wieder selbst dem Sokrates das Leben gekostet hat.  Die
pbelhafte Widerlegung, die, wie Diogenes that, dem Denken das
_sinnliche Bewutseyn_ entgegensetzt, und in diesem die Wahrheit zu
haben meint, mu man sich selbst berlassen; insofern die Dialektik
aber sittliche Bestimmungen aufhebt, zur Vernunft das Vertrauen haben,
da sie dieselben, aber in ihrer Wahrheit und dem Bewutseyn ihres
Rechts, aber auch ihrer Schranke, wieder herzustellen wissen werde.
--Oder aber das Resultat der subjektiven Nichtigkeit betrifft nicht
die Dialektik selbst, sondern vielmehr das Erkennen, wogegen sie
gerichtet ist; und im Sinne des Skepticismus, ingleichen der
kantischen Philosophie, das _Erkennen berhaupt_.

Das Grundvorurtheil hierbei ist, da die Dialektik _nur ein negatives
Resultat_ habe, was sogleich seine nhere Bestimmung erhalten wird.
Zunchst ist ber die angefhrte _Form_, in der sie zu erscheinen
pflegt, zu bemerken, da sie und ihr Resultat nach derselben den
_Gegenstand_, der vorgenommen wird, oder auch das subjektive
_Erkennen_ betrifft, und dieses oder den Gegenstand fr nichtig
erklrt, dagegen die _Bestimmungen_, welche an ihm als einem
_Dritten_ aufgezeigt werden, unbeachtet bleiben, und als fr sich
gltig vorausgesetzt sind.  Auf die unkritische Verfahren ist es ein
unendliches Verdienst der kantischen Philosophie, die Aufmerksamkeit
gezogen, und damit den Ansto zur Wiederherstellung der Logik und
Dialektik, in dem Sinne der Betrachtung der _Denkbestimmungen an und
fr sich_, gegeben zu haben.  Der Gegenstand, wie er ohne das Denken
und den Begriff ist, ist eine Vorstellung oder auch ein Name; die
Denk- und Begriffsbestimmungen sind es, in denen er ist, was er ist.
In der That kommt es daher auf sie allein an; sie sind der wahrhafte
Gegenstand und Inhalt im Unterschiede von ihnen versteht, gilt nur
durch sie und in ihnen.  Es mu daher nicht als die Schuld eines
Gegenstands oder des Erkennens genommen werden, da sie durch die
Beschaffenheit und eine uerliche Verknpfung sich dialektisch
zeigen.  Das eine und das andere wird auf diese Weise als ein Subjekt
vorgestellt, in das die _Bestimmungen_ in Form von Subjekten,
Eigenschaften, selbststndigen Allgemeinen so gebracht seyen, da sie
als fest und fr sich richtig erst durch die fremde und zufllig
Verbindung in und von einem Dritten, in dialektische Verhltnisse und
in Widerspruch gesetzt werden.  Ein solches uerliches und fixes
Subjekt der Vorstellung und des Verstandes, so wie die abstrakten
Bestimmungen, statt fr _Letzte_, sicher zu Grunde liegen bleibende
angesehen werden zu knnen, sind vielmehr selbst als ein
Unmittelbares, eben ein solches Vorausgesetztes und Anfangendes zu
betrachten, das, wie vorhin gezeigt, an und fr sich selbst der
Dialektik unterliegen mu, weil es als Begriff _an sich_ zu nehmen
ist.  So sind alle als fest angenommenen Gegenstze, wie z.B.
Endliches und Unendliches, Einzelnes und Allgemeines, nicht etwa
durch eine uerliche Verknpfung in Widerspruch, sondern sind, wie
die Betrachtung ihrer Natur gezeigt, vielmehr an und fr sich selbst
das bergehen; die Synthese und das Subjekt, an dem sie erscheinen,
ist das Produkt der eigenen Reflexion ihres Begriffs.  Wenn die
begrifflose Betrachtung bei ihrem uerlichen Verhltnisse stehen
bleibt, sie isolirt und als feste Voraussetzungen lt, so ist es
vielmehr der Begriff, der sie selbst ins Auge fat, als ihre Seele
sie bewegt und ihre Dialektik hervorthut.

Die ist nun selbst der vorhin bezeichnete Standpunkt, nach welchem
ein allgemeines Erstes _an und fr sich betrachtet_ sich als das
Andere seiner selbst zeigt.  Ganz allgemein aufgefat, kann diese
Bestimmung so genommen werden, da hierin das zuerst _Unmittelbare_
hiermit als _Vermitteltes, bezogen_ auf ein Anderes, oder da das
Allgemeine als ein Besonders gesetzt ist.  Das _Zweite_, das
hierdurch entstanden, ist somit das _Negative_ des Ersten; und indem
wir auf den weitern Verlauf zum Voraus Bedacht nehmen, das _erste
Negative_.  Das Unmittelbare ist nach dieser negativen Seite in dem
Andern _untergegangen_, aber das Andere ist wesentlich nicht das
_leere Negative_, das _Nichts_, das als das gewhnliche Resultat der
Dialektik genommen wird, sondern es ist das _Andere des Ersten_, das
_Negative_ des _Unmittelbaren_; also ist es bestimmt als das
_Vermittelte,--enthlt_ berhaupt die _Bestimmung des Ersten_ in sich.
Das Erste ist somit wesentlich auch im Andern _aufbewahrt_ und
_erhalten_.--Das Positive in _seinem_ Negativen, dem Inhalt der
Voraussetzung, im Resultate festzuhalten, die ist das Wichtigste im
vernnftigen Erkennen; es gehrt zugleich nur die einfachste
Reflexion dazu, um sich von der absoluten Wahrheit und Nothwendigkeit
dieses Erfordernisses zu berzeugen, und was die _Beispiele_ von
Beweisen hierzu betrifft, so besteht die ganze Logik darin.

Was hiermit nunmehr vorhanden ist, ist das _Vermittelte_, zunchst
oder gleichfalls unmittelbar genommen auch eine _einfache_ Bestimmung,
denn da das Erste in ihm untergegangen, so ist nur das Zweite
vorhanden.  Weil nun auch das Erste im Zweiten _enthalten_, und
dieses die Wahrheit von jenem ist, so kann diese Einheit als ein Satz
ausgedrckt werden, worin das Unmittelbare als Subjekt, das
Vermittelte aber als dessen Prdikat gestellt ist, z.B. _das
Endliche ist unendlich, Eins ist Vieles, das Einzelne ist das
Allgemeine_.  Die inadquate Form solcher Stze und Urtheile aber
fllt von selbst in die Augen.  Bei dem _Urtheile_ ist gezeigt worden,
da seine Form berhaupt, und am meisten die unmittelbare des
_positiven_ Urtheils unfhig ist, das Spekulative und die Wahrheit in
sich zu fassen.  Die nchste Ergnzung desselben, das _negative_
Urtheil mte wenigstens ebenso sehr beigefgt werden.  Im Urtheile
hat das Erste als Subjekt den Schein eines selbststndigen Bestehens,
da es vielmehr in seinem Prdikate als seinem Andern aufgehoben ist;
diese Negation ist in dem Inhalte jener Stze wohl enthalten, aber
ihre positive Form widerspricht demselben; es wird somit das nicht
gesetzt, was darin enthalten ist; was gerade die Absicht, einen Satz
zu gebrauchen, wre.

Die zweite Bestimmung, die _negative_ oder _vermittelte_, ist ferner
zugleich die _vermittelnde_.  Zunchst kann sie als einfache
Bestimmung genommen werden, aber ihrer Wahrheit nach ist sie eine
_Beziehung_ oder _Verhltni_; denn sie ist das Negative, _aber des
Positiven_, und schliet dasselbe in sich.  Sie ist also das _Andere_
nicht als von einem, wogegen sie gleichgltige ist, so wre sie keine
Anderes, noch eine Beziehung oder Verhltni;--sondern das _Andere an
sich_ selbst, das _andere eines Andern_; darum schliet sie _ihr_
eigenes Anderes in sich, und ist somit _als der Widerspruch die
gesetzte Dialektik ihrer selbst._--Weil das Erste oder Unmittelbare
der Begriff _an sich_, daher auch nur _an sich_ das Negative ist, so
besteht das dialektische Moment bei ihm darin, da der _Unterschied_,
den es _an sich_ enthlt, in ihm gesetzt wird.  Das Zweite hingegen
ist selbst das _Bestimmte_, der _Unterschied_ oder Verhltni; das
dialektische Moment besteht bei ihm daher darin, die _Einheit_ zu
setzen, die in ihm enthalten ist.--Wenn deswegen das Negative,
Bestimmte, das Verhltni, Urtheil und alle unter die zweite Moment
fallende Bestimmungen, nicht fr sich selbst schon als der
Widerspruch und als dialektisch erscheinen, so ist es bloer Mangel
des Denkens, das seine Gedanken nicht zusammenbringt.  Denn das
Material, die _entgegengesetzten_ Bestimmungen in _Einer Beziehung_,
sind schon _gesetzt_, und fr das Denken vorhanden.  Das formelle
Denken aber macht sich die Identitt zum Gesetze, lt den
widersprechenden Inhalt, den es vor sich hat, in die Sphre der
Vorstellung, in Raum und Zeit herabfallen, worin das Widersprechende
im Neben- und Nach-einander _auer einander_ gehalten wird, und so
ohne die gegenseitige Berhrung vor das Bewutseyn tritt.  Es macht
sich darber den bestimmten Grundsatz, da der Widerspruch nicht
denkbar sey; in der That aber ist das Denken des Widerspruchs das
wesentliche Moment des Begriffes.  Das formelle Denken denkt
denselben auch faktisch, nur sieht es sogleich von ihm weg, und geht
von ihm in jenem Sagen nur zur abstrakten Negation ber.

Die betrachtete Negativitt macht nun den _Wendungspunkt_ der
Bewegung des Begriffes aus.  Sie ist der _einfache Punkt der
negativen Beziehung_ auf sich, der innerste Quell aller Thtigkeit,
lebendiger und geistiger Selbstbewegung, die dialektische Seele, die
alles Wahre an ihm selbst hat, durch die es allein Wahres ist; denn
auf dieser Subjektivitt allein ruht das Aufheben des Gegensatzes
zwischen Begriff und Realitt und die Einheit, welche die Wahrheit
ist.--Das _zweite_ Negative, das Negative des Negativen, zu dem wir
gekommen, ist jenes Aufheben des Widerspruches, aber ist so wenig als
der Widerspruch ein _Thun einer uerlichen Reflexion_, sondern das
_innerste, objektivste Moment_ des Lebens und Geistes, wodurch ein
_Subjekt, Person, Freies_ ist.--Die _Beziehung des Negativen auf sich
selbst_ ist als die _zweite Prmisse_ des ganzen Schlusses zu
betrachten.  Die _erste_ kann man, wenn die Bestimmungen von
_analytisch_ und _synthetisch_ in ihrem Gegensatze gebraucht werden,
als das _analytische_ Moment ansehen, indem das Unmittelbare sich
darin _unmittelbar_ zu seinem Andern verhlt, und daher in dasselbe
_bergeht_ oder vielmehr bergegangen ist;--obgleich diese Beziehung,
wie schon erinnert, eben deswegen auch synthetisch ist, weil es ihr
_anderes_ ist, in welches sie bergeht.  Die hier betrachtete, zweite
Prmisse kann als die _synthetische_ bestimmt werden, weil sie die
Beziehung des _Unterschiedenen als solchen_ auf _sein
Unterschiedenes_ ist.--Wie die erste das Moment der _Allgemeinheit_
und der _Mittheilung_, so ist die zweite durch die _Einzelnheit_
bestimmt, die zunchst ausschlieend und als fr sich und verschieden
sich auf das Andere bezieht.  Als das _Vermittelnde_ erscheint das
Negative, weil es sich selbst und das Unmittelbare in sich schliet,
dessen Negation es ist.  Insofern diese beiden Bestimmungen nach
irgend einem Verhltnisse als uerlich bezogen genommen werden, ist
es nur das vermittelnde _Formelle_; als die absolute Negativitt aber
ist das negative Moment der absoluten Vermittelung die Einheit,
welche die Subjektivitt und Seele ist.

In diesem Wendepunkt der Methode kehrt der Verlauf des Erkennens
zugleich in sich selbst zurck.  Diese Negativitt ist als der sich
aufhebende Widerspruch die _Herstellung_ der _ersten Unmittelbarkeit_,
der einfachen Allgemeinheit; denn unmittelbar ist das Andere des
Andern, das Negative des Negativen, das _Positive, Identische,
Allgemeine_.  Die _zweite_ Unmittelbare ist im ganzen Verlaufe, wenn
man berhaupt _zhlen_ will, das _Dritte_ zum ersten Unmittelbaren
und zum Vermittelten.  Es ist aber auch das Dritte zum ersten oder
formellen Negativen, und zur absoluten Negativitt oder dem zweiten
Negativen; insofern nun jenes erste Negative schon der zweite
Terminus ist, so kann das als _Dritte_ gezhlte auch als _Viertes_
gezhlt, und statt der _Triplicitt_ die abstrakte Form als eine
_Quadruplicitt_ genommen werden; das Negative oder der _Unterschied_
ist auf diese Weise als eine Zweiheit gezhlt.--Das Dritte oder das
Vierte ist berhaupt die Einheit des ersten und zweiten Moments, des
Unmittelbaren und des Vermittelten.--Da es diese _Einheit_, so wie,
da die ganze Form der Methode eine _Triplicitt_ ist, ist zwar ganz
nur die oberflchliche, uerliche Seite der Weise des Erkennens;
aber auch nur diese, und zwar in bestimmterer Anwendung aufgezeigt zu
haben, denn die abstrakte Zahlform selbst ist bekanntlich schon frh,
aber ohne Begriff, und daher ohne Folge aufgestellt worden,
--gleichfalls als ein unendliches Verdienst der kantischen
Philosophie anzusehen.  Der _Schlu_, auch das Dreifache, ist als die
allgemeine Form der Vernunft immer erkannt worden, Theils aber galt
er berhaupt als eine ganz uerliche, die Natur des Inhalts nicht
bestimmende Form, Theils da er im formellen Sinne blo in der
verstndigen Bestimmung der _Identitt_ sich verluft, fehlt ihm das
wesentliche, _dialektische_ Moment, die _Negativitt_; dieses tritt
aber in der Triplicitt der Bestimmungen ein, weil das Dritte die
Einheit der zwei ersten Bestimmungen ist, diese aber, da sie
verschiedene sind, in Einheit nur _als aufgehobene_ seyn knnen.--Der
Formalismus hat sich zwar der Triplicitt gleichfalls bemchtigt, und
sich an das leere _Schema_ derselben gehalten; der seichte Unfug und
das Kahle des modernen philosophischen sogenannten _Konstruirens_,
das in nichts besteht, als jenes formelle Schema, ohne Begriff und
immanente Bestimmung berall anzuhngen, und zu einem uerlichen
Ordnen zu gebrauchen, hat jene Form langweilig und bel berchtigt
gemacht.  Durch die Schaalheit dieses Gebrauchs aber kann sie an
ihrem innern Werthe nicht verlieren, und es ist immer hoch zu
schtzen, da zunchst auch nur die unbegriffene Gestalt des
Vernnftigen aufgefunden worden.

Nher ist nun das _Dritte_ das Unmittelbare aber _durch Aufhebung der
Vermittelung_, das Einfache durch _Aufheben des Unterschiedes_, das
Positive durch Aufheben des Negativen, der Begriff, der sich durch
das Andersseyn realisirt, und durch Aufheben dieser Realitt mit sich
zusammengegangen, und seine absolute Realitt, seine _einfache_
Beziehung auf sich hergestellt hat.  Die _Resultat_ ist daher die
_Wahrheit_.  Es _ist ebenso sehr_ Unmittelbarkeit _als_ Vermittelung;
--aber diese Formen des Urtheils: das Dritte _ist_ Unmittelbarkeit
und Vermittelung, oder es _ist die Einheit_ derselben, sind nicht
vermgend, es zu fassen, weil es nicht ein ruhendes Drittes, sondern
eben als diese Einheit, die sich mit sich selbst vermittelnde
Bewegung und Thtigkeit ist.--Wie das Anfangende das _Allgemeine_, so
ist das Resultat das _Einzelne, Konkrete, Subjekt_; was jenes _an
sich_, ist dieses nun ebenso sehr _fr sich_, das Allgemeine ist im
Subjekte _gesetzt_.  Die beiden ersten Momente der Triplicitt sind
die _abstrakten_, unwahren Momente, die eben darum dialektisch sind,
und durch diese ihre Negativitt sich zum Subjekte machen.  Der
Begriff selbst ist, _fr uns_ zunchst, _sowohl_ das an-sich-seyende
Allgemeine, _als_ das fr-sich-seyende Negative, als auch das dritte
an- und fr-sich-seyende, das _Allgemeine_, welches durch alle
Momente des Schlusses hindurchgeht; aber das Dritte ist der
Schlusatz, in welchem er durch seine Negativitt mit sich selbst
vermittelt, hiermit _fr sich_ als das _Allgemeine_ und _Identische
seiner Momente_ gesetzt ist.

Die Resultat hat nun als das in sich gegangene und mit sich
_identische_ Ganze sich die Form der _Unmittelbarkeit_ wieder gegeben.
Somit ist es nun selbst ein solches, wie das _Anfangende_ sich
bestimmt hatte.  Als einfache Beziehung auf sich ist es ein
Allgemeines, und die _Negativitt_, welche die Dialektik und
Vermittelung desselben ausmachte, ist in dieser Allgemeinheit
gleichfalls in die _einfache Bestimmtheit_ zusammengegangen, welche
wieder ein Anfang seyn kann.  Es kann zunchst scheinen, da die
Erkennen des Resultates eine Analyse desselben seyn und daher
diejenigen Bestimmungen und deren Gang wieder auseinander legen msse,
durch den es entstanden und der betrachtet worden ist.  Wenn aber
die Behandlung des Gegenstandes wirklich auf diese analytische Weise
gemacht wird, so gehrt sie der oben betrachteten Stufe der Idee, dem
suchenden Erkennen, an, das von seinem Gegenstand nur angiebt, was
ist, ohne die Nothwendigkeit seiner konkreten Identitt und deren
Begriff.  Die Methode der Wahrheit aber, die den Gegenstand begreift,
ist zwar, wie gezeigt, selbst analytisch, da sie schlechthin im
Begriffe bleibt, aber sie ist ebenso sehr synthetisch, denn durch den
Begriff wird der Gegenstand dialektisch und als anderer bestimmt.
Die Methode bleibt an der neuen Grundlage, die das Resultat als der
nunmehrige Gegenstand ausmacht, dieselbe, als bei dem vorhergehenden.
Der Unterschied betrifft allein das Verhltni der Grundlage als
solcher; sie ist die zwar jetzt gleichfalls, aber ihre
Unmittelbarkeit ist nur _Form_, weil sie zugleich Resultat war; ihre
Bestimmtheit als Inhalt ist daher nicht mehr ein blo Aufgenommenes,
sondern _Abgeleitetes_ und _Erwiesenes_.

Hier ist es erst, wo der _Inhalt_ des Erkennens als solcher in den
Kreis der Betrachtung eintritt, weil er nun als abgeleiteter der
Methode angehrt.  Die Methode selbst erweitert sich durch die
Moment zu einem _Systeme_.--Zunchst mute fr sie der Anfang in
Ansehung des Inhalts ganz unbestimmt seyn; sie erscheint insofern als
die nur formelle Seele, fr und durch welche der Anfang ganz allein
nur seiner _Form_ nach, nmlich als das Unmittelbare und Allgemeine
bestimmt war.  Durch die aufgezeigte Bewegung hat der Gegenstand eine
_Bestimmtheit_ fr sich selbst erhalten, die ein _Inhalt_ ist, weil
die in die Einfachheit zusammengegangene Negativitt die aufgehobene
Form ist, und als einfache Bestimmtheit, ihrer Entwickelung, zunchst
ihrem Gegensatze selbst gegen die Allgemeinheit, gegenbersteht.

Indem nun diese Bestimmtheit die nchste Wahrheit des unbestimmten
Anfangs ist, so rgt sie denselben als etwas Unvollkommenes, so wie
die Methode selbst, die von demselben ausgehend nur formell war.
Die kann als die nunmehr bestimmte Forderung ausgedrckt werden, da
der Anfang, weil er gegen die Bestimmtheit des Resultats selbst ein
Bestimmtes ist, nicht als Unmittelbares, sondern als Vermitteltes und
Abgeleitetes genommen werden soll; was als die Forderung des
unendlichen _rckwrts_ gehenden Progresses im Beweisen und Ableiten
erscheinen kann; so wie aus dem neuen Anfang, der erhalten worden ist,
durch den Verlauf der Methode gleichfalls ein Resultat hervorgeht,
so da der Fortgang sich ebenso _vorwrts_ ins Unendliche fortwlzt.

Es ist schon oft gezeigt worden, da der unendliche Progre berhaupt
der begrifflosen Reflexion angehrt; die absolute Methode, die den
Begriff zu ihrer Seele und Inhalt hat, kann nicht in denselben fhren.
Zunchst knnen schon solchen Anfnge wie _Seyn, Wesen,
Allgemeinheit_ von der Art zu seyn scheinen, da sie die ganze
Allgemeinheit und Inhaltslosigkeit haben, welche fr einen ganz
formellen Anfang, wie er seyn soll, erfordert wird, und daher als
absolut erste Anfnge keinen weitern Rckgang fordern und zulassen.
Indem sie reine Beziehungen auf sich selbst, Unmittelbare und
Unbestimmt sind, so haben sie allerdings den Unterschied nicht an
ihnen, der an einem sonstigen Anfange sogleich zwischen der
Allgemeinheit seiner Form und seinem Inhalte gesetzt ist.  Aber die
Unbestimmtheit, welche jene logischen Anfnge zu ihrem einzigen
Inhalte haben, ist es selbst, was ihre Bestimmtheit ausmacht, diese
besteht nmlich in ihrer Negativitt als aufgehobener Vermittelung;
die Besonderheit von dieser giebt auch ihrer Unbestimmtheit eine
Besonderheit, wodurch sich _Seyn, Wesen_ und _Allgemeinheit_ von
einander unterscheiden.  Die Bestimmtheit nun, die ihnen zukommt, ist
ihre, wie sie fr sich genommen werden, _unmittelbare Bestimmtheit_,
so gut als die irgend eines Inhalts, und bedarf daher einer Ableitung;
fr die Methode ist es gleichgltig, ob die Bestimmtheit als
Bestimmtheit der _Form_ oder des _Inhalts_ genommen werde.  Es fngt
deswegen in der That fr die Methode keine neue Weise damit an, da
sich durch das erste ihre Resultate ein Inhalt bestimmt habe; sie
bleibt hiermit nicht mehr noch weniger formell als vorher.  Denn da
sie die absolute Form, der sich selbst und Alles als Begriff wissende
Begriff ist, so ist kein Inhalt, der ihr gegenbertrte, und sie zur
einseitigen, uerlichen Form bestimmte.  Wie daher die
Inhaltslosikgeit jener Anfnge sie nicht zu absoluten Anfngen macht,
so ist es aber auch nicht der Inhalt, der als solcher die Methode in
den unendlichen Progre vor- oder rckwrts fhrte.  Von einer Seite
ist die _Bestimmtheit_, welche sie sich in ihrem Resultate erzeugt,
das Moment, wodurch sie die Vermittelung mit sich ist, und _den
unmittelbaren Anfang zu einem Vermittelten_ macht.  Aber umgekehrt
ist es die Bestimmtheit, durch welche sich diese ihre Vermittelung
verluft; sie geht _durch_ einen _Inhalt_ als durch ein scheinbares
_Andere_ ihrer selbst, zu ihrem Anfange so zurck, da sie nicht blo
denselben aber als einen _bestimmten_ wieder herstellt, sondern das
Resultat ist ebenso sehr die aufgehobene Bestimmtheit, somit auch die
Wiederherstellung der ersten Unbestimmtheit, in welcher sie
angefangen.  Die leistet sie als _ein System der Totalitt_.  In
dieser Bestimmung ist sie noch zu betrachten.

Die Bestimmtheit, welche Resultat war, ist, wie gezeigt worden, um
der Form der Einfachheit willen, in welche sie zusammengegangen,
selbst ein neuer Anfang; indem er von seinem vorhergehenden durch
eben diese Bestimmtheit unterschieden ist, so wlzt sich das Erkennen
von Inhalt zu Inhalt fort.  Vor's Erste bestimmt sich die Fortgehen
dahin, da es von einfachen Bestimmtheiten beginnt, und die folgenden
immer _reicher und konkreter_ werden.  Denn das Resultat enthlt
seinen Anfang, und dessen Verlauf hat ihn um eine neue Bestimmtheit
bereichert.  Das _Allgemeine_ macht die Grundlage aus; der Fortgang
ist deswegen nicht als ein _Flieen_ von einem _Andern_ zu einem
_Andern_ zu nehmen.  Der Begriff in der absoluten Methode _erhlt_
sich in seinem Andersseyn, das Allgemeine in seiner Besonderung, in
dem Urtheile und der Realitt; es erhebt auf jede Stufe weiterer
Bestimmung die ganze Masse seines vorhergehenden Inhalts, und
verliert durch sein dialektisches Fortgehen nicht nur nichts, noch
lt es etwas dahinten, sondern trgt alles Erworbene mit sich, und
bereichert und verdichtet sich in sich.

Diese _Erweiterung_ kann als das Moment des Inhalts und im Ganzen als
die erste Prmisse angesehen werden; das Allgemeine ist dem
Reichthume des Inhalts _mitgetheilt_, unmittelbar in ihm erhalten.
Aber das Verhltni hat auch die zweite, negative oder dialektische
Seite.  Die Bereicherung geht an der _Nothwendigkeit_ des Begriffes
fort, sie ist von ihm gehalten, und jede Bestimmung ist eine
Reflexion in sich.  Jede _neue Stufe des Auersichgehens_, das heit
der _weitern Bestimmung_, ist auch ein In-sich-gehen, und die grere
_Ausdehnung_ ebenso sehr _hhere Intensitt_.  Das Reichste ist daher
das Konkreteste und _Subjektiveste_, und das sich in die einfachste
Tiefe Zurcknehmende das Mchtigste und bergreifendste.  Die
hchste zugeschrfteste Spitze ist die _reine Persnlichkeit_, die
allein durch die absolute Dialektik, die ihre Natur ist, ebenso sehr
_Alles in sich befat_ und hlt, weil sie sich zum Freisten macht,
--zur Einfachheit, welche die erste Unmittelbarkeit und Allgemeinheit
ist.

Auf diese Weise ist es, da jeder Schritt des _Fortgangs_ im
Weiterbestimmen, indem er von dem unbestimmten Anfang sich entfernt,
auch eine _Rckannherung_ zu demselben ist, da somit das, was
zunchst als verschieden erscheinen mag, das _rckwrts gehende
Begrnden_ des Anfangs, und das _vorwrts gehende Weiterbestimmen_
desselben in einander fllt und dasselbe ist.  Die Methode, die sich
hiermit in einen Kreis schlingt, kann aber in einer zeitlichen
Entwickelung es nicht anticipiren, da der Anfang schon als solcher
ein Abgeleitetes sey; fr ihn in seiner Unmittelbarkeit ist es
gengend, da er einfache Allgemeinheit ist.  Insofern er die ist,
hat er seine vollstndige Bedingung; und es braucht nicht deprecirt
zu werden, da man ihn nur _provisorisch und hypothetisch_ gelten
lassen mge.  Was man gegen ihn vorbringen mchte,--etwa von den
Schranken der menschlichen Erkenntni, von dem Erforderni, ehe man
an die Sache gehe, das Instrument des Erkennens kritisch zu
untersuchen,--sind selbst _Voraussetzungen_, die als _konkrete
Bestimmungen_ die Forderung ihrer Vermittelung und Begrndung mit
sich fhren.  Da sie hiermit formell nichts vor dem _Anfange_ mit der
Sache, gegen den sie protestiren, voraus haben, und vielmehr wegen
des konkreten Inhalts einer Ableitung bedrftig sind, so sind sie nur
fr eitle Anmaungen zu nehmen, da auf sie vielmehr als etwas
Anderes zu achten sey.  Sie haben einen unwahren Inhalt, indem sie
das als endlich und unwahr Bekannte zu einem Unumstlichen und
Absoluten machen, nmlich ein _beschrnktes, als Form_ und
_Instrument gegen_ seinen _Inhalt_ bestimmtes Erkennen; dieses
unwahre Erkennen ist selbst auch die Form, das Begrnden, das
rckwrts geht.--Auch die Methode der Wahrheit wei den Anfang als
ein Unvollkommenes, weil er Anfang ist, aber zugleich die
Unvollkommene berhaupt als ein Nothwendiges, weil die Wahrheit nur
das Zu-sich-selbst-kommen durch die Negativitt der Unmittelbarkeit
ist.  Die Ungeduld, die ber das _Bestimmte_, es heie Anfang, Objekt,
Endliches, oder in welcher Form es sonst genommen werde, _nur_
hinaus, und unmittelbar sich im Absoluten befinden will, hat als
Erkenntni nichts vor sich, als das leere Negative, das abstrakte
Unendliche;--oder ein _gemeintes_ Absolutes, das ein gemeintes ist,
weil es nicht gesetzt, nicht _erfat_ ist; erfassen lt es sich nur
durch die _Vermittelung_ des Erkennens, von der das Allgemeine und
Unmittelbare ein Moment, die Wahrheit selbst aber nur im
ausgebreiteten Verlauf und im Ende ist.  Fr das subjektive Bedrfni
der Unbekanntschaft und deren Ungeduld kann wohl eine bersicht des
_Ganzen zum Voraus_ gegeben werden,--durch eine Eintheilung fr die
Reflexion, die von dem Allgemeinen nach der Weise des endlichen
Erkennens das Besondere als ein _Vorhandenes_ und in der Wissenschaft
zu Erwartendes angiebt.  Doch gewhrt die mehr nicht als ein Bild
der _Vorstellung_, denn der wahrhafte bergang vom Allgemeinen zum
Besondern und zu dem an und fr sich bestimmten Ganzen, worin jenes
erste Allgemeine selbst nach seiner wahrhaften Bestimmung wieder
Moment ist, ist jener Weise der Eintheilung fremd, und ist allein die
Vermittelung der Wissenschaft selbst.

Vermge der aufgezeigten Natur der Methode stellt sich die
Wissenschaft als einen in sich geschlungenen _Kreis_ dar, in dessen
Anfang, den einfachen Grund, die Vermittelung das Ende zurckschlingt;
dabei ist dieser Kreis ein _Kreis von Kreisen_; denn jedes einzelne
Glied, als Beseeltes der Methode, ist die Reflexion in-sich, die,
indem sie in den Anfang zurckkehrt, zugleich der Anfang eines neuen
Gliedes ist.  Bruchstcke dieser Kette sind die einzelnen
Wissenschaften, deren jede ein _Vor_ und ein _Nach_ hat,--oder
genauer gesprochen, nur das Vor _hat_, und in ihrem Schlusse selbst
ihr _Nach zeigt_.

So ist denn auch die Logik in der absoluten Idee zu dieser einfachen
Einheit zurckgegangen, welche ihr Anfang ist; die reine
Unmittelbarkeit des Seyns, in dem zuerst alle Bestimmung als
ausgelscht oder durch die Abstraktion weggelassen erscheint, ist die
durch die Vermittelung, nmlich die Aufhebung der Vermittelung zu
ihrer entsprechenden Gleichheit mit sich gekommene Idee.  Die Methode
ist der reine Begriff, der sich nur zu sich selbst verhlt; sie ist
daher die _einfache Beziehung auf sich_, welche _Seyn_ ist.  Aber es
ist nun auch _erflltes_ Seyn, der sich _begreifende Begriff_, das
Seyn als die konkrete, ebenso schlechthin _intensive_ Totalitt.--Es
ist von dieser Idee zum Schlusse nur noch die zu erwhnen, da in
ihr _erstlich_ die _logische Wissenschaft_ ihren eigenen Begriff
erfat hat.  Bei dem _Seyn_, dem Anfange ihres _Inhalts_ erscheint
ihr Begriff als ein demselben uerliches Wissen in subjektiver
Reflexion.  In der Idee des absoluten Erkennens aber ist er zu ihrem
eigenen Inhalte geworden.  Sie ist selbst der reine Begriff, der sich
zum Gegenstande hat, und der, indem er sich als Gegenstand die
Totalitt seiner Bestimmungen durchluft, sich zum Ganzen seiner
Realitt, zum Systeme der Wissenschaft ausbildet, und damit schliet,
die Begreifen seiner selbst zu erfassen, somit seine Stellung als
Inhalt und Gegenstand aufzuheben, und den Begriff der Wissenschaft zu
erkennen.--_Zweitens_ ist diese Idee noch logisch, sie ist in den
reinen Gedanken eingeschlossen, die Wissenschaft nur des gttlichen
_Begriffs_.  Die systematische Ausfhrung ist zwar selbst eine
Realisation, aber innerhalb derselben Sphre gehalten.  Weil die
reine Idee des Erkennens insofern in die Subjektivitt eingeschlossen
ist, ist sie _Trieb_, diese aufzugeben, und die reine Wahrheit wird
als letztes Resultat auch der _Anfang einer andern Sphre und
Wissenschaft_.  Dieser bergang bedarf hier nur noch angedeutet zu
werden.

Indem die Idee sich nmlich als absolute _Einheit_ des reinen
Begriffs und seiner Realitt setzt, somit in die _Unmittelbarkeit_
des _Seyns_ zusammennimmt, so ist sie als die _Totalitt_ in dieser
Form,--_Natur_.--Diese Bestimmung ist aber nicht ein _Gewordenseyn_
und _bergang_, wie, nach oben, der _subjektive Zweck_ zum _Leben
wird_.  Die reine Idee, in welcher die Bestimmtheit oder Realitt des
Begriffes selbst zum Begriffe erhoben ist, ist vielmehr absolute
_Befreiung_, fr welche keine unmittelbare Bestimmung mehr ist, die
nicht ebenso sehr _gesetzt_ und der Begriff ist; in dieser Freiheit
findet daher kein bergang Statt, das einfache Seyn, zu dem sich die
Idee bestimmt, bleibt ihr vollkommen durchsichtig, und ist der in
seiner Bestimmung bei sich selbst bleibende Begriff.  Das bergehen
ist also hier vielmehr so zu fassen, da die Idee sich selbst _frei
entlt_, ihrer absolut sicher und in sich ruhend.  Um dieser
Freiheit willen ist die _Form ihrer Bestimmtheit_ ebenso schlechthin
frei,--die absolut fr sich selbst ohne Subjektivitt seyende
_uerlichkeit des Raums und der Zeit_.--Insofern diese nur nach der
abstrakten Unmittelbarkeit des Seyns ist und vom Bewutseyn gefat
wird, ist sie als bloe Objektivitt und uerliches Leben; aber in
der Idee bleibt sie an und fr sich die Totalitt des Begriffs, und
die Wissenschaft im Verhltnisse des gttlichen Erkennens zur Natur.
Dieser nchste Entschlu der reinen Idee, sich als uerliche Idee zu
bestimmen, setzt sich aber damit nur die Vermittelung, aus welcher
sich der Begriff als freie aus der uerlichkeit in sich gegangene
Existenz emporhebt, _in der Wissenschaft_ des _Geistes_ seine
Befreiung durch sich vollendet, und den hchsten Begriff seiner
selbst in der logischen Wissenschaft, als dem sich begreifenden
reinen Begriffe, findet.


Ende dieses Projekt Gutenberg Etextes Wissenschaft der Logik: Zweiter
Teil--Die subjektive Logik, von Georg Wilhelm Friedrich Hegel.










End of the Project Gutenberg EBook of Wissenshaft der Logik V2, by 
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

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